Mittwoch, 29. Mai 2013 19:46

Deutsche Jugendmeisterschaften 2013 (Oberthal)

geschrieben von  Mike Killadt

Mit den Einzelendläufen fanden die Deutschen Jugendmeisterschaften in Oberthal einen tollen, und an Stimmung kaum zu überbietenden Abschluss.

1. Tag: Donnerstag, 30.05.2013

Finale Mannschaft weibliche U14 (Bahnen 1-4)

Wie bereits im letzten Jahr konnte der Landesfachverband Rheinland-Pfalz keine weibliche U14 Mannschaft melden. Somit wurde diese Disziplin erneut unter den sieben qualifizierten Teilnehmern ausgespielt.
Im ersten Block legte für die KV Sontra Monique Kummer einen Blitzstart hin. in den ersten fünf Würfen erkegelte sie drei Neuner und konnte auf stolze 111 Holz in ihre erste Vollegasse blicken. Mit diesem Start war dann auch von einer anfänglichen Nervosität nichts mehr zu spüren und sie spielte bis zum Schluss solide ihre Bahnen. Mit 633 Holz setzte sie die erste Messlatte für die Nachfolgenden Spielerinnen. Michelle Welland für die KV Westfalen-Nord (568 Holz) und Giuliana Bund für die KV Saar 2 (530 Holz) konnten keinen Anschluss halten.
Im zweiten Block des ersten Durchgangs musste Rees 2 ebenfalls einem deutlichen Rückstand hinterher laufen. Mit Bahn 2 konnte sich Chiara Beekmann nicht richtig anfreunden und so reihte sie sich mit 554 Holz zwischen die beiden anderen Ergebnisse des ersten Blocks. Die favorisierte KV Saar 1 konnte mit der Monique Kummers Vorgabe mithalten. Nina Heck übernahm die Roller der Anstarterin, legte mit 169 Holz mit den ersten 30 Würfen toll los, doch dann kamen ein paar unnötige Fehler hinzu und sie reihte sich mit 631 Holz auf dem dritten Platz ein. Mit 626 Holz knapp dahinter verdeutlichte Anna Hekers die Medaillenambitionen der SKV Rees 1. Auf Platz eins fand sich nach dem ersten Durchgang die PSV BG Fulda wieder. Lena Schad startete ebenfalls mit 169, allerdings war sie die einzige Anstarterin, die sich mit nur einem einzigen Fehler auf die Eckkegel begnügte. Entsprechend verdient waren ihre 655 Holz und der Platz an der Sonne.
Im ersten Block des zweiten Durchgangs erlebte man ein Déja Vu. Celina Wagner machte für die KV Sontra mit ihren 641 Holz Druck auf den Folgeblock, während Westfalen-Nord und die zweite Saarmannschaft sich schwer taten.
Die Taktik ging auf. Keine der zweiten Keglerinnen kam in ihre Nähe. Michelle Bauer von der KV Saar 1 hielt sich noch am Besten. Bereits zur Halbzeit war sie die einzige, die sich für 600 empfehlen konnte. Mit ihre 614 Holz konnte sie jedoch nicht verhindern, dass die KV Sontra die Spitzenposition übernahm. Auch auf die SKV Rees wurden über 40 Holz gutgeschrieben und Fulda fiel gar 110 Holz zur Halbzeit zurück.
Und das Spiel ging weiter. Johanna Schönzart legte für die KV Sontra vor. Mit 575 Holz war ein kleiner Dämpfer zu vermerken, der hauptsächlich Bahn 3 geschuldet war. Mit 78 Holz in die Volle, hätte sie dort die 600 schon sichern können. Doch sie ließ sich nicht entmutigen und mit viel Kampfgeist folgten auf Bahn 4 noch tolle 173 Holz. Trotzdem blieb somit erstmals eine Chance für die Nachfolgenden viel Holz gut zu machen.
Man muss sagen, sie ließen sich nicht lange bitten. Mit 660 Holz erspielte Leah Meyer das höchste Ergebnis des Tages. Ein kleiner Schönheitsfehler waren die acht Fehlwürfe, die sie in die Räumgassen einstreute. Das hätte ganz nah an die 700 Holz gehen können mit einem Nullfehler-Durchgang. Es reichte auch so, um die Favoritinnen der KV Saar 1 wieder auf den Goldrang zu schieben. Auch Julia Weitz von der SKV Rees 1 nutzte die Chance. Ihre 623 Holz platzierten ihre Mannschaft ein Holz hinter der KV Sontra auf Platz 3. Die PSV BG Fulda stand da nicht viel nach. Mit 603 Holz knappste Anna Krätsch auch ein paar Holz des Sontraer Vorsprungs ab, doch wog die Bürde aus dem zweiten Durchgang zu schwer. Näher als 85 Holz vor der Schlussstarterin konnte sie an die Hessinnen nicht herankommen.
Für den letzten Durchgang wurden die Blöcke umgestellt. Im ersten Block des letzten Durchgangs starteten die Plätze 5-7 während im letzten Block die Plätze 1-4 aufeinander trafen. Da die Abstände bereits auf über 150 Holz angewachsen waren, konnte keine der erstgestarteten Mannschaften an den Podiumsplätzen kratzen. Das interesse konzentrierte sich auf den zweiten Block.
Erstmals konnte Sontra nicht vorlegen. Im direkten Vergleich hatten sie ihre Schwierigkeiten. Bei Halbzeit wurde noch gewechselt, aber mehr als 501 Holz für Julia Tanz und Patrizia Lourdes Golze kamen nicht zusammen. Maren Wirtz musste nicht lange gebeten werden. Mit 641 Holz fuhr sie die Goldmedaille für die KV Saar 1 sicher nach Hause. Ebenso hatte Lisa-Marie Ferres (606 Holz) keine Probleme den Rückstand von einem Holz wett zu machen und Silber für die SKV Rees zu erkegeln. Um Bronze wurde es allerdings spannend. Nach einem schwerfälligen Start auf Bahn 4, vor allem in die Räumgasse, kam Eileen Schmitt immer besser ins Spiel und holte Holz um Holz auf. Mit einer 77 Holz Räumgasse zog sie auf der dritten Bahn vorbei holte mit 643 Holz die Bronzemedaille nach Fulda.

1. KV Saar 1 2546 Holz
2. SKV Rees 1 2454 Holz
3. PSV BG Fulda 2405 Holz
4. KV Sontra 2360 Holz
5. SKV Rees 2 2153 Holz
6. KV Westfalen-Nord 2050 Holz
7. KV Saar 2 2003 Holz

Finale Mannschaft männliche U14 (Bahnen 5-8)

