Mittwoch, 05. Juni 2013 08:04

Deutsche Meisterschaften 2013 in Morbach

geschrieben von  Mike Killadt

Am letzten Tag schlossen die Deutschen Meisterschaften mit den Titelvergaben im Einzel und Mixed ab. Bei den Herren wurde der Titel des Internationalen Deutschen Meisters vergeben.

1. Tag: Samstag, 15.06.2013

Endlauf Damen Verein (Bahnen 1-4)

Den Auftakt zu den Deutschen Meisterschaften machten die Damen und Herren Vereinsmannschaften. In diesem Jahr war das Starterfeld mit jeweils acht Mannschaften voll besetzt. Im letzten Jahr fand die Meisterschaft mit fünf Mannschaften statt, da durch die Wiederaufnahme in den Wettkampfreigen die drei Extrazuteilungen noch nicht ausgespielt waren.
Der erste Block der Damen zeigte bereits Kegelsport vom Feinsten. Ines Misch (SV Preußen Lünen) kam mit 209 Holz als Beste ins Spiel und konnte einen knappen Vorsprung auch drei Bahnen lang verteidigen und alle Angriffe von Kristina Krewer (KV Nordsaar) erfolgreich abwehren. Nach der letzten Vollen lag Kristina Krewer dank 125 Holz erstmals vorne und konnte durch eine Neun im vorletzten Wurf den Block mit 852 Holz für sich entscheiden. Ines Misch kam mit 850 Holz von den Bahnen und sorgte für eine gute Ausgangsposition des Bundesligameisters. Auch Riol konnte sich durch Simone Schnorpfeil gut in Szene setzen. Nach verschlafenen Beginn konnte sie auf ihren mittleren Bahnen mit 449 Holz glänzen. Wenn es auch nicht nach ganz vorne reichte waren ihre 840 Holz der dritte Paukenschlag im ersten Block.
Der zweite Block des ersten Durchgangs tat sich schwer diesen Ergebnisse Paroli zu bieten. Veronika Ulrich vom letztjährigen Meister KV Mittelsaar und Maike Bock (RSV Remscheid) schienen noch die Auswirkungen der Weltmeisterschaften zu spüren. Mit 803 bzw. 804 Holz gaben sie mehr Holz auf das Führungstrio ab, als es allgemein erwartet wurde. Während bei beiden die Volle Gasse weit über Schnitt lagen 8. War eben diese Acht der bevorzugte Anwurf im Abräumen. Entsprechend konnte keine von Beiden an die vorgelegten Zahlen heranreichen.
Im zweiten Durchgang fiel dann eine kleine Vorentscheidung zu Gunsten der KV Nordsaar. Christina Retterath konnte als Einzige an die Leistungen des ersten Blocks anknüpfen und mit 841 Holz ihr Mannschaft mit fast 50 Holz in Führung bringen. Mit 808 Holz kam dann Jaclyn Baumeister, die ihre RSV Remscheid damit auf den dritten Platz schieben konnte. Bei den restlichen Mannschaften tat sich nicht viel die meisten Ergebnisse lagen zwischen 780 und 800 Holz, so dass sich nur geringe Verschiebungen ergaben.
Im dritten Durchgang war wieder mehr Bewegung angesagt. Die KV Nordsaar machte durch Svenja Lamberts 844 Holz hier ihr Meisterstück und setzte sich 100 Holz vor die Konkurrenz. Mit 223 Holz fing sie an und konnte entsprechend locker auf die nächsten Bahnen gehen, was insbesondere die Räumgassen mit der ein oder anderen zusätzlichen Neun belohnten. Ganz besonders auf Bahn 3, wo sie als einzige Spielerin sechs Blanke durchbringen konnte. Im zweiten Teil wirbelte Elke Radau-Lambert das Feld durcheinander. 851 Holz reichten, um die KV Mittelsaar vom sechsten auf den zweiten Platz zu bringen. Ihre Vollen mit 494 Holz waren das Topresultat an diesem Tag und auch auf Bahn 1 konnte sie mit 98 Holz die Bestmarke setzen. Verlierer bei den dritten Starterinnen war die SV Preußen Lünen. Sie purzelten durch 756 Holz vom zweiten Platz aus den Medaillenrängen.
Der letzte Abschnitt brachte nur noch einen Platztausch. Melanie Zimmer (RSV Remscheid) schnappte die Silbermedaille für ihren Verein. Ihr 839 Holz waren das höchste Ergebnis der letzten acht Starterinnen. Da sie nur mit 17 Holz hinter der KV Mittelsaar lagen konnten sie bereits nach der ersten Bahn ein Treppchen nach oben klettern. Sandra Keller und Birgit Stauner-Bayer kamen mit vereinten Kräften auf 753 Holz. Bronze gesichert mit 18 Holz Vorsprung vor Lünen, die durch Cathrin Bertermanns 771 Holz den Abstand zwar verkürzen jedoch nicht aufholen konnten.
Den goldenen Abschluss für die KV Nordsaar blieb Bianca Mayer vorbehalten. 821 Holz sorgten für einen ungefährdeten Start/Ziel Sieg der Saarländerinnen.

1. KV Nordsaar 3358 Holz
2. RSV Remscheid 3259 Holz
3. KV Mittelsaar 3190 Holz

Endlauf Herren Verein (Bahnen 5-8)

Im Gegensatz zu Bianca Mayers goldenem Abschluss, legte Ehemann Holger die goldene Spur für die Männer der KV Nordsaar.
Doch zuerst durften Daniel Klink (SKV Trier) seinem Verein ein Traumstart bescheren. 861 bedeutete Platz eins nach dem ersten Block und Platz drei nach dem ersten Durchgang. Dicht dahinter konnte Marc Glöckner den KSV Riol platzieren. Durch seine 859 durfte der letztjährige Vizemeister auch in diesem Jahr auf eine Medaille hoffe.
Der bereits oben erwähnte Höhepunkt ereignete sich im zweiten Block. André Laukmann (VBK Bergisch Gladbach) und Holger Mayer (KV Nordsaar) boten den Zuschauern einen offenen Schlagabtausch. In die Volle lag André Laukmann mit 500 Holz noch ein Holz vor seinem Konkurrenten, doch die Räumgassen beherrschte Holger Mayer besser. 444 Holz wurden an diesem Tag nicht mehr erreicht. Insgesamt also 943 Holz und einen neuen Bahnrekord für Holger Mayer. Den alten hatte André Laukmann mit 935 Holz inne und auch heute kam er mit 933 Holz ganz dicht an seine Bestleistung heran.
Der zweite Durchgang war ganz auf Seiten der KSV Riol. Thomas Steines konnte mit 911 Holz die dritte 900er Zahl anschreiben lassen und sicherte der KSV Riol den zweiten Tabellenplatz. Mit zwei 130er Vollegassen legte er die Basis und konnte mit dreimal 98 Holz und einmal 108 Holz im Räumen die drittbeste Einzelzahl verbuchen. Mit 875 Holz musste Daniel Schulz zwar einige Holz einbüßen, das mayersche Polster war mit 48 Holz immer noch komfortabel. In die Entgegengesetzte Richtung ging es für die VBK Bergisch Gladbach. Florian Grohmann neutralisierte die Vorlage von André Laukmann mit 777 Holz und von hinten drückte die SKV Salzgitter mächtig. Carsten Schinke tat sich in die erste Volle (119 Holz) schwer, ließ im Anschluss jedoch 116 Holz folgen und von da an lief es besser. Nach seinen 860 Holz lagen die Niedersachsen nur noch 2 Holz hinter der VBK Bergisch Gladbach und damit dem Bronzerang. Darüber hinaus konnte Andreas Krüger die SG Düsseldorfer Kegler mit 855 Holz wieder ins Spiel bringen. Aus sie lagen nur noch 34 Holz hinter den Bergischen.
Der dritte Durchgang brachte Klarheit. Den Sieg im dritten Abschnitt fuhr die KV Nordsaar ein. Daniel Schöneberger konnte 876 Holz beisteuern und legte 63 Holz zwischen die KV Nordsaar und die KSV Riol. Bernardo Immendorff zeigte eine tolle kämpferische Leistung, musste die Überlegenheit des Serienmeisters trotz seiner 861 Holz anerkennen. Und auch die dritte Medaille suchte sich einen Besitzer in diesem Durchgang. Da die VBK Bergisch Gladbach mit 772 sich weiter im Fallen befand nutzt die SKV Salzgitter die Gunst der Stunde. Jörg Brandenburg gönnte seinem Team 836 Holz und damit den Bronzerang. Der Abstand auf die KSV Riol betrug 87 Holz und war unter normalen Umständen nicht mehr aufzuholen, das Polster auf Rang 4 war aber auch schon auf 62 Holz angewachsen. Damit ließ sich prima leben.
Im ersten Block des Abschlussdurchgang brachte Steve Blasen die Silbermedaille für Riol unter Dach und Fach. 887 Holz zu diesem späten Zeitpunkt waren eine sehenswerte Leistung und machten das Rioler Gesamtergebnis unangreifbar. Detlef Karlstedt hätte 980 Holz werfen müssen - nicht wirklich realistisch. Obwohl 125 Holz in die Volle auf Bahn 6, ebenfalls 125 Holz geräumt machte 250 Holz. Das passte. Allerdings hätte er das auf den anderen Bahnen auch werfen müssen. Detlef Karlstedt warf sehr stark und kam auf 896 Holz. Mit dem dritte Platz brachte er die meist umjubelte Medaille des ersten Tages von den Bahnen.
Gold war auch schon klar. Markus Gebauer musste ja nur 824 Holz erkegeln um den Titel zu verteidigen. Die 207 Holz auf Bahn 5 waren noch im Plan, die 192 Holz auf Bahn 6 schon nicht mehr. Detlef Karlstedt hatte dort fast 60 Holz mehr geräumt! Es wurde spannend tatsächlich nochmal spannend. Die Vollen (125 - 127 Holz) waren über jeden Zweifel erhaben. Im Abräumen wollte die Neun im Vorletzten nicht gelingen. Mit 217 ging es von Bahn 7. Nach weiteren 125 Holz in die Vollen brauchte Markus Gebauer vier Blanke. Fünf Würfe vor Schluss hatte er sie sich erarbeitet und rettete einen drei Holz Vorsprung über die Zeit.

