Donnerstag, 22. Mai 2014 22:23

Deutsche Meisterschaften 2014 in Langenfeld

geschrieben von  Mike Killadt

Der letzte Tag der Deutschen Meisterschaften in Langenfeld entwickelte sich zum Höhepunkt bei den Herren und den männlichen U24.

Samstag, 24. Mai 2014: 1. Tag

Das Warten hat ein Ende. Nach einer kurzen Ansprache von DSKB Präsident Erich Schröder eröffnete DSKB Sportdirektorin Jutta Büchling die Deutschen Meisterschaften 2014 in Langenfeld um 9:45 Uhr und wünschte allen Aktiven viel Erfolg und den Funktionären ein glückliches Händchen.

Wie in den letzten Jahren, sah der Zeitplan am ersten Tag die Entscheidungen in den Damen und Herren Vereinen vor.

Damen Vereinsmannschaft

Ihrer Lokalfavoritenrolle gerecht werdend stellte Tanja Rittmann (SK Langenfeld) bereits auf der ersten Bahn zumindest die Medaillenansprüche der Gastgeber klar. Mit 232 Holz wechselte sie nach 30 Würfen und brachte damit eine 25 Holz Differenz zwischen sich und so namhaften Kontrahentinnen wie Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar / 207 Holz) und Maike Bock (RSV Remscheid / 200 Holz). Nach der zweiten Bahn waren die beiden Nationalspielerinnen jedoch wieder aufgekommen. Maike Bock konnte mit 239 Holz auf Bahn 3 den Rückstand auf sieben Holz verkürzen und auch Elke Radau-Lambert knappste sieben Holz des Langenfelder Vorsprungs weg. Während Maike Bock (824 Holz) in die beiden folgenden Räumgassen nur jeweils eine Neun durchbringen konnte, lief es für Elke Radau-Lambert immer besser. Jeweils sieben Neuner konnte sie auf den verbleibenden Räumgassen erspielen und so beendete sie ihren Durchgang bei 865 Holz. Doch auch Tanja Rittmann gab sich keine Blöße. Ihre 879 Holz bedeuteten die Führung nach dem ersten Durchgang und in der Einzelwertung sollte der zweite Platz herausspringen.
Im zweiten Block konnte Christina Retterath zwar die Bestzahl erkegeln, doch blieb sie mit ihren 820 Holz deutlich unter Tanja Rittmanns Vorgabe. Ihr Rückstand resultierte einzig aus den eher durchwachsenen Räumgassen, in die sie die 80 Holz Marke lediglich ein Mal überspielen konnte.
Genau entgegengesetzt spielte Verena Fuck (KSV Riol). Die Volle Gassen waren nicht so ertragreich, dafür hatte sie keine Probleme, vier bis sechs Blanke in die Räumgassen zu spielen. Ihre 808 Holz brachten den Riolerinnen den fünften Platz ein. Die restlichen Mannschaften scheiterten an der 800-Holz-Marke und verloren bereits nach dem ersten Durchgang den Kontakt zu den Medaillenrängen.

Der zweite Durchgang dünnte die Medaillenkandidaten weiter aus. Iris Gebauer (KSV Riol) konnte zwar genau 800 Holz erspielen, doch zeigte sie die gleichen Schwierigkeiten in die Vollen wie ihre Anstarterin. Vier bis sechs Blanke in die Räumgassen waren auch für sie sehr gut. Aber mit drei Mal 113 Holz in die Vollen konnte sie von ihren guten Räumgassen nicht profitieren.
Während sich Remscheid dank Sarah Kremers 868 Holz auf dem Bronzerang festsetzte, kam Veronika Ulrich mit nur 802 Holz über die Ziellinie. Sarah Kremer machte es in die Vollengassen erheblich besser als ihre Konkurrentinnen und konnte damit viel entspannter in Räumgassen gehen, die es ihr mit zahlreichen Neunern dankten. Das sah für den unbeteiligten Zuschauer so einfach aus. In die Kegelrealität wurden eben diese durch Veronika Ulrich zurückgeholt. Sie kämpfte und mühte sich, doch mehr als zwei Neuner in die Räumgassen wollten kaum fallen. Das war ein kleiner Dämpfer, wenn die KV Mittelsaar noch um die Medaillen mitspielen wollte.
Vorne spielte Sandra Kaiser von alledem unberührt tolle 870 Holz herunter. Zur Halbzeit sah es gar nicht nach so viel aus, gerade einmal 411 Holz standen auf der Anzeige. Bahn 2 und Bahn 3 sollten es am Ende richten. 221 auf Bahn 2 und 238 Holz auf Bahn 3 waren ein lang gezogener Endspurt und brachte ihr schlussendlich den vierten Platz in der Einzelwertung ein.
Dass auch zwei aussergewöhnlich gute Bahnen für 900 Holz reichen können zeigte Yvonne Ruch (KV Nordsaar).  Mit 246 Holz auf Bahn 1 und 239 Holz auf Bahn 3 schoss sie die beiden rechten Räumgassen mit 10 bzw. 11 Neunern ab. Auf die linken Räumgassen ging sie es ruhiger an und insbesondere auf Bahn 4 gab es noch Optimierungspotenzial. Trotzdem fehlten jetzt nur noch 23 Holz auf Langenfeld.

Im dritten Durchgang wurde es sowohl um Gold als auch um Bronze dramatisch.
Das Spiel um Bronze bekam auf der dritten Bahn durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Melanie Mertsch (RSV Remscheid) eine Wende. Gerade in die knifflige Räumgasse auf Bahn 2 musste Bettina Schöpp ihre ersten Würfe absolvieren. Kein Wunder, dass es “Patsch machte“. Zusammen erzielten beide nur 48 Holz und boten damit Sandra Keller (KV Mittelsaar) die Möglichkeit bereits verlorenen Boden wieder aufzuholen. 30 Holz konnte sie in diesen 15 Würfen aufholen und ihre Mannschaft weiter im Spiel halten.
Auf der folgenden Bahn war Bettina Schöpp (767 Holz) dann voll im Spiel und konnte noch 204 Holz nachlegen, so dass es noch zum Sieg im direkten Vergleich gegen Sandra Keller (762 Holz) reichte.
Im Wettstreit um Gold lag das Niveau deutlich höher. Sandra Gsodam (SK Langenfeld) legte eine tolle erste Halbzeit hin. 443 Holz versprachen eine weitere Zahl für Langenfeld in den Top 5 und damit vielleicht schon eine kleine Vorentscheidung um den Titel. Doch im zweiten Durchgang schien sie ein wenig Angst vor der eigenen Leistung zu bekommen. Bei ihren 850 fehlte auf der zweiten Hälfte die Kaltschnäuzigkeit, um eine Große des Kegelsports zu schlagen. Die folgte im zweiten Block des dritten Durchgangs mit Bianca Mayer. Nach den ersten 60 Würfen noch gleichauf nutzte sie ihre Chance in der zweite Hälfte um weiteren Boden auf Langenfeld gut zu machen. Mit 864 Holz erhöhte sie den Druck auf die Führenden und setzte die KV Nordsaar mit nur noch neun Holz Rückstand auf Platz 2.

Nach der ersten Bahn sah es nach einer kleinen Entscheidung um die Bronzemedaille aus. Vor dem letzten Durchgang lag der RSV Remscheid mit 29 Holz vor der KV Mittelsaar. Nach der ersten Bahn legte Tanja Bock (RSV Remscheid) weitere 13 Holz drauf, da Elgin Justen auf Bahn 3 keinen Weg in die Räumgasse fand. Allerdings konnte sie auf der zweiten Bahn 16 Holz aufholen und den Rückstand in eine kleine Führung umwandeln. Auf Bahn 1 nahm der Justen-Express dann fahrt auf. 127 Holz in die Volle, gefolgt von 106 Holz im Räumen rauchten fast den gesamt Vorsprung der Remscheiderinnen auf. Ein Holz blieb noch übrig und dabei hatte Tanja Bock (823 Holz) mit 208 Holz nicht schlecht gekegelt. Das verblieben Holz überstand die letzte Vollegasse nicht und nachdem es in die Räumgasse ein, zwei Mal hin und her ging fand Elgin Justen (874 Holz) die Spur für Bahn 2 und brachte die Bronzemedaille an die Mittelsaar.
Im Kampf um den Titel legten die SK Langenfeld in Person von Birgit Meierjohann vor. Solide gespielte 842 Holz bedeuteten, dass die KV Nordsaar für den sicheren Titelgewinn 852 Holz benötigten. Svenja Lambert nahm die Aufgabe in Angriff. Doch der Anfang gestaltete sich schwer. 204 Holz auf Bahn 4 erhöhten den Druck und auch 208 Holz auf Bahn machten die zweite Hälfte nicht leichter. 123 Holz in die Volle auf Bahn 2 waren in Ordnung, doch es sollte ausgewechselt werden. Für Svenja Lambert wurde Kristina Krewer eingewechselt. Wir erinnern uns an den Block zuvor. Einwechslung Bahn 2 – schwierige, weil sehr hohe Räumgasse – kalte Hose – „Patsch“. 40 Holz geräumt und der Titel war endgültig weg. Zwar kam noch eine ordentliche Abschlussbahn mit 214 Holz zu Stande, aber das Endergebnis von 789 verfehlte die Vorgabe von 852 Holz weit. Und somit ging der erste Titel der Deutschen Meisterschaften an die Gastgeberinnen.

1. SK Langenfeld 3441
2. KV Nordsaar 3379
3. KV Mittelsaar 3304
4. RSV Remscheid 3283
5. KSV Riol 3217
6. KV Lahntal 3098
7. GSK Nordhorn 2965
8. KSV Illtal 2902

Herren Vereinsmannschaft

Eine kleine Überraschung hielt der erste Block bereit. Markus Martin (TuS Kirchberg) hält Lokalmatador Volker Baumeister (RSV Remscheid) auf der ersten Bahn mit 227 zu 224 Holz in Schach. Im 28. Wurf warf Volker Baumeister einen Totschläger an. Die Hinterdame blieb stehen. Als er diese im 29. Wurf holen wollte stürzte er und die Dame blieb standhaft. Danach fand er nicht mehr in seinen Rhythmus und auch die Neuner im vorletzten Wurf wollten nicht fallen.
Marc Glöckner (KV Mittelsaar) konnte dieses Missgeschick im weiteren Verlauf am besten nutzen. Mit 898 sicherte er sich den Sieg im ersten Block. Auf der letzten Bahn fand Volker Baumeister langsam seine Lockerheit wieder und konnte mit einem 240 Holz Endspurt noch 882 Holz anschreiben lassen.
Die KV Nordsaar und die KSV Riol brachten im zweiten Block des ersten Durchgangs gleich ihren Paradespieler Holger Mayer und Steve Blasen auf die Bahnen. Doch auch hier stahl ihnen jemand die Show. Detlef Karlstedt (SKV Salzgitter) knallte auf Bahn 5 131 Holz in die Volle und 115 Holz ins Räumen. Holger Mayer fing zwar auch mit 131 Holz an, konnte aber „nur“ 99 Holz folgen lassen. Er wurde besonders durch einen Bahndefekt gehandicapt, der auf seiner Anstartbahn auftrat und zu mehreren Unterbrechungen führte, ehe der Stellautomat überzeugt werden konnte die Kegel wieder aufzustellen.
Auf der zweiten Bahn trennten sich dann alle drei schiedlich, friedlich mit jeweils 215 Holz. Im zweiten Abschnitt ergriff Holger Mayer die Initiative. Zwei 130+ Gassen in die Vollen und einen 116 Holz Endspurt auf Bahn 7 sorgten für die erste 900 Zahl an diesem Tag. 923 Holz und die Führung nach dem ersten Durchgang. Detlef Karlstedt kam noch auf 882 Holz und dank eines starken Zwischenspurts von Steve Blasen auf Bahn 5 kam dieser auf 870 Holz.

