Samstag, 18. Mai 2013 11:07

XI. WM Damen und Herren in Pétange (LUX)

geschrieben von  Mike Killadt

Der 7 Wettkampftag brachte der lange ersehnten Weltmeistertitel im Herren Einzel für Deutschland. Bei den Damen feierte Deutschland einen Doppelsieg und im Damen Sprint die Goldmedaille inkl. Weltrekord. Silber gab es auch im Herren Sprint.
Ergebnisse der WM bei Hermann Fröse oder bei der FLQ.

Schon beim offiziellen Training wurde klar, die Bahnen fallen deutlich besser als im letzten Jahr. Die Überholung der Bahnen in den letzten Wochen scheinen sich gelohnt zu haben. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Trainingsergebnisse auch in den Wettkämpfen widerspiegelt.

Die Einzelstartplätze wurden bereits im Rahmen der Qualifikation vergeben, nach dem ersten Training kristallisierten sich auch die weitere Verteilung der Disziplinen heraus. Cheftrainer Michael Teschner entschied sich für folgende Besetzungen:

Damen Mannschaft: Maike Bock, Katja Ricken, Yvonne Ruch, Veronika Ulrich

Team Doppel Damen: Maike Bock / Tanja Bock, Christina Retterath / Veronika Ulrich

Damen Paarkampf: Maike Bock / Katja Ricken, Christina Retterath / Yvonne Ruch

Damen Einzel: Katja Ricken, Yvonne Ruch

Team Doppel Mixed: Tanja Bock / Marcel Schneimann, Christina Retterath / Daniel Schulz

Mixed Paarkampf: Tanja Bock / Stephan Stenger, Veronika Ulrich / Kai Knobel

Herren Mannschaft: Markus Gebauer, Kai Knobel, André Laukmann, Stephan Stenger

Team Doppel Herren: Kai Knobel / Daniel Schulz, Marcel Schneimann / Stephan Stenger

Herren Paarkampf: Markus Gebauer / André Laukmann, Marcel Schneimann / Daniel Schulz

Herren Einzel: Markus Gebauer, Andre Laukmann

Auch das zweite offizielle Training ging ohne Ausfälle über die Bühne. Die deutsche Nationalmannschaft kann am Sonntag sowohl bei den Damen als auch bei den Herren aus dem Vollen schöpfen.
Für die Damen wird Veronika Ulrich als Anstarterin der Mannschaft ihr Debüt für Deutschland bereits um 10:00 Uhr geben, bevor mit Katja Ricken, Yvonne Ruch und Maike Bock die etablierten Spielerinnen der letzten Weltmeisterschaften in Kelmis ihre ersten Würfe auf den anspruchsvollen Holzbahnen in Pétange absolvieren dürfen.
Die Herren setzen ganz auf die Erfahrung der letzten Weltmeisterschaften. Mit André Laukmann, Markus Gebauer, Stephan Stenger und Kai Knobel bestreiten die "Alten" den Mannschaftsvorlauf, während sich die ehemaligen U24-Spieler noch schonen können.

Vor den ersten Wettkampfkugeln stand am Abend noch die Eröffnungsfeier auf dem Programm. Neben dem Einmarsch und der Vorstellung der Mannschaften, dem Sportler- und Schiedsrichtereid sorgte im Showprogramm Steven Pitman mit seiner Elvis Presley Darbietungen für die erste Stimmung in der Halle. Im Anschluß daran wurde das Wort an WNBA Präsident Ludwig Kocsis übergeben. Sein erster Dank ging an den luxemburgischen Kegler Verband und die Gemeinde Pétange, die den Mut aufgebracht haben diese Projekt der 12-Bahnen-Anlage zu unterstützen und zu bauen. Gegen 19:00 Uhr eröffnete er die 11. Weltmeisterschaften der Damen und Herren auf Scherenbahnen.
Der Abend wurde mit einem kleinen Imbiss auf der Empore der Halle abgerundet.

1. Tag: Sonntag, 19. Mai 2013

Vorlauf Damen Mannschaft (Bahnen 1-4)

Die deutschen Damen waren bis in die Fingerspitzen motiviert und zeigten ein erstaunliches Selbstvertrauen indem sie mit Veronika Ulrich das Küken der Nationalmannschaft und gleichzeitig die Debütantin im Nationalkader in den ersten Block stellten. Die ersten 15 Würfe war ihr die Nervosität anzusehen. Doch im weiteren Verlauf merkte sie, dass sie mit der Konkurrenz mithalten konnte. Nach einer sehr guten zweiten Räumgasse auf Bahn 2 (89 Holz), die keine der folgende Starterinnen erreichen konnte, übernahm sie die Führung. Holz um Holz konnte sie ihren Vorsprung ausbauen, so dass sie ihre Mannschaft mit 793 Holz auf den ersten Platz setzte und eine tolle Premiere in der Nationalmannschaft feiern.
Luxemburgs Doris Melo (779 Holz), Patricia Bade (BRA) mit 777 Holz und Frankreichs Sandrine Simon (740 Holz) brachte ihre Teams bereits nach dem ersten Block auf die Plätze, die sie beim Zieleinlauf haben sollten.
Ähnlich schwer tat sich auch Katja Ricken bei ihrem Start. Zwar nie ernsthaft gefährdet durch die Konkurrenz, aber auch ohne die erhofften Neunerserien kämpfte sie sich über die Bahnen. Die ein oder andere Unaufmerksamkeit auf Bahn 3 ließen sie bei 791 Holz stoppen. Dies konnte Mandy Parracho (LUX) zu ihrem Vorteil nutzen. Auf Bahn 3 warf sie 15 Holz mehr als Katja Ricken und holte sich mit 805 Holz den Tagessieg in der Einzelwertung.
Ihre Mannschaftskameradin aus Polch, Yvonne Ruch, teilte mit ihr den verschlafenen Start. Erst auf der letzten Bahn schien der Knoten geplatzt zu sein. Mit 208 Holz konnte sie sich hauchdünn (796 Holz) vor ihren Mannschaftskolleginnen platzieren. Zum mannschaftsinternen Sieg sollte es dennoch nicht reichen. Maike Bock traf sowohl Bahn 1 mit 221 Holz und Bahn 3 mit 205 Holz. Dadurch konnte sie Bahn 2 und 4 wieder ausgleichen und kam auf 799 Holz.
Eine ausgeglichene Mannschaftsleistung, die mit 3179 Holz den Sieg im Vorlauf vor den Gastgebern aus Luxemburg (3124 Holz) einbrachte, jedoch keine wirklich zufriedenen Mienen bei den Damen machten. Allerdings war auch noch Potential nach oben zu sehen.

