Donnerstag, 04. Juni 2015 20:17

Deutsche Jugendmeisterschaften 2015 (Gütersloh)

geschrieben von  Mike Killadt

Am letzten Tag standen die vier Einzel Endläufe auf dem Programm, und die Zuschauer bekamen zum Abschluss erneut tollen Kegelsport geboten.

1. Tag: Donnerstag, 04.06.2015

Finale Mannschaft weibliche U14 (Bahnen 1-4)

Mangels Masse, vornehmlich im weiblichen U14 und U18 Bereich, wurden für diese Meisterschaften alle Vereinswettbewerbe von acht auf fünf Mannschaften gekürzt und als Ausgleich die Disziplin Team Doppel eingeführt.
Prompt sahen die Zuschauer den tragischsten Wettkampf seit langem.
Der Auftakt war wenig spektakulär und in dieser Form vorauszusehen gewesen. Die Kv Westfalen 1 nutzte ihren Heimvorteil und ging im ersten Durchgang dank Pia Scheele (609 Holz) in Führung. Vanessa Schön vom PSV BG Fulda kam auf 583 Holz und konnte den Anschluss halten. Wetzlar konnte mit Priscilla Wodarzs 544 Holz ebenfalls sehr zufrieden sein. Wobei die Titelambitionen für das frisch gegründete Team aus Wetzlar wohl noch zu früh waren. Aber sie konnte sich vor der zweiten Mannschaft des KV Westfalen platzieren.
Nach dem zweiten Abschnitt sah es nach einem klarem Startziel-Sieg der Gastgeberinnen aus. Jasmin Kassebaum legte für die Kv Westfalen 1 mit 665 Holz das Tagesbestergebnis auf die Bahnen und vergrößerte den Vorsprung vor Fulda auf 72 Holz. Doppelt so weit lag Wetzlar zurück und die 2. Mannschaft des KV Westfalen hatte weitere 125 Holz Rückstand.
Runde 3 ließ dann wieder auf Spannung hoffen. Der Kv Westfalen 2 konnte in Person von Eileen Turck eine Schwäche der Wetzlarerinnen ausnutzen, sich mit 29 Holz auf Platz drei schieben und den Kampf um Bronze wieder spannend machen.
Ganz oben machte gleichzeitig Fulda den Kampf um Gold wieder spannend. Finja Homann halbierte den Rückstand auf Kv Westfalen 1 und es ging mit nur noch 37 Holz Rückstand in die letzte Runde.
 Die Bronzemedaille entschied sich recht klar für die Kv Wetzlar 2. Blieb die Goldmedaille noch unentschlossen. Lena Schad (PSV BG Fulda) holte Holz um Holz auf. Sophie Huchtkemper (Kv Westfalen 1) versuchte irgendwie den Vorsprung über die Runde zu retten.
Drei Würfe vor Schluss war es dann soweit. Lena Schad war nur noch fünf Holz zurück. Beide waren am Anwurf und Lena Schad wartete auf den Wurf von Sophie Huchtkemper. Es wird ein Dreierbild und der Anwurf war flöten. Lena Schad warf eine dünne Sieben an und räumte nur die Hinterdame ab. Sie brauchte eine Sieben, um mit einem Holz zu gewinnen. Es wurde eine Acht und der Jubel in Fulda war riesengroß. Deutscher Meister mit zwei Holz Vorsprung!
Doch nach 10 Minuten kam die Hiobsbotschaft. Auf Sophie Huchtkempers Anzeige fehlten vier Holz, so dass sich die Titelwaage genau in die entgegen gesetzte Richtung neigte und der Kv Westfalen 1 mit zwei Holz die Nase vorn hatte.

Finale Mannschaft männliche U14 (Bahnen 5-8)

Die Dramatik der weiblichen U14 konnten die männliche U14 nicht bieten. Trotzdem bekamen die Zuschauer einen tollen Wettkampf mit knappen Ergebnissen geboten.
Ähnlich wie bei den Mädchen kristallisierten sich bereits nach dem ersten Block zwei Duelle heraus. Gold sollte zwischen der KV Lahntal und der JSG Mosel ausgespielt werden, während dessen wollten der Kv Westfalen und der KV Saar wenigsten die Bronzemedaille gewinnen.
Für Lahntal setzte Jan Anders das erste Ausrufezeichen. 658 Holz waren die Bestmarke in Durchgang eins. Die 632 Holz durch Luca Ourth wiesen schon einen gewissen Abstand auf, doch besonders im U14 Bereich ist ein solcher Vorsprung schnell verspielt. Die anderen beiden 600er Zahlen kamen von Lukas Kopp (613 Holz) für den KV Saar und Max Rutkowski (606 Holz) für den Kv Westfalen.
Der zweiten Durchgang stand im Zeichen von Merlin Volkenhoff (Kv Westfalen), der mit seinen 651 Holz eine tolle Aufholjagd hinlegte und Platz zwei erobern konnte. Die anderen drei Medaillenanwärter neutralisierten sich gegenseitig. 602 bis 613 Holz beließen die Abstände fast unangetastet. Nur die Hausherren waren plötzlich wieder mitten im Geschehen.
In der dritten Runde dann ein fast identische Bild mit der JSG Mosel in der Situation des Klassenprimus. Jerry Welter warf mit 656 Holz das beste Mannschaftsresultat der JSG Mosel und brachte seine Mannschaft in Führung. Der Kv Westfalen überholte durch Marlon Cords 631 Holz den KV Lahntal mit drei Holz, so dass zwischen erstem und drittem Platz lediglich 15 Holz Differenz waren. Es sah so aus, als wären zumindest die kommenden Medaillenbesitzer klar.
Doch weit gefehlt. Während sich Luca Wolter (JSG Mosel) und Kai Göbler mit 649 bzw. 646 Holz neutralisierten, waren die Saarländer an der Reihe den Block zu gewinnen. 689 Holz von Marius Weber (KV Saar) waren sehr eindrucksvoll, bedeuteten sie doch gleichzeitig das höchste Ergebnis dieses Wettbewerbs. Ihm gegenüber konnte Marcel Kretschmer keine Paroli bieten und büßte den Vorsprung ein, so dass die KV Westfalen auf den vierten Rang abrutschte.

