Samstag, 23. Mai 2015 21:12

XII. Weltmeisterschaften der Damen und Herren 2015 in Morbach

geschrieben von  Mike Killadt

Gold, Gold, Gold und Gold und dazu noch 2x Silber am letzten Tag. So sah der perfekte Abschluss der Weltmeisterschaften der Damen und Herren in Morbach aus.

Sonntag, 24. Mai 2015: 1. Tag

Der erste Tage der XII. Weltmeisterschaften der Damen und Herren begann mit einer Hiobsbotschaft. Volker Baumeister bat die Teamleitung um Freistellung von den Meisterschaften. Nach einigen Beratungen wurde seiner Bitte entsprochen und die Mannschaftsaufstellung kurzfristig umgeplant. Seinen Platz im deutschen Herrenquartett nahm der amtierende Deutsche Meister Marcel Schneimann ein.

Herren Mannschaft Vorlauf (Bahnen 5-8)

Mit Spannung wurde erwartet wie die Mannschaft die neue Situation verarbeiten würde. Daniel Schulz oblag es als Anstarter die Mannschaft in eine ungefährdete Qualifikation zu leiten. Mit 213 Holz auf Bahn 7 brachte er die deutsche Mannschaft vom Start weg in Führung. Pascal Petry (FRA) ließ sich jedoch nicht abhängen und hatte mit 207 Holz auf Bahn 8 nur knapp das Nachsehen. Matthijs Lipperts (NED) hatte mit seinen 201 Holz schon etwas mehr Mühe.
Auf der zweiten Bahn war dann etwas Sand im Getriebe und bescheidene 191 Holz warfen Daniel Schulz auf den dritten Platz zurück. Auf Bahn 5 fühlte er sich dann wieder sichtlich wohler. 127 Holz in die Volle und 98 Holz im Abräumen stellten die Reihenfolge wieder ins richtige Licht. Pascal Petry blieb weiterhin auf Tuchfühlung, doch da Daniel Schulz auch auf der letzten Bahn stets dagegenhalten konnte war ihm der erste Platz im Block nicht mehr zu nehmen. Mit 845 Holz markierte er die Bestzahl im ersten Durchgang, gefolgt von Frankreich mit 838 Holz und Matthijs Lipperts mit 831 Holz. Letzterer schaffte den Anschluss an das Spitzenduo mit den letzten fünf Würfen, die allesamt Neuner waren. Im zweiten Block des ersten Durchgangs war es nur noch Bernardo Immendorff (BRA) möglich in diese Phalanx einzudringen. 833 Holz bedeuteten den dritten Rang. Der Abstand auf die Plätze fünf und sechs war jedoch noch nicht sehr groß. Luxemburgs Christopher Zels schaffte 823 Holz und Belgiens Marc Authelet reihte sich mit 816 Holz in die Liste der Finalkandidaten ein. Lediglich Argentinien verabschiedete sich mit 718 Holz frühzeitig aus dem Wettstreit um die ersten vier Plätze.

Im zweiten Durchgang durfte Marcel Schneimann - dank der verändertern Personalsituation mit nur minimaler Vorwarnzeit - auf die Bahnen. Doch das schien ihn nicht zu beeindrucken. Ähnlich wie Daniel Schulz legte er mit 220 Holz einen sehr guten Start hin. Im Gegensatz zu seinem Mannschaftskollegen lag ihm aber auch die nächste Bahn. Mit 228 Holz gelang ihm das Tagesbestergebnis für diese Bahn und er war auch der einzige, der die Räumgasse mit acht Blanken absolvieren konnte. Etwas überraschend konnte Cédric Bier (FRA) 60 Würfe lang Paroli bieten. Mit einem Halbzeitergebnis von 432 Holz lag er nur 16 Holz hinter Marcel Schneimann. Allerdings schlichen sich ab der dritten Bahn die Unkonzentriertheiten bei dem Franzosen ein und er konnte nicht mehr mithalten. Für sehr gute 832 Holz reichte es dennoch und damit setzte sich Frankreich auf dem zweiten Rang fest. Marcel Schneimann haderte nur mit der letzten Räumgasse. 79 Holz auf Bahn 5 entsprachen nicht seinen Erwartungen, doch er baute die Gesamtführung aus und seine 865 Holz bedeuteten das zweitbeste Tagesergebnis.
Das Verfolgerfeld, angeführt von Frankreich, blieb eng beisammen. Lediglich die Niederlande und Belgien hatten mit jeweils 786 Holz einen kleinen Dämpfer zu verkraften.

Der „alte Mann" im Team Germany wurde im dritten Block auf die Bahnen geschickt. Wie seine beiden Mitstreiter legte Stephan Stenger einen hervorragenden Start mit 217 Holz auf Bahn 1 hin. Doch dann wurde auf Vorsprung verwalten umgeschaltet. Traf er die Vollen, wollte es im Räumen nicht so recht funktionieren. Waren die Vollen hingegen bescheiden, fielen die Neuner im Abräumen. So war es mehr ein Durchkegeln auf gehobenem Niveau (825 Holz). Dem entsprechend war es der Konkurrenz auch kaum vergönnt den Rückstand auf Deutschland zu verkürzen. Einzig Kevin Everard (LUX) konnte ein wenig aufholen. Viel wichtiger war, dass seine 837 Holz den zweiten Platz im Gesamtklassement bedeuteten und Luxemburg mit einem Bein im Finale stand. Ein wenig überraschend musste Brasilien nämlich abreissen lassen. Mit 761 Holz fanden sich die Südamerikaner nur noch auf Platz fünf wieder. Sowohl Frankreich als auch die Niederlande boten Ergebnisse um die 800 Holz an und komplettierten das Führungsquartett.

Den Höhepunkt des letzten Durchgangs setzte der amtierende Einzelweltmeister André Laukmann. 896 Holz waren die Tagesbestleistung auf den Bahnen 5-8 und damit zog die deutsche Mannschaft mit fast 130 Holz Vorsprungs als Vorlaufsieger ins Finale ein. Ein Dreierbild auf seiner letzten Räumgasse verhinderte das 900er Resultat.
Auch Luxemburg zog das zweite Bein ins Finale nach. Tom Hoffmann hielt sich mit seinen 814 Holz aus allen Eventualität heraus und sicherte seiner Equipe den ungefährdeten zweiten Platz.
Deutlich dramatischer wurde es um die Plätze drei bis fünf. Frankreich, mit dem Sprint- und Team Doppel Weltmeister Michael Pinot (FRA) in der Hinterhand war eigentlich schon auf den dritten Platz gebucht. Doch konnte Michael Pinot nicht an seine normale Form anknüpfen. Bahn 7 nur mit 62 Holz abgeräumt und auch sonst blieben die hohen Räumergebnisse aus. Mit 785 Holz rettete er 11 Holz Vorsprung vor den Niederländern ins Ziel. Eben diese hatten im letzten Durchgang mit Paul Rosenboom noch einen Joker in der Hinterhand der stach. Seine 822 Holz stellten Brasiliens Einzelweltmeister Rogelio Arkie vor große Probleme. 840 Holz wurden von ihm im letzten Block gefordert. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit (410 Holz) wurde der Weg immer weiter. Auf Bahn 7 hätte er 103 Holz zum Abschluss räumen müssen, doch davon war er weit weg. Mit 87 Holz bzw. im Gesamtresultat 824 Holz verpasste Brasilien die Top 4.

Damen Mannschaft Vorlauf (Bahnen 1-4)

Der Vorlauf der Damen Mannschaft war eigentlich ein zusätzliches Training. Standen doch bereits alle vier Teams für das Finale fest.
So setzten die Damen gleich zu Beginn auf die Jugend. Die Anstarterin durfte das Nesthäkchen im Team Germany geben. Letztes Jahr noch in Langenfeld bei den U24 Weltmeisterschaften im Einsatz, stand Luisa Wagner kein Jahr später als erste Starterin bei den Damen auf den Bahnen. Nach einem verhaltenen Anfang fand sie gegen Ende der ersten Halbzeit das notwendige Selbstvertrauen und sorgte mit 840 Holz für eine sehr komfortable Führung.

Auch der zweite Block wurde von der deutschen Starterin kontrolliert. Tanja Bock knüpfte mit 817 Holz an die Vorlage von Luisa Wagner an und vergrösserte den Vorsprung auf 70 Holz vor Brasilien und bereits über 100 Holz vor Luxemburg.

Ein erstes Ausrufezeichen im Hinblick auf den Einzelwettbewerb bei den Damen setzte die amtierende deutsche Meisterin Yvonne Ruch, doch es sollten noch weitere folgen. Mit 872 Holz spielte sie in einer eigenen Liga. Der einzige Wermutstropfen war ihre Bahn 1. Mit geräumten 76 Holz schien dort noch Luft nach oben zu sein. Dafür war sie die einzige Spielerin unter allen Starterinnen und Startern an diesem Tag, die über 130 Holz in eine Gasse werfen konnte. War sie noch auf Bahn 3 durch eine Sieben im letzten Wurf auf 128 gekommen, nutzte sie ihre zweite Chance auf Bahn 4 und kam auf 131 Holz auf den ersten 15 Würfen.
 Bereits zu diesem Zeitpunkt war den deutschen Damen der erste Platz nicht mehr streitig zu machen. Die bisherigen Resultate der deutschen Damen lagen in der Einzelwertung auf den ersten drei Plätzen.