Erich Wolf  (RSV Remscheid) sorgte für Stimmung auf seiner ersten Bahn. Seine 105 Holz in die Volle brachten ihm nicht viel Applaus ein, die 126 Holz und 13 Neuner in die Räumgasse dafür umso mehr. Auch eine interessante Art 231 Holz zu werfen. Dass er es auch normal kann zeigte er auf der folgenden Bahn mit 126 Holz in die Vollen und 105 Holz im Abräumen drehte er das Verhältnis wieder richtig. Seine 898 Holz kompensierten Volker Baumeisters Missgeschick aus dem ersten Block und festigten den zweiten Rang. Da dies zugleich über 40 Holz mehr waren als die anderen Spieler bieten konnten, war das Feld der Medaillenaspiranten auf nur noch vier Mannschaften eingegrenzt.
Und hier setzte sich die KV Nordsaar entscheidend ab. Daniel Schulz übertraf das Ergebnis von Holger Mayer und setzte sich mit 931 Holz zeitweise an die Spitze der Einzelwertung.
Spannender war der Streit um Bronze zwischen der SKV Salzgitter und der KSV Riol. Jörg Brandenburg (SKV Salzgitter) konnte mit einer Schlussattacke auf Bahn 5 (226 Holz) an Thomas Steines (KSV Riol) vorbeiziehen und das Polster auf 21 Holz erhöhen. Thomas Steines tat sich schwer auf den Räumgassen. Dazu kam eine Unachtsamkeit auf die Bauern und so zehrte er bis zum Schluss von seiner Bahn 5, die er mit 238 Holz gemeistert hatte.

Den Titel brachte Markus Gebauer für die KV Nordsaar in trockene Tücher. Im Schnitt 129 Holz in die Volle und 108 Holz im Abräumen trugen ihn zum ersten Platz in der Einzelwertung mit 947 Holz. Die „schlechteste“ Bahn war Bahn 6 mit 223 Holz, die „Zweitschlechtesten“ waren 239 Holz. Mit dieser Leistung belegten die Spieler der KV Nordsaar die ersten drei Plätze der Einzelwertung.
Um die übrigen Medaillen wurde es nach dem dritten Durchgang nochmal spannend. Bernardo Immendorf (KSV Riol) konnte mit 898 Holz ein Ausrufezeichen setzen. Fantastische 472 Holz erkegelte er auf den letzten beiden Bahnen und brachte seine Mannschaft an Salzgitter vorbei auf den dritten Platz und wieder in Schlagdistanz zu Silber, denn Kai Thomas (RSV Remscheid) musste durch seine 872 Holz ein bisschen von Remscheids Polster abgeben, das auf 27 Holz schmolz. Dabei zeigte er nur zwei kleine Schwächen, nämlich auf Bahn 6 als er 80 Holz räumte und im Anschluss auf Bahn 7 119 Holz in die Volle warf.
Härter traf es da schon die SKV Salzgitter. Carsten Warnecke durchlebte einige Aufs und Abs im Spielverlauf. Zwischen 115 und 127 war in die Vollen alles dabei und auch die Räumergebnisse erstreckten sich zwischen 70 und 99 Holz. Das Endresultat von 827 Holz bedeutete den vierten Platz mit 50 Holz Rückstand auf die KSV Riol, die zu diesem Zeitpunkt Bronze inne hatte.

Der Triumph der KV Nordsaar wurde durch den vierten 900er perfekt gemacht. Jürgen Wagner musste sich auf der letzten Bahn ziemlich strecken. Mit 231 Holz auf Bahn 6 beschloss er jedoch seinen Durchgang mit 901 Holz und rundete den mehr als deutlichen Erfolg ab.
Auch Andreas Herzig, der vorlegen durfte, machte die Silbermedaille für die RSV Remscheid klar. Nach einem verhaltenen Start auf Bahn 5 mit 209 Holz schien es kein Halten zu geben. 236 Holz auf Bahn 6 und 242 Holz auf Bahn 7 summierten sich schließlich zu 912 Holz. Einschließlich des Polsters hätte die KSV Riol 940 Holz werfen müssen, um den Silberrang zu erklimmen.
Kai Knobel (KSV Riol) startete vielversprechend auf Bahn 6 mit 226 Holz. Carsten Schinke (SKV Salzgitter) schien gleichzeitig nicht ernsthaft den 50 Holz Rückstand auf des KSV Riol attackieren zu können. Durch seine 208 auf Bahn 8 waren es fast 70 Holz, die er auf den letzten 90 Würfe hätte aufholen müssen. Aber versuchen kann man es ja mal. Auf Bahn 5 folgte ein Neunerfeuerwerk mit 131 Holz in die Volle und 117 geräumten Hölzern – ohne Anwurf. Plötzlich blieben nur noch 26 Holz Rückstand. Es folgte eine 133 Holz Volle und insgesamt 230 Holz auf Bahn 6. Noch 12 Holz in Reserve für Kai Knobel. Dieser wehrte sich verbissen, doch die bessere Antwort hatte immer Carsten Schinke. Nach der letzten Volle lagen lediglich acht Holz zwischen den beiden Streithähnen. Kai Knobel streute eine dicke Sieben ein und verlor ein weiteres Holz während Carsten Schinke die beiden notwendigen Neuner nachlegte. Bis zum 117. Wurf lag Kai Knobel diese Zwei Neuner bzw. zwei Holz hinten. Mit den letzten drei Würfen warf er die drei geforderten Neuner, die noch die Möglichkeit auf Bronze offen hielten. Carsten Schinke benötigte nun zwei Neuner und eine Acht. Am Ende wurden es drei Neuner und erneut die bessere Antwort.
Nach der Niederlage mit einem Holz gegen die KV Nordsaar bei den Deutschen Meisterschaften 2013 in Morbach und dem Vizemeistertitel, folgte hier die wohl noch schmerzlichere Niederlage mit zwei Holz.

1. KV Nordaar 3702
2. RSV Remscheid 3565
3. SKV Salzgitter 3487
4. KSV Riol 3485
5. KV Mittelsaar 3431
6. KSV Wetzlar 3347
7. TuS Kirchberg 3333
8. GSK Nordhorn 3165

Sonntag, 25. Mai 2014: 2. Tag

Damen A Vereinsmannschaft

Im ersten Durchgang beim Damen A Verein wurden bereits die Weichen für die Medaillenplätze gestellt. Für die gute Stimmung in der Halle zeichnete sich Martina Schmidt (SK Langenfeld) verantwortlich. Den Langenfelder Damen am Vortag nacheifernd legte sie im ersten Block  einen furiosen Start hin. Mit 115 Holz auf der ersten Räumgasse setzte sie sich an die Spitze. Erst in der zweiten Hälfte gelang es Sylvia Brill (Verein Herner Kegler) wieder Anschluss zu finden. Insbesondere in die Vollen konnte Sylvia Brill einige Holz gut machen um so auf der letzten Volle Gasse an Martina Schmidt noch vorbei zu ziehen. Da beide die letzte Räumgasse im Gleichschritt mit 86 Holz beendeten konnte Herne mit 847 zu 840 Holz knapp die erste Führung übernehmen.
Diese sollte jedoch nicht lange halten. Im zweiten Block zeigte Mirjan Serrée (Aachener SKV) mal wieder ihr Können. 231 Holz auf der ersten Bahn bedeuteten einen ähnlich fulminanten Start wie Martina Schmidt zuvor, doch konnte die Niederländerin das Niveau besser halten. Im Mittelabschnitt tat sie sich zwar schwerer auf die Räumgassen, jedoch konnten 130 und 128 Holz in die Vollen das Ergebnis weiter hoch halten. Als auf der Abschlussbahn die Räumgasse mit neun Neunern auch wieder funktionierte standen 877 auf dem Tota. Der Anspruch auf die Meisterschaft war somit deutlich angemeldet worden.
Zum Spitzenquartett gesellten sich die Damen vom KSC Polch hinzu. Claudia Holz zeigte nur eine Schwächephase auf der berüchtigten Bahn 2. Ihre 208, 217 und 218 Holz auf den übrigen Bahnen reihten sich nahtlos in die Spitzenergebnisse der anderen Spitzenmannschaften ein. 825 Holz bedeuteten zumindest noch Tuchfühlung mit dem dritten Rang.

Im ersten Block des zweiten Durchgangs legten die SK Langenfeld fast eine Vollbremsung hin. Rita Müller kam nur sehr schwer ins Spiel und musste sich auf der ersten Bahn mit 164 Holz begnügen. Zweimal unter Schnitt waren eine Bürde, die sie das ganze Spiel begleiten sollte. In die Räumgasse lief nicht viel zusammen aber zumindest auf ihre Vollen konnte sie sich im weiteren Spiel verlassen. Da aber die Hölzer normalerweise in die Abräumgassen gemacht werden, blieb ihr Zählwerk bei 717 Holz stehen.
Die Damen des zweiten Blocks ließen sich dagegen nicht lange bitten. Allen voran Simone Billotin (Aachener SKV) brachte ihre Mannschaft mit 860 Holz fast schon sicher aufs Treppchen. In die Vollen spielte sie lediglich 13 Holz mehr als Rita Müller, doch in die Räumgassen packte sie 130 Holz drauf. Alle Gassen lagen zwischen 96 und 98 Holz. Niemand war an diesem Tag konstanter im Abräumen. Im gleichen Block konnte auch Claudia Jaster  die Aussgangssituation für den KSC Polch verbessern. Über ihre Startbahn sei der Mantel des Schweigens gehüllt. Ja, natürlich war es Bahn 2. Doch nachdem diese Hürde genommen war ging es deutlich souveräner voran.  Mit einem Schnitt von 90 Holz in die restlichen Räumgassen konnte sie ihr Ergebnis noch auf 805 Holz bringen und ihr Team auf Rang zwei vorschieben.

Langenfeld rutschte dadurch noch weiter nach hinten. Susanne Bäsel brachte die KV Mittelsaar durch ihre 820 auf Platz vier zur Halbzeit und Dortmund hatte zu diesem Zeitpunkt Bronze inne. Martina Nielinger profitierte von einer sehr starken zweiten Halbzeit (424 Holz) und konnte 797 Holz zur Gesamtzahl beitragen.