Finale Paarkampf männliche U14 (Bahnen 1-4)

Wenn der Vereinswettbewerb der weiblichen U14 die tragischste Entscheidung des ersten Tages war, dann war der männlich U14 Paarkampf die spannendste. Es deutete sich hier eine erstaunliche Leistungsdichte an, die sich hoffentlich in den folgenden Disziplinen, insbesondere dem Einzel, so fortsetzen wird.
Der Kv Westfalen machte auch bei den Jungs sein Meisterstück. Max Rutkowski und Merlin Volkenhoff setzten sich mit 453 Holz gegen Marius Weber und Lukas Kopp vom KV Saar mit einem Holz durch. Eigentlich gewannen Max Rutkowski und Merlin Volkenhoff nur eine Bahn. Die dafür aber richtig. Sie wechselten mit einem Rückstand von 12 Holz von der ersten Bahn und konnte im Anschluss auf Bahn 3 mit 141 Holz ihren Erfolgscoup landen, womit sie eine Führung von 24 Holz erkeglten. Fortan knappsten Marius Weber und Lukas Kopp Holz um Holz ab, doch ganz am Ende sollte das eine entscheidende Holz für Max Rutkowski und Merlin Volkenhoff übrig bleiben.
 Einem ähnlichen Wettkampfverlauf verdankten Jerry Walter und Jonas Herren ihre Bronzemedaille. Bescheidene 133 Holz nach drei Gassen konnten sie mit hervorragenden 139 Holz auf Bahn 2 ausgleichen. Danach fanden sie die Konstanz und kamen mit 446 und vier Holz Vorsprung auf den vierten Platz ins Ziel.

Finale Paarkampf weibliche U14 (Bahnen 5-8)

Die Paarkämpfe der weiblichen U14 zeigten ein sehr deutlichen Leistungsunterschied zwischen den Paaren auf. Von zwölf Paaren konnten lediglich vier Paare die 400 Holz Grenze überwinden. Allen voran gelang dies Jasmin Kassebaum und Sophie Huchtkemper (Kv Westfalen), die mit 492 Holz ihren zweiten Titel innerhalb von drei Stunden gewannen. Dieses Mal war es alles andere als knapp, sondern überdeutlich. Das niedrigste Gassenergebnis lag bei 51 Holz. Dazu kamen tolle 70 bzw. 79 Holz auf Bahn 6 und die Freude des unverhofften Titelgewinns in der Mannschaft. Das alles summierte sich auf 492 Holz, die an diesem Tag von niemanden in Gefahr gebracht werden konnten. Silber ging mit 454 Holz an Sonja Safdar und Anna Ribbers vom SKV Rees. Sieben Gassen kegelten sie zwischen 50 und 58 Holz. Ein Ausreisser nach oben auf Bahn 5 mit 80 Holz auf der ersten Gasse verschaffte ihnen die Silbermedaille. Mit ihrem Ergebnis lagen sie fast in der Mitte zwischen Platz 1 und Platz 3. Wäre die letzte Bahn nicht gewesen, auf der sie nur 87 Holz räumen konnten, wäre vielleicht noch etwas mehr drin gewesen. So reichte es zu 418 Holz und einem reinen WKV Treppchen.

Finale Team Doppel männliche U14 (Bahnen 1-4)

Erstmalig wurde in diesem Jahr der Team Doppel Wettbewerb bei den Deutschen Jugendmeisterschaften durchgeführt. Damit war es eine Premiere auf nationaler Ebene. Bisher stand diese Disziplin nur bei internationalen Meisterschaften auf dem Programm und war ein Garant für spannende Wettkämpfe. Gespielt wird in Mannschaften bestehend aus zwei Spielern. Jeder Spieler absolviert 60 Würfe kombiniert auf zwei Bahnen, wobei jede Mannschaft jeweils alle vier Bahnen spielt.

Welches Potential in dieser Wettkampfform steckt zeigten die männlichen U14 sehr eindrucksvoll. Zwischen Platz 1 und Platz 12 lagen keine 30 Holz Differenz.
Den Premieren Deutschen Meister sicherten sich Adrian Bartholomäus und Denis Happ vom PSV BG Fulda mit 633 Holz. Eine überragende letzte Bahn von Denis Happ mit 120 Holz in die Vollen und 66 Holz im Abräumen sicherten den knappen Titelgewinn. Denn nur drei Holz dahinter kamen Lukas Kopp und Marius Weber für die KV Saar ins Ziel. Auch für diese beiden war die letzte Bahn - und hier ebenfalls Bahn 4 - ausschlaggebend für die Silbermedaille. Nachdem Bahn 3 mit 53 Holz im Abräumen überhaupt nicht Marius Webers Erwartungen entsprach, konnte er mit 184 Holz auf Bahn 4 glänzen. Dank 630 Holz und damit zwei Holz Vorsprung ging die Silbermedaille ins Saarland.
Bronze gewannen Yannik Holzum und Jan Heier (SKV Rees) mit 628 Holz. Ihnen fehlte ein Top-Ergebnis in wenigstens eine Räumgasse. Mit Resultaten zwischen 49 und 63 Holz waren sie die mit Abstand konstantesten Kegler, aber es fehlte eben dieses gewisse Etwas, um ganz vorne zu sein.

Finale Team Doppel weibliche U14 (Bahnen 5-8)

Bei den weiblichen U14 ging es um den Titel noch spannender zu, allerdings war das Leistungsgefälle innerhalb des 14er Starterfelds deutlich steiler. Zwischen dem ersten und den dritten Platz lagen bereits über 30 Holz.

Es waren fast die gleichen Vereine auf dem Treppchen vertreten wie beim Team Doppel der männlichen U14. Jedoch hatten in diesem Fall die Reeser das bessere Ende für sich, wenn auch mit unnötigem Zittern.

Lena Schad und Vanessa Schön hatte für den PSV BG Fulda bereits im zweiten Block 628 Holz vorgelegt. Alle Volle Gassen bespielten sie mit über 100 Holz und legten damit den Grundstein für die tolle Zahl. Keine 600er Zahl war sonst in Sichtweite. Bis Anna Ribbers und Sonja Safdar (SKV Rees) kegelten. In die Vollen konnte sie fast mithalten, dafür fielen die Räumgassen bei den Reeserinnen etwas besser. Bis zum letzten Wurf. In diesem musste der Bauer getroffen werden, um den Titel mit 629 Holz zu gewinnen. Doch die Kugel ging vorbei und das große Rechnen begann. Schlussendlich konnten Anna Ribbers und Sonja Safdar dank des um acht Holz besseren Räumergebnisses den Premierentitel gewinnen.

Auch der dritte Rang ging an den gastgebenden Landesverband. Sophie Huchtkemper und Jasmin Kassebaum von der Kv Westfalen landeten mit 594 Holz relativ ungefährdet auf dem Bronzeplatz. Nach Hinten waren beruhigenden zwölf Holz Luft und nach vorne verhinderten hauptsächlich ihre Vollegassen eine andere Medaillenfarbe.

Sowohl bei der weiblichen U14 als auch bei der männlichen U14 merkte man, dass einigen Jugendliche ihren dritten Durchgang an diesem Tag absolviert hatten. Sollte diese Disziplin im Wettkampfplan bestand haben, sollte man über eine Entzerrung des Wettkampftages nachdenken.

