Donnerstag, 27. März 2014 11:45

Strahlende Gesichter bei der Gala des Bowling- und Kegelsports

geschrieben von  Uwe Veltrup

                      Deutscher Kegler- und Bowlingbund e.V.

Bei der Gala des Bowling- und Kegelsports erhellten viele Kamera-Blitzlichter den festlich dekorierten Raum. Im Fokus standen die Trainerinnen und Trainer sowie die Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2013 der vier Disziplinverbände im DKB. Unmittelbar nach der Ehrung präsentierten sich die festlich gekleideten Siegertypen stolz mit ihren Ehrenpreisen, die zuvor vom DKB-Präsidenten Dieter Prenzel überreicht wurden, auf den Gruppenfotos.

Für internationales Flair bei dieser DKB-Gala in Mahlow bei Berlin sorgte WNBA-Präsident Ludwig Kocsis, der in seinem Grußwort nicht nur den nominierten Sportlerinnen und Sportlern sowie Trainerinnen und Trainer gratulierte, sondern auch dem DKB: „Es ist eine nachahmenswerte Idee, vorbildliche Leistungen auf und neben den Bahnen im Rahmen einer Gala des Bowling- und Kegelsports zu würdigen.“

Welche vorbildlichen Leistungen für die Nominierung durch die Verantwortlichen in den vier Disziplinverbänden ausschlaggebend waren, wurde zu Beginn der Ehrung in einem von DKB-Medienreferent Rolf Großkopf geschnittenen Einspielfilm deutlich.

Danach übernahm Uwe Veltrup das Mikrofon. Der DKB-Marketingreferent ging im Rahmen der Moderation nicht nur auf die Erfolge der Preisträgerinnen und Preisträger ein, sondern skizzierte jeweils persönliche Kurzportraits. Die Gala-Gäste erfuhren so interessante Details über Motivationen, Methoden und Markenzeichen der Nominierten.

DSKB – Schere-Kegelsport

Drei goldene WM-Medaillen und eine silberne: Katja Ricken wurde nicht zuletzt wegen ihrer Erfolge bei der Schere-Kegelsport-WM zur DSKB-Sportlerin des Jahres 2013 gewählt. Zu den herausragenden Leistungen im Kegelsportjahr 2013 zählte zweifellos das Ergebnis von Katja Ricken im Sprint-Finale der Weltmeisterschaft 2013. In der luxemburgischen Kegelsport-Arena zeigte das Zählwerk nach 20 Würfen in die Vollen grandiose 178 an.
 
Die Kegelsportfans auf der Tribüne waren nach achtzehn Neunen und zwei Achten hellauf begeistert. „Von dieser Atmosphäre habe ich aber so gut wie nichts mitbekommen, da ich mich vor jedem dieser 20 Würfe hundertprozentig konzentriert habe“, verriet die Polizistin  eines ihrer Erfolgsrezepte.

Seit vielen Jahren zählt Katja Ricken zu den Top-Keglerinnen auf den Schere-Kegelbahnen, die junge Mutter war und ist jedoch auch bei Dreibahnen-Meisterschaften regelmäßig auf den vorderen Plätzen zu finden.

In Petange, dem Austragungsort der Schere-Kegelsport-WM 2013, sorgte auch der Sportler des Jahres für Begeisterung und ungläubige Gesichter im deutschen Fanblock. Nicht nur, weil André Laukmann Weltmeister wurde. Vielmehr war es die Art und Weise, wie er den scheinbar uneinholbar führenden Michael Pinot noch abfing: Auf der einen Seite fand der für den SKC Paffrath spielende André Laukmann bei seinen letzten Würfen die Ideallinie und warf acht Neunen in Folge während der Franzose kurz vor Schluss beim Abräumen einen Fehler machte und somit noch mit 886:888 unterlag. „Von diesem dramatischen Finale wird sicher noch oft gesprochen werden“, war sich DSKB-Präsident Erich Schröder, der den Ehrenpreis für den verhinderten André Laukmann entgegennahm, sicher.