Vorlauf Herren Mannschaft (Bahnen 5-8)

Die Herren sollten es in ihrem Vorlauf nicht so leicht bekommen. Die Hausherrn aus Luxemburg waren hochmotiviert und wollten eine erste Duftmarke setzen.

Im ersten Block bekam es André Laukmann mit dem Neu-Luxemburger und ehemaligen belgischen Nationalspieler Christopher Zels zu tun. Mit einer furiosen ersten Bahn lag er nach der Vollen noch knapp hinter Zels, konnte aber im Räumen mit neun Blanken aufwarten und den gesamten ersten Block hinter sich lassen. Von diesen 232 Holz zehrte er den weiteren Verlauf, denn plötzlich blieben die Neuner-Serien in die Räumgassen aus. Während Christopher Zels keinen Nutzen daraus ziehen konnte und sich mit 861 Holz gegen 867 Holz geschlagen geben musste, kam Bernardo Immendorff von hinten auf. Mit 200 Holz auf Bahn 7 hatte er auch ein paar Startschwierigkeiten, konnte aber auf der zweiten Hälfte in die Räumgassen vollauf überzeugen. 105 Holz auf der Räumgasse der Bahn 5 brachten ihn an das Führungsduo heran und die Neun im vorletzten Wurf auf Bahn 6 auch an den beiden Konkurrenten vorbei. 228 Holz bedeuteten in der Endabrechnung 874 Holz und das Tagesbestergebnis. Christian Marx brachte die hochgewetteten Franzosen mit 793 Holz in Schwierigkeiten, die Guus Maes (829 Holz) für die Niederlande und Dieter Thomas (805 Holz) für Belgien zu nutzen wussten.
Im zweiten Block spitzte sich das Duell zwischen Luxemburg und Deutschland weiter zu. Tom Hoffmann (LUX) und Markus Gebauer (D) gönnten sich 120 Würfe lang gegenseitig kein Holz. Erst im vorletzten Wurf gelang es Hoffmann die entscheidende Neun zu setzen, um mit 851 zu 849 Holz an Markus Gebauer vorbeizuziehen.
 Eduardo Krause konnte nur anfangs mit den beiden Streithähnen mithalten und wurde auf den dritten Platz in der Mannschaftswertung durchgereicht. Frankreich brachte sich durch Nicolas Potiers 825 Holz (Schlussbahn 227 Holz) ebenfalls wieder ins Rennen um die Finalplätze, wenn auch Matthiijs Lipperts (NED) mit 817 Holz noch Paroli bieten konnte.
Der dritte Durchgang machte die Finalteilnehmer klar. Mit viel Vorfreude erwartet kam es dort zum ersten Einsatz von Steve Blasen für Luxemburg. Gegen ihn boten die Deutschen Stephan Stenger auf, doch das erhoffte Duell auf hohem Niveau blieb drei Bahnen lang hinter den Erwartungen zurück. Mit 604 Holz zu 600 Holz wechselte Stephan Stenger auf die Schlussbahn. Aber dann gab es einen Schlussspurt vom Feinsten. Stephan Stenger erkegelte 130 Holz in die Vollen auf Bahn 8 und ließ 108 (ohne Anwurf) ins Räumen folgen. Steve Blasen hielt sich in die Vollen mit 125 Holz knapp hinter ihm und traf dafür die Räumgasse mit 117 Holz umso besser. Am Ende setzte sich der amtierende Einzelweltmeister mit 843 Holz gegen Stephan Stengers 842 Holz knapp durch.
Joao Kleinkauf (821 Holz) sicherte für das brasilianische Team den dritten Platz ab und Pascal Petry (838 Holz) hievte Frankreich in die Top 4.
Der letzte Durchgang sah eine Wiederauflage des Duells Fränk Greischer (LUX) gegen Kai Knobel (D), das der deutsche im Finale der Rheinland-Pfalz Meisterschaften am letzten Wochenende verloren hatte. Und auch dieses Aufeinandertreffen stand im Zeichen von Fränk Greischer. Mit 817 Holz setzte er sich erneu gegen Kai Knobel (799 Holz) durch und sicherte den Gastgebern den ersten Platz im Vorlauf.
 Aufgrund der etwas niedrigeren Ergebnisse der Spitzenreiter hatte plötzlich Brasilien sogar noch die Chance in diese Phalanx einzudringen. 851 Holz bzw. 865 Holz hätten Rogerio Arkie gereicht, um eine kleine Sensation zu schaffen. 222 und 218 Holz ergaben eine Halbzeit von 440 Holz. Der Weg war gar nicht mehr so weit und die Sambatrommeln fingen an zu vibrieren. Mit 205 auf Bahn 7 war zumindest noch der zweite Platz in Reichweite. Nach der Vollen benötigte er sechs Blanke auf der Schlussgasse. Nachdem er jedoch mit einem Dreier-Bild startete, gingen ihm recht schnell die Würfe aus. Mit 839 Holz war der dritte Platz den Brasilianern nicht mehr zu nehmen. Frankreich machte durch Michel Pinot (849 Holz) das von den Meisten vorhergesagte Finale komplett.