2. Tag: Freitag, 05.06.2015

Finale Mannschaft weibliche U18 (Bahnen 1-4)

Da mit der Kv Gütersloh-Rheda die heimische Mannschaft sich für das Starterfeld der weiblichen U18 qualifiziert hatte war die Favoritenrolle schnell ausgemacht.

Im ersten Durchgang konnten der KV Saar und der SKV Rees die Partie noch offen gestalten,. Obwohl Christina Rähse (Kv Gütersloh-Rheda) mit 757 Holz ein gutes Resultat erkegelte, setzten sich die Mädchen vom KV Nord-Saar erst Mal an die Spitze. Anna Loga erspielte 783 Holz und damit das viertbeste Einzelergebnis des Tages. Eine kleine Schwäche auf der zweiten Räumgasse verhinderten das Tagesbestergebnis und vielleicht sogar die 800. Neben Nord-Saar konnte auch der PSV BG Fulda auf sich aufmerksam machen. 747 Holz für Lea Balzer bedeuteten den dritten Platz und eine ordentliche Ausgangsposition für den weiteren Wettkampfverlauf. Denn weder der KV Ostsaar, noch der SKV Rees kamen über die 700er Marke.
Im zweiten Abschnitt setzten sich die Medaillenkandidaten etwas ab und rückten dabei enger zusammen. Rees hatte den Fehlstart gut verdaut und Jennifer Richter machte den verlorenen Boden durch 772 Holz wieder gut. Begünstigt durch Michelle Bauers (KV Nord-Saar) 711 Holz und Alina Noltes (Kv Gütersloh-Rheda) 731 Holz war die Abstand zwischen Platz eins und drei auf 25 Holz reduziert worden. Wobei der KV Nord-Saar die Führung mit sechs Holz vor Gütersloh-Rheda halten konnte.
In der dritten Runde konnte der Kv Gütersloh-Rheda die Reihenfolge korrigieren. Durch Sonja Schmelter (785 Holz) gelang nach einem hart umkämpften Durchgang der Sprung an die Spitze. Kristin Ries (KV Nord-Saar) wehrte sich bis zum Schluss, doch mit ihren 750 Holz konnte sie den Rückstand nicht verhindern, allenfalls im Rahmen halten. Da Julia Weitz (758 Holz) für den SKV Rees ebenfalls noch ein paar Holz aufholen konnte, war die Bühne für den letzten Block bereitet. Gütersloh lag mit 29 Holz vor Nord-Saar, die wiederum mit 17 Holz vor Rees platziert waren.
Im letzten Block spielte Jana Mechsner einen sehr guten Durchgang und ließ nie einen Zweifel daran aufkommen, dass sie den Sieg nach Hause bringen wird. Ihre 789 Holz waren gleichzeitig das beste Gütersloher Resultat. Dafür wurde es zwischen dem KV Nord-Saar und dem SKV Rees richtig spannend. Drei Bahnen lang reduzierte Sandy Meyer (SKV Rees) den Rückstand auf Maren Wirtz (KV Nord-Saar). Bis auf zwei Holz kam sie an den zweiten Platz heran, ehe ein Dreierbild ihr den Freiwurf auf der dritten Bahn zu Nichte machte und Maren Wirtz im Gegenzug im 29. Wurf die Neun setzte. Danach spielte sich die Saarländerin in einen Rausch und schloss ihren Durchgang auf Bahn 4 mit 115 Holz in die Vollen und 114 Holz im Abräumen ab. 795 Holz und Tagesbestergebnis. Entsprechend waren die Chancen von Sandy Meyer vertan, eine Stufe höher auf das Treppchen zu steigen.

Finale Mannschaft männliche U18 (Bahnen 5-8)

Beim Vereinswettbewerb der männlichen U18 gewann die mit Abstand konstanteste Mannschaft. Bei Ergebnissen zwischen 784 und 810 Holz gab es bei der TG Friesen Klafeld-Geisweid überhaupt keinen Ansatzpunkt, um den Erfolg zu gefährden.
Den Anfang machte Jan Gsodam mit 810 Holz. Er musste zwar Eric Hardt (KSV Wetzlar(821 Holz) passieren lassen, doch war der Rückstand auf 11 Holz begrenzt und noch nicht sonderlich beunruhigend. Marjan Leis (796 Holz) brachte die SK Eifelland Gilzem in Position, um ebenfalls ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden zu können. Der SKV Quakenbrück war durch Rene Kuttlers 808 holz ebenfalls mit von der Partie. Einzig der KV Ostsaar sah sich mit 761 Holz durch Elias Schüler deutlich im Hintertreffen.
Wie schon bei der weiblichen U18 machte der zweite Block das Rennen spannend. Durch Hendrik Zimmermann (827 Holz) konnten die SK Eifelland Gilzem an den TG Friesen Klafeld-Geisweid vorbeiziehen und sich ein Holz hinter dem KSV Wetzlar einrangieren. Durch Fabian Wörsters (TG Friesen Klafeld-Geisweid) 784 Holz wuchs der Rückstand auf 30 Holz an. Allerdings sollten es auch im weiteren Verlauf nicht mehr werden. Denn in der zweiten Halbzeit konnten sie ihr Ergebnisniveau leicht steigern, während alle anderen Mannschaften einen kleinen Schwachpunkt aufwiesen.
SK Eifelland Gilzem musste 677 Holz im dritten Durchgang verkraften und auch für Wetzlar gab es nur 710 Holz. Da Niklas Wörster sich mit 800 Holz in das Ergebnistableau der TG Friesen Klafeld-Geisweid nahtlos einreihte, war der Titel zum Greifen nah. Zusätzlich gab es auch noch Schützenhilfe von hinten. Der KV Ostsaar konnte die Schwächephase von Gilzem und Wetzlar ebenfalls ausnutzen, so dass der Rückstand auf Gilzem, sprich die Bronzemedaille, nur noch sechs Holz betrug. Auch Wetzlar war mit 40 Holz Vorsprung zumindest wieder in Sichtweite.
Für die TG Friesen Klafeld-Geisweid machte Nick von Voss den Sack zu. Weitere 805 Holz komplettierten ein Mannschaftsergebnis auf gleichmäßig hohem Niveau. Hier war die Spannung raus. Nicht so bei der weiteren Medaillenvergabe. Gilzems Patrick Bartz legte einen tollen Lauf auf die Bahnen. Vier Bahnergebnisse zwischen 206 und 227 Holz bedeuteten mit großem Abstand das Tagesbestergebnis. Das reichte, um die KV Ostsaar zu überholen und seiner Mannschaft die Silbermedaille zu bescheren. Lange sah es danach aus, dass die KV Ostsaar den undankbaren vierten Platz belegen sollte. Doch sechs Würfe vor Ende wendete sich das Blatt. Connor Weber (KV Ostsaar) beendete seinen Durchgang mit fünf Blanken und einer Acht. Insgesamt kam er auf das zweitbeste Tagesergebnis mit 831 Holz. Ihm gegenüber konnte Philipp Wagner den Freiwurf nicht halten, so dass sich im vorletzten Wurf der Platzwechsel zu Gunsten der Saarländer vollzog und die KSV Wetzlar mit leeren Händen da stand.