Wie schon bei der weiblichen U14 durfte die KV Sontra auch bei der männlichen U14 im ersten Block des jeweiligen Durchgangs starten. Die Taktik blieb die gleiche. Erstmal eine schön hohe Zahl vorlegen und dann schauen was passiert.Pascal Hilmes führte dies mit Bravour vor. Seine 655 Holz hätten noch höher reichen können, wenn er auf der ersten Räumgasse nicht aus einer dicken Acht ein Fünfer-Räumbild gemacht hätte. Es reichte trotzdem zur Führung, denn die restlichen 115 Würfe waren sehr gut. Einzig Lukas Poppenhäger von der KV Saar 2 konnte ihm folgen. Zum überholen reichte es nicht. Leistete er sich das gleiche Missgeschick mit der dicken Acht wie Pascal Hilmes. Mit dem einzigen Unterschied, ihm passierte es auf der letzten Gasse.
Im Unterschied zu den Mädchen war es nicht so einfach die Jungs unter Druck zu setzen.
Marjan Leis konterte die Vorgabe der KV Sontra mit der Tagesbestleistung von 697 Holz. Er war damit gleichzeitig einer der wenigen Spieler, die mit null Fehlwürfen ihren Durchgang absolvieren konnten. Marius Weber von der KV Saar 1 konnte zwar mit Marjan Leis nicht bis zum Schluss mithalten, hielt sein Team mit 643 Holz im Spiel. Das Gleiche galt für Leon Ratnow, dessen 631 Holz einen guten Start für die SKV Heiligenhaus bedeuteten. Einzig Der VOK Osnabrück (593 Holz), die KV Westfalen-Nord (587 Holz) und Blau-Weiß Herfa (556 Holz) fanden sich etwas abgeschlagen wieder.
Für letztere setzte Yannick Sonntag ein Ausrufezeichen mit seinen 628 Holz. Damit brachte er seine Mannschaft zwischenzeitlich vom 8. auf den 6. Platz. Der KV Sontra wollte es im zweiten Durchgang nicht gelingen Druck auf den zweiten Block zu machen. Diese Rolle übernahm Felix Jahnke von der KV Saar 2. Mit 642 Holz reihte er sich exakt hinter den beiden ersten saarländischen Ergebnissen ein und überholte Sontra, die mir 621 Holz durch Simon Keller mit zehn Holz ins Hintertreffen gerieten. Ebenso erging es der KV Saar 1. Ein paar Fehler am Ende des Durchgangs und Elias Schülers 630 Holz reichten nur zum dritten Rang mit 13 Holz, die man auf die „zweite Garnitur“ aufholen musste. Noch etwas härter traf es die JSG Mosel. Vom ersten fielen sie auf den vierten Platz ab mit 16 Holz Differenz zum Primus. Die Volle Ergebnisse waren bei Philipp Wobito noch in Ordnung, die Räumresultate hinkten der Konkurrenz um 10-15 Holz hinterher. Noch war alles in Reichweite und die ersten vier konnten sich ihrer Sache noch nicht sicher sein.
Lukas Kopp legte den Grundstein zu einer Medaille im dritten Durchgang. Seine 663 Holz verschafften der KV Saar 2 über 50 Holz Luft gegenüber der KV Sontra. 119 Holz auf Bahn 5 in die Volle waren der Höhepunkt seines Durchgangs. Leider war die letzte Kugel nur eine Sieben, sonst hätten die zahlreichen Zuschauer Schnitt Acht mit der 14er-Kugel erleben dürfen. Die KV Sontra blieb weiter in Podiumsreichweite. Mit guten 620 Holz von Philipp Tastekin wurde der Weg dennoch zu weit zum Deutschen Meistertitel. Einen weiteren Achtungserfolg erkegelte sich BW Herfa durch Leon Achterlings 654 Holz. Wie Marjan Leis blieb auch er ohne Fehlwurf und führte Herfa an das Spitzenquartett heran.
Der zweite Block des dritten Durchgangs hatte es in sich. Die KV Saar 1 hatte mit Luca Pink ihren besten Kegler an diesem Tag auf den Bahnen. Sehr starke 673 Holz schmolzen den Rückstand zur KV Saar 2 auf drei Hölzchen zusammen. Drei Gassen mit Schnitt 7-2 geräumt bildeten die Ausgangsbasis für seine Leistung. Parallel dazu startete Niklas Schimper für die JSG Mosel eine Aufholjagd. 658 Holz bedeuteten Rang drei. 50 Holz Rückstand auf Silber und 32 Holz Vorsprung vor Platz 4. Im Gegensatz zu Luca Pink war sein Garant die Volle. Über Schnitt 7 in die Vollen waren eine solide Grundlage für sein Ergebnis. Die Fans der SKV Heiligenhaus jubelten über René Pütz, der seinen Verein mit 653 Holz zumindest vom Podest träumen lassen konnte.
Auch hier erfolgte die Umstellung der Blöcke für den letzten Durchgang.
BW Herfa hatte sich das Beste bis zum Schluss aufgespart. Justin Ehling schloss den Wettkampf mit 657 Holz ab und behauptete damit zumindest Rang fünf. Nils Grewe (652 Holz) konnte für die KV Westfalen-Nord mithalten und an der SKV Heiligenhaus vorbeiziehen.
Für die JSG Mosel fand der letzte Block ein trauriges Ende. Maximilian Bohr und Lars Mares kamen zusammen auf 424 Holz. Der Sturz von Platz drei auf Platz sieben war hart, zeigt aber auch, wie eng das Feld zusammen lag und dass eine ausgeglichene Mannschaftsleistung mehr wert sein kann, als einzelne Top-Ergebnisse.
Mit diesem Ergebnis war der Weg frei für die KV Sontra, das begehrte Edelmetall zu gewinnen. 656 Holz von Luca Kramer erledigten diese Aufgabe überaus überzeugend.
Zu einem Krimi kam es zwichen KV Saar 1 und KV Saar 2. Drei Holz zu Gunsten der „Zweiten“ standen auf den Ergebnislisten. Drei Bahnen lang konnte Benjamin Siebert den Vorsprung der SKV Saar 2 peu à peu gegen Marvin Hellbrück ausbauen. Vor der letzten Bahn waren es 15 Holz. Doch die letzte Volle auf Bahn 8 wollte ihn nicht verstehen. Mit 86 Holz verlor er in 15 Würfen 13 Holz. Auf die Räumgasse vergab Marvin Hellbrück beim Abräumen des zweiten Anwurfs zwei Ecken und alles sah erneut klar aus. Ehe Benjamin Siebert vier weitere Würfe brauchte, um eine dünne Sechs zu Räumen - man fühlte sich ein bisschen an Michael Pinot Einzelfinale erinnert. Am Ende reichte es dann für Benjamin Siebert mit 633 zu 632 Holz den Titel mit seiner Mannschaft zu gewinnen.

1. KV Saar 2 2582 Holz
2. KV Saar 1 2578 Holz
3. KV Sontra 2552 Holz
4. BW Herfa 2495 Holz
5. KV Westfalen-Nord 2414 Holz
6. SKV Heiligenhaus 2390 Holz
7. JSG Mosel 2352 Holz
8. VOK Osnabrück 2153 Holz

Finale Paarkampf männliche U14 (Bahnen 1-4)

Der Paarkampf der männlichen U14 ging richtig gut los. Kevin Petry und Tim Hoffzimmer begannen mit 138 auf ihrer ersten Bahn. Konnten diesen Leistungsgrad allerdings auf den folgenden Bahnen nicht halten. René Pütz und Leon Ratnow starteten etwas verhaltener konnten jedoch alle Bahnen zwischen 110 und 128 Holz absolvieren. Mit 477 Holz zahlte sich ihre Konstanz aus. Der Block war gewonnen und es lag eine ordentliche Zahl für die Nachleger.
Der zweite Block tat sich schwer, ob der gezeigten Leistung. Mit fast identischem Ergebnisbild kamen Marius Weber und Luca Pink Stück für Stück an die Vorgabe heran. Die schlechteste Bahn 113 Holz erspielt, das Maximum lag bei 123 Holz. Eine Winzigkeit würde den Ausschlag geben, welches der beiden Paare die Nase vorne haben würde. Der letzte Wurf kam und es musste eine Sieben werden. Bei einer Sechs gäbe es Gleichstand mit dem besseren Ende für die Heiligenhauser, da sie zwei Neuner mehr geworfen hatten. Es wurde eine Sieben, eine nicht ganz lehrbuchmäßige Sieben, aber eine Sieben. Mit 478 Holz sicherten sie sich Bronze.
Gut vorgearbeitet in der ersten Hälfte hatten Niklas Schimper und Marjan Leis. 252 Holz waren schon ein kleines Polster. Man sollte damit dennoch nicht zu schludrig umgehen. Gut wenn man ein Händchen für schwierige Räumbilder hat. Zwei dicke Fünfer Anwürfe mussten die beiden mit einem Wurf Räumen ehe sie sich mit 481 Holz ins Ziel werfen konten und Silber in Empfang nahmen.
Gar keine Zweifel kamen bei Elias Schüler und Marvin Hellbrück auf. Als KV Saar 1 „nur“ die Silbermedaille gewonnen, schnappten sie sich jetzt den Titel. Mit 130 und 140 Holz auf den ersten beiden Bahnen konnten sie sich sogar zwei Fehlwürfe auf der letzten 15 Würfen leisten. Als einzige überquerten sie mit 504 Holz die 500er-Grenze.

1. Elias Schüler / Marvin Hellbrück (KV Saar) 504 Holz
2. Niklas Schimper / Marjan Leis (JSG Mosel) 481 Holz
3. Marius Weber / Luca Pink (KV Saar) 478 Holz

Finale Paarkampf weibliche U14 (Bahnen 5-8)

Das Leistungsniveau des ersten Blocks der Paarkampfentscheidung war sehr mäßig. Nur Lena Schad und Mike Auerbach von der PSV BG Fulda sorgten für einen kleinen Lichtblick. Auf der letzten Bahn passten sie sich leider dem allgemeinen Niveau an. Mit sieben Fehlwürfen wäre sonst der ein oder andere Platz mehr drin gewesen. So markierten sie die Bestzahl mit 387 Holz, an der sich die restlichen Paare messen lassen mussten.
400er Zahlen sollten Mangelware bleiben. Als erste schafften Eileen Schmitt und Anna Krätsch (PSV BG Fulda) den Sprung. Ganz solide lieferten sie Ergebnisse zwischen 110 und 120 Holz auf jeder Bahn ab. Mit einer kleinen Ausnahme hielten sich die Fehler in Grenzen sonst wären leicht 10 oder 20 Holz mehr drin gewesen. Ihre 456 Holz sollten die erste echte Bewährungsprobe für den Schlussblock sein.
Die härtestes Konkurrenz kam natürlich aus dem Saarland. Maren Wirtz und Nina Heck, gerade erst Deutsche Meisterinnen in der Mannschaft geworden, zählten auch hier zum Favoritenkreis. Auf der ersten Bahn, mit 98 Holz, verloren sie etwas an Boden, doch der folgenden beiden Bahnen waren wieder im Soll. Die letzte Bahn musste entscheiden. Noch sieben Würfe und 25 Holz bis zum Titelgewinn. Doch sie warfen zweimal Bauer/Hinterholz an. Verpassten jeweils den ersten Bauern und dann waren die Würfe aus. 449 Holz. Dass sie noch Luft nach hinten hatten und es nicht noch schlimmer kommen konnte, hatten sie ironischerweise auch einem Fehlwurf auf den Eckkegel zu verdanken. Diesen verpassten Julia Weitz und Corinna Fischer kurz vor Schluss, wodurch ihnen der Freiwurf versagt blieb und sie bei 438 Holz ihre Paarkampf beendeten.