KV Nordsaar 3521 Holz
KSV Riol 3518 Holz
SKV Salzgitter 3440 Holz

2. Tag: Samstag, 15.06.2013

Endlauf Damen A Verein (Bahnen 1-4)

Vor Beginn der Entscheidung kam ein wenig Hektik auf. Die SK Langenfeld schaffte es nicht rechtzeitig zum Start in die Halle, so dass der Startplatz mit der Aachener SKV getauscht wurde. Für die Zuschauer ein glücklicher Umstand, kam es doch zum direkten Aufeinandertreffen des letztjährigen Duells zwischen der Aachener SKV und dem KSC Polch, das für die Rheinland-Pfälzer im letzten Block dramatisch auf Platz 4 endete.
Die Fortsetzung hielt im ersten Block was man sich versprach. Mirjan Serrée (Aachener SKV) und Claudia Holz (KSC Polch) boten sich ein tolles Match auf höchstem Niveau. Durch ihre überragenden Räumgassen konnte Mirjan Serrée (842 Holz) die Titelverteidigerinnen auf Platz eins in die zweite Runde schicken. Aufgrund des besten Volleergebnisses war Claudia Holz (834 Holz) in der Lage den Anschluss zu halten und mit nur acht Holz Rückstand den zweiten Rang zu belegen. Beide belegten mit ihren Resultaten auch die Top-Plätze in der Tageswertung. Platz drei hatte sich die Bochumer KV durch Anna Röhrigs 795 Holz gesichert. Einen tollen Start legte sie auf Bahn 1 hin. Ihre 121 Holz sollten im weitern Verlauf nicht mehr überboten werden. Die Räumgase machten im weiteren Verlauf den Unterschied und dort musste Anna Röhrig den ersten Beiden den Vortritt lassen.
Danach bot sich viel Luft. Die KSV Illtal war durch Sabine Gabryschs 762 Holz in der Verfolgerrolle. Der Rückstand von 33 Holz war nach nur einer Starterin allerdings beträchtlich.
Im zweiten Durchgang rückte das Spitzentrio weiter zusammen. Der Bochumer KV konnte durch Sylvia Köllner (781 Holz) ordentlich aufholen, denn sowohl der KSC Polch, als auch die Aachener SKV schwächelten. Beate Gsodam schaffte nur 752 Holz und musste damit weitere neun Holz auf Aachen abgeben. Diese konnte mit Simone Billotin (761 Holz) den Kurs halten, doch waren es weniger als 30 Holz zwischen diesen drei Vereinen. Von Platz vier drohte zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr. Der Puffer wurde auf 52 Holz aufgepolstert.
Im dritten Durchgang wurde der Titel vergeben. Claudia Jaster brachte den KSC Polch in die Goldspur. Ihre 814 Holz waren Platz drei in der Tageswertung und das Timing hätte nicht besser sein können. Die beiden anderen Medaillenkandidaten hatten ihre schwächsten Ergebnisse im dritten Durchgang aufgeboten. Weder Marion Koch (722 Holz) konnte die Aachener SKV in der Nähe der Titelverteidigung halten, noch konnte Eike Kledewski (716 Holz) für die Bochumer KV tun. Doch Glück im Unglück, der Druck von Platz vier hielt sich in Grenzen. Trotz des Malheurs blieben noch über 70 Holz Vorsprung übrig.
Den letzten Abschnitt nutzte der KSC Polch zum Schaulaufen. Nach drei Bahnen ließ sich Rita Kasper-Kirst für Ersatzspielerin Christa Treppke auswechseln. Mit 740 Holz war der Titelgewinn zu keiner Zeit gefährdet. Enger wurde es für den Titelverteidiger. Sabine Hennes (Aachener SKV) kam schon nicht gut in die Vollegassen, umso schwerer wurde es dann die verlorenen Hölzer in die Räumgassen aufzuholen. Holz um Holz holte Rosina Thater (Bochumer KV) auf. Auf der letzten Räumgasse hätte sie acht Neuner benötigt. Da es nur sieben wurden, konnte Sabine Hennes (763 Holz) die Silbermedaille für Aachen sichern. Rosina Thater konnte sich über 788 Holz und die Bronzemedaille freuen, wenn auch die fehlenden acht Holz etwas Wehmut nach Silber aufkommen ließ.

1. KSC Polch 3140 Holz
2. Aachener SKV 3088 Holz
3. Bochumer KV 3080 Holz

Endlauf Herren A Verein (Bahnen 5-8)

Eine seltene Konstellation bot sich den Zuschauern im ersten Block dieser Entscheidung. In Oberthal trafen sich drei rheinland-pfälzische Vereine auf dem Siegertreppchen und heimsten damit alle Zuteilungen ein. So kam es, dass vier Vertreter aus Rheinland-Pfalz den ersten Block stellten. Titelverteidiger SK Münstermaifeld schickten ihre etablierten Startspieler Gerd Köhl als erstes auf die Bahnen. Entgegen seinen bisherigen Auftritten in der Mannschaftsdisziplin hatte er in diesem Jahr einige Probleme mit den Bahnen. Seine 813 Holz waren nur der fünfte Platz nach dem ersten Durchgang. Die größten Konkurrenten waren die Gleichen wie im letzten Jahr. Hilbert Wagner legte für die KV Nordsaar vor. Im letzten Jahr noch mit den letzten Würfen aus den Medaillenrängen gefallen, legte eine sehr guten Start für die Saarländer hin. Mit 838 Holz übernahm er die Führung. Die SKV Trier war mit Engelbert Poth (829 Holz) auch wieder mit von der Partie, ebenso wie die KSV Riol mit Horst Mickisch (827 Holz). Als Überraschungsgast präsentierte sich Jürgen Logemann mit der KSV Georgsmarienhütte in der Spitzengruppe. Seine 823 Holz weckten Erinnerungen an die Entscheidung in der Herren Vereinsmannschaft am vorigen Tag, als Salzgitter sich den dritten Platz schnappte.
Da auch noch Matthias Walter von der KSV Wincheringen mit 806 Holz über die 800er Grenze kam ergab sich nach dem ersten Durchgang eine sehr breite Spitzengruppe.
Im zweiten Durchgang dünnten sich die Medaillenanwärter aus. Vier Team verblieben im Rennen um das Podium. Die SK Münstermaifeld konnten sich von Platz fünf auf den ersten Rang schieben. Rainer Stoffels verschlief die erste Bahn mit 186 Holz, konnte in der Endabrechnung dennoch die Tagesbestleistung von 863 Holz erkegeln. 126 Holz in die Räumgasse auf Bahn 7 waren da schon eine große Hilfe... Die SKV Trier war davon relativ unbeeindruckt. Manfred Göbel spielte einen blitzsauberen Durchgang ohne große Schwächen und sammelte 842 Holz ein. Nur fünf Holz Rückstand auf die SK Münstermaifeld befeuerten die Hoffnungen auf eine Revanche für die ein Holz Niederlage bei den letzten Titelkämpfen. Martin Hoffmann (KSV Riol) fand nicht zu seinem gewohnten Spiel und musste sich zu 813 Holz quälen. Da Klaus Benoist (KV Nordsaar) noch mehr Probleme mit den Bahnen hatte fanden sie die Saarländer zur Halbzeit nur auf dem vierten Platz wieder. Nach zwei Spielern waren die ersten vier Plätze genau wie im letzten Jahr belegt.
Im dritten Durchgang läutete die KV Nordssar eine Aufholjagd ein. Neuzugang Klaus Steier bot den Fans wieder Hoffnung auf Edelmetall. Mit seinen 836 Holz nutzte er die Schwächephase von der KSV Riol schonungslos aus für die sich Martin Schmitt mit 782 Holz zufrieden geben musste. Riol sah sich vor dem letzten Starter mit einem Rückstand von 46 Holz konfrontiert. Da konnte die Medaille schon fast abgeschrieben werden.
Auf den vorderen beiden Plätzen konnte Alfred Mitscher 41 Holz auf die Habenseite der SK Münstermaifeld gutschreiben. Werner Damble (SKV Trier) konnte den Münstermaifeldern 841 Holz seinerseits nur 800 Holz entgegensetzen. Doch der letzte Durchgang sollte erneut für eine Menge Bewegung sorgen.
Für den SKV Trier übernahm Jürgen Reinert die Position des Schlussspielers. Mit einem sehr guten, fehlerfreien Durchgang setzte er Matthias Schneider (SK Münstermaifeld) von Bahn zu Bahn mehr unter Druck. Auf jeder Bahn verlor der Münstermaifelder mindestens 10 Holz.  Vor der letzten Bahn übernahm Jürgen Reinert die Führung mit neun Holz. 129 Holz auf Bahn 5 in die Volle vergrößerten seinen Vorsprung auf 19 Holz und eine Neunerserie zu Beginn der Räumgasse brach die letzte Gegenwehr von Matthias Schneider. Nach der dramatischen Niederlage bei den letzten Deutschen Meisterschaften konnte in Morbach der Spieß umgedreht werden. Mit 860 erkegelte Jürgen Reinert die zweitbeste Zahl des Tages. Matthias Schneider konnte mit 775 Holz nach vier Goldmedaillen jetzt die erste Silbermedaille sichern.
Rudy Toepp beschloss mit 779 Holz diese Entscheidung für den KSV Riol. Die KV Nordsaar benötigte nur noch 734, um sich die verpasste Bronzemedaille bei den letzten Meisterschaften zu holen. Doch der Albtraum wiederholte sich. Mit vereinten Kräften kamen Heinz-Josef Sens und Markus Thiel nur auf 729 Holz. 180 Holz auf der letzten Bahn hätten gereicht, doch es war wie verhext und so stand die KV Nordsaar erneut mit leeren Händen da.
Bemerkenswert, dass die rheinland-pfälzischen Mannschaften das Kunststück erneut fertigbrachten und die ersten drei Plätze belegen konnten.