Finale Paarkampf männliche U18 (Bahnen 1-4)

Der Paarkampf der männlichen U18 war ein Wettkampf von dem man sich höhere Zahlen erhoffen durfte als schlussendlich erkegelt wurde. Dafür war für Spannung pur gesorgt.

Die neuen deutschen Meister Jonas Müller und Marvin Panneck von der Kv Gütersloh-Rheda begann fantastisch auf ihrer Startbahn. Mit 201 Holz kamen schon erste Gedanken an den Deutschen Rekord auf oder zumindest an die Wiederholung des Ergebnisses der Westdeutschen Jugendmeisterschaften jenseits der 700 Holz. Doch danach kam nicht mehr viel. Etwas über Schnitt reichte den beiden aus, um den Titel mit 636 Holz völlig ungefährdet zu gewinnen.
Die übrigen beide Medaillen wurden in einem Kopf-an-Kopf-Rennen verteilt. Bereits im ersten Block konnten die Brüder Eric und Edgar Hardt die Hürde für die Silbermedaille mit 591 Holz markieren. Im zweiten Durchgang kamen Sean Markett und Fabian Kunz (SKV Rees) dieser Marke sehr nahe, scheiterten aber denkbar knapp mit 589 Holz. Im letzten Block machten zuerst Jonas Müller und Marvin Panneck ihr Meisterstück perfekt. Bevor Patrick Bartz und Marjan Leis (SK Eifelland Gilzem) sich mit den letzten Würfen auf 590 Holz quetschten und die Bronzemedaille gewannen. Zwei Würfe vor Schluss war sogar noch Silber möglich. Doch als nur eine dicke Fünf fiel mussten im letzten Wurf mindestens drei Kegel fallen, um Bronze sicher zu haben bzw. alle Vier, um Gleichstand mit dem zweiten Platz zu erzielen. Es wurden deren Drei und damit blieb der sportlichen Leitung das Neunerzählen erspart.

Finale Paarkampf weibliche U18 (Bahnen 5-8)

Bei der weiblichen U18 sah der Verlauf erneut dem dermännlichen U18 sehr ähnlich.
Jana Mechsner und Sonja Schmelter erwischten einen 1A-Durchgang und konnten sich mit fast 60 Holz Vorsprung den Deutschen Meistertitel erkegeln. Dabei warfen sie mit 647 Holz elf Holz mehr als ihre männlichen Kollegen auf der Nebenbahn. Bis auf die rechte Gasse der Bahn 5 war es ein makelloser Durchgang. Jede Gasse zwischen 80 und 90 Holz, die Neuner geduldig gesammelt, keine unnötigen Fehler und fertig war ihr Top-Ergebnis. Für die Silber- und Bronzemedaille taten sich ebenfalls Parallelen zu den männlichen U18 auf. Waren die Zahlen doch „alte Bekannte" aus dem Wettbewerb nebenan. Allerdings reichten hier 590 Holz für Silber, über das sich Laura Möller und Lea Balzer freuen konnten. Im Vergleich zu den Gewinnerinnen streuten sie drei Gassen unter Schnitt ein. Die restlichen fünf Gassen waren auf Augenhöhe mit den Deutschen Meisterinnen. Bronze ging an Christina Rähse und Sara Thies mit, déja-vu, 589 Holz. Auch bei ihnen fehlte die bestechende Konstanz von Jana Mechsner und Sonja Schmelter und auch sie hatten auf drei Gassen keine 70 Holz gespielt.

Finale Team Doppel männliche U18 (Bahnen 1-4)

Im Team Doppel fielen, genau wie im Paarkampf, die eher niedrigeren als erwarteten Endergebnisse auf. Einzig Patrick Bartz und Marjan Leis (SK Eifelland Gilzem) konnten die 800er Schallmauer durchbrechen. Hauptsächlich zeichnete sich Patrick Bartz hierfür verantwortlich. Wie schon in der Mannschaft hatte er die Spur für die Bahnen gefunden und trug 442 Holz zum Erfolg bei. Im Gegensatz zum Mannschaftsstart traf er in diesem Durchgang auch die Vollegassen mit deutlich über Schnitt 8.
Die Silbermedaille ging an die Deutschen Meister im Paarkampf. Jonas Müller und Marvin Panneck (Kv Gütersloh-Rheda) hätten auch den Preis für das ausgeglichenste Team gewonnen. Beide warfen 399 Holz und kamen entsprechend auf 798 Holz.
Die Bronzemedaille ging mit 797 Holz an das Team Luca Pink und Connor Weber (KV Untere Saar). Wie bereits in der Mannschaft beendete Connor Weber seine 60 Würfe mit einer kleinen Neunerserie. Doch dieses Mal fiel die vorletzte Neun nicht, sodass sie sich mit einem Holz hinter Silber, aber einem Holz vor dem vierten Platz, auf Bronze manövrierten.

Finale Team Doppel weibliche U18 (Bahnen 5-8)

Im Team Doppel konnten die Ergebnisse der weiblichen U18 nicht mit denen der männlichen Pendants mithalten. Bereits im dritten Block machten Alina Nolte und Christina Rähse eine weitere Goldmedaille für den Kv Gütersloh-Rheda klar. 772 Holz warteten sehr lange auf einen echten Herausforderer. Erst im vorletzten Block griffen Sonja Schmelter / Jana Mechsner sowie Maren Wirtz / Kristin Ries die Zahl an. Wie schon bei der U14 am Vortag merkte man den Beteiligten den Kräfteverschleiss im dritten Durchgang an diesem Tag an. Ganz zum Schluss fehlten ein paar Körner, denn Schnitt in die letzte Räumgasse auf Bahn 8 hätten gereicht, damit Sonja Schmelter und Jana Mechsner ihre dritte Goldmedaille an diesem Tag gewonnen hätten. Aber so hatten die Mannschaftskameradinnen den Vortritt auf dem Treppchen. Silber ging mit 770 Holz an die Letztgenannten.
Bei Maren Wirtz und Kristin Ries (754 Holz) schien auf den letzten beiden Gassen ebenfalls die Luft raus zu sein. Jeweils knapp über Schnitt 7 und Schnitt im Abräumen reichten weder um Platz eins zu attackieren, noch um Platz zwei zu halten, den sie noch vor dem Bahnwechsel inne hatten.