1. Eileen Schmitt / Anna Krätsch (PSV BG Fulda) 456 Holz
2. Maren Wirtz / Nina Heck (KV Saar) 449 Holz
3. Julia Weitz / Corinna Fischer (SKV Rees) 438 Holz

2. Tag: Freitag, 31.05.2013

Finale Mannschaft weibliche U18 (Bahnen 1-4)

Im ersten Block der Mannschaftsentscheidung bei den weiblichen U18 stach Jennifer Adams Leistung hervor. Ohne Fehl und Tadel absolvierte sie die 120 Würfe mit soliden Vollegassen und zwei herausragenden linken Räumgassen mit 95 bzw. 107 Holz. Mit ihren 811 Holz war sie sichtlich zufrieden und wie sich später herausstellen sollte hatte sie auch allen Grund dazu. An diesem Tag sollte ihr Ergebnis nicht mehr überboten werden.
Platz zwei in dieser Runde belegte Julia Vogel für den SKC Waldbrunn. Nach einem etwas nervösen Start steigerte sie sich auf 755 Holz. Die KV Gütersloh-Rheda und die VSK Kamp-Lintfort kamen nicht in die Gänge. Bei 709 bzw. 683 Holz war frühzeitig Schluss.
Im zweiten Block des ersten Durchgangs zogen die Resultate erwartungsgemäß an. Laura Möller (795 Holz) legte die Spur für den nächsten möglichen Treppchenplatz der KSV Wetzlar. Mit Bahnergebnissen zwischen 194 und 205 Holz legte sie die ausgeglichenste Leistung aller Starterinnen auf die Bahnen und wurde entsprechend belohnt. Sarah Ziemke haderte schon deutlich mehr mit den Lauflinien. Am Anfang und am Ende top, in der Mitte eher „naja“. Der Kampfgeist stimmte und so waren ihre 757 Holz eine Basis auf die, die folgenden Wanne-Eicklerinnen aufbauen konnten. Ein paar Holz besser machte es Nadine Brack (772 Holz) für die KV Mittelsaar. Obwohl der Start mit 175 Holz sicherlich nicht den Erwartungen entsprach, konnte sie vor allem auf Bahn 3 überzeugen und sich mit 208 Holz die oberen Ergebnisregionen kegeln.  
Den schlechtesten Start erwischte die KSV Illtal mit 670 Holz. Kann passieren! Dann muss man das Feld halt von hinten aufrollen.
im zweiten Durchgang verabschiedeten sich die KV Gütersloh-Rheda und die SKC Waldbrunn aus dem Medaillenrennen. Deutlich unter 700 Holz waren bei diesem Feld kaum zu kompensieren. Kamp-Lintfort hingegen konnte durch Sonja Schmelter viele Hölzer aufholen. Insbesondere die rechten Gassen kamen ihrem Wurf entgegen und ihre 791 Holz war bis dato das drittbeste Tagesresultat. Die Hölzer abliefern musste Leonie Görgen (SK Münstermaifeld). Ihre 724 zeugten von toller Moral. Konnte sie doch nach 149 Holz auf Bahn 3 noch 202 Holz auf Bahn 4 nachschieben und damit den Verlust in einem erträglichem Rahmen halten.
Doch auch der nächste Block erhöhte den Druck. Michelle Zimmer sorgte dafür, dass die Saarländerinnen einen großen Sprung vom letzten Tabellenplatz machten. Ihre 795 Holz brachten nämlich den fünften Platz ein. Celine Selge konnte mit ihre 725 Holz keine Verbesserung für die KV Wanne-Eickel erspielen, der Abstand blieb aber gleich und die U18 Weltmeisterin Annika Hilkmann wartete noch auf ihren Start. Selina Petschel (761 Holz) hingegen nutzte die Gunst der Stunde und zog mit der KSV Wetzlar an den SK Münstermaifeld vorbei auf Platz 1. Auch hier wartete noch eine U18 Weltmeisterin auf ihren Auftritt.
Erstmal war die Reihe wieder an der SK Münstermaifeld. Sabrina Jaster durfte vorlegen und bescherte ihrer Mannschaft mit 788 Holz einen dritten Block nach Maß. 788 Holz waren erneut eine Zahl im ersten Block eines Durchgangs, dem niemand folgen konnte. Zwei bis vier Blanke in die Räumgassen und vier gute Vollegassen, mehr gehörte nicht zu diesem Rezept.
Auch das zweite Quartett hatte seine Mühe. Chantal Saft kam für die KSV Illtal auf 715 Holz und konnte ihre Mannschaft zumindest an Kamp-Lintfort vorbei auf den vierten Rang setzen.
Wanne-Eickel und Wetzlar stellten mit Friederike Hönig und Janina Lison die Weiche auf Edelmetall. Beide spielten auf ähnlichem Niveau und trieben sich gegenseitig an. Mit dem vorletzten Wurf konnte Friederike Hönig die Neun setzen, während Janina Lison sich den Anwurf durch einen Dreier verbaute. Mit 773 Holz für die KV Wanne-Eickel und 769 Holz für die KSV Wetzlar taten sie sich gegenseitig nicht weh und gaben nicht zu viel auf die SK Münstermaifeld ab.
Die Blöcke wurden im letzten Durchgang entsprechend der Mannschaftsplatzierung neu geordnet. Im ersten Block mit den Mannschaften auf den Plätzen 5 bis 8 tat sich nicht mehr viel. Im zweiten Block wurde es umso dramatischer.
Die KSV Wetzlar und die KV Wanne-Eickel boten ihre Weltmeisterinnen auf. Johanna Theiss (KSV Wetzlar) und Annika Hilkmann (KV Wanne-Eickel) boten den Zuschauern zum Abschluss dieser Entscheidung Kegelsport auf hohem Niveau. Während Johanna Theiss ihren 70 Holz Vorsprung nur zu verteidigen brauchte, ging es für Annika Hilkmann noch um die Verbesserung von Bronze zu Silber. Dafür musste sie 69 Holz auf Münstermaifeld aufholen. Und da kam die Dramatik ins Spiel. Münstermaifelds Laura-Michelle Funk war zu nervös und konnte sich gegen die Kaderspielerinnen nicht wehren. Bereits nach der ersten Bahn fiel ihre Mannschaft auf den dritten Rang zurück und von hinten rauschte auch noch Kirstin Ries von der KSV Illtal heran. Der 140 Holz Vorsprung war zwar noch nicht aufgebraucht, aber er wurde von Gasse zu Gasse geringer. Auf der letzten Gasse war es dann soweit. Kirstin Ries hatte die 143 Holz komplett aufgeholt und zog vorbei. Sie brachte sich mit den letzten fünf Würfen noch einmal selber in Schwierigkeiten. Für eine sechs brauchte sie vier Räumversuche, wobei im 119. Wurf unbedingt Bauer/Hinterdame getroffen werden musste. Sie schaffte es und beendete ihren Durchgang mit einer erleichterten Neun. Mit sieben Holz Vorsprung durfte die KSV Illtal die Bronzemedaille empfangen.  

