Samstag, 20. Juni 2015 23:37

Deutsche Meisterschaften 2015 in Salzgitter

geschrieben von  Mike Killadt

Fünf Entscheidungen, davon vier in den Einzeldisziplinen und der Mixed Paarkampf beschlossen die Deutschen Meisterschaften 2015 in Salzgitter. Überraschungen in den Endläufen waren an der Tagesordnung.

1. Tag: Samstag, 20.06.2015

Endlauf Damen Verein (Bahnen 1-4)

Da Salzgitter selbst keine Damenmannschaft am Start hatte und auch die Titelverteidigerinnen aus Langenfeld bereits in der Qualifikation gescheitert waren, wurde ein offenes Rennen erwartet. Waren die Bahnen doch für alle Spielerinnen neu und wurden in den letzten Jahren lediglich bei Deutschen Meisterschaften gespielt. Insofern gab es keinen Heimvorteil und für alle Keglerinnen die gleichen Voraussetzungen. Den besten Start legte der Nachrücker aus dem WKV, der RSV Remscheid hin. Erst aufgrund der Rückgabe des dritten Startplatzes des Saarlandes konnten sich die Damen des RSV Remscheid für die Titelkämpfe qualifizieren. Maike Bock startete auf Bahn 1 etwas verhalten, konnte aber ab der zweiten Räumgasse das Gefühl für die Bahnen entwickeln und düpierte die Konkurrenz im ersten Block. Ein Zwischenspurt auf der zweiten Räumgasse mit 106 Holz und in die folgende Vollegasse mit 124 Holz bedeutete die jeweiligen Tagesbestergebnisse für diese Gassen und die Führung. Sie konnte das Niveau auch auf den letzten Gassen hoch halten und beendete ihren Durchgang mit 848 Holz.
Für die KV Mittelsaar konnte Elke Radau-Lambert den Anschluss halten. Die Räumgassen brachten sie zwischendurch immer mal wieder in die Bredouille, doch bei den letzten 15 Würfen platze der Knoten. Auf Bahn 3 verwandelte sie 10 Anwürfe in Blanke und kam dort auf 113 Holz. Mit 831 Holz hielt sie den Abstand im überschaubaren Rahmen.
Die dritte 800er Zahl im ersten Durchgang erkegelte Yvonne Ruch vom letztjährigen Vizemeister KV Nordsaar. Ihre 823 Holz waren der zwischenzeitliche dritte Rang. Doch ihre Verletzung anlässlicher der Weltmeisterschaften schien mit fortschreitendem Wettkampf ihren Tribut zu fordern, so dass sie nicht ihr eigentliches Leistungsvermögen erreichte.
Der Pulk im Mittelfeld quetschte sich zwischen 795 und 799 Holz, mit Blickrichtung auf die Medaillenränge.

Im zweiten Durchgang setzten der KV Mittelsaar und der RSV Remscheid den Tacho wieder auf Null. Sarah Kremer (RSV Remscheid) und Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) sorgten für einen Gleichstand zur Halbzeit. 218 Holz auf Bahn 1 von Veronika Ulrich wurden von keiner anderen Spielerin erreicht und sie legten auch den Grundstein für die viertbeste Zahl des Tages mit 828 Holz. Sarah Kremer hingegen hatte nicht diese eine überragende Gasse, sondern sammelte ihre Hölzer in die Vollen. Alle Vollegassen über 120 Holz brachte keine weitere Spielerin zu Stande und mit 124 Holz im Schnitt konnte ihr in diesem Bereich auch niemand das Wasser reichen. Im Räumen hingegen gab es noch Verbesserungspotential, weshalb es im Endeffekt auch „nur" 811 Holz wurden.
Um Platz drei wurde es zur Halbzeit wieder eng. Die KV Nordsaar brachte durch Svenja Lambert 786 Holz ins Ziel. Dies konnte der ESV Siegen dank Petra Fritz ausnutzen. 820 Holz waren ein weiteres 800-Ergebniss an diesem Tag. Zumindest zur Halbzeit sollte es für den Bronzeplatz reichen. Aber auch Wieseck konnte die erste 800 verzeichnen. Cornelia Gebauer erkegelte 804 Holz und verkleinerte damit die Lücke zum dritten Platz auf 18 Holz.

Im dritten Durchgang fielen dann die ersten Entscheidungen. Während Tanja Bock (RSV Remscheid) und Nadine Hamm (KV Mittelsaar) weiterhin auf hohem Niveau um die Führung stritten, mussten die restlichen Mannschaften schwächere Zahlen verkraften.
Tanja Bock brachte Remscheid die alleinige Führung zurück. 826 Holz waren das beste Resultat des dritten Blocks. Die Silbermedaille war damit bereits so gut wie sicher. Dass es nur die Silbermedaille war, dafür sorgte Nadine Hamm. 812 Holz machen den Titelkampf weiterhin spannend. Nach hinten brauchten beide Mannschaften nicht mehr schauen und sie konnten sich voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren, da die Verfolger Federn ließen. Mit Ergebnissen zwischen 780 und 760 mussten sich mit Wieseck, Siegen und Nordsaar die Verfolgerinnen reihenweise von ihren Ambitionen verabschieden. Nutznießerinnen waren die Damen aus Kleve. In der ersten Halbzeit lediglich in der Beobachterrolle konnten sie mit Silke Thissen und ihren 803 Holz vom sechsten auf den dritten Platz springen. Zwar lagen sie nur drei Holz vor dem KSV Wieseck aber Melanie Mertsch war noch in der Hinterhand.

Bettina Schöpp (762 Holz) versuchte für Remscheid den Titel perfekt zu machen. Drei Bahnen lag sie auch voll auf Kurs, doch die letzte Bahn wollte ihr dann nicht mehr recht gelingen. Mit 174 Holz gab sie im direkten Vergleich 26 Holz auf Elgin Justen (KV Mittelsaar / 799 Holz) ab. Das reichte den Saarländerinnen, um in der Endabrechnung mit 23 Holz zu gewinnen.
Bronze ging an die Klever KSG, die durch 814 Holz von Melanie Mertsch ihren drei Holz Vorsprung auf Wieseck verteidigen konnte. Für letztgenannte kam Ramona Wilczek auf 811 Holz und musste sich erst mit den letzten Würfen geschlagen geben.

1. KV Mittelsaar   3270 Holz
2. RSV Remscheid   3247 Holz
3. Klever KSG   3198 Holz

 

Endlauf Herren Verein (Bahnen 5-8)

Im Gegensatz zu den Damen war bei den Herren der SKV Salzgitter mit von der Partie. Nach den Erfolgen mit zwei dritten Plätzen in den letzten beiden Jahren waren die Erwartungen der heimischen Zuschauer entsprechend hoch. Favorit war jedoch, wie jedes Jahr, der Abo-Meister vom KV Nordsaar. Als Mitfavoriten gesellten sich noch die Herausforderer vom VSK Duisburg, TG Herford und KSV Riol hinzu.
Letztere lieferten mit Kai Knobel den Höhepunkt des ersten Blocks. Seine 887 Holz waren gleichbedeutend mit dem höchsten Einzelergebnis in diesem Wettbewerb. Dabei warf er in keine Gasse das beste Tagesergebnis, aber die Konstanz auf höchstem Niveau gab den Ausschlag.
Die ersten Verfolger kamen aus Duisburg. Stephan Stenger setzte mit 875 Holz einen weiteren Höhepunkt im ersten Block. Seine 71 Holz auf Bahn 8 machten den Unterschied - im negativen Sinn - zu Kai Knobel aus. Bevor Holger Mayer (856 Holz) die KV Nordsaar platzieren konnte, musste er noch Marc Glöckner mit 867 Holz für die KV Mittelsaar vorbeiziehen lassen. Ebenfalls noch in Schlagdistanz war die TG Herford. Uwe Hippert hatte einen rabenschwarzen Tag in die Vollen. Er verlor dort über 30 Holz auf die Führenden. Trotzdem kam er noch mit 845 Holz ins Ziel und die Medaillenränge waren noch nicht ausser Reichweite.
Bei den niedersächsischen Fans machte sich hingegen Ernüchterung breit. Mit 833 Holz blieb Thomas Stasch (SKV Salzgitter) hinter den Erwartungen zurück. Die Medaillenträume waren damit fast schon geplatzt.

Nach dem zweiten Durchgang kamen noch vier Vereine für die Medaillenvergabe in Betracht. Allen voran stürmte der VSK Duisburg dem Titel entgegen. Andre Laukmann schien nach den Weltmeisterschaften das Leistungsloch hinauszögern zu können. Mit 876 Holz übertrumpfte er seinen Mannschaftskollegen um ein Holz und setzte die Duisburger auf den ersten Platz. Riol hielt sich dank Thomas Steines Schlussspurt auf 851 Holz noch auf Rang zwei, doch von hinten drückte die TG Herford. Für diese konnte Christoph Hösel mit 879 Holz den Rückstand auf den zweiten Platz deutlich verkürzen. Dabei erkegelte er mit 132 Holz auch die beste Vollegasse aller Kegler. Für den KV Nordsaar zeichnete sich noch keine Wende ab. 842 Holz von Markus Gebauer konnten allenfalls den vierten Platz sichern. Der Abstand nach vorne wurde bereits sehr weit. 53 Holz fehlten auf Duisburg und 40 Holz auf Riol. Sollten die beiden Herausforderer der letzten Jahre zum großen Schlag ausholen?

Mitnichten. Im dritten Abschnitt war der KV Nordsaar an der Reihe. Jürgen Wagner läutete die Wende ein. Mit einer überragenden Abräumleistung von 396 Holz kam er auf 880 Holz und die Aufholjagd hatte begonnen. Wie schon bei den Damen offenbarten die Konkurrenten in diesem Block ihre Schwachpunkte. Knut Martini und Robert Heinichen kamen gemeinsam für den VSK Duisburg auf lediglich 832 Holz. Zwar blieben sie mit 5 Holz vor den Saarländern, doch der beruhigenden Puffer war vor dem letzten Block verbraucht. Ebenso konnte der KSV Riol das Niveau der ersten beiden Starter nicht halten. Christian Bohn kam auf 821 Holz und der KSV Riol purzelte erstmals von einem Medaillenplatz. Denn plötzlich machte ein alter Oberthaler Herausforderer wieder von sich Reden. Horst Stumpe trommelte 886 Holz in die Planken. Damit zog er Herford von Platz drei auf Platz eins vor. Dabei baute er einen komfortablen 27 Holz Vorsprung auf Duisburg und ein 32 Holz Polster auf Nordsaar auf.

Was dieses Polster wert war, zeigte Daniel Schöneberger (KV Nordsaar) im letzten Durchgang. Mit 241 Holz auf seiner ersten Bahn zog er innerhalb von 30 Würfen an Raffael Tönsmann vorbei. Die Hürde von 864 Holz, die Marcel Schneimann durch seine 859 Holz Vorlage aufgebaut hatte, schien auch nur noch Formsache zu sein. Doch weit gefehlt. Auf seinen mittleren beiden Bahnen arbeitete sich Daniel Schöneberger lediglich auf 206 Holz und Raffael Tönsmann konnte Herford sogar wieder mit sechs Holz in Führung bringen. Doch die letzte Volle wendete das Blatt wieder zu Gunsten von Daniel Schöneberger. Den sechs Holz Rückstand konnte er durch 127 Holz in die Volle in einen sieben Holz Vorsprung ummünzen. Vier Blanke fehlten bis zur Titelverteidigung. Die ersten beiden Anwürfe ließ er aus. Dann kam die erste Neun. Bis zum 117. Wurf hatte er die Vier zusammen. Eine feine Sieben zum Absichern und mit dem Anwurf war die Titelverteidigung mit 4 Holz Vorsprung geschafft. Da Raffael Tönsmann ebenfalls auf vier Neuner kam, verfehlte er die Duisburger Vorgabe um drei Holz und Herford musste sich mit Bronze begnügen. Sieben Holz zwischen Gold und Bronze zeugen von einem der spannendsten Mannschaftswettkämpfe aller Zeiten.

1. KV Nordsaar   3446 Holz
2. VSK Duisburg   3442 Holz
3. TG Herford   3439 Holz

2. Tag: Sonntag, 21.06.2015

Endlauf Damen A Verein (Bahnen 1-4)

Der Damen A Wettbewerb war nur mit sieben Mannschaften besetzt, da die KV Gütersloh-Rheda ihren Start wegen krankheitsbedingten Ausfällen absagen musste.
Die Hoffnungen der Fans lagen auf den Damen A des SKV Salzgitter, doch einmal mehr hieß der eigentliche Favorit auf den Titel: KV Nordsaar. Daneben war der KSC Lonnig noch hoch gewertet. Beheimatet dieser Verein doch die ehemaligen Bundesligaspielerinnen des KSC Polch.
Doch gleich im ersten Block setzte der KV Nordsaar die Zeichen auf Titelgewinn. Christina Retterath, deren Startqualitäten bei der Entscheidung im Damen Verein vermisst wurden, konnte in dieser Altersklasse ein Ausrufezeichen setzen. Als einzige Spielerin konnte sie 8er-Schnitt in die Vollen erkegeln und brachte damit ihren Verein in eine hervorragende Ausgangsposition. Ihre 784 Holz konnten lediglich von Stefanie Hippert mit 785 Holz und Simone Billotin (Aachener SKV) mit 786 Holz abgefangen werden. Claudia Holz stand für den KSC Lonnig von Beginn an auf verlorenem Posten. Ihre 718 Holz warfen den Mitfavoriten überraschend weit zurück. Selbst der SKV Salzgitter lag durch Sabine Ungers 763 Holz deutlich vor.

Bielefeld musste im zweiten Block die Überlegenheit der Damen aus Nordsaar anerkennen. Mit 807 Holz erkegelte Vera Schwan (KV Nordsaar) die Tagesbestzahl und nahm Claudia Reichert (VBK Bielefeld) satte 90 Holz ab. Durch Claudia Jasters 777 Holz rückten die Lonniger Damen bis auf sechs Holz an den vierten Platz heran. Den zweiten Platz verteidigte der Aachener SKV durch Sabine Hennes mit 787 Holz und auch Salzgitters Andrea Nizik reihte sich mit ihren 775 Holz nahtlos in das Leistungsspektrum der direkten Konkurrentinnen ein.

Im dritten Block bekamen die Aachener Damen das Fehlen von Mirjam Serée zu spüren. Durch 726 Holz verloren sie ihren zweiten Platz und der KSC Lonnig konnte durch Beate Gsodam (796 Holz) von Rang fünf auf den zweiten Platz hochschießen. Glück im Unglück für Aachen war, dass sich die Gegnerinnen vom SKV Salzgitter und VBK Bielefeld ebenfalls mit ihrer dritten Starterin eine kleine Auszeit nahmen.

Damit war es allerdings im vierten Durchgang vorbei. Während die KV Nordsaar ihren 90 Holz Vorsprung durch Carmen Krüger geschickt verwalteten, drehte Rita Kasper-Kirst für die KSC Lonnig weiter an der Ergebnisschraube. Mit 807 Holz stellte sie das Tagesbestergebnis von Vera Schwan ein und sicherte ihrem neuen Verein die Silbermedaille. Für den Achener SKV ging der Abwärtstrend auch im letzten Block weiter. Birgit Grohs (Salzgitter) erzielte unter dem lautstarken Anfeuerungen der heimischen Fans mit genau 800 Holz das dritte 800er Resultat und verdrängte damit deutlich Angelika Winkler (726 Holz) und die Aachenerinnen vom dritten Platz.

