Dienstag, 20. August 2013 18:19

2. Internationale Meisterschaften der Damen A und Herren A

geschrieben von  Mike Killadt

Der letzte Tag wurde zum Feiertag der Niederländer. Zum Abschluss der Wettkämpfe ließ ein Doppelerfolg im Herren A Einzel die halle beben. Die restlichen Titel gingen allesamt an die deutsche Mannschaft.

1. Tag: Dienstag, 20.08.2013

Die 2. Internationalen Meisterschaften der Damen A und Herren A finden in diesem Jahr in Eygelshoven (Niederlande) statt. Neben den Gastgebern aus den Niederlanden, nahmen Belgien, Frankreich, Luxemburg und Deutschland an den Titelkämpfen teil. Am ersten Tag stand einzig das offizielle Training der Nationen und die Eröffnungsfeier auf dem Programm
Da bei den Damen A und Herren A Weltmeisterschaften keine Kaderausscheidung gespielt wird, konnte die Nominierung der einzelnen Disziplinen nur anhand der Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften und den Eindrücken beim offiziellen Training basieren. Nach den Trainingsdurchgang lag die Qual der Wahl bei DSKB-Sportdirektor und Delegationsleiterin Jutta Büchling. Die Disziplinen werden wie folgt besetzt:

Damen Mannschaft

Silke Blum, Claudia Jaster, Bettina Woltersdorf und Beate Gsodam (Auswechselspielerin Sylvia Cornelius)

Damen Einzel

Sylvia Cornelius und Rita Kasper-Kirst

Damen Paarkampf

Beate Gsodam / Claudia Jaster und Sylvia Cornelius / Silke Blum

Mixed Paarkampf

Bettina Woltersdorf / Horst Mickisch und Rita Kasper-Kirst / Rainer Stoffels

Herren Mannschaft

Hilbert Wagner, Rainer Stoffels, Ralf Hennes, Robert Fritsche (Auswechselspieler Horst Mickisch)

Herren Einzel

Klaus Benoist und Horst Mickisch

Herren Paarkampf

Klaus Benoist / Robert Fritsche und Hilbert Wagner / Ralf Hennes

2. Tag: Mittwoch, 21.08.2013

Herren A Mannschaft Vorlauf

Der zweite Tag der Internationalen Meisterschaften begann mit einem vermeintlich lockeren Einspielen auf den WM Bahnen. Die Herren Mannschaft musste unter die ersten vier von fünf Teams kommen, um sich für das Finale zu qualifizieren. Wenn alles normal lief sollte dies kein Problem werden.
Hilbert Wagner (D) tat sich als Anstarter kurzzeitig schwer. Nach 6 Würfen standen nur 40 Holz auf der Anzeige, das war aber auch der einzige Makel in seinem Durchgang. Es folgten 80 Holz mit den verbleibenden neun Würfen und danach war er im Spiel angekommen.
Im Abräumen setzte er sich mit einer Neun in der vorletzten Kugel von den Kontrahenten ab (209 Holz) und zog von da an seine Runden. Hein Braeken, für die gastgebenden Niederländer, war mit 199 Holz der beste Verfolger. Auf Bahn 1 war Hilbert Wagner in die Volle wieder zurückhaltend. Seine 116 Holz brachten die anderen Nationen wieder etwas heran, doch die folgenden 114 Holz im Abräumen sorgten sofort wieder für Ruhe. Das Verfolgerfeld formierte sich zwischenzeitlich auch neu. Michel Pichon (FRA) kam auf den mittleren Bahnen ausgezeichnet zu recht und ging mit 618 Holz auf die Zielgerade. Hein Braeken musste ihn passieren lassen. Sein 594 Holz waren in Ordnung, doch erst der Abschluss mit 220 Holz auf Bahn 2 machten den Durchgang richtig gut. An Michel Pichon kam er nicht mehr heran. Der Franzose überzeugte mit 827 Holz.
Etwas abgeschlagen überquerte Roland Backes die Ziellinie. Ohne große Fehler, allerdings auch ohne die Neunerserien im Abräumen kam er auf 777 Holz. Den Gefallen eine "Schnapszahl" zu spielen, tat Hilbert Wagner den deutschen Fans nicht. Eine Neun im letzten Wurf brachten ihm 891 Holz ein und die deutsche Mannschaft konnte entspannt in die nächsten Durchgänge gehen.
Im zweiten Block durfte sich Deutschland mit der Zuschauerrolle begnügen und sah die Entscheidung des Vorlaufs von den Rängen.
Guus Maas (NED) 230 Holz auf Bahn 4 waren der Grundstein für 850 Holz. Luxemburg konnte sich über einen sehr guten Start von Jean-Marc Hoffmann freuen. Dank 216 Holz legte sich die Nervosität in den luxemburgischen Reihen. Jean-Marc Hoffmann konnte den Rückstand in den verbleibenden 90 Würfen nicht ganz aufholen. 844 Holz waren die einzige luxemburgische 800er Zahl an diesem Tag und hatte maßgeblichen Anteil am vierten Platz der luxemburgischen Equipe. Wie Guus Maes und  Jean-Marc Hoffmann konnte sich auch Yves Seng (FRA) den Spitzenplatz in seiner Mannschaft sichern. 828 Holz überboten Michel Pichon um ein Holz und deuteten die Ausgeglichenheit der französischen Mannschaft an.
Da Belgien im gleichen Block nur 695 Holz boten konnte, war bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der unglückliche Fünfte ausgemacht. Da konnte nur ein kleines Kegelwunder helfen, das aber wohl anderweitig beschäftig war und nicht in Eygelshoven vorbeischaute.
Im dritten Block war dann Debütanten Ball angesagt. Alle Nationen schickten ihre "Neulinge" auf die Bahnen. Für Deutschland kam Robert Fritsche zu seinem ersten Einsatz. Er legte seine Nervosität schnell ab und startete mit sehr guten 212 Holz auf Bahn 1. Erst einmal in Führung liegend setzte er sich Holz um Holz von der Konkurrenz ab und beendete seinen Durchgang mit 835 Holz. Wie wertvoll dieses Ergebnis war zeigte sich am Ende des Vorlaufs, als nur vier nicht-deutsche Starter diese Zahl übertreffen konnten. Mit Ergebnissen zwischen 746 und 782 Holz konnten Luxemburg, Belgien und Frankreich keinen Boden gut machen, der Gewinn des Vorlaufs stand somit zur Halbzeit schon kaum noch in Frage.
Als dann auch noch Deutschlands zweiter "Frischling" einen Bomben Einstand feierte, war sogar noch mehr drin.
Ralf Hennes beherrschte die Vollen wie kein Zweiter. Mit 127 Holz im Schnitt wechselte er von den Vollengassen ins Abräumen. Das nahm den Druck Neuner werfen zu müssen und sorgte für eine entsprechende Lockerheit. Mit 675 Holz nach drei Bahnen hatte er das höchste 3/4-Ergebnis und die Rechenspiele fingen an. Waren die 900 Holz heute möglich? 126 Holz in die Volle bedeuteten einen Rest von 99 Holz für die Abräumgasse. Sieben Neuner - keinen König stehen lassen. Doch genau das geschah bereits im ersten Anwurf. Eine dicke Sieben machte diese Rechnung hinfällig. Es sollten insgesamt fünf Neuner und eine schöne 888 werden.
Bei den restlichen Mannschaften schien die Luft ein wenig raus zu sein. Belgien würde nicht mehr in der Lage sein die 695 Holz zu kompensieren und die restlichen Mannschaften bemühten sich darum keine Blöße zu zeigen. Marc Mocas 827 Holz brachten den Franzosen den Titel der ausgeglichensten Mannschaft ein und den zweiten Platz. Die Niederlande konnte durch Frans Feuler nicht folgen und rutschte eine Rang ab.
Die Qualifikation der deutschen Mannschaft war in trockenen Tüchern, doch war noch etwas mehr in Reichweite. Es fehlten "nur" noch 860 Holz zum neuen Mannschaftsweltrekord. Es war an Rainer Stoffels (D) die Bestmarke aus Trier anzugreifen. Auf der ersten Bahn sah zumindest die Volle sehr gut aus. Doch in die Abräumgasse kamen nur fünf Blanke zusammen, so dass er bereits bei 212 Holz den ersten Bahnwechsel vollziehen musste. Auf Bahn 4 sorgte er dann für klare Verhältnisse. 117 Holz im Abräumen summierten sich mit der Vollen auf 243 Holz. 455 Holz zur Halbzeit waren sehr vielversprechend. Die nächste rechte Räumgasse machte ihm wieder ein paar Probleme. Erneut waren es nur fünf Neuner und ein bekanntes 3/4-Ergebnis von 675 Holz. Wie Ralf Hennes warf er in die letzte Volle 126 Holz, entsprechend blieben auch hier 99 Holz für die letzten 15 Würfe. Gleiches Spiel: Sieben Neuner - keinen König stehen lassen. Nächstes Déja-vu - erster Anwurf: Dicke Sieben. Doch kam der König irgendwie noch zu Fall. Bis zum 27. Wurf hatte er sechs Neuner gesammelt es folgte eine dünne Sieben und im 30 Wurf die letzte geforderte Neun. Punktlandung bei 900 Holz und ein neuer Mannschaftsweltrekord von 3514 Holz.