Doch der Höhepunkt dieses Vorlaufs sollte erst noch kommen. Elke Radau-Lambert begann mit sehr guten 214 Holz auf Bahn 1, um dann sensationelle 250 Holz folgen zu lassen. Eine kurze Durststrecke auf der dritten Räumgasse konnte sie nicht aus der Ruhe bringen und so beendete sie ihren Durchgang mit überragenden 910 Holz. In ihrem Windschatten ging eine weitere Topleistung ein bisschen unter. Mandy Parracho (LUX) konnte mit 865 Holz die drittbeste Tagesleistung auf den Bahnen 1-4 abliefern. Damit zogen die Luxemburgerinnen noch an Brasilien vorbei und belegten den zweiten Platz in der Endabrechnung.

Damen Team Doppel Vorlauf (Bahnen 1-4)

Im Damen Team Doppel setzten die deutschen Damen die in der Mannschaft gezeigte Überlegenheit an diesem Tag fort. Veronika Ulrich und Maike Bock waren die Ausgeglichenheit in Person. Mit jeweils 415 Holz teilten sie sich nicht nur die Würfe sondern auch die Holzzahl und belegten damit den ersten Platz im Vorlauf. Dicht dahinter folgten Luisa Wagner und Tanja Bock. Während Luisa Wagner 416 Holz zum zweiten Platz beisteuerte waren es bei Tanja Bock 397 Holz.

Keines dieser Einzelergebnisse konnte von der Konkurrenz übertroffen werden. Am knappsten scheiterte Stacy Parracho (LUX) mit 384 Holz. Zusammen mit ihrer Schwester Wendy Lutty-Parracho (LUX) waren es 760 Holz und der dritte Platz.
 Zittern bis zum Schluss musste das Doppel Marie-Josée Blasen und Marcelline Della Modesta (LUX). Ihre 706 Holz waren in Reichweite der brasilianischen Paarung Marissol Cividini und Hellroy Cindy Zwicker. Doch letztere blieb die Neun im vorletzten Wurf verwehrt, so dass es zu einem luxemburgisch-deutschen Halbfinale kommen wird.

Montag, 25. Mai 2015: 2. Tag

Mixed Tandem Vorlauf (Bahnen 1-4)

Der Tag begann mit dem Vorlauf im Mixed Paarkampf. Da insgesamt nur acht Paare für diese Disziplin gemeldet worden waren, entfällt das Halbfinale und die besten Vier des Vorlaufs qualifizierten sich gleich für das Finale.

Für Deutschland durften Yvonne Ruch und Daniel Schulz im ersten Block starten und sahen sich mit Sarah und Pascal Petra (FRA) und Stacy Parracho / Christopher Zels (LUX) konfrontiert. Ebenfalls zwei Paare, die sich berechtigte Hoffnungen auf das Finale machen durften.
Dank der konstantesten Ergebnisse in den jeweiligen Gassen konnten sie sich zum Ende der ersten Halbzeit vom Feld absetzen und schlussendlich einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg einfahren. Mit Resultaten in die einzelnen Gassen zwischen 80 und 97 Holz bot sich den Konkurrenten keine Möglichkeit mitzuhalten, geschweige denn vorbeizuziehen. Im Gegenteil, Sarah und Pascal Petry lieferten sich in der zweiten Halbzeit ein Duell auf Augenhöhe mit Stacy Parracho und Christopher Zels. Auf der letzten Bahn sahen die Zuschauer eine spannende Aufholjagd von Sarah und Pascal Petry. Drei Neuner zum Abschluss ihres Durchgangs brachten Stacy Parracho und Christopher Zels (LUX) gehörig unter Zugzwang. Dank eines sehr dünnen Kranzes im letzten Wurf konnten sich die beiden Luxemburger dennoch mit 666 zu 665 Holz durchsetzen.

Für den zweiten Block waren die Karten gelegt. Es mussten entweder über 614 Holz und der Blockgewinn sein oder die 665 bzw. 666 Holz mussten geschlagen werden.

Luisa Wagner und Kai Knobel entschieden sich für Version 1 mit dem extra Kick Spannung. Fünf Gassen lang rannten sie der Musik hinterher, ehe sie ihren Rhythmus fanden. 30 Holz lagen sie nach 75 Würfen hinter den führenden Franzosen Sandrine Simon und Nicolas Potier zurück und zehn Holz fehlten ihnen auf Doris Melo und Gilles Mores (LUX). Doch dann platzte der Knoten. Nach der dritten Bahn waren es nur noch jeweils sechs Holz, die auf die beiden Führenden fehlten, und vor den letzten 15 Würfen lagen sie erstmals an der Spitze. Mit einer 88 Holz Schlussgasse konnten sie sogar noch die Geschwister Petry passieren und mit Stacy Parracho/Christopher Zelt gleichziehen.

Kleine Regelkunde für die internationalen Wettbewerbe. Wer jetzt das Neunerzählen erwartet hatte wurde enttäuscht. Über die bessere bzw schlechtere Platzierung entscheiden nicht die geworfenen Neuner und Kränze, sondern das schlechteste Gassenergebnis. Wer dieses für sich verzeichnen kann verliert den direkten Vergleich. In diesem Fall hatten Luisa Wagner und Kai Knobel das Nachsehen. Ihre schlechteste Gasse waren 71 Holz, dem gegenüber standen 76 Holz der Luxemburger. Damit wurden die Plätze eins und drei für die deutschen Tandems notiert.

Herren Team Doppel Vorlauf (Bahnen 5-8)

Im Herren Team Doppel Vorlauf wurden von 14 gestarteten Teams vier Halbfinalteilnehmer gesucht.
Dank eines glänzend aufgelegten Kai Knobel (445 Holz) konnte bereits nach dem ersten Block eine deutsche Halbfinalteilnahme eingeplant werden. Eine bessere Vorgabe konnte nur Michael Pinot (FRA) seinem Mannschaftskollegen Pascal Petry mit auf dem Weg geben. Während die Franzosen auf dem vierten Platz bis zum Schluss um ihre Finalteilnahme zittern mussten, brachte Marcel Schneimann den Sieg im Vorlauf mit weiteren 445 Holz in trockene Tücher.

Etwas spannender machten es Stephan Stenger und Daniel Schulz. Stephan Stengers 416 Holz reichte nach den ersten Startern nur zu Platz 7. Also war Daniel Schulz gefordert, das Feld aus der Mitte aufzurollen. Vor seinem Start war klar, dass 418 Holz reichen würden, wenn er seinen Block gewinnen würde. Nach 215 Holz auf Bahn 6 konnte man die Anspannung von allen Beteiligten abfallen sehen. Lockere 223 Holz auf Bahn 5 brachten die beiden sogar noch auf den dritten Platz.
Komplettiert wird das Halbfinale durch das niederländische Team Matthijs Lipperts und Jesse Hansen, die sich mit 434 und 430 Holz den zweiten Rang des Vorlaufs erkegeln konnten. Dies lag vor allem an Jesse Hansens starkem Endspurt. Mit 225 Holz auf Bahn 5 sicherte er den zweiten Platz und den Jubel der Niederländer war perfekt.

Herren Tandem Vorlauf (Bahnen 1-4)

Der Vorlauf des Herren Paarkampfs konnte alle deutsche Erwartungen erfüllen. Im Gleichschritt ging es für Stephan Stenger/Kai Knobel und Marcel Schneimann/Andre Laukmann ins Halbfinale. Mit 728 bzw. 727 Holz konnten die Leistungen kaum gleichmäßiger sein. Darüber hinaus kegelten Stephan Stenger und Kai Knobel auch das höchste Räumergebnis auf einer Bahn. Bahn 4 konnten sie mit 223 Holz abschließen und leisteten sich dabei den Luxus die Neun im 29. Wurf auszulassen.

Der erste Platz im Vorlauf ging jedoch an Brasilien. Nach dem Ausscheiden in der Mannschaft und der verpassten Halbfinalteilnahme im Team Doppel der Herren gab es im Paarkampf das erste Erfolgserlebnis für die Südamerikaner. 768 Holz waren an diesem Tag eine andere Kegelliga. Dabei lief es bei Rogerio Arkie noch nicht 100% rund und er verzweifelte bei dem ein oder anderen Wurf an Hinterdame bzw. Bauer. Bernardo Immendorff hingegen spielte einen hervorragenden Durchgang und ließ nur wenige Chancen auf Neuner ungenutzt.

Damen Tandem Vorlauf (Bahnen 5-8)

Da im Damen Paarkampf nur sieben Paare gemeldet wurden entfällt auch hier das Halbfinale und die besten vier Paarungen zogen gleich ins Finale ein. Der Wettkampf war recht spannungsarm, da sich das Feld in zwei Klassen teilte. Die eine, die Ergebnisse über 600 Holz warf und die andere, die sich mit Resultaten um die 500 Holz zufrieden geben mussten.