1. KSV Wetzlar 3117 Holz
2. KV Wanne-Eickel 3045 Holz
3. KSV Illtal 2922 Holz
4. SK Münstermaifeld 2915 Holz
5. VSK Kamp-Lintfort 2910 Holz
6. KV Gütersloh-Rheda 2822 Holz
7. SKC Waldbrunn 2814 Holz
8. KV Mittelsaar 2801 Holz

Finale Mannschaft männliche U18 (Bahnen 5-8)

Der Wettbewerb bei den männlichen U18 begann etwas enttäuschend. Keiner der Sportler konnte die 800er-Marke überspielen, da war man bisher aus Oberthal andere Resultate gewohnt. Das meiste spielte sich zwischen 750 und 790 Holz ab entsprechend überraschend war die Konstellation nach dem ersten Durchgang. Der VOK Osnabrück führte durch Dominik Flerlages Endspurt auf Bahn 5 die Wertung an. Mit 797 Holz war er selbst von den Hausherren nicht zu stellen.
Die Situation änderte sich erst mit den zweiten Startern. Carsten Thull durchbrach den Bann und sorgte mit 820 Holz für den ersten Jubel der KV Nordsaar. Beide rechte Räumgassen erwischte er grandios und konnte sich auf der letzten Bahn sogar noch eine 108 Holz Volle genehmigen ohne die erste 800 bei der männlichen U18 zu gefährden.
Nachdem es denn nun vollbracht war konnte auch Janis Schmitt (KSV Wetzlar 1) diese Hürde nehmen. Mit 813 Holz setzte er sein Team nur ein Holz hinter die Gastgeber auf Rang zwei. Malte Schierbaum legte das drittbeste Resultat des zweiten Durchgangs mit 743 Holz hin und der VOK Osnabrück rangierte mit komfortablen Vorsprung auf dem dritten Platz. In die Vollen ließ er mit 105 Holz im Schnitt zu viel liegen, wohingegen die Räumgassen in Ordnung waren.
Im ersten Teil des dritten Durchgang war es nur Frederik Schierbaum vergönnt mit 715 Holz über die 700 zu kommen. Damit konnte die KV Nordsaar vom zweiten Platz wieder verdrängt werden. Der zweite Teil des dritten Durchgangs sah wenigstens eine Zahl über 740 Holz. Steffen Heese zeigte einen fast fehlerfreien Durchgang und lieferte 771 Holz für die VES Lingen ab. Das schöne an dieser Konstellation war, dass die Mannschaften zwischen Platz 2 und Platz 7 lediglich durch 80 Holz getrennt waren. Nur die KSV Wetzlar 1 war bereit mit 77 Holz enteilt.
Auf einen spannenden letzten Durchgang durfte man entsprechend gespannt sein.
Die Eröffnung machten Robin Schrecklinger (KV Mittelsaar) und Robin Holler (SKV Heiligenhaus). Robin Schrecklinger setzte sich in die Volle mit fünf Holz ab und legte mit 88 Holz im Abräumen auf Bahn 5 ordentlich nach. Robin Holler kämpfte sich in die Räumgasse nach einem Dreier warf er im 28. und 29. Wurf die Neuner, um den 30. Wurf im Pudel zu versenken. Er war nie weit weg von Robin Schrecklinger, aber der entscheidende Wurf, um mal vorbeizuziehen, der wollte ihm nicht glücken. Trotzdem zeigte er alles in allem eine sehr starke Leistung und kam auf 828 Holz. Robin Schrecklinger, in den entscheidenden Augenblicken immer einen Tick besser sicherte sich den Sieg in der Einzelwertung mit 850 Holz. Mit 232 Holz auf Bahn 7 hatte er auch dort die meisten Hölzer erkegelt.
Der letzte Block musste sich gehörig sputen, sollte nicht noch das ganze Klassement auf den Kopf gestellt werden. Die VOK Osnabrück musste z.B. 761 Holz erzielen, wollten sie die KV Mittelsaar noch vom Podium verdrängen. Einfacher gesagt als getan angesichts der vorab erspielten Resultate. Am Ende reichten Tobias Egerts 707 Holz weder für Mittelsaar noch für Heiligenhaus und die Niedersachsen fanden sich auf Rang fünf wieder.
Felix Janson und seine KSV Wetzlar werden diesen Durchgang auch so schnell nicht vergessen Auf Bahn 5 mit 108 Holz in die Vollen gestartet, rieb man sich im Abräumen die Augen. Eine gaaaaanz dicke Sechs mit beiden Eckkegeln und der Vorderdame, sowie drei dicke Fünfer wurden fein säuberlich jeweils zu Dreiern verarbeitet. Macht zusammen geräumte 54 Holz. Parallel dazu legte David Kalb auf Bahn 7 216 Holz aufs Parkett. Da waren mal eben 54 Holz, des 77 Holz Vorsprungs verschwunden. Auf Bahn 6 zeigte Felix Janson sein können mit 231 Holz und konnte wieder 18 Holz aufpolstern, nur um dann auf Bahn 7 mit 192 Holz überrollt zu werden. David Kalb hatte Bahn 5 nämlich im Griff und einer 118 Holz Volle 104 Holz ins Abräumen folgen lassen. 10 Holz betrug die Differenz zwischen den beiden noch. In die Volle konnte Felix Janson erneut fünf Holz für sich verbuchen. David Kalb benötigte entsprechend vier Blanke mehr als Felix. Doch es war Felix Janson, der die ersten beiden Neuner legte. David Kalb verlor seine Lockerheit und was 10 Minuten vorher noch Neuner waren, waren nur noch Wackel-Achter. Felix Janson legte noch vier Blanke nach und der Titelgewinn sah am Ende ungefährdeter aus als er in Wirklichkeit war.

1. KSV Wetzlar 1 3127 Holz
2. KV Nordsaar 3091 Holz
3. KV Mittelsaar 3015 Holz
4. SKV Heiligenhaus 2982 Holz
5. VOK Osnabrück 2962 Holz
6. VES Lingen 2907 Holz
7. KSV Osburg 2892 Holz
8. KSV Wetzlar 2 2770 Holz

Finale Paarkampf männliche U18 (Bahnen 1-4)

Das Paarkampf-Finale der männlichen U18 war ein Spiegelbild der Mannschaftsentscheidung. Im ersten Block konnte keine Paarung über 560 Holz hinauskommen. Entsprechend frei konnten der zweite Block aufspielen und das nutzen Robin Schrecklinger und Marco Schneider (KV Mittelsaar). Mit 183 auf Bahn 2 erwischten sie einen Traumstart. Michael Sandhaus und Julian Geerdes (VES Lingen) saßen ihnen mit 176 Holz im Nacken, aber Edgar Hardt und Janis Schmitt (KSV Wetzlar) fanden nach dem Triumph in der Mannschaft au der ersten Bahn noch keinen Rhythmus. Das änderte sich jedoch auf der zweiten Bahn. Wie zuvor Schrecklinger/ Schneider lag ihnen Bahn 2. Mit 192 Holz und einer Halbzeit von 343 Holz waren sie wieder an Sandhaus/Geerdes (356 Holz) dran und sogar an Robin Schrecklinger und Marco Schneider (341 Holz) vorbei. Auf der dritten Bahn ging das Wechselspiel an der Spitze in die nächste Runde. Das Saarlandduo konnte mit 184 Holz auf Bahn 4 wieder die Führung übernehmen. Hessen überzeugte zwar mit 167 Holz auf Bahn 3, rutschte aber dennoch auf Rang 2. Michael Sandhaus und Julian Geerdes mussten dann schmerzhaft erfahren, dass Bahn 2 gar nicht so einfach ist. Mit 123 Holz hatte sich das Titelrennen für sie erledigt. Auf der vierten Bahn mussten auch Edgar Hardt und Janis Schmitt (652 Holz) die Überlegenheit von Robin Schrecklinger und Marco Schneider anerkennen. Im 119. Wurf gelang Robin ein Kranz, der sie über die 700, auf 705 Holz, bringen sollte.
Im letzten Block machten sich Carsten Thull und David Kalb (KV Nordsaar) ans Werk, die 705 Holz zu überbieten. Drei Bahnen lang sah es sehr vielversprechend aus. Mit 543 Holz lagen sie deutlich über dem Fahrplan von 177 Holz pro Bahn. 163 Holz wurden auf Bahn 2  benötigt. Insgesamt sechs Blanke. Allerdings fingen sie mit einem Dreier an. Warfen auf der ersten Gasse noch drei Neuner und einen Kranz, bekamen die fünfte Neun für den Anwurf nicht mehr und mussten entsprechend vier Blanke auf den letzten 15 Würfen bieten. Es ging gut los bis zum 20 Wurf hatten sie die ersten beiden Neuner, bis zum 25. Wurf die anderen Beiden. 7-2 reicht... hätte gereicht, denn sie warfen eine dicke Fünf und benötigten zwei Würfen zum Räumen. Im 119. Wurf muss die Blanke her. Neun oder Kranz - egal. Aber nicht die dicke Acht die sie anwarfen. Mit genau 700 Holz wurde es Silber.
Von den meisten unbeobachtet - das Goldrennen war so spannend - wurde es um Bronze ebenfalls dramatisch. Bronze lag bis zu diesem Zeitpunkt bei Edgar Hardt und Janis Schmitt und ihren 652 Holz aus dem zweiten Block. Patrick und Oliver Bartz lagen sechs Würfe vor Schluss bei 601 Holz. Noch 655 Holz machbar. Es fielen zwei Neuner. Ein Kranz. Noch 654 Holz erreichbar. Zwei Neuner - und eine Sieben. Gleichstand mit 652 Holz. Das Auszählen ergab, dass Edgar Hardt und Janis Schmitt insgesamt zwei Blanke mehr geworfen hatten und somit die Bronzemedaille gewannen.