Damen A Einzel Vorlauf

Der Vorlauf im Damen Einzel entwickelte sich zu einem echten Krimi. Sylvia Cornelius (D) tat sich schwer auf den Kunststoff Bahnen. Eine Acht zu werfen war kein Problem, aber die Neuner, insbesondere in die Räumgassen, schienen fast unmöglich. Bauern und Hinterdamen waren ihr an diesem Tag nicht wohl gesonnen. Entsprechend knapp verlief der erste Block. Sylvia Cornelius hielt sich drei Bahnen lang immer knapp vor Petra Comoth (BEL) und Annelies Vreuls (NED). Bahnergebnisse zwischen 190 und 194 Holz zeugten von Konstanz, verschafften ihr jedoch keine Luft auf die Verfolgerinnen. Auf der letzten Bahn zog Petra Comoth das Tempo in die Vollen deutlich an und setzte sich mit zwei Holz vor die Deutsche. Annelies Vreuls war mit 11 Holz auch nicht weit dahinter. Petra Comoth (784 Holz), die fünf Blanke in die letzte Räumgasse warf, konnte sie nicht mehr abfangen, aber es gelangen ihr ebenfalls vier Neuner, die sie auf insgesamt 780 Holz brachten. Gleichzeitig konnte Annelies Vreuls den Rückstand auch nicht entscheiden verringern und beendete ihre Partie mit 770 Holz. Es hieß abwarten, was der letzte Block zu bieten hatte.
Lange musste sie nicht warten. Die hoch eingeschätzte Yolanda Baur (NED) erwischte einen rabenschwarzen Start und musste bereits bei 147 Holz die erste Bahn verlassen. Rita Reinertz (BEL) hatte ein ähnliches Schicksal. Ihre ersten 30 Würfe wurden mit nur 173 Holz belohnt. Leichtes Aufatmen im deutschen Fanblock. Zumal Rita Kasper-Kirst (D) einen überzeugenden Auftritt hinlegte. Keine Bahn unter 200 und mit 844 Holz ein Ergebnis, dass auch in den Herrenmannschaften überzeugt hätte verschafften ihr die Favoritenrolle für das Finale. Der Abstand zu Platz zwei war mit 53 Holz gewaltig. Eben diesen belegte Doris Melo (LUX) mit 791 Holz. Ein bisschen Zittern bis zur letzten Räumgasse war angesagt. Zwei Neuner hatte sie benötigt um die vorgegebene 770 Holz zu übertreffen, am Ende wurden es sechs Blanke und es ging jubelnd ins Finale.

3. Tag: Donnerstag, 22.08.2013

Herren A Paarkampf Vorlauf

Am dritten Tag der Weltmeisterschaften traten die deutschen Einzelspieler in Aktion. Den Anfang machte Klaus Benoist zusammen mit Robert Fritsche (D) im Paarkampf. Auf den frischen Bahnen kamen sie nicht gut aus den Startlöchern und lagen nach der ersten Gasse nur auf dem dritten Rang. Keine Grund zur Panik, sollten doch nur zwei Paare ausscheiden. Bahn für Bahn kamen sie dann immer besser zurecht. Bereits nach der zweiten Bahn fanden sie sich auf Position zwei wieder und hatten mit 689 bereits nach dem ersten Block die nächste Runde erreicht.
Platz eins war nicht mehr in Reichweite. Guus Maes und Hein Braeken (NED) erwischten einen erwischten einen besseren Start und mit zwei Bahnen jenseits von 200 Holz gab es auch kein Halten mehr. Auf der letzten Bahn war sogar ein neuer Weltrekord im Bereich des Möglichen. Eine weitere 200er Bahn war nötig, um die 783 Holz aus Trier zu überbieten. Auf der letzten Gasse wechselten sich die Neuner zu häufig mit Achtern ab, so dass dieses Ziel mit 754 Holz knapp verfehlt wurde.
Das zweite deutsche Paar, Hilbert Wagner und Ralf Hennes, taten sich etwas leichter. Die Startbahn war mit 177 Holz deutlich besser als bei Klaus Benoist und Robert Fritsche. Der Knoten platzte auf der fünften Gasse, als Bahn 4 rechts mit 105 Holz geräumt wurde. Von da an lief es viel lockerer. Mit 116 Holz auf der letzten Gasse kamen sie sogar noch ganz dicht an die Niederländer heran. Zwei Holz sollten am Ende fehlen. Mit 752 Holz qualifizierten sie sich als Zweite für das Halbfinale.
Ein Auge sollte man auch auf Luxemburgs Jean-Pierre Schnorbus und Berto Bargagna haben. Mit sehr konstanten Gassenergebnissen zwischen 88 und 98 Holz zeigten sie keine Schwächen. Ein Höhepunkt mit 106 Holz auf Bahn 1 links sammelten sich zu 722 Holz. Und auch Marc Moca und Yves Seng  (FRA) hatten bei ihren 721 Holz noch Luft nach oben. Eine Gasse mit 68 Holz und eine weitere Gasse mit 77 Holz boten noch Platz für die ein oder andere Neun.