3. Tag: Samstag, 06.06.2015

Einzel männliche U14 Vorlauf (Bahnen 1-4)

Im ersten Block des Einzels der männlichen U14 waren Frühaufsteher gefragt. Um 8:30 Uhr ging es auf die Bahnen und von Beginn an war volle Konzentration gefragt. Denis Happ vom PSV BG Fulda hatte am wenigsten Probleme mit der frühen Uhrzeit und legte mit 680 Holz gleich ein Ergebnis vor, mit dem er nicht lange um den Finaleinzug zittern musste. Unglaublich konstant auf hohem Niveau bespielte er die Vollen. Mit Zahlen zwischen 107 und 111 Holz konnte ihm niemand das Wasser reichen. Ein kleiner Patzer auf Bahn 2, der ihn bei 52 Holz im Abräumen stoppte, ansonsten war sein Durchgang an diesem Tag nah am Optimum.
Jan Anders (KV Lahntal) konnte sich an ihn dranhängen und sehr gute 649 Holz erkegeln. Im Abräumen konnte er Denis Happ jederzeit Paroli bieten, so dass sein Rückstand fast ausschließlich aus den Vollen resultierte.
Auch im zweiten Block sollten sich zwei Spieler für das Finale qualifizieren. Kai Göbler (KV Lahntal) reihte sich mit seinen 637 Holz direkt hinter seinem Mannschaftskameraden ein und belegte in der Endabrechnung den siebten Platz. Etwas besser machte es Merlin Volkenhoff (Kv Westfalen). Von seinen 661 Holz erspielte er sich 271 Holz in die Räumgassen. Das war der Bestwert des Tages. In die Vollen konnte er nicht mit der Spitze mithalten. Nur eine Vollegasse konnte er mit über 100 Holz abschließen, womit er das schwächste Volleergebnis der Endlaufteilnehmer aufwies.
Im dritten Durchgang folgten die nächsten beiden Finalteilnehmer. Luca Wolter (JSG Mosel) kam nach einem tollen Wettkampf auf 673 Holz und dem dritten Platz. Lediglich in die Vollen auf Bahn 3 zeigte er gegenüber der Konkurrenz eine kleine Schwäche. Mit 96 Holz verlor er dort 19 bzw. 12 Holz auf die ersten beiden Plätze, was den Tagessieg für ihn verhinderte.
Zittern bis zum Schluss war für Max Rutkowski angesagt. Mit 641 Holz war er die Nummer 8 des Vorlaufs und musste noch 60 bange Minuten überstehen, ehe er sich über seinen Start im Endlauf freuen konnte.
In diesen 60 Minuten konnten sich erneut zwei Spieler über die Endlaufteilnahme freuen. Yannik Holzum (SKV Rees) konnte mit 662 Holz den zweiten Block des Finales erreichen und auch Marius Weber bestätigte mit 683 Holz und dem Tagessieg seine tolle Form aus der Mannschaft.

Einzel weibliche U14 Vorlauf (Bahnen 5-8)

Bei der weiblichen U14 gab es einen klaren Schnitt der zur Endlaufteilnahme berechtigte. Alle Starterinnen, die über 600 Holz warfen waren im Finale dabei. Das zweite Kriterium für die Statistikfans war das Volleergebnis. Wer mehr als 400 Holz in die Volle erkegelte war ebenfalls im Finale dabei.
Im ersten Block war dies nur Finja Hohmann vom PSV BG Fulda vergönnt. Mit 616 Holz war sie als Sechste in der nächsten Runde. Eine 40 Holz Räumgasse konnte sie durch eben diese gute Leistung in die Volle kompensieren.
Im zweiten Block waren es dann wieder zwei Starterinnen, die den Sprung in die nächste Runde schafften. Vanessa Schön (GH Allendorf Lumda) kam mit 654 Holz auf das zweitbeste Vorlaufsresultat und profitierte dabei von fast 110 Holz im Schnitt in die Vollen. Etwas ruhiger in die Vollen ließ es Pia Scheele angehen. Dafür war sie deutlich konstanter in die Räumgassen. Die ersten drei Räumgassen beendete sie jeweils mit 52 Holz, um zum Abschluss 66 Holz folgen zu lassen. 646 Holz reichten für den vierten Rang.
Der dritte Block sollte der erfolgreichste des Vorlauf werden. Amelie Achterling vom VFK Fulda reichten 603 Holz, um den letzten freien Startplatz für den Folgetag zu erobern. Pauline Haag (KV Saar) platzierte sich mit 613 Holz direkt vor ihr. In diesem Durchgang spielte Anna Ribbers (SK Langenfeld) mit 641 Holz vorne weg. Ein fünfer Abräumbild mit beide Bauern und dem König verhinderte auf der letzten Gasse ein deutlich höheres Resultat.
Im letzten Abschnitt komplettierten Lena Schad (PSV BG Fulda) mit 650 Holz und Jasmin Kassebaum mit der Tagesbestleistung von 660 Holz die Finalgruppe. Beide Keglerinnen konnte von ihren starken Räumgassen profitieren. Jasmin Kassebaum markierte auch hier mit 242 Holz die Tagesbestleistung, während Lena Schad mit 229 Holz auf Platz zwei folgte.

Einzel männliche U18 Vorlauf (Bahnen 1-4)