Auf den Weg zur Gala des Bowling- und Kegelsports in das brandenburgische Mahlow machte sich die Trainerin des Jahres im DSKB. Und nicht nur Marita Geerdes, sondern auch ihre Familie und Kegelsportfreunde aus dem Emsland. Nicht nur die beiden „Geerdes-Tische“ applaudierten als sie den Ehrenpreis für ihr erfolgreiches und zeitintensives  Engagement in der Jugendarbeit entgegennahm. Wie viele andere Trainerinnen und Trainer auch, erhielt die Salzbergenerin den Impuls, einen Trainerschein zu erwerben, weil sie Kegelsporttalente systematisch fördern wollte: „Die Kinder und Jugendlichen bleiben eben eher dabei, wenn sie ihre Leistungen kontinuierlich verbessern. Nichts motiviert mehr als Erfolgserlebnisse. Und diese Erfolgserlebnisse setzen vor allem richtiges Techniktraining voraus.“

Gala des Kegelsports: Erich Schröder, Marita Geerdes, Katja Ricken und Dieter Prenzel

DBKV – Bohle-Kegelsport

Lässt sich eine erfolgreiche Kegelsport-Karriere mit einer Führungsaufgabe im Kegelsportverein verbinden? Die Sportlerin des Jahres im DBKV kann diese Frage ohne zu zögern bejahen. Silke Schulz ist nicht nur im Trikot des mehrmaligen Deutschen Meisters Grün Weiß Cuxhavens erfolgreich, sondern hat auch als Vorsitzende des Cuxhaveners Kegelsportvereins ein gutes Händchen. Der Name ihres Vereins ist bei regionalen und nationalen Kegelsport-Wettbewerben auf Bohlebahnen regelmäßig auf den vorderen Plätzen zu finden. In den Disziplinen der Damen und auch im Mixed-Doppel trägt die achtfache Nationalspielerin mit ihrem keglerischen Können zu den Erfolgen regelmäßig bei. So auch 2013, als Silke Schulz bei den Deutschen Meisterschaften gleich in vier Disziplinen (Damen A-Mannschaft, Damen A-Einzel, Damen- und Mixed-Doppel) auf dem Siegertreppchen stand.

Der Stellvertretende Vorsitzende des Cuxhavener Kegelsportvereins saß ebenfalls in Mahlow an einem der Gala-Tische. Jedoch nicht nur, um seiner Vorsitzenden zu applaudieren… Auch Hans-Peter Buschbeck demonstriert seit Jahren, dass sich ein  ehrenamtliches Engagement neben den Kegelbahnen und Spitzenleistungen auf den Bohle-Kegelbahnen nicht ausschließen müssen. In der Herren A-Klasse schaffte er bei den „Deutschen“ in den Jahren 2009, 2010 und 2011 den sagenhaften Titel-Hattrick. 2013 wurde er in dieser Disziplin Zweiter. In den Paar-Disziplinen hat „Buschi“, wie er von seinen Kegelsportfreunden genannt wird, mit seiner Mixed-Partnerin Anja Fürst und mit Sohnemann Malte ebenfalls für eine gut gefüllte Pokalvitrine im Cuxhavener Kegelsportzentrum gesorgt. Klar, dass solche Kegelsportler auch in der Nationalmannschaft gefragt sind. Vierzehnmal trug Cuxhavens kegelsportliches Aushängeschild bisher das Trikot mit dem Bundesadler.


Talente suchen, finden und entwickeln – diese drei Aufgaben bewältigt Anke Neumann mit großer Freude und nachhaltigen Erfolgen. Die Trainerin des Jahres im DBKV betreut seit neun Jahren die brandenburgische Landesauswahlmannschaft der B-Jugend. Ihre Teams waren insbesondere beim Deutschlandpokal stets vorne zu finden. Ein Pluspunkt ist sicher, dass die junge Trainerin, die eine wertvolle Spielerin beim SV Calau ist, den Jugendlichen demonstrieren kann, wie technisch einwandfrei gekegelt wird. Sicherlich sind die Trainingslager, in dem die brandenburgischen Jugendteams auf den Saisonhöhepunkt, auf den Deutschland-Pokal vorbereitet werden, ein weiterer Erfolgsfaktor. DBKV-Präsident Peter Enz stellte bei der Preisverleihung heraus, dass Anke Neumann zu den Kegelsportlerinnen zählt, die nicht nur gute Ideen hat, sondern sie ebenso gut umsetzt.