Vorlauf Team Doppel Damen (Bahnen 1-4)

Da war doch etwas mit „Potential nach oben“ bei den Damen... Im Vorlauf des Team Doppels zeigten sie was damit gemeint war. Veronika Ulrich legte mit 419 Holz die besten 60 Würfe des Vorlaufs auf die Bretter. Zusammen mit Christina Retterath kamen sie auf 806 Holz und konnten sich auf dem zweiten Platz für das Halbfinale qualifizieren. 
Das es noch ein bisschen besser geht zeigte die deutsche „Doppel-Bock“-Paarung mit Maike und Tanja. Mit 818 Holz setzten noch einen drauf und sicherten sich Platz 1.
Als Drittes im Bunde können sich Birgit Grethen und Mandy Parracho auf einen erneuten Auftritt im Halbfinale freuen. 763 Holz brachten ihnen den dritten Platz.
 Um Platz vier wurde es dramatisch. Lange sah es so aus, dass Sandrine Simon und Cathy Tanfin die französischen Farben ins Halbfinale tragen sollten. Doch mit einer 88 Räumgasse und einer Neun im letzten Wurf schnappte sich Brasiliens Taiana Ramos den begehrten vierten Platz und darf mit ihrer Partnerin Marissol Cividini für das Halbfinale planen.

2. Tag: Montag, 20. Mai 2013

Vorlauf Team Doppel Herren (Bahnen 5-8)

Der erste Härtetest für die Herren stand schon am zweiten Wettkampftag auf dem Programm. Stephan Stenger konnte sich auf den Bahnen 5 und 6 mit 434 Holz in der Spitze etablieren und Team Deutschland 1 in aussichtsreiche Halbfinalposition bringen. Er spielte sich auf Position 3, hinter Frankreich (Michel Pinot, 445 Holz) und den Niederlanden (Matthijs Lipperts, 436 Holz). Marcel Schneimann musste auf der Hut sein. Mit Brasiliens Rogerio Arkie und Luxemburgs Steve Blasen lagen zwei Mannschaften auf der Lauer, die nur 15 Holz Rückstand hatten. So kam es dann auch, dass Steve Blasen mit 427 Holz den Rückstand in einen fünf Holz Vorsprung verwandelte und auch Rogerio Arkies 436 Holz zu einem sechs Holz Vorsprung vor der deutschen Mannschaft reichte. Glücklicherweise konnte die niederländische Paarung Matthijs Lipperts / Guus Maes durch Marcel Schneimanns 410 Holz deutlich in die Schranken gewiesen werden, so dass nach ein wenig Zittern der vierte Platz feststand.  
Kai Knobel hingegen hatte einen gebrauchten Durchgang erwischt. Mit 390 Holz hätte ein Weiterkommen von Deutschland 2 ein Wunder benötigt. Daniel Schulz versuchte es zwar, doch ordentliche 415 Holz reichte nur noch für Rang 7.

Vorlauf Mixed (Bahnen 1-4)

Der Vorlauf verkümmerte ein wenig zu einer besseren Trainingseinheit. Von neun Paaren gingen acht ins Halbfinale. Eine Gelegenheit also, die Lauflinien und -wege zu überprüfen, um gegebenenfalls noch letzte Korrekturen vorzunehmen. Darüber hinaus konnte verlorenes Selbstvertrauen zurück gewonnen werden. Allen voran tat der Vorlauf Kai Knobel gut. Auch Dank einer souveränen Veronika Ulrich fing er an, ein Gespür für die Bahnen zu entwickeln und wurde von Bahn zu Bahn sicherer. 698 Holz bedeuteten den dritten Platz und eine ungefährdete Teilnahme am Halbfinale, das am Abend folgen sollte.
Noch einen Level höher spielten Tanja Bock und Stephan Stenger. Auch hier war der ruhende Pol die Dame, die mit schöner Regelmäßigkeit ihre Achter in Neuner korrigierte. 726 Holz waren Platz zwei im Vorlauf. Lediglich Patricia Bade und Bernardo Immendorff (BRA) konnten mit 729 Holz einen Hauch besser spielen.

Halbfinale Mixed (Bahnen 5-8)

Das Halbfinale beendete den zweiten Wettkampftag. Und plötzlich war Schluss mit lustig. Dünne, zusammengerutschte Kränze bzw. Neuner waren Mangelware und so setzte sich das präzise Spiel am Ende durch.
Der erste Block hatte seine Schwierigkeiten in den Wettkampf zu kommen. Lange sah es so aus, dass 620 Holz das höchste der Gefühle werden sollten. Doch Mandy Parracho und Kevin Everard (LUX) zeigten einen imposanten Endspurt. Ihre 195 Holz auf Bahn 8 katapultierten sie auf 642 Holz, damit auf den vierten Platz und ins Finale. 
Tanja Bock und Stephan Stenger (730 Holz) knüpften nahtlos an ihre Vorstellung aus dem Vorlauf an. Mit Ausnahme von Bahn 8 links absolvierten sie alle Gassen mit vier bis sieben Blanken und sicherten sich den Sieg im Zwischenlauf mit fast 60 Holz Vorsprung.
Den zweiten Platz erkegelten sich Veronika Ulrich und Kai Knobel mit 671 Holz, wobei Kai Knobel die Bahnen immer besser in den Griff bekam. Der zweite Rang war hart erkämpft, denn die brasilianische Paarung Patricia Bade / Bernardo Immendorff hatte den besseren Start und konnten erst mit der letzten Bahn verdrängt werden. Mit 660 Holz komplettieren sie das morgige Finale.