Doch die Freude hielt nicht lange an. Im dritten Durchgang schickten die SK Langenfeld Bettina Woltersdorf auf die Bahnen. Mit Räumergebnissen zwischen 96 und 99 Holz hatte man fast ein Déja-vu mit Simone Billotins Leistung. In die Vollen allerdings war Bettina Woltersdorf deutlich stärker. Mit 887 Holz sicherte sie sich Platz 1 in der Einzelwertung und katapultierte die Gastgeberinnen vom sechsten auf den zweiten Platz. Dortmund und Mittelsaar mussten nach dem dritten Durchgang die Medaillenhoffnung begraben. Übrig blieben zu diesem Zeitpunkt nur noch Aachen und Polch. Doch auch diese beiden taten sich schwer und verloren jeweils über 100 Holz auf die SK Langenfeld in diesem Durchgang.
 Marion Koch (Aachener SKV) hatte jedoch ein 180 Holz Polster im Rücken bevor sie auf die Bahnen ging. Entsprechend beruhigt konnte sie ihren Durchgang angehen. Bei ihren 782 Holz zeigte sie keine Schwächen und konnte 75 Holz Vorsprung an die letzte Starterin übergeben. Bei Beate Gsodam sah es etwas anders aus. Der Vorsprung betrug nur 73 Holz und er schmolz schnell zusammen. Ohne größere Fehler, aber auch ohne einen echten Reißer legte sie bei 760 Holz die Kugeln beiseite. Aus dem Vorsprung war ein 54 Holz Rückstand geworden.

Im letzten Durchgang konnte Heike Martini eine sehr gute erste Hälfte mit 421 Holz anbieten. Die Taschenrechner wurden gezückt, man fragte sich ob und wie Aachen noch abgefangen werden könne. Auf der zweite Hälfte verlor sie jedoch ein bisschen den Faden. Mit 113 und 114 Holz in die Vollen wollten dann auch die beiden Räumgassen nicht mehr richtig fallen und so legte sie die Messlatte in erreichbare Höhen. Aachen benötigte noch 733 Holz für Gold und auch Polch konnte mit 862 Holz die eigentlich sichere Bronzemedaille versilbern.
Doch gleich auf der ersten Bahn gab es einige Schreckminuten für die Aachener SKV. Auf der Räumgasse zog sich Sabine Hennes einen Muskelfaserriss zu. Sie musste ihren Durchgang abbrechen und an Angelika Winkler übergeben. Interessanterweise passierte diese Auswechslung wieder auf Bahn 2. In die Räumgasse Wir erinnern uns noch an den Vortag bei deim Damen Verein. Genau. Nochmal „Patsch“. 53 Holz geräumt. Das beruhigte die Nerven nicht wirklich. Weder die der Zuschauer, noch die der Spielerin. Doch auf der folgenden Bahn fand Angelika Winkler in ihren Spielrhythmus. Im Prinzip hielt sie sich an das Schema Volle 115, Räumen 80 und kam so auf die notwendigen Hölzer. Mit 757 Holz ging die Goldmedaille erneut an die Aachener SKV.
Im Wettstreit um Silber machte es Rita Kasper-Kirst (KSC Polch) lange Zeit spannend. Bahn 4 mit 209 Holz war ein ordentlicher Start. Auf Bahn 1 nahm sie dann Kurs auf Silber. Nach acht Neunern im Abräumen wechselte sie mit 430 Holz auf die letzten 60 Würfe. 122 Holz auf Bahn 2 in die Volle waren ebenfalls im Soll, doch dann kam die Räumgasse. 62 Holz waren zu wenig um die Silberträume wahr werden zu lassen.
Auch ein toller Schlussspurt mit 231 Holz auf Bahn 3 nutze nichts mehr. Am Ende fehlten 17 Holz, um den Platztausch vornehmen zu können.

1. Aachener SKV 3276
2. SK Langenfeld 3251
3. KSC Polch 3235
4. KV Dortmund 3113
5. KV Mittelsaar 3030
6. VBK Bielefeld 2997
7. Verein Herner Kegler 2980
8. SK Eifelland Gilzem 2819

Herren A Vereinsmannschaft

Der Herren A Vereinswettbewerb wurde mit Spannung erwartet. Konnten doch die Rheinland-Pfälzer in den beiden letzten Jahren jeweils alle drei Podestplätze für sich beanspruchen. In diesem Jahr wollte zumindest der WKV mit der SKG Rösrath ein kräftiges Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden.
Der erste Block präsentierte auch direkt spannenden Kegelsport. Friedhelm Kohlhoff (SKG Rösrath) erwischte einen Start nach Maß. 129 Holz bei den ersten 15 Würfen konnten sich sehen lassen. Die Titelverteidiger vom SKV Trier waren damit gefordert. Manfred Göbel war davon wenig beeindruckt und konnte mit 132 Holz noch einen oben drauf setzen. In die erste Räumgasse konnten beide 89 Holz nachlegen und so ging es Kopf an Kopf auf die zweite Bahn. Hier machte Gerd Köhl aus dem Zweikampf einen Dreikampf, indem er in die Volle und im Abräumen jeweils 117 Holz erkegelte. Friedhelm Kohlhoff war jedoch der Einzige aus diesem Trio der das Niveau auch in der zweiten Halbzeit halten konnte. Während Manfred Göbel und Gerd Köhl jeweils eine 70er Räumgasse einstreuten, konnte der Rösrather mit 117 Holz auf den letzten 15 Würfen auftrumpfen. 907 Holz bedeuteten gleichzeitig das Tagesbestergebnis und einen satten 40 Holz Vorsprung vor den SK Münstermaifeld und 60 Holz auf die SKV Trier.
Im zweiten Block des ersten Durchgangs brachte Jörg Schnell seine KV Lahntal in eine hervorragende Position. Nach schüchternen 204 auf Bahn 6 löste er die Bremse. Es folgten 239, 226 und abschließende 212 Holz. Mit 881 Holz setzte sich die KV Lahntal auf den zweiten Platz.
Die KSV Riol als Dritter der letzten Meisterschaften hatten ein paar Startprobleme. Rudi Toepp konnte in die Vollen immer mithalten, doch im Abräumen versagte der Neunerschlag. Mit 821 musste er sich am Ende des Felds anstellen, da die Konkurrenten ihren ersten Block jeweils namhaft besetzt hatten. So waren Klaus Dichter (SK Eifelland Gilzem/ 848 Holz), Klaus Benoist (KV Nordsaar / 840 Holz) und Jürgen Logemann (KSV Georgsmarienhütte / 854 Holz) die weiteren Protagonisten des ersten Durchgangs. Vor einigen Jahren hätte das auch ein Zwischenlauf im Herren Einzel sein können.

Im zweiten Durchgang schob sich das Teilnehmerfeld noch weiter zusammen.
Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) konnte mit 874 Holz seine Mannschaft auf den ersten Rang bringen. Mit 1739 Holz lagen sie ein Holz vor Rösrath, für die Michael Stippe 831 Holz beisteuern konnte. Weitere drei Holz dahinter fanden sich die Mannen der KV Nordsaar ein. Hilbert Wagner hatte mit einem Endspurt von 245 Holz sein Team auf den vorläufigen Bronzeplatz gekegelt. Damit noch nicht genug, Illtal kam auf 1721 Holz und die SKV Trier auf 1702 Holz. Fünf  Mannschaften lagen somit innerhalb von 36 Holz.

Im dritten Durchgang entspannte sich die Lage etwas. Markus Thiel und H.-J. Sens (KV Nordsaar) kamen nur auf 752 Holz und der Medaillenzug war somit abgefahren. Die übrigen vier Mannschaften schenkten sich auch weiterhin nichts.
Nach oben zeichnete sich ebenfalls eine Vorentscheidung ab. Bis zur Halbzeit lagen Hans-Jürgen Föhr (SKV Trier), Manfred Stuch (SK Münstermaifeld) und Ralf Hennes (SKG Rösrath) innerhalb von acht Holz zusammen. Auf der Räumgasse der dritten Bahn zog Ralf Hennes mit einen Zwischenspurt an, dem niemand folgen konnte. Mit 116 Holz nahm er Hans-Jürgen Föhr 36 Holz und Manfred Stuch sogar 45 Holz ab. Mit 884 verließ er die Bahnen und hatte SKG Rösrath mit 48 Holz in Führung gebracht. Darüberhinaus verringerte sich der Abstand zwischen der SKV Trier und den SK Münstermaifeld auf sechs Holz. Hans-Jürgen Föhr (857 Holz) konnte auf der zweiten Hälfte etwas mehr zusetzten als Manfred Stuch (835 Holz).
Das Ganze wurde dann noch abgerundet durch Joachim Peter, der für die KV Illtal nachlegen durfte. Die beiden rechten Räumgassen standen ihm nach der Hand und so konnte er seine Mannschaft bis auf zehn Holz an Trier heranführen. Es durfte dem Schlussdurchgang entgegengefiebert werden.

Dieser hielt was man sich erhofft hatte.

Der Auftakt war sehr ausgeglichen. Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) kam mit leichtem Rückstand auf Jan Demetrio (SKG Rösrath) von der ersten Bahn. Jürgen Reinert (SKV Trier / 853 Holz) fand nicht sofort ins Spiel und handelte sich einen 12 Holz Rückstand auf Münstermaifeld ein, den er im weiteren Verlauf nicht mehr aufholen konnte. Nach der zweiten Vollegasse lagen Alfred Mitscher und Jan Demetrio gleichauf. In die Räumgasse wurde es spannend. Jan Demetrio verpasste vier Bauern und Alfred Mitscher fing an Neuner einzustreuen. Plötzlich waren fast 40 Holz des eigentlichen Vorsprungs der Rösrather aufgebraucht. Jan Demetrio schaffte mit den letzten Würfen noch eine kleine Neunerserie und konnte den Vorsprung wieder auf 23 Holz ausbauen. Auf der dritten Bahn boten beide Kegelsport vom Feinsten. Jan Demetrio hatte leichte Vorteile in die Volle doch Alfred Mitscher konnte zehn Neuner in die Räumgasse bieten, wohingegen Jan Demetrio bei neun Neunern hängen blieb. Noch 19 Holz Rückstand für Münstermaifeld.
In die letzte Vollegasse dann ein ratloser Jan Demetrio. Durch seine 110 Holz konnte Alfred Mitscher weitere 17 Holz aufholen und der Rückstand war auf zwei Holz geschrumpft. Bei den ersten drei Anwürfen leistete sich Jan Demetrio zwei dicke Siebenen und der Gleichstand war hergestellt. Beide warfen ihre zweite Neun, doch dann riss bei Alfred Mitscher  (872 Holz) der Faden. Ein Dreierbild und zwei dünne Sechsen brachten die Aufholjagd zu einem abrupten Ende. Diese Phase nutzte Jan Demetrio (843 Holz) für eine Neunerserie, um davon zu ziehen und den Titel in Nordrhein-Westfalen zu halten.
Als Nachleger hatte Rainer Scheidt (KV Illtal / 828 Holz)) das Medaillenbild ordentlich durcheinander zu wirbeln. Allerdings waren dazu mindesten 863 Holz notwendig. Damit wäre Trier vom Bronzeplatz verdrängt worden. Er startete zu verhalten mit 197 Holz auf Bahn 5 und auch Bahn 7 waren lediglich 200 Holz. Zu wenig um in die 860er Region vorzustossen. Im Gegenteil, mit den letzten Würfen konnte Horst Mickisch (860 Holz) die KSV Riol noch auf Platz vier spielen.