1. KV Nordsaar   3155 Holz
2. KSC Lonnig   3100 Holz
3. SKV Salzgitter   3075 Holz

Endlauf Herren A Verein (Bahnen 5-8)

Was die Herren nicht geschafft haben, wollten die Herren A der SKV Salzgitter nachholen. Wie ernst die Salzgitteraner Senioren die Sache nahmen zeigte im ersten Block Hans-Werner Krumpe. Trotz Rückenbeschwerden auf der letzten Bahn setzte er seine Mannschaft mit 837 Holz deutlich von der Konkurrenz ab. Die üblichen Verdächtigen der letzten Jahre um die Titelvergabe scheiterten alle bis auf den SKV Trier an der 800-Marke. Der Titelverteidiger aus Rösrath kam durch Michael Stippe auf 797 Holz und auch für die SK Münstermaifeld wurde Gerd Köhl bei 799 Holz gestoppt. Die Gunst der der Stunde nutzte Peter Clemens für den SKV Trier. 821 Holz bedeuteten den zwischenzeitlichen zweiten Rang.

Im zweiten Durchgang stieg das Ergebnisniveau deutlich. Waren zuvor die 800 Holz fast unüberwindbar, so kam es in diesem Durchgang zu den drei besten Ergebnissen des Tages. Für Salzgitter legte Dirk Henningsen 863 Holz vor. Die beiden Räumgassen auf den Mittelbahnen standen ihm nach der Hand. 112 Holz und 105 Holz sorgten für 460 Holz auf diesen beiden Bahnen. Da konnte er die Aussenbahnen mit jeweils etwas über 200 Holz verschmerzen. Für die Mannschaftsbestleistung der Salzgitteraner reichte es deutlich.
Im zweiten Abschnitt lieferten sich Ralf Hennes (SKG Rösrath) und Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) ein Privatduell der Extraklasse. Nach drei Bahnen lagen beide nur drei Holz auseinander, mit dem leichten Vorteil für den Münstermaifelder. Auf der letzten Bahn konnte Ralf Hennes mit sehr guten 221 Holz auftrumpfen und kam damit auf 865 Holz. Trotzdem war er chancenlos. Mit 126 Holz in die Vollen und 115 Holz im Räumen setzte Rainer Stoffels auf Bahn 3 in beide Gassen den Tagesbestwert und beendete seinen Durchgang mit 888 Holz und dem höchsten bis dato erkegelten Einzelresultat.

Mit diesen Ergebnissen wurde die Medaillenvergabe zu einem Dreikampf. Lagen doch bereits 80 Holz zwischen dem dritten und dem vierten Platz.
Daran änderte auch das Waffenstillstandsabkommen zwischen Jan Demetrio (SKG Rösrath) und Matthias Schneider (SK Münstermaifeld) nichts. Während Matthias Schneider sich sehr schwer tat Neuner zu werfen, tat sich Jan Demetrio ebenso schwer die Bauern zu treffen. Mit 780 bzw 765 Holz reihten sie sich ins hinterste Glied ihrer Mannschaften ein. Damit war dann aber zumindest die Goldmedaille vergeben. Karl-Heinz Becker sorgte mit 828 Holz dafür, dass der SKV Salzgitter seinen Vorsprung auf 76 Holz ausbaute. Und mit Jörg Brandenburg in der Hinterhand sollte dort auch nichts mehr anbrennen.

Zum Abschluss entledigte er seine Aufgabe mit 847 Holz sehr souverän. Deutlich spannender wurde es im Kampf um Bronze. Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) hatte einen 10 Holz Vorsprung auf die SKG Rösrath zu verteidigen. Fidi Kohlhoff hingegen wollte diesen aufholen.
Nach der ersten Bahn führte Rösrath, nach der zweiten Bahn war Münstermaifeld wieder in Führung. Die dritte Bahn sah einen erneuten Führungswechsel zu Gunsten von Rösrath und mit elf Holz Vorsprung bog Fidi Kohlhoff auf die letzte Gasse ein. Alfred Mitscher begann mit einem Dreier und damit schien die Entscheidung gefallen zu sein. Doch Alfred Mitscher zeigte Moral und warf mit den nächsten fünf Anwürfen vier Blanke. Fidi Kohlhoff kam auf nur eine Neun. Doch in den letzten sechs Würfen wurde dem Waffenstillstandsabkommen des vorherigen Blocks neues Leben eingehaucht. Weder hüben noch drüben fiel eine Neun und so sicherte sich die SKG Rösrath mit drei Holz Vorsprung den Silberrang.

1. SKV Salzgitter   3375 Holz
2. SKG Rösrath   3271 Holz
3. SK Münstermaifeld   3268 Holz

3. Tag: Montag, 22.06.2015

Vorlauf Damen A Einzel (Bahnen 1-4)

Mit dem Damen A Einzel Vorlauf stand die ersten „Nicht-Mannschaftsdisziplin" auf dem Zeitplan.
Im ersten Block griff mit Simone Billotin (Aachener SKV) die Titelverteidigerin ins Geschehen ein. Nach einem verkorksten Start auf Bahn 1 fand sie nicht mehr richtig ins Spiel. Die Vollen waren zwar in Ordnung, doch in die Räumgassen wollte ihr kein echter Befreiungsschlag gelingen. Zu oft blieben die Kegel stehen. Als dann auch noch Heike Förthmann (SV Preußen Lünen) auf ihrer letzten Gasse eben dieses Lauf mit einer Serie von Kränzen bekam, musste Simone Billotin ihre Titelverteidigung ad acta legen. Heike Förthmann kam auf 785 Holz und das war gleichbedeutend mit dem letzten Startplatz im Zwischenlauf.

Der zweite Block tat sich deutlich leichter. Petra Fritz (ESV Siegen) kam hier auf 827 Holz und gewann die Tageswertung. Auch bei ihr war die Schlussbahn die Ergiebigste. Mit 221 Holz auf Bahn 1 stellte sie dort das Tagesbestergebnis auf. Beate Gsodam (KSC Lonnig) zeigte sich leicht verbessert zum Vortag. Mit 799 Holz konnte sie ihr Ergebnis um drei Holz im Vergleich zum Mannschaftsstart überbieten. Auch bei ihr galt das Gesetz der Serie. Die letzte Bahn brachte am meisten Holz. Ihre 224 Holz auf Bahn 4 sollte an diesem Tag ebenfalls nicht mehr überboten werden. Deutlich besser als in der Mannschaft präsentierte sich Carmen Krüger (KV Nordsaar). Nach verhaltenem Start auf Bahn 4 mit 181 Holz warf sie auf den restlichen drei Bahnen jeweils knapp über 200 Holz und arbeitete sich damit auf 796 Holz hoch.

Im dritten Block war es dann nur Stefanie Hippert vergönnt, sich für den Zwischenlauf zu qualifizieren. Auch sie hatte vom Vortag gelernt und steigerte ihr Ergebnis auf 797 Holz. Ihre Leistungssteigerung war ausschließlich auf die Räumgassen zurückzuführen. Deutlich weniger Dreier in die Abräumbilder reichten schon aus, um das Resultat aufzupeppen.

Der vierte Block sah eine locker aufspielende Rita Kasper-Kirst. Im Mannschaftswettbewerb legte sie das beste Räumergebnis auf die Bahnen, doch es haperte in die Vollen. Im Einzel konnte sie diese Schwäche ausmerzen und auch in die Volle Gassen überzeugen. 826 Holz bedeuteten den zweiten Platz mit einem Holz Rückstand auf Petra Fritz.

Deutlich mehr Arbeit hatte Petra Fritzs Mannschaftskollegin Petra Wörster zu verrichten. Auf den letzten Drücker rutschte sie in den Zwischenlauf. Im vorletzten Wurf musste sie eine dicke Fünf räumen und im letzten Wurf eine Neun nachlegen. Erst dadurch zog sie holzgleich mit Heike Förthmann. Dank eines geräumten Holzes mehr konnte sie auf den etwas beruhigenderen sechsten Platz vorbeiziehen und den letzten Block ein klein wenig entspannter erleben.
In diesem Block schien zur Halbzeit noch alles möglich zu sein. Drei Spielerinnen waren in Reichweite der 785 Holz, doch nach der dritten Bahn war klar: Nur Anja Brunnengräber (803 Holz) würde sich noch unter die besten Acht platzieren können. Mit der dritten 800er Zahl belegte sie eben diesen Platz in der Endabrechnung.

Vorlauf Damen B Einzel (Bahnen 1-4)

Nach den Damen A waren die Damen B an der Reihe. Aus dem erste Block bot sich keine Starterin für den Zwischenlauf an. Wohl aber wurde die kritische Zahl markiert. Die Unglückliche war Barbara Stierand-Peterwitz (Ninepin 09 Iserlohn) mit 716 Holz. Sie sollte im Endeffekt der Gradmesser für alle weiteren Starterinnen sein.

Im zweiten Block konnte Anna Röhrig mit 731 Holz diese Hürde problemlos meistern. Eine kleine Schwächephase im Abräumen auf Bahn 2 konnte sie mit tollen 95 Holz auf Bahn 4 in die Räumgasse ausbügeln. Der Rest war im wahrsten Sinne des Wortes Durchschnitt. Aber das sollte für die nächste Runde reichen.
Was die Bahnen an diesem Tag für die Damen B hergaben zeigte Maria Schmedt. Ihre 781 waren das Nonplusultra dieses Wettbewerbs. Mit viel Geduld sammelte sie die Neuner und die, die sie hatte, gab sie nicht mehr her.

Der dritte Block zeigte die stärkste Leistungsdichte. Drei Keglerinnen rückten in die nächste Runde. Allen voran Rita Sauerwald vom SKC BW Haiger. Ihre guten Vollen nahmen den Druck in die Räumgassen, unbedingt Neuner werfen zu müssen. Sie konnte sich daher ebenfalls auf das geduldige Sammeln beschränken. Sehr zielführend, wie bereits Maria Schmedt bewiesen hatte. Mit 762 Holz konnte sie das drittbeste Ergebnis für sich in Anspruch nehmen.

Nicht ganz so locker lief es für Silvia Köllner (KV Gelsenkirchen) in die Räumgassen. 61 Holz bzw. 57 Holz im Abräumen hätten sehr bitter werden können. Doch glücklicherweise liefen die anderen beiden Räumgassen deutlich besser. Zusammen mit ordentlichen Vollegassen kamen 733 Holz zusammen.
718 Holz ließen Ulrike Zörb (PTSV Dillenburg) bis zum Schluss zittern. Ursache des Nervenkitzels war ihre erste Räumgasse. Mit 44 Holz war sie der Garant für 90 Würfe aktives Schwitzen und zwei Blöcke passives Zittern. Schlussendlich sollte es mit dem achten Platz noch gut ausgehen.

Der vierte Block lief dann wieder etwas ruhiger ab. Ulrike Englisch (ESV Siegen) war die einzige Starterin, die die Qualifikation überstand. Mit 121 Holz auf Bahn 4 in die Volle gelang ihr auch die einzige Gasse mit 8er Schnitt in diesem Vorlauf. 752 waren ihre Empfehlung für die Zwischenrunde, die sie auf dem vierten Rang erreichte.

Das Halbfinale wird durch zwei Starterinnen des letzten Block komplettiert. Marina Keller (KSV Illtal) reichte eine gute zweite Halbzeit, um sich mit 745 Holz für die nächste Runde zu empfehlen.
Etwas eindrucksvoller zeigte sich Rosina Thater. Die beständigste Keglerin des Vorlauf warf auf ihren Bahnen jeweils zwischen 188 und 195 Holz. Ihre Gesamtzahl von 766 Holz bescherte ihr zur späten Stunde noch den zweiten Platz im Vorlauf.

Endlauf Herren B Verein (Bahnen 5-8)

Die einzige Entscheidung des dritten Tages stand bei der Herren B in der Mannschaftsdisziplin an.
Diese begannen die Titelverteidiger vom KV Mittelsaar im ersten Durchgang mit Jeannot Peter, der den Weg für die Titelverteidigung bereiten sollte. Doch er tat sich auf vielen Gassen schwer. Auf Bahn 5 kam er nur auf 186 Holz und die Volle auf Bahn 6 schmeckte ihm nicht. Doch eine sehr gute Bahn reichte aus, um die KV Mittelsaar nach vorne zu bringen . Auf Bahn 7 erkegelte er sowohl in die Volle als auch im Räumen das Tagesbestergebnis. In Summe kam er auf 230 Holz und setzte sich dadurch mit einem Holz vor den VES Lingen, der durch Bruno Rottmann überraschen konnte. Auf Platz drei fand sich die zweite Überraschung des ersten Durchgangs wieder. Hans-Georg Lichte, seines Zeichen 77-jähriger Meisterschaftsteilnehmer (oder sind es sogar 78 Jahre?), startet auf Bahn 8 mit 130 Holz in die Vollen und räumte dann weitere 93 Holz ab. Um diese Leistung ins rechte Licht zu rücken: Im Wettbewerb der Herren Mannschaften wurde dieses Ergebnis nur zweimal Mal überboten. André Laukmann und Marcel Schneimann hielt die Fahne der „Jungen" mit 233 bzw. 226 Holz hoch.

Im zweiten Block gab es dann den ersten Führungswechsel. Da Ingo Wagner einen gebrauchten Tag erwischt hatte und seinen Durchgang bereits bei 768 Holz beenden musste, nutzte der VES Lingen seine Chance. Helmut Jaske konnte mit 780 Holz den ersten Platz für die Emsländer erobern. Den Block konnte der VHK Herne für sich entscheiden. 799 Holz reichten Dieter Haas aus, um seine Mannschaft näher an das Führungstrio bestehend aus Lingen, Mittelsaar und Kassel heranzuführen. Es blieb also spannend im Kampf um die Medaillen. Die ersten sechs Vereine lagen in einer Spanne von ca. 40 Holz.

Im dritten Abschnitt revangierte der KV Mittelsaar sich. Josef Reuter konnte sich dank eines fantastischen Endspurts auf 801 Holz bringen. 103 in die Volle und 103 im Räumen auf seiner letzten Bahn waren bezeichnend für sein Spiel. Seine Vollergebnisse wurden nur von zwei anderen Startern unterboten. Seine Räumergebnisse hingegen wurden lediglich von einem Starter übertroffen. Der VES Lingen fand sich nach Heinz Schermanns 766 Holz erneut auf dem zweiten Platz. Der VHK Herne konnte Norbert Maleszkas 767 Holz hingegen nutzen, um auf den dritten Platz zu kommen. Diesen teilten sie sich allerdings mit den Gastgebern vom SKV Salzgitter. Dabei Konnte sich Salzgitter bei Helmut Märtens (790 Holz) bedanken, dass sie erstmalig auf einem Treppchenplatz steigen konnten.