Zur Ersteren gehörten die beiden deutschen Paare. Elke Radau-Lambert und Veronika Ulrich zeigten eine sehr souveräne Vorstellung und setzten sich mit 645 an die Spitze des Vorlaufs. Zwei bis vier Neuner pro Gasse reichten aus, um die Mitbewerber in die Schranken zu weisen.

Deutlich schwerer tat sich das zweite deutsche Paar Maike und Tanja Bock. Zur Halbzeit nur im Schnitt und kaum Neuner zeugten von einer Menge Arbeit, die sie noch vor sich hatten. Doch sie behielten die Nerven und ihre Beharrlichkeit wurde in der zweiten Hälfte belohnt. Mit 604 Holz konnten sie die 600er Marke noch überbieten und auf dem vierten Platz ins Finale einziehen. Dieses wird durch Doris Melo/Mandy Parracho (LUX, 616 Holz) und Camila Buchmann-Immendorff und Patricia Helena Cunha Bade (BRA/607 Holz) vervollständigt.

Dienstag, 26. Mai 2015: 3. Tag

Herren Einzel Vorlauf (Bahnen 1-4)

Der Herren Einzel Vorlauf war fast schon eine entspannte Angelegenheit, wenn man von Marcel Schneimanns erster Halbzeit etwas absieht. Mit 417 Holz zum Halbzeitwechsel war er knapp unter Soll. Bernardo Immendorff (BRA) hatte im ersten Block 881 Holz vorgelegt und galt als sicher für das Halbfinale qualifiziert, doch Tom Hoffmanns (LUX) 846 Holz sollte es doch Bitteschön schon sein.
Ab der dritten Bahn fand Marcel Schneimann die passenden Lauflinien und konnte durchstarten. 236 Holz auf Bahn 4 und 219 Holz auf Bahn 1 brachten ihm mit 872 Holz souverän ins Halbfinale. Da er mit den letzten Würfen noch von Pascal Petry (FRA/878 Holz) abgefangen wurde darf er in diesem im ersten Block starten und kann versuchen auf seinen bevorzugten Bahnen 5-8 eine ordentliche Zahl vorzulegen.

André Laukmann hatte seinen Startplatz im letzten Block und für ihn war es Gewissheit, dass Tom Hoffmanns Ergebnis die zu nehmende Hürde darstellte. Er startete von Beginn an sehr konzentriert und bereits zur Halbzeit erschienen 456 Holz auf seinem Tota. Auf Bahn 4 zündete er nochmal den Turbo und kam auf 242 Holz. Damit waren bereits vor der letzten Bahn alle Unklarheiten beseitigt. Mit 916 Holz zog er als Zweiter in das Halbfinale ein.
Erster wurde Rogerio Arkie, der nach Bernardo Immendorff die Rehabilitierung der Brasilianer erfolgreich abschloss. Bei seinen 929 Holz war dieses Mal kein Hadern zu erkennen, sondern nur Kegelsport vom Feinsten.

Vervollständigt wird das Halbfinale durch Kevin Everard (LUX/867 Holz), Tom Halmes (BEL/852 Holz) und Michael Pinot, der sich mit einer Neun im Vorletzten Wurf auf 851 Holz rettete und damit auf der letzten Rille an Tom Hoffmann vorbeiziehen konnte, der wiederum nur den undankbaren neunten Platz für sich beanspruchen konnte.

Damen Einzel Vorlauf (Bahnen 5-8)

Ähnlich wie im Damen Paarkampf teilte sich auch der Einzel Vorlauf bei den Damen in zwei Klassen. Die einen, die über 800 Holz warfen und eine Runde weiter kamen und die anderen, die die 800er Marke verfehlten und ausschieden. Da auch in dieser Damendisziplin lediglich acht Starterinnen teilnahmen, wurde der Zwischenlauf gestrichen und es ging für die besten Vier gleich ins Finale.
Zu diesen Vier gehörten auch die beiden deutschen Keglerinnen Elke Radau-Lambert und Yvonne Ruch. Beide erkegelten 838 Holz und aufgrund des besseren Räumergebnisses ging der Tagessieg an Elke Radau-Lambert.

Auch in dieser Disziplin ging die Wiedergutmachung des brasilianischen Teams weiter. Patricia Helena Cunha Bade hielt lange Zeit mit Elke Radau-Lambert mit. Erst auf der letzten Gassen konnte sie nicht mehr mithalten und verlor die 22 Holz, die im Endeffekt auch ihren Rückstand ausmachten. 816 Holz bedeuteten trotzdem den dritten Platz. Rang vier ging an Luxemburgs Mandy Parracho. Mit sehr starken Vollen und durchschnittlichen Räumergebnissen kam sie auf 802 Holz und sicherte sich das letzte Ticket ins Finale. Für Sarah Petry endete der Vorlauf ein wenig tragisch. Wegen muskulärer Probleme wurde sie im Damen Paarkampf für das Einzel geschont und schied hier mit 786 als Fünftplatzierte recht deutlich aus. Doch ihr Auftritt sollte noch kommen.

Mixed Team Doppel Vorlauf (Bahnen 5-8)

Einen so klaren Schnitt wie bei den bisherigen Damen Wettkämpfen sollte es im Team Doppel Mixed nicht geben. Zwar gingen auch hier alle 800er weiter, doch rutschte der vierte Platz unter diese Marke. Und eben diesen sicherten sich Sarah Petry und Michael Pinot. So recht schien Michael Pinot noch kein Rezept für die Morbacher gefunden, doch seine 425 Holz reichten aus um das etwas schwächere Ergebnis von Sarah Petry zu kompensieren.
Interessant war die Tatsache, dass die Ergebnisse der Damen bereits die Reihenfolge festlegten. Die Resultate der Herren änderten allenfalls noch etwas an der Differenz zwischen den Plätzen aber nichts mehr an der Platzierung. Da Veronika Ulrich mit 418 Holz das beste Damenergebnis kegelte konnte sie sich mit Kai Knobel auch über den ersten Platz freuen. 852 Holz waren deutlich vor den Brasilianern Jussara Bisoni und Joao Dognini (839 Holz). In diesem Team spielte Jussara Bisoni 411 Holz. Der dritte Platz ging dann mit Maike Bocks 390 Holz, respektive 829 Holz im Zusammenspiel mit Stephan Stenger wieder nach Deutschland.

Mixed Tandem Finale (Bahnen 1-4)

Beide deutschen Mixed Paare kamen sehr gut aus den Startlöchern und konnten sich bei den ersten 15 Würfen vor das Feld setzten. Luisa Wagner und Kai Knobel waren auf der ersten Gasse das Maß der Dinge mit 99 Holz. Yvonne Ruch und Daniel Schulz folgten mit drei Blanken weniger und 88 Holz. Danach reihten sich Sarah und Pascal Petry (FRA) mit 80 Holz bzw. Stacy Parracho / Christopher Zels (LUX/75 Holz) ein.

Alles lief nach Plan, bis beide Paare gleichzeitig eine dünne sechs anwarfen und diese nicht mit einem Wurf räumen konnten. Luisa Wagner und Kai Knobel traf dieses Malheur doppelt, doch dank zweier Neuner in den letzten beiden Würfen konnten sie sich noch auf 171 Holz retten. Für Yvonne Ruch und Daniel Schulz blieben nur glatte 70 Holz von Bahn 1 rechts übrig. Nutzniesser waren die Geschwister Petry, die mit einem kleinen Zwischenspurt auf 175 Holz auf der ersten Bahn kamen. Luxemburg hingegen verabschiedete sich mit einer 62er Gasse von ihren Medaillenhoffnungen. 
Auch die dritten Gasse spielte den beiden Franzosen in die Hände. Mit vier Blanken konnten sie den Anwurf sichern während die deutschen Mixed bei drei Neuner die Segel streichen mussten.
Danach nahm das Finale richtig Fahrt auf. Die Petrys fanden als Erste die Spur zur Neun und setzten die erste Serie. Vor allem Sarah Petry lies sich nicht lange bitten und verwandelte ihre Anwürfe fast ausschließlich in Neuner. Beide deutschen Paare hielten dagegen, doch wie schon zuvor blieben sie den Anwurf schuldig und der Rückstand war zur Halbzeit beträchtlich. Luisa Wagner und Kai Knobel lagen satte 18 Holz im Hintertreffen. Bei Yvonne Ruch und Daniel Schulz waren es bereits 32 Holz. Dabei spielten beide deutschen Teams nicht schlecht, doch in den entscheidenden Momenten, vornehmlich den vorletzten Würfen, hapert es.