1. SKV Trier (3331 Holz)
2. SK Münstermaifeld (3292 Holz)
3. KSV Riol (3203 Holz)

3. Tag: Montag, 17.06.2013

Endlauf Herren B Verein (Bahnen 5-8)

Die Medaillenfavoriten in diesem Wettbewerb waren wurden ziemlich einhellig benannt. Die SKG Rösrath, KV Mittelsaar und die SKV Trier. Über die Reihenfolge herrscht bedeutend weniger Einigkeit. Rösrath und Trier schickten ihre alten Haudegen in den Startblock. Joe Hennes (SKG Rösrath) traf im „ewig jungen Duell“ auf Karl Jostock (SKV Trier). Bereits auf der ersten Bahn setzten sich beide vom restlichen Feld ab mit leichten Vorteilen für Joe Hennes, der mit 205 Holz auf Bahn 5 einen sehr guten Start hinlegte. 10 Holz dahinter rangierte Karl Jostock, der sich bis zur zweiten Räumgasse gedulden musste, ehe er die Führung übernahm. Mit 88 Holz auf Bahn 5 konnte er Joe Hennes 26 Holz abnehmen, der auf Bahn 6 die Lauflinie überhaupt nicht fand. Die zweite Hälfte war sehr ausgeglichen und so konnte sich Trier mit 795 Holz knapp vor Rösrath (787 Holz) setzen. Im zweiten Block trumpfte für die KV Mittelsaar Hermann Brandstetter auf. Die ersten drei Bahnen jeweils knapp über 200 Holz reichten zu 811 Holz. Dies bedeutete allerding nur den zweiten Platz. Für die Neusser Kegler zauberte Josef Fuxen einen tollen Lauf auf die Bahnen. Als einziger hatte er auf jeder Bahn mindestens 200 Holz erkegelt und düpierte die Favoriten mit 817 Holz. Bis auf die KSG Hinterland gerieten die restlichen Vereine deutlich in Rückstand. Martin Buchholz konnte mit 775 Holz überzeugen.
Im zweiten Durchgang wurde die Reihenfolge den allgemeinen Erwartungen entsprechend gerade gerückt. SKV Trier konnte mit Martin Schmitt die Mannschaftsbestleistung bieten. Die Räumgassen auf Bahn 6 und Bahn 7 beendete er mit den Tagesbestergebnissen von 108 bzw. 98 Holz. In die Volle hapert es dafür. Mit Schnitt 115 Holz waren dort in der Nachbetrachtung noch ein paar Holz zu finden. Seine 835 Holz reichten dennoch zum zweiten Rang. Auf Platz eins schob sich die KV Mittelsaar. Luxemburgs Ex-Weltmeister Jeannot Peter konnte sich mit 843 Holz den Sieg in der Einzelwertung holen. Im Gegensatz zu Klaus Schmitt beherrschte er die Vollen besser und nahm dem Trierer über 20 Holz ab. Auch Rösrath hielt sich nicht zurück. Hubert Krumbe setzte mit  791 Holz ein kleines Ausrufezeichen hinter die Medaillenambitionen. Da die Sportkegler Neuss und auch die KSG Hinterland nicht über 730 Holz hinauskamen, war das Trio zur Halbzeit unter sich.
Die SKG Rösrath wollte dem Führungsduo nicht zurückstehen. Durch Johannes Verhees konnten die Nordrhein-Westfalen die erste 800er Zahl erspielen. Mit 830 Holz konnte er sich über den dritten Platz in der Einzelwertung freuen. Lediglich die Räumgasse auf Bahn 7 machte ihm einige Probleme, ansonsten warf er im Schnitt vier Blanke pro Räumdurchgang. Darüber hinaus war er auch noch als Testpilot unterwegs. Er war der erste Schere-Spieler, der bei einer Deutschen Meisterschaft mit eigenen Kugeln werfen durfte. Ein Testlauf, um zu sehen wie sehr der Spielbetrieb bei Bahnwechseln beeinflusst würde. Eine Entscheidung ob das Spiel mit eigenen Kugeln auch bei Deutschen Meisterschaften zugelassen wird, soll in den nächsten Wochen fallen.
Karl Daus (SKV Trier) schien nicht sonderlich gestört worden zu sein. Er konnte Johannes Verhees nicht halten, aber zumindest den bis dahin erarbeitete Vorsprung nicht vollständig abgeben. Dank 793 Holz rettete er noch 15 Holz für den abschließenden Durchgang. Die KV Mittelsaar war in dieser Phase noch ein Stück souveräner. Ingo Wagner kämpfte bis zum Schluss und war nach sehr guten 101 Holz auf der letzten Räumgasse (Bahn 8) bei 812 Holz. Bei 43 Holz Vorsprung auf die SKV Trier und 58 Holz vor der SKG Rösrath war der Titel zum Greifen nah.
Im ersten Akt des Schlussdurchgangs ging es um die Medaillenverteilung zwischen Trier und Rösrath. Manfred Selge (SKG Rösrath) hatte sich in den letzten Jahren im letzten Block bewährt und sollte es dieses Mal richten. Doch an diesem Tag fand er keine Mittel und Wege die Morbacher Bahnen zu bezwingen. Peter Fritzen hatte für die SKV Trier immer die passende Antwort parat. Es gab für Manfred Selge (762 Holz) keine Möglichkeit an Peter Fritzen (790 Holz) vorbeizuziehen oder gar die Rangfolge zu drehen.
Die letzten 120 Würfe brachten unerwartet viel Spannung in den Wettbewerb zurück. Drei Bahnen lang kegelte Mil Hermann auf 800er Schnitt. Auf der letzten Bahn stoppte in eine Verletzung und er musste 25 Würfe vor Schluss ausgewechselt werden. Arnold Endres, aus der kalten Hose auf die Bahnen, kam nicht ins Spiel und seine Mannschaftskameraden mussten bis zu 118. Wurf zittern, ob er die geforderten 748 abliefern konnte. Nach seinen 753 Holz waren seine Mannschaft mehr ins Schwitzen gekommen als er.

1. KV Mittelsaar 3219 Holz
2. SKV Trier 3213 Holz
3. SKG Rösrath 3170 Holz

Vorlauf Damen A Einzel (Bahnen 1-4)

Die Damen A eröffneten den dritten Tag auf den Bahnen 1-4. Schon im ersten Block wurden die Zahlen für die Zwischenlauf Teilnahme gelegt. Silke Blum (Verein Herner Kegler) sollte sich das letzte Ticket schnappen. Sie schien eher zur Kategorie der Langschläfer zu gehören. Mit 62 Holz auf ihrer ersten Räumgasse war das Halbfinale schon so gut wie abgehakt. Ein toller Endspurt auf ihrer letzten Räumgasse (Bahn 1) egalisierte das Missgeschick und sie schob sich mit den letzten Würfen und 791 Holz an Andrea Schwarz (KV Koblenz-Horchheim) vorbei, die mit ihren 784 den undankbaren neunten Platz belegte.
Simone Billotin (Aachener SKV) konnte sich ebenfalls auf die Räumgasse Bahn 1 verlassen. Von diesen 106 Holz konnte sie den restlichen Durchgang zehren, denn mehr als zwei Blanke sollten in keiner weiteren Räumgasse fallen. Mit 795 Holz musste sie auch bis in den letzten Block zittern.
Im zweiten Block konnte sich nur Claudia Jaster (KSC Polch) für die nächste Runde empfehlen. Bei ihre 820 Holz war sie im Räumen mit Simone Billotin gleichauf. Eine Gasse mit 106 Holz und danach nichts mehr über 80 Holz. Entsprechend gab die Volle den Ausschlag. Diese 22 Holz mehr machte den Unterschied zwischen Zittern und sicherer Qualifikation.
Im dritten Block folgte ihr ihre Schwester in den Zwischenlauf. Rita Kasper-Kirst versemmelte beide rechte Räumgassen, konnte sich aber auf die linke Räumgassen 100% verlassen. Zweimal 98 Holz reichten, um zweimal 70 Holz zu kompensieren. Mit 815 Holz darf sie sogar im letzten Block des Zwischenlaufs an den Start gehen. Relativ unbeeindruckte von den vorgelegten Resultaten zeigte sich Bettina Woltersdorf (SK Langenfeld) gänzlich unbeeindruckt. Zwischen 201 und 223 Holz waren das Nonplusultra an diesem Tag. Mit deutlichem Abstand konnte sie mit ihren 847 Holz den Vorlauf gewinnen.
Im vierten Durchgang konnte Karin Breuer (KV Mittelsaar) mit der fünften 800er Zahl überzeugen. Auch sie hatte mit der Räumgasse auf ihrer Startbahn (Bahn 3) so ihre liebe Mühe. Doch sie steigerte sich von Räumgasse zu Räumgasse und mit 802 Holz konnte sie auch eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vereins-Wettbewerb aufweisen.
Zwei 800er fehlen noch. Anja Brunnengräber verantwortete die Erste. 801 Holz und das mit einer etwas verhaltenen Bahn 2. 108 in die Volle waren Minusrekord. Gut, dass es die letzte Bahn war. Die vorherigen waren nämlich ausgesprochen gut und konstant mit Ergebnissen zwischen 201 bis 207 Holz.
Die Titelverteidigerin und internationale Deutsche Meisterin Mirjan Serrée (Aachener SKV) qualifizierte sich mit 833 Holz ähnlich problemlos wie Bettina Woltersdorf. Bahn 3 machte zwischen den Beiden den Unterschied. Vier Blanke mehr konnte Bettina Woltersdorf erkegeln, die restlichen sieben Gassen waren auf Augenhöhe. Der Zwischenlauf verspricht  viel Spannung.