Vorlauf Damen Paarkampf (Bahnen 5-8)

Im Gegensatz zu den Herren tun sich die Damen traditionell etwas leichter. Der Vorlauf war mit sieben Paaren bestückt, von denen die besten vier direkt ins Finale einziehen werden.
Im ersten Block durften Katja Ricken und Maike Bock vorlegen. Mit 644 Holz gewannen sie den ersten Durchgang, doch glückliche Gesichter sehen eigentlich anders aus. Ein paar einfache Fehler, keinen richtigen Lauf und der ein oder andere unglückliche Kegelschlag ließen sie etwas zweifeln, ob die Zahl wirklich fürs Finale reichen sollte.
Sie sollte. Im zweiten Block starteten alle Paare sehr gut. Die beiden Luxemburger Paarungen Marie-Josée Blasen / Martine Keller und Wendy Parracho / Birgit Grethen lagen lange gut im Rennen um den Sieg im Halbfinale. Doch ein bis zwei Gassen unter Schnitt ließen den Weg zu den vorgelegten 644 Holz immer wieder weit werden. Mit 640 und 592 Holz reihten sich beide direkt hinter Katja Ricken und Maike Bock ein.
Besser erging es Yvonne Ruch und Christina Retterath. Ein kleiner Durchhänger auf Bahn 8, aber eine ansonsten einwandfreie Vorstellung brachte ihnen 666 Holz und den ersten Platz des Vorlaufs ein. Auf ein spannendes luxemburgisch-deutsches Finale können sich die Fans jetzt schon freuen.

Vorlauf Herren Paarkampf (Bahnen 1-4)

Eine blitzsaubere Leistung zeigten die deutschen Youngsters, Marcel Schneimann und Daniel Schulz, bei ihrem gemeinsamen Auftritt. Mit 773 Holz deklassierten sie das restliche Feld um Längen. Die „schlechteste“ Gasse mit 87 Holz „überstanden“, die beste Gasse mit 114 Holz abgerissen. In diesem Lauf konnte sie niemand stoppen. Die beiden luxemburgischen Paare konnten sich mit 725 (Kim Hoffmann / Kevin Everard) und 713 Holz (Tom Hoffmann / Fränk Greischer) nur dahinter einreihen. Wenig überraschend, dass sich auch Bernardo Immendorff und Rogerio Arkie (BRA/713 Holz) mühelos für das Halbfinale qualifizieren konnten, ebenso wie die Niederländer Matthijs Lipperts und Guus Maes (703 Holz).

Die eigentliche Überraschung spielte sich auf Platz 7 und 8 ab. Belgiens Dieter Thomas und Claudy Michel (680 Holz) konnten sich überraschend gegen die mitfavorisierten Franzosen Michael Pinot und Pascal Petry (659 Holz) durchsetzen und auch die zweite belgische Paarung mit Tom Halmes und Christopher Authelet (684 Holz) kann sich auf das Halbfinale freuen.
Das zweite deutsche Paar mit Markus Gebauer und André Laukmann hatte einige Schrecksekunden zu überstehen. Bei Halbzeit verspürte André Laukmann einen Schmerz im Oberschenkel, der eine Behandlungspause nötig machte. Er entschied sich zum Weiterspielen und zusammen mit Markus Gebauer sicherten sie sich den sechsten Platz mit 687 Holz.
Der Physio freut sich über eine kurze Nacht...

3. Tag: Dienstag, 21. Mai 2013

Am heutigen Tag strahlte RTL einen Bericht über die Weltmeisterschaften in Pétange aus, der hier zu finden ist.

Vorlauf Damen Einzel (Bahnen 5-8)

Wie in der Mannschaft konnten die Damen ihren Vorlauf als zusätzliches Training nutzen. Das Starterfeld musste nur von neun auf acht Teilnehmerinnen reduziert werden.

Für Deutschland betrat zuerst Katja Ricken die Bahnen. Nach den 791 Holz in der Mannschaft fing sie auch im Einzel etwas verhaltener an, um dann auf Bahn 6 den Knoten platzen zu lassen (223 Holz) und Selbstvertrauen für die kommenden Durchgänge zu sammeln.
Yvonne Ruch verpatzte ihre Start auf Bahn 7 mit 185 Holz und musste den fehlenden Hölzern für die angestrebte 800er Zahl hinterherlaufen. Im mittleren Spielabschnitt fand sie dann auch das Gefühl für die Bahnen (425 Holz) und insbesondere die Räumgassen. Die Vollen sind mit 116 Holz im Durchschnitt noch ausbaufähig, so dass noch Potential vorhanden ist die 803 Holz aufzupolstern.
Zwischen die beiden deutschen Vertreterinnen setzten sich die starken Luxemburgerinnen mit Doris Melo (817 Holz) und ihre Tochter Mandy Parracho (805 Holz) die ihren Heimvorteil eindrucksvoll zu nutzen wussten.
Zweimal Brasilien, darunter die für Riol kegelnde Camilla Buchmann-Immendorff (790 Holz), Petra Comoth (781) für Belgien und Frankreich mit Cathy Tanfin (753 Holz) komplettieren das Halbfinale.

Vorlauf Herren Einzel (Bahnen 1-4)

Ganz so komfortable hatten es die Herren nicht. Aus 12 mach 8 hieß es im Vorlauf und die Messlatte für diese acht wurde im ersten Block bereits sehr hoch gelegt.