Zum Beginn der zweiten Halbzeit starteten Yvonne Ruch und Daniel Schulz ihre Aufholjagd und es sah gut aus. Neun um Neun holten sie auf, doch abermals wollte die verflixte Vorletzte nicht fallen. Ganz anders Sarah und Pascal Petry. Sie machten die Vorletzte und konnten dadurch immer wieder Nadelstiche setzen und ihre Führung behalten. Trotzdem reduzierte sich der Rückstand auf 12 Holz. Yvonne Ruch und Daniel Schulz waren wieder in Schlagdistanz.
 Luisa Wagner und Kai Knobel verabschiedeten sich zu diesem Zeitpunkt durch eine 71 Holz Gasse aus dem Titelrennen.
In die nächste Gasse drehte sich das Bild zu Beginn. Ein Kranz und drei Neuner lagen schon für Frankreich ehe Yvonne Ruch / Daniel Schulz auch anfingen Neuner zu werfen. Von Frankreich kam nichts mehr und so konnte die Gasse zumindest ausgeglichen gestaltet werden. Am Ende blieb es also beim 12 Holz Rückstand und die Spannung spitzte sich auf der letzten Bahn zu.

Mit 98 zu 89 Holz konnten die beiden Deutschen die vorletzte Gasse für sich entscheiden und verpassten abermals die Neun im Vorletzten und die erstmalige Führung.
 Danach gab es kein Halten mehr für Sarah und Pascal Petry. Mit sechs Neuner zum Start der letzten Gasse legten sie los und entschwanden in Richtung Weltmeistertitel. Yvonne Ruch und Daniel Schulz fanden den Weg zur Neun nicht sofort und lagen nach den ersten Würfen aussichtslos im Hintertreffen. Am Ende sollten es fantastische 114 Holz auf der Abschlussgasse der Franzosen werden. 689 Holz für Luisa Wagner und Kai Knobel und 717 Holz für Yvonne Ruch und Daniel Schulz waren tolle Leistungen, aber gegen 745 Holz der Geschwister Petry waren sie chancenlos.

Und Mutter Petry hat bestimmt lachend zugeschaut...

1. Sarah Petry / Pascal Petry (FRA)   745 Holz
2. Yvonne Ruch / Daniel Schulz (GER)   717 Holz
3. Luisa Wagner / Kai Knobel (GER)   689 Holz
4. Stacy Parracho / Christopher Zels (LUX)   582 Holz

Mittwoch, 27. Mai 2015: 4. Tag

Herren Team Doppel Halbfinale (Bahnen 1-4)

Das Halbfinale im Team Doppel der Herren bot die nächste Überraschung. Matthijs Lipperts und Jesse Hansen kegelten sich mit tollen 879 Holz ins Finale. Matthijs Lipperts konnte sich nach dem Ausscheiden im Herren Einzel den Frust von der Seele spielen. Mit 455 Holz auf den Bahnen 1 und 2 legte er den Grundstein für den Finaleinzug des niederländischen Teams. Jesse Hansen reichten 424 Holz, um den zweiten Platz zu sichern. Von hinten rauschten die beiden deutschen Teams im Eilzugtempo heran. Sowohl Stephan Stenger (428 Holz) als auch Kai Knobel (423 Holz) hatten ihren Mitspielern ein gewichtiges Handicap mit auf den Weg gegeben. Daniel Schulz konnte die Vorgabe von Stephan Stenger noch zum Guten wenden. Mit einer Energieleistung auf Bahn 4, durch die er auf 243 Holz kam, konnte er mit einem Gesamtergebnis von 461 Holz den ersten Platz doch noch sichern. Marcel Schneimann jedoch scheiterte an dem Unterfangen die Niederländer noch zu überholen. Trotz 452 Holz auf den Bahnen 3 und 4 fehlten schlussendlich 4 Holz, um das deutsche Finale perfekt zu machen.
Das französische Team mit Pascal Petry und Michael Pinot hielt in der ersten Hälfte gut mit, musste aber dem Ansturm in der zweiten Hälfte Respekt zollen und kam auf 847 Holz.

Damen Team Doppel Halbfinale (Bahnen 5-8)

Besser machten es da die Damen im parallel stattfindenden Damen Team Doppel Halbfinale. In diesem luxemburgisch-deutschen Halbfinale kamen die deutschen Damen deutlich schneller und besser ins Spiel. Keine Volle Gasse unter 120 Holz setzten Stacy Parracho und Marie-Josée Blasen von Beginn an unter Zugzwang. Während Stacy Parracho die Räumgassen im Anschluss ausgeglichen gestalten konnte, kämpfte Marie-Josée Blasen mit Schnitt in die Vollen, verpasste die erste Räumgasse mit 51 Holz völlig und der Finalzug war damit bereits abgefahren.

Mit 396 Holz konnte Stacy Parracho an ihre Schwester Wendy Lutty-Parracho übergeben. Allerdings sollte dies zu wenig sein. Da sowohl Luisa Wagner, trotz eines kleinen Handicaps an ihrem Wurfarm, mit 422 Holz zu Tanja Bock wechselte, als auch Maike Bock, die sich immer mehr mit den Morbacher Bahnen anfreundete, mit 416 Holz an Veronika Ulrich weiter gab.

Die beiden zweiten deutschen Starterinnen hatten das Geschehen die ganzen 60 Würfe im Griff. In die Vollen gaben sie keine Hölzer ab und in die Räumgassen fanden sie immer die passende Antworten auf die Attacken von Wendy Lutty-Parracho. So schafften die Damen das rein deutsche Finale. Mit Platz eins für Veronika Ulrich / Maike Bock (819 Holz) und Platz zwei für Luisa Wagner / Tanja Bock (814 Holz). Das beste luxemburgische Team folgte mit 20 Holz Abstand.

Mixed Team Doppel Halbfinale (Bahnen 1-4)

Im Mixed Team Doppel Halbfinale sah man fast den gleichen Spielverlauf wie im Herren Team Doppel. Michael Pinot (FRA) legte los wie die Feuerwehr. Auf den Bahnen 3 und 4 erkegelte er für sich und Sarah Petry fantastische 467 Holz und ließ die deutsche Konkurrenz weit hinter sich. Diese waren zuerst mit ihren Damen angetreten. Veronika Ulrich wehrte sich mit 430 Holz, davon 222 Holz auf ihrer Abschlussbahn 2. Maike Bock war im Team Doppel auf 416 Holz gebucht und übergab diese Bürde dann an Stephan Stenger. Das deutsche Duell zwischen Kai Knobel und Stephan Stenger war recht früh entschieden, da Kai Knobel einen erstklassigen Durchgang erwischte. Mit 466 Holz egalisierte er fast Michael Pinots Ergebnis und konnte sich mit Veronika Ulrich an Position eins setzen.
Stephan Stenger hingegen musste versuchen die 51 Holz gegen Sarah Petry aufzuholen. Kein leichtes Unterfangen, da die Französin deutlich über 8er-Schnitt in die Vollen warf und ihr auch im Abräumen keine Fehler unterliefen. Trotz toller 444 Holz reichte es nicht zur Finalteilnahme. Sarah Petry beendete ihre 60 Würfe mit 413 Holz und die beiden Franzosen zogen als Zweitplatzierte sicher ins Finale ein.

Herren Tandem Halbfinale (Bahnen 5-8)

Der erste Block des Halbfinals war bereits vom Feinsten. Mit 738 Holz von Pascal Petry / Michael Pinot (FRA) und 709 Holz von Paul Rosenboom und Matthijs Lipperts lagen zwei respektable Zahlen vor, die man als echte Hürde betrachten musste.

Keine leichte Aufgabe für die Paare des zweiten Durchgangs. Zumal in diesem Block sowohl die beiden deutschen Tandems Marcel Schneimann / André Laukmann und Stephan Stenger / Kai Knobel, als auch Brasiliens Hoffnungsträger Rogerio Arkie und Bernardo Immendorff mit von der Partie waren.

Beide deutsche Tandems legten einen furiosen Start hin. 214 Holz standen für Marcel Schneimann und Andre Laukmann beim ersten Bahnwechsel auf der Anzeige. Für Stephan Stenger und Kai Knobel waren es sogar 221 Holz. Das beruhigte den weiteren Verlauf des Durchgangs. Bei Schneimann / Laukmann folgte ein kurzes Abbremsen auf Bahn 8 mit 159 Holz, ehe es auf den Bahnen 5 und 6 mit 388 Holz schnurstracks ins Finale ging. Ihre 758 Holz wurden nur von einem Paar überspielt und die hießen Stephan Stenger und Kai Knobel. Beide waren in ihrem dritten Einsatz an diesem Tag und liefen zur Hochform auf. Mit 427 Holz ging es in die zweite Halbzeit. Allerdings bremste auch sie Bahn 8 mit 175 etwas aus, doch im Endeffekt waren ihre 779 Holz in diesem Durchgang unantastbar.
Lange mussten die Vorlaufsieger Rogerio Arkie und Bernardo Immendorff zittern. Sechs Gassen mit durchschnittlich vier bis fünf Blanken reichen zu 700 Holz. Aber zu mehr auch nicht und das hätte nicht gereicht für die Finalteilnahme. Doch als einziges Paar trafen sie auf Bahn 8 über 200 Holz und kamen somit auf 731 Holz. Diese eichten um Paul Rosenboom und Matthijs Lipperts aus dem ersten Block aus dem Endlauf zu kegeln.