Vorlauf Damen B Einzel (Bahnen 1-4)

Wie schon bei den Damen A konnten sich auch bei den Damen B zwei Keglerinnen aus dem ersten Block für den Zwischenlauf qualifizieren. Lange Zeit ging man davon aus, dass Magdalene Gedeck (SG Düsseldorfer Kegler) mit ihre 738 Holz der Knackpunkt für die nächste Runde werden sollte. Elisabeth Danzer hingegen konnte schon nach der zweiten Bahn für den Zwischenlauf planen. Auf Bahn 4 warf sie 116 Holz in die Volle und räumte unglaubliche 107 Holz. Diese Zahl werden in den nächsten Tagen wohl nicht alle Herren treffen. Mit 760 Holz war sie über jeden Zweifel erhaben.
Im zweiten Block fiel das Top-Ergebnis. Rosina Thater (Bochumer KV) konnte sich auf ihre Volle verlassen. Einen Schnitt von 118 Holz waren deutlich besser als die Konkurrenz. Entsprechend fielen die Neuner auch im Abräumen etwas leichter. Mit zwei Blanken pro Räumgasse kam sie auf 788 Holz. Die Einzige, die sie noch gefährden konnte war ihre italienische Landsfrau Anna Röhrig (Bochumer KV). In die Volle hatte sie das Nachsehen, im Räumen hingegen konnte ihr niemand das Wasser reichen. Am Ende wurden es 787 Holz und der zweite Platz.
In den „normalen“ Gefilden bewegte sich Rita Sauerwald. Die Vorgabe aus dem ersten Block schaffte sie mit 746 Holz. Ausschlaggebend war ihre Spitzenleistung auf Bahn 1. Nur sie konnte mit 204 Holz die 200er Marke durchbrechen. Diese Leistungssteigerung kam genau im richtigen Augenblick, hatte sie sich doch zuvor auf Bahn 4 mit einer 60 Holz Räumgasse in große Schwierigkeiten gebracht.
Apropos große Schwierigkeiten. Maria Schmedt (BSV Ostbevern) lag gut im Rennen ehe sie auf Bahn 4 fast den Wettkampf wegwarf. Mit 53 Holz und einer Neun im letzten Wurf schaffte sie gerade eben über die 838 Holz. Zur Strafe war ein bisschen Zittern angesagt bevor klar wurde, dass der komplette letzte Block das Klassenziel verfehlen würde.
Hiervon profitierte auch Christa Treppke (KSC Polch). Als einzige Rheinland-Pfälzerin kann sie die Gastgeber im Zwischenlauf vertreten. Ihre 736 Holz sollten als letzte Zahl weitergehen. Wie so vielen vor ihr war Bahn 3 der kritische Punkt. Mit 61 Holz auf der letzten Gasse war die Hoffnung auf ein Minimum gesunken in den Zwischenlauf vorzurücken. Ähnlich wie Maria Schmedt profitierte sie vom Ausfall des letzten Blocks.
Die Ehre der Saarländerinnen rettete Brigitte Hollinger (KV Mittelsaar). Mit 768 Holz belegte sie Platz drei und war die einzige der fünf gestarteten Saarländerinnen, die einen erneuten Auftritt haben wird.

4. Tag: Dienstag, 18.06.2013

Vorlauf Herren B Einzel (Bahnen 1-4)

Die Herren B eröffneten mit ihrem Einzel Vorlauf den vierten Tag auf den Bahnen 1-4. Im ersten Block taten sich die meisten Starter schwer, dabei waren die Temperaturen inner- und ausserhalb der Halle noch recht angenehm. Zumindest Reinhold Hahn (Verein Herner Kegler) konnte die frischen Bahnen zu seinem Vorteil nutzen. Auf allen Bahnen konnte er über 200 Holz spielen. Nur auf Bahn 4, seiner Startbahn, haperte es ein bisschen in die Räumgasse. Doch selbst die 80 Hölzer im Abräumen reichten noch zu 204 Holz. Insgesamt legte er 842 Holz vor an denen die Mitbewerben um den Zwischenlauf reihenweise scheiterten.
So auch im zweiten Block. Dieter Schütz (VBK Bielefeld) und Hans-Werner Kranz (KV Essen) konnten sich am Ende qualifizieren, doch insbesondere Hans-Werner Kranz musste fast bis zum letzten Wurf des Vorlaufs ums Weiterkommen bangen. Die letzte Bahn rettet ihn. Durch 215 Holz auf Bahn 2 konnte er sein Ergebnis noch auf 820 Holz hochschrauben, was letztendlich der siebte Rang wurde. Dieter Schütz hatte ebenfalls seine Qualifikation der letzten Bahn zu verdanken. Durch 216 Holz auf Bahn 4 konnte er seinen minimalen Vorsprung gegen Hans-Werner Kranz verteidigen und seine Ausgangsposition durch 824 etwas stressfreier gestalten.
Der dritte Block bildete den Höhepunkt der Vorqualifikation. Mit Jeannot Peter (KV Mittelsaar), Werner Schmedt (Tecklenburger SK) und Hans-Werner Krumpe (SKV Salzgitter) standen drei Ex-Weltmeister auf den Bahnen. Allen die Show stahl Hans-Werner Krumpe. Mit einem Gesamträumergebnis von 407 Holz nahm er dem zweitbesten Abräumer über 40 Holz ab. Auf Bahn 2 bot er den Zuschauern ein Feuerwerk an Neunern und konnte sich den Luxus leisten bei 117 Holz den Anwurf auszulassen. Seine 897 Holz waren an diesem Tag von niemandem zu übertreffen. Nach sehr gutem Start mit 222 Holz auf Bahn 1 quälte sich Jeannot Peter durch die restlichen 90 Würfe und zu 819 Holz. Er verpasste damit die 820 Hans-Werner Kranz aus dem Block zuvor, konnte sich am Ende dennoch über Platz 8 freuen. Vor allem weil er Werner Schmedt (817 Holz) denkbar knapp schlagen konnte, der damit den verhassten neunten Platz belegte.
Die Show in diesem Block wurde ihnen vom einzigen Nicht-Weltmeister gestohlen. Manfred Fuchs (SKV Idar-Oberstein) kämpfte sich im wahrsten Sinne des Wortes zu 830 Holz. Unglaublich sicher verwandelte er die Vorletzten Würfe in Neuner und konnte so der Konkurrenz mit den letzten Kugeln immer wieder die Rückleuchten zeigen.
Danach wurde es sehr ruhig. Lokalmatador Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld), der an gleicher stelle den Deutschen Meistertitel bei den Herren A gewonnen hatte konnte sich als Einziger im vierten Block schadlos halten. Bei seinen 858 Holz war noch ein bisschen Luft auf Bahn 4, auf alle anderen Bahnen überzeugte er mit jeweils über 210 Holz und schaukelte den Vorlauf in aller Ruhe über die Runden.
Ähnlich souverän schien Eckhard Kopp (KV Lage) sein Pensum abspulen zu können. Zur Halbzeit hatte er 438 Holz auf der Anzeige stehen und das Weiterkommen schien ein Selbstläufer zu werden. Doch weit gefehlt. Bahn 3 wollte ihn nicht verstehen und auch auf Bahn 4 konnten ihn die Neuner auf den letzten Würfen erst auf 830 Holz retten. Mit Platz 5 komplettiert er den Zwischenlauf.

Vorlauf Herren C Einzel (Bahnen 5-8)

Die Herren C hatten einen sehr selektiven Vorlauf auf dem Programm. Aus einem 20er Starterfeld wurden die besten Vier ausgespielt, die dann das Finale bestreiten werden.
Im Gegensatz zu seinem Durchgang in der Vereinsmannschaft kam Johannes Verhees (SKG Rösrath) gar nicht in den Durchgang. Bahn 5 mit 62 Holz im Abräumen lasteten den ganzen Durchgang auf ihm. Maximal zwei Blanke in die Räumgassen brachten auch keinen Befreiungsschlag. Wenigstens konnte er den Startblock gewinnen. Dass seine 768 Holz sogar noch zum Finale reichen sollte hatte so gut wie niemand erwartet.
Direkt im Anschluss legte Karl-Heinz Eversberg (SKV Hilden) schon 787 Holz nach. Er hatte auch nicht mehr Glück in die Räumgassen, dafür waren sein Vollespiel vom Feinsten. Mit einer ähnlichen Taktik qualifizierte sich auch Manfred Pock (SKV Heiligenhaus) für das Finale. Er spielte die Vollegassen auf dem gleichen Niveau wie Karl-Heinz Eversberg. Im Räumen war er eine Tick besser und landete mit 792 folgerichtig auf dem zweiten Rang.
Der vierte Block ging komplett leer aus und auch im letzten Block schaffte nur Manfred Selge (SKG Rösrath) den Sprung unter die letzten Vier. Vergiss die Vollen, wenn Du die Räumgassen triffst. Mit 377 Holz bei 60 Würfen ins Abräumen brachte er 62! Holz zwischen sich und dem zweitbesten Räumergebnis. Sagenhafte 839 Holz waren eine ganz andere Liga.

Vorlauf Herren A Einzel (Bahnen 1-4)

Am Nachmittag durften die jüngsten Senioren ihren Vorlauf bestreiten. Bei lauschigen 35 Grad war nicht nur das keglerische Talent ausschlaggebend. Den Anfang machte Horst Mickisch (KSV Riol). Mit einer grandiosen 458 Holz Halbzeit weckte er die Hoffnungen auf das erste Ergebnis jenseits von 900 Holz. Allerdings nur kurzzeitig. Mit den zweiten 60 Würfen riss der Faden und bei 850 Holz war dann Schluss. Dies sollte allerdings nicht der Prüfstein für die folgenden Spieler werden. Den setzte Engelbert Poth (SKV Trier) mit 833 Holz. Am Ende fehlte ihm ein Holz, um im Zwischenlauf vertreten zu sein. Die schuldige war schnell ausgemacht. Drei super Bahnen reichten nicht, um die 187 Holz auf Bahn 3 bei diesem Starterfeld zu kompensieren.
Der zweite Block sah einen Überraschungssieger. Von der SK Langenfeld konnte Robert Fritsche 856 Holz erkegeln und damit die Herren A Elite lange Zeit in Schach zu halten. Bahn 3 stellte auch für ihn ein kleines Problem dar. Auf der Räumgasse konnte er acuh nur zwei Neuner erspielen. Vier Blanke weniger als auf den drei restlichen Räumgassen.
Selbst der amtierende Deutsche Meister der Herren A, Klaus Benoist (KV Nordsaar)  konnte nur hinterherlaufen. Bei seinen 847 Holz war nach dem zweiten Block noch nicht abzusehen, ob es reichen würde.
Auch der dritte Durchgang blieb blass. Der einzige Kandidat für die Runde der besten Acht war Michael Nielinger. Auch für ihn war es ein hartes Stück Arbeit, in seinem Fall aber selbstverschuldet. Auf der ersten Räumgasse zeigte sich eine Hinterdame widerspenstig, wollte sie doch erst im zweiten Versuch räumen lassen. Das kostete ihn den Anwurf und diesem rannte er den ganze Durchgang hinterher. Zum Glück musste mit dem letzten Wurf ein Bauer geräumt werden damit die 834 Holz feststanden.
Der vierte Block brach dann den Bann von Robert Fritsches 856 Holz. Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) hatte die 900 Holz in Reichweite. Bei ihm war es nicht Bahn 3 die das Vorhaben verhinderte, sondern Bahn 2. In die Volle waren 113 Holz das schwächste Ergebnis auf Bahn 2 und auch die Räumgasse lief sehr schleppend an. Die restlichen Gassen waren dafür umso beeindruckender und summierten sich zu 887 Holz und der Bestzahl. Hilbert Wagner (KV Nordsaar) hielt sich über weite Strecke in Stoffels Windschatten. Mit 848 Holz war er bereits vor dem letzten Block für den Zwischenlauf gesetzt.
Im letzten Block wurde es turbulent. Ralf Hennes l(SKG Rösrath) ag zur Halbzeit bei 427 Holz und legte in Teil 2 450 Holz nach. Bei ihm war Bahn 3 nicht das Problem, sondern das Sprungbrett zum zweiten Platz. Noch spannender machte es Jörg Schnell (KV Lahntal). Zur Halbzeit war er eigentlich schon ausgeschieden. Mit 385 Holz lag er abgeschlagen am Ende des Feldes. Doch auf Bahn 1 platzte der Knoten. 123 und 106 Holz sorgten für ein Fünkchen Hoffnung. Die wurde durch 114 Holz in die Volle schnell wieder erstickt. Bis die letzte Räumgasse mit 115 Holz das Blinken nicht mehr einstellte.
Mit 843 Holz war auch das letzte Ticket vergeben.