DKBC – Classic-Kegelsport

Hochkonzentrierter Gesichtsausdruck – so kennen die Kenner der Classic-Kegelsportszene Sina Beisser, wenn sie im Trikot der Nationalmannschaft oder im Dress ihres Vereins Victoria Bamberg auf den Kegelbahnen steht. Ein völlig anderes Bild, als die vom DKBC nominierte Sportlerin des Jahres in eleganter Garderobe den Ehrenpreis erhielt: Völlig entspannte Gesichtszüge, die sich mit einer großen Portion Stolz mischten. 2013 war ihr Jahr, weil sie unter anderem den Deutschen Rekord auf der Kegelsportanlage im heimatlichen Öhringen über die 120-Wurf-Distanz mit phantastischen 689 Kegeln verbesserte. Ein weiterer sportlicher Höhepunkt für die Juniorin mit dem auf der Wade tätowierten Kegel war im vergangenen Jahr der Gewinn des Champion League-Titels mit ihrem Bamberger Team.

Der DKBC-Sportler des Jahres feierte bereits seine ersten Erfolge als Jugendlicher als Sina Beisser noch nicht einmal geplant war…: Seit 1976 ist Timo Hoffmann auf den Classic-Kegelbahnen erfolgreich. In diesen fast vier Jahrzehnten hat er sich zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt. Beim Deutschen Abonnementmeister SKV Rot Weiß Zerbst, der 2013 ebenfalls den DKBC-Pokal und den Weltpokal gewann, ist er nicht nur ein wichtiger Leistungsträger. Als Kapitän und Spielertrainer, findet er häufig die passenden Worte und Methoden, um seine Teamgefährten zu motivieren. Er kann jedoch nach wie vor auch sich selbst motivieren: 2013 wurde er über die 200-Kugel-Distanz deutscher Einzelmeister. DKBC-Präsident Jürgen Franke erwähnte bei der Übergabe des Ehrenpreises an Timo Hoffmann, dass er mittlerweile zum DKBC-Trainerstab zählt und die Nationalspieler(innen) von seinen Erfahrungen und vor allem von seinen sportpsychologischen Kenntnissen profitieren.

Dass nicht nur die Nationaltrainer für Erfolge bei Weltmeisterschaften verantwortlich sind, wurde bei der Ehrung von Ingrid Eichler deutlich. Die resolute Allgäuerin ist seit 15 Jahren für die Kegelsporttalente im bayrischen Sportkegler- und Bowlingverband verantwortlich. Wer weiß, wie Ingrid Eichler mit den Jugendlichen trainiert, der weiß auch, dass es kein Zufall ist, dass bei der letztjährigen Jugend-Weltmeisterschaft auf Classic-Kegelbahnen fünf Kegelsporttalente aus dem bayrischen Landeskader das Nationaltrikot trugen. Bemerkenswert in der Karriere der Trainerin Ingrid Eichler ist darüber hinaus, dass sie sowohl hochklassige Männer- als auch Frauenteams auf die Erfolgsspur brachte. Auf die Frage, ob es denn geschlechtsspezifische Unterschiede beim Kegelsporttraining gäbe, war ihre Antwort ebenso knapp wie aussagekräftig: „Unabhängig vom Alter und vom Geschlecht - wichtig ist der gegenseitige Respekt.“

DBU – Bowlingsport

Bereits zum dritten Mal wurde Birgit Pöppler zur Bowlingsportlerin des Jahres gewählt. Anders als bei den beiden anderen Preisverleihungen zuvor, konnte sie in diesem Jahr den Preis nicht persönlich entgegennehmen, da in ihrem Termin- und Wettkampfplan ein sehr stark besetztes Turnier in Unterföhring vorgesehen war. DBU-Präsident Dieter Rechenberg nahm für sie den Ehrenpreis entgegen und ließ noch einmal ihre sportlichen Highlights aus dem vergangenen Jahr Revue passieren. So wurde die für Radschläger Düsseldorf spielende Pöppler mit ihrem Team Deutscher Meister nach einer spannenden Bundesliga-Saison. Oben stand sie auch bei der Siegerehrung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Damen-Einzel und – gemeinsam mit ihrer Schwester Bianca – im Damen-Doppel. Die Punktbeste der DBU-Rangliste vertrat Deutschland auch bei den World Games im kolumbischen Kali, wo Birgit Pöppler im Einzelwettbewerb Platz zwölf und im Doppel mit Pascal Winternheimer Platz sechs belegte.