Der vierte Durchgang wurde turbulent. Reinhold Hahn legte für die VHK Herne die Tagesbestleistung von 843 Holz vor. Dabei verpasste er ein deutlich höheres Ergebnis durch relativ viele Dreierbilder. Die Schwächen im Abräumen konnte er ganz gut in die Volle kompensieren. Hier lag er mit insgesamt 488 Holz zusammen mit Hans-Georg Lichte an der Spitze des Feldes. Damit war gehörig Druck auf den KV Mittelsaar ausgeübt. 793 Holz benötigte Jean Everard zur Titelverteidigung. Bereits nach der ersten Bahn war klar, dass dies ein hartes Stück Arbeit werden würde. Nach 184 Holz auf seiner ersten Bahn stand fest, dass eine deutliche Steigerung erfolgen musste. 203 Holz im Schnitt waren nun gefordert. Doch im weiteren Verlauf konnte er diese Vorgabe kein einziges Mal erfüllen. Mit 771 Holz blieb er deutlich unter der Sollmarke und es wurde die Silbermedaille. Bronze gewann der SKV Salzgitter, denn Harald Koch reihte sich mit seinen 779 Holz wunderbar in die weiteren Einzelergebnisse seiner Mannschaft ein. Mit Resultaten zwischen 776 und 790 Holz stellten sie das konstanteste Team. Die bis dato so prächtig mitspielenden Lingener konnte am Ende nicht mehr Schritt halten. Im letzten Block wurden sie vom zweiten auf den siebten Platz durchgereicht.

1. VHK Herne   3188 Holz
2. KV Mittelsaar   3167 Holz
3. SKV Salzgitter   3124 Holz

4. Tag: Dienstag, 23.06.2015

Vorlauf Herren B Einzel (Bahnen 1-4)

Die Herren B eröffneten den 4. Tag mit ihrem Einzel. Gleich im ersten Block sollte die Geschichte des Vorlaufs vorgezeichnet werden. Eckhard Kopp legte mit 856 Holz gleich das Tagesbestergebnis auf die Bahnen. Eine tolle Bahn 4 mit 119 Holz in die Vollen und 113 Holz im Abräumen und seine Abschlussbahn 2 mit 221 Holz waren die beiden Garanten für den Tagessieg.
Das andere Ende der Qualifikation zum Zwischenlauf markierte Reinhold Hahn (VHK Herne/ 809 Holz). Gestern noch Matchwinner in der Herren B Vereinsmannschaft fand er sich an diesem Tag im grauen Kegelalltag wieder. Von der Leichtigkeit des Vereinswettbewerbes fehlte jede Spur. Holz um Holz musste er sich erarbeiten und bekam nur wenig geschenkt. Am Ende verdankte er seine Qualifikation seinen sehr soliden Vollen und dem verpassten Anwurf von Theo Mülleneisen (KF Gladbeck), der mit 807 Holz äusserst knapp hinter ihm blieb.
Der Dritte im Bunde war Gerhard Schulz. Mit fulminanten 240 Holz auf seiner Startbahn 4 war er bereits nach der ersten Bahn fast alle Sorgen los. Letztendlich trudelte er bei 828 Holz ins Ziel.

Im zweiten Block merkte man, dass die Vorgaben nicht ohne Wirkung auf die Nachleger blieben. Relativ unbeeindruckt ging Gerd Köhl (SK Münstermaifeld) auf die Bahnen. Die erste Volle mit 133 Holz nahm ihm den Druck etwas und er konnte ohne grossen Höhepunkt, aber auch ohne einen Aussetzer, seinen Durchgang bei 820 Holz abschließen.
Etwas schwerer tat sich Winfried van Haaften (GSK Nordhorn). Ihm gelang es nicht, mit den ersten Bahnen ein Polster auf die 809 Holz des ersten Blocks zu erkegeln und so dauerte es bis ganz zum Schluss, ehe er sich mit zwei Neunern in den letzten beiden Würfen auf 810 Holz rettete.

In den nächsten Blöcken war Magerkost angesagt. Jeweils ein Starter konnte sich noch für den Zwischenlauf empfehlen.
Den Anfang im dritten Block machte Jeannot Peter (KV Mittelsaar). Ähnlich wie Gerhard Schulz war auch bei ihm die erste Bahn die Entscheidende. Und genau wie bei Gerhard Schultz war es die Bahn 4. Jeannot Peter kam dort auf 228 Holz und konnte auf Bahn 1 mit 217 Holz nachlegen. Danach war nur noch Schongang angesagt. Bei 813 Holz war dann schon Endstation.

Der vierte Block stand ganz im Zeichen von Frank Bornemann (KSV Helmstedt). Er scheiterte nur mit zwei Holz an Eckhard Kopps Bestzahl. Und auch bei ihm war Bahn 4 mit 112 in die Vollen und 115 im Abräumen der Wegweiser für die hohe Zahl. Darüber hinaus traf er als einziger Spieler des Wettbewerbs auf jeder Räumgasse wenigstens vier Blanke und brachte diese auch ins Ziel.

Im letzten Block blieb es Vincenzo Condello (KV Gelsenkirchen) den Zwischenlauf zu komplettieren. Durch seine schwachen Vollen sah es lange Zeit nicht so aus, als könnte er den Sprung in die Zwischenrunde schaffen. Seine Soll erfüllte er mit den letzten sieben Würfen als er fünf davon in Blanke verwandelte und mit 814 Holz abschloss.

Wie eng es in diesem Vorlauf zuging zeigt die Ergebnisspanne zwischen Platz 5 und Platz 13. Vincenzo Condellos 814 Holz bedeuteten den 5 Rang. „Abgeschlagen" auf Platz 13 rangierte man mit 801 Holz.

Vorlauf Herren C Einzel (Bahnen 5-8)

Der Herren C Vorlauf war mal wieder von besonderer Brisanz. Ist es doch der einzige Vorlauf der ohne Umweg ins Finale führt. Also gingen nicht die besten acht Spieler eine Runde weiter, sondern es hieß: Aus 20 mach 4.
Für eine Überraschung sorgte Friedel Pescher vom KV Grevenbroich-Land sofort im ersten Block. Zwei sehr gute Räumgassen auf den Bahnen 6 und 7 nutzte er, um auf 808 Holz zu kommen. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, bedeutete dies bereits die sichere Qualifikation für den Endlauf.
Noch souveräner machte es Johannes Verhees (SKG Rösrath) anlässlich seines 80. Geburtstags. Alle vier Bahnen absolvierte er zwischen 202 und 214 Holz. Damit sammelte er 825 Holz und machte sich selbst zumindest ein kleines Geburtstagsgeschenk mit dem ersten Platz im Vorlauf.
Mit „einer" Bahn qualifizierte sich Harald Koch vom SKV Salzgitter für das Finale. Während er auf drei Bahnen zwischen 193 und 198 Holz erkegelte, kamen auf Bahn 5 sensationelle 231 Holz zusammen. Seine 816 Holz reichten sogar noch für den zweiten Platz.
Die letzte Fahrkarte löste im letzten Block Manfred Pock. Durch 186 Holz auf seiner ersten Bahn lud er sich eine Bürde auf. Doch er konnte sich im weiteren Verlauf steigern und benötigte auf der letzten Gasse vier Blanke, um sich zu qualifizieren. Blöd nur, dass er sein erstes Räumbild mit einem Fehlwurf auf den Bauern begann. Doch er sammelte die notwendigen Neuner Wurf um Wurf und als er nervenstark auch den vorletzten Wurf in eine Blanke verwandelte, war das Finale mit 802 Holz gebucht.

Vorlauf Herren A Einzel (Bahnen 1-4)

Die Bahnen schienen in der zweiten Hälfte des Tages merklich nachzulassen. Sonst war es kaum erklärlich, dass die Herren A gerade einmal vier Holz mehr benötigten als die Herren B, um den Zwischenlauf zu erreichen. Auch der Ergebnisschnitt lag mit 797 Holz bei den Herren A nur wenig höher als bei den Herren B mit 790 Holz.

Bereits der erste Block tat sich schwer. Einzig Thomas Klein (Tecklenburger Kegler) nahm die 800er Marke. Dafür aber sehr deutlich. Eine kleine Schwäche auf Bahn 1 in die Räumgasse, aber ansonsten fielen vier bis sechs Blanke. Da die Volle Gassen auch sehr gut waren, summierten sich die Hölzer auf 831. Ein Resultat, das nur noch einmal übertroffen werden sollte.

Der zwiete Block wartete mit zwei - zumindest kleinen - Überraschungen auf. Ralf Meister vom KV Essen zeigte eine imposante Leistungssteigerung in die Vollen. Beginnend mit 119 Holz ging es über 121 und 122 Holz auf 128 Holz. Dafür war dann im Abräumen mit Ausnahme der ersten Bahn eher Schonkost angesagt. 816 Holz reichten für Platz 6 im Vorlauf. Für Dietmar Ill (KV Eschwege) sah es lange nach einem Ausscheiden im Vorlauf aus. Doch seine letzte Räumgasse verschaffte ihm Eintritt in den Zwischenlauf. Tolle 113 Holz katapultierten ihn sogar mit 829 Holz auf den dritten Platz.

Der dritte Block wurde mit Spannung erwartet. Waren in diesem doch drei Hochkaräter im direkten Duell zu sehen. Jörg Brandenburg (SKV Salzgitter), Uwe Schlitzberger (KKV Kassel) und Fidi Kohlhoff (SKG Rösrath) traten gegeneinander an.
Fidi Kohlhoff legte mit 220 Holz auf Bahn 1 los und schien keinen Zweifel an seinen Zwischenlaufambitionen zu lassen. Jörg Brandenburg und Uwe Schlitzberger schienen über das gegenseitige Belauern das Neunerwerfen zu vergessen. Auf der zweiten Bahn ließ sich auch Fidi Kohlhoff davon anstecken. Mittelmäßige Volle mit zwei, maximal vier Blanken im Abräumen deuteten nicht auf dicke 800er Zahlen hin. Jörg Brandenburg fand zumindest auf der dritten Bahn die Erfolgsspur. 217 Holz waren ein kurzer aber wichtiger Zwischenspurt, ehe es auf der letzten Bahn wieder im alten Trott weiterging. 816 Holz und zwei Blöcke lang Zittern waren der Lohn. Fidi Kohlhoff fand eigentlich gar nicht mehr zu seinem Spiel der ersten Bahn. Lediglich auf der Abschlussgasse begann er mit vier Blanken, um dann den Faden erneut zu verlieren. 813 Holz und zwei Blöcke lang noch mehr Zittern waren angesagt.
Uwe Schlitzberger konnte sich wenigstens auf sein Kampfsaudiplom verlassen. 117 Holz in die Vollen auf Bahn 2 und 707 Holz vor den letzten 15 Würfen hatte er zu bieten. Die Zeichen standen auf Ausscheiden. Doch seine vermeintlich ungeliebte Bahn 2 hielt ihn am Leben. 114 Holz zum Abschluss. Blinker links, und auf der Überholspur ging es am gesamten Block vorbei. 821 Holz waren die sichere Qualifikation.

Den Tagessieg schnappte sich im vierten Block Dirk Henningsen vom SKV Salzgitter. Wie bereits in der Herren A Mannschaft erkegelte er die Tagesbestleistung. An diesem Tag reichten 854 Holz. Es war mal wieder Bahn 4, die die erforderliche Sicherheit gab und auf der er mit 225 Holz begann.

Der letzte verbleibende Platz im Halbfinale wurde im letzten Block vergeben. Rainer Scheidt vom KV Lahntal hatte seine Nerven am besten unter Kontrolle. Bis auf einen kleinen Wackler auf Bahn 3 warf er alle Gassen sehr solide. Mit 219 Holz auf Bahn 4 beendete er seinen Vorlauf und durfte sich über 824 Holz und den vierten Platz freuen.

Vorlauf Damen C Einzel (Bahnen 5-8)

Bei den Damen wurden die besten vier Kegelerinnen aus elf Starterinnen ermittelt. Eine krankheitsbedingte Absage führte zum reduzierten Starterfeld.
Nachdem der Hallensprecher Katica Schöngens (Bensberger SKG) Vornamen beim ersten Mal nicht unfallfrei aussprechen konnte, gab sie ihm die Gelegenheit ein zweites Mal zu üben. Mit 757 Holz qualifizierte sie sich als Beste für den Endlauf. Mit 310 Holz lieferte sie die überragende Räumleistung des gesamten Feldes ab. Selbst im Zwischenlauf der Damen B wurde diese Marke nicht überboten.
Im ersten Block konnte lediglich Christel Schiffer (KV Essen) in Sichtweite bleiben. Wie in den letzten Jahren reichte auch in Salzgitter eine 700er Zahl aus, um ins Finale vorzurücken. Mit 701 Holz blieb Christel Schiffer dieser Regel treu und nach einigen bangen Minuten im zweiten Block konnte sie aufatmen und für den Endlauf planen.
In diesem wird auch Gisela Grote (SG Düsseldorfer Kegler) vertreten sein. In der ersten Halbzeit lag sie auf Kurs 700, bedingt durch schwächere Vollegassen mit 106 und 108 Holz kam sie auf 352 Holz. Doch die zweite Hälfte brachte eine deutliche Verbesserung. Mit 730 Holz war ihre Teilnahme am Endlauf doch recht früh in trockenen Tüchern.
Noch ein bisschen souveräner gestaltete Monika Schultze (VBK Bielefeld) ihren Vorlauf. Eine kontinuierliche Steigerung von Bahn zu Bahn, sprich von 176 bis zu 192 Holz brachte sie auf 740 Holz und den zweiten Platz.

Zwischenlauf Damen B Einzel (Bahnen 5-8)

Der Vorlauf hatte bereits einen Fingerzeig darauf gegeben, wie die Leistungsstärke der Starterinne einzuschätzen war. Der Zwischenlauf sollte dies im Großen und Ganzen bestätigen.

Es gab leidiglich eine Ausnahme, und das war Marina Keller (KSV Illtal) im ersten Block. Mit Bestwerten in zwei Räum- und zwei Vollegassen und sehr konstanten Bahnergebnissen zwischen 184 und 191 Holz gab es für die Konkurrentinnen kaum eine Möglichkeit, Holz gut zu machen. 753 bedeuteten den zweiten Platz.

Für den zweiten Block war die Aufgabenstellung klar. Nicht Letzte werden und Rita Sauerwalds 734 Holz aus dem ersten Block übertreffen.
Maria Schmedt (Tecklenburger Kegler) startete mit 203 Holz auf Bahn 5 einer sicheren Finalteilnahme entgegen. Selbst 177 Holz auf Bahn 6 warfen sie nicht aus ihrem Konzept. 190 Holz waren auf den beiden letzten Bahnen das Ziel und mit 758 gewann sie nach dem Vorlauf auch den Zwischenlauf.
Rosina Thater (KV Gelsenkirchen) hatte die Qualifikation eigentlich nach ihrer zweiten Bahn so gut wie in der Tasche. Aber eben nur so gut wie. 217 Holz auf Bahn 7 waren unerreicht vom restlichen Feld. Doch zwei Bauernfehler auf Bahn 8 und weitere Dreierbilder sorgten für einen raschen Dämpfer. Eine konzentrierte Leistung auf ihrer letzten Bahn folgte und mit 748 Holz war das Halbfinale doch noch erfolgreich erledigt.
Die letzte im Bunde war Ulrike Englisch (ESV Siegen). Geduldig wartete sie auf die Neuner und die, die sie hatte, konnte sie auch weitestgehend bewahren. Recht unspektakulär warf sie immer um 185 Holz und kam damit auf 739 Holz, was knapp für den vierten Platz reichte.