1. SKG Rösrath 3465
2. SK Münstermaifeld 3446
3. SKV Trier 3421
4. KSV Riol 3391
5. KV Lahntal 3386
6. SK Eifelland Gilzem 3285
7. KV Nordsaar 3265
8. KSV Georgsmarienhütte 3163

Montag, 26. Mai 2014: 3. Tag

Herren B Vereinsmannschaft

Bei der Frage nach den Favoriten hörte man bei den Zuschauern meistens Rösrath, Mittelsaar, Düsseldorf und Salzgitter. Dieser Tipp sollte sich am Ende auch bewahrheiten, allerdings in einer anderen Reihenfolge.
Im ersten Durchgang dominierte von Beginn an die SKG Rösrath mit Adolf Pucher. Während die Konkurrenz froh war zwei Neuner in die Räumgassen zu erkegeln, gab sich Adolph Pucher erst mit sechs Blanken zufrieden. In die Vollen waren Werner Damble (SKV Trier) und Klemens Hartmann (SG Düsseldorf) teilweise besser, aber im Abräumen hatten sie keine Chance. Mit 853 Holz übernahm Adolf Pucher die Führung nach dem ersten Block und legte den weiteren Mitfavoriten, namentlich SKV Salzgitter und KV Mittelsaar, eine sehr ordentliche Bürde auf.
Diese schickten als Antwort ihre Altinternationalen als Startspieler ins Rennen: Hans-Werner Krumpe (SKV Salzgitter)  und Jeannot Peter (KV Mittelsaar). Hans-Werner Krumpe spielte mit einem 126 Holz Schnitt über zehn Holz mehr in die Vollen als alle anderen Starter und auch im Abräumen machte ihm kaum jemand etwas vor. Einzige Ausnahme blieb Bahn 7, dort fand er die passende Lauflinie gar nicht und musste nach 70 Holz im Abräumen die Bahn wechseln. Wären dort auch seine standardmäßigen sechs Neuner gefallen, wäre es ganz nah an die 900 Holz gegangen. Zu viel Konjunktiv, das Zählwerk blieb schlussendlich bei 868 Holz stehen. Zum Tagessieg in der Einzelwertung reichte es trotzdem.
Jeannot Peter hatte mit einem gruseligen Start auf Bahn 7 zu kämpfen. 185 Holz waren nicht nur für seine Verhältnisse unterdurchschnittlich. Sein Comeback auf den drei verbleibenden Bahnen war dafür umso beeindruckender. Mit einer guten Bahn 8 kam er auf 401 Holz zur Halbzeit und dann folgte auf Bahn 5 126 in die Volle und 107 geräumten Holz. Mit seinen 847 Holz setzte er die Saarländer in eine aussichtsreiche Verfolgerposition auf Rang 3.
Im zweiten Durchgang nutzte die KV Mittelsaar die Gunst der Stunde. Mitten in der Schwächephase von der SKG Rösrath und der SKV Salzgitter konnte Ingo Wagner auftrumpfen. Nach mäßigem Start und ein paar Bauernfehlern kam er immer besser in Fahrt und steigerte sich von Bahn zu Bahn. Der Höhepunkt folgte auf Bahn 7. Auf der Bahn, die dem ein oder anderen arge Schwierigkeiten bereitet hatte, schloss er seinen Durchgang mit 232 Holz und 114 Holz im Räumen ab. Seine 838 Holz schoben die KV Mittelsaar mit weitem Vorsprung an die Spitze. Da Hubert Krumbe (SKG Rösrath) und Günter Papenburg (SKV Salzgitter) mit 758 und 748 Holz fast 100 Holz verloren, war die Entscheidung um den Titel so gut wie gefallen.
Durch Siegfried Pattens 808 Holz konnte die SG Düsseldorf ebenfalls profitieren. Sie verkürzte den Abstand auf Silber und Bronze auf unter 30 Holz.
Der dritte Durchgang brachte die vermeintliche Entscheidung um Silber, denn die SKG Rösrath konnte erneut keine 800 Holz abrufen. Johannes Verhees erwischte einen gebrauchten Tag mit 783 Holz. Ganz besonders Bahn 8 war ihm nicht wohlgesonnen. Um eine weitere 52 Holz Räumgasse in seiner Karriere zu finden, wird er lange zurückdenken müssen. Dem gegenüber stand Johann Marintschaks (SKV Salzgitter) 841 Holz. Er überzeugte durch sein ausgeglichenes Spiel, mit Bahnergebnissen zwischen 207 und 212 Holz sammelte er Holz um Holz und setzte die SKV Salzgitter mit 63 Holz Vorsprung auf den Silberrang. Die KV Mittelsaar, verteten durch Hermann Brandstetter, war dadurch allerdings nicht zu beeindrucken. Er sammelte seine Hölzer vor allem in die rechten Räumgassen und hielt damit den Holzverlust in Grenzen. Durch seine 818 Holz blieben noch 46 Holz als Polster auf die SKV Salzgitter und 109 Holz auf die SKG Rösrath für den Schlussdurchgang erhalten.
Für Rösrath durfte Manfred Selge vorlegen. Auf den Titel bestand keine Hoffnung mehr, doch Silber war vielleicht noch zu attackieren. Bahn 7 mit 208, trotz nur 100 Holz in die Volle waren eine gute Basis für eine hohe Zahl und er nahm den Schwung aus der Räumgasse auf die nächste Bahn mit. Bahn 8 mit 215 Holz und Bahn 5 mit 226 Holz zeigten eine stetige Steigerung. Auf Bahn 6 wollte die verflixte sechste Neun in die Räumgasse nicht fallen und sein Tota zeigte 864 Holz an.
Damit war die Aufgabe für Harald Koch klar. 802 Holz mussten her, um den zweiten Platz zu halten.
Es fing eher zurückhaltend an mit 113 in die Volle und dies setzte sich auch auf die Räumgasse fort. Am Ende fielen wenigsten zwei Blanke und damit 191 Holz auf der eigentlich ergiebigsten Bahn. Die nächste Bahn machte dann schon wieder etwas Hoffnung. Mit 200 Holz war noch nichts verloren und die Tendenz zeigte nach oben. Diese setzte sich auch auf den folgenden 30 Würfen fort. Mit hervorrangenden 127 Holz begann er, um dann wieder mit der rechten Räumgasse Probleme zu bekommen. Doch auch hier bekam er zumindest zwei Blanke und insgesamt 205 Holz. Es kam also auf die letzte Bahn an. Hier mussten mindestens 206 Holz fallen. Die Volle mit 119 waren im Rahmen, doch es mussten jetzt mindestens vier, wenn nicht fünf Neuner her.
Harald Koch begann richtig stark. Die ersten drei Anwürfe waren gleich drei Neuner. Nach einer dicken und einer dünnen Sieben folgte die vierte Neun. Danach wurde es nervenzerreißend. Beim elften Wurf rutschte er bei der Kugelabgabe aus und fiel. Salzgitters Glück, dass nicht nur er sondern auch Neun Kegel am anderen Ende der Bahn fielen. Hände abputzen, Krone gerade rücken und weiter. Doch die Sicherheit war dahin. Vier Wurf und mindestens 17 Holz waren nötig. Der zwölfte Wurf war ein Zitterkugel. Zu tief, zu langsam, nicht weit genug raus – gaaaanz dicke Sieben mit Vorderdame und Bauer. Wurf aufs Räumbild war nicht ganz so zitterig aber trotzdem spannend. Geräumt. Noch acht Holz bei zwei Würfen. Tief, etwas angedrückt, nicht langsam genug – dicke Fünf. Mit dem letzten Wurf fielen die erlösenden drei Kegel und Salzgitter war mit einem Holz Vorsprung auf Rösrath Viezemeister und sicherte sich so die Silbermedaillie.
Von alledem unbeeindruckt ging Jean Everard (KV Mittelsaar) seinen Durchgang an. Vielleicht etwas zu unbekümmert, denn seine erste Bahn endete bei 187 Holz. Doch ab der zweiten Bahn ging alles seinen gewohnten Gang. Mit 807 Holz machte er die Goldmedaille für die KV Mittelsaar perfekt. Damit teilen der WKV und der SSK die fünf Titel in den bisher gespielten Mannschaftsdisziplinen unter sich auf.

1. KV Mittelsaar 3310
2. SKV Salzgitter 3259
3. SKG Rösrath 3258
4. SG Düsseldorf 3221
5. SKV Trier 3204
6. KKV Kassel 3106
7. KSV Osburg 3003
8. BKV Warndt 2959