1. Robin Schrecklinger / Marco Schneider 705 Holz
2. Carsten Thull / David Kalb 700 Holz
3. Edgar Hardt / Janis Schmitt 652 Holz

Finale Paarkampf weibliche U18 (Bahnen 5-8)

Mit dem Schwung der erfolgreichen Aufholjagd wechselte Annika Hilkmann die Bahnen und trat mit Sarah Ziemke im Paarkampf an.
Ab der ersten Gasse konnte kein Paar im Block dem Tempo der bei Wanne-Eicklerinnen standhalten. Gleichmäßig auf hohem Niveau kegelnd sammelte sie die Hölzer. Bahn 6 mit 157 Holz bildete eine gute Ausgangsbasis für den weiteren Spielverlauf. Bahn 7 wurde mit Schnitt durchgespielt und auf Bahn 8 waren wieder zwei Blanke pro Gasse angesagt. Bahn 5 wurde mit 173 Holz bezwungen, im Vorletzten die Neun gemacht und den acht restlichen Paaren 624 Holz vorgelegt. Angesichts der Ergebnisse in der männlichen U18 Mannschaft war das eine Hürde, die erst noch genommen werden musste.
Den ersten ernsthaften Versuch die 624 Holz zu attackieren unternahmen Katharina Junk und Janine Werner. Mit fast identischen Bahnergebnissen: einmal 140, zweimal 150 und einmal 170 Holz kopierten sie den Durchgang von Annika Hilkmann und Sarah Ziemke. Nur der 120. Wurf, der der alles entschied da hatte sie das Nachsehen. Nach dem 119. Wurf hatten die beiden 615 Holz liegen. Eine Neun musste her zum holzmäßigen Gleichstand und da sie mehr Blanke geworfen hatten, zur Führung. Alles oder nichts? Nichts! Das heißt eine dicke Fünf und 620 Holz.
Im letzten Block wurden auch die letzte Medaillen vergeben. Die zweite Kopie des Erfolgsdurchgangs von Annika Hilkmann und Sarah Ziemke fertigten Nadine Brack und Carolin Schwarz an. Nach drei Bahnen lag ein 140er, ein 150er und ein 170er Ergebnis vor. Wieder musste die letzte Bahn die Entscheidung bringen, besser gesagt die letzte Kugel. 118. Würfe waren gespielt. Nadine Brack und Carolin Schwarz konnten 606 Holz aufweisen. Mit zwei Neunern wären sie holzgleich und hätten ebenfalls mehr Blanke gespielt. Mit nur einer Neun könnten sie die 620 von Katharina Junk und Janine Werner übertreffen, ohne Neun bliebe ihnen Bronze. Anlauf - Wurf - dünne Sechs und mit 614 die Bronzemedaille.
Nach dem Motto: „Oft kopiert, nie erreicht“ konnten sich die Annika Hilkmann und Sarah Ziemke über die Goldmedaille freuen.

1. Annika Hilkmann / Sarah Ziemke 624 Holz
2. Katharina Junk / Janine Werner 620 Holz
3. Nadine Brack / Carolin Schwarz 614 Holz

3. Tag: Samstag, 01.06.2013

Vorlauf männliche U14 (Bahnen 1-4)

In den Einzel Vorläufen hieß es sowohl bei der U14, als auch bei der U18: Aus 16 mach 8. Bei der männlichen U14 ging es am frühen Morgen recht gemächlich los. Aus dem erste Block konnte sich niemand für den Endlauf empfehlen. Mit 574 Holz konnte Leon Ratnow den zwar gewinnen, für den Endlauf hätte er mehr als 70 Holz draufpacken müssen.
Erst der zweite Block lieferte die ersten Richtzahlen. Arthur Hanemann von der KSV Wetzlar konnte einen sehr ausgeglichenen Durchgang vorweisen. Drei Bahnen beendete er mit 165 Holz und die vierte sogar mit 171 Holz. An seinen 666 Holz sollten sich die beiden folgenden Blöcke orientieren. Am Ende landete er mit dieser Zahl - logischerweise - auf Rang 6.
Noch besser erwischte es Niklas Schimper von der KSV Haardtkopf. Bei ihm lagen die ersten drei Bahnen bei 170 Holz. Nur auf der Abschlussgasse musste er ein wenig zurückstecken. 52 Holz im Abräumen tanzten aus der Reihe, die restlichen Räumgasse zwischen 67 und 71 Holz einbrachten.
Im dritten Block wurde es extrem knapp für zwei Starter. Eric Hardt gehörte nicht dazu, denn auch der zweite Wetzlarer spielte sich souverän in den Endlauf. Mit den Vollen auf allen Bahnen zwischen 102 und 110 Holz. Schnitt in drei Räumgassen und Bahn 4 mit drei Neuner im Haben setzte er den Glanzpunkt dieses Vorlaufs. 717 Holz waren das einzige 700er Resultat und damit auch der Gewinn des Vorlaufs.
Getrieben wurde er von Marius Weber (KV Saar). In die Volle lag der Saarländer mit Eric Hardt auf Augenhöhe. Im Räumen hingegen musste er Bahn 1 mit 54 Holz verlassen und auf Bahn 4 waren es 62 Holz. Auf der letzten Räumgasse (Bahn 2) brachte er drei Neuner ins Ziel und konnte sich den zweiten Platz mit 692 Holz erkegeln.
Die Spannung und Zitterpartie waren Nils Grewe (KV Westfalen-Nord) und Marjan Leis (JSG Mosel) zu verdanken. Marjan Leis haderte mit den Räumgassen. Besonders seine Startbahn vermieste ihm die Laune. Durch 54 Holz auf Bahn 4 links kam er nicht über 160 Holz hinaus und lief dem gesamten Block hinterher. Da Nils Grewe an Nummer Position drei liegend auf die zweite Bahn wechselte, entwickelte sich ein Duell um den dritten Platz in diesem Block zwischen den Beiden. Der Letzte in diesem Block, vor allem wenn er auch noch an den 666 Holz scheitern würde, hatte allen Grund, um die Endlaufteilnahme zu bangen. Nils Grewe hatte sich 10 Holz Vorsprung erarbeitet, an dem sich auch nach der zweiten Bahn nichts änderte. Beide spielten 160 Holz und die 666er Hürde wurde höher. Mit 161 Holz auf der dritten Bahn konnte Marjan Leis zwar 7 Holz auf Nils Grewe gutmachen. Allerdings wurde der Weg zur 666 noch weiter. Da Nils Grewe die letzte Bahn wieder gut warf und wieder drei Holz gewinnen konnte, blickte er dem letzten Block durch 655 Holz etwas entspannter entgegen. Marjan Leis (649 Holz) musste sieben Gassen lang zuschauen ehe feststand, dass er mit Platz 8 den letzten Fahrschein für das Finale gelöst hatte. Alle Spieler aus diesem Block konnten sich also für die Schlussrunde qualifizieren.
Im letzten Block war es dann wieder nur zwei Kegler. Marvin Hellbrück (KV Saar) spielte den Vorlauf locker herunter. 169-175-177-169 Holz war sein Ergebnisfolge die der saarländischen Fangemeinde einen schönen Abschluss des Vorlaufs bescherte. Die hessischen Fans bangten auf der ersten Bahn mehr um Simon Keiler (KV Sontra). 139 Holz ließen nicht erahnen, dass er noch 683 Holz sammeln sollte. Auf der ersten Bahn konnte er kein Anwurf mit dem nächsten Versuch abräumen, es wurde mindestens ein Dreier. Ab Bahn 4 leistete er sich kein einziges Dreierbild mehr. Drei Gassen mit 69 bis 79 Holz waren beeindruckend und berechtigten zur Teilnahme am Endlauf mit 683 Holz.