Damen Tandem Finale (Bahnen 1-4)

Nach dem verpassten Titel im Mixed Paarkampf sollte im Damen Tandem der nächste Versuch gestartet werden, den ersten Weltmeisterschaftstitel 2015 zu erkegeln. Mit den Vorlaufsiegern Veronika Ulrich und Elke Radau-Lambert waren die Favoriten eigentlich ausgemacht. Maike und Tanja Bock schwächelten ein wenig auf den Morbacher Bahnen und fanden erst in den letzten Durchgängen das Gefühl für die Anlage, was sich auch in ihrem vierten Platz im Vorlauf widerspiegelte. Aber auch Doris Melo mit ihrer Tochter Mandy Parracho und Camila Buchmann-Immendorff und Patricia Helena Cunha Bade haben im Vorlauf gezeigt, dass sie die deutschen Paare ärgern können.

Entsprechend knapp ging es auch auf der ersten Bahn zu. Mit einer kleinen Neunerserie zum Schluss ihrer ersten Bahn setzten sich Veronika Ulrich / Elke Radau-Lambert (185 Holz) vor das Feld. Maike und Tanja Bock kamen mit vereinzelten Neunern auf 170 Holz. Brasilien lag bei 169 Holz und Luxemburg wechselte mit 166 Holz zum ersten Mal. Die erwartete enge Kiste zeichnete sich also ab. Auf der zweiten Bahn setzten sich die beiden deutschen Tandems vom Rest des Feldes ab. Und noch etwas passierte. Die Geschwister Bock hatten erstmals eine Neunerserie gespielt. Mit 105 Holz auf Bahn 1 rechts setzten sie sich zur Halbzeit mit einem Holz hinter Veronika Ulrich und Elke Radau-Lambert. Im gleichen Maße wie Maike und Tanja Bock die Sicherheit für die Lauflinien gewannen, mehrte sich das Fallpech bei Veronika Ulrich / Elke Radau-Lambert. Eine Acht im Anwurf war kein Problem, doch die Neun schien kaum möglich zu sein. So war nach drei Bahnen die Titelvergabe eigentlich schon entschieden. Spannend wurde es noch um Silber. Vor der letzten Gasse lagen Camila Buchmann-Immendorff und Patricia Helena Cunha Bade gleich auf mit Veronika Ulrich und Elke Radau-Lambert bei 580 Holz.

Genau im richtigen Moment fanden Veronika Ulrich und Elke Radau-Lambert aber wieder ins Spiel und konnten mit 108 Holz bei den letzten 15 Würfen auch die Silbermedaille mit nach Deutschland bringen. Der zweite Weltmeistertitel dieser Wettkämpfe ging an das zweite Geschwisterpaar.

1. Maike Bock / Tanja Bock (GER)   707 Holz
2. Veronika Ulrich / Elke Radau-Lambert (GER)   688 Holz
3. Camila Buchmann-Immendorff / Patricia Helena Cunha Bade (BRA)   658 Holz
4. Doris Melo / Mandy Parracho (LUX)   614 Holz

Herren Tandem Finale (Bahnen 1-4)

Das Finale im Herren Tandem fand am gleichen Tag wie der Zwischenlauf auf den Bahnen 1-4 statt. Stephan Stenger und Kai Knobel waren hier bei ihrem vierten Einsatz angekommen und der Kräfteverschleiß wurde spürbar. Nach dem grandiosen Zwischenlauf hatten sie im Finale nichts mehr dagegenzusetzen und mussten spätesten nach der dritten Gasse ihre Medaillenträume ad acta legen. Auf Bahn 2 kamen sie in die rechte Gasse nur auf 61 Holz und gaben bei diesen 15 Kugeln zwischen 38 und 56 Holz auf die Konkurrenz ab. Auf dem gezeigten Leistungsniveau war das nicht mehr aufzuholen und so blieb ihnen am Ende nur der undankbare vierte Platz mit 666 Holz.

Marcel Schneimann und André Laukmann waren frischer und konnten mit einem sehr gute Start auf Bahn 3 die restliche Konkurrenz in Zugzwang bringen. Ihre 198 Holz waren im Endeffekte der Schlüssel zum späteren Titelgewinn. Mit 175 Holz waren Pascal Petry / Michael Pinot nicht schlecht, aber unter Druck. Noch größer war der Rückstand von Rogerio Arkie und Bernardo Immendorff. Auf Bahn 4 kamen lediglich 167 Holz zusammen. Während die Franzosen nochmal zur Aufholjagd ansetzten, mit 117 Holz auf Bahn 4 rechts den Rückstand auf drei Holz verkürzten und zur Halbzeit sogar mit sechs Holz in Führung gehen konnten, gelang den Brasilianern keine Neunerserie. Damit entschied sich der Zweikampf um den Titel wie schon im Mixed zwischen Frankreich und Deutschland.

Während die zweite Halbzeit im Mixed den Franzosen gehörte, waren Marcel Schneimann und André Laukmann jetzt an der Reihe. Bei 390 Holz in der zweiten Halbzeit gewannen sie jede Gasse und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. 772 Holz bedeuteten den Weltmeistertitel für die Beiden. Pascal Petry und Michael Pinot folgten mit 744 Holz auf Rang zwei und Brasilien freute sich über Bronze durch Rogerio Arkie und Bernardo Immendorff (715 Holz). Der erste Favoritensieg war da.

1. Marcel Schneimann / André Laukmann (GER)   772 Holz
2. Pascal Petry / Michael Pinot (FRA)   744 Holz
3. Rogerio Arkie / Bernardo Immendorff (BRA)   715 Holz
4. Stephan Stenger / Kai Knobel   666 Holz

P.S. Marcel Schneimann und André Laukmann sind keine Geschwister!

Donnerstag, 28. Mai 2015: 5. Tag

Herren Einzel Halbfinale (Bahnen 5-8)

Die Zuschauer des Herren Einzel Halbfinale sahen einen sehr spannenden ersten Block. Mit Michael Pinot (FRA), Kevin Everard (LUX) und Marcel Schneimann (GER) waren drei Spieler mit Erstliga-Erfahrung am Start. Jedoch kamen nur Michael Pinot und Kevin Everard sofort in einen Lauf. Michael Pinot konnte auf seiner Startbahn 8 mit 229 Holz und Kevin Everard mit 224 Holz auf Bahn 6 gleich schon ein Ausrufezeichen setzen. Marcel Schneimann fand sich nach der ersten Bahn mit 213 Holz schon im Hintertreffen, zumal Tom Halmes (BEL) ihm mit 211 Holz im Nacken saß. Noch waren die Abstände nicht sonderlich groß und im Folgenden konnte er das Niveau der beiden Führenden erreichen und den Rückstand von Gasse zu Gasse um jeweils ein paar Holz verkürzen. Nach fünf Gassen war das Quartett so gut wie ausgeglichen: Marcel Schneimann 555 Holz, Michael Pinot 556 Holz, Tom Halmes 557 Holz und Kevin Everard 558 Holz. Dank der folgenden Räumgasse setzte sich Michael Pinot erneut etwas vom Feld ab. Mit sechs Blanken gegenüber vier Neuner von Kevin Everard und Marcel Schneimann eroberte der Franzose die Führung zurück. Da Tom Holmes bei drei Neuner stecken blieb übernahm er die rote Laterne und sollte sie auch nicht mehr abgeben können.
Zwischen den übrigen Drei lagen nur zehn Holz. Leider traf Marcel Schneimann die letzte Volle allenfalls durchschnittlich, so dass er weitere Hölzer verlor. Zusätzlich startete Kevin Everard mit sechs Neunern in die letzte Räumgasse und damit wurde der Weg verdammt weit. Unter dem Druck wollten die Blanken bei Marcel Schneimann dann auch nicht mehr so selbstverständlich fallen und nach deren fünf gingen ihm die Würfe aus. Mit 845 Holz blieb er 15 Holz hinter Michael Pinot zurück, der durch einen ausgelassenen Anwurf noch von Kevin Everard (864 Holz) übertroffen wurde.
Für den abschließenden Block war die Hürde gelegt und das war keine Kleine. Aber es waren auch einige Hochkaräter am Start. Man könnte auch sagen, es war ein Klassentreffen der ausländischen Bundesliga Elite mit dem besten deutschen Bundesligaspieler der abgelaufenen Saison.

Und Letzterer drückte dem zweiten Block seinen Stempel auf. Mit jeweils 239 Holz auf seiner Startbahn 6 und auf Bahn 8 sowie 228 Holz auf Bahn 5 markierte er drei Tagesbestzahlen auf den Bahnen. Nur auf Bahn 7 konnte er von Bernardo Immendorff (BRA) mit 223 Holz um 5 Holz übertroffen werden. Eine Kegeldemonstration par Excellence. 924 Holz bedeuteten entsprechend den ungefährdeten Tagessieg. Platz zwei in der Tageswertung ging an Bernardo Immendorff, der mit 882 Holz auch keine großen Probleme hatte das Tagesziel zu erreichen.
Wie schwierig die Zielvorgabe des ersten Blocks war, veranschaulichten zwei Spitzenspieler. Der frisch gebackenen Mixed Weltmeister Pascal Petry (FRA) und Rogerio Arkie (BRA) mussten mit 839 bzw. 835 Holz ihre Einzelwettbewerb beenden.