5. Tag: Mittwoch, 24.06.2015

Zwischenlauf Damen A Einzel (Bahnen 5-8)

Stefanie Hippert (VBK Bielefeld) legte im Zwischenlauf der Damen A einen Blitzstart hin. 223 Holz auf Bahn 5 bauten einen guten Vorsprung auf Petra Wörster (ESV Siegen) auf. Diese hatte mit 208 Holz auf Bahn 7 ebenfalls eine gute Anfangsbahn, konnte den acht Neunern von Stafenie Hippert in die Räumgasse jedoch nicht genug entgegensetzen. Auf der zweiten Bahn das gleiche Bild. Stefanie Hippert warf erneut 223 Holz und Petra Wörster hatte mit 204 Holz das Nachsehen. Die Entscheidung über den Gewinn des ersten Durchgangs schien nach 60 Würfen gefallen zu sein. Zumal Carmen Krüger (KV Nordsaar) mit 399 Holz auch noch gehörig Druck aufbaute und Petra Wörster mehr nach hinten als nach vorne schauen musste. Nach einer schwächeren dritten Bahn von Petra Wörster zog Carmen Krüger tatsächlich mit einem Holz vorbei. Stefanie Hippert traf ihre dritte Bahn ebenfalls nicht, konnte aber froh sein nur drei Holz abzugeben, da sich Carmen Krüger und Petra Wörster in ihrem Privatduell befanden.
Auf der letzten Bahn setzte sich Petra Wörster durch 120 Holz in die Volle wieder an die zweite Stelle und startete im Abräumen die Flucht nach vorne. Neun auf Neun fielen auf Bahn 6, so dass sie nicht nur Carmen Krüger abhängte, sondern auch immer näher an Stefanie Hippert herankam, die auch auf ihrer letzten Räumgasse Schwierigkeiten hatte. Petra Wörster blieb die zehnte Blanke durch einen Totschläger im vorletzten Wurf vorenthalten. Dadurch bekam Stefanie Hippert noch eine letzte Chance, den Block noch für sich zu entscheiden. Mit drei Neunern in den letzten drei Würfen warf sie ihre einzigen Blanken auf Bahn 8 und holte sich die Führung mit 832 zu 826 Holz. Carmen Krüger konnte dem Tempo nicht mehr folgen und kam auf 798 Holz.

Keine leichten Aufgaben für den zweiten Block. Selbst Carmen Krügers 798 Holz mussten erstmal gespielt werden. Am leichtesten tat sich Rita Kasper-Kirst. Weit über 8er-Schnitt in die Vollen und durchschnittlich vier Neuner in die Räumgasse brachten ihr mit 840 Holz den Tagessieg ein. Spannender wurde es um die Plätze zwei und drei in diesem Block. Sieben Gassen lang sah es so aus, als ob Petra Fritz (ESV Siegen) Carmen Krüger Ergebnis überspielen und den zweiten Platz in diesem Durchgang belegen würde. Mit 15 Holz Vorsprung vor Anja Brunnengräber (KSG Mittelhessen) ging es auf die letzte Gasse. Dort musste sich Petra Fritz mit zwei Blanken zufrieden geben, während Anja Brunnengräber, nachdem sie einmal die richtige Spur gefunden hatte, Neun um Neun warf. Sechs Neuner waren es und damit genug, um mit den letzten Würfen das Blatt zu wenden. Ihre 809 Holz waren das vierte Qualifikationsergebnis. Petra Fritz hatte mit 806 Holz das Nachsehen.

Vorlauf Mixed (Bahnen 1-4)

Der Mixed Vorlauf wurde u.a. von Elke Radau-Lamberts und Ingo Wagners (KV Mittelsaar) 724 Holz eröffnet. Auf den Bahnen 2 und 3 warfen sie 400 Holz. Dafür durften sie es auf den Aussenbahnen etwas gemütlicher angehen lassen.

Im zweiten Block gab es die erste Überraschung. Darinka Höge und Carlos Martinez (PTSV Dillenburg) boten bei ihren 681 Holz einen blitzsauberen Durchgang mit Gassenergebnissen zwischen 160 und 180 Holz. Keine Höhen, keine Tiefen, Dreierbilder wurden schnell durch folgende Neuner korrigiert und am Ende stand der dritte Platz auf dem Ergebniszettel.
Deutlich mehr mit dem ein oder anderen nicht glücklichen Kegelfall hatten Yvonne Ruch und Jürgen Wagner (656 Holz) zu kämpfen. Zum Glück gab es Bahn 3 mit 184 Holz, sonst hätten beide nicht den Vorlauf auf dem achten Rang überstanden. Aber auch so hieß es Zittern bis zum vorletzten Wurf dieses Vorlaufs.

Der dritte Block hielt dann die dickste Überraschung dieses Vorlaufs bereit. Gabriele Lotz und André Piroth (KSC Wirges) düpierten die gesamte Konkurrenz und schafften den Tagessieg. Mit unglaublicher Konstanz warfen sie alle Bahnen und blieben immer zwischen 178 und 194 Holz. 734 verwiesen die Weltmeister Elke Radau-Lambert und Ingo Wagner auf den zweiten Platz.

Der vierte Block sah dann eine Schar von Qualifikanten. Petra Wörster und Markus Nadzeyka (ESV Siegen) gingen mühelos weiter. Sie konnten es sich sogar erlauben, auf der letzten Bahn nur Schnitt zu räumen. Etwas mehr Anstrengung bedurfte es bei Bianca und Holger Mayer (KV Nordsaar). Eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte auf 360 Holz brachte sie auf 667 Holz. Ein bisschen zappeln mussten Carolin Buerschaper und Stefan Seibt (Union Salzgitter). Mit 660 Holz waren sie noch nicht durch und mussten auf den letzten Block warten.

Doch es gab schnell Entwarnung. Lediglich Veronika Ulrich und Kevin Everard (KV Mittelsaar) konnten sich mit 673 Holz für die nächste Runde anmelden. Ähnlich wie beim ersten Paar vom KV Mittelsaar, Elke Radau-Lambert und Ingo Wagner, waren auch bei ihnen die Mittelbahnen die Ergiebigsten.
Den entscheidenden vorletzten Wurf machten Andrea Dort und Sebastian Mania. Eine dünne Sieben statt einer Neun besiegelte ihr Ausscheiden mit 654 Holz.

Zwischenlauf Herren B Einzel (Bahnen 5-8)

In Sachen Spannung trieben es die zweitältesten Herren auf die Spitze. Das war allerdings nicht die Schuld von Jeannot Peter (KV Mittelsaar). Er hielt sich aus allen Scharmützeln heraus und dominierte den ersten Block nach Belieben. Er brachte das Kunststück fertig, alle Räumgassen mit mindestens sechs Blanke abzuschließen und hatte dadurch leichtes Spiel mit seinen Gegnern. Insgesamt machte er auf die Räumgasse schon 50 Holz gut. Da konnte er es sich leisten die Vollen etwas ruhiger anzugehen. Seine 866 Holz waren unerreicht.
Reinhold Hahns (VHK Herne) 819 Holz sollten ebenfalls noch für das Finale reichen. Ein Endspurt mit sieben Blanken auf der letzten Räumgasse sicherten ihm die dringend benötigten Hölzer.

Im zweiten Durchgang gab es einen Dreikampf zwischen Frank Bornemann (KSV Helmstedt), Gerhard Schultz (VOK Osnabrück) und Gerd Köhl (SK Münstermaifeld). Während letzterer die erste Räumgasse mit 69 Holz verschlief und fortan der Musik hinterher rannte, gelang Gerhard Schultz eine gute erste Halbzeit mit 423 Holz. 40 Holz Vorsprung vor Gerd Köhl und 18 Holz Vorsprung vor Frank Bornemann. Ein Zwischenspurt von Gerd Köhl auf der dritten Bahn brachhte ihn auf den zweiten Platz. Drei Holz vor Frank Bornemann und 18 Holz hinter Gerhard Schultz. Auf der letzten Bahn wurde es dann dramatisch. Frank Bornemann entledigte sich aller Sorgen durch 220 Holz auf Bahn 1. Damit kam er auf 821 Holz und übertraf die 819 Holz aus dem ersten Block.
Das Duell zwischen Gerhard Schultz und Gerd Köhl spitzte sich immer mehr zu. Zwei Würfe vor Schluss hatte Gerd Köhl die Führung mit zwei Holz übernommen und beide konnten die 819 Holz nicht mehr erreichen. Beide trafen die Neun im vorletzten Wurf. Gerd Köhl wirf eine Sieben an und Gerd Schultz schaffte auch im letzten Wurf eine Neun. 816 Holz für beide. Nach einigen Minuten des Wartens war dann klar, dass Gerd Köhl 14 Holz mehr geräumt hatte und in den Endlauf einzog.

Zwischenlauf Herren A Einzel (Bahnen 5-8)

Nicht viel klarer machten es die Herren A in ihrem Zwischenlauf.
Nun gut. Jörg Brandenburg (SKV Salzgitter) im ersten Block und Thomas Klein (Tecklenburger Kegler) im zweiten Block schon. Beide spielten überragend in die Räumgassen und auch in die Vollen lagen sie bei einem 124er Schnitt. Am Ende gaben Nuance den Ausschlag, so dass Jörg Brandenburg den Vorlauf mit 875 Holz für sich verbuchen konnte. Thomas Klein war mit 873 Holz sicherer Zweiter.

Im ersten Durchgang lief hinter Jörg Brandenburg Uwe Schlitzberger (KKV Kassel) ein. Erneut setzten sich seine kämpferischen Qualitäten durch und mit 832 Holz musste er den zweiten Block abwarten.

Zur Hälfte des zweiten Durchgangs schien alles klar zu sein. Thomas Klein würde sich locker qualifizieren. Dirk Henningsen (SKV Salzgitter) lag mit 420 Holz ebenfalls auf Kurs und Rainer Scheidt (KV Lahntal) war mit 384 Holz abgeschlagen. Doch mit den zweiten 60 Würfen wendete sich das Blatt. Rainer Scheidt traf Bahn 2 mit 226 Holz und schöpfte wieder ein wenig Hoffnung. Dirk Henningsen war mit seinen 202 Holz nicht ganz zufrieden. Doch 210 Holz auf Bahn 8 waren machbar. Nach der letzten Vollen lagen Dirk Henningsen bei 746 Holz und Rainer Scheidt bei 727 Holz. Und wieder begann Rainer Scheidt in die Räumgasse mit Neunern. Der Rückstand auf Dirk Henningsen schmolz dahin. Dieser brauchte selber vier Blanke, um über Uwe Schlitzbergers 832 Holz zu kommen und damit sicher im Finale zu stehen. Bis zum 27. Wurf gelangen ihm nur eine Neun und ein Kranz. Rainer Scheidt hatte bereit sieben Neuner gespielt und war damit an ihm vorbeigezogen. Dann eine dünne Sieben von Rainer Scheidt und zwei Neuner von Dirk Henningsen. Mit 825 zu 824 Holz hatte er sich die Führung zurück geholt. Beide standen vor dem letzten Wurf. Neun von Dirk Henningsen - 834 Holz. Neun von Rainer Scheidt - 833 Holz und Uwe Schlitzbergers 832 Holz waren raus.

Vorlauf Damen Paarkampf (Bahnen 1-4)

In den ersten beiden Blöcken legten die Damen sehr gute Ergebnisse vor. Den Anfang machte wieder ein Paar vom KV Mittelsaar. Die Vizeweltmeisterinnen Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich ließen mit 688 Holz aufhorchen. 688 Holz waren auch die Bestmarke in diesem Vorlauf. In diesem Block schafften es Annika Hilkmann und Jasmin Thon (VHK Herne) sich mitziehen zu lassen und konnten ihren Durchgang bei 665 Holz beenden. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass diese Zahl zum siebten und 662 Holz zum achten Platz reichen sollten, kann man erahnen wie eng es in der Spitze zuging.

Im zweiten Block machte es Yvonne Ruch etwas nervenschonender als im Mixed. Mit Sylvia Weirich (KV Nordsaar) gelangen ihr 673 Holz und bei dieser Entscheidung war die Zwischenlaufteilnahme deutlich früher abzusehen.
Der zweite Block wurde jedoch von Cathrin Bertermann und Jasmin Eigner gewonnen. Auf den ersten drei Bahnen konnten sie sich von 169 auf 190 Holz steigern, doch Bahn 5 stand ihnen dann nicht mehr so nach der Hand. Es wurden dennoch sehr gute 683 Holz und der dritte Platz des Vorlaufs.

Im dritten Block schaukelten sich die Weltmeisterinnen in Paarkampf Maike und Tanja Bock (RSV Remscheid), sowie Ann-Kristin Mania und Luisa Wagner (KSV Wieseck) gegenseitig hoch. Immer auf Tuchfühlung wechselte die Führung enige Male hin und her, bis sich am Ende die Weltmeisterinnen durchsetzen konnten. Mit 688 Holz gewann sie auch den Vorlauf aufgrund der mehr erzielten Neuner und Kränze im direkten Vergleich mit Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich. Knapp dahinter freuten sich Ann-Kristin Mania und Luisa Wagner über 679 Holz.

Im vierten Block schaffte Petra Fritz (ESV Siegen) in ihrem dritten Start endlich die ersehnte Finalteilnahme. Ihre mit Petra Wörster erkegelten 662 Holz markierten das untere Ende der Zwischenlaufqualifikanten. Doch lange bangen mussten sie nicht.

Im letzten Block waren es nur Melanie Mertsch und Silke Thissen, die sich in die Gruppe der letzten Acht hinein spielen konnten. Dabei fingen sie auf Bahn 4 mit zwolf Neunern und einem Kranz an, bevor eine totgeschlagenen Acht das Durchblanken verhinderte. Das dritte 688 Holz Ergebnis verhinderte ein verpasster Bauer kurz vor Schluss. Denn mit diesem blieb es bei 679 Holz.

Vorlauf Herren Paarkampf (Bahnen 5-8)

Im ersten Block konnte sich nur ein Paar für den Zwischenlauf qualifizieren. Holger Hamm und Patrick Haan (KV Mittelsaar) waren das einzige Paar, das die 700er Marke überqueren konnte. Ihre 725 Holz sollten am Ende für den vierten Platz reichen. Nach einem eher verhaltenen Start konnten sie auf Bahn 8 201 Holz abräumen und danach schien der Knoten geplatzt zu sein.

Jürgen Wagner und Markus Gebauer machten im zweiten Block einen auf faulen Gaul. Nicht mehr spielen als man muss. Nach dieser Devise erkegelten sie sich mit 726 Holz die temporäre Führung. Frank und Dirk Kremer (SG Düsseldorfer Kegler) konnten nicht ganz mit ihnen mithalten, doch ihre 706 Holz reichten zum siebten Rang. Auch hier wird deutlich, wie eng gestaffelt die Leistungen der Paare waren. Zumindest zwischen den Plätzen drei bis acht.