Vorlauf Damen A Einzel

Am frühen Morgen stand der Vorlauf im Damen A Einzel auf dem Programm. Um 9:00 Uhr ging es los und die Damen mussten vom Start weg hellwach sein.
Am besten gelang dies Birgit Sowinski (Wuppertaler SK). Sie spielte einen beeindruckenden 124 Holz Schnitt in die Vollen und verschaffte sich damit von der ersten Kugel an ein kleines Polster, da in die Räumgassen auch jeweils zwei bis sechs Blanke fielen. Sie konnte sich somit die weiteren Blöcke in aller Ruhe anschauen. Ihre 843 Holz sollten in diesem Wettbewerb nur noch einmal übertroffen werden. Mehr Nervenstärke wurde von Simone Billotin (Aachener SKV) verlangt. Ebenfalls mit einem Schnitt von über 8 in die Vollen, konnte sie auf den ersten beiden Räumgassen den Wurf zur Neun nicht finden. 392 zur Halbzeit verlangten nach einer Steigerung, die zum Glück in die nächsten beiden Räumgassen auch eintrat. Ihre 816 Holz sollten sogar zum sechsten Platz reichen, obwohl die meisten Experten ein höheres Ergebnis für die Qualifikation zum Zwischenlauf vorhergesagt hatten. Aber die Damen taten sich richtig schwer an diesem Tag.
Ebenso Mirjan Serrée (Aachener SKV), die auf Bahn zwei äußerst knapp die 200 Holz passieren konnte. Auch die zweite Vollegasse schien mit 119 Holz noch ausbaufähig zu sein, doch dann fand sie in die Erfolgsspur. 305 Holz sammelte sie auf den nächsten drei Räumgassen und konnte sich damit ganz nach vorne schieben. Ihr Räumergebnis über alle vier Gassen lag bei 386 Holz und damit 25 höher als das der zweitbesten Räumerin.
Diese befand sich zufällig im selben Block. Monika Lamping (Quakenbrücker SK) erkegelte mit 818 Holz einen persönlichen Rekord sowie ihre erste 800er Zahl und das im Rampenlicht der Deutschen Meisterschaften. Beeindruckend war auch ihre Leistung auf Bahn 2 im Abräumen. Ihre 89 Holz wurde von keiner anderen Keglerin auf dieser Bahn erreicht.
Im dritten Block gingen die Ergebnis weiter zurück. Nur Marion Henkel (SKG Mülheim) konnte sich noch ins Finale zittern. Sie kam mit einer gewissen Konstanz auf 811 Holz. Auf den Bahnen fielen zwischen 193 und 210 Holz. Nichts herausragendes, aber auch kein Einbruch. In der Endabrechnung sprang nach langem Bangen der achte Platz heraus.
Ähnlich spannend machte es Vera Schwan (KV Nordsaar). Nach einem verpatzten Start auf Bahn 2 (178 Holz) behielt sie die Nerven und konnte sich Holz um Holz nach vorne arbeiten. 208 Holz auf Bahn 3 gaben das Selbstvertrauen zurück und auf Bahn 4 warf sie mit 223 Holz so viel, wie keine ihrer Konkurrentinnen. Mit 812 Holz blieb für sie der siebte Platz, der in diesem Block aber kaum Beachtung fand. Die Enttäuschung aus Sicht der Gastgeber spielte sich auf der Nebenbahn ab. Bettina Woltersdorf (SK Langenfeld) kam nur schwer in den Wettkampf. Der Knoten wollte auch auf den folgenden Bahnen nicht platzen und so mussten mit den letzten sechs Würfen fünf Blanke fallen. Am Ende wurden es nur vier. Sie scheiterte mit ihren 808 Holz an der Vorgabe von Marion Henkel und landete auf dem neunten Platz.
Ein weiterer Grund für Bettina Woltersdorfs Ausscheiden fand sich im letzten Block. Anja Brunnengräber (KSG Mittelhessen) war, ähnlich wie Vera Schwan, nach einer schwachen Startbahn 2, so gut wie zum Ausscheiden verurteilt. Auf der letzten Gasse waren sechs Blanke gefordert, um die Zahl von Bettina Woltersdorf zu überbieten. Im Gegensatz zur Lokalmatadorin behielt sie die Nerven und acht Kugeln fanden ihren Weg perfekt ins Ziel. Mit 820 Holz belegte sie sogar den vierten Rang. Deutlich souveräner konnte Rita Kasper-Kirst (KSC Polch) ihren Vorlauf gestalten. Nach 190 Holz auf Bahn 4 blieb das Zählwerk nicht mehr unter 207 Holz stehen. Mit einem, nach aussen hin, lockeren Durchgang erkegelte sie 838 Holz und komplettierte den Zwischenlauf auf Platz drei.

Vorlauf Damen B Einzel

Die Ergebnisse des ersten Blocks schienen relativ niedrig zu sein und sollten keine allzu hohe Hürde für die folgenden Keglerinnen darzustellen. Doch im weiteren Spielverlauf zeigte sich, dass sie Gold wert waren.
Sowohl Barbara Stierand-Peterwitz (Ninepin 09 Iserlohn), als auch Renate Rickert (KV Gütersloh-Rheda) und Gertrudia Taschke (KV Wülfrath) hatten mindestens eine Räumgasse unter Schnitt in ihrem Durchgang. Die Neuner fielen nur sehr zögerlich und so wog jeder Fehler doppelt schwer. In der Endabrechnung stellte sich heraus, dass sie die wenigsten Fehler gemacht hatten und ihre 739 bzw. zwei Mal 724 Holz zu den Plätzen sechs bis acht reichten.
Dass noch hohe Zahlen fallen können, zeigte Maria Schmedt (BSV Ostbevern) in ihrem Durchgang. Achter Schnitt in die Volle und zwei bis drei Neuner in die Räumgassen reichten zu Platz 1 mit 802 Holz.
Kanpp dahinter kam Renate Schote (Aachener SKV) in den Zwischenlauf. Mit 791 Holz belegte sie Platz 3. Die 800 verspielte sie bereits auf der ersten Vollegasse. 102 Holz waren 24 Holz weniger als Maria Schmedt dort erzielt hatte und sind sicherlich noch steigerungsfähig beim nächsten Mal. Im restlichen Verlauf zeigten beide eine ähnliche Taktik. Achter Schnitt in die Vollen und dann zwei Neuner in die Räumgasse.
Im vierten Block wurde es ergebnismäßig wieder ruhiger. Zwei außerordentliche rechte Räumgassen sorgten für das Weiterkommen und eine schlechte linke Räumgasse auf Bahn 2 verhinderte eine Top Zahl für Ulrike Zörb (KV Lahntal). Mit 42 Holz auf Bahn 2 im Räumen kann man sich normalerweise vorab auf das Ausscheiden einstellen, gut wenn man dann die Nerven im Griff hat und sich auf jeweils vier bzw. fünf Neuner verlassen kann, die in die rechten Räumgassen fallen. 749 Holz und ein Platz im Zwischenlauf entschädigten für die Achterbahnfahrt.
Im Vergleich zu Maria Schmedt und Renate Schotes büßte Anna Röhrig ihre Holz in die Vollen ein. Im Räumen lag sie fast auf Augenhöhe mit den beiden Führenden, doch in die Volle war im Schnitt bei 112 Holz das Wurflimit erreicht. Um ihre Zwischenlaufteilnahme musste sie dennoch nicht bangen. Mit 766 Holz belegte sie den vierten Platz.
Die zweite 800er Zahl dieser Konurrenz bescherte Rita Sauerwald (SKC BW Haiger) im letzten Block. Eine tolle erste Halbzeit brachte ihr 413 Holz, von denen sie bis zum Schluss zehren konnte. Dabei fing sie auf der gefürchteten Bahn 2 mit 204 Holz an. Zum Vergleich: Durchschnittlich wurden bei den Damen B auf Bahn 2 nur 175 Holz erzielt.

Dienstag, 27. Mai 2014: 4. Tag

Vorlauf Herren B Einzel

Der Morgen begann turbulent. Bedingt durch die Verkehrssituation hatte der ein oder andere Spieler Probleme zur angegebenen Startzeit auf den Bahnen zu stehen. So wurde der Anwurf kurzerhand ein paar Minuten verzögert  und das Starterfeld konnte mit 15 minütiger Verspätung die ersten Kugeln werfen. Der Leistung des ersten Blocks tat dies nicht gut und lediglich Karl Hessel (Verein Kölner Kegler) konnte sich mit 850 Holz für den Zwischenlauf qualifizieren.
Im zweiten Block beruhigte sich die Situation. Johann Marintschak (SKV Salzgitter) konnte mit einer grandiosen zweiten Halbzeit den Tagessieg erringen. Auf den Bahnen 3 und 4 erkegelte er 479 Holz. 117 bzw. 115 Holz in die Räumgassen waren die jeweiligen Bestwerte des Tages. Im Gleichen Durchgang konnte sich auch Volker Kalb (BKV Warndt) die Teilnahme am Zwischenlauf sichern. Mit 842 Holz markierte er den achten Rang. Zu verdanken hatte er die Qualifikation vor allem einer kuriosen Bahn 1 auf der er nur 113 Holz in die Volle erspielte, dafür aber 117 Holz abräumte.
Auch im dritten Block buchten zwei Kegler die Teilnahme am Zwischenlauf. Werner Fockenberg (SK Langenfeld) nutzte seinen Heimvorteil zumindest in der ersten Halbzeit. Nach den ersten 60 Würfen zeigte sein Zählwerk 449 Holz an. Die zweite Hälfte lief nicht mehr so rund, doch reichten seine 844 Holz für den siebten Platz. Neben ihm spielte Jürgen Logemann deutlich konstanter. Wenn es eine Schwäche gab, dann war es wohl die erste Gasse. 117 Holz auf Bahn 3 bieten Verbesserungspotential. Gut, wenn man das mit der folgenden Räumgasse und 105 Holz mehr als ausgleichen kann. 864 Holz bedeuteten den fünften Rang und ein Wiedersehen in der Zwischenrunde.
Der vorletzte Block wurde deutlich ruhiger. Einzig Ingo Wagner (KV Mittelsaar) konnte sich mit 888 Holz empfehlen. Beide rechten Räumgassen schloss er mit neun Blanken ab. Auf die linken Räumgassen tat er sich etwas schwerer. Vier bzw. sechs Blanke ließen aber auch keine Sorgen aufkommen. Neben Johann Marintschak war er der einzige Spieler, der im Schnitt über 100 Holz je Räumgasse erkegelte. Den tragischen Helden des Vorlaufs fanden die Zuschauer ebenfalls in diesem Block. Nach dem letztjährigen Scheitern im Vorlauf mit einem Holz, ereilte Werner Schmedt (Tecklenburger SK) das gleiche Schicksal auch in diesem Jahr. Eine verkorkste Räumgasse auf Bahn 2 bedeuteten 841 Holz und den undankbaren neunten Platz.
Im letzten Block boten Hans Werner Krumpe (SKV Salzgitter) und Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) zwei ganz souveräne Leistungen. Mit 890 Holz von Hans-Werner Krumpe und 872 Holz durch Alfred Mitscher wurde der letzte Block des Halbfinals komplettiert. Überragende Vollegassen, kombiniert mit vier bis acht Neunern im Abräumen ließen nie einen Zweifel am Erreichen des Zwischenlaufs aufkommen.

Vorlauf Herren C Einzel

Das Feld bei den Ü70 Herren wurde stärker gesiebt. Von 20 Startern durften sich vier für den Endlauf empfehlen. Manfred Pock (SKV Heiligenhaus) läutete mit 870 Holz den Wecker um 9:00 Uhr in der Früh. Sehr konstant, mit durchschnittlich 123 Holz in die Vollen begann er die Bahnen und sammelte vier bis sechs Neuner in die folgenden 15 Räumwürfe. Auf Bahn 6 legte er zusätzlich noch einen Endspurt von 224 Holz ein und fertig war die Finalteilnahme.
Im folgenden Block tat sich Karl-Heinz Eversberg (SKV Hilden) deutlich schwerer. An seine Ergebnisse in die Vollen konnte niemand kratzen, doch die Räumleistung auf Bahn 6 machte ihm einen kräftigen Strich durch die Rechnung. 62 Holz waren äußerst dürftig, doch er behielt die Nerven. Dank 233 Holz auf Bahn 7 beendete er seinen Durchgang mit 843 Holz und durfte bis zum Schluss zittern. In der Endabrechnung wurde es sicherer als erwartet, denn sein Ergebnis reichte sogar zum dritten Platz.
Der dritte Block ging leer aus, wenn auch denkbar knapp. Johannes Verhees 840 sollten nicht reichen, da im folgenden Block Alfred Neitzert (Westerwälder Kegler) ein Überraschungscoup gelang. Seine Startgasse erwischte er nicht und wechselte mit nur 112 ins Räumen, doch dort spielte er die beste Räumgasse des gesamten Starterfelds mit 117 Holz. Plötzlich war das Selbstvertrauen da und die Kugeln liefen wie an der Schnur gezogen. Auf der letzten Gasse benötigte er noch 88 Holz und schaffte eine Punktlandung. Mit einer Sieben im letzten Wurf kam er auf 841 Holz und konnte sich das letzte Finalticket sichern.
Den ersten Platz des Vorlaufs errang der Titelfavorit aus Rösrath, Manfred Selge, mit neuem Deutschen Rekord von 899 Holz. Mit einer Neun im vorletzten Wurf wären auch hier die 900 Holz gefallen, aber so ist vielleicht noch Steigerungspotential für das Endspiel vorhanden.