Mixed A Paarkampf Vorlauf

Im Mixed Vorlauf war die Selektion um Einiges strenger. Von den acht gemeldeten Paaren gingen vier ins Finale. Beide deutsche Paarungen hatten keine Probleme das Finale zu erreichen.
Den Anfang machten Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels (D). Eine tadellose Vorstellung, mit Gassen zwischen 88 und 107 Holz brachte sie auf Weltrekordkurs. Doch auf Bahn 4 fanden sie in der letzten Gassen ihren Meister. Ein früher Dreier und viele dünne Würfe summierten sich auf 76 Holz und es fehlten vier Blanke, um eine neue Bestmarke aufzustellen. Ihre 748 Holz sollten nicht wieder erreicht werden.
Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch (D) sicherten sich mit 681 Holz den zweiten Platz. Horst Mickisch konnte in diesem Durchgang die Bahnen erstmalig unter Wettkampfbedingungen testen bevor es an sein Einzel ging. Sechs Gassen mit Ergebnissen zwischen 79 und 89 Holz zeigten keine großartigen Höhepunkte, doch die Konstanz war ausschlaggebend, dass lediglich Petra Comoth und Roland Backes (BEL) mithalten konnten. Allerdings waren sie auch machtlos gegen den Endspurt der beiden Deutschen, als sie auf Bahn 4 eine 98 Holz Gasse einstreuten. Die Belgier ließen mit 672 Holz aufhorchen und werden im Finale zu beachten sein. Auf den Bahnen 1 und 3 war in den linken Gassen mit 71 Holz noch Luft nach oben.
Zur Freude der heimischen Fans konnten sich mit Annelies Vreuls und Leo Moitroux (NED) auch ein niederländisches Paar in den Endlauf spielen. Mit 640 Holz fielen sie zwar etwas ab, aber auch hier lag es an nur an zwei Gassen, die unter Schnitt geräumt wurden.

Herren A Einzel Vorlauf

Klaus Benoist präsentierte sich bei seinem Start im Einzel Vorlauf gut auf die Bahnen eingestellt. Die Lehren aus dem Paarkampf hatte er gezogen und konnte sie auch weitestgehend umsetzen. Insbesondere die Vollen waren seine Paradegassen. Mit 130 Holz auf Bahn 1 in die Volle gestartet kam er auf einen Schnitt von 126 Holz. Einzig Guus Maes (NED) konnte ebenfalls einen 8er-Schnitt in die Volle erkegeln. Die Räumgasse funktionierten bei Klaus Benoist ebenfalls gut. Mit jeder Bahn nahm seine Sicherheit auf der Anlage zu und so sicherte er sich mit 874 Holz den ersten Platz im Vorlauf vor Guus Maes mit 847 Holz.
Michel Pichon (FRA) konnte seine gute Leistung aus dem Mannschaftswettbewerb auch im Einzel bestätigen. Seine 809 Holz sollten die Trennlinie zwischen Halbfinale und Zuschauertribüne ziehen.
Dass man auch Spannung erzeugen kann, wo eigentlich keine ist zeigte Horst Mickisch in seinem Durchgang. Kurz vorher hatte er die Bahnen im Mixed angetestet und im zweiten Block des Herren Einzel Vorlaufs sollte die Generalprobe folgen. Die Vollen in der ersten Halbzeit fielen noch gut, doch die Räumgassen wollten seinen Wurf nicht verstehen. 79 und 80 Holz erlaubten keine großen Sprünge und mit 405 Holz zur Halbzeit war er gerade so im Soll. Zu allem Überfluss verließ ihn die Vollgases auf Bahn 1 auch noch und so konnte er sich durch seine einzig überzeugende Räumgasse retten. 97 Holz auf Bahn 1 geräumt brachten ihm 210 Holz und ein 3/4-Ergebnis von 615 Holz. Ein bisschen unter den Erwartungen, doch die 809 Holz waren das Ziel und die sollten lösbar sein. Nach einer ordentlichen Volle mit 119 Holz benötigte er noch wie Blanke in die Räumgasse. Um diese zu bekommen, war mehr Arbeit nötig als erwartet. Mit dem 117. Wurf war es dann soweit, die zweite Neun fiel. Nur um im 118. Wurf von einer dicken Fünf gefolgt zu werden. Es ging ein vernehmliches Raunen durch die Halle. Im 119. Wurf räumte er die verbliebenen vier Kegel und sicherte sich mit 812 Holz das Halbfinale, das durch zwei Niederländer, zwei Luxemburger und zwei Franzosen komplettiert wird.

4. Tag: Freitag, 23.08.2013

Herren A Paarkampf Halbfinale

Der Herren Paarkampf Zwischenlauf wurde überraschend klar von den beiden deutschen Paarungen dominiert. Den Anfang machten Klaus Benoist und Robert Fritsche. Ein verhaltener Start entsprach nicht unbedingt der abgesprochenen Marschroute, doch ab der zweiten Gasse waren sie im Wettkampf. 97 Holz auf Bahn 1 in die rechte Gasse waren der Startschuss für einen sehr langgezogenen Endspurt über die restlichen sieben Gassen. Mit 107 bzw. 108 Holz in die rechten Gassen von Bahn 2 und Bahn 4 machten aus dem ersten Block eine überdeutliche Angelegenheit. 745 Holz waren über jeden Zweifel am Finale erhaben. Frankreichs Francis Marques und Michel Pichon belegten mit 642 Holz den zweiten Platz im ersten Durchgang und büßten über 100 Holz Klaus Benoist und Robert Fritsche ein.
Die Aufgabe für den zweiten Block war relativ einfach beschrieben: Mindestens 643 Holz und im Block nicht Letzter werden. Deutschlands zweite Paarung, Hilbert Wagner und Ralf Hennes bestritten den Zwischenlauf ziemlich humorlos. Von Anfang an lag ihr Schnitt deutlich über den geforderten 642 Holz. Mit einer zweiten Hälfte von 400 Holz beendeten sie den Durchgang mit überzeugenden 734 Holz. Spannender wurde es um die letzten beiden verbleibenden Plätze. Marc Moca und Yves Seng (FRA) hatten mit 122 Holz auf ihrer letzten Bahn den letzten Platz verlassen und zogen mit 703 Holz an den bis dahin zweitplatzierten Luxemburgern Jean-Pierre Schnorbus und Berto Bargagna vorbei. Für diese beiden kam es noch dicker. Mit einer Neun im vorletzten Wurf zogen auch Guus Maes und Hein Braeken (NED) mit dem letzten Wurf an ihnen vorbei und sicherten sich mit 673 Holz den letzten Finalplatz. Jean-Pierre Schnorbus und Berto Bargagna waren die unglücklichen Fünften, die auch das gute Ergebnis von 666 Holz nicht trösten konnte.