Vorlauf Damen C Einzel (Bahnen 5-8)

Die Auswahl bei den Damen C im Einzel Vorlauf war nicht so hart wie bei den Herren C. Von zwölf Starterinnen konnten sich Vier für den Endlauf empfehlen. Schön verteilt konnten sich aus allen Blöcken Starterinnen qualifizieren.
Im ersten Durchgang waren es Christel Kaldenhoven (SKV Rees) und die Titelverteidigerin Monika Schulze (VBK Bielefeld). Die konstantere Leistung mit Bahnergebnissen zwischen 169 und 178 Holz brachte Christel Kaldenhoven die vorläufige Führung. Ihre 702 Holz wurden als sichere Teilnahme an der Finalrunde angesehen. Die 697 Holz von Monika Schulze waren hauptsächlich Bahn 5 geschuldet. 53 Holz auf die Räumgasse waren sehr dünn und die Würfe gingen ihr aus bevor sie den Rückstand komplett aufholen konnte.
Im zweiten Block legte Elisabeth Prenger (KSV Haardtkopf) eine Punktlandung hin. Mit den besten Volle Ergebnissen konnte sie die Räumgassen kaschieren und mit 698 Holz das Finale erreichen. Für Monika Schulze ging das Zittern weiter.
Im letzten Durchgang setzte sich Irene Schneider (KV Gütersloh-Rheda) schnell vom Feld ab. Sie machte es genau gegensätzlich zu Elisabeth Prenger. Die Vollen konnten mit dem übrigen Final Trio nicht mithalten, dafür war ihre Domäne das Räumspiel. Mit 287 Holz lag sie 30 Holz vor der nächstbesten Spielerin und damit kann man die verhaltenen Vollen leicht ausgleichen. 717 Holz bedeuteten den ersten Platz im Vorlauf.

Zwischenlauf Damen B Einzel (Bahnen 5-8)

Die Damen B teilten die Finalteilnahme gleichmäßig zwischen den beiden Blöcken auf. Maria Schmedt gewann den ersten Durchgang mit 760 Holz. Sie begann ihren Durchgang wie sie den Vorlauf beendet hatte. Mit einer total verkorksten Räumgasse. Bahn 2 wollte nicht mehr als 54 Holz geben und das Feld war nach 30 Würfen auf 17 Holz entrückt. Glücklicherweise begann auf Bahn 7 das Verständnis für die Morbacher Anlage. Mit 205 Holz fand sie Anschluss. In der zweiten Halbzeit konnte sie vorbeiziehen und den Vorsprung Stück für Stück ausbauen. Darüber hinaus waren 760 Holz eine Marke, die vom zweiten Block nicht so einfach zu überspielen war. Rita Sauerwald (SKG BW Haiger) konnte sich mit 733 Holz den zweiten Platz erkegeln. Auf der letzten Räumgasse legte sie eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd hin. Sie nahm Magdalene Gereck (SG Düsseldorfer Kegler) 24 Holz ab und setzte sich mit zwei Holz vor die Düsseldorferin.
Der zweiten Durchgang stand unter dem italienischen Banner. Rosina Thater und Anna Röhrig (beide Bochumer KV) marschierten synchron durch den Zwischenlauf. Wobei Rosina Thater sowohl im Abräumen als auch in die Volle von keiner Konkurrentin zu stellen war. Mit 788 Holz setzte sie sich mit deutlichem Abstand an die Spitze des Zwischenlaufs. In ihrem Fahrwasser folgte Anna Röhrig. Mit einem Schlussspurt auf Bahn 7 erreichte sie 767 Holz und den zweiten Platz.
Etwas tragisch wurde es für Elisabeth Danzer (KV Hürth). Nach 90 Würfen lag sie gut im Rennen und benötigte noch 178 Holz um den Endlauf zu erreichen. Leider stoppten sie  gesundheitliche Probleme und sie musste ihre Durchgang abbrechen.

In eigener Sache: Da ich am Mittwoch selbst an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen werde, wird der Bericht für Mittwoch entfallen.

7. Tag: Freitag, 21.06.2013

Vorlauf U23 weiblich Einzel (Bahnen 1-4)

Bisher war es bei diesen Deutschen Meisterschaften mit guten Zahlen im ersten Block möglich die nachfolgenden Starter so unter Druck zu setzen, das zwei, teilweise sogar drei Starterinnen bzw. Starter sich für die nächste Runde qualifizieren konnten. Bei der weiblichen U23 konnte der erste Block dies nicht verwirklichen. Katrin Schröder konnten den ersten Durchgang mit 771 Holz gewinnen, doch war die Hürde für die folgenden Blöcke nicht hoch genug. Selbst im zweiten Block konnten einzig Luisa Wagner (KSV Wieseck) mit 807 Holz überzeugen.
Erst im dritten Abschnitt ging es richtig los. Svenja Lambert von der KV Nordsaar, Katharina Schmitz (Aachener SKV) und Katharina Arend (KSV Haardtkopf) lieferten sich ein Duell auf hohem Niveau. Zu Beginn lag Katharina Schmitz mit einem halben Traumstart vorne. Die Volle mit 114 Holz waren durchschnittlich, die Räumgasse mit 116 Holz war dagegen überragend. Svenja Lambert lag durch eine 208 und Katharina Arend mit einer 207 Holz Startbahn recht deutlich im Hintertreffen. Auf der dritten Bahn änderte sich die Reihenfolge doch noch Mal. Svenja Lambert konnte die 230 Holz von Katharina Schmitz mit 232 Holz übertreffen und setzte sich nach vorne ab. Am Ende waren es 868 Holz und der erste Platz im Vorlauf für Svenja Lambert. Katharina Schmitz konnte zwar nicht mehr aufholen, ihre 849 Holz waren dennoch der sichere zweite Platz. Immer ein paar Holz hinten dran, konnte Katharina Arend (837 Holz) sich auf dem dritten Platz für den Zwischenlauf qualifizieren. Durch die drei Bestzahlen wurde die Leistung von Carina Kreiling (KSG Mittelhessen) etwas in den Hintergrund gedrängt. Ihre 779 Holz reichten für den achten Rang, so dass sich alle Spielerinnen im Halbfinale wiedersehen.
Im vierten Block wurde es wieder ruhiger. Jana Valentin legte mit 222 Holz auf Bahn 4 den Grundstein für die nächste Runde. Auf Bahn 2 gab es in die Räumgasse mit 68 Holz einen kleinen Rückschlag, doch eine solide Bahn 3 brachte ihr 816 Holz.
Lisa Rosport (KV Mittelsaar) hatte ebenfalls ihre Probleme mit Bahn 3. 176 Holz auf ihrer Startbahn bedeuteten eine Menge Arbeit auf den drei verbleibenden Pisten, die sie mit Bravour löste. Auf jeder Bahn konnte sie über 200 Holz erkegeln und 789 Holz abliefern.
Im letzten Block wurde es für Ann-Kristin Mania (KSV Wieseck) spannend. Ihre Vollegassen brachten sie in Schwierigkeiten. Gut dass sie ihre Nerven im Griff hatte. Auf ihrer letzen Bahn (Bahn 2) warf sie mit den letzten sechs Würfen vier Neuner und konnte mit 782 Holz den Zwischenlauf komplettieren.

Vorlauf U23 männlich Einzel (Bahnen 5-8)

Die männliche U23 griff auf die bewährte Taktik zurück. Die frischen Bahnen ausnutzen, hohe Zahlen vorlegen, abwarten und in den Zwischenlauf einziehen.
In Perfektion setzten diese Vorgabe Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) und Robert Heinichen (SK Münstermaifeld ) um. Dominik Werner warf auf Bahn 5 in die Räumgasse mit 117 Holz und kam insgesamt auf 243 Holz. Selbst im Herrenwettbewerb kam niemand mehr an dieses Ergebnis heran. Mit 881 Holz war er ungefährdet eine Runde weiter. Robert Heinichen konnten keine Bahn abreissen, sondern verließ sich auf seine Konstanz mit Bahnergebnissen zwischen 213 und 223 Holz. Freuen konnte er sich über 868 Holz und einen Auftritt im Zwischenlauf. Der dritte im Bunde war Dennis Netzel (KF SW Werl). Seine 839 Holz sollten nur noch drei Mal übertroffen werden. Durch tolle Volleergebnisse konnte er sich eine 69 Holz Abschlussgasse leisten und dennoch ungefährdet eine Runde weiter kommen.
Unter den Ergebnissen musste der zweite Block leiden. Keiner der Spieler konnte sich qualifizieren. Mit Benjamin Schmitz‘ 816 Holz wurde nur der spätere neunte Platz festgelegt.
Der dritte Block verschärfte die Situation noch weiter. Mike Reinert (SKV Trier) überzeugte durch überragende Leistungen in die linken Räumgassen. 108 Holz auf Bahn 8 und 107 Holz auf Abschlussbahn 6 waren gerade genug, um mit 884 Holz den Vorlauf zu gewinnen. Christian Prante (SG Düsseldorfer Kegler) hätte sich mit einer ordentlichen Räumgasse auf Bahn 5 einigen Nervenkitzel ersparen können. Statt der 61 Holz, wenigsten Schnitt oder zwei Blanke hätten ihm ein bis zwei Plätze gebracht. Mit starken Leistungen auf den drei verbleibenden Bahnen schaffte er 835 Holz und zog am Ende fast schon ungefährdet in den Zwischenlauf ein, denn die letzten beiden Blöcke taten sich sehr schwer.
Es gab nur noch zwei einstellige Plätze. Den einen nahm Christian Junk (SK Eifelland Gilzem) für sich in Anspruch. Bahn 8 mit 120 Holz in die Volle und 116 Holz ins Abräumen waren ein Start nach Maß. Danach lief es locker Richtung Halbfinale, dass er mit 865 erreichte und im Zwischenlauf nachlegen darf.
Spannend wurde es im letzten Block für Daniel Hoffmann. Die Vorgabe von 816 Holz schaffte er mit drei Neunern in den letzten fünf Würfen und vervollständigte die Qualifikanten mit 828 Holz.