Für den ersten Paukenschlag sorgte im ersten Block Markus Gebauer mit der ersten 900er Zahl dieser Meisterschaften. Durch 913 Holz entledigte er sich jeglicher Qualifikationssorgen. Drei Räumgassen warf er über 100 Holz, nur mit Bahn 3 konnte er sich noch nicht richtig anfreunden. Nach fünf Neunern war Schluss und ein paar weitere Erkenntnisse für das Halbfinale waren gesammelt.
Die Niederladge mussten anfänglich um ihren Matthijs Lipperts bangen. 199 Holz reichten nur für die rote Laterne des ersten Blocks - nach der ersten Bahn. Danach brannte auch er ein kleines Feuerwerk ab. 245 Holz auf Bahn 8 brachten ihn wieder in die Erfolgsspur und dann ging es schnurstracks mit 881 Holz ins Halbfinale.
Ähnliche Startschwierigkeiten hatte der Luxemburger Christopher Zels. Während Matthijs Lipperts diese nach der ersten Bahn abschütteln konnte, mussten die luxemburgischen Fans bis zu letzten Räumgasse zittern. 114 Holz mit den letzten 15 Würfen brachten ihn noch auf 853 Holz
Der nächste Paukenschlag wurde von Sambatrommeln untermalt. Rogerio Arkie startete seinen Durchgang mit 128 Holz in die Vollen, um im Anschluss lockere 133 Holz folgen zu lassen. Auch eine Möglichkeit sich schnell den Qualifikationsdruck von den Schultern zu spielen. Eine weitere 129 Holz Volle ließ von einem fantastischen Endergebnis träumen, doch die restlichen sechs Gassen liefen verhaltener. Trotzdem nahm er sich den Tagessieg mit 915 Holz. In seinem Fahrwasser folgte der Lokalmatador und Titelverteidiger Steve Blasen mit sehr konstanten Bahnen zwischen 215 und 230 Holz sammelte er 888 Holz und wird im zweiten Block des Halbfinales vertreten sein.
Im letzten Block wurde es dramatisch. Um sicher eine Runde weiterzukommen waren 854 Holz aufgerufen. Bernardo Immendorff (Brasilien) meisterte diese Hürde problemlos. Mit 872 Holz hatte er einen sehr soliden Vorlauf absolviert. Spannender wurde es für Michael Pinot (Frankreich), der sich erst dank der letzten Bahn (221 Holz) auf 860 Holz schieben konnte und die französische Fangemeinde auf den letzten 15 Würfen wachrüttelte.
André Laukmann (849 Holz) scheiterte zwar an der geforderten Norm wegen eines - Achtung: Déja Vu - verschlafenen Starts, konnte allerdings Guus Maes (Niederlande) auf Distanz halten, der über 815 Holz nicht hinaus kam. Daher rundet André Laukmann den Vorlauf als Achter ab.

Vorlauf Team Doppel Mixed (Bahnen 5-8)

Die Geschichte des Team Doppel Mixed ist mit zwei luxemburgisch-deutschen Vergleichen  schnell erzählt und jeder der nicht selbst anwesend war hat zwei Highlights verpasst.

Im ersten Block durfte Christina Retterath neben Christopher Zels kegeln. In die erste Vollegasse gab es eine 118 zu 127 Holz Sieg von Christina Retterath. Die Räumgasse ging mit 107 zu 106 Holz für Christopher Zels aus, um danach in die Volle erneut mit 119 zu 121 Holz zu unterliegen. Auch die letzte Räumgasse nutzten Christopher Zels 106 Holz nicht mehr, Christina Retterath mit 99 Holz kontern konnte und mit 453 zu 450 Holz die Oberhand behielt. Die zweiten Starter ihrer jeweiligen Teams waren Daniel Schulz (433 Holz) und Doris Melo (412 Holz), sodass die ersten beiden Plätze des Vorlauf vergeben waren.
Den Grundstein zum Erfolg des zweiten Teams legte Tanja Bock. Sie durfte gegen Fränk Greischer antreten und heftete sich vom Start weg an seine Fersen. Sie unterlag zwar mit 425 zu 429 Holz, doch konnte Marcel Schneimann mit, teilweise sehr spannenden und selten gesehen Räumbildern, 411 Holz den dritten Platz festigen.
Den letzten Platz im Halbfinale sicherte sich nicht etwas das zweite luxemburgische Team, sondern Frankreich mit Sandrine Simon (377 Holz) und Christian Marx. Christian marx konnte es sich sogar bei seinen 428 Holz leisten, eine Dame und einen Bauern zu verfehlen.

Finale Mixed Paarkampf (Bahnen 3-6)

Das erste Finale der diesjährigen Titelkämpfe war ein Wechselbad der Gefühle.

Sowohl Tanja Boch / Stephan Stenger (185 Holz), als auch Veronika Ulrich / Kai Knobel (197 Holz) fanden hervorragend in den Wettkampf. Dicht gefolgt von den Luxemburgern Mandy Parracho und Kevin Everard mit 174 Holz. Brasilien war mit 150 Holz bereits etwas abgeschlagen. Während Veronika Ulrich und Kai Knobel die Schlagzahl auf der zweiten Bahn auf 207 Holz erhöhten und einen Traumwechsel mit 402 Holz vorzeigen konnten, riss beim zweiten deutschen paar nach einem Bauernfehler der Faden. Es folgten nur 149 Holz auf der zweiten Bahn (Halbzeit 334 Holz) , während Luxemburg mit 195 Holz mit riesigen Schritten vorbeizog (Halbzeit 369 Holz). Glücklicherweise fanden Patricia Bade und Bernardo Immendorff auch die dritte Gasse nicht und reihten sich bei Halbzeit mit 324 Holz auf Rang vier ein.
Während Veronika Ulrich und Kai Knobel die Konkurrenz weiterhin auf Distanz hielten, fanden Tanja Bock und Stephan Stenger nicht wieder zu ihrem Spiel. Sehr viele Achter, zu wenig Neuner oder Kränze bestimmten in der zweiten Halbzeit ihren Kegelfall. Wie leicht es denn geht, wenn man diesen Lauf hat zeigten die Brasilianer. Mit 187 Holz zogen sie nach der dritten Bahn auf Platz drei und kämpften sich bis auf 23 Holz an die Gastgeber und den Silberrang heran. Was auf der letzten Bahn folgte war ein brasilianischer Neunerhagel par excellence. Mit 115 und 106 Holz kamen sie fast noch an die deutschen Spitzenreiter ran, doch diese behielten die Nerven und sicherten sich mit 186 Holz den verdienten Weltmeistertitel. Für Veronika Ulrich dürfte ein Traum in Erfüllung gegangen sein. Erste Nationalmannschaftsberufung, erste Weltmeisterschaften, erstes Finale, erster Weltmeistertitel.