Damen A Paarkampf Vorlauf

Sylvia Cornelius und Silke Blum legten im Vorlauf des Damen Paarkampfs einen Grotten schlechten Start hin. Ganze 53 Holz zeigte das Zählwerk nach den ersten 15 Würfen an. Für Silke Blum war es die erste Begegnung mit den Bahnen seit dem offiziellen Training und das Gefühl für die Bahnen wollte sich nicht einstellen. Dank Sylvia Cornelius kam auf den nächsten beiden Gassen etwas Ruhe in das Team. Aussergewöhnliche Anwürfe räumte sie fast ausnahmslos mit traumwandlerischen Sicherheit und legte schnell die notwendigen Neuner nach. Silke Blum brauchte diese beiden Gassen, um sich auf die Bahnen einzustellen und sich an die WM-Atmosphäre zu gewöhnen. Ab der vierten Gasse war sie bei den Meisterschaften angekommen. Eine 97 Holz Gasse auf Bahn 2 gab ihr die notwendige Sicherheit und ab sofort hieß es Feuer frei. 638 Holz reichten sogar noch zum ersten Platz im Vorlauf.
Weniger dramatisch machten es Claudia Jaster und Beate Gsodam (D) im zweiten Durchgang. Beide hatten ebenfalls ihren ersten Auftritt unter Wettkampfbedingungen. Umspektakulär sammelten sie ihre Neuner und kamen nach 120 Würfen auf 609 Holz und den ungefährdeten zweiten Platz.
Das Finale wird durch Luxemburgs Birgit Grethen und Doris Melo (597 Holz), sowie Petra Comoth und Rita Reinertz (574 Holz) aus Belgien vervollständigt.
Bemerkenswert, dass beide Paarungen ihre Ergebnisse im ersten Block vorlegten und der zweite Block nicht in der Lage war die Zahl ernsthaft zu attackieren.

Herren A Einzel Zwischenlauf

Im Zwischenlauf des Herren Einzels legten Michel Pichon (FRA) und Horst Mickisch (D) einen sehr gutem Start mit 125 Holz hin. Letzterer zeigte sich zu Beginn leicht verbessert im Vergleich zum Vortag. Auf der ersten Räumgasse drehte sich der Durchgang, denn beide waren chancenlos gegen Leo Moitroux (NED), der mit 218 wechselte. Horst Mickisch lag gleichauf mit Marc Moca und Michel Pichon (beide FRA) bei 203 Holz. Auf der zweiten Räumgasse machten zwei dreier Bilder den Durchgang zu Nichte. Da nur eine Neun fiel fand Horst Mickisch sich am Ende des Feldes wieder. Vorne drehte Leo Moitroux einsam seine Kreise. 427 waren dreißig Holz mehr wie die beiden Franzosen und 44 Holz mehr als Horst Mickisch. Da die Bahnen sich einfach nicht auf seinen Wurf einstellen wollten nahm das Verhängnis seinen Lauf. Auch auf der dritten Räumgasse waren ihm nur zwei Neuner möglich und er Zug war abgefahren. Auch eine gute letzte Bahn mit 215 Holz änderten nichts am Ausscheiden des ersten deutschen Teilnehmers. 798 Holz reichten nur zu Platz drei im ersten Durchgang, da Marc Moca mit einer Neun im 119. Wurf ihn noch passieren konnte. Doch auch seine 803 Holz sollten nicht für das Finale reichen. Einzig Leo Moitroux darf am Sonntag die Bahnen erneut betreten.
Klaus Benoist (D) war gewarnt und ging entsprechend konzentriert in seinen Durchgang. Ein Traumstart mit 231 Holz auf Bahn 1 brachte Ruhe ins Spiel. Weitere 230 Holz waren mehr als die halbe Miete für die Finalteilnahme. 461 Holz waren eine gute Grundlage die nächste 900 Holz anzuvisieren. Bahn 3 mit 223 Holz bescherten ihm dengelten 3/4 Wechsel. Doch auf Bahn 4 wollte die Räumgasse nicht mehr so fallen wie die Räumgassen zuvor mit einem Schnitt von 107 Holz. 89 Holz reichten trotzdem aus , um die nächste Punktlandung auf 900 Holz zu vermerken.
Die Plätze drei und vier wurden nach hartem Kampf vergeben. Jean-Pierre Schnorbus (LUX) legte den besten Start mit 234 Holz hin, konnte aber im weiteren Verlauf der Partie das Ergebnis nicht mehr bestätigen. Sein Mannschaftskollege Jean-Marc Hoffmann und Guus Maes (NED) holten Holz um Holz auf Nach der dritten Bahn zogen sie an Jean-Pierre Schnorbus vorbei und gaben den Vorsprung auch nicht mehr aus der Hand. Mit dem letzten Wurf zog Guus Maes auf 850 Holz an Jean-Marc Hoffmann vorbei, der bei den letzten beiden Neuner tatenlos zusehen musste. Der vierte Platz mit seinen 847 Holz und die Freude über das Finale ließen das schnell verschmerzen. Jean-Pierre Schnorbus machte sich das Leben mit einigen Dreier-Anwürfen selbst schwer und kam mit 827 auf den undankbaren fünften Platz.

Mixed A Paarkampf Finale

Die ersten Medaillen wurden im Mixed Paarkampf vergeben. Die Zuschauer sahen einen spannenden Wettkampf bei dem die Medaillen innerhalb von 16 Holz vergeben wurden.
Einen Blitzstart legte die belgische Paarung etwa Comoth und Roland Backes hin. 159 Holz bedeuteten die Führung nach der ersten Bahn. Platz zwei hatten Annelies Vreuls und Leo Moitroux mit 153 Holz inne bevor sich mit Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch das erste deutsche Paar (151 Holz) auf dem dritten Platz einfand. Das Schlusslicht bildeten die Gewinner des Vorlaufs Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels (141 Holz), die auf Bahn 1 keinen Weg zur Neun fanden.
Zur Halbzeit drehte sich das Bild zu Gunsten von Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch. Die Titelverteidiger übernahmen nach einem 170 Holz Zwischenspurt die Führung im Finale. 326 Holz waren eine hauchdünne sechs Holz Führung vor den Lokalmatadoren Annelies Vreuls und Leo Moitroux. Petra Comoth und Roland Backes (300 Holz) streuten zu viele Fehler ein und wurden auf den vierten Rang durchgereicht. Die erste Gasse auf der dritten Bahn brachte den nächsten Führungswechsel. Mit 99 Holz auf Bahn 3 schoben sich Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels (412 Holz) vom dritten auf den ersten Platz und auch die Niederländer (409 Holz) zogen wieder an Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch (406 Holz) vorbei. Petra Comoth und Roland Backes waren zu diesem Zeitpunkt 30 Holz zurückgefallen und konnten nicht mehr Schritt halten.
Nächste Gasse - nächster Führungswechsel. Mit einer Neun im 29. Wurf gingen die Titelverteidiger erneut in Führung. 504 Holz waren eine vier Holz Führung vor Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels. Zum erstmal lagen beiden deutschen Paare in Führung, denn Annelies Vreuls und Leo Moitroux büßten mit ihren 84 Holz etwas an Boden ein, blieben aber trotzdem sie mit 493 Holz weiterhin in Schlagdistanz.
Die Entscheidung um die Bronzemedaille fiel auf der vorletzten Gasse. Während die beiden deutschen Paare ihren Schlussspurt anzogen, traten Annelies Vreuls und Leo Moitroux mit 70 Holz auf der Stelle. Plötzlich lagen sie 30 Holz hinter dem Silberrang. Den besagten Endspurt dosierten Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels einen Tick besser. Durch drei Neuner mit den letzten drei Würfen vollzogen sie den nächsten Führungswechsel. Fünf Holz betrug der Vorsprung vor der Abschlussgasse. Auch während den letzten 15 Würfen fielen die Neuner mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Einen leichten Vorteil erspielten sich Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch. Dadurch hatten sie im vorletzten Wurf die Möglichkeit die entscheidende Neun zu setzen. Ausserdem warfen Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels im drittletzten Wurf eine dünne Sechs an. Wenn Horst Mickisch die Neun wirft wäre die Titelverteidigung perfekt gewesen. Ebenso, wenn Rainer Stoffels Bauer/Hinterdame nicht räumt. Bauer/Hinterdame waren kein Problem für Rainer Stoffels, jetzt lag der Druck bei Horst Mickisch die Neun zu bringen. Langes Abwarten - Anlauf - Abwurf - dicke Sieben. Rita Kasper-Kirst und Rainer Stoffels reichte eine "extravagante" Acht, um den Weltmeistertitel zu gewinnen.