Vorlauf Damen Einzel (Bahnen 1-4)

Bei den Damen kamen die Teilnehmerinnen des Zwischenlaufs aus allen Blöcken.
Den Anfang machte Veronika Ulrich (KV Mittelsaar). Eine sehr konstante Leistung mit Bahnergebnissen zwischen 204 und 212 Holz waren gut genug für 835 Holz. Die U23 Vizemeisterin aus dem letzten Jahr hatte einen gelungenen Einstand in der Damen Klasse. Im zweiten Durchgang hatte die U23 Meisterin aus dem Vorjahr ihren Auftritt. Kristina Krewer (KV Nordsaar) war weniger konstant, wie sollte sie auch. Mit 251 Holz auf Bahn 4 setzte sie den Höhepunkt dieses Vorlaufs. 861 Holz waren das zweitbeste Ergebnis des Vorlaufs. Die aktuelle Einzelweltmeisterin tat sich um einiges schwerer. Keine 120 Holz in die Volle erhöhten den Druck in die Räumgassen und auch hier war nach spätesten fünf Blanken Schluss. Mit 817 Holz musste sie bis zur letzten Räumgasse des Wettbewerbs warten ehe ihre Endlaufteilnahme feststand.
Katja Ricken komplettierte das Meister-Quartett im Zwischenlauf. Die Weltmeisterin im Sprint konnte sich ähnlich wie Kristina Krewer auf Bahn 4 verlassen. Mit 229 Holz war der Zwischenlauf schnell gebucht. 831 Holz lassen noch Luft nach oben für den nächsten Durchgang.
Für die Wuppertaler SK gab Simone Brinkmann mit 821 Holz ihre Empfehlng für den Zwischenlauf ab. Ein Endspurt von 99 Holz über die letzte Räumgasse brachte sie über Yvonne Ruchs Zahl und zu einer fast sicheren Einladung zur Zwischenrunde.
Simone Schnorpfeil (KSV Riol) ließ keine Zweifel an ihrem Weiterkommen aufkommen. Sie war die einzige ,die die Räumgasse mit einem 100 Holz schnitt absolvieren konnte. Damit konnte sie die schlechten Vollen gut ausgleichen und sich auf den ersten Platz im Vorlauf setzen.
Der letzte Block sah dann eine Melanie Zimmer (RSV Remscheid), die schnörkellos in die Zwischenrunde einzog. Eingerahmt von 224 Holz auf Bahn 1 und 222 Holz auf Bahn 4 beendete sie den Durchgang mit 849 Holz und dem dritten Rang.
Mit einigem Zittern wurde griff sich Ilona Mann die letzte Fahrkarte in Richtung Zwischenlauf. Eine tolle erste Hälfte hätte fast nicht gereicht, denn die zweite Hälfte war mit ein paar Bauernfehlern gespickt. Zwei Neuner in den letzten fünf Würfen erlösten sie und 824 Holz reichten sogar für den sechsten Platz.

Vorlauf Herren Einzel (Bahnen 5-8)

Die Herren machten von Beginn an Druck mit sehr guten Ergebnissen. André Laukmann (VBK Bergisch Gladbach) schien nach seinem gewonnen Weltmeistertitel keine Regenerationspause zu benötigen. Die Anfangsbahn mit 192 Holz war noch nichts so das Wahre, es folgten noch drei Bahnen mit jeweils über 220 Holz. 874 Holz würden für die Top 4 sicherlich reichen. Dirk Albertz (KV Kerpen) hatte den besseren Start, konnte der Steigerung von André Laukmann im weiteren Verlauf des Durchgangs nicht Paroli bieten. Drei Mal räumte er 88 Holz und auf Bahn 6 waren es sogar 98 Holz. Das reichte für 860 Holz. Auch wenn es anfangs Zweifel gab ob diese Zahl reichen würde, wurde nach dem zweiten Block klar, dass dieses Ergebnis nicht mehr oft erreicht werden würde.
Lange sah es so aus, dass Steve Blasen (KSV Riol) ebenfalls seine liebe Mühe hätte eine zwischenlauftaugliche Zahl abzuliefern. 415 Holz nach 60 Würfen waren deutliche weniger Holz als erhofft. Die zweite Hälfte war ein bis zwei Klassen besser. 227 Holz auf Bahn 8 und 240 Holz auf Bahn 5 summierten sich auf 882 Holz. Das sah am Ende klarer aus als es in Wirklichkeit war.
Den spannendsten Zieleinlauf sahen die Zuschauer im Mittelblock. Mit Holger Mayer (KV Nordsaar), Thomas Steines (KSV Riol) und Florian Grohmann (VBK Bergisch Gladbach) standen drei Hochkaräter auf den Bahnen. Thomas Steines setzte sich als erster ab. Mit 446 Holz zur Halbzeit, waren Holger Mayer (411 Holz) und Florian Grohmann (422 Holz) distanziert. Es sah nach einem lockeren Qualifikationslauf für Thomas Steines aus während Holger Mayer und Florian Grohmann sich ernsthafte Gedanken über ihr Weiterkommen machen mussten. Holger Mayer war mit 217 Holz auf Bahn 7 auf einem guten Weg, wohingegen Florian Grohmanns 191 Holz das Aus näherrücken ließ. 613 Holz und 15 Holz Rückstand auf Holger Mayer waren kaum aufzuholen. Als Florian Grohmann Bahn 6 mit 125 in die Volle begann reduzierte er den Rückstand auf zehn Holz. Die Räumgasse lag ihm auch und mit drei Neunern in den letzten drei Würfen gewann er das Duell mit 846 Holz. Ein Holz mehr als Holger Mayer, der auf 845 Holz kam und in der Endabrechnung den undankbaren neunten Platz belegte. Auch für Thomas Steines wurde es spannend. Während die Florian Grohmann und Holger Mayer Neun um Neun warfen, wollte Bahn 5 ihn nicht verstehen mit einer 70 Holz Räumgasse schleppte er sich zu 849 Holz und durfte sich über den siebten Platz freuen.
Der vorletzte Block sah auch wieder zwei Qualifikanten. Daniel Schöneberger (KV Nordsaar) hatte zur Halbzeit ebenfalls seine Probleme. Bahn 6 und Bahn 7 brachten ihm nur 407 Holz ein. Erst Bahn 8 brachte ein bisschen Ruhe. 232 Holz waren die Beste Zahl, die bei den Herren dort gekegelt wurde. Auf Bahn 5 hätten im zwei Neuner ins Räumen ausgereicht zur Qualifikation, er machte sieben und konnte sich damit am letzten Block der Zwischenrunde teilnehmen.
Bernardo Immendorff (KSV Riol) hatte augenscheinlich den gleichen Plan aufgestellt. 420 zur Halbzeit hätten nicht gereicht. Auch er konnte sich auf seine dritte Bahn verlassen. 240 Holz waren das Bestergebnis auf Bahn 6. Da konnte er sich Bahn 7 mit unter 200 Holz leisten, um sich mit 857 Holz in aller Ruhe den letzten Block ansehen.
Hier konnte sich nur Marcel Corzilius (KSV Eintracht Wolfsburg) in Szene setzen. Trotz des späten Zeitpunkts war er nach drei Bahnen auf 900er Kurs. Erst Bahn 5 verhinderte das fünfte Ergebnis jenseits der 900. Für Platz eins im Vorlauf reichte seine 890 Holz dennoch.

8. Tag: Samstag, 22.06.2013

Endlauf Mixed Paarkampf (Bahnen 1-4)

Die Einzel Zwischenläufe wurde durch das Finale im Mixed Paarkampf unterbrochen. Mit Kristina Krewer / Daniel Schulz und Christina Retterath / Jürgen Wagner standen zwei Paare der KV Nordsaar im Endlauf. Die rheinland-pfälzischen Gastgeber hatten mit Riols Simone Schnorpfeil / Thomas Steines und den Polchern Katja Ricken / Christian Jung die anderen beiden Plätze belegt. Christina Retterath und Jürgen Wagner leisteten sich mit 129 Holz auf der ersten Bahn einen Fehlstart. Dem daraus resultierenden Rückstand sollten sie den gesamten Durchgang hinterherlaufen ohne eine echte Chance in die Medaillenränge vorzustoßen.
Von den anderen drei Paaren konnte sich niemand absetzten. Alle zeigten eine ausgeglichene Leistung auf gutem Niveau. Nach 60 Würfen lagen Simone Schnorpfeil und Thomas Steines mit 334 Holz leicht in Führung. Knapp gefolgt von Katja Ricken / Christian Jung (336 Holz) und Kristina Krewer / Daniel Schulz (333 Holz). Kopf an Kopf ging es in die zweite Halbzeit. Die beste dritte Bahn erwischten Kristina Krewer und Daniel Schulz. Auf Bahn 3 erkegelten sie das höchste Ergebnis (187 Holz) und konnten sich von Rang drei auf den ersten Platz schieben, da die Konkurrenten nicht mehr als 175 Holz bieten konnten. In den entscheidenden Würfen blieb immer wieder eine Acht stehen. Entweder Eckkegel oder Hinterdamen verhinderten die notwendigen Neuner. Mit 520 gingen die Nordsaarer auf Bahn 4. Neun bzw. zehn Holz Vorsprung waren nicht die Welt, aber die rechte Gasse auf Bahn vier hatte sich als sehr fallfreudig erwiesen und Kristina Krewer hatte in ihrem Einzel mit 250 Holz bewiesen, dass die Bahn sehr ergiebig sein kann. Kann, aber nicht muss. Zwei Blanken auf die rechte Gasse waren deutlich zu wenig und bereits vor den letzten 15 Würfen lagen sie erneut auf Rang 3. Wie so oft an diesen Tage galt auch bei ihnen: Braucht man die Neuner in Morbach, fallen meistens nur noch acht Kegel. Mit Schnitt in die letzte Gasse war dann auch keine Verbesserung mehr möglich (669 Holz). Gold und Silber sollten die rheinland-pfälzischen Paarungen unter sich ausmachen. Simone Schnorpfeil und Thomas Steines fand als erste den Weg zur Neun und sammelten die Blanken über die letzten 30 Würfe. Katja Ricken und Christian jung hingegen fanden erst am Ende die richtige Spur. Sie konnte die letzten sechs Würfe durchblanken, doch der Vorsprung der Rioler war schon zu weit angewachsen. Mit 696 zu 688 Holz ging der Deutsche Meister an Simone Schnorpfeil und Thomas Steines.