Die Qualifikation für den Endlauf der männlichen U18 im Einzel war ein hartes Stück Arbeit. Die Leistungsdichte im Mittelfeld war sehr eng.
Im ersten Durchgang waren es auch hier zwei Starter, die sich die Finalreife erkegelten. Hendrik Zimmermann (KSV Butzweiler) rollte nach der Startgasse erfolgreich das Feld von hinten auf. Mit 812 Holz ging er als vierter ins Finale. 806 Holz reichten Eric Hardt (KSV Wetzlar) ebenfalls zu einem weiteren Einsatz. Seine Räumergebnisse machten ihm das Leben ein bisschen schwer. Ursprünglich war seine Zahl als Knackpunkt erwartet worden. Im weiteren Verlauf sollte sich jedoch zeigen, dies etwas zu hoch gegriffen war. Für ihn reichte es sogar zum fünften Platz im Vorlauf.
Im zweiten Block kam es zum entscheidenden Duell für die Endlaufteilnahme. Nicolas Hurt (KSV Osburg) verpasste im Vorletzten Wurf die Neun und setzte mit seine 792 Holz die eigentliche Qualifikationshürde. Durch den ausgelassenen Freiwurf konnte sich Patrick Rolf (Georgsmarienhütte) mit 794 Holz vor ihm behaupten und den letzten Platz für sich beanspruchen.
Marvin Panneck (SKG Mülheim) konnte sich nach 212 Holz auf seiner Startbahn aus alledem heraushalten: Durch 819 Holz erreichte er mühelos das Finale und darf im letzten Block dieser Meisterschaften an den Start gehen.
Block vier war der Druck der 790er Resultate anzumerken. In der ersten Halbzeit kam es zu keinen Neunerserien und die Zwischenergebnisse lagen alle südlich von den geforderten 395 Holz. Alleine Marjan Leis (KSV Riol) fand während der zweiten 60 Würfe ins Spiel und kam mit sehr starken 447 Holz auf 834 Holz und schnappte sich damit sogar den zweiten Platz.
Der letzte Durchgang hatte es dann in sich. Patrick Bartz (SK Eifelland Gilzem) setzte seine Kegeldemonstration aus dem Mannschaftsfinale nahtlos fort. Mit 865 Holz lag er über 30 Holz vor dem zweiten Platz. Dabei warf er sowohl das beste Gesamträumergebnis, als auch das beste Gesamtvolleergebnis. Doch in seinem Windschatten ging es bis zum letzten Wurf um Alles. Justin Ehling (BW Herfa) war schon so gut wie ausgeschieden, ehe er auf der letzten Gasse mit sechs Neunern anfing und damit auf 794 Holz kam. Gegenteilig erging es Connor Weber (KV Untere-Saar). Er benötigte mit den letzten sieben Würfen vier Blanke. Es wurden fünf Kränze und eine dicke Sieben. Damit schloss er seinen Start ebenfalls mit 798 Holz ab und vervollständigte die Gruppe der letzten Acht.

Einzel weibliche U18 Vorlauf (Bahnen 5-8)

In der Qualifikation der weiblichen U18 zu ihrem Endlauf taten sich Parallelen zu den weiblichen U14 auf. Es gab einen deutlichen Schnitt zwischen den Qualifikanten, deren achter Platz bei 770 Holz rangierte und dem neunten Platz der mit 720 ins Ziel kam. Insofern kam relativ wenig Spannung bei dieser Entscheidung auf.
Der Spaß für die Zuschauer sollte dennoch nicht zu kurz kommen, denn bereit in der ersten Runde wurde toller Kegelsport geboten. Sonja Schmelter (Wuppertaler SK), Sara Thies (TG Friesen Klafeld-Geisweid) und Sandy Meyer (Aachener SKV) schenkten sich nichts. Sonja Schmelter kam nach einer durchschnittlichen letzten Räumgasse auf 806 Holz. Sara Thies setzte mit den letzten beiden Würfen jeweils eine Neun und erreichte ebenfalls 806 Holz. Sandy Meyer blieb der Vorletzte verwehrt, so dass sie mit 798 Holz ihren Lauf abschloss. Alle drei dürfen auch im letzten Block des Finaltages spielen. Christina Rähse (Kv Gütersloh-Rheda) war die einzige Keglerin des zweiten Abschnitts, die die Finalvoraussetzung erfüllte. 789 Holz, ohne Schwachpunkte, passten in das Leistungsniveau der anderen WKV Spielerinnen. Den Schlussblock des Finaltages vervollständigt Jana Mechsner mit 807 Holz. Ein Zwischenspurt auf ihren mittleren Bahnen mit 418 Holz reichte aus, um sich den Tagessieg zu erkegeln. Damit liegen die ersten vier Spielerinnen innerhalb von neun Holz zusammen. Spannung für das Finale dürfte garantiert sein.
Platz acht des Vorlauf schnappte sich Laura Möller mit den bereits erwähnte 770 Holz.
Es fehlten noch zwei Spielerinnen für den ersten Block des Finales. Beide fanden sich im letzten Durchgang des Vorlaufs. Alina Nolte (SKG Mülheim) verschlief den Start mit 176 Holz, doch bei dem geforderten Zahlen konnte sie ihren Stiefel runterspielen und kam auf lockere 773 Holz. Den letzten freien Platz buchte Maren Wirtz (KV Nord-Saar) mit 785 Holz.

Paarkampf Mixed U18 (Bahnen 1-4)

Der Paarkampf Mixed der U18 war einer der Höhepunkte der diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften. Dabei begann er ähnlich zurückhaltend wie der Paarkampf der männlichen U18. Eigentlich ging er erst im zweiten Block richtig los. Dank den Geschwistern Maren und Fabian Wirtz wurde die Ergebnisblockade durchbrochen. Recht unspektakulär, aber immer mit zwei bis vier Blanken in die einzelnen Gassen bauten sie das erste Ergebnis jenseits von 600 Holz zusammen. 157 bis 165 Holz erkegelten sie auf den ersten drei Bahnen. Nur am Schluss ging die Ergebniskurve mit 146 Holz leicht nach unten. Nach den bisherigen Paarkampfleistungen sollte eine Medaille mit ihren 630 Holz drin sein.
Nachdem die 600er Marke gefallen war, schien der Knoten auch im letzten Block gelöst zu sein. Alina Nolte und Marvin Panneck (SKG Mülheim) spielten von Beginn an einen konzentrierten und sehr guten Durchgang. Mit 104 Holz beendeten sie die ersten 15 Würfe und wechselten mit 182 auf Bahn 4. Dort kamen weitere 173 Holz hinzu und auch Bahn 1 war mit 168 Holz im oberen Niveau. Ernsthafte Konkurrenz gesellte sich durch Celina Wagner und Jonas Gerlach vom KV Sontra zu den Beiden. Ein Duell auf hohem Niveau war im Gange und nach drei Bahnen lagen beide Paare nur 17 Holz auseinander.
Auf der letzten Bahn verloren Alina Nolte und Marvin Panneck von jetzt auf gleich die Nerven. Nach 10 Würfen standen 18 Holz auf ihrer Anzeige. Zwei Neuner und ein Kranz in den letzten drei Würfen retteten sie noch auf 54 Holz. Celina Wagner und Jonas Gerlach wussten gar nicht wie ihnen geschah. Ohne eine Neun zu werfen lagen sie plötzlich gleichauf mit den bis dahin Führenden. Die Chance auf den Titel war da und sie griffen zu. Mit Sechs Neunern in den ersten acht Würfen zogen sie uneinholbar davon (680 Holz) und ließen konstanierte Mülheimer zurück. Diese konnten zumindest mit einer ordentlichen letzten Gasse die Silbermedaille retten und ihren Durchgang mit 646 Holz beenden.