1. Veronika Ulrich / Kai Knobel (D) 756 Holz
2. Patricia Bade / Bernardo Immendorff (BRA) 732 Holz
3. Mandy Parracho / Kevin Everard (LUX) 700 Holz
4. Tanja Bock / Stephan Stenger (D) 665 Holz

 

4. Tag: Mittwoch, 22. Mai 2013

Halbfinale Team Doppel Herren (Bahnen 1-4)

Im Gegensatz zu Kelmis werden die Halbfinale nicht mehr im direkten Vergleich ausgekegelt, sonder in einer weiteren Gruppenphase, in der sich die beiden Mannschaften mit den meisten erspielten Holz für das Finale qualifizieren. Die Plätze drei und vier werden jeweils mit der Bronzemedaille geehrt.
Das Halbfinale im Team Doppel der Herren entwickelte sich zu einer der spannendsten Entscheidungen der bisherigen Meisterschaft. Am Ende trennten lediglich zwölf Holz den Ersten vom Letzten.
Frankreichs Michael Pinot beherrschte den Durchgang der Anstarter. Mit 463 Holz schien der erste Qualifikationsplatz für das Finale bereits vergeben. Aber um den zweiten Platz sollte es ein hauen und Stechen geben. Denn Christopher Zels (LUX) mit 434 Holz auf Rang zwei, Stephan Stenger (D) mit 427 Holz auf dem dritten Platz und Joao Kleinkauf (BRA) mit 421 Holz ebenfalls in Schlagdistanz.
Mit 212 Holz auf der ersten Bahn büßte Marcel Schneimann weitere Holz auf Steven Blasen (LUX) ein, der sich anschickte den zweiten Platz abzusichern. Und auch Brasilien konnte durch Rogerio Arkies 225 Holz an dem deutschen Team vorbeiziehen. Nach einer weiteren 118 Volle lag Marcel Schneimann eigentlich aussichtslos zurück, zumal Blasen mit 126 Holz und Arkie mit 130 Holz weiter auf höchstem Niveau kegelten. Doch die letzte Räumgasse lag dem Deutschen und er warf eine Neun nach der anderen. Holz um Holz holte er auf und lag nur noch wenige zwei Blanke hinter Brasilien und Luxemburg. Im 26. Wurf stoppte ihn ein Totschläger und die Konkurrenten nutzten ihre Chance. Rogerio Arkies Neun im vorletzten Wurf bedeuteten einen zwei Holz Vorsprung vor Deutschland. Da Steve Blasen mit den letzten vier Würfen durchblankte zwängte er sich sowohl an Brasilien, als auch an Frankreich vorbei, für die Pascal Petry einige Hölzer in die Räumgassen liegen ließ.

1. Steve Blasen / Christopher Zels (LUX) 883 Holz
2. Pascal Petry / Michael Pinot (FRA) 881 Holz
3. Joao Kleinkauf / Rogerio Arkie (BRA) 874 Holz
3. Stephan Stenger / Marcel Schneimann 872 Holz

Halbfinale Team Doppel Damen (Bahnen 5-8)

Bei den Damen war es deutlich unspektakulärer. Tanja Bock sorgte gleich für klare Verhältnisse. Ihre 435 Holz waren das Maß aller Dinge im Halbfinale. Mit zwei 125 Vollegassen konnte sie beruhigt auf die Räumgassen wechseln und legte dort vier bzw. fünf Neuner nach. Ihre Schwester Maike Bock konnte es entsprechend locker angehen lassen. Mit 423 Holz komplettierte sie das Bestergebnis dieses Halbfinales.
Etwas mehr Arbeit hatte das zweite deutsche Team. Veronika Ulrich blieb mit 398 Holz knapp unter der 400er Grenze und konnte keinen vorentscheidenden Abstand zwischen sich und Mandy Parracho (LUX) bringen, die mit 388 Holz ins Ziel einlief. Entsprechend musste es Christina Retterath gegen Birgit Grethen (LUX) in den abschließenden 60 Würfen richten. Beide lieferten sich ein Duell auf hohem Niveau, indem Luxemburg den Abstand zur Halbzeit halbierte. Auf die Vollegasse konnte Christina Retterath wieder zwei Holz ihrem Polster hinzufügen, die Entscheidung fiel dann auf der letzten Räumgasse, als Birgit Grethen keine Neun durchbringen konnte und die Deutsche ihre Gasse mit 90 Holz beendete.

1. Tanja Bock / Maike Bock (D) 858 Holz
2. Veronika Ulrich / Christina Retterath (D) 815 Holz
3. Mandy Parracho / Birgit Grethen (LUX) 793 Holz
3. Marissol Cividini / Taiana Ramos (BRA) 672 Holz

Halbfinale Team Doppel Mixed (Bahnen 1-4)

Im Team Doppel Mixed ging es wieder ausgeglichener zu. Mit 430 Holz legte Tanja Bock erneut den Grundstein zum Weiterkommen und Christopher Zels (LUX) wird das Halbfinale im Einzel herbeisehnen, denn die Deutschen Frauen haben im schon zum zweiten Mal in die Bedrouille gebracht. Während er im Vorlauf gegen Christina Retterath noch verloren hatte, konnte er sich mit vier Neunern in den letzten vier Würfen auf 442 Holz steigern und sich knapp durchsetzen. Christina Retterath machte zum ersten Mal bei diesen Meisterschaften „dicke Backen“. Die Räumgasse auf Bahn 2 lief nicht (72 Holz) und so rettete sie sich dank Bahn 1 gerade noch auf 400 Holz.
Den zweiten Durchgang konnte Marcel Schneimann in die erste Räumgasse entscheiden. Dort gelangen ihm vier Neuner mehr als Doris Melo (LUX) und er übernahm die Führung, die er bis zum Ende mehr oder weniger verwalten konnte. Daniel Schulz machte von den 42 Holz Rückstand auf der ersten Bahn bereits 30 wett. Doch auf der zweiten Bahn hielt Doris Melo bravourös dagegen und gönnte dem Deutschen kein einziges Holz mehr, sodass es zu einem luxemburgisch-deutschen Finale kommen wird.