Zwischenlauf weibliche U23 Einzel (Bahnen 5-8)

Im ersten Durchgang schockte Carina Kreiling (KSG Mittelhessen) ihre Konkurrentinnen. Nach drei Bahnen lag sie genau auf 800er und damit knapp vor Ann-Kristin Mania und Luisa Wagner (beide KSV Wieseck), bevor sie auf Bahn 7 mit 99 Holz in die Räumgasse einen tollen Endspurt hinlegte und mit 818 Holz die Mitstreiterinnen deutlich hinter sich lassen konnte. Zwischen den beiden Mannschaftkameradinnen vom KSV Wieseck entwickelte sich ein Krimi um den zweiten Platz. Mit 579 lag Luisa Wagner nach drei Bahnen hinter Ann-Kristin Mania, die mit 590 Holz auf die letzte Bahn wechseln konnte. Auf die Volle war kein Herankommen möglich. Mit 127 Holz konnte Ann-Kristin Mania den Vorsprung auf 18 Holz ausbauen. Doch dann kam die Räumgasse auf Bahn 6. 61 Holz waren wenig, zu wenig um Luisa Wagner zu halten. 80 Holz im Abräumen auf Bahn 8 bedeuteten 779 Holz, ein Holz mehr als Ann-Kristin Mania, die mit 778 Holz den dritten Platz nach dem ersten Block belegte.
Der zweite Block litt dann abermals unter den Vorgaben des ersten Durchgangs. 778 Holz waren eine Hürde, die nicht mal so eben genommen werden konnte. So brachten sich Katharina Arend (KSV Haardtkopf) und Jana Petschel (KSV Riol) bereits nach ihrer ersten Bahn mit 170 bzw. 183 Holz in arge Schwierigkeiten. Wenn man dann die Neuner brauchte, … siehe oben, warteten nur noch Achter.
Svenja Lambert (KV Nordsaar) hatte auf der ersten Bahn auch ihre liebe Mühe, konnte sich dank Bahn 6 und 209 Holz auf eine halbwegs beruhigende 396 Holz Halbzeit retten. Den besten Start zeigte Katharina Schmitz (Aachener SKV). 195 Holz auf Bahn 6 waren sehr ordentlich. Leider gingen ihr im Abräumen auf Bahn 7 bereits nach 62 Holz die Würfe aus, so dass sie ebenfalls nicht an die Zahl von Ann-Kristin Mania heranreichen konnte.
In der Zwischenzeit erlebt Svenja Lambert auch ein Auf und Ab. Nach 185 Holz auf Bahn 7 wurde sie durch 209 Holz auf Bahn 8 erlöst und konnte mit 799 Holz ins Finale einziehen.

Endlauf weibliche U23 Einzel (Bahnen 1-4)

Der Start in das Finale gestaltete sich zäh. Ann-Kristin Mania (KSV Wieseck) konnte mit 192 Holz nach der ersten Bahn in Führung gehen. „Fehler vermeiden, Neuner sammeln“ war die Devise der ersten 60 Würfe. Svenja Lambert (KV Nordsaar) und Luisa Wagner (KSV Wieseck) gingen deutlich aggressiver zu Werke und mussten mit einigen Dreiern leben, die sie immer wieder zurückwarfen. Das gleich Spiel auf der zweiten Bahn. Ann-Kristin Mania konnte mit 196 Holz ihren Vorsprung weiter ausbauen, während Svenja Lambert (372 Holz) und Luisa Wagner (369 Holz) noch immer nicht in die Neunerserien fanden. Erst auf der dritten Bahn wurde das Angriffsspiel der beiden belohnt. Svenja Lambert reduzierte den Rückstand auf Ann-Kristin Mania in die Volle um 11 Holz und brachte erstmals auch vier Blanke in die Räumgasse durch. Mit 587 Holz zog sie erstmalig an ihr vorbei. Noch besser machte es Luisa Wagner. In die Volle begnügte sie sich mit 120 Holz, dafür krachte es im Abräumen. 105 Holz waren das höchste Räumergebnis in diesem Finale und brachte ihre die Führung mit 594 Holz ein.
Auf der letzten Bahn ein ähnliches Bild. Svenja Lambert überzeugt in Volle und konnte bis auf 3 Holz an Luisa Wagner heranrücken. Im Räumen hielt Luisa Wagner dann wieder dagegen. Svenja Lambert gelang die sechste Blanke nicht und so reichte der Wieseckerin eine Sieben im letzten Wurf. Es wurde eine Acht und nach ein bisschen Quälerei im Vorlauf, viel Quälerei im Zwischenlauf ging der Titel an Wieseck. Ann-Kristin Mania spielte ihren Durchgang solide zu Ende und konnte mit 774 Holz die Bronzemedaille in Empfang nehmen.

Zwischenlauf männliche U23 Einzel (Bahnen 1-4)

Bei der männlichen U23 schoss Michael Reith (AN Bosserode) den Vogel ab. Mit unglaublicher Konstanz auf höchstem Niveau zelebrierte er die Bahnen 1-4 in der Baldenauhalle. Die Volle Ergebnisse zwischen 122 und 124 Holz, im Räumen 106 bis 108 Holz und Bahnergebnisse zwischen 229 bis 232 Holz waren an Ausgeglichenheit nicht zu überbieten. Entsprechend war ihm der erste Platz im Zwischenlauf nicht zu nehmen. Außerdem warf er das beste Ergebnis aller Herren in den Einzeldisziplinen.
Mit fast 60 Holz Rückstand folgte Daniel Hofmann (KV Sontra) auf dem zweiten Platz. Seine 863 Holz erspielte er sich hauptsächlich auf den Räumgassen der Bahnen 1 und 2. Mit jeweils 108 Holz konnte er die verhalteneren Resultate auf den Bahnen 3 und 4 gut ausgleichen. Durch die hohen Vorgaben taten sich die Teilnehmer des zweiten Durchgangs auch hier schwer die Qualifikation für das Finale zu bewerkstelligen. Ähnlich wie Daniel Hofmann reichten Mike Reinert (SKV Trier) zwei Räumgassen jenseits von 100 Holz, um ungefährdete 872 Holz zu erreichen. Christian Junk (SK Eifelland Gilzem) baute hingegen auf seine Vollegassen. Dort hatte er mit 495 Holz das höchste Ergebnis erreicht. Die Räumgassen hinkten den anderen drei Qualifikanten hinterher. 868 Holz bedeuteten Platz 3 in der Zwischenrunde. Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) war der unglückselige Fünfte. Trotz 108 Holz auf seiner letzten Räumgasse fehlte ihm eine Neun, um Daniel Hofmann aus dem Final Quartett zu werfen. Mit 855 Holz war er acht Holz zu kurz gesprungen.

Endlauf männliche U23 Einzel (Bahnen 5-8)

Im Finale konnte sich Michael Reith (AN Bosserode) nach der ersten Bahn an die Spitze setzen (208 Holz). Im glückten als einzigen Starter vier Blanke in die Räumgasse. Für seine Konkurrenten waren maximal deren Drei das höchste der Gefühle. Da Daniel Hofmann (KV Sontra) schon die Volle auf Bahn 8 mit 113 Holz verpatzte, lag er mit 194 Holz am Ende des Feldes. Auf der nächsten Bahn kam der Konter von Mike Reinert (SKV Trier) und Christian Junk (SK Eifelland Gilzem). Während Michael Reith an der zweiten Neun scheiterte, gelang diese Mike Reinert. Mit 405 zu 401 Holz konnte er sich einen kleinen Vorteil verschaffen. Christian Junk hingegen nutzte die Schwäche vorentscheidend aus. Mit sechs Neunern kam er auf 423 Holz und brachte 18 Holz zwischen sich und der Silbermedaille.
Auf der dritten Bahn gab es so gut wie keine Verschiebungen. Trotzdem wurde den Zuschauern tolle Kegelsport geboten. Christian Junk hatte mit 223 Holz erneut die Nase vorne, doch folgten die drei übrigen Finalisten mit jeweils 221 Holz. Mit seiner letzten Vollegasse (125 Holz) machte Christian Junk den Titelgewinn so gut wie perfekt. Noch 15 Würfe zu spielen und er lag sechs Blanke vor Michael Reith und Mike Reinert. Mit 97 Holz ließ er den beiden keine Chance ernsthaft zu attackieren und gewann seinen ersten U23-Titel auf Deutschen Meisterschaften mit 868 Holz. Michael Reith (851 Holz) holte sich mit 106 Holz im Endspurt die Silbermedaille, vor Mike Reinert der mit 840 Holz ins Ziel einlief.