Paarkampf Mixed U14 (Bahnen 5-8)

Ein erster Paukenschlag gelang Anna Ribbers und Jan Heier (SKV Rees) bereit im ersten Block des Mixed U14 Endlaufs. Mit 497 Holz setzten sie sich mit 50 Holz von der Konkurrenz ab und markierten eine ernstzunehmende Hürde für die folgenden beiden Durchgänge. 125 Holz pro Bahn, sprich maximal ein Dreierbild pro Gasse, muss man mit der kleinen Kugel erstmal hinbekommen. Dabei war die erste Hälfte gar nicht so überzeugend. Viermal lag das Ergebnis nach 15 Würfen zwischen 51 und 59 Holz. Erst im zweiten Abschnitt folgten vier Gassen mit Resultaten zwischen 69 und 71 Holz. Damit war das erste herausragende Ergebnis geliefert.
Erst im letzten Block konnte die Vorgabe durch Pauline Haag und Marius Weber (KV Saar) gefährdet werden. So konstant wie Anna Ribbers und Jan Heier waren sie zwar nicht, doch konnten sie auf zwei Gassen jeweils zwei Neuner über die Runden retten. Dazu nur zwei Gassen unter der 60 Holz Marke und der deutsche Meistertitel war mit 522 Holz perfekt.
Platz drei ging an das hessische Paar Lena Schad und Denis Happ (PSV BG Fulda). Auf ihrer Startgasse brachten sie das Kunststück fertig zwei Neuner durchzubringen. Doch dann folgten fünf Gassen zwischen 57 und 52 Holz. Das war zu wenig, um Silber und Gold anzugreifen. Für Bronze im Schlussspurt reichte es aber dennoch aus.

4. Tag: Sonntag, 07.06.2015

Einzel weibliche U14 Endlauf (Bahnen 1-4)

Alle vier Mädchen begannen konzentriert und die erste Bahn war mit Ergebnissen zwischen 148 und 168 Holz durchweg gut. Die vermeintlich stärkste Spielerin in diesem Block – gemessen am Vorlauf - Anna Ribbers (SK Langenfeld), hatte zu diesem Zeitpunkt mit 151 Holz den dritten Platz inne.
Nach der zweiten Bahn lagen alle Starterinnen fast gleichauf. Mit Halbzeitergebnissen zwischen 312 und 314 Holz schien der zweite Block ordentliche Vorgaben zu bekommen, die nicht so einfach überspielt werden konnten.
Mit 170 Holz verschaffte sich Anna Ribbers einen deutlichen Vorsprung vor er letzten Bahn. Von ihren Konkurrentinnen konnte nur noch Amelie Achterling (VFK Fulda) mithalten. Ihr Rückstand auf Anna Ribbers 484 Holz war allerdings auch auf 18 Holz angewachsen. Ihre versuchte Aufhjoljagd wurde bereits mit 106 zu 100 Holz durch Anna Ribbers in die Vollegasse abgewehrt und auch im Abräumen hatte die Langenfeldrin die Nase vorne. 652 Holz waren die Hürde, die das zweite Quartett nehmen musste, um den Titel zu gewinnen. Amelie Achterlings 622 Holz sollten der Knackpunkt für das Podest werden.
Die Keglerinnen des zweiten Blocks schienen beeindruckt zu sein. Die erste Bahn lag bei allen unter dem notwendigen Durchschnitt von 163 Holz. Das beruhigte die Nerven in keinster Weise. Als dann auch beim Halbzeitwechsel für Jasmin Kassebaum, als führende des Blocks, das Zählwerk bei 311 Holz stehen blieb zeichnete sich der Titelgewinn für Anna Ribbers bereits ab. Darüberhinaus standen ja auch noch 622 Holz zu Buche, die auch erst noch gespielt werden musste.
Nach der dritten kam dann auch noch das direkte Duell gegen die Spielerinnen auf den Nebenbahnen hinzu. Denn plötzlich lag Lena Schad (PSV BG Fulda) mit einer 72 Holz Räumgasse vorne und auch Pia Scheele (Kv Westfalen) zog mit 115 Holz in die Volle vorbei.
Vor der letzten Räumgasse spitze sich der Dreikampf zu. Pia Scheele lag mit 572 Holz vorne, knapp gefolgt von Jasmin Kassebaum und Lena Schad mit jeweils 565 Holz. Trotz guter 60 Holz mit den letzten 15 Würfen konnte Pia Scheele (632 Holz) die Verfolgerinnen nicht stoppen. Jasmin Kassebaum bewies Nervenstärke und konnte durch 68 Holz 633 Holz erreichen was zur Bronzemedaille reichte. Lena Schad setzte da noch einen drauf und gewann durch abschließende 70 Holz mit 635 Holz Silber. Doch der neuen deutsche Meisterin Anna Ribbers gelang ihr Coup bereits im ersten Block.

Einzel männliche U14 Endlauf (Bahnen 5-8)

Bei den Jungs waren die Kräfteverhältnisse klarer verteilt. Trotz deutlicher Steigerungen im vergleich zum Vorlauf und sehr guter Vorgaben durch Max Rutkowski (Kv Westfalen/665 Holz) und Jan Anders (KV Lahntal/662 Holz) ließen sich die Vorlaufsbesten nicht beeindrucken.
Im gesamten letzten Block gab es nur eine Vollegasse (von 16), die unter 100 Holz gespielt wurde und auf der waren es 99 Holz. In die Räumgasse lag der Schnitt bei weit über 60 Holz. Das war ein Finale auf wirklich hohem keglerischen Niveau.
Wie kaum anders erwartet ging auch in diesem Jahr die Titelvergabe nur über Marius Weber (KV Saar). Bereits in den letzten beiden Jahren hatte er diese Altersklasse gewonnen und seine bisherigen Durchgänge waren immer top. Sowohl in der Mannschaft als auch im Einzel Vorlauf setzte er die jeweilige Bestmarke. Auf der ersten Bahn bot er mit 171 Holz sein schwächstes Ergebnis und die Konkurrenten konnten mithalten. Luca Wolter (JSG Mosel) hatte mit 173 Holz zu diesem Zeitpunkt sogar die Führung übernommen. Yannik Holzum (SKV Rees) und Denis Happ (PSV BG Fulda) waren mit 168 bzw. 165 Holz auch noch dran.
Doch ab der zweiten Bahn schraubte Marius Weber sein Ergebnis 10 Holz hoch und hielt es auf 180 Holz pro Bahn für den Rest seines Durchgangs. So sehr sich die anderen Finalteilnehmer auch mühten über 90 Würfe konnte keiner diese Leistung mithalten. 709 Holz bedeutete seinen dritten Titel bei der männlichen U14 im Einzel.
Yannik Holzum vom SKV Rees konnte am Längsten mithalten. Doch eine Räumgasse unter 60 Holz und deutlich weniger in die Vollen als Marius Weber bedeuteten den zweiten Platz mit 684 Holz. Um den dritten Platz wurde es dann nochmal richtig spannend. Eine grandiose Abschlussbahn mit 183 Holz verdankte es Luca Wolter (874 Holz), dass er im Endspurt noch auf den Bronzerang springen konnte. Gleichzeitig hatte Denis Happ auf seiner letzten Bahn ein paar Probleme in die Räumgasse, so dass er mit 662 Holz in die Medaillenvergabe nicht mehr eingreifen konnte.