Vorlauf weibliche U14 (Bahnen 5-8)

Die weibliche U14 zeigte in ihrem Vorlauf eine ausgeglichenere Verteilung der Endlaufplätze. Johanna Schönzart von der KV Sontra war von Start weg hellwach. Bereits auf den ersten 15 Würfen übernahm sie die Führung und gab diese nur kurzzeitig gegen Anna Hekers (SKV Rees) wieder ab. Am Ende hatte Johanna Schönzart das bessere Stehvermögen und setzte sich mit ihren 611 Holz in diesem Block durch. Gleichzeitig war dies das entscheidende Ergebnis für die drei folgenden Durchgänge, denn sie belegte in der Endabrechnung den achten Platz.
Der zweite Block sah mit Celina Wagner (663 Holz) nur eine Qualifikantin für den Endlauf, und die kam ebenfalls vom KV Sontra. Eine tolle Serie die von 161 Holz auf der Startbahn und 172 Holz auf Bahn 5 eingerahmt wurde. Alle Vollegasse konnte sie mit 100 Holz oder mehr beendet und sich über den dritten Platz freuen.
Der dritte Durchgang sah sortierte zwei Starterinnen aus, die einen weiteren Auftritt im Endlauf haben werden. Anna Krätsch von GH Lollar konnte sich ganz unspektakulär mit 635 Holz eine Runde weiter bringen. Das gleiche galt für Nina Heck (KV Saar) deren 633 Holz ebenfalls problemlos fürs Finale reichten. Für Nina heck hätte es auch leicht mehr werden können. In jeder Räumgasse ließ sie durch Dreier-, Vierer- oder Fünferbilder mit den letzten fünf, sechs Würfen Hölzer liegen, die im Finale entscheidend werden können.
Der komplette letzte Block wird sich in der Schlussrunde wiedersehen. Corinna Fischer (SKV Rees) machte es am Spannendsten. Es sah lange nach einer höheren Zahl aus. Doch mit einer Neun im im fünften Wurf der letzten Räumgasse verlor sie den Faden und traf bei ihren Anwürfen urplötzlich das Vorderholz nicht mehr. Schwamm drüber, auf ein Neues im Finale.
Der SKC Waldbrunn freute sich mit Eileen Schmitt über 645 Holz. In die Vollen lief es gut, doch mit zwei 50 Holz Räumgassen hat sie noch Potential nach oben. Zumal sie sich keinen einzigen Fehlwurf geleistet hatte. Die guten Anwürfe in die Vollen konnte sie in die Räumgassen nicht umsetzen. Besser machte es Julia Neuhaus (669 Holz) von der KV Westfalen-Nord. In die Volle taten sich die beiden nicht viel. Die Differenz resultierte alleine aus dem besseren Händchen in die Räumgasse.
Der Höhepunkt blieb Maren Wirtz (KV Saar) vorbehalten. Durch einer überragenden Räumleistung stellte sie den Deutschen Rekord mit 727 Holz ein. 76 Holz im Durchschnitt auf die vier Räumgassen. Auf Bahn 8 sogar 89 Holz geräumt. Einige der nachfolgenden U18 Spielerinnen hatten dieses Ergebnis auch gerne geworfen.

Vorlauf männliche U18 (Bahnen 1-4)

Es hatte den Anschein, dass die männliche U18 im ersten Block Wiedergutmachung für die schwächeren Leistungen in der Mannschaftsentscheidung leisten wollte. Janis Schmitt (861 Holz) von der SKC Waldbrunn und David Kalb (847 Holz) von der BKV Warndt ließen es richtig krachen. Janis Schmidt tat sich in die ersten beiden Vollen schwer. Dafür konnte er sich auf seine Räumgassen verlassen. Die „schlechteste“ Räumgasse brachte ihm immer noch 90 Holz und es ging bis 105 Holz. David Kalb hingegen zeigte seine Stärke in die Volle, um dann im Abräumen leicht abzufallen.
Beide Resultate sorgten für Unruhe bei den nächsten Blöcken. Denn die nächsten vier Starter blieben hinter den Erwartungen zurück. Carsten Thull (KV Nordsaar) konnte den Durchgang für sich entscheiden. Allerdings sollten seine 787 Holz nicht reichen. Holzgleich  musste er sich Michael Sandhaus vom VES Lingen geschlagen geben. Der Niedersachse hatte 15 Holz mehr geräumt.
Auch wenn es nur der siebte Platz war, die Qualifikation war für Felix Janson (KSV Wetzlar) nie gefährdet. Gerne hätte er Robin Holler (SKV Heiligenhaus) noch abgefangen, doch Holler dominierte in die Vollen und konnte entsprechend locker in die Räumgassen auftrumpfen. Einen Schnitt von 115 Holz konnte Felix Janson in die Vollen bieten und verlor damit pro Gasse 8 Holz. Also zwei Blanke, die der Wetzlarer pro Räumgasse mehr werfen musste. Das war bei der soliden Leistung von Robin Holler an diesem Tag nicht möglich.
Im letzten Block wurden die verbleibenden drei Endlauftickets vergeben. Marvin Lammert (SKV Greste) lieferte mit tollen 844 Holz eine gefahrlose Qualifikation ab. Vier Blanke hatte er pro Räumgasse geworfen. Auf Bahn 3 sogar deren sechs, ordentliche Volle mit 120 Holz im Durchschnitt und fertig war das Finale.
Nico Klink (SKV Trier) und Robin Schrecklinger (KV Mittelsaar) verfeinerten diese Zutaten noch ein wenig. Nico Klink startete auf Bahn 2 mit 245 Holz. 129 in die Volle und 116 Holz im Räumen. Die nächste Volle ebenfalls mit 116 Holz und dann wieder 107 Holz ins Räumen. 468 Holz zur Halbzeit brachten den deutschen Rekord in Sichtweite. Allerdings nur für kurze Zeit. Die letzten beiden Räumgassen brachten nur 76 bzw. 78 Holz. Trotzdem waren 875 Holz das zweitbeste Vorlaufsergebnis.
Den Höhepunkt setzte Robin Schrecklinger. Bis zur Halbzeit hechelte er mit 443 Holz noch hinter Nico Klink her. Als der Trierer auf der dritten Räumgasse nur 78 Holz warf, trumpfte Robin Schrecklinger groß auf. 117 Holz auf Bahn 3 war weit über dem, was bisher auf dieser Gasse gespielt wurde. Mit 905 Holz setzte er ein Ausrufezeichen hinter seine Ambitionen für das Finale.

Vorlauf weibliche U18 (Bahnen 5-8)

Der erste Block der weiblichen U18 hatte es in sich. Katharina Junk von der KSC Daun-Weiersbach lag bis zur letzten Räumgasse (Bahn 7) auf 800er-Kurs. Doch die letzte Gasse machte ihr Probleme. Die Anwürfe waren tendenziell zu dünn und die resultierenden Dreier limitierten das Resultat auf 785 Holz und dem dritten Platz.
Sarah Ziemke hatte einen äußerst harten Durchgang zu überstehen. 105 Würfe lag sie auf dem dritten Platz im Block und hatte das vermeintliche Ausscheiden schon vor Augen. Doch ihre Geduld und ihre Nervenstärke wurden am Ende belohnt. Durch 89 Holz auf der letzten Gassen konnte sie die Schwäche von Michelle Zimmer (KSV Illtal) ausnutzen, die nur 61 Holz geworfen hatte. Damit schob sie sich mit ihren 768 Holz noch auf Platz zwei. In der Endabrechnung reichte es für den 6. Rang. Für Michelle Zimmer wurde es ein langes Bangen und Hoffen. Erst auf der letzten Räumgasse des letzten Blocks wurde klar, dass sie den 8. Platz behalten würde.
Spannend machten es auch Laura Möller (ESV Fulda) und Jennifer Adams (SK Münstermaifeld). Zu diesem Zeitpunkt vermutete man die 768 Holz als Knackpunkt. Laura Möller (773 Holz) machte mit zwei Neuner in den Würfen 118 und 119 den Endlauf klar.
Jennifer Adams lag gut und benötigte mit den letzten fünf Würfen noch eine Neun. Stattdessen warf sie nach einer Sieben den König ab und musste sich mit 767 Holz zufrieden geben.
Die einzige 800er Zahl brachte Hannah Siebert ins Ziel. Schön gleichmäßig absolvierte sie ihren Durchgang. Als einziges Verbesserungspotential könnten die rechten Räumgassen herhalten. 813 Holz waren auch so weit vor der Konkurrenz.
Im letzten Block entledigte sich Johanna Theiß (797 Holz) von der KSV Wetzlar ihrer Qualifikation ebenfalls ohne Mühe und scheiterte nur knapp an der 800. Interessant zu beobachten, je weiter der Durchgang fortschritt, desto mehr kleine Fehler schlichen sich in ihr Spiel ein.
Ähnlich erging es Sabrina Jaster (SK Münstermaifeld). Sieben Gassen kegelte sie sauber durch, bewies Geduld und sammelte die Neuner, um dann auf der letzten Gassen mit drei Dreiern für Spannung zu sorgen. Ihre 771 Holz reichte schließlich noch für den fünften Platz, vor allem weil in diesem Block die Überraschung des Tages passierte. Die Titelverteidigerin und amtierende Weltmeisterin Annika Hilkmann fand in ihrem Durchgang überhaupt keine Einstellung zu den Bahnen und schied im Vorlauf aus.