 

1. Tanja Bock / Marcel Schneimann (D) 847 Holz
2. Doris Melo / Christopher Zels (LUX) 838 Holz
3. Christina Retterath / Daniel Schulz (D) 826 Holz
3. Sandrine Simon / Christian Marx (FRA) 791 Holz

Halbfinale Herren Paarkampf (Bahnen 5-8)

Im ersten Block durften André Laukmann und Markus Gebauer versuchen den Durchgang zu gewinnen und eine gute Zahl für den zweiten Block vorzulegen, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbeissen sollten. Mit einem Traumstart und 196 Holz auf der Anstartbahn lief alles nach Plan und sie konnten sofort in Führung gehen. Doch die Bahnen 7 und 8 wollten nicht so recht gelingen. Zweimal 170 Holz waren ok, aber nicht überragend. Zu allem Überfluss startete Niki Halmes und Claudy Michel (B) einer Neunerserie und lagen vor der letzten Bahn mit über 20 Holz in Führung. Gar nicht mal so gut - aus deutscher Sicht. Zum Glück trafen André Laukmann und Markus Gebauer ihre Schlussbahn und kamen mit 188 Holz auf Bahn 5 auf 726 Holz. Durch einige Nachlässigkeiten auf die Eckkegel brachten sich die beiden Belgier um die Führungsposition und scheiterten mit 699 Holz knapp an der 700er Schallmauer.
Die Messlatte für den zweiten Durchgang war gelegt. Das einzige Paar, das keine Probleme mit diesen Vorgaben hatte waren Bernardo Immendorff und Rogerio Arkie (BRA). Mit drei Bahnen um die 200 Holz holten sie sich die Tagesbestleistung mit 774 Holz.
Spannender wurde es um die Plätze drei und vier. Belgiens 699 Holz waren für die deutsche Paarung Marcel Schneimann / Daniel Schulz mit sechs Neunern auf der letzten Gasse zu schaffen. Luxemburgs Kim Hoffmann und Kevin Everard benötigten schon deren zehn. Relativ schnell wurde klar, dass keiner der beiden diese Hürde nehmen würde. Deutschland hatte bis zum 118. Wurf drei Neuner liegen, Luxemburg fünf. Die deutsche Paarung patzte im Vorletzten. Kevin Everard hingegen behielt die Nerven und machte die Neun, so dass er mit Kim Hofmann ins Finale einzog und Marcel Schneimann / Daniel Schulz nur der undankbare fünfte Platz blieb.

Finale Herren Paarkampf (Bahnen 3-6)

Am selben Tag fand auch das Finale des Herren Paarkampf statt. Markus Gebauer und André Laukmann starteten etwas verhalten. Mit 161 Holz lagen sie zusammen mit den Luxemburgern Kim Hoffmann / Kevin Everard am Ende des Feldes. An der Sitze lag das Überraschungspaar aus Belgien mit Niki Halmes und Claudy Michel, die trotz ihrer Bauernschwächen auf 185 Holz kamen. 196 Holz und das beste Bahnergebnis des Finales brachte André Laukmann und Markus Gebauer an die Top-Position. Wohingegen drei Fehlwürfe auf die Eckkegel die Belgier auf den vierten Platz durchreichten. Deutschland hatte teilweise 25-30 Holz Vorsprung auf die Verfolger. Mit 105 Holz auf der vorletzten Gasse war der Titel eigentlich schon vergeben. ehe sie es selber wieder spannend machten.. Auf der letzten Gasse warfen sie zwei Vierer und eine dünne Sechs an, die glücklicherweise alle von André Laukmann geräumt wurden. Insgesamt waren es doch noch 87 Holz und ein Endergebnis von 717 Holz, die den Weltmeistertitel sicherten.
Der Kampf um Platz zwei spielte verkehrte Welt. Waren im bisherigen Verlauf der Weltmeisterschaften die Brasilianer für ihren Endspurt gefürchtet, drehten dieses Mal die Luxemburger auf. Mit 116 Holz zum Abschluss übertrafen Kim Hoffmann und Kevin Everard die Brasilianer, die nur noch mit 72 Holz aufwarten konnten und sich somit 682 zu 691 geschlagen geben mussten.

1. André Laukmann / Markus Gebauer (D) 717 Holz
2. Kim Hoffmann / Kevin Everard (LUX) 691 Holz
3. Bernardo Immendorff / Rogerio Arkie (BRA) 682 Holz
4. Niki Halmes / Claudy Michel (B) 657 Holz

Finale Damen Paarkampf (Bahnen 3-6)

Die beiden Damen Paare hielten sich in der Vorrunde schadlos und trafen auf die beiden luxemburgischen Paarungen. Für Stimmung in der Halle war also gesorgt, da sogar die Sambatrommeln für die Gastgeber vibrierten.