Vorlauf Herren A Einzel

Der nächste Höhepunkt dieser Meisterschaften erwartete die Zuschauer am Nachmittag. Der Herren A Einzel Vorlauf bot Spannung bis zu den letzten Kugeln. Dabei begann es relativ ruhig.
Manfred Damm (RSV Remscheid) setzte mit 879 Holz den ersten Orientierungspunkt. Seine Vollen waren ein Wechselbad der Gefühle. Zweimal 130 Holz und zweimal keine 120 Holz. Im Räumen fand er dann jedoch immer wieder seine Konstanz. Bis auf die schwierige Bahn 2 konnte er alle Räumgassen mit sechs Blanken beenden. Damit war für ihn alles im grünen Bereich.
Der zweite Block war der beste Durchgang der letzten beiden Tage. Alle vier Kegler sollte sich für den Zwischenlauf qualifizieren. Den Anfang machte Manfred Rhode von der SKV Korbach. Wie bei einigen anderen zuvor waren die rechten Räumgassen die Garanten seines Erfolgs. 107 und 108 Holz legten den Grundstein für seine 882 Holz. Mit den letzten Würfen auf Bahn 1 zog er noch mit Horst Mickisch (KSV Riol / 882) gleich, der aufgrund von zwei Holz weniger in den Räumgassen das Nachsehen hatte.
Ebenfalls konstant auf hohem Niveau kegelte Klaus Steier (KV Nordsaar). Mit Bahnergebnissen zwischen 213 und 226 Holz konnte er sehr zufrieden sein. Er handelte sich auf Bahn 4 mit einer 89 Holz Räumgasse jedoch etwas zu viel Rückstand auf die beiden Führenden ein. Daher musste er sich mit 875 Holz begnügen und noch ein wenig mitfiebern, ehe klar wurde, dass es locker für die nächste Runde reichen würde.
Nervös bis zum Schluss war Michael Stippe (SKG Rösrath). Ein fantastischer Endspurt auf Bahn 1 mit 119 Holz in die Vollen und 116 Holz im Räumen brachten ihm mit 862 Holz die Zwischenlaufteilnahme auf den letzten Drücker. Während die noch kommenden Teilnehmer dachten, sie müssten 870 oder gar 880 Holz erkegeln, um am Zwischenlauf teilzunehmen, verloren sie die wirkliche Messlatte aus den Augen.
Gefördert wurde dieses Denken zusätzlich durch den dritten Block. Uwe Schlitzberger (KKV Kassel) zeigte mit drei Bahnen zwischen 226 und 232 Holz Kegelsport der Extraklasse. Nur Bahn 3 fiel mit vier statt acht Neuner in die Räumgasse ab. Allerdings reichte es mit 906 Holz auch so zum Tagessieg. In die Volle noch stärker als Uwe Schlitzberger war Bodo Schwanke (TSG Rheda). Im Räumen jedoch musste er dem Kasselaner regelmäßig den Vortritt lassen. Durch 78 Holz auf Bahn 2 links kam er sogar noch einmal richtig in die Bredouille. Für eine sicheres Weiterkommen benötigte er mit den letzten 15 Würfen zehn Blanke. Acht wurden es und so blieb er mit 872 auf dem siebten Platz. Da der letzte Block jedoch komplett an den 862 von Michael Stippe scheiterte, änderte sich an der Zusammensetzung des Zwischenlaufs nichts mehr.

Vorlauf Damen C Einzel

Das Finale im Damen C Einzel wird ein reines WKV Endspiel. Veronika Ebeling schaffte im ersten Block den Sprung unter die besten Vier. Ordentliche Vollegassen und keine Fehler im Abräumn reichten an diesem Tage aus, um mit 728 Holz zum Finalquartett zu gehören.
Wie bereits bei den Herren A war auch bei den Damen C der zweite Block am stärksten. Christel Schiffer (KV Essen) hatte zwar keine 200er Bahn anzubieten, allerdings waren drei Bahnen über 190 Holz mehr als ausreichend. An der Serienmeisterin der letzten Jahre, Monika Schultze (VBK Bielefeld), gab es aber kein Vorbeikommen. Mit einem lang gezogenen Endspurt über die letzten 60 Würfe setzte sie sich von Christel Schiffer ab. Mit 420 Holz in der zweiten Hälfte kam sie auf 799 Holz, was nur zum zweiten Platz des Vorlaufs reichte. Der ersten Rang war Gisela Grote (SG Düsseldorf) nicht zu nehmen. Mit drei Bahnen über 200 Holz und der vierten Bahn mit 199 stellte sie den zweiten neuen Deutschen Rekord an diesem Tag auf. 826 Holz wurden in dieser Altersklasse auf Deutschen Meisterschaften noch nie erreicht.

Zwischenlauf Damen B Einzel

Den ersten Zwischenlauf dieser Deutschen Meisterschaften bestritten die Damen B. Im Vergleich zum Vorlauf änderte sich nicht viel. Lediglich innerhalb der Blöcke wurden ein paar Plätze getauscht, aber keine Spielerin des ersten Blocks konnte ins Endspiel vorstoßen.
Am spannendsten machten es Rita Sauerwald (SKC BW Haiger) und Anna Röhrig (Bochumer KV) mit der Qualifikation. Rita Sauerwald lag sieben Gassen lang auf einem souveränen Qualifikationskurs, ehe sie auf der letzten Räume die Lauflinie in die Gasse nicht fand. 782 Holz aus dem ersten Block waren zu überbieten und Rita Sauerwald kam nach ihrer 62 Holz Abschlussgasse auf 786 Holz. Anna Röhrig hingegen haderte mit ihrem Spiel in die Räumgassen von der ersten Bahn an.  Die Vollen waren super, immerhin war sie die einzige Keglerin, die über 8er Schnitt lag. Im Räumen fehlte es dann aber an der nötigen Konsequenz. Auf den ersten beiden Räumgassen gelangen ihre jeweils nur 70 Holz. Als es dann darauf ankam schaffte sie doch die beiden notwendigen Neuner und konnte mit 789 Holz in die Schlussrunde einziehen.
Weniger spannend machte es Renate Schotes (Aachener KV). Immer auf 800er Kurs liegend konnte sie auf ihrer letzten Bahn noch einen Tacken zulegen und diese Runde mit 820 Holz beenden.
Spannend auf eine andere Art machte es Maria Schmedt (BSV Ostbevern). Bis zum Schluss war ein neuer Deutscher Rekord in Reichweite, den sie am Ende dennoch knapp verfehlte. 848 Holz waren das beste Damen B Resultat dieser Meisterschaften bis dato. Leider fehlten vier Holz zum neuen Rekord und rückblickend wird sich Maria Schmedt über die relativ schlechten Vollen ärgern. Bei 113, 115, und 116 Holz sind die fehlenden Hölzer schnell gefunden.
Am Donnerstag kann es jedoch einen neuen Anlauf im Finale geben.

In eigener Sache: Da ich ab Mittwoch selber am Start bin, wird es von diesen Tagen keine Berichte geben.

Samstag, 31. Mai 2014: 8. Tag

Endlauf Mixed

Das Mixed Finale entwickelte sich recht schnell in zwei Richtungen. Die beiden Paare von der KV Nordsaar setzten sich zügig ab und spielten die Gold- und Silber-Medaillen unter sich aus, wohingegen Sarah Kremer / Micky Wolf (RSV Remscheid) und Marion Henkel / Bernd Ries (SKG Mühlheim) die Bronzemedaille unter den WKVlern ausmachen sollten.
Bianca und Holger Mayer gaben von Beginn an Gas und konnten sich auf der ersten Bahn bereits einen Vorsprung von fast 30 Holz erkegeln. Mit 205 Holz sah es schon frühzeitig nach einer kleinen Vorentscheidung aus. Yvonne Ruch und Michael Pinot konnte mit 175 zwar ebenso überzeugen, aber der Rückstand war überraschend deutlich. Einen ähnlichen Wechsel auf die zweite Bahn konnten auch Marion Henkel / Bernd Ries und Sarah Kremer / Micky Wolf bieten.
In den folgenden 30 Würfen sortierte sich das Feld dann neu. Mayer/Mayer hatten ihre Probleme auf Bahn 2 und verspielten ihren kompletten Vorsprung, da Ruch/Pinot mit 194 Holz auf Bahn 3 überzeugen konnten. Mit vier Holz übernahmen sie die Führung. Auch zwischen den WKV-Paaren wechselten die Plätze. Kremer/Wolf zogen mit 184 Holz auf Bahn 1 auf den dritten Platz. Von dort waren sie auch auf den folgenden Bahnen nicht mehr zu verdrängen. Mit 176 Holz trafen sie Bahn 2 als Beste, so dass Marion Henkel und Bernd Ries keine Hölzer gut machen konnten und als sie selbst auf Bahn 2 mussten offenbarte die Bahn erneut ihre Tücken. Mit 658 Holz liefen sie auf Platz vier ein. 12 Holz mehr bedeuteten für Sarah Kremer und Micky Wolf die Bronzemedaille.
Vorne blieb es spannend. Auf der dritten Bahn hatten Bianca und Holger Mayer wieder ihren Lauf von Bahn 1. 214 Holz waren das Top-Ergebnis auf Bahn 3 und gleichzeitig der erste Platz. Ruch/Pinot konnten zwar auch 197 Holz anbieten, doch der Rückstand betrug vor der letzten Bahn 13 Holz. Es sollte allerdings noch Bahn 1 kommen und dort starteten Yvonne Ruch und Michael Pinot mit elf Neunern, ehe eine dicke Acht fiel. Mit zwei weiteren Neunern zum Abschluss war die erneute Führung mit fünf Holz wieder hergestellt. Ein wenig Fallpech mit zwei dünnen Achtern auf Bahn 4 kurz vor Schluss durch Holger Mayer entschieden schließlich das Titelrennen. Mit 782 zu 765 Holz ging die Deutsche Meisterschaft an Yvonne Ruch und Michael Pinot, der damit der erste Franzose im Herrenbereich sein dürfte, der einen Deutschen Meistertitel inne hat.