Finale Mixed U14 (Bahnen 5-8)

Das Finale im Mixed de U14 begann sehr ausgeglichen. Im ersten Block lagen alle Paare in 34 Holz zusammen. Mit Bahnergebnissen zwischen 100 und 113 Holz hatten Lena Schad und Denis Happ (PSV BG Fulda) auf keiner Bahn einen gravierenden Einbruch zu verzeichnen und konnten die folgenden acht Paare mit 437 Holz auf die Probe stellen. In Block zwei bestanden bereits drei Paarungen den Test nicht. Nur Julia Neuhaus und Nils Grewe (KV Westfalen-Nord) konnten mit 442 Holz gerade so die Vorgabe überspielen. Bei den einzelnen Anwürfen gab es keinen Vorteil für irgendeine Seite. Jedoch hatten Julia Neuhaus und Nils Grewe lediglich sieben Fehlwürfe auf ihrem Zettelen stehen gegenüber deren elf von Lena Schad und Denis Happ.
Der letzte Block wurde zu einer sehr spannenden Angelegenheit. Nicht weil die Vorgabe so hoch war, sonder weil die beiden Saar-Paarungen sich bis zum letzten Wurf um die Titelvergabe stritten. Wobei das paar Maren Wirtz und Benjamin Siebert lange Zeit wie der Sieger aussah. Nina Heck und Lukas Poppenhäger waren nie weit weg, doch leisteten sich Wirtz/Siebert auch keine Fehler, durch die Heck/Poppenhäger hätten aufholen können. Zumindest nicht bis zum 115. Wurf. 450 Holz lagen als Maren Wirtz und Benjamin Siebert eine sehr unglückliche Fünf anwarfen. Es blieben der linke Bauer, linke Hinterdame, Hinterholz und rechte Hinterdame stehen. Nach dem ersten Räumversuch blieb noch der linke Bauer und die rechte Hinterdame übrig und noch drei Würfe auf der Anzeige.
Nina Heck und Lukas Poppenhäger lagen bei 446 Holz, hatten allerdings schon 118 Würfe
hinter sich gebracht. Im 119. Wurf warf Nina Heck eine Neun und der Anwurf von Lukas Poppenhäger brachte eine Sieben. Mit den letzten drei Würfen benötigten Wirtz/Siebert entsprechend noch 8 Holz und es standen noch linker Bauer und rechte Hinterdame. Maren Wirtz holten den Bauer sicher. Benjamin Siebert warf auf die Dame, drückte die Kugel dabei ein bisschen hoch, sie lief noch ein bisschen weiter hoch - und noch ein bisschen - einige Mamis und Papis hielten den Atem an - bevor sie nach einem kurzen Blick in die Rinne dann doch den Weg auf den Bauern nahm. Maren Wirtz‘ Sieben im Anwurf machten den nächsten Titel perfekt.

1. Maren Wirtz / Benjamin Siebert (KV Saar) 466 Holz
2. Nina Heck / Lukas Poppenhäger (KV Saar) 462 Holz
3. Julia Neuhaus / Nils Grewe (KV Westfalen-Nord) 442 Holz

Finale Mixed U18 (Bahnen 1-4)

Nach der Enttäuschung im Einzel trat im Mixed der U18 wieder die echte Annika Hilkmann an. Zusammen mit Danny Ruda lieferten die beiden Wanne-Eickeler sich über drei Bahnen ein spannendes Duell mit  Carolin Schwarz und David Kalb (BKV Warndt). Auf den ersten beiden Bahnen hatten Annika Hilkmann und Danny Ruda leichte Vorteile, ehe Carolin Schwarz und David Kalb nach einer tollen dritten Bahn (Bahn 4 mit 184 Holz) gleichziehen konnten. Doch die Aufholjagd verpuffte weil die KV Wanne-Eickel auf der letzten Bahn mit 185 Holz deutlich mehr zulegen konnten als Schwarz/Kalb mit 157 Holz. Annika Hilkmann und Danny Ruda kamen auf 673 Holz und gaben den nächsten Blöcken schon wieder eine sehr hohe Hürde vor.
Der Mittelblock ließ sich dieses Mal keine Angst machen.
Mit Hannah Siebert und Jannis Lermann (KV Nordsaar) nahmen zwei Mitfavoriten die Spur auf. Zusammen mit Jennifer Adams / Nico Klink (SK Münstermaifeld) und Laura Möller / Tim Steinmüller (KSV Wetzlar) gab es einen packenden Dreikampf, bei dem die Führung nach jeder Bahn wechselte. Vor der letzten Bahn führten Hannah Siebert und Jannis Lermann mit 499 Holz und lagen 11 Holz Wetzlar und 12 Holz vor Münstermaifeld. Die Letzteren zündeten auf den letzten 30 Würfen den Nachbrenner und zogen sowohl an der Nordsaar, wie auch an Möller/Steinmüller vorbei. Durch einen Vierer und einen Bauernfehler gerieten Hannah Siebert und Jannis Lermann entscheidend ins Hintertreffen und konnte in die Medaillenvergabe nicht mehr eingreifen.
Jennifer Adams und Nico Klink benötigten mit den letzten fünf Würfen zwei Blanke, um die 673 Holz aus dem ersten Block zu überspielen. Sie scheiterten mit einer Acht und einer Sieben. Damit blieben sie bei 670 stehen. Laura Möller und Tim Steinmüller benötigten mit den letzten 10 Würfen noch sechs Neuner und sie lösten diese Aufgabe mit Bravour. 675 Holz bedeuteten den nächsten Titel für die KSV Wetzlar.

1. Laura Möller / Tim Steinmüller (KSV Wetzlar) 775 Holz
2. Annika Hilkmann / Danny Ruda (KV Wanne-Eickel) 773 Holz
3. Jennifer Adams / Nico Klink (SK Münstermaifeld) 770 Holz

4. Tag: Sonntag, 02.06.2013

Finale Einzel weibliche U14 (Bahnen 1-4)

Zum Auftakt der Endläufe durften die Plätze 5-8 vorlegen. Häufig war es der Fall, dass die Bestzahl aus dem ersten Block eine Chance auf eine Medaille hatte. Auf diesen Umstand hoffte Corinna Fischer von der SKV Rees. In die Vollegasse auf Bahn 4 perfektionierte sie die ganz dünne Acht um die Vorderdame und konnte sich mit 113 Holz und konnte sich dadurch einen Vorteil verschaffen, der bis ins Ziel reichte. Ob 636 Holz für eine Medaille reichen sollte war in diesem Fall fraglich. Anhand der Vorlaufsergebnisse konnte man vermuten, dass der zweite Block hiervon nicht nervös wurde.
Es entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Maren Wirtz (KV Saar), Eileen Schmitt (SKC Waldbrunn) und Celina Wagner von der KV Sontra. Während Maren Wirtz und Eileen Schmitt sich auf den drei ersten Bahn mit der Führung abwechselten, hing Celina Wagner zur Halbzeit satte 25 Holz hinterher.
Auf der dritten Bahn, konnte sie dann erstmals Boden gut machen. Mit 179 Holz lag sie 9 Holz hinter Eileen Schmitt und 18 Holz hinter Maren Wirtz. Nach der letzten Volle wurde es dann noch enger. Sowohl Celina Wagner, als auch Eileen Schmitt konnten mit 107 Holz den Rückstand um weitere sieben Holz verringern. Maren Wirtz hatte nur noch zwei Holz Vorsprung vor Eileen Schmitt und alle konzentrierten sich auf dieses Duell. Eileen Wagner spielte bis zum 118 Wurf die Räumgasse sauber durch. Maren Wirtz tat sich schwer auf Bahn 4 und nach einem guten Anwurf kegelte sie drei Dreier in Folge. Da der vorletzte Wurf auch keine Neun war zog Eileen Schmitt trotz eines Dreierbildes zum Abschluss, das sie den Anwurf kostete vorbei. Unterdessen begann Celina Wagner auf Bahn 2 mit einer Neun, im sechsten Wurf folgte die zweite Neun, die sie prompt durch eine dicke Fünf zunichte machte nur um im direkten Anschluss erneut eine Neun zu werfen. Plötzlich lag sie auf Platz eins. Im drittletzten Wurf behielt sie die Nerven und kegelte sichere 8-1. Der letzte Wurf war noch eine Sieben und die Aufholjagd während der zweiten Halbzeit fand ein goldenes Ende mit 680 Holz. Eileen Schmitt holte mit 672 Holz Silber und Maren Wirtz durfte für ihre 666 Holz Bronze entgegen nehmen.