Die Plätze eins und zwei kegelten nämlich in einer anderen Liga.
Im dritten Block gaben es sich Daniel Schöneberger / Holger Mayer (KV Nordsaar) und André Laukmann / Marcel Schneimann (VSK Duisburg) so richtig. 776 zu 771 Holz standen nach 120 Würfen an den Anzeigetafeln. Während Daniel Schöneberger und Holger Mayer die Bahnen 5 und 6 mit den Bestzahlen 196 und 194 Holz absolvierten, konnten André Laukmann und MArcel Schneimann die Bahnen 7 und 8 mit 200 und 213 Holz für sich gutschreiben. Die 213 Holz auf Bahn 8 hätten auch leicht noch mehr werden können. Aber Marcel Schneimann glaubte die Euphorie mit einem Fehlwurf aufs volle Bild im 29. Wurf bremsen zu müssen. Vielleicht gab aber auch die Konstanz von Daniel Schöneberger und Holger Mayer den Ausschalg für den Gewinn des Vorlaufs. Alle vier Bahnen spielten sie zwischen 192 und 196 Holz.
Aufgrund der brillanten Leistungen der beiden Paare blieb die Qualifikation von Detlef Karlstedt und Andreas Twardowski (SKV Salzgitter) fast unbemerkt. Schlussendlich gaben zwei mehr gespielte Blanke den Ausschlag für das Heimteam gegenüber Christian Junk und Pascal Petry (SK Eifelland Gilzem).

Der vierte Block komplettierte den Zwischenlauf bereits. Zwei Paare boten noch 700er Resultate an. Zum ersten waren es Marc Glöckner und Robin Schrecklinger (KV Mittelsaar) mit 714 Holz. Diese beiden mussten sich in der zweiten Hälfte durch das zweite Salzgitterer Paar Hans-Werner Krumpe und Carsten Schinke abfangen lassen. Ihre Startbahn 8 brachte Hans-Werner Krumpe und Carsten Schinke mit 157 Holz in Schwierigkeiten. Doch ab Bahn 5 ging es mit 186 - 192 - 185 Holz schnurstracks auf 820 Holz und auf den Zwischenlauf zu.

6. Tag: Donnerstag, 25.06.2015

Zwischenlauf Herren Paarkampf (Bahnen 1-4)

Die Halle brodelte, als Hans-Werner Krumpe und Carsten Schinke ihren Durchgang absolvierten. Ganz passabel mit 171 Holz starteten sie auf Bahn 1, um dann 228 Holz folgen zu lassen. Mit 399 Holz ging es also in die zweite Hälfte. Mit 201 und 200 Holz auf den letzten beiden Bahnen brachten sie genau 800 Holz ins Ziel.

Das reichte allerdings nur zum zweiten Platz. Denn Jürgen Wagner und Markus Gebauer (KV Nordsaar) konnten mit 821 Holz im zweiten Block noch einen drauflegen. Ihre fabelhaften 231 Holz auf Bahn 4 waren das höchste Räumergebnis auf einer Bahn in diesem Zwischenlauf.
Deutlich schwerer taten sich die Kandidaten auf den Plätzen drei und vier. Zumindest waren es die üblichen Verdächtigen. Daniel Schöneberger und Holger Mayer (KV Nordsaar) konnten mit 724 Holz die 100 Holz-Klatsche gerade noch abwenden, wohingegen André Laukmann und Marcel Schneimann (VSK Duisburg) mit ihre 705 Holz schon fast 120 Holz hinter dem Spitzenduo lagen. Es ist bisher selten passiert, dass es einen solchen Abstand bei einer Endlaufqualifikation gegeben hat. Die Qualifikation war sogar ungefährdet, da Holger Hamm und Patrick Haan (KV Mittelsaar) mit 672 Holz abgeschlagen waren.

Der geneigte Leser wird bemerkt haben, dass das Ergebnis im Damen Paarkampf um drei Holz höher lag als bei den Herren. Auch nach dem Endlauf sollten die Herren sich in dieser Wertung auf Rang zwei wiederfinden.

Zwischenlauf Damen Paarkampf (Bahnen 5-8)

Im Zwischenlauf des Damen Paarkampfs war vom ersten Wurf an richtig Feuer unterm Dach. Petra Fritz und Petra Wörster (ESV Siegen) starteten am frühen Morgen mit einer 190 Holz Bahn. Dicht gefolgt von Ann-Kristin Mania und Luisa Wagner (KSV Wieseck) mit 189 Holz und Jasmin Thon / Annika Hilkmann (VHK Herne) mit 180 Holz. Während die beiden WKV Paare nur auf einer Bahn mit ihrer Leistung etwas nachließen, konnten die Wieseckerinnen bereits ab der zweiten Bahn nicht mehr Schritt halten. Durch drei 180er Bahnen konnten sich Jasmin Thon und Annika Hilkmann drei Bahnen lang an der Spitze aufhalten, doch die Aufholjagd der Siegenerinnen auf den letzten 30 Würfen brachte einen Gleichstand von jeweils 702 Holz. Nicht die geworfenen Neuner brachten den Ausschlag für Jasmin Thon und Annika Hilkmann, sondern es musste die Anzahl an geräumten Bildern für die Entscheidung heran gezogen werden.

Im zweiten Block ging die wilde Jagd weiter. Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich starteten mit fantastischen 204 Holz auf Bahn 6. Jedoch wurden sie von Melanie Mertsch und Silke Thissen (Klever KSG) in den Schatten gestellt. 226 Holz auf Bahn 8 waren ein grandioser Auftakt. Nach weiteren 211 Holz konnte einem zur Halbzeit schwindelig werden und die beiden fanden noch kein Ende. Auf Bahn 6 folgte die dritte 200er Bahn mit 201 Holz. Erst auf der Abschlussbahn kamen sie in den „Normalbereich" mit 186 Holz zurück. 824 Holz bedeuteten einen neuen Deutschen Rekord und den ersten für die Anlagen in Salzgitter.
Spannend war es um den letzten Platz im Endlauf. Maike und Tanja Bock (RSV Remscheid) fanden schwer in den Wettkampf und sahen sich mit 320 Holz zur Halbzeit schon hoffnungslos im Hintertreffen. Bahn 6 trafen beide mit 195 Holz und plötzlich waren Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich zumindest wieder in Sichtweite. Vor der letzten Gasse kam es zum Führungswechsel. Maike und Tanja Bock schoben sich auf den 2. Platz. Doch ein Dreierbild auf Remscheider Seite und zwei Neuner von Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich im direkten Gegenzug brachten Letztere mit 705 Holz endgültig auf den zweiten Platz und damit ins Finale.

Zwischenlauf Mixed Paarkampf (Bahnen 5-8)

Auch der erste Block im Mixed Paarkampf zeigte Kegelsport vom Feinsten. Veronika Ulrich und Marc Glöckner (KV Mittelsaar), der für Kevin Everard einsprang, brauchten 60 Würfe, um sich abzustimmen. Danach ging es rund mit 420 Holz in der zweiten Halbzeit gewannen sie den Zwischenlauf mit 754 Holz. Bianca und Holger Mayer (KV Nordsaar), die nach 60 Würfen führten, hatten in der zweiten Hälfte keine Chance mehr. Trotz guter Ergebnisse um die 180 Holz mussten sie sich mit dem zweiten Platz und 708 Holz zufrieden geben.
Bei Yvonne Ruch und Jürgen Wagner war trotz 202 Holz auf Bahn 8 der Wurm drin. Zweimal keine 150 Holz auf den beiden nachfolgenden Bahnen warfen sie eigentlich aus dem Rennen um den Endlauf. Selbst die 170 Holz auf Bahn 7 waren nur gut genug, um im Endresultat auf 667 Holz zu kommen. Angesichts der Damen Paarkampfergebnisse einen Block zuvor war an ein Weiterkommen eigentlich nicht zu denken.

Im zweiten Durchgang wurde überraschenderweise sieben Gassen lang keglerisch eine 0-Diät angeboten. Die Vorlaufssieger Gabriele Lotz und André Piroth (KSC Wirges) mussten ihren Start absagen und die verbleibenden drei Paare boten zwei Bahnen über 170 Holz an, ansonsten gingen die Ergebnisse bis auf 118 Holz runter. Diese beiden Bahnen mit 173 bzw. 176 Holz hatten Petra Wörster und Marcus Nadzeyka (ESV Siegen) geworfen und lagen damit konsequenterweise in Führung, wenn auch nur knapp. 132 Holz auf Bahn 8 gehörten nämlich auch zu ihrem Repertoire.
Erst die letzten zehn Würfe kam Stimmung in den Durchgang. Endlich fasten sich Eke Radau-Lambert und Ingo Wagner ein Herz und kamen zu einer Neunerserie. Sieben Blanke mit den letzten sieben Würfen waren notwendig, doch es blieb bei fünf Neunern und 636 Holz. Somit sicherten sich Petra Wörster und Marcus Nadzeyka die Endlaufteilnahme mit 639 Holz. Zum Vergleich: Im Damen Paarkampf waren noch 702 Holz nötig.

Endlauf Herren C Einzel (Bahnen 1-4)

Das Einzelfinale der Herren C sah nach der ersten Bahn nach einem sicheren Sieg für Johannes Verhees (SKG Rösrath) aus. Ganz souverän spulte er sein Programm ab. Mit Leichtigkeit setzte er die Neun im vorletzten Wurf und übernahm mit 207 Holz die Führung. Wie an der Perlenkette aufgereiht sortierten sich seine Verfolger ein. Manfred Pock (Verein Ratinger Kegler) wechselte zum ersten Mal mit 198, Harald Koch (SKV Salzgitter) folgte mit 197 und Friedel Pescher (KV Grevenbroich-Land) vervollständigte mit 196 Holz.

Auch die nächste Vollegasse mit 117 Holz war sehr gut, allerdings war die Räumgasse nicht optimal. Mit 70 Holz beendete er die 15 Würfe und fand sich plötzlich holzgleich mit Harald Koch auf dem zweiten Rang wieder. Manfred Pock konnte eine kleine Serie am Ende der Räumgasse spielen und kam so auf 209 Holz. Die reichten, um mit 407 Holz jeweils 13 Holz zwischen sich und die beiden ärgsten Verfolger zu legen. Doch Vorsicht: Friedel Pescher lag auch nur sechs Holz hinter einem Treppchenplatz.

Nach der dritten Bahn kam es wieder zu einem Gleichstand. Harald koch konnte dank 217 Holz auf Bahn 4 Manfred Pock stellen, der 204 Holz auf Bahn 2 sammelte. Gemeinsam hatten sie 611 Holz als auf die letzte Bahn gingen. Johannes Verhees traf auch die dritte Räumgasse. Immerhin zwei Blanke, aber auch viele stehen gelassene Könige stoppten ihn bei 590 Holz. Da Friedel Pescher ebenfalls die 200er Marke überspielte, lag er mit 595 Holz fünf Holz vor Johannes Verhees auf Bronzekurs.

In die Vollen erkegelte sich Johannes Verhees zumindest den dritten Platz zurück. Mit 120 Holz machte er aus einem fünf Holz Rückstand einen fünf Holz Vorsprung und Manfred Pock war ihm nur noch acht Holz voraus. Harald Koch zog ungefährdete seine Kreise an der Spitze. 19 Holz Vorsprung waren fünf bis sechs Blanke.
Johannes Verhess begann mit einer dicken Sieben in die Räumgasse. Harald Koch sammelte in der letzten Gasse bereits sechs Blanke und sah schon wie der sichere Sieger aus, doch Johannes Verhees ließ es ab dem dritten Wurf klingeln und klingeln und klingeln und klingeln und... Der dicken Sieben folgten dreizehn Blanke. Trotz alledem hatten Harald Koch den Titelgewinn in Reichweite. Seine sechs Neuner hätten gereicht, wenn er nicht kurz vor Schluss noch einen Dreier eingebaut hätte und dadurch nicht mehr an den Anwurf kam. So musste er Johannes Verhees, der durch 240 Holz auf Bahn 4 noch auf insgesamt 830 Holz kam, vorbeiziehen lassen. Seine 824 Holz reichten zur sicheren Silbermedaille.

Im Kampf um Bronze erwehrte sich Manfred Pock den letzten Angriffen von Friedel Pescher und konnte Bronze mit 794 zu 790 Holz gewinnen.

Endlauf Damen C Einzel (Bahnen 1-4)

Bei den Damen C schaffte Katica Schöngen (Bensberger SKG) einen Start-Ziel-Sieg. Mit 192 Holz startete sie auf Bahn 1 und ließ die Abo-Meisterin Monika Schultze (VBK Bielefeld) mit 168 Holz deutlich hinter sich. Ihre schärfste Verfolgerin war viel mehr Gisela Grote (SG Düsseldorfer Kegler), die ihr mit 190 Holz im Nacken saß.

Das änderte sich mit der zweiten Bahn als Gisela Grote gar nicht auf Bahn 4 zurechtkam. Ihre 359 Holz wurden von Christel Schiffer (KV Essen) gestellt und auch Monika Schultze konnte bis auf zehn Holz aufschließen.

Auf der dritten Bahn gönnte sich Katica Schöngen eine kurze Auszeit. Zu ihrem Glück konnten diese weder Monika Schultz noch Gisela Grote ausnutzen. Monka Schultze machte nur 12 Holz auf ihre 163 Holz gut und auch Gisela Grote blieb trotz 184 Holz auf Bahn 1 noch 14 Holz hinter ihr. Christel Schiffer war nach ihren 156 Holz aus dem Medaillenrennen raus.

Bahn 4 war zum Abschluss noch mal ein Höhepunkt. Katica Schöngens 125 Holz in die Vollen und 85 Holz abgeräumt passieren bei den Damen C auch nicht alle Tage. Mit 767 Holz gewann sie ihren ersten Titel in dieser Altersklasse. Gisela Grote gewann nach 203 Holz auf Bahn 3 mit 746 die verdiente Silbermedaille und Monika Schultze durfte sich über 723 Holz und die Bronzemedaille freuen.

Endlauf Damen B Einzel (Bahnen 1-4)

Die Damen B sahen einen überlegen Sieg von Ulrike Englisch (ESV Siegen). In drei von vier Räumgassen erspielte sie die Bestzahl und in die vierte Räumgasse verpasste sie diese nur um ein Holz. 91 Holz im Schnitt im Räumen waren der Schlüssel zum Titelgewinn. Über 832 Holz und die Goldmedaille durfte sie sich freuen. Den zweiten Platz belegte Marina Keller vom KSV Illtal. So wie Ulrike Englisch in die Räumgassen dominierte, beherrschte Marina Keller die Vollen. Sie erkegelte die Bestmarken auf drei von vier Vollegassen. Da die meisten Hölzer aber eher in die Räumgassen und nicht in die Vollegasse gut gemacht werden, musste sie sich 812 Holz anschreiben lassen.
Ein ganz enges Rennen um die Bronzemedaille entwickelte sich sich zwischen Rosina Thater (KV Gelsenkirchen) und Maria Schmedt (Tecklenburger Kegler). Zur Halbzeit trennten beide lediglich vier Holz. Maria Schmedt halbierte den Rückstand von vier auf zwei Holz auf der dritten Bahn. Auf der vierten Bahn übernahm sie nach der Volle die Führung mit elf Holz. Doch ein paar Kränze zu viel und eine Neun zuwenig in die Räumgasse sorgten für eine weitere Halbierung des Rückstands auf ein Holz. Somit gewann Rosina Thater mit 756 Holz die Bronzemedaille vor Maria Schmedt mit 755 Holz.

Endlauf Damen A Einzel (Bahnen 5-8)

Im Endlauf der Damen A übernahm als erstes Anja Brunnengräber (KSG Mittelhessen) die Initiative. 122 Holz in die Vollen sorgten für die erste Führung. Doch wie schon bei den Damen C wurde auch in diesem Endlauf der Titel über die Räumgassen vergeben. Auf der ersten Bahn suchte hier Rita Kasper-Kirst (KSC Lonnig) ihres Gleichen. Ihren 114 Holz in die Vollen ließ sie 113 Holz im Abräumen folgen und löste Anja Brunnengräber von der Führungsposition ab. Petra Wörster (ESV Siegen) rutschte nach der Räumgasse ebenfalls an Anja Brunnengräber vorbei und setzte sich mit 209 Holz auf die erste Verfolgerposition.