Zwischenlauf weibliche U24 Einzel

Der Zwischenlauf der Juniorinnen fand auf den Bahnen 5-8 statt und die Angst vor den schwierigen Bauern auf den frisch gewachsten Bahnen war eines der Hauptthemen bevor der Start freigegeben wurde. Entsprechend blieben die Null-Einschläge auch nicht aus.
Die Überraschung des Zwischenlauf war Selina Petschel (KSV Wetzlar). In ihrem ersten U24-Jahr überzeugte sie mit einem mutigen Auftritt und schockierte die erfahreneren Spielerinnen bereits auf der ersten Bahn. Mit einer tollen ersten Räumgasse auf Bahn 8 (115 Holz) kam sie auf 233 Holz. Dies war zwar noch nicht die Qualifikation für den Endlauf, aber es beruhigte ungemein. So verkraftete sie Bahn 5 mit 194 Holz problemlos und konnte sich auf die nächste linke Räumgasse wieder verlassen. Dort fielen weitere acht Neuner, insgesamt 229 Holz und dies bedeutete nach dem Bestergebnis des Zwischenlaufs ihre zweite Bestmarke. Mit 862 Holz konnte sie dem zweiten Block beruhigt entgegen sehen.
Ohne Probleme konnte sich Sandra Gsodam (SK Langenfeld / 872 Holz) für den Endlauf qualifizieren. Im Gegensatz zu Selina Petschel lag die Stärke der Lokalmatadorin bei den rechten Räumgassen. Dank 123 bzw. 108 Holz konnte ihr dort niemand das Wasser reichen, in die linken Gassen war jedoch noch Verbesserungspotential zu entdecken. 70 und 79 Holz ins Abräumen und auf Bahn 7 nur 116 Holz in die Volle, das hätte mehr sein können und wäre mit einem neuen Deutschen Rekord belohnt worden. Den schnappte sich Svenja Lambert von der KV Nordsaar. Mit über 400 Holz im Abräumen nutzte sie die Schwäche der Konkurrenz aus und holte sich neben dem Sieg im Zwischenlauf auch den Deutschen Rekord mit 886 Holz.
Die erste Spannung gab es im Duell um den letzten verbliebenen Platz im Endlauf. 119 Würfe lang machte Annika Hilkmann (KV Wanne-Eickel) der deutlich erfahreneren Luisa Wagner (KSV Wieseck) das Leben richtig schwer. Sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen als die ersten Würfe in die Räumgassen nicht den gewünschten Erfolg brachten, sondern arbeitete stetig und wurde gegen Ende immer mit Neunerserien belohnt. Tja, bis zum 120. Wurf. Luisa Wagner lag zwei Würfe hinter Annika Hilkmann und benötigte mit den letzten Würfen drei Neuner, um noch eine theoretische Chance aufs Finale zu haben, da Hilkmann im 119. Wurf die Neun zum Anwurf gespielt hatte. Mit einer Acht im letzten Wurf wäre sie mit 855 Holz uneinholbar vorne gewesen. Doch statt das Gefühl von der Neun im vorherigen Wurf mitzunehmen und den letzten Wurf zu machen wartete sie ab. Luisa Wagner warf die erste Neun, Luisa warf die zweite Neun und sie warf die dritte Neun. Annika Hilkmann, mit verlorener Körperspannung, verlorener Konzentration und plötzlich selber unter Druck stehend warf nur eine Sieben. Mit 852 zu 852 Holz musste das bessere Räumergebnis entscheiden und dort lag Luisa Wagner mit drei Holz vorne. Da war der Grünschnabel noch etwas zu grün.

Endlauf weibliche U24 Einzel

Der Endlauf stellte sich als deutliche Angelegenheit für Sandra Gsodam (SK Langenfeld) heraus. Mit einem kleinen Feuerwerk auf Bahn 2 setzte sie sich mit 222 Holz sofort an die Spitze und sollte sie auch nicht mehr abgeben. Von Bahn zu Bahn baute sie ihren Vorsprung aus und ließ bei den Konkurrentinnen keine Hoffnung aufkeimen, noch Mal in Schlagdistanz zu kommen. Den Deutschen Rekord verpasst, aber den Deutschen Meister Titel mit 868 Holz gewonnen.
Der Kampf um Silber war da deutlich weniger entspannt. Svenja Lambert (KV Nordsaar) und Luisa Wagner (KSV Wieseck) taten sich schwer auf ihrer ersten Bahn. Mit jeweils 201 Holz lagen sie gleichauf. Doch Luisa Wagner fand bereits auf der zweiten Bahn in ihren Rhythmus und konnte sich durch eine starke Räumgasse (99 Holz) eine Halbzeit von 429 Holz erkegeln. Svenja Lambert gab sowohl in die Volle, als auch im Abräumen jeweils 10 Holz ab und lag deutlich hinten.
Selina Petschel musste dem tollen Zwischenlauf etwas Tribut zollen. Zwei Räumgasse mit jeweils nur 70 Holz brachten sie vom Start weg auf den vierten Platz, den sie auch nicht mehr verlassen konnte.
Die zweite Hälfte konzentrierte sich entsprechend auf das Duell Luisa Wagner gegen Svenja Lambert. Auf der dritten Bahn war Svenja Lambert plötzlich voll da. Mit 132 Holz in die Volle und 99 Holz geräumt schoss sie mit 9 Holz Vorsprung auf den zweiten Platz vor. In die letzte Volle gab sie zwar anschließend fünf Holz ab, aber im Räumen konnte Luisa Wagner die beiden notwendigen Neuner nicht setzen, die sie mehr gebraucht hätte als Svenja Lambert. Entsprechend ging Silber mit 849 Holz an Svenja Lambert und Bronze mit 844 Holz an Luisa Wagner.

Zwischenlauf männliche U24 Einzel

Der Zwischenlauf der Junioren deutete schon an, wohin es im Endlauf gehen würde.
Im ersten Block lieferten sich die beiden Düsseldorfer Valentin Olbricht und Niklas Sowinski ein Duell auf höchstem Niveau. Bis zur letzten Gasse lag Valentin Olbricht mit lediglich einem Holz (705 Holz) hinter seinem Clubkameraden. Doch Niklas Sowinski erwischte auf Bahn 3 einen Lauf. Mit 117 Holz in der Räumgasse gab es keine Chance an ihm vorbeizuziehen. Durch seine 923 Holz war der Endlauf gebucht. Für Valentin Olbricht wurde es doppelt bitter. Er kam auf Bahn 2 nur auf 81 Holz. Die vierte Neun wollte einfach nicht fallen. So blieb es bei 884 Holz, die am Ende nicht für das Finale reichen sollten. Nachdem Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) im Vorlauf mit 943 Holz ebenso wie Svenja Lambert bei den Juniorinnen den Deutschen Rekord aufstellen konnte, war der Zwischenlauf nervenaufreibender. Durch 130 Holz in die Volle auf Bahn vier brauchte er noch 96 Holz im Abräumen. Aber die Neunerserie im Abräumen blieb aus. Mit den letzten drei Würfen benötigte er 24 Holz. Mit zwei Neunern und einer Sieben übertraf er die geforderte Zahl von Valentin Olbricht noch auf den letzten Drücker.
Auch Mike Reinert (SKV Trier) und Dominik Schulz (Verein Kölner Kegler) wurden bis zur letzten Gasse gefordert. Niemand leistete sich bis dahin eine Schwäche, doch für die zu überspielenden 884 Holz sind die ein oder andere hohe Räumgasse nötig. Dominik Schulz war in einer ähnlich Situation wie Dominik Werner. Doch konnte er auf Bahn zwei 9 Neuner erspielen und mit 902 Holz in die letzte Runde einziehen. Mike Reinert war noch einen Tick souveräner. Vier Neuner wurden von ihm gefordert und er warf ebenfalls neun Blanke. 916 Holz bedeuteten der zweite Rang im Zwischenlauf.

Endlauf männliche U24 Einzel

Das Finale der männlichen U24 war an diesem Tag an Spannung nicht mehr zu überbieten.
Niklas Sowinski (SG Düsseldorf) nahm sich in der ersten Räumgasse bereits eine Auszeit. 88 Holz auf Bahn 1 rechts bedeuteten 20-25 Holz Verlust auf die direkten Konkurrenten. Mit 215 Holz lag er auf Platz vier. Vor ihm lagen Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) mit 232 Holz und Mike Reinert (SKV Trier) mit 238 Holz. Die Führung hatte Dominik Schulz (Verein Kölner Kegler) nach einer 117 Holz Räume mit 240 Holz inne.
Auf der zweiten Bahn legte Dominik Schulz eine kleine Pause ein. Mit nur 89 Holz im Räumen rutschte er auf den letzten Platz mit 444 Holz. Niklas Sowinski war wieder in der Spur und konnte mit 445 Holz in die zweite Halbzeit gehen. Vorne tobten sich Dominik Werner und Mike Reinert aus. Dominik Werner machte durch 127 in die Volle seinen Rückstand wett und setzte sich mit 116 Holz im Abräumen auf Bahn 1 an die Spitze mit 475 Holz. Knapp dahinter folgte Mike Reinert mit 473 Holz.
Auf der dritten Bahn legte dieses Mal keiner eine Verschnaufpause ein. Im Gegenteil - Niklas Sowinski und Dominik Schulz knallten beide 13 Neuner in ihrer Räumgasse. Dadurch schob sich das gesamte Feld auf sieben Holz zusammen. Vorne lag weiterhin Dominik Werner mit 700 Holz und den Abschluss bildete Niklas Sowinski mit 693 Holz.
Es wurde jedoch noch knapper! Nach der Volle war das Feld nur noch durch sechs Holz getrennt und erstmalig übernahm Mike Reinert die Führung mit 828 Holz. Dominik Schulz rutschte mit 821 Holz ans Ende.
Mike Reinert verlor zu Beginn der Räumgasse die Führung und rutschte auf den dritten Platz ab, als er mit den ersten fünf Anwürfen nur zwei Neuner erspielen konnte. Doch sein Endspurt mit sieben Neunern in den letzten sieben Würfen drehte das Blatt wieder zu seinen Gunsten. Mit 935 Holz konnte er sich den deutschen Meistertitel sichern. Niklas Sowinski gelangen sieben Neuner und 920 Holz, die für Silber reichten. Das Sahnehäubche in puncto Spannung setzten Dominik Schulz und Dominik Werner. Dominik Werner lag mit einem Holz vor Dominik Schulz. Bis er im 118. Wurf eine Split anwarf. Linke Seite mit König, Vorderdame und Bauer - rechte Seite mit Bauer. Dominik Schulz hatte nur noch den Anwurf, bei einer Neun seinerseits musste Dominik Werner das Bild räumen und ebenfalls eine Neun spielen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Drei Schritte Anlauf - kräftiger Drall in der Kugel - schöner Bogen um die Schere - dünner Einschlag zwischen Vorderdame und Bauer - und alle Kegel waren weg. Eine Neun im letzten Wurf brachte ihm die Bronzemedaille, wobei Dominik Schulz lediglich eine Acht zustande brachte. 912 zu 910 Holz war die Entscheidung für Dominik Werner.