Mixed Team Doppel Finale (Bahnen 5-8)

Das nächste Mixed Finale und das nächste französisch-deutsche Aufeinandertreffen. Sarah Petry und Michael Pinot (FRA) trafen im Mixed Team Doppel Finale auf die deutsche Mannschaft mit Veronika Ulrich und Kai Knobel. In die erste Vollgases entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch zwischen den beiden Teams. Dank Veronika Ulrichs 123 Holz auf Bahn 5 konnten die beiden Deutschen mit sechs Holz in Führung gehen. Auch in die Räumgasse hielt Veronika Ulrich mit Michael Pinot mit. Nicht nur das,  sie übertraf ihn sogar mit 80 zu 78 Holz um zwei Holz und blieb auf Tuchfühlung mit dem Top Mann der Franzosen. Eigentlich eine perfekte Ausgangssituation für das deutsche Team, hätte Kai Knobel nicht die vier Wettbewerbe vom Vortag noch in den Knochen gehabt. In die Räumgasse wirkte er saft- und kraftlos, war zeitweise sogar eine Neun unter Schnitt und konnte sich schlussendlich nur noch auf Schnitt retten. Hier machte Sarah Petry elf Holz gut und brachte Frankreich mit drei Holz in Führung. In die Vollen konnte Veronika Ulrich mit 121 Holz und Kai Knobel mit 124 Holz die Führung mit dem hauchdünnen Vorsprung von einem Holz zurückerobern, doch erneut fehlte Kai Knobel im Abräumen die Präzision. Seine 79 Holz konnten nichts gegen Michael Pinots 98 Holz ausrichten und Sarah Petry zeigte keine Schwächen bei ihren 80 Holz, so dass Veronika Ulrichs 87 Holz am Ende nichts mehr gegen den Sieg der Franzosen ausrichten konnten.

1. Sarah Petry / Michael Pinot (FRA)   818 Holz
2. Veronika Ulrich / Kai Knobel (GER)   808 Holz
3. Maike Bock / Stephan Stenger (GER)   860 Holz
3. Jussara Bisoni / Joao Augusto Dognini (BRA)   787 Holz

 

Damen Team Doppel Finale (Bahnen 1-4)

Im Damen Team Doppel standen die Gold- und Silbermedaille bereits für Deutschland fest. Einzig die Verteilung musste noch ermittelt werden. 
Im Gegensatz zum Damen Tandem standen sich die Bock-Schwestern als Konkurrentinnen gegenüber. Maike Bock spielte mit Veronika Ulrich und Tanja Bock hatte Luisa Wagner als Partnerin. Tanja Bock drückte der ersten Bahn ihren Stempel auf. 121 Holz in die Vollen folgten grandiose 108 Holz im Abräumen. Ihre Schwester hielt mit einer 215 Holz inklusive einer 98 Holz Räumgasse dagegen, aber nur mit vereinten Kräften mit Veronika Ulrich (210 Holz) konnten sie ihr Team im Spiel halten. Luisa Wagner steuerte 199 Holz auf den ersten 30 Würfen zu Tanja Bocks Ergebnis bei und so ging es mit 428 zu 425 für Wagner/Bock zum Bahnwechsel.
Auf der zweiten Hälfte übernahmen Maike Bock und Veronika Ulrich das Kommando. 117 Holz und 121 Holz in die Vollen nutzten eine Schwächephase von Tanja Bock und Luisa Wagner gnadenlos aus und als letztere auch den Weg für die Räumgassen nicht sofort fanden setzte es jeweils eine Neunerserie von links und rechts und der Titel ging an Maike Bock / Veronika Ulrich mit 853 Holz vor Tanja Bock / Luisa Wagner mit 818 Holz.

1. Veronika Ulrich / Maike Bock (GER)   853 Holz
2. Luisa Wagner / Tanja Bock (GER)   808 Holz
3. Stacy Parracho / Wendy Lutty-Parracho (LUX)   794 Holz
3. Marie-Josée Blasen / Marcelline Della Modesta (LUX)   691 Holz

Herren Team Doppel Finale (Bahnen 5-8)

Den Abschluss des fünften Tages machte die Herren Team Doppel mit ihrem Finale. Mit Matthijs Lipperts und Jesse Hanssen stand ein neuformiertes niederländisches Team in diesem Finale. Für Deutschland waren Stephan Stenger und Daniel Schulz qualifiziert. Auch hier ergab sich ein munteres Wechselspiel um die Führung.

Daniel Schulz und Stephan Stenger legten mit jeweils 125 Holz in die Vollen los wie die Feuerwehr. 13 Holz betrug der Vorsprung und Daniel Schulz legte gleich mit zwei Neunern in die Räumgasse vor. Doch leider sollten nur noch drei Weitere folgen, so dass bei 90 Holz auf der ersten Räumgasse Schluss war. Matthijs Lipperts machte es etwas besser. Er verwandelte den vorletzten Wurf in eine Neun und kam damit auf 99 Holz. Das gleiche Bild zeigte sich beim anderen Vergleich. Jesse Hanssen setzte die Neun im Vorletzten und nahm damit Stephan Stenger ebenfalls neun Holz ab. So waren aus 13 Gute, 5 Miese geworden.
In die Volle wurde die Führung dann wieder umgedreht. Daniel Schulz konnte den Rückstand egalisieren und Stephan Stenger machte noch weitere zwei Holz gut. Und wieder fing Daniel Schulz mit einer Neunerserie an und dieses Mal konnte er sie auch halten. Allerdings tat sich Stephan Stenger unerwartet schwer auf Bahn 8. Durch einen Dreier auf eine dicke Fünf brachte er sich in Bedrängnis. Jesse Hanssen tat ihm den Gefallen, im Gegenzug ebenfalls eine dicke Fünf anzuwerfen, jedoch löste bei seinem Räumversuch die stehengebliebene Hinterdame aus. Dies, gepaart mit der nächsten verwandelten Profineun, und Schnitt im Abräumen für Stephan Stenger machten den niederländischen Titelgewinn (853 Holz) mit neun Holz perfekt.

1. Matthija Lipperts / Jesse Hanssen (NED)   853 Holz
2. Stephan Stenger / Daniel Schulz (GER)   844 Holz
3. Marcel Schneimann / Kai Knobel (GER)   875 Holz
3. Pascal Petry / Michael Pinot (FRA)   847 Holz

Freitag, 29. Mai 2015: 6. Tag

Herren Mannschaft Finale (Bahnen 1-4)

Nach seinem Ausscheiden im Einzel Halbfinale war für Marcel Schneimann Frustbewältigung im Mannschaftsfinale angesagt. 233 Holz ohne Anwurf auf Bahn 1 waren ein grandioser Start. Die Gegner schienen beeindruckt zu sein, denn außer Christophe Zels (LUX) mit 215 Holz war kaum Gegenwehr zu spüren. Pascal Petry brachte für Frankreich 208 Holz auf die Anzeige und und Dennis Greten (NED) wechselte mit 210 Holz. Auch auf der zweiten Bahn marschierte Marcel Schneimann weiter. 232 Holz auf Bahn 2 schüttelte auch den letzten verbliebenen Verfolger ab und in der zweiten Halbzeit konnte er es sich leisten, statt der bisherigen 8 Blanken in die Räumgassen sich mit sechs zufrieden zu geben. Mit 911 Holz und knappen 40 Holz Vorsprung vor Luxemburg kam er von den Bahnen.
Der erschöpft wirkende Pascal Petry und Dennis Greten einigten sich auf jeweils 840 Holz und waren damit eigentlich aus dem Titelrennen raus.

Daniel Schulz kam auf Bahn 2 etwas langsamer ins Spiel. Seine 212 Holz konnte allerdings niemand ausnutzen. Cédric Bier (FRA) konnte zumindest mit 214 mithalten. Seine 129 Holz auf der zweiten Volle konterte Daniel Schulz mit 130 Holz und von da an hatte er sich genauso freigespielt wie Marcel Schneimann im Block zuvor. Nach Bahn 4 mit erneuten 130 Holz und überragenden 126 Holz in die Räumgasse bereitete er den Weg für die nächste 900er Zahl. Seine 908 Holz waren am Ende die drittbeste Zahl des Tages.
Einen Dämpfer im Kampf um die Medaillenplätze erhielten Luxemburg und Frankreich. Gilles Mores (LUX) brachte nur 800 Holz ins Ziel und Cédric Bier konnte seinen guten Start auch nicht in ein hohes Ergebnis ummünzen. Mit 801 verlor er zumindest nichts auf Luxemburg. Für die Niederlande hingegen verpatzte Paul Rosenboom den Start mit 185 Holz auf Bahn 1, doch dann folgen drei 220 Bahnen. Mit 854 Holz setzte er die Niederländer auf den zweiten Rang mit 124 Holz Rückstand auf Deutschland.