Einzel weibliche U18 Endlauf (Bahnen 1-4)

Bei der weiblichen U18 wurde der Auftritt von Alina Nolte (SKG Mülheim) mit Spannung erwartet. Wie hatte sie die „verlorene" Goldmedaille im Mixed Paarkampf vom Vortag verarbeitet? Zumal die Startbahn und damit auch die Bahnabfolge in ihrem Finallauf exakt dem Mixed Endlauf entsprach. Die unheilvolle Bahn2 wartete wieder zum Schluss.
Auf der Startbahn hielt sich alles im Rahmen. Einer etwas schwächeren Vollegasse folgte ein ordentliches Abräumen um mit 191 Holz lag sie knapp hinter Christina Rähse (Kv Gütersloh-Rheda) mit 194 Holz und ebenso knapp vor Maren Wirtz (KV Nord-Saar) mit 188. Lediglich Laura Möller (PSV BG Fulda) war mit ihren 173 Holz deutlich ins Hintertreffen geraten.
Auf der zweiten Bahn plätscherte der Durchgang so vor sich hin. Erst ab der vierten Gasse nahm der Durchgang Fahrt auf. Alina Nolte setzte zu einem furiosen Zwischenspurt über die nächsten drei Gassen an. Als erstes absolvierte sie die Räumgasse mit 106 Holz. Es folgten 126 Holz in die Volle und nochmal 90 Holz in die dritte Räumgasse. 625 Holz nach drei Bahnen und die Konkurrentinnen waren über 60 Holz Rückstand weit abgeschlagen. So ließ sich Bahn 2 etwas leichter angehen. 111 Holz in die Vollen waren nicht optimal, aber dafür gelang ihr im vorletzten Wurf die Neun in die Räumgasse, um auf weitere 190 Holz zu kommen. Mit 815 Holz tat sie es der U14 gleich und legte einen dicken Brocken vor. Da die ganze Aufmerksamkeit auf Alina Nolte lag, konnte sich Maren Wirtz mit acht Blanken auf ihrer letzten Gasse noch auf 781 Holz arbeiten und machte den Kampf um Bronze damit sehr spannend.
Im zweiten Block wurde schnell klar, dass die Deutsche Meisterschaft nur zwischen Alina Nolte und Jana Mechsner (Kv Gütersloh-Rheda) entschieden wird. Jana Mechsner spielte fantastisch in die Vollen. Mit deutlich über 120 Holz im Schnitt konnte sie alleine 25 Holz gut machen. Dafür blieben einige Hölzer in die Räumgassen liegen. 130 Holz auf Bahn 3 folgten nur 71 Holz im Abräumen. So hangelte sich Jana Mechsner immer um die 200 Holz pro Bahn und langsam gingen ihr die Würfe aus. Nach drei Bahnen standen 602 auf der Anzeige und viele Möglichkeiten sollte sie nicht mehr bekommen. Die Volle waren mit 120 Holz wieder sehr gut und sie benötigte sech Blanke in die letzte Räumgasse. Sie startete mit drei Neuner, einmal Pause und die vierte Neun im fünften Anwurf. Doch dann wollte ihr keine Blanke mehr gelingen. Mit 810 Holz und der Silbermedaille war Endstation.
Um Bronze wurde es dann wirklich spannend. Bis zur Halbzeit sah Maren Wirtz wie die lachende Dritte aus. Sonja Schmelter war mit der gleichen Situation wie Jana Mechsner konfrontiert. Die Volle gut, im Abräumen fehlte immer etwas. Nach 382 Holz zur Halbzeit musste eine Leistungssteigerung her. Ihr gelang die Wende. In der zweiten Hälfte gelangen ihr jeweils vier Neuner in die Räumgassen und so zog sie mit den letzten Würfen und 791 Holz an Maren Wirtz vorbei und gewann Bronze.

Einzel männliche U18 Endlauf (Bahnen 5-8)

Der erste Block der männliche U18 tat sich schwer in ihrem Einzel. Lediglich eine 800er Zahl konnte im diesem Durchgang erkegelt werden. Ausgerechnet Justin Ehling, in seinem ersten U18 Jahr konnte sich mit 824 Holz an die Spitze setzen. Als Vorgabe für den zweiten Durchgang sollte dies jedoch deutlich zu wenig sein. Wie bei den weiblichen Einzeln, so spiegelte sich auch bei den Jungs der U14 Endlauf wider. Dem zweiten Block gehörten die Medaillen und da die Hürde nicht zu hoch lag entwickelte sich ein toller Schlagabtausch zwischen den letzten Vier. Patrick Bartz vom SK Eifelland Gilzem hatte die bisherigen Durchgänge in seiner Altersklasse dominiert und hatte sich damit in den letzten beiden tagen in eine Favoritenrolle reingespielt. Doch in diesem Finale war die Bürde zu groß. Von Beginn an stimmte das Timing seiner Würfe nicht und bereits nach der ersten Bahn waren die Medaillen kaum noch in Sichtweite. Zu gut kegelten das restliche Trio.
Allen voran Hendrik Zimmermann vom KSV Butzweiler. Er war von der ersten Kugel an im Spiel und düpierte mit seiner ersten Bahn die Konkurrenten. Auf Bahn 8 gelangen ihm 126 Holz in die Volle und 107 Holz im Abräumen. Auf der zweiten Bahn folgten 222 Holz und bis dato hatte er in jeder Gasse ein paar Holz vor allen anderen. Mit 455 Holz ging es in Hälfte zwei. Marjan Leis (KSV Riol) und Marvin Panneck (SKG Mühlheim) konnten nur irgendwie versuchen Anschluss zu halten. Mit 432 und 429 Holz gelang ihnen dies leidlich, obwohl ihre Zahlen eigentlich sehr gut waren.
Auf der dritten Bahn hatte Marvin Panneck zum ersten Mal ein paar Holz gut machen können. Immerhin auf die Vollegasse. Im Abräumen machte Hendrik Zimmermann endgültig sein Meisterstück. 114 Holz seinerseits warfen Marvin Panneck fast 40 Holz und Marjan Leis über 50 Holz zurück. Auf der letzten Bahn krönte er sich mit sechs Blanken in die Räumgasse und 905 Holz zum Deutschen Meister. Marvin Panneck brachte silberne 883 Holz ins Ziel und Marjan Leis ebenfalls tolle und bronzeglänzende 860 Holz.