Vollegassen waren an diesem Tag nicht Rita Kasper-Kirsts Metier und auch auf der zweiten Bahn ließ sie dort 14 Holz auf Petra Wörster und 10 Holz auf Stefanie Hippert (VBK Bielefeld) liegen. Letztere nahm nach der etwas verschlafenen Startbahn auf der zweiten Bahn auch am Endlauf teil und meldete mit 212 Holz ihre Titelambitionen an. Sie verdrängte dadurch Petra Wörster vom zweiten Platz, die mit drei Holz Rückstand auf den Bronzerang rutschte. Beide konnten den Rückstand auf Rita Kasper-Kirst deutlich verkürzen. Nach der zweiten Bahn lag das Führungstrio innerhalb von 14 Holz zusammen. Anja Brunnengräber musste ihren Medaillentraum nach der zweiten Bahn aufgeben. Eine Fehlgasse mit dem ersten Wurf in die Räumgasse und die anschließenden fehlenden Blanken warfen sie aus dem Rennen um Edelmetall.

Auf der dritten Bahn rückte Stefanie Hippert nach einer weiteren verpatzten Volle von Rita Kasper-Kirst auf sechs Holz an die Führende heran. Nach der Räumgasse gab es dann den Führungswechsel. Sechs Blanke reichten, um Stefanie Hippert mit zwei Holz in Führung zu bringen. Um den Endlauf noch etwas mehr Spannung zu verleihen, trumpfte auch Petra Wörster mit 104 Holz auf Bahn 5 auf und schob sich noch zwischen Stefanie Hippert und Rita Kasper-Kirst.

620 zu 619 zu 618 hieß die Dreierwette vor der letzten Bahn. Die Volle sollte keine Erkenntnis über den Ausgang bringen. Doch setzte sich Petra Wörster durch 121 Holz and die Spitze. Die erste gute Volle für Rita Kasper-Kirst brachte ihr 120 Holz und Stefanie Hippert purzelte mit 117 Holz von Eins auf Drei. Immer noch lagen die drei Keglerinnen innerhalb von drei Holz zusammen.
Da Rita Kasper-Kirst sich auf den Räumgassen deutlich wohler fühlte als auf den Vollegassen begann sie ihren letzten 15 Würfe mit drei Neunern. Petra Wörster hielt dagegen, konnte aber nicht verhindern, dass Rita Kasper-Kirst nach acht Würfen wieder in Führung lag. Am Ende konnte Rita Kasper-Kirst noch vier weitere Blanke erspielen und Petra Wörster gingen die Kugeln aus. Mit einem Kranz im vorletzten Wurf machte sie ihren ersten Damen A Titel perfekt. Mit 844 Holz gewann sie Gold vor Petra Wörster (836 Holz) und Stefanie Hippert (814 Holz) die auf Bahn 5 in die Räumgasse auf verlorenem Posten stand.

Endlauf Herren B Einzel (Bahnen 1-4)

Der nächste Thriller in Salzgitter erwartete die Zuschauer beim Finale der Herren B. Jeannot Peter (KV Mittelsaar) legte los wie die Feuerwehr. 223 Holz auf Bahn 1 bedeuteten die absolute Topzahl auf dieser Bahn für den Endlauf. Die Konkurrenz war augenscheinlich etwas beeindruckt. Reinhold Hahn (VHK Herne) wechselte zum ersten Mal mit 211 Holz. Gerd Köhl (SK Münstermaifeld) und Frank Bornemann (KSV Helmstedt) gingen Kopf an Kopf mit 203 und 202 Holz auf die zweite Bahn.

Auf der zweiten Bahn startete Jeannot Peter abermals mit einem Bestergebnis von 124 Holz. Die Räumgasse hingegen fand gar nicht sein Gefallen und mit 77 Holz gab er seinen Verfolgern die erste Möglichkeit den Rückstand zu verkürzen. Reinhold Hahn nutzte diese Chance nicht und blieb weiter mit 10 Holz hinter dem Führenden. Frank Bornemann und Gerd Köhl hingegen nutzten die Chance, um wieder aufzuschließen. Frank Bornemann lag holzgleich mit Reinhold Hahn auf dem zweiten Platz. Ein Holz dahinter rangierte Gerd Köhl.

Auch die nächste Einladung von Jeannot Peter ließen die Verfolger ungenutzt. Wie zuvor war Jeannot Peter sehr gut in die Volle, aber im Abräumen war nach zwei Blanken Schluss. Ähnlich erging es Frank Bornemann. Mehr als zwei Blanke waren ihm auf Bahn 4 nicht vergönnt und damit büßte er entscheidende Hölzer im Kampf um die Medaillen ein.

Vor der letzten Räumgasse lagen Reinhold Hahn und Gerd Köhl gleichauf bei 732 Holz. Jeannot Peter war mit 738 Holz immer noch in der Pole Position. So gut er die Volle auch traf, so viel Holz ließ er auf die Räumgassen liegen. Immerhin schaffte er es, vier Blanke zu spielen. Doch die dritte Chance ließen sich die beiden Verfolger nicht entgehen. Jeannot Peter beendete als erster seinen Durchgang mit 825 Holz. Kopf an Kopf marschierten Reinhold Hahn und Gerd Köhl durch die Räumgasse. Die Neuner wurden fast im gleichen Takt geworfen. Ebenso die Räumbilder, ob mit oder ohne König. Beide hatten fünf Blanke nach 28. Würfen liegen. Für beide standen 821 Holz an der Anzeigentafel. Beide laufen an. Beide werfen einen Blanken. Reinhold Hahn eine Neun und Gerd Köhl einen Kranz. Zum ersten Mal lag einer der beiden Konkurrenten vorne. Der letzte Wurf brachte für Gerd Köhl eine Neun und Reinhold Hahn verpasste den Deutschen Meister mit einer dünnen Sieben.

Endlauf Herren A Einzel (Bahnen 5-8)

In den Endlauf der Herren A setzten die Fans aus Salzgitter ihre Hoffnungen an diesem Tag. Standen doch zwei Akteure vom SKV Salzgitter im Finale. Dirk Henningsen avancierte nach seinen Tagesbestleistungen in der Mannschaft und im Vorlauf zum Favoriten und Jörg Brandenburg konnte durch den Gewinn des Zwischenlaufs ein Ausrufezeichen setzen.

Bereits auf der ersten Bahn setzte sich Dirk Henningsen mit 233 Holz deutlich von Jörg Brandenburg (219 Holz) und Thomas Klein (Tecklenburger Kegler) mit 216 Holz ab. Rainer Scheidt reihte sich mit 196 Holz mit einem kleinen Respektabstand hinten im Feld ein.

Auf der zweite Bahn erwies sich Thomas Klein als der konstanteste Spieler. Er war der einzige, der seine Zahl von der ersten Bahn wiederholen konnte. Mit 217 Holz übernahm er auch die Führung und beide Salzgitteraner sahen sich in der Verfolgerposition. Da Rainer Scheidt auf Bahn 5 mit 217 Holz überzeugen konnten war er auch in Schlagdistanz zu den Verfolgern.

Auf der dritten Bahn fiel eine kleine Vorentscheidung. Thomas Klein erkegelte 222 Holz und blieb seinem Ergebnisniveau treu. Dadurch erspielte er sich erstmals einen Vorsprung von mehr als zwei Neunern auf Dirk Henningsen. Jörg Brandenburg fand sich nach der dritten Bahn mit dem Bronzeplatz ab und Rainer Scheidt wurde immer klarer, dass er ohne eine ähnlich famose Aufholjagd wie im Zwischenlauf mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen müsste.

Thomas Klein blieb seiner Linie treu und bot auch auf der letzten Bahn keine Angriffsfläche. 120 Holz in die Vollen und zum vierten Mal sechs Blanke in die Räumgasse waren zu viel für Dirk Henningsen. Er versuchte auf der letzten Räumgasse alles. Erkegelte auch acht Blanke, aber es sollte nicht mehr reichen. Mit 870 Holz gewann Thomas Klein seinen ersten Einzeltitel bei Deutschen Meisterschaften und Dirk Henningsen nahm mit 863 Holz auf dem zweiten Rang platz. Bronze ging wie erwartet an Jörg Brandenburg, der sich mit 845 Holz souverän gegen Rainer Scheidts 823 Holz durchsetzte.

Endlauf Damen Paarkampf (Bahnen 1-4)

Nach der ersten Bahn sah es in diesem Endlauf noch sehr knapp aus. Innerhalb von 19 Holz waren alle vier Paare versammelt. Allen voran die neuen Deutschen Rekordhalterinnen vom Klever KSG Melanie Mertsch und Silke Thissen mit 186 Holz. Das Schlusslicht bildete das jüngste Paar, Jasmin Thon und Annika Hilkmann (VHK Herne), mit 167 Holz.

Auf der zweiten Bahn wurde das ganze Bild auf den Kopf gestellt. Jasmin Thon und Annika Hilkmann warfen tollen 202 Holz auf Bahn 4 und lagen plötzlich mit sechs Holz vor Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich (KV Mittelsaar). Melanie Mertsch und Silke Thissen kamen auf ihrer zweiten Bahn nicht über 163 Holz hinaus, mussten auch das Siegener Paar Petra Fritz und Petra Wörster passieren lassen und rutschten auf Platz vier ab.

Auf der dritten Bahn machten Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich einen großen Schritt in Richtung Meistertitel. 211 Holz auf Bahn 4 verschafften ihnen ein komfortables Polster, obwohl sich Melanie Mertsch und Silke Thissen nochmal auf 192 Holz aufrafften. Der Vorsprung belief sich dennoch auf 33 Holz. Auf die Drittplatzierten Petra Fritz und Petra Wörster waren es sogar 49 Holz und auf Jasmin Thon / Annika Hilkmann 55 Holz.

Doch auf der Schlussbahn fanden sie beiden Saarländerinnen überhaupt keinen Laufweg zu Neun. Unter Schnitt wechselten sie auf die letzte Gasse und Petra Fritz / Petra Wörster waren mitten in ihrer Aufholjagd. 28 Holz von 49 Holz waren bereits aufgebraucht und die Jagd ging weiter. Sieben Blanke hatten Petra Fritz und Petra Wörster bis zum 119. Wurf liegen. Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich nur eine. Die Siegenerinnen waren erstmals vorne. Aber im 119. Wurf fiel die Neun bei Elke Radau-Lambert und Siegen scheiterte mit einer dicken Sieben.
Zwei Führungswechsel innerhalb der 118. und 119. Würfe zu Gunsten von Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich. Die Siegerinnen kamen auf 720 Holz, während Petra Fritz und Petra Wörster mit 716 Holz ihren Durchgang beendeten.
Melanie Mertsch und Silke Thissen verpassten die letzte Bahn ähnlich wie die Deutschen Meisterinnen und auch sie konnten sich mit 685 Holz und drei Holz Vorsprung vor Jasmin Thon und Annika Hilkmann über die Ziellinie retten.

Endlauf Herren Paarkampf (Bahnen 5-8)

Der Endlauf im Herren Paarkampf spiegelte ein wenig den Vorlauf wider. Vorne forderten sich Daniel Schöneberger / Holger Mayer (KV Nordsaar) und André Laukmann / Marcel Schneimann (VSK Duisburg) und der Rest machte die Plätze unter sich aus.

Zumindest auf der ersten Bahn wollten Jürgen Wagner und Markus Gebauer (KV Nordsaar) einen Strich durch diese Rechnung machen. Mit 200 Holz setzten sie ihren Lauf aus dem Zwischenlauf nahtlos fort und lagen nach der ersten Bahn direkt an der Spitze. Die Abstände waren teilweise deutlich. Hans-Werner Krumpe und Carsten Schinke (SKV Salzgitter) lagen fast 30 Holz zurück. Daniel Schöneberger und Holger Mayer hatten eine Bürde von gut 20 Holz und auch André Laukmann / Marcel Schneimann kam nicht unter 15 Holz weg.

Nach der zweiten Bahn hatte sich die Führung aber auch wieder erledigt. Mit 210 bzw. 211 Holz schlugen Hans-Werner Krumpe / Carsten Schinke und Daniel Schöneberger / Holger Mayer zurück. Nach der dritten Bahn war dann auch das Edelmetall futsch. 148 Holz waren für Jürgen Wagner und Markus Gebauer nicht zu kompensieren. Und auch Hans-Werner Krumpe / Carsten Schinke rutschten ab. Die 201 Holz waren aller Ehren wert, doch waren sie mit durchschnittlich 175 Holz auf den anderen drei Bahnen zu schwach aufgestellt. André Laukmann und Marcel Schneimann waren das einzige Paar, das keine 200er Bahn spielte, doch lagen sie immer um 190 Holz. Diese Konstanz zahlte sich mit der Silbermedaille aus. Daniel Schöneberger und Holger MAyer waren damit nicht zu gefährden. Nach ihrem „verkorksten" Start mit 178 Holz legten sie auf den restlichen Bahnen 605 Holz hin und gewannen hoch überlegen die Deutsche Meisterschaft.

7. Tag: Freitag, 26.06.2015

Vorlauf weibliche U24 Einzel (Bahnen 1-4)

Der Vorlauf der weiblichen U24 begann mit einem Paukenschlag. Gleich im ersten Block fräste die Bundesligaspielerin des Aachener SKV Katharina Schmitz die Bestmarke ins Parkett. Ihre 873 Holz spielten an diesem Tag wirklich in einer anderen Liga und hätten selbst bei den Herren für den Zwischenlauf gereicht.
Da die restlichen Ergebnisse deutlich unter der 800er Marke blieben war die Frage, wo die Schwelle zum Zwischenlauf liegen würde, noch nicht zu beantworten. Entsprechend ging der zweite Block zu Werke.

Hopp oder Top hieß es für die Keglerinnen des zweiten Durchgangs. Top war es für Lisa Rosport (KV Mittelsaar). Drei Bahnen jeweils knapp über 200 Holz gespielt und auf der letzten einen Abriss gemacht. 242 Holz mit 116 Holz in die Volle und 126 Holz im Abräumen katapultierten sie auf 851 Holz und den zweiten Platz. Mit den letzten Würfen überholte sie Christina Vogel (SKC Waldbrunn-Hadamar), die auf 848 Holz kam. Christina Vogel begann ihren Durchgang auf Bahn 1 und sorgte ebenfalls mit dieser Bahn für die souveräne Qualifikation zur Zwischenrunde. Ihr gelangen 227 Holz mit den ersten 30 Würfen und danach kegelte es sich relativ leicht. Auch nach dem zweiten Block fehlte irgendwie das Mittelmass. Deutlich unter 800 oder deutlich darüber lagen alle Ergebnisse.