Stephan Stenger hatte einen sehr durchwachsenen Start. Er quälte sich mehr von Neun zu Neun, als dass er befreit und locker aufspielte. Seine 204 Holz reichten immer noch, um die Konkurrenz aus Frankreich und Luxemburg zu kontrollieren. Nur die Niederlande konnte durch Jesse Hanssens 223 Holz einige Hölzer aufholen. Das interessierte aber mehr Luxemburg, denn die deutsche Mannschaft. Den jetzt wurde der Weg zu Silber für Luxemburg ganz weit.
Auch auf der zweiten Bahn zeigte Stephan Stenger eine fallende Tendenz. Er erreichte keine 200 Holz auf Bahn 4 und die Niederlande rückte langsam näher an die deutsche Mannschaft heran. Jesse Hanssen dachte nämlich gar nicht daran, dass Neunerwerfen einzustellen und wechselte mit 450 Holz.

Nach der Volle konnte leichte Entwarnung gegeben werden. Jesse Hanssen traf nur 119 Holz und Stephan Stenger konnte mit 124 Holz den ersten kleinen Erfolg gegen den Niederländer erzielen. Allerdings war das nur eine kurze Verschnaufpause, denn es folgten 115 Holz ins Abräumen durch Jesse Hanssen. Der Vorsprung schmolz auf 53 Holz. Dank drei Neunern in den letzten drei Würfen von Stephan Stenger blieb er aber jenseits der 50 Holz Marke.
Auf der letzten Gasse bewies er erneut Moral und konnte mit 216 Holz noch 830 ins Ziel bringen. gGegen Jesse Hanssen blieb er aber auch weiterhin chancenlos. Mit 221 Holz kam er auf 907 Holz und platzierte die Niederlände mit 48 Holzrückstand auf Deutschland auf Rang 2. Luxemburg erwehrte sich der Angriffe von Frankreich und hatte mit 40 Holz Vorsprung auf die Franzosen Rang 3 inne, bevor es in den letzten Block ging.

Dann kam André Laukmann und sorgte für sehr klare Verhältnisse. Mit 244 Holz - ohne Anwurf - startete er auf Bahn 4. 233 Holz folgten auf Bahn 1 und der angekündigte Bahnrekord war in Reichweite. Auf Bahn 2 folgten die nächsten 244 Holz und dann fehlten nur noch sechs Blanke auf der letzten Räumgasse, um die alte Bestmarke von 944 Holz zu übertreffen. Es wurden sieben und mit 949 Holz konnte er die neue Bestmarke setzen. Auch auf den weiteren Plätzen änderte sich nichts mehr. Die Silbermedaille ging an die niederländische Mannschaft und Luxemburgs Nationalteam konnte die Bronzemedaille vor den letzten Angriffen durch Michael Pinot erfolgreich verteidigen.

1. Deutschland   3598 Holz
2. Niederlande   3468 Holz
3. Luxemburg   3388 Holz
4. Frankreich   3344 Holz

Damen Mannschaft Finale (Bahnen 5-8)

Bei den Damen schien es spannender zu werden als bei den Herren. Brasiliens Beste Patricia Helena Cunha Bade brachte ihre Mannschaft nach der ersten Bahn in Führung. Mit 205 Holz lag sie knapp vor Veronika Ulrich, die mit 199 Holz auf die nächste Bahn ging. Auf der zweiten Bahn kam es zum Führungswechsel. Trotz eines Dreiers, der sie den Anwurf auf Bahn 7 kostete, konnte sich VEronika Ulrich die Führung mit 394 Holz zurückerobern, weil Patrick Helena Cunha Bade auf Bahn 8 einfach keine Neuner warf und somit auf 393 Holz kam. Mit 368 Holz hinkte Wendy Lutty-Parracho der Musik schon etwas hinterher.

Ein kleines Neunerfeuerwerk von Veronika Ulrich auf Bahn 7 summierte sich auf 220 Holz. Damit war sie plötzlich weit vor der Konkurrenz, da sie der Brasilianerin 30 Holz abnahm. Doch die Revanche ließ nicht lange auf sich warten. Patricia Helena Cunha Bade beendete ihren Durchgang mit tollen 227 Holz auf Bahn 6 und rückte damit noch vor Veronika Ulrich, die nach einer technischen Unterbrechung einige Minuten pausieren musste. Bei einer vermeintliche Neun kam das Hinterholz nicht mit herunter und in den letzten 10 Würfen fand sie dann den Weg zur Neun nicht mehr. Mit 802 zu 811 Holz führte die Selecao mit 9 Holz und die deutschen Damen fanden sich in der ungewohnten Verfolgerrolle. Dies korrigierte Maike Bock mit der ersten Vollgasse. Ihre 124 Holz stellten die gewohnte Reihenfolge wieder her. Ein wenig Ernüchterung trat nach der zweiten Räumgasse ein. Lediglich 70 Holz konnte sie erkegeln, aber den Vorsprung auf Brasilien Jussara Bisoni baute sie dennoch um ein Holz aus.

Bahn 8 machte diesen Durchgang zu einer deutlichen Angelegenheit. Mit 217 Holz enteilte sie der Konkurrenz und ließ sich auch nicht mehr einfangen. 809 Holz waren es für sie und da Jussara Bisoni nur auf 733 Holz kam, war die Vorentscheidung gefallen. Dafür entwickelte sich im Rennen um Silber eine interessante Konstellation. Stacy Parracho (LUX) konnte das Resultat nicht nutzen, um den Rückstand auf Brasilien von 61 Holz zu reduzieren. Im Gegenteil. Sie blieb mit ihren 721 Holz recht deutlich unter Jussara Bisoni und der Rückstand war kein Pappenstiel mehr.

Im dritten Block beseitigte Luisa Wagner die letzten Zweifel am Titelgewinn der deutschen Damen. Ihre 801 Holz passten sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein. Einen Tick besser kegelte Luxemburgs Mandy Parracho. 804 Holz sorgten für eine unglaubliche Dramatik im letzten Block. Denn Rosiane Dias Jaeger traf, genau wie Jussara Bisoni, 733 Holz. Der brasilianische Vorsprung war auf ganze zwei Holz zusammengeschrumpft.

Für Deutschland begann Elke Radau-Lambert den letzten Block, um noch ein paar Praxiserfahrungen auf den Finalbahnen des Damen Einzels zu machen. Zur Halbzeit wurde sie wie geplant für Tanja Bock ausgewechselt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits 434 Holz erkegelt. Nahtlos knüpfte Tanja an die Leistungen ihrer Mannschaftskameradinnen an und fügte 403 Holz hinzu. Mit 837 Holz war der Weltmeistertitel perfekt.

Das Interesse der Zuschauer galt aber dem Wettstreit um die Silbermedaille. Camila Buchmann-Immendorff konnte auf der ersten Bahn fünf Holz auf ihren Vorsprung draufpacken. Auf der nächsten Bahn waren es 16 Holz und es schien eine kleine Vorentscheidung gefallen zu sein. In der zweiten Halbzeit ging es jedoch in die andere Richtung. Doris Melo (LUX) knappste fünf Holz von den 23 Holz, die Brasilien sich erarbeitet hatte, wieder ab. In die letzte volle Gasse fand Camila Buchmann-Immendorff keine Einstellung zu Bahn 5 und musste sich mit 106 Holz begnügen. Damit waren wieder sieben Holz verloren und nur noch elf Hölzchen übrig. Die Nervosität bei Camila Buchmann-Immendorff wuchs. Eine frühe Neun wurde von Doris Melo umgehend gekontert. Bis zum 25 Wurf konnte Brasilien nur noch eine Neun nachlegen während Doris Melo drei weitere Neuner sammelte. Der minimale ein-Holz-Vorsprung von Camila Buchmann-Immendorff musste noch fünf Würfe überstehen. Doris Melo warf eine brave Sieben und Camila Buchmann-Immendorff eine seehr dicke Sieben. Vorderdame und Bauer blieben stehen. Beide räumten. Doris Melo warf die erste der beiden notwendigen Neuner. Camila Buchmann-Immendorff eine seeeehr dicke Sieben. Den Stoßwurf räumte sie ebenfalls sehr dünn. Doris Melo spielte eine brave Sieben und warf die Damen ab. Somit fehlten den Brasilianern sechs Holz zum Gewinn der Silbermedaille. Es wurde eine seeeeeeehr dünne Acht und danach war der brasilianische Jubel grenzenlos.

1. Deutschland   3249 Holz
2. Brasilien   3049 Holz
3. Luxemburg   3046 Holz

 

Samstag, 30. Mai 2015: 7. Tag

Damen Einzel Finale (Bahnen 5-8)

Da Yvonne Ruch aufgrund eines Muskelbündelrisses, den sie sich im Mixed zugezogen hatte, nicht an den Start gehen konnte, war das Starterfeld der Damen nur mit drei Akteurinnen besetzt.