Nachdem Bodo Konieczny bei der Bowling-WM im Mutterland des Bowlingsports in einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld mit Profis aus Amerika, Asien und Skandinavien Vize-Weltmeister wurde, war den Bowling-Experten klar, dass er bei der Wahl zum Bowlingsportler des Jahres wohl Platz eins belegen würde. Da Bodo Konieczny wie Birgit Pöppler bei der Euro Challenge in Unterföhring an den Start ging, nahm Dieter Rechenberg auch den Ehrenpreis für den Berliner, der in der vergangenen Bundesligasaison erfolgreich für Finale Kassel auf Titeljagd ging, entgegen. Der DBU-Präsident, der in Las Vegas bei der Bowling-WM live dabei war, schilderte wie mit Bodo Konieczny erstmals nach langer Zeit wieder ein deutscher Bowlingspieler eine Einzel-Medaille gewann: „Bodo ist bei Weltmeisterschaften immer für eine Medaille gut. Bei der Heim-WM 2010 in Unterföhring gewann er bereits mit Jens Nickel die Bronze-Medaille im Doppel.“

Nach drei Trainerinnen des Jahres, die von den Kegelsport-Disziplinverbänden DBKV, DKBC und DSKB nominiert wurden, wurde abschließend mit Hubert Kliesch ein Trainer des Jahres geehrt. Dass er mehr als ein „Quotenmann“  ist, wurde schnell deutlich, als Moderator Uwe Veltrup den Menschen und Trainer Hubert Kliesch mit seinen Ein- und Vorstellungen zum Bowlingsport-Training beschrieb. Der 75-jährige Berliner vermittelt seit 45 Jahren vor allem den Berliner Nachwuchsbowlern sein Bowling-Know how mit großem Erfolg. Eine seiner Maximen: „Immer auf dem Laufenden bleiben.“ So saugt Hubert Kliesch Informationen über neue Techniken und Methoden im Bowlingsport förmlich auf, um sie zunächst selbst zu probieren. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Hubert Kliesch früher junge Teams formierte, die von der untersten bis in die höchste Liga aufstiegen.

Film, Fazit und Ausblick

DKB-Medienreferent Rolf Großkopf fungierte bei der Gala als Kameramann. Der Film von der Gala des Bowling- und Kegelsports kann auf der DKB-Internetstartseite www.kegelnundbowling.de angeklickt werden. Dort sind selbstverständlich auch Fotos mit den Geehrten zu sehen.

„Nach der Gala ist vor der Gala“: Simone Eggebrecht, die als Leiterin der DKB-Geschäftsstelle die Gala des Bowling- und Kegelsports organisierte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte, hat bereits den Termin für die dann sechste Auflage im Terminkalender stehen: Am 20. März 2015 werden die Sportlerinnen und Sportler sowie die Trainerinnen und Trainer des aktuellen Jahres geehrt, erneut in Mahlow bei Berlin.

Abschließend noch ein Statement vom DKB-Präsidenten Dieter Prenzel: „Wir freuen uns über die positive Resonanz  auch nach der diesjährigen Gala. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie die Gäste der Gala nach der Ehrung die Plätze und Gesprächspartner tauschen. Bohle-Kegelsportler interessieren sich für die Trainingsmethoden im Bowlingsport, Classic- und Schere-Kegelsportler schildern jeweils die Atmosphäre bei ihren jeweiligen Weltmeisterschaften. Diese vielfältigen Gesprächsthemen und unterschiedlichen Gesprächspartner über die Grenzen des eigenen Disziplinverbandes hinaus machen den besonderen Charme dieser Gala aus. Schön, dass sich diese Gala des Bowling- und Kegelsports mittlerweile etabliert hat.“