5. Tag: Samstag, 24.08.2013

Damen A Mannschaft Finale

Deutschland startete mit Bettina Woltersdorf in den Wettbewerb. In die Volle zeigte sie mit 124 Holz schon ihre Klasse und im Abräumen sorgte sie für das erste beruhigende Polster (209 Holz). 30 Holz legte sie nach 30 Würfen zwischen sich und Annelies Vreuls (NED) die an Position 2 zum ersten Bahnwechsel schritt.Christiane Mores war zu diesem Zeitpunkt noch weiter zurück. In ähnlichem Tempo ging es weiter. Bei Halbzeit kam sie auf überragende 430 Holz und die Konkurrentinnen mussten bei 380 bzw. 370 Holz die erste Halbzeit beenden.
Auf Bahn drei unterstrich Annelies Vreuls die niederländischen Ambitionen auf Silber. 224 Holz bürdeten Christiane Mores eine 60 Holz Last nach drei Bahnen auf und auch Bettina Woltersdorf konnte büßte die Hälfte ihres Vorsprungs ein. Auf der letzte bahn rückte Bettina Woltersdorf, den Abstand wieder gerade. Mit 845 Holz warf sie das beste Ergebnis in diesem Mannschaftswettbewerbs und legte eine vielversprechenden Grundstein für einen weiteren Weltrekord. Annelies Vreuls konnte auf der letzte Bahn kein Paroli mehr bieten, aber in der zweiten Hälfte war sie annähernd gleichauf mit der Deutschen. Ein schöner Achtungserfolg und ihre 787 Holz waren deutlich vor Christiane Mores 734 Holz. Die Fans waren zufrieden und liebäugelten mit Silber.

Luxemburg schickte sich mit Birgit Grethen an zumindest die Silbermedaille zu attackieren. Silke Blum hingegen versuchte das Anfangstrauma aus dem Damen Paarkampf zu überwinden, was ihr mit 122 Holz in die Volle auch eindrucksvoll gelang. Mit 192 Holz auf der ersten Bahn baute sie den Vorsprung auf die Niederlande und Luxemburg weiter aus, die sich ein privates Duell lieferten. Carla Tilmans gingen im Gleichschritt auf die zweite Bahn und nach der ersten Volle herrschte kompletter Gleichstand bei 284 Holz. Die Räumgasse bevorteilte dann wieder die Gastgeberinnen. Carla Tilmans lag mit 363 plötzlich 17 Holz vor Luxemburg und polsterte den Vorsprung entsprechend auf.
Silke Blum hielt sich mit ihren 389 Holz aus allem raus und konnte sich darauf konzentrieren ein bisschen Gefühl für die Bahnen zu finden. Der Damen Paarkampf stand ja noch an.
Auf der dritten Bahn Wechselten dann die Vorzeichen zwischen Luxemburg und den Niederlande. Luxemburg überholte nach einer tollen Räumgasse (88 Holz) von Birgit Grethen und reduzierte den ursprünglichen 53 Holz Rückstand um 23 Holz. Nacht er letzten Bahn waren es dann nur noch drei Holz.
Silke Blum tat sich am Ende schwer auf der letzten Räumgasse, doch durch zwei Neuner kurz vor Schluss kam sie auf 775 Holz und machte weitere 90 Holz auf Platz zwei gut.

Mit 148 Holz Vorsprung konnte Claudia Jaster (D) die zweite Hälfte des Mannschaftswettbewerbs entspannt angehen. Spannender wurde es um die Silbermedaille. Yolanda Baur (NED) bekam es mit Marcelline della Modesta (LUX). Und bereits nach der ersten Bahn überholte Marcelline della Modesta ihre Konkurrentin. 179 von Marcelline della Modest reichten hierfür und Luxemburg  würde sich den zweiten Platz nicht mehr nehmen lassen. Für Claudia Jaster ging es weniger um den Titel, der war mit 148 Holz schon fast in trockenen Tüchern, sondern um eine gute Ausgangsbasis für Beate Gsodam, um den Weltrekord (3205 Holz) in der Mannschaft anzugreifen. 204 Holz auf Bahn 4 waren dafür eine vielversprechende Ausgangsbasis. Auf der zweiten Bahn war es an Yolanda Baur den Spieß umzudrehen. Mit einer Halbzeit von 353 Holz erhöhte sie den ursprünglichen Vorsprung auf sieben Holz. Marcelline della Modesta kam nämlich nicht über 349 Holz. Allerdings wartete noch Bahn 4, die bis dato die luxemburgische Paradepiste war. Claudia Jaster versuchte weiter im Bereich des Weltrekords zu spielen. Eine Halbzeit von 397 Holz ließ noch alle Möglichkeiten offen. Die nächste Bahn sprach wieder für Yolanda Bauer. Weitere neun Holz Vorsprung konnte sie sich erkegeln. Aber dann kam Bahn 4 für Marcelline della Modesta. Nach der Volle war die Luxemburgerin zum zweiten Mal vorne. Dieses Mal war es endgültig. Mit 736 Holz brachte sie luxemburgische Mannschaft vor die Gastgeber und übergab ein 35 Holz Polster an Doris Melo, die die Mannschaft im vierten Block komplettierte. Claudia Jaster bot auf ihrer letzten Räumgasse neun Neuner und schnappte sich mit 806 Holz das zweite 800er Ergebnis im Damen Mannschaftswettbewerb.

Der vierte Block sollte nach der Papierform an den aktuellen Ständen nichts mehr ändern. Deutschland war mit über 220 Holz zu weit enteilt, konnte aber noch Mal Spannung im Bezug auf einen neuen Mannschaftsweltrekord aufkommen lassen. Luxemburgs Doris Melo wurde deutlich stärker eingeschätzt als die Niederländerin Corry Raeven und die 35 Holz im Rücken ließen die Silbermedaille für Luxemburg sehr wahrscheinlich erscheinen.
Doris Melo schaffte bereits auf der ersten Bahn klare Verhältnisse. Ihren 193 Holz konnte weder Corry Raeven (176 Holz), noch Beate Gsodam (177 Holz) folgen. Für Letztere wurde der Weg zur angestrebten 780 Holz schon jetzt sehr weit. Die zweite Bahn war mit 197 Holz gut. Trotzdem wechselte die Deutsche Mannschaft bei einer Halbzeit von 374 Holz aus. Für Beate Gsodam kam Sylvia Cornelius ins Spiel und erhielt die Chance noch ein paar Trainingskugeln für das Einzel Finale zu werfen. Und sie brachte sofort Feuer ins Spiel. Mit 207 brachte sie die Mannschaft wieder an den möglichen Weltrekord heran und verkürzte den Abstand zu Doris Melo, die mit 588 Holz auf die letzte Bahn wechselte.
Eine super Volle brachte sie bis auf zwei Blanke an die Bestmarke heran. Doch sie startete mit einem Dreier-Bild. Den konnte sie noch ausgleichen, aber es fiel keine weitere Blanke mehr. 776 Holz waren es in der Endabrechnung. Vier Holz fehlten zum zweiten Weltrekord dieser Weltmeisterschaften.