Zwischenlauf Damen Einzel

Ähnlich wie die weibliche U24 hatten auch die Damen Respekt vor den Bauern auf den Bahnen 5-8. Es sollten auch hier einige dumpfe Einschläge verzeichnet werden.
Birgit Meierjohann (SK Langenfeld) kam am Besten mit den Bahnen zurecht. Sie konnte als Einzige ihre Räumergebnisse auf jeder Bahn über 80 Holz halten. Kombiniert mit sehr starken Vollgassen mit 125 Holz im Schnitt kam sie auf 855 Holz. Mit einem Bauernfehler weniger oder einer Neun im vorletzten Wurf hätte es auch für Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar) gereicht. Zu viele „Wenns“ und daher blieb es bei 854 Holz und dem fünften Platz.
Annika Boiarzin (VHK Herne / 876 Holz) konnte nach ihrem furiosen Auftritt im Vorlauf auch im Zwischenlauf überzeugen, insbesondere mit dem besten Räumergebnis des gesamten Feldes. Dass es nicht zum Sieg im Zwischenlauf gereicht hat war entsprechend den Vollen geschuldet. Unter anderem 119 Holz auf Bahn 6 und 113 Holz auf Bahn 7 waren etwas zu wenig.
Deutlich besser in die Vollen machte es Yvonne Ruch (KV Nordsaar), auch wenn sie Bahn 7 ebenfalls verpasste. Grandios hingegen ihre geräumten 125 Holz im direkten Anschluss daran.
Im Ganzen schienen ihr die rechten Gassen deutlich besser zu liegen als die linken Pendants.
Den Endlauf komplettierte Katja Ricken (KSC Polch). Die ersten beiden Räumgassen traf sie bereits und eine Halbzeit von 455 Holz bereitete den Weg ins Finale.

Endlauf Damen Einzel

Im Finale schienen die Damen den Krimi der männlichen u24 noch überbieten zu wollen. Yvonne Ruch (KV Nordsaar) konnte die Neunerserie aus dem Mixed auf Bahn 1 nicht wiederholen, in der sie mit ihrem Partner 13 Neuner hingelegt hatte. Trotzdem ging sie mit 219 Holz den Wechsel als Erste an. Katja Ricken (KSC Polch) verlor einigen Boden in die Volle, konnte aber im Abräumen wieder etwas aufholen und lag bei 216 Holz. Annika Boiarzin kam nicht in den Lauf des Vorlaufs und traf nur vier Blanke zum Start. 207 Holz standen bei ihrem ersten Wechsel zu Buche. Birgit Meierjohann (SK Langenfeld) hatte ebenfalls auf der ersten Bahn Probleme in einen Lauf zu kommen und wechselte mit 204 Holz.
Die zweite Bahn brachte die erste Vorentscheidung. Birgit Meierjohann musste abreißen lassen. Ihre 207 Holz waren nicht schlecht, doch die anderen Keglerinnen brannten ein kleines Feuerwerk ab. Annika Boiarzin schien in den Vorlaufmodus geschaltet zu haben und verließ Bahn 3 mit 235 Holz. Dadurch setzte sie sich knapp an die Spitze. Ihre 442 Holz waren jedoch wirklich nur ein hauchdünner Vorsprung. Yvonne Ruch mit 221 Holz und Katja Ricken (224 Holz) konnten von ihrem Vorsprung zehren und bogen mit 441 bzw. 440 Holz in die zweite Halbzeit ein. Hier sorgte Yvonne Ruch für die Vorentscheidung. Bereits in die Volle schaffte sie sich ein 12-Holz-Polster auf die beiden Konkurrentinnen und nahm ihnen auf der Räumgasse weitere Hölzer ab. 229 Holz auf Bahn 3 sollten für den Endspurt reichen. Annika Boiarzin kam auf Bahn 4 nicht in ihren Rhythmus und musste sich mit 203 Holz zufrieden geben. Hierdurch war die Silbermedaille ein gutes Stück entfernt, denn Katja Ricken war mit 217 Holz auch sehr ordentlich unterwegs.
Auf der letzten Bahn warf Yvonne Ruch die nächsten 130 Holz in die Volle und machte mit 97 Holz auf der Schlussgasse ihren dritten Titel bei diesen Meisterschaften perfekt.
Spannend wurde es zwischen Katja Ricken und Annika Boiarzin. In die Volle taten sich beide nicht weh, so dass Katja Ricken mit elf Holz Vorsprung in die Schlussetappe ging. Dort wollte ihr nicht mehr viel gelingen. 70 Holz auf Bahn 2 waren zu wenig, um mit 853 Holz Platz zwei zu verteidigen. Annika Boiarzin (860 Holz) lieferte die vier notwendigen Neuner und konnte sich doch noch über Silber freuen.

Zwischenlauf Herren Einzel

Der Zwischenlauf der Herren erfüllte von den Ergebnissen nicht die hochgesteckten Erwartungen. Ein einsame 900er wurde geboten und 883 Holz mussten zum Erreichen des Endlaufs übertroffen werden. Zum Vergleich - bei der männlichen U24 waren es zwei 900er und die Grenze zum Finale lag bei 884 Holz.
Spannend wurde es trotzdem. Für Thomas Steines (KSV Riol) auch ungewollt spannend. Er startete mit überragenden 253 Holz auf Bahn 1 und verpasste dennoch mit 899 Holz die 900er Marke. Das es für ihn kein entspannter Auftritt wurde lag vor allem an Jürgen Wagner. Er startete mit 234 Holz auf Bahn 2 und nahm Thomas Steines auf den folgenden vier Gassen Holz um Holz ab. Viele Hölzer verlor Thomas Steines jeweils nicht, aber die Differenz wurde immer kleiner. Beim letzten Wechsel lag Jürgen Wagner bei 678 Holz und somit nur noch drei Holz im Hintertreffen. Mit 130 Holz konnte der Rioler nochmals ein Ausrufezeichen auf Bahn 4 in die Volle setzen. Die vier Blanke in die Räumgasse reichten schliesslich, da auch Jürgen Wagner die sechste Neun nicht zu Fall bringen konnte. 889 Holz waren zu diesem Zeitpunkt der zweite Rang.
Bernardo Immendorff (KSV Riol) zeigte nach dem Gewinn des Vorlaufs auch im Zwischenlauf seine Dominanz. Mit einer beeindruckenden Steigerung auf den ersten drei Räumgassen konnte er die Konkurrenz deutlich hinter sich lassen. 98, 105 und 115 Holz brachten ihm 697 Holz vor der letzten Bahn ein. Die Qualifikation war damit reine Formsache und mit 917 Holz durften sich die Zuschauer über die einzigen 900 Holz im Halbfinale freuen.
Spannend machte es auch Marcel Schneimann (VSK Duisburg). Falls Andreas Krüger (SG Düsseldorf) auf seiner letzten Räumgasse nicht durchblankte benötigte er vier Neuner. Andreas Krüger war nah dran, doch seine 114 Holz zum Abschluss reichten nur zu 883 Holz und dem fünften Rang.
Nach einigen Zitteranwürfen mit dicken Fünfern und dünnen Sechsen wurden es schliesslich fünf Neuner für Marcel Schneimann und mit 895 Holz komplettierte er den Endlauf.

Endlauf Herren Einzel

Konnten die Herren die höchst spannende und ergebnistechnisch beeindruckende Vorstellung der männlichen U24 im Finale toppen? Nun ja, zum Teil.
Die Herren begannen relativ verhalten. Bernardo Immendorff (KSV Riol) übernahm mit 224 Holz die Führung beim ersten Bahnwechsel. Marcel Schneimann (VSK Duisburg) kam zwar mit 130 Holz am besten aus den Startlöchern, doch die erste Räumgasse war bereits bei 89 Holz beendet. Jürgen Wagner (KV Nordsaar / 210 Holz) und Thomas Steines (KSV Riol / 202 Holz) hatten schon ein bisschen Boden verloren. Auf der zweiten Bahn schien die Steigerungen im Abräumen von Bernardo Immendorff wieder zu greifen. 107 Holz bauten seinen Vorsprung auf Marcel Schneimann auf 12 Holz aus. Dieser hielt sich vor allem durch seine fantastischen Vollegassen im Spiel. Im Schnitt waren es 130 Holz, die er jeweils nach den ersten 15 Würfen anschreiben lassen konnte. Mit 459 Holz zu 447 Holz ging es an die letzten 60 Würfe.
Im Rennen um Platz drei schien lange Zeit Jürgen Wagner die Nase vorne zu haben. 434 Holz bedeuteten einen Vorsprung von 16 Holz auf den amtierenden Deutschen Meister Thomas Steines. Doch dieser fand in der zweiten Halbzeit erst richtig ins Spiel. Auf den letzten beiden Räumgassen erspielete er 10 bzw. 11 Neuner. Dazu kam noch ein Aussetzer von Jürgen Wagner auf der letzten Vollegasse mit 115 Holz und die Bronzemedaille ging an Thomas Steines mit 909 Holz. Jürgen Wagner (882 Holz) musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Dabei hatte er, abgesehen von der letzten Vollgassse, gut gespielt.
Bronze jedoch wurde fast unbemerkt von den Zuschauern ausgespielt, denn das Duell Immendorff / Schneimann spitzte sich zu. 132 Holz in die Vollen für Marcel Schneimann verkürzten den Rückstand auf Bernardo  Immendorff auf fünf Holz und die folgende Gasse brachte den Führungswechsel. 116 Holz zu 106 Holz machten aus einem fünf-Holz-Rückstand eine fünf-Holz-Führung. Danach nahm der Wahnsinn seinen Lauf.
Bernardo Immendorff konnte die letzte Volle mit 131 Holz zu 128 Holz für sich entscheiden und die Differenz auf zwei Holz reduzieren. Was dann bei den letzten 15 Würfen passierte, war Kegelsport par excellence. Sowohl Bernardo Immendorff als auch Marcel Schneimann Schneimann warfen 13 Blanke. Marcel Schneimann leistete sich hierbei zwar einen Kranz mehr als der Brasilianer, konnte somit aber noch ein Holz über die Ziellinie retten. Mit 947 zu 946 Holz wurde der Wettkampf beendet. Die letzte Bahn konnte zwar Bernardo Immendorff mit 256 zu 252 Holz für sich entscheiden, doch die letzten beiden Bahnen von Marcel Schneimann mit glatten 500 Holz war unwiderstehlich.

Fazit

Somit gingen die Deutschen Meisterschaften in Langenfeld mit einem an Höhepunkten reichen Abschlusstag zu Ende.
Die Meisterschaften waren sehr gut organisiert, so dass selbst der Ausfall des zentralen Bahnrechners ohne größere Verzögerungen blieb. Es war sehr beeindruckend, wie schnell Schreiber gefunden werden konnten, die diesen Tag ohne merkliche Einschränkungen überbrückt haben.
Die Resultate zeigen, in welchem ausgezeichneten Zustand die Bahnen während der Meisterschaften waren. Viele helfende Hände vom Bahnwart, Bahnpflege, den Köchen, Kuchenlieferanten, Schreibern, Bonverkäufern, Thekendienst über die Regie und Ansagern bis zu Toni Perez, Ricky Zimmer, Manfred Jung und Gerhard Sadlowski waren im Einsatz. Ohne diesen Einsatz hätte die Meisterschaft nicht so reibungslos durchgeführt werden können.
Den zahlreichen Zuschauern wurde ausgezeichneter Kegelsport geboten, der in den Finals seine echten Höhepunkte fand.
Im August steht mit der u18/u24 Weltmeisterschaften die nächste Grossveranstaltung auf dem Programm, auf die sich alle jetzt schon freuen können.