Die änderte sich mit dem dritten Block. Aus diesem gelang drei Keglerinnen der Einzug ins Halbfinale. Die U18 Weltmeisterin Johanna Theis vom KSV Wetzlar belegte mit 838 in ihrem ersten U24 Jahr prompt den 4. Platz. Vier Bahnen zwischen 203 und 214 Holz bildeten einen rundum gelungenen Durchgang ohne irgendwelche Qualifikationssorgen. Yvonne Henkel (SKG Mülheim) lief mit 823 direkt dahinter ein. In die Vollen konnte Yvonne Henkel jederzeit mithalten, jedoch verhinderten zwei 69 Holz Räumgassen ein deutlich höheres Ergebnis. Schließlich gab es auch den ersten Anhaltspunkt wo der Cut zum Zwischenlauf liegen könnte. Sandra Dappen vom Verein Neusser Kegler legte den Orientierungspunkt auf 804 Holz. Zum Abschluss warf sie auf Bahn 2 213 Holz und konnte sich damit über die nächste Runde freuen.

Im vierten Block fanden sich noch zwei weitere Keglerinnen, die am Endlauf teilnehmen werden. Annika Hilkmann (VHK Herne) kam auf lockere 816 Holz und ließ sich auf Bahn 2 in die Räumgasse noch Potential nach oben. Ausserdem fand sich im vierten Block die glückliche Achte. Hannah Siebert (KV Nordsaar) warf mit 798 Holz die entscheidende Zahl. Zwei Räumgasse knapp Schnitt und wieder einmal ein sehr gut gespielte Bahn 1 mit 218 Holz sicherten ihre knappe Qualifikation.

Der letzte Block ging leer aus, da Kira Schmitt (ESV Siegen) mit 795 Holz trotz einer couragierten Aufholjagd auf der letzten Räumgasse knapp an Hannah Sieberts Zahl scheiterte.

Vorlauf männliche U24 Einzel (Bahnen 5-8)

Ähnlich wie bei er weiblichen U24 dauerte es auch bei den männlichen Pendants bis zum dritten Block bis eine ungefähre Zielvorgabe für die nächste Runde aufgestellt wurde.
Der erste Block floppte komplett und so war es am zweiten Block die ersten Anhaltspunkte bzgl. des Ergebnisniveaus zu geben.

Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) sorgte mit seinen ersten beiden Bahnen für weites Erstaunen. Auf den Bahnen 6 und 7 warf er 475 Holz und die Zuschauer schielten schon mal auf einen möglichen Bahnrekord. In der zweiten Hälfte fiel die Kegel etwas gemütlicher und er beendete seinen Durchgang mit 876 Holz.

Der dritte Block brachte die beiden besten Resultate des Vorlaufs. U24 Weltmeister Christian Junk (SK Eifelland Gilzem) konnte sich drei Räumgassen mit jeweils zehn Blanken anschreiben lassen. Einzig in die Vollen gab es noch Verbesserungsmöglichkeiten, da er insgesamt unter Schnitt 8 blieb. In Christian Junks Neunerrausch ging Mike Reinert mit seinen 891 Holz fast schon ein bisschen unter. Denn mit Bahnergebnissen zwischen 217 und 230 Holz brauchte er sich nicht zu verstecken. Allerdings gab er in die Räumgassen fast 50 Holz ab und das obwohl er das zweitbeste Räumergebnis hinter Christian Junk erkegeln konnte.
Ebenfalls reichte es für Christian Reith (AN Bosserode) zur Zwischenlaufteilnahme. Dank Bahn 5 mit 229 Holz reichte es für ihn zu 845 Holz. Angesichts der Ergebnisse auf den Nebenbahnen herrschte nur verhaltener Optimismus, ob das Ergebnis reichen würde, doch es wurde im weiteren Verlauf lediglich zwei Mal übertroffen.

Beide Male geschah dies im vierten Block. Nico Klink (SKV Trier) und Niklas Hörnsschemeyer (KSV Georgsmarienhütte) trieben sich gegenseitig zu 878 bzw. 868 Holz. Wobei beide fast im Gleichschritt über die Bahnen marschierten. Auf Bahn 3 warf Niklas Hörnschemeyer 14 Holz weniger als Nico Klink. Auf den restlichen Bahnen hielte sie sich im direkten Vergleich bis auf jeweils 1-2 Holz die Waage.

Der letzte Block setzte alles daran über Gilles Mores (KV Nordsaar) 826 Holz zu kommen und mindestens zweiter im Block zu werden. 826 Holz waren kein leichtes Unterfangen, wenn man sie werfen muss. Aber Niko Schäfer (SKV Greste) und Matthias Bender (TuS Kirchberg) schafften es mit Bravour. Im letzten Wurf konnte sich Matthias Bender sogar den Luxus erlauben, durch eine dünne Sechs Niko Schäfer, der seinen Durchgang mit einer Neun beendete, mit einem Holz passieren zu lassen. Mit 833 und 832 Holz belegten sie die Plätze 7 und 8 des Vorlaufs.

Vorlauf Damen Einzel (Bahnen 1-4)

Auch im Damen Einzel war im ersten Block keine Qualifikantin für den Zwischenlauf zu finden. Aber immerhin gab es bereits zwei Orientierungsergebnisse. Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) und Sarah Kremer (RSV Remscheid) waren mit 815 und 814 Holz auserkoren, die Zielmarke zu bestimmen.

Im zweiten Block gelang dies dann gleich drei Spielerinnen. Allen voran machte Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar), ihres Zeichen frisch gebackenen Weltmeisterin der Damen, den Anfang. Mit 872 Holz brauchte über sie nicht weiter diskutiert zu werden. Mit 238 Holz auf der Startbahn 4 konnte bereits so gut wie nichts mehr schief gehen. Mit so einem Polster im Rücken kegelte es sich im weiteren Verlauf ganz entspannt.
Deutlich unenstpannter war der Durchgang für Melanie Mertsch (Klever KSG) und Yvonne Ruch (KV Nordsaar). Beide lagen immer um die 200, Yvonne Ruch auf ihrer Startbahn sogar deutlich darunter und kämpften sich Holz um Holz an die anvisierten 816 Holz heran. Bei Yvonne Ruch war es Bahn 3, die mit 223 Holz den Knoten platzen ließ. Melanie Mertsch musste bis zu ihrer letzen Bahn warten, bevor endlich ein Bahn mit mehr als 210 Holz abgeschlossen werden konnte. Am Ende wurde für Melanie Mertschs 831 Holz und Yvonne Ruchs 821 Holz alles Gut und sie waren zum Zwischenlauf eingeladen.

Von Block 3 fand sich nur ein Name auf der Starterliste für den Zwischenlauf wieder. Cathrin Bertermann (SV Preußen Lünen) teilte das Leid von Melanie Mertsch und Yvonne Ruch. Kein richtiger Lauf in irgendeine Räumgasse. Keine echten Serien, sondern viel Stückwerk und geduldiges Sammeln von Neunern und Kränzen. Entsprechend landete sie mit ihren 824 Holz im gleichen Ergebnisbereich wie die beiden anderen.

Scheinbar eine Liga höher spielte Silke Thissen. Nachdem sie ihre aktuelle Form bereits in den Damen Paarkampf Läufen unter Beweis gestellt hatte, war auch die Vorrunde im Damen Einzel kein Problem. Als einzige Spielerin warf sie auf allen vier Vollegassen über 120 Holz. Damit räumt es sich auch etwas leichter wenn man zwei Neuner schon mal in die Volle eingearbeitet hat. Da sie auf der letzten Räumgasse nur 62 Holz warf, ist bei ihren 846 Holz noch Luft nach oben.
Da Salzgitter keine eigene Keglerin im Vorlauf platzieren konnte, hielt Marion Boom von den GSK Nordhorn die niedersächsische Fahne hoch. Gute Volle, gepaart mit soliden Räumergebnissen und einer Prise verpasster Bauern mündeten in 828 Holz und dem fünften Rang im Vorlauf.

Im letzten Block wurde der Zwischenlauf eingerahmt. Bianca Mayer (KV Nordsaar) bot auf den ersten drei Bahnen einen sehr soliden Durchgang an 629 Holz hatte sie liegen bevor es auf Bahn 1 ging. Dort begann das Zittern. Sie traf keine Neun in die Räumgasse und kam mit ihren 819 Holz knapp über die Vorgabe aus dem ersten Block von Veronika Ulrich mit 815 Holz.
Das komplette Gegenteil spielte sich bei Maike Bock ab. Auf der Startgasse die 130 Holz mit einer Sieben im letzten Wurf verpasst, folgten 120 Holz in die Räumgasse. Auf den nächsten beiden Bahnen kamen jeweils zwei dicke 220er zusammen und auf der letzten Bahn fehlte es dann irgendwie an der letzten Konsequenz. 895 Holz waren dennoch der deutliche erste Platz im Vorlauf.

Vorlauf Herren Einzel (Bahnen 5-8)

Der erste Durchgang bei den Herren widersprach allen anderen Vorläufen. Gleich drei Kegler konnten sich für den Zwischenlauf empfehlen, wenn auch mancher erst nach langem Warten und Zittern.
Für die Stimmung in der Halle zeichnete sich im ersten Block Carsten Schinke (SKV Salzgitter) verantwortlich. Mit über 100 Holz im Schnitt in die Abräumgassen kaufte er dem alten und neuen Weltmeister den Schneid ab und setzte sich mit 893 deutlich an die erste Stelle in diesem Block. André Laukmann (VSK Duisburg) hingegen haderte mit den Räumgassen. Nie wollte die achte Blanke fallen und einmal war bereits nach fünf Neunern Schluss. Dadurch verlor er nicht nur den Anschluss an Carsten Schinke, sondern bekam auch Druck von Falko Stockter. André Laukmanns 869 Holz hatte nur auf dem zweiten Platz bestand, weil bei Falko Stockter im vorletzten Wurf die Hinterdame, die bereits herausgedrückt war stehen blieb und so nicht zum Kranz fiel. Ansonsten wären auf seine 865 Holz noch ein Anwurf draufgekommen. Irgendjemand hat dann wohl die Fairplay-Karte ausgespielt, so dass Falko Stockter noch als Achter ins Halbfinale einzog.

In den nächsten beiden Blöcken konnten sich nur Holger Mayer (KV Nordsaar) und Kai Knobel (KSV Riol) einen Startplatz im Zwischenlauf sichern. Beide platzierten sich auf den Rängen 1 und 2. Ein direktes Aufeinandertreffen gab es im Vorlauf nicht. Die Vorfreude darauf, dieses im Zwischenlauf zu sehen, dürfte bei vielen Zuschauern vorhanden sein. Nach einem für seine Verhältnisse eher durchwachsen Start auf Bahn 8 mit 212 Holz, begann Holger Mayer sein Neuner-Feuerwerk auf Bahn 5 mit 122 Holz im Abräumen. Danach lief es so weiter. Zwei mal acht Neuner in die beiden letzten Räumgassen und 917 Holz waren verbucht. Vier Holz mehr erkegelte Kai Knobel. Er zog seinen Vorteil aus der Volle Bahn 8, die er mit 130 Holz bewältigte.

Im vierten Block empfahlen sich Marcel Schneimann (VSK Duisburg) und Tom Halmes (SK Eifelland Gilzem) für die nächste Runde. Der amtierende Deutsche Meister Marcel Schneimann hatte auch einen verhaltenen Start. 206 Holz auf Bahn 7 und 213 Holz auf Bahn 8 mit jeweils vier Blanken in die Räumgassen reichte noch nicht aus, um an die geforderten 864 Holz heranzukommen, die Thomas Stasch bereits im zweiten Block platziert hatte. Aber auch Marcel Schneimann fand ins Spiel, nachdem er Bahn 5 betreten hatte. Mit 236 Holz war der Knoten geplatzt und Platz 4 mit 882 Holz erreicht. Spannender machte es Tom Halmes. Er hätte sich ganz entspannt zurücklehnen können, wenn er den vorletzten Wurf in eine Neun verwandelt hätte. Dann wäre er nämlich über André Laukmann gekommen, so waren es 867 Holz und der sechste Platz bei einem ausstehenden Block.

Im letzten Block war es nur noch Alexander Mirus (VBK Bielefeld) vergönnt, sich unter die besten Acht zu kegeln. Den beiden rechten Räumgassen verdankte er einen Großteil seiner 876 Holz, die ihn souverän ins Halbfinale brachten.

8. Tag: Samstag, 27.06.2015

Finale Mixed Paarkampf (Bahnen 1-4)

Nach dem Gewinn des Zwischenlaufs verpassten Veronika Ulrich und Marc Glöckner (KV Mittelsaar) die ersten 30 Würfe des Endlaufs. Mit 155 Holz auf Bahn 1 lagen sie überraschend deutlich am Ende des Feldes. Mit 18 Holz mehr hatten Petra Wörster und Marcus Nadzeyka (ESV Siegen) ihre erste Bahn absolviert. Die beiden anderen Saarländer Paare vom KV Nordsaar lagen mit 183 Holz und 176 Holz noch ein bisschen mehr vor. Bianca und Holger Mayer konnten im Vereinsduell die Führung übernehmen. Yvonne Ruch, als Titelverteidigerin, in diesem Jahr mit Jürgen Wagner im Team waren entsprechend auf Platz zwei.

Nach der zweiten Bahn nahm das Feld bereits die Abschlussformation ein. Yvonne Ruch und Jürgen Wagner konnten sich dank 196 Holz an die Spitze setzten. Bianca und Holger Mayer haderten mit ein paar Totschlägern auf Bahn 3 und konnten sich in den entscheidenden Momenten nicht wehren. Veronika Ulrich und Marc Glöckner wurden auch vom mäßigen Ergebnis der Siegener begünstigt. 162 Holz reichten ihnen, um sechs Blanke aufzuholen und mit fünf Holz Vorsprung auf den dritten Platz zu kommen.
Nachdem auch auf der dritten Bahn Yvonne Ruch und Jürgen Wagner die Führung nicht abgaben und Veronika Ulrich / Marc Glöckner den Rückstand auf Platz 2 nicht verringern, sehr wohl aber den Vorsprung auf Platz 4 ausbauen konnten, war die Spannung aus dem Wettkampf raus.
Yvonne Ruch und Jürgen Wagner erkegelten zehn Blanke in die vorletzte Räumgasse und sorgten für klare Verhätnisse. Da die Abstände zwischen den Plätzen zwei bis vier auch soweit angewachsen waren, dass es zu keinen Attacken mehr kommen konnte, endete der spannungsärmste Endlauf mit einem Doppelsieg für den KV Nordsaar und einem saarländischen Treppchen.

Zwischenlauf u24 weiblich Einzel (Bahnen 5-8)

Brauchten die Juniorinnen im Vorlauf 798 Holz, um sich für den Zwischenlauf zu qualifizieren, fiel das Ergebnisniveau dort etwas ab. Exakt diese 798 Holz reichten nämlich auch im Zwischenlauf, um eine Runde weiterzukommen. Hannah Siebert (KV Nordsaar) konnte den ersten Block gewinnen und sich mit 830 Holz ohne Mühe für das Finale empfehlen. Mit ihrem Ergebnis war sie auch eine von nur zwei Spielerinnen, die sich im Vergleich zum Vorlauf verbessern konnte.
Im zweiten Durchgang wiederholte Katharina Schmitz (Aachener SKV) den Erfolg des Vorlaufs. Überragende Vollegassen zwischen 123 und 130 Holz gaben den Ausschlag gegenüber den sehr guten Räumergebnissen von Johanna Theis (KSV Wetzlar). 846 und 840 Holz bedeuteten für beide Starterinnen eine ungefährdete Teilnahme am Finale. Deutlich mehr kämpfen musste Lisa Rosport (KV Mittelsaar). Mit 798 Holz überspielte sie Ivonne Henkels (SKG Mühlheim) 796 Holz aus dem ersten Block und musste froh sein, dass Christina Vogel (SKC Waldbrunn-Hadamar) im vorletzten Wurf keine Neun warf. Dadurch blieb sie mit 794 Holz denkbar knapp im Zwischenlauf stecken.