Herren A Mannschaft Finale

Bei den Herren waren vier Mannschaften am Startend nach dem Weltrekord war die Favoritenrolle klar auf deutscher Seite. Das Rennen um die anderen beiden Medaillenplätze versprach Spannung. Die Abstände im Vorlauf, insbesondere zwischen Frankreich und den Niederlanden waren sehr knapp und dann war da ja noch Luxemburg, die sich im Laufe der Woche immer besser auf die Bahnen eingestellt hatten.
In die erste Volle sahen die Zuschauer ein geschlossenes Feld. Marc Moca (FRA) lag mit 123 in Führung und Ralf Hennes (D) folgte ihm mit 120 Holz. In die Räumgasse ließ Marc Moca auch nicht locker. Mit 221 Holz in Führung liegen wechselte er auf die zweite Bahn. Ralf Hennes blieb ihm aber auf den Fersen und durch seine 218 Holz setzte er sich von Hein Braeken (NED/204 Holz) und Jean-Marc Hoffmann (LUX/200 Holz) ein kleines Stück ab. Auch nach der nächsten Volle blieb das Bild unverändert. Marc Moca und Ralf Hennes setzten sich holzweise von den beiden anderen Konkurrenten ab während Marc Moca die Führungsarbeit leistete. Auf der Räumgasse nutzte Ralf Hennes (448 Holz)  dann seine Chance. Zwei dünne Sechster und eine dicke Fünf von Marc Moca, die er zwar immer räumte,  beantwortete er jeweils mit Neunern und zog damit an dem Franzosen (434 Holz) vorbei. Hein Braeken hielt mit 399 Holz die Niederländer im Spiel und machte dem vermeintlich besten Luxemburger, Jean-Marc Hoffmann (408 Holz), das Leben schwer. Im Gegenzug konnte Marc Moca einen Bauernfehl von Ralf Hennes auf der dritten Bahn nicht ausnutzen und der Deutsche konnte seinen Vorsprung auf 20 Holz ausbauen. 130 Holz in die Volle bauten den Vorsprung auf 30 Holz aus. Danach war der Bann gebrochen. Marc Moca konnte dem Endspurt nicht mehr mitgehen und beendete seine 120 Würfe mit 839 Holz. Ralf Hennes bestätigte seine Leistung des Vorlaufs mit 880 Holz. Jean-Marc Hoffmann brachte dank 820 Holz Luxemburg in Bronzeposition auf die, die Niederländer auch noch lauerten, denn Hein Braeken hielt den Abstand durch seine 797 Holz in Grenzen.

Der zweite Block sollte zur Nagelprobe für Frankreich werden. Was waren Marc Mocas 839 Holz wert? Daniel Genson, Frankreichs Neuling, bekam es mit einigen Größen im Kegelsport zu tun. Guus Maes (NED) wollte sein Mannschaft auf einen Medaillenrang führen und Hilbert Wagner (D) wollte den Vorsprung der deutschen Nationalmannschaft weiter ausbauen. Vervollständigt wurde das Quartett durch Jean-Pierre Schnorbus der am Vortag nur knapp am Einzel Endlauf gescheitert war.
Hilbert Wagner und Guus Maes machten ihrem Ruf sofort alle Ehre. Mit 225 bzw. 218 Holz waren sie vorne. Daniel Genson war dagegen machtlos und fiel mit 186 auf der ersten Bahn schnell zurück. Von dem 42 Holz Polster waren somit schon 32 Holz aufgebraucht. Jean-Pierre Schnorbus konnte ebenfalls 14 Holz gut machen und setzte Luxemburg mit drei Holz Rückstand der Equipe Tricolore in den Nacken. In die Vollen hielt er immer gut mit, doch in die Abräumgassen spielte die Konkurrenz ihr Können und ihre Erfahrung aus.
Auf der zweiten Bahn fasste sich Daniel Genson ein Herz. Nach einem Dreier-Bild merkte er, dass er nichts zu verlieren hat und wurde lockerer. Mit 88 Holz überraschte er die Konkurrenz im Abräumen und verschaffte sich wieder etwas Luft. Zusätzlich hatte Guus Maes im Vorletzten Wurf auf Bahn 1 nur eine Zwei aus dem Vollen Bild angeworfen und im letzten Wurf aus dem Abräumbild nur einen einzigen Kegel herausgepickt. Einmal in Fahrt setzte er seine kleine Serie auch auf Bahn 1 fort. Statt Holz gut zu machen gaben Guus Maes (596 Holz) und Jean-Pierre Schnorbus (583 Holz) die Hölzer wieder her und Daniel Genson lag nach drei Bahnen lediglich zwei Holz hinter dem Niederländer.
Auf der letzten bahn konnte Guus Maes seine Erfahrung noch Mal ausspielen und den Abstand verkürzen. Mit 822 ging er über die 800er Marke, die Daniel Genson nicht vergönnt war. 794 Holz reichten, um den zweiten platz zu verteidigen und den Abstand auf Luxemburg auszubauen. Jean-Pierre Schnorbus konnte auf Bahn 4 zwar mit einer Neunerserie aufwarten, zu mehr als 785 Holz reichte es aber nicht.

Der dritte Block wurde zur Ein-Mann-Show von Rainer Stoffels, nebenbei sortierten sich die Mannschaften für die Medaillenvergabe.
Rainer Stoffels legte mit 125 einen sehr guten Start auf Bahn 3 hin. Zusammen mit Berto Bargagna (LUX) setzte er sich an die Spitze. Yves Seng (FRA) und Paul Welzen (NED) kamen mit 120 Holz ebenfalls gut über die erste Gasse. Berto Bargagna 230 auf Bahn 2
In die Räumgasse setzte sich Rainer Stoffels mit 9 Neuner ab und leistetet sich dabei sogar einen verpassten Anwurf. Nach der zweiten Vollegasse standen 130 Holz auf dem Zählwerk und die Räumgasse begann er mit fünf Neunern, kurze Pause und es folgten noch fünf weitere Neuner nach. Mit sagenhaften 479 Holz ging es in die Halbzeit. Auf der nächsten Volle ging die rasante Fahrt weiter. Mit 132 Holz knackte er zum zweiten Mal die 130er-Marke. Die Räumgasse war wieder mit dem Makel des verpassten Anwurfs behaftet. Trotzdem blieb das Zählwerk nach sieben Blanken erst bei 710 Holz stehen. Die nächste 900 war nur noch Formsache. Aber da stand ja noch der Einzelweltrekord bei 936 Holz.
128 Holz in die Volle bedeuteten 99 benötigte Hölzer auf die Räumgasse. Vier Neuner waren schnell gesammelt, doch dann kam Rainer Stoffels ein bisschen ins Stocken. Zwei Siebener und eine dicke Fünf, die allesamt geräumt wurden bevor eine weitere Neuner fielen. Noch vier Würfe zu bewältigen und zwei Neuner waren nötig. Doch mit dem 117. Wurf verpuffte die Chance auf einen neuen Weltrekord. Eine dicke Sieben mischte die 937 Holz unmöglich. Maximal konnte der alte Weltrekord noch eingestellt werden. Eine Neun im Vorletzten fiel wie bestellt. Auch der letzte Wurf sah gut aus. Richtige Lauflinie, gutes Tempo, Einschlag Marke "Gnadenhammer" und acht Kegel flogen an der Hinterdame vorbei. Mit 935 Holz stand dennoch die Topzahl der bisherigen Titelkämpfe auf dem Anzeigebrett.