Celina Wagner (KV Sontra) 680 Holz
Eileen Schmitt (SKC Waldbrunn) 672 Holz
Maren Wirtz (KV Saar) 666 Holz.

Finale Einzel männliche U14 (Bahnen 5-8)

Bei der männlichen U14 war der erste Block erfolgreicher. Hier konnte Marjan Leis (JSG Mosel) mit 675 Holz ein Resultat erkegeln, dass die folgenden vier Spieler vor Probleme stellen sollte. Es hätte durchaus noch mehr werden können, wenn er sich nicht durch einen Bauern-Hinterholz Anwurf auf der dritten Räumgasse aus der Ruhe gebracht hätte. Die Halbzeit von 359 Holz wurde von niemanden annähernd erreicht.
Im Schnitt waren 169 Holz pro Bahn gefordert, um die 675 Holz zu verdrängen.
Wie schwer das war zeigte Eric Hardt (KSV Wetzlar) als Bronzemedaillengewinner. Nur auf Bahn 6 konnte er die Vorgabe mit 170 Holz einhalten. Alle anderen Bahnen lagen unterhalb der Norm. Bei seinen 658 Holz hatte er keine Fehlwürfe aufzuweisen, dafür jedoch die wenigsten Neuner bzw. Kränze. Ein Fünfer-Räumbild zum Abschluss von Bahn 6 bzw. eine Fünf im allerletzten Wurf werden Niklas Schimper (KSV Haardtkopf) im Nachhinein ärgern. Mit zwei Holz Rückstand auf Eric Hardt musste er sich mit dem vierten Platz begnügen.
Der einzige der dieser Aufgabe gewachsen war, war Marius Weber von der KV Saar. Bis auf Bahn 7 konnte er alle Bahnen mit deutlich über 170 Holz beenden. Dreimal räumte er 70 Holz und auch in die Volle hatte er fast einen 7er-Schnitt. Mit 16 Achter-Anwürfen in die Räumgassen war er noch nicht mal vom fall Glück begünstigt, sondern lieferte eine 1a-Vorstellung auf den Bahnen 5-8 ab.

Marius Weber (KV Saar) 693 Holz
Marjan Leis (JSG Mosel) 675 Holz
Eric Hardt (KSV Wetzlar) 658 Holz

Finale Einzel weibliche U18 (Bahnen 1-4)

Der erste Durchgang der weiblichen U18 hatte es in sich. Mit zwei 800er Zahlen, brachte er die Stimmung und Nervenkitzel in den Schlussblock.
Hauptverantwortlich hierfür zeigte sich Sabrina Jaster (SK Münstermaifeld). Sie hatte einen guten Start auf Bahn 1. Mit 203 Holz lag sie holzgleich mit Jennifer Adams (ebenfalls SK Münstermaifeld) an der Spitze. Es hätte mehr werden könne, doch im vorletzten Wurf ging ein Bauer verlustigt. Dieses Malheure steckte Sabrina Jaster gut weg und kegelte sich auf der nächsten Bahn mit 223 Holz an die Spitze. Von dort ließ sie sich in diesem Durchgang nicht mehr verdrängen. 818 Holz waren das beste Ergebnis er weiblichen U18 bis zu diesem Zeitpunkt.
Im zweiten Block erwischte Laura Möller (ESV Fulda) einen Traumstart. Auf Bahn 4 legte sie mit 223 Holz los und lag weit vor den anderen Keglerinnen. Nur Hannah Siebert (KV Nordsaar) konnte mit 205 Holz eine weitere 200er Zahl auflegen. Um Beide wurde es auf der nächsten Bahn ruhiger. Mit 178 Holz kam blieb Hannah Siebert hinter den Erwartungen zurück und Laura Möller entfernte sich mit 182 Holz von der Zielvorgabe.
Nach weiteren 109 Holz in die Volle war der Titelzug für Hannah Siebert abgefahren. Dachte man. Dachte man aber falsch. Es folgte keine Gasse mehr, die unter 106 Holz aufwies. Mit 115 Holz und neun abschließenden Blanken auf Bahn 3 brachte sie sich wieder in Spiel. Mit 223 Holz auf Bahn 4 brachte auch sie eine unglaubliche Aufholjagd zu einem goldenen Abschluss.
Und auch Laura Möller wurde für ihren tollen Durchgang belohnt. Mit einer 96 Holz Abschlussgasse zog sie sowohl an Johanna Theiß (KSV Wetzlar) als auch an Sara Ziemkes (RSV Remscheid) 801 Holz aus dem ersten Block vorbei und auf Bronze.

Hannah Siebert (KV Nordsaar) 830 Holz
Sabrina Jaster (SK Münstermaifeld) 818 Holz
Laura Möller (ESV Fulda) 804 Holz.

Finale Einzel männliche U18 (Bahnen 5-8)

Den Höhepunkt bildete, wie jedes Jahr, das Finale der männlichen U18. Bereit im ersten Block beharkten sich Robin Holler (SKV Heiligenhaus) und Felix Janson (KSV Wetzlar) bis zum (vor)letzten Wurf.
Es ging noch recht moderat los. Beide warfen 117 Holz in die Volle und Robin Holler übernahm die Führung nach der Räumgasse, da er mit 87 Holz zwei Neuner mehr erkegelte als Felix. Auf der zweiten Bahn hatte Felix Janson den Rückstand auf die Vollegasse mir 117 Holz wieder aufgeholt, ehe er im Abräumen wieder mit zwei Neuner das Nachsehen hatte. Auf der dritten Bahn gönnten sie kein Holz. Mit jeweils 217 Holz blieben sie weiter auf Augenhöhe. Robin Holler hatte durch seine 425 Holz einen leichten Vorsprung vor Felix Jansons 414 Holz. Doch Felix Janson durfte seinen Durchgang auf seiner Paradebahn aus dem Mannschaftswettbewerb beenden. Mit drei Neunern am Ende zog er uneinholbar an Robin Holler vorbei und gewann den Block mit 837 Holz. Trotz des  Anwurfs kam Robin Holler nur auf 831 Holz und hatte wie im Vorlauf das Nachsehen.
Der letzte Block lebte dann mehr von den außergewöhnlich guten Leistungen von Robin Schrecklinger (KV Mittelsaar) und Nico Klink (SKV Trier) als von der Spannung.
Robin Schrecklinger legte auf Bahn 5 250 Holz auf die Bretter. Mit 123 Holz im Räumen leistete er sich nur eine Sieben, die er räumen musste und eine Sieben im letzten Wurf. Damit lag er schon 24 Holz vor seinem härtesten Konkurrenten, Nico Klink. Mit 226 Holz spielte er auch groß auf, war dennoch chancenlos an diesem Tag. Nachdem Robin Schrecklinger auch in die nächste Volle 131 Holz nachlegte und seinen Vorsprung um weitere 18 Holz aufstockte war das Finale entschieden. Trotzdem boten beide auch in der zweiten Hälfte Kegelsport vom Feinsten. 917 Holz war die Zahl, die Robin Schrecklinger zum Deutschen Meister machte, Nico Klink schnappte sich Silber mit 872 Holz und konnte sich trotzdem freuen. An diesem Tag gab es keine Chance gegen Robin Schrecklinger.

Robin Schrecklinger (KV Mittelsaar) 917 Holz
Nico Klink (SKV Trier) 872 Holz
Felix Janson (KSV Wetzlar) 837 Holz

Fazit

Erich Klöckner kann hoch zufrieden auf seine ersten Deutschen Jugendmeisterschaften als DSKB Jugendwart zurückblicken. Zusammen mit den Kegelfreunden Oberthal gelang ein reibungsloser Ablauf der sowohl sportlich und von der Stimmung her wieder Maßstäbe setzte. Vom Wettkampfbüro über die Bahnpflege, Schreibdienste und Gastronomische Verpflegung lief alles perfekt ab.
Ein weitere großer Faktor war die Stimmung in der Halle, die so wohl nur in Oberthal erlebt werden kann. Dies Alles resultierte in spannenden und fairen Wettkämpfen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
In einem Jahr wird es in Nordhorn ein Wiedersehen geben.