Zwischenlauf u24 männlich Einzel (Bahnen 1-4)

Der Zwischenlauf der männlichen U24 wies einen ähnlichen Ablauf auf wie der der weiblichen U24. Auch hier kam aus dem ersten Block nur ein Kandidat weiter. Mit viel Zittern und ein wenig Glück hatte Michael Reith (AN Bosserode) den ersten Durchgang für sich entscheiden können. Mit guten bis sehr guten Ergebnissen in die ersten sieben Gassen dominierte er den Vorlauf und es gab lange Zeit keinen Zweifel, dass er sich in das Finale kegeln würde. Die letzte Gasse hingegen hatte es in sich. Nur dünne Anwürfe und keine Chance auf eine Neun prägten die letzten 15 Würfe. Zeitgleich fing Niko Schäfer auf der Nebenbahn an, eine Neunerserie zu spielen. 37 Holz Rückstand hatte er vor der letzten Gasse. Mit jedem Wurf rückte er an Michael Reith heran. Vor dem letzten Wurf war er dran. Zwei Holz Rückstand und beide hatten noch einen Wurf in die Volle. Michael Reith warf seine obligatorische dünne Sieben und Niko Schäfer, nachdem er bereits sechs Neuner und zwei Kränze geworfen hatte, brauchte die Neun, scheiterte aber mit einer Sieben. Mit einer Neun und damit Holzgleichheit hätte das Räumergebnis für ihn gesprochen. Aber so hatte er mit 837 zu 839 Holz das Nachsehen.
Im zweiten Abschnitt machten Christian Junk (SK Eifellang Gilzem) und Mike Reinert (RSV Remscheid) kurzen Prozess. Bereits nach zwei, spätestens drei Bahnen war klar, dass die Ergebnisse aus der vorherigen Gruppe keine Hindernisse darstellten. Wie bei den weiblichen U24 Katharina Schmitz konnte Christian Junk (890 Holz) die Tagesbestleistung des Vorlaufs ebenfalls im Zwischenlauf wiederholen. Nachdem Mike Reinert seine etwas schwächere Startbahn verarbeitet hatte, ging es für ihn auf 877 Holz. Deutlich mehr wurde Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) gefordert. Vor der letzten Gasse balancierte er zwischen Endlauf und Urlaub. 98 Holz waren auf den letzten 15 Würfen gefordert. Mit 107 Holz und ohne Anwurf überstand er die Nervenprobe. Seine 847 Holz bedeuteten den dritten Rang.

Zwischenlauf Damen Einzel (Bahnen 5-8)

Im Gegensatz zu den anderen Zwischenläufen am Abschlusstag der Deutschen Meisterschaften legten die Damen bereits im ersten Block starke Ergebnisse vor. Yvonne Ruch (KV Nordsaar) und Cathrin Bertermann (SV Preußen Lünen) schenkten sich 120 Würfe lang nichts. Es tat ihrer Leistung gut, denn beide stachelten sich zu immer weiteren Blanken an, so dass für sie 846 und 844 Holz notiert werden konnten. Eine Neun im vorletzten Wurf hätte Cathrin Bertermann etwas mehr Beruhigung verschafft, denn damit wäre der erste Block an die Lünerin gegangen. Da sie nicht fiel, war Warten angesagt und Yvonne Ruch konnte sich schon mal mental auf einen fast sicheren Endlauf vorbereiten.
Bangen musste Cathrin Bertermann lange. Erst mit den letzten vier Würfen stand fest, dass Melanie Mertsch (Klever KSG / 838) an dieser Vorgabe scheiterte. Silke Thissen (Klever KSG) hingegen war nach ihrer dritten Bahn saniert. Auf Bahn 5 warf sie 114 in die Räumgasse und konnte insgesamt auf Bahn 5 233 Holz erkegeln. Mit 855 Holz ging es ziemlich souverän ins Finale. Über den Tagessieg freute sich die Weltmeisterin. Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar) beendete ihre 120 Würfe mit 886 Holz. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zwischenlaufteilnehmerinnen traf sie Bahn 7 und setzte sich damit vorentscheidend von den Konkurrentinnen ab. Während Ergebnisse um die 200 Holz den Standard darstellten, gelangen Elke Radau-Lambert auf dieser Bahn 233 Holz. Die dort gut gemachten Hölzer reichten bis ins Ziel.

Zwischenlauf Herren Einzel (Bahnen 1-4)

Bei den Herren war der Ablauf wieder wie beim Alten. Relativ niedrige Ergebnisse des ersten Blocks gaben nur dem Blockbesten die Hoffnung auf den Endlauf. In diesem Fall war es Alexander Mirus (VBK Bielefeld), der sich behaupten konnte. Jeder der Spieler hatte mindesten eine Räumgasse mit einem Ergebnis zwischen 70 und 80 Holz. Alexander Mirus verstand es aber, diese durch die verbleibenden sieben Gasse sehr gut auszugleichen. Mit 863 Holz konnte er zum zweiten Mal den amtierenden Weltmeister André Laukmann (VSK Duisburg / 863) in die Schranken verweisen und sich den vierten Platz sichern.
Zur Halbzeit des zweiten Blocks sah es noch so aus, als könnten alle Starter die vorgelegten 863 Holz überspielen. Allerdings dünnte auf der dritten Bahn das Feld ein wenig aus. Marcel Schneimann (VSK Bielefeld) kam deutlich unter Schnitt von Bahn 2 und musste danach alle Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung aufgeben. Kai Knobel (KSV Riol) und Carsten Schinke (SKV Salzgitter) konnten dadurch etwas lockerer aufspielen, wissend dass sie auch unterhalb der 863 Holz Marke noch für das Finale zugelassen worden wären. Trotzdem, oder gerade deswegen, schafften Beide den Sprung über die Hürde. Mit 872 und 871 Holz waren sie entsprechend zufrieden. Gewonnen hat den Zwischenlauf Holger Mayer (KV Nordsaar). Als einziger Kegler konnte er einen Schnitt von über 100 Holz auf die Räumgassen aufweisen. Seine 898 Holz waren im Zwischenlauf der sehr deutliche erste Platz.

Finale U24 weiblich Einzel (Bahnen 1-4)

Im Finale der weiblichen U24 gab vielleicht die Physis den Ausschlag über den Titelgewinn. Als einzige Keglerin konnte Johanna Theis (KSV Wetzlar) ihr Ergebnis aus dem Zwischenlauf bestätigen. Mit 840 Holz und damit der gleichen Zahl des Zwischenlaufs krönte sie sich in ihrem ersten U24 Jahr zur Deutschen Meisterin. Jeweils vier bis fünf Blanke in die Räumgassen konnte die Konkurrenz keine Paroli bieten, denn alle anderen Starterinnen ließen im Vergleich zum Zwischenlauf erneut Federn. Katharina Schmitz (Aachener SKV) rettete sich mit 802 Holz zur Silbermedaille und konnte sich vor Lisa Rosports (795 Holz) Aufholjagd gerade noch ins Ziel retten. Mit 93 Holz auf der letzten Bahn wäre ihr fast noch ein Überraschungscoup vom vierten auf den zweiten Platz geglückt. Dort lag sie nämlich mit 5 Holz Rückstand auf Hannah Siebert (KV Nordsaar / 760 Holz) vor der letzten Gasse.

Finale U24 männlich Einzel (Bahnen 5-8)

Von der ersten Bahn an war klar, Michael Reith (AN Bosserode / 852 Holz) wird seinen vierten Platz verteidigen. Es gab kein Rankommen an das Spitzentrio des Zwischenlaufs. Irgendwie fielen die wichtigen Neuner zum richtigen Zeitpunkt immer bei den Anderen. Christian Junk zum Beispiel startete mit 243 Holz auf Bahn 5 und übernahm wie in den Läufen zuvor die Führung. Mike Reinert (RSV Remscheid) und Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) hatte mit 221 und 220 Holz deutlich weniger.
Selbst als Christian Junk nur 79 Holz auf Bahn 6 räumte, konnte nur Mike Reinert vier Holz gut machen. Es sah alles nach einer Wiederholung des Vor- bzw. Zwischenlaufs aus. Auf der dritten Bahn brannte plötzlich die Hütte. Wieder kamen für Christian Junk nur 207 Holz zusammen. Diesmal waren Mike Reinert und vor allem Dominik Werner zur Stelle. Mike Reinert riss Bahn 8 mit 233 Holz, davon 130 Holz in die Volle, ab und zog an Christian Junk vorbei. Dominik Werner fräste auf Bahn 5 eine ganz feine Linie ins Parkett und legte nach 132 Holz in die Vollen grandiose 117 Holz im Abräumen nach. 30 Würfe benötigte es, um aus dem ersten den dritten Platz zu machen bzw. umgekehrt.
Die letzte Bahn war dann ein Traum für Dominik Werner. Erneut räumte er 117 Holz und bot damit niemanden eine Möglichkeit, an ihm vorbeizuziehen. Mit 492 Holz in der zweiten Hälfte sicherte er sich mit 916 Holz überlegen den Titel. Christian Junk konnte sich ebenfalls auf seinen Endspurt verlassen. Zwar reichten seine 229 Holz nicht für den Titel, aber mit 887 Holz konnte er Mike Reinert (870 Holz) auf den dritten Platz verdrängen.

Finale Damen Einzel (Bahnen 1-4)

Yvonne Ruch (KV Nordsaar) übernahm die erste Führung im Damen Einzel Endlauf. Mit 210 Holz lag sie denkbar knapp vor Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar), die den ersten Wechsel mit 209 Holz antrat. Silke Thissen (Klever SKG) mit 198 Holz und Cathrin Bertermann (SV Preußen Lünen) mit 191 Holz reihten sich dahinter ein. Nach der ersten Bahn sah es ein bisschen nach jeweils einen Zweikampf um Gold und einen Zweikampf um Bronze aus.
Doch da wurde die Rechnung ohne Cathrin Bertermann gemacht. Mit 228 Holz und damit dem höchsten Ergebnis, das im Finale auf einer Bahn gespielt wurde, überholte sie Elke Radau-Lambert, die mit 208 Holz eine gute Bahn 2 kegelte. Nur Yvonne Ruch konnte mit 215 Holz kontern und mit sechs Holz die Führung behaupten.
Auf der dritten Bahn war dann Elke Radau-Lambert an der Reihe. 222 Holz sorgten für die erste Führung der Weltmeisterin und erstmalig war die Führung auch auf mehr als neun Holz angewachsen. 16 Holz und damit vier Blanke lag sie vor den Verfolgerinnen. Platz 2 teilten sich Yvonne Ruch und Cathrin Bertermann holzgleich mit 623 Holz. Auch Silke Thissen war nach der dritten Bahn wieder im Spiel. Nach zwei Bahnen um 200 Holz, gelangen ihr auf Bahn 4 217 Holz und plötzlich lag sie nur noch zehn Holz hinter den Medaillenrängen.
Nachdem Elke Radau-Lambert einmal die Spur gefunden hatte, zog sie ihr Spiel bis zum Ende durch. 219 Holz und 858 Holz brachten ihr erneut den Titel im Einzel. Auf der letzten Bahn war das Finale hochkarätig. Alle vier Keglerinnen warfen zum Abschluss zwischen 213 und 219 Holz. Damit konnte sich Silke Thissen nicht mehr vom vierten Platz lösen. Ihren Durchgang schloss sie mit 831 Holz ab. Yvonne Ruch hingegen konnte sich den alleinigen zweiten Platz erkämpfen. 842 Holz bedeuteten einen Vorsprung von sechs Holz vor Cathy Bertermann, die während den letzten 15 Würfen ebenso auf Silke Thissen achten musste, die ihre Bronzemedaille bis zum Schluss attackierte.

Finale Herren Einzel (Bahnen 5-8)

Carsten Schinke (SKV Salzgitter) brachte auf der ersten Bahn wieder tolle Stimmung in die Halle. Als einziger Salzgitteraner war er an diesem Tag am Start und konnte nach der ersten Bahn die Führung mit 215 Holz für sich beanspruchen. Die beiden Gewinner der Vorläufe, Holger Mayer (KV Nordsaar) und Kai Knobel (KSV Riol), blieben mit 209 und 208 Holz jeweils eine Neun im Abräumen schuldig. Alexander Mirus nahm seine Aussenseiterrolle mit 201 Holz artig wahr.
Daran änderte auch die zweite Bahn nichts. Während Alexander Mirus mit 208 Holz brav hinter dem Feld her lief, spielte die Musik beim Führungstrio. Zur Freude der Zuschauer blieb Carsten Schinke nach 216 Holz mit einem Holz vor Kai Knobel in Führung. Holger Mayer war für weitere Spannung verantwortlich. Mit 218 Holz sorgte er dafür, dass zwischen Platz 1 und Platz 3 gerade einmal 5 Holz lagen.
Auf der dritten Bahn wurde es noch dramatischer. An der Reihenfolge änderte sich nichts. Die Stimmung war super, denn Carsten Schinke führte weiterhin. Allerdings nur noch mit einem Holz vor Kai Knobel und noch einem weiteren Holz vor Holger Mayer. Mit 656 zu 655 zu 654 Holz ging es auf die letzte Bahn. Unbemerkt schlich sich auch Alxander Mirus mit fantastischen 236 Holz an das Trio heran. Ihm fehlten nur noch neun Holz auf einen Medaillenrang.
Nach der Vollen gab es einen ganz neuen Spitzenreiter. Mit 127 Holz ging Holger Mayer an die Spitze, so dass Carsten Schinke erstmalig von Platz 1 verdrängt wurde. Kai Knobel erlebte eine fatale Volle auf Bahn 1. 114 Holz warfen ihn vom zweiten auf den dritten Rang zurück, da Alexander Mirus zeitgleich 124 Holz erkegelte waren beide holzgleich. Mit den letzten drei Gassen merkte Alexander Mirus, dass da noch etwas gehen könnte. Und dann kam die beste Räumgasse des Finals.
Mit 113 Holz brannte Alexander ein Feuerwerk ab und zog von Platz vier ganz nach vorne. 882 Holz bedeuteten den Deutschen Meistertitel. Holger Mayer konnte mit 86 Holz nicht wirklich dagegenhalten. 867 Holz waren sein Gesamtergebnis. Das Medaillenrennen war aber noch nicht zu Ende. Durch eine Neun im vorletzten Wurf war Carsten Schinke zur Stelle um ihm auch noch die Silbermedaille zu entreißen. Seine 869 Holz waren der Stimmungshöhepunkt des Finaltags. Kai Knobel kam auch noch auf vier Blanke auf der letzten Räumgasse, doch damit war der Rückstand nicht zu verringern. Platz vier mit 856 Holz waren für ihn vorgesehen.

Fazit

Sehr schöne und perfekt organisierte Deutsche Meisterschaften sind damit zu Ende gegangen. Es waren wieder einmal unzählige (unsichtbare) Helfer um Klaus Klein und Klaus Meyer im Einsatz, die den reibungslosen Ablauf der Meisterschaften garantierten und den Sportler alle Wünsche erfüllten. Salzgitter wird uns auch durch die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Helfer in guter Erinnerung bleiben.