Die nächste Chance auf einen Weltrekord ergab sich bei der Herren Mannschaft. Robert Fritsche benötigte 823 Holz, um die im Vorlauf aufgestellte Bestmarke gleich wieder zu kassieren. Für zusätzliche Spannung sorgte auch das Duelle zwischen Frankreich und Luxemburg. Luxemburg führte mit einem Holz vor dem letzten Starter. Michel Pichon (FRA) und Jean Everard (LUX) stand also ein heisser Tanz bevor. Und die beiden trieben es auf die Spitze. Bis zum letzten Wurf auf der ersten bahn lagen sie holzgleich. Der letzte Wurf von Michel Pichon war nur eine dicke Fünf, das konnte Jean Everard zu einem Vorsprung von vier Holz nutzen. Robert Fritsche legte sehr gut los, brachte sich mit einem Fehler auf den Bauern aber selbst aus dem Konzept und wechselte mit 200 Holz auf die zweite Bahn. Seinen Spielfluss fand er nach diesem Malheur nicht wieder und es erging ihm wie soviel Debütanten in der Nationalmannschaft vor ihm. Am Ende musstet er sich mit 765 Holz schweren Herzens zufrieden geben. Von hinten rückte Leo Moitroux an die Medaillenränge heran. Seine 219 Holz auf Bahn 2 erhöhten den Druck auf Luxemburg und Frankreich, die mit 76 bzw. 77 Holz vor dem Block in Führung lagen.
Nach der zweiten Bahn war klar, dass die Niederlande im Medaillenrennen leer ausgehen würden. Leo Moitroux konnte nur 192 Holz erkegeln, direkt neben ihm setzte Jean Everard zu einem fulminanten Zwischenspurt an. 218 brachten ihn sicher in die Medaillen, mit besten Aussichten auf Silber. Auch Michel Pichon nutzte die kleine Schwäche und holte ein paar Holz auf, sodass bei Halbzeit die Differenz zu den Niederlande wieder 60 Holz betrug. So ging es schnurstracks ins Ziel. Jean Everard spielte sich in einen kleinen Rausch und unter dem lautstarken Jubel der luxemburgischen Fans steuerte er 835 Holz zur Silbermedaille bei.

6. Tag: Sonntag, 25.08.2013

Damen A Paarkampf Finale

Im Damen Paarkampf war Wiedergutmachung angesagt. Auf der ersten Bahn revanchierte sich Silke Blum bei Sylvia Cornelius durch das Abräumen einiger schwieriger Bilder. Der gesamte Durchgang war durch viele individuelle Fehler bei allen Paaren geprägt. Alle Paare zusammen hatten nur vier Gassen, die mit vier oder mehr Blanken beendet wurden. Die Neuner, die gespielt wurden waren schnell wieder verloren. So war es auch kaum verwunderlich, dass alle Paare nach drei Gassen eng beieinander lagen. Auf der vierten Gasse setzten sich Claudia Jaster und Beate Gsodam mit 99 Holz ab. Es sah schon fast nach einer Vorentscheidung aus. Da die Kontrahentinnen erneut bei Schnitt bzw. knapp darüber stecken blieben, hatten sie 24 Holz Vorsprung. Doch statt mit Selbstvertrauen weiter zu attackieren, kam nichts mehr. 71 Holz waren das Höchste der Gefühle in der zweiten Halbzeit.
Zu wenig, um sich für den Titel zu empfehlen. Immerhin reichten ihre 592 Holz für die Bronzemedaille, da Birgit Grethen und Doris Melo (LUX) über die gesamte Wettkampfstrecke überhaupt nicht ins Spiel fanden. Dafür präsentierten sich Petra Comoth und Rita Kleinertz (BEL) umso besser. Ein kleiner Patzer auf Bahn 1 mit geräumten 60 Holz, dafür aber auch zweimal 89 Holz auf Bahn 2 rechts und Bahn 4 rechts addierten sich auf 602 Holz und die Silbermedaille. Bei so knappen Abständen war es verwunderlich, dass auf der letzten Gasse der Eindruck entstand, es wäre zu einem Nichtangriffspakt gekommen. Drei Paare kamen auf der Abschlussgasse auf 69 Holz. Einzig Silke Blum und Sylvia Cornelius konnte mit 81 Holz einen Endspurt hinlegen. Das, und die Tatsache dass sie die Einzigen waren, die jede Gasse wenigsten 70 Holz erkegelten reichten aus, um den Wettbewerb mit 620 Holz zu gewinnen.

Herren A Paarkampf Finale

Im Herren Paarkampf kam es zum ersten Auftritt der Lokalmatadore aus den Niederlanden. Hein Braeken und Guus Maes waren auf der ersten Gasse hellwach und mit 8 Neuner sehr gut unterwegs. Die letzten beiden Anwürfe waren sogar nur Siebener, so dass noch deutlich mehr drin war. Doch schon auf der zweiten Gasse legten sie eine keglerische Vollbremsung hin. Guus Maes versenkte einen Bauernversuch im Niemandsland zwischen König und Eckkegel. Wenig später landete der Versuch Bauer/Hinterdame zu räumen sehr zentral auf der Hinterdame. Dazu noch eine dicke Fünf und die Gasse war rum. Von diesen 61 Holz in die zweite Gasse erholten sich die beiden Niederländer die ganze Partie (662 Holz) nicht mehr. Ralf Hennes und Hilbert Wagner (D) verpassten auf ihrer zweiten Gasse ebenfalls einen Ecke, doch legten sie mit einigen Neuner sofort nach und kamen noch auf 85 Holz. Klaus Benoist und Robert Fritsche (D), der sich gut erholt von seinem vortägigem mannschaftseinsatz präsentierte, spielten die erste Bahn fehlerlos. 15 Würfe lang recht verhalten, doch ab der zweiten Gasse waren auch sie im Spiel und teilten sich die Führung mit Hilbert Wagner und Ralf Hennes (174 Holz).
Frankreich spielte über den gesamten Durchgang zu phlegmatisch. Spätestens nach vier Blanken war Ende. Von der ersten bis zur letzten Bahn lagen sie auf Platz 4. In den entscheidenden Momenten blieben bei ihnen stets die Neuner aus.
Spätestens nach der dritten Bahn wurde die Paarkampfentscheidung zu einem internen Duell der deutschen Mannschaft. Durch 196 bzw. 194 Holz konnten Guus Maes und Hein Braeken mit über 50 Holz distanziert werden. Der Doppelsieg war Deutschland kaum noch zu nehmen. Hilbert Wagner und Ralf Hennes bogen mit 551 Holz auf die letzte Bahn. 21 Holz Vorsprung vor Klaus Benoist und Robert Fritsche waren recht komfortable. Dies änderte sich etwas zu Gunsten der Letzteren. Vor den letzten 15 Würfen schrumpften sie den Rückstand auf 13 Holz. Doch ihnen wurde ein Dreier Bild zum Verhängnis, das ihre Aufholjagd stoppte. Mit 698 Holz konnten sie sich über die Silbermedaille freuen. Wohingegen 717 die goldene Zahl für Hilbert Wagner und Ralf Hennes war.