Elke Radau-Lambert (GER) und Mandy Parracho (LUX) legten von Beginn an richtig gut los. Die erste Volle schlossen beide weit über 8er Schnitt ab. Elke Radau-Lambert konnte sich mit 127 Holz knapp vor Mandy Parracho (124 Holz) platzieren. Patricia Helena Cunha Bade (BRA) musste schon im zweiten Wurf ihre Kontrahentinnen ziehen lassen. Die Kugel rutschte ihr aus der Hand und landete in der Pudelrinnen. Mit 113 Holz zog sich noch respektabel aus der Affäre, aber die Holz fehlten ihr schmerzlich.
 In die erste Räumgasse merkte man den Damen die Nervosität an. Elke Radau-Lambert schwankte mit ihren Würfen zwischen dicken und dünnen Achtern, die Korrekturen gingen immer in die richtige Richtung, doch waren sie auch immer etwas zu stark. Erst mit dem 24. Wurf fiel die ersehnte Neun und danach schien der Bann gebrochen. Mit drei Neunern in den letzten drei Würfen setzte sie sich noch ein Stück weiter von Mandy Parracho ab und wechselte mit 216. Sowohl Mandy Parracho (201 Holz), als auch Helena Cunha Bade (192 Holz) blieb der Freiwurf versagt und Elke Radau-Lambert hatte durch den komfortablen Vorsprung ihre Lockerheit gefunden.

Bahn 6 begann mit sechs Neunern in Serie bevor sie eine kurze Vollbremsung in Form einer dicken Fünf hinlegte. Doch der Bruch im Spiel blieb aus, im Gegenteil, die Neunerjagd ging unvermindert weiter. 128 Holz in die zweite Volle und weitere 10 Holz Vorsprung draufgepackt. Nach zwei Fehlversuchen schlugen die Neuner auch in die Räumgasse. 227 Holz waren an diesem Tag eine andere Liga. Damit war die Vorentscheidung in diesem Finale bereits gefallen. Zumal Patricia Helena Cunha Bade (204 Holz) immer näher an Mandy Parracho (199 Holz) heranrückte und letztere sich nach hinten konzentrieren musste, um nicht die Silbermedaille zu verlieren.

Auf der dritten Bahn blies Patricia Helena Cunha Bade zur Aufholjagd. An Elke Radau-Lambert kam sie allerdings nicht heran, da die Deutsche immer die bessere Antwort fand. Patricia Helena Cunha Bade mit 123 Holz in die Volle, Elke Radau-Lambert kontert mit 125 Holz. Patricia Helena Cunha Bade beginnt die Räumgasse mit fünf Neunern und kommt schlussendlich auf sieben Neuner ohne Freiwurf. Im Gegenzug macht Elke Radau-Lambert die Vorletzte und kommt damit auf neun Neuner und 233. Patricia Helena Cunha Bades 222 Holz beeindruckten aber Mandy Parracho, die sich mit 209 Holz wehrte und ebenfalls den Anwurf ausließ. Plötzlich war die Brasilianerin mit neun Holz Vorsprung auf dem zweiten Rang.


In die letzte Vollegasse wurden aus dem Vorsprung 10 Holz und langsam gingen Mandy Parracho die Würfe aus. Also trat die Luxemburgerin die Flucht nach vorne an. Sie begann direkt mit einer Neun, nur um anschließend eine dicke Fünf anzuspielen. Patricia Helena Cunha Bade nutzte den dicken Anwurf von Mandy Parracho, um mit zwei Neunern und einem Kranz davon zu ziehen. Trotz einer weiteren Neun konnte Mandy Parracho nicht entscheidend aufholen, den Patricia Helena Cunha Bade konterte ihrerseits immer direkt mit Neunern. Im 117. Wurf dann der entscheidende Fehler. Patricia Helena Cunha Bade konnte Bauer-Hinterdame nicht räumen und Mandy Parracho blankte die letzten vier Würfe durch. Mit 224 Holz auf ihrer Schlussbahn setzte sie sich gegen Patricia Helena Cunha Bade (207 Holz) durch und gewann mit 833 zu 825 Holz die Silbermedaille. 
Bei Elke Radau-Lambert fehlte auf der letzten Räumgasse die Spannung und sie konnte sich eine 69 Holz Räumgasse zu Abschluss gönnen. An ihren 870 Holz konnte niemand rütteln.

1. Radau-Lambert (GER)   870 Holz
2. M. Parracho (LUX)   833 Holz
3. Cunha Bade (BRA)   825 Holz

 

Herren Einzel Finale (Bahnen 1-4)

Das Finale im Herren Einzel kam deutlich zäher aus den Startlöchern. Alle Teilnehmer quälten sich um den 8er Schnitt, ohne dass auch nur ein Einziger ihn erreichte. André Laukmann (GER) als Titelverteidiger führte das Feld mit 119 Holz an. Bernardo Immendorff (BRA) folgte mit 118 Holz und Michael Pinot (FRA) war mit Kevin Everard im Gleichschritt bei 117 Holz.
In die Räumgasse ein ähnliches Bild. André Laukmann bekam keine Neunerserie zu fassen. Spätestens nach zwei Neunern war Schluss. Aber er verwandelte wenigsten den 29. Wurf in eine Neun und kam damit auf 216 Holz. Das identische Bild, mit identischem Ergebnis sahen die Zuschauer bei Bernardo Immendorff. Keine Serien, aber immerhin 216 Holz. Ganz anders Michael Pinot auf seiner Paradebahn 4. 107 Holz geräumt und nur durch den verpassten Freiwurf hielt er André Laukmann und Bernardo Immendorff im Spiel. Kevin Everard verabschiedete sich mit seiner ersten Räumgasse bereits aus dem Medaillenrennen.

Sensationelle 133 Holz von André Laukmann verdampften Michael Pinots Vorsprung bis auf ein Holz. Doch die Räumgasse wollte erneut nicht so recht fallen. Mit zwei Neunern hielt Michael Pinot lange Zeit mi,t ehe André Laukmann sich mit drei Neunern in den letzten drei Würfen frei schoss.
Bernardo Immendorff machte es andersherum. Er begann mit drei Neunern und liess dann erstmal dreimal 7-2 folgen. Er passierte damit zumindest Michael Pinot mit 8 Holz und setzte sich mit 11 Holz Rückstand in die erste Verfolgerposition.

André Laukmann hatte seine Lockerheit nun gefunden und dominierte fortan das Geschehen. Mit 126 Holz in die Volle konnte er alle Attacken von Bernardo Immendorff (127 Holz) abwehren und in die Räumgasse tütete er die Titelverteidigung ein. Er Begann mit einer dünnen Sieben, um dann im weiteren Verlauf noch elf Blanke nachzulegen. Damit war der Vorsprung auf Bernardo Immendorff auf 33 Holz angewachsen - genau die Startnummer, die er auf dem Rücken trug.


Bernardo konnte dem Druck nicht standhalten und wurde immer unzufriedener mit sich. Erst mit den letzten Würfen fand er die Spur und konnte Michael Pinots Angriff parieren. Dieser startete mit drei Neunern in die Räumgasse, aber verlor dann den Faden und büßte die ganzen Hölzer am Ende der Räumgasse wieder ein.

Als Bernardo Immendorff dann auch die letzte Vollegasse mit 125 Holz gegen Michael Pinot ausgeglichen gestalten konnte, war der Widerstand des Franzosen gebrochen. Bernardo Immendorff bot Michael Pinot noch ein paar Chancen den zehn-Holz-Rückstand zu verringern, doch jedes Mal warf Michael Pinot eine dünne Sieben. Und irgendwann fiel schließlich die Serie bei Bernardo Immendorff. Mit 880 Holz gewann er die Silbermedaille vor Michael Pinot mit 853 Holz. 
André Laukmann spielte die letzte Bahn ebenfalls souverän zu Ende. Seine 225 Holz bedeuteten erneut ein kleines Plus gegenüber der Konkurrenz und mit 916 Holz überquerte er auch in seinem fünften Durchgang die 900er Marke.

1. Laukmann (GER)   916 Holz
2. Immendorff (BRA)   880 Holz
3. Pinot (FRA)   853 Holz
4. Everard (LUX)   818 Holz

 

NBS World Sprint Damen

1. M. Bock (GER)    
2. Wagner (GER)    
3. Simon (FRA)    
3. St. Parracho (LUX)    

NBS World Sprint Herren

1. Stenger (GER)    
2. Laukmann (GER)    
3. Chr. Authelet (BEL)    
3. Neiertz (LUX)    

Fazit

Schöne und harmonische Weltmeisterschaften gingen mit einer tollen Abschlussveranstaltung zu Ende. Wie schon bei den Deutschen Meisterschaften kamen wieder viele Helfer zum Einsatz, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Wieder machten viele fleißige Hände schwere Arbeit leicht. Nicht nur während den Meisterschaften, sondern auch schon im Vorfeld. Die Organisation durch Familie Geiter war einmal mehr vorbildlich und die Wettkämpfe gingen reibungslos über die Bühne. Allen Helfern von den Bahnwarten, der Gastronomie, den Schreibern, Bonverkäufern, Köchinnen, Bäckerinnen über die Regie und Ansagern möchte Team Germany 2015 seinen Danke sagen. Es waren unvergessliche Weltmeisterschaften mit spannenden Wettkämpfen und vielen neuen Freundschaften. Die Welt war gerne zu Gast in Morbach.