Zwischenlauf Damen Einzel (Bahnen 5-8)

Auch im Zwischenlauf des Damen Einzels zeigte sich das altbewährte Bild. Im ersten Durchgang wurden die Zahlen vorgelegt und der zweite Block verzweifelte.
Simone Brinkmann traf ihre erste Räumgasse mit 99 Holz und wechselte mit 220 Holz auf Bahn 8. Damit ließ sich leben. Konnte sie doch auf Bahn 8 ebenfalls mit knapp über 200 Holz abschließen. Am Ende waren es 821 Holz und ein stressfreies Vorrücken ins Finale.
Auch Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) fand sofort ins Spiel. Mit 230 Holz auf Bahn 5 hatte sie sich bereits nach 30 Würfen aller Sorgen entledigt und konnte in der Folge frei aufspielen. Wenn es denn mal läuft, dann kommen ganz einfach 861 Holz zusammen.  Wenn es nicht läuft, dann sieht es aus wie bei Yvonne Ruch (KSC Polch). In die Volle waren 120 Holz unerreichbar und in die Räumgasse fallen keine Neuner. Schon steckte man in Schwierigkeiten. Wohl dem, der locker bleibt und geduldig auf die Neuner wartet. Auf beiden rechten Räumgassen lieferte sie vier Blanke ab und da in der zweiten Hälfte auch die Vollegassen funktionierten kamen 807 Holz zusammen. Die Messlatte für Durchgang zwei war damit gelegt.
Katja Ricken (KSC Polch) war es als Einzige aus dem zweiten Block vergönnt den Einzug in den Endlauf zu feiern. Auch hier war es ein hartes Stück Arbeit. In die Vollen kegelte sie grandios, im Abräumen wollten ihr immer nur zwei Neuner gelingen. Ähnlich wie ihre Mannschaftskameradin Yvonne Ruch konnte sie sich auf Bahn 7 verlassen. Hier fiel die vierte Neun und sie kam mit 809 Holz eine Runde weiter.

Endlauf Damen Einzel (Bahnen 1-4)

Trotz geringer Regenerationsphase standen im Finale der Damen drei WM Teilnehmerinnen. Eigentlich ein klarer Hinweis auf die kleiner werdende Gruppe der Spitzenkeglerinnen. Zumal die Medaillen auch noch unter den WM-Teilnehmerinnen ausgespielt wurden. Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) machte dort weiter, wo sie im Zwischenlauf aufgehört hatte – an der Spitze. 206 Holz reichten aus, um Katja Ricken (KSC Polch) zu übertreffen. Mehr als 198 Holz konnte sie auf Bahn 3 nicht erkegeln. Damit erging es ihr trotzdem deutlich besser als Simone Brinkmann (Wuppertaler SK), die mit 186 Holz wechselte und Yvonne Ruch (KSC Polch) die nach einer 61 Holz Räumgasse das Ende des Feldes mit 185 Holz markierte. Nach der zweiten Bahn waren die Weltmeisterinnen unter sich. Yvonne Ruch konnte in der zweiten Räumgasse nachbessern. Sehr gute 106 Holz reichten zu einer Halbzeit von 409 Holz. Damit war sie wieder auf Tuchfühlung mit Katja Ricken (413 Holz) und der weiter in Führung liegenden Veronika Ulrich (415 Holz). Auf Bahn 1 setzte Katja Ricken ihr Glanzstück. 118 Holz in die Vollen waren in Ordnung. Ihre 117 Holz in die Räumgasse hingegen unerreicht und der Grundstein zu ihrem zweiten Deutschen Meistertitel im Damen Einzel. Veronika Ulrich konnte ihr nicht folgen und lag 18 Holz zurück. Sie konnte aber wenigstens den Vorsprung auf Yvonne Ruch auf 17 Holz ausbauen, so dass die Medaillenfarben festzustehen schienen. Die Volle spielten alle um 120 Holz und es plätscherte dem Ende entgegen. Doch Yvonne Ruch fand den Weg in die Räumgasse auf Bahn 3 schnell und legte einige Neuner vor. Während Katja Ricken dagegenhalten konnte und sich ihren Titel mit 869 Holz nicht mehr aus der Hand nehmen ließ, wurde es für Veronika Ulrich eng. Auf Bahn 4 wollten nur noch Achter fallen. Was sie auch versuchte die Neuner fielen nur sehr vereinzelt. Drei waren es am Ende und die waren zu wenig (832 Holz). Yvonne Ruch hatte neun Neuner zu bieten und konnte sich auf der Zielgeraden die Silbermedaille mit 840 Holz greifen.

Zwischenlauf Herren Einzel (Bahnen 1-4)

Der Zwischenlauf der Herren war die engste Kiste dieser Meisterschaften und es lief wieder nach Schema F ab. Bernardo Immendorff (KSV Riol) hatte die besten Nerven und die besten Räumgassen im ersten Block. Dank seiner 399 Holz im Abräumen konnte er das schwächste Volleergebnis vergessen machen. 884 Holz bedeuteten den Gewinn des ersten Blocks. Knapp dahinter kamen Florian Grohmann (VBK Bergisch Gladbach) und Thomas Steines (ebenfalls KSV Riol) mit 879 Holz von den Bahnen. Die Räumgassen gaben den Ausschlag für Florian Grohmann, der mit dem zweiten Platz im Rücken auf den Ausgang des Zwischenlaufs warten musste. Dirk Albertz komplettierte den Durchgang mit 873 Holz wobei ihm auf der letzten Gasse die sechste Neun nicht vergönnt war, sonst hätte er sich noch auf den zweiten Platz schieben können. Hier machte eine Neun den Unterschied zwischen Weiterkommen und Ausscheiden.
Auch der zweite Block war kein Deut entspannter. Marcel Corzilius (KSV Eintracht Wolfsburg) sah lange Zeit wie ein sicherer Finalteilnehmer aus. Mit 669 Holz wechselte er auf Bahn 4. 125 Holz in die Volle. Die nötigen vier Blanke sahen nach reiner Formsache aus. Der erste Rückschlag kam beim Versuch eine dicke Sechs zu räumen. Ein Kegel blieb in der Pudelrinne stehen und zeigte nicht an. Plötzlich waren es fünf Blanke, die er benötigte. Im Vorletzten musste die Neun fallen. Der Wurf sah gut aus, der Einschlag war ebenfalls gut, die Hinterdame wackelte zur einen Seite, wackelte zur anderen Seite, stockte kurz und stellte sich wieder hin. 874 Holz und aus. Dies konnte Steve Blasen (KSV Riol) ausnutzen. Vor der Räumgasse lag er noch mit einem Holz zurück, doch er konnte den Anwurf durchbringen und mit 882 Holz das Finale buchen. Wie knapp es war zeigten die Plätze 7 und 8. Daniel Schöneberger (KV Nordsaar) steuerte 873 Holz zum Zwischenlauf bei und Weltmeister André Laukmann (VBK Bergisch Gladbach) beendete seine Saison mit 867 Holz. Somit lagen zwischen Platz 1 und Platz 8 lediglich 17 Holz. Im Gegensatz zu den Damen war es keinem der deutschen Herren, die an den Weltmeisterschaften teilgenommen hatte vergönnt in den Endlauf einzuziehen.

Endlauf Herren Einzel (Bahnen 5-8)

Der Herren Endlauf bildete auch in diesem Jahr den Höhepunkt der Veranstaltung. In diesem Jahr stand das Finale unter dem Motto: Florian Grohmann gegen den KSV Riol. Brasiliens Nationalspieler Bernardo Immendorff sorgte auf Bahn 5 für Furore. Mit 116 Holz im Räumen und 238 Holz insgesamt setzte er sich sofort nach vorne ab. Steve Blasen und Thomas Steines (alle drei Riol) hatten mit 223 bzw. 221 Holz vier Blanke Rückstand. Florian Grohmanns Hoffnungen die Rioler Übermacht zu ärgern erhielt mit 211 Holz einen kleinen Dämpfer. Auf der zweiten Räumgasse blieben die Klingeln überraschend still. Thomas Steines kam auf nur eine Neun, Bernardo Immendorff und Florian Grohmann immerhin auf zwei Neuner. Da ließ sich Ex-Weltmeister Steve Blasen nicht lange bitten. Mit 131 Holz in die Volle im Rücken vollendete er Bahn 6 mit sechs Neunern und übernahm mit 451 Holz die Führung vor Bernardo Immendorff. Thomas Steines (415 Holz) fiel auf Rang vier zurück, da Florian Grohmann seinen Rückstand in einen zwei Holz Vorsprung umwandelte. Die gute nachricht für Thomas Steines war, dass Bahn 5, die ihn bereits im Vorlauf geärgert hatte, hinter ihm lag.
Die dritte Bahn verlief relativ unspektakulär. Bernardo Immendorff verkürzte den Rückstand auf Steve Blasen auf neun Holz. Thomas Steines drängte sich mit fünf Holz wieder auf Bronze. Zu Bernardo Immendorff waren es 24 Holz Rückkstand. Entsprechend galt das Augenmerk erst Mal Florian Grohmann, der ihm den dritten Platz streitig machen wollte.
Die letzte Volle sah einen schwächelnden Bernardo Immendorff. Mit 117 Holz gab er 10 Holz auf Thomas Steines ab und lag plötzlich nur noch zwei Blanke in Führung. Thomas Steines nutzte das Momentum und warf Neun um Neun. Zu 125 Holz verarbeitet er die letzten 15 Würfe auf Bahn 7 und kam tatsächlich mit 875 Holz als Zweiter ins Ziel. Bernardo Immendorff (863 Holz) konnte seiner Leistung 99 Holz hinzufügen und damit Position drei vor Florian Grohmann (851 Holz) retten.
Da mit Steve Blasen ein Luxemburger den ersten Platz bei den Deutschen Meisterschaften belegte wurde der Titel des Internationalen Deutschen Meisters an ihn vergeben. Deutscher Meister wurde Thomas Steines und Vizemeister Bernardo Immendorff. Florian Grohmann bekam entsprechend die Bronzemedaille überreicht.

Fazit

Damit gingen gut organisierte Deutsche Meisterschaften im beschaulichen Morbach zu Ende. Abgesehen von einigen technischen Problemen, die am vorletzten Tag behoben werden konnten, gingen die Wettbewerbe reibungslos über die Bühne. Auch hier war die Unterstützung durch befreundete Vereine einer der Garanten für die erfolgreiche Durchführung der Meisterschaften. Viele helfende Hände von den Bahnwarten, der Gastronomie, den Schreibern, Bonverkäufern über die Regie und Ansagern bis zu Heidi und Bernd Geiter waren im Einsatz ohne die diese Meisterschaft nur schwerlich möglich gewesen wäre.
Die KSV Haardtkopf hat die Generalprobe für die Weltmeisterschaften im Jahr 2015 bestanden. Nach einer Zwischenstation in bei den Deutschen Meisterschaften 2014 in Langenfeld wird die Kegelwelt wieder zu Gast im Hunsrück sein.