Damen Einzel Finale

Nach dem beeindruckenden Auftritt von Rita Kasper-Kirst (D) im Vorlauf und dem dritten Platz von Doris Melo (LUX) im Einzel bei den Damen und Herren Weltmeisterschaften in Pétange hatten sich die Favoritinnen schon raus kristallisiert und die Zuschauer freuten sich auf das bevorstehende Duell. Doch es sollte ganz anders kommen.
Doris Melo setzte sich auf der ersten Gasse in Führung. Und das war typisch für ihr Spiel in diesem Finale. Mit den Vollen konnte es die Luxemburgerin gut und so hielt sie den Druck auf die Konkurentinnen von Beginn an hoch und so mussten diese in die Räumgasse immer einem Rückstand hinterherlaufen. Wenn Neuner fallen mussten, taten sich die Damen besonders schwer. Entsprechend lag Doris Melo nach der ersten Bahn mit 206 Holz vorne. Rita Kasper-Kirst konnte ihr nur leidlich folgen (192 Holz). Nicht besser erging es Petra Comoth (BEL). Sie konnte zwar in die Volle Paroli bieten, doch das Abräumspiel machte ihr einen Strich durch die Rechnung (187 Holz). Blieb nur noch Sylvia Cornelius. Nach der Volle im Rückstand, behielt sie die Nerven und konnte gegen Ende der Räumgasse die geforderten Neuner bringen und sogar ein paar Holz gutmachen. Mit 204 Holz blieb sie Doris Melo dicht auf den Fersen. Auf der zweiten Gasse fiel die Entscheidung um die Medaillenränge. Rita Kasper-Kirst musste aufgrund einer Achillessehnenentzündung ihren Durchgang zur Halbzeit abbrechen. Mit der aufkommenden Hektik kam Petra Comoth am besten zurecht. Sie spielte sich mit 210 Holz auf Bahn 4 wieder an das Führungsduo heran, das sich gegenseitig kein Holz gönnte und im Gleichschritt auf 194 Holz kam. Petra Comoths 397 Holz, Sylvia Cornelius 398 Holz und Doris Melo mit genau 400 Holz bereiteten die Bühne für eine packende zweite Hälfte.
Auf der dritten Bahn sah man das Abziehbild der Ersten. Doris Melo dominierte die Volle mit 121 Holz und Sylvia Cornelius hatte mit ihren 111 Holz erneut deutlich das Nachsehen. Doch auf den zweiten 15 Würfen schlug die Königin des Abräumens zurück und holte wieder auf. Zusammen mit Petra Comoth lag sie bei 597 Holz während Doris Melo glatte 600 Holz mit auf die letzte Bahn nahm. Hier schaffte es Sylvia Cornelius zum ersten Mal eine Volle zu gewinnen. Durch ihre 119 Holz nahm sie Doris Melo vier Holz ab und übernahm die Spitzenposition mit einem Holz. Sechs Holz hinter ihr fand sich Petra Comoth wieder. In die Räumgasse machte Sylvia Cornelius wieder niemand etwas vor. Jede Neun von Doris Melo wurde umgehend gekontert, da sie auch wenige Könige stehen ließ fand sich keine Möglichkeit an ihr vorbeizuziehen. Mit 796 Holz sicherte sie sich den Weltmeistertitel vor Doris Melo (792 Holz) und Petra Comoth (776 Holz), die auf der letzten Gassen alles versucht hatte, der aber nicht mehr viel gelang.

Herren Einzel Finale

Im Vorlauf und Halbfinale dominierte Klaus Benoist (D) noch die Konkurrenz, im Finale allerding legte er einen Fehlstart aufs Parkett.Mit 117 Holz in die Volle war er zwei bis vier Blanke im Hintertreffen. Da er zusammen mit Leo Moitroux (NED), Guus Maes (NED) und Jean-Marc Hoffmann (LUX) auf der ersten Räumgasse geschlossen 89 Holz spielte konnte er seine Ausgangssituation nicht verbessern. Zur Überraschung der anwesenden Fans düpierte Jean-Marc Hoffmann die übrigen Starter mit einem 217 Holz Wechsel, der die Führung bedeutete. Die Niederlande war mit 215 Holz für Leo Moitroux und 213 Holz für Guus Maes knapp hinten dran.
Auf der zweiten Bahn entfachten eben diese ein orangenes Feuerwerk. Guus Maes setzte sich in Volle durch 131 Holz ab und ließ auf Bahn 4 116 Holz im Abräumen folgen. Diesem Zwischenspurt auf eine 460 Holz Halbzeit konnte niemand mitgehen. Leo Moitroux versucht zwar dagegen zu halten doch bei 435 Holz war Ende. Trotzdem reichte es zu einer komfortablen niederländischen Doppelführung. Klaus benoist und Jean-Marc Hoffmann waren zu sehr mit sich beschäftigt, als das sie dieses Tempo mitgehen konnten. Ein kleiner Lichtblick ergab sich für Klaus Benoist. Mit 407 Holz konnte er sich mit einem Holz Vorsprung auf den dritten Rang setzen, da Jean-Marc Hoffmann große Probleme in die Vollen hatte.
Auf der dritten Bahn war Klaus Benoist endgültig im Spiel. Mit 104 Holz auf der dritten Räumgasse nahm er Leo Moitroux fast den gesamten Vorsprung ab und setzte sich durch 631 Holz nur fünf Holz hinter den Zweitplatzierten. Silber war auch die einzige realistische Verbesserungsmöglichkeit. Guus Maes kegelte auch auf der dritten Bahn auf hohem Niveau. 220 Holz bauten seinen Vorsprung auf 44 Holz aus. Da Leo Moitroux die nächsten 30 Würfe mit Klaus Benoist beschäftigt sein würde, war zu diesem Zeitpunkt der Titel eigentlich schon vergeben.
Durch eine 131 Holz Volle auf Bahn 4 zog Klaus Benoist tatsächlich an Leo Moitroux vorbei. Doch die Räumgasse stand ihm an diesem Tag gar nicht nach der Hand. Leo Moitroux legte gleich mit einer kleinen Neunerserie vor und Klaus Benoist konnte nicht mitziehen. Die Neuner fielen, doch zwei Dreier Bilder warfen ihn im weiteren Verlauf wieder zurück. Im drittletzten Wurf eine nicht geräumte dicke Fünf anstatt einer Neunerserie und damit war der Silberzug auch schon abgefahren und der Oranje Jubel kannte keine Grenzen. 842 Holz reichten Leo Moitroux, um den niederländischen Doppelsieg perfekt zu machen und Klaus Benoist mit 832 Holz auf den dritten Platz zu verweisen. Jean-Marc Hoffmann hatte sich in der zweiten Hälfte aus den Medaillenrängen verabschieden müssen und kam mit 800 Holz ins Ziel. Der späte Nachmittag gehörte jedoch Guus Maes, der seinen Durchgang mit 69 Holz „austrudeln“ ließ und trotzdem den Wettbewerb mit 873 locker gewann und sich ab sofort „Einzel Weltmeister“ nennen darf.