Zur Halbzeit war es ein super knapper Wettkampf. Luxemburg hatte eine Doppelführung inne. Marie-José Blasen und Martine Keller (LUX) führte mit 344 Holz knapp vor Birgit Grethen und Wendy Parracho (LUX, 341 Holz). Mit ihnen holzgleich waren Yvonne Ruch und Christina Retterath und damit ein Holz vor Katja Ricken und Maike Bock (340 Holz).
Kopf an Kopf ging es in die zweite Hälfte und hier änderte sich das Bild. Nach der dritten Bahn übernahmen erstmals Yvonne Ruch und Christina Retterath mit 20 Holz die Führung vor Birgit Grethen und Wendy Parracho. Diese lagen 16 Holz vor dem zweiten deutschen Team. Auf der Schlussbahn schien den Luxemburgerinnen die Luft auszugehen. Es fielen kaum noch Neuner und wenn doch folgte als bald ein Dreierbild. Sowohl Yvonne Ruch/Christina Retterath (702 Holz) als auch Katja Ricken/Maike Bock (677 Holz) spielten ihre besten Bahnergebnisse und konnte den Doppelsieg feiern.

1. Yvonne Ruch /Christina Retterath (D) 702 Holz
2. Katja Ricken / Maike Bock (D) 677 Holz
3. Wendy Parracho / Birgit Grethen (LUX) 649 Holz
4. Marie-José Blasen / Martine Keller (LUX) 630 Holz

5. Tag: Donnerstag, 23. Mai 2013

Halbfinale Herren Einzel (Bahnen 5-8)

Ihre erste Vollegasse trafen alle Teilnehmer auf höchstem Niveau. Bei Zahlen zwischen 127 bis 128 Holz konnte man nicht von einem vorsichtigem Abtasten sprechen. Ins Abräumen wurde von André Laukmann allerdings Magerkost geboten. Gerade Mal eine Neun gelang ihm. Die guten 128 Holz verpufften in 197 Hiolz nach 30 Würfen. Die Konkurrenz enteilte entsprechend. Bernardo Immendorff (BRA) bot 8 Blanke im Räumen, kam auf 232 Holz und war zu diesem Zeitpunkt weit enteilt. Zu Christopher Zels (LUX) mit 214 und Michael Pinots (FRA) 208 Holz bestand wenigstens noch Sichtkontakt.

Auf Bahn 5 zündete André Laukmann zum Glück den Turbo. Trotz verpasstem Anwurf kam er auf 235 Holz. Christopher Zels (418 Holz) wurde damit überholt und Michael Pinot (436 Holz) konnte sich noch knapp behaupten. In Führung liegend zog Bernardo Immendorf weiter einsam seine Kreise. Allerdings nur bis zur nächsten Volle. Hier konnte André durch eine 130er Gasse Michael Pinot stellen, um dann auf der Räumgasse am Gesamten Feld vorbeizuziehen. Seine 107 Holz konnten auch nicht von Bernardo Immendorff nicht gebremst werden, der auf Bahn 7 erheblich ins Schleudern kam und nicht mehr als 202 Holz bieten konnte.
127 Holz in die letzte Vollegasse war eine gute Ausgangsbasis für André Laukmanns letzten 15 Würfe. Ein Dreier Bild zu Beginn stoppte den Lauf und verlieh Michael Pinot Flügel, der mit sechs Blanken die letzte Räumgasse begann. Der erneut verpasste Anwurf ließ Laukmann noch etwas zittern bis Michael Pinot (873 Holz) die erlösende dicke Sieben anwarf und nicht durchblankte. Im Gegenteil der Franzose verpasste sogar noch den Bauern und musste dadurch Bernardo Immendorff (879 Holz) mit der letzten Kugel passieren lassen
Da standen ein paar schöne Aufgaben für den zweiten Block auf der Tafel.
Bis auf Steve Blasens (LUX) 126 Holz sahen die Zuschauer einen verhaltener Start der anderen Bewerber fürs Halbfinale. Alle Ergebnisse lagen um die 120 Holz. Es sollten Kleinigkeiten über das Weiterkommen entscheiden. Ein Bauernfehl liesß Matthijs Lipperts (NED) nicht ins Rollen kommen und er lag mit 192 Holz hinten. Da Markus Gebauer mit 208 Holz die zweite Gruppe anführte, war alles noch eng beisammen. Doch der Weg zur 880 wurde sehr weit.
Bei Halbzeit zeichnete sich eine kleine Sensation ab. Nur Steve Blasen schien die 845 Holz von Christopher Zels knacken zu können. Alle anderen Kontrahenten lagen weit hinter dem Soll. Matthijs Lipperts sammelte bis dato 416 Holz, Markus Gebauer 410 Holz und Rogerio Arkie (BRA) gar nur 397 Holz.
Auf der dritten Bahn wurde es dann endlich lebhafter. Mit 234 Holz auf Bahn 7 lag er bei eroberte Rogerio Arkie (637 Holz) den zweiten Platz. Keine 200 für Matthijs Lipperts auf Bahn 6  beendeten die Hoffnungen auf das Finale. Markus Gebauer lag mit 622 noch zwei Holz hinter dem Niederländer und musste auf ein Wunder hoffen. Durch die Volle ergaben sich keine Verschiebungen und so ging Steve Blasen mit 18 Holz Vorsprung vor Rogerio Arkie auf die letzte Gasse. Es war klar, nur der Blocksieger darf sich auf einen erneuten Auftritt im Finale freuen, sofern er denn die 845 Holz von Christopher Zels überbieten könnte. Auf den letzten Würfen erwehrte sich Steve Blasen den letzten Angriffen von Markus Gebauer erfolgreich und zog mit 866 Holz relativ ungefährdet als Vierter ins Finale ein.

Halbfinale Damen Einzel (Bahnen 1-4)

Der erste Durchgang des Damen Halbfinales war fest in brasilianischer Hand. Patricia Bade legte auf Bahn 3 sofort los und kam ohne Anwurf auf 220 Holz auf Bahn 3. Auf der zweiten Bahn schlug plötzlich Camilla Buchmann-Immendorff (BRA) hatten ihre Konkurrentinnen Petra Comoth (B) und Cathy Tanfin (FRA) distanziert.

Patricia Bade verlor den Anschluss an ihre Landsfrau als sie weder die Volle, noch die Räumgasse auf Bahn 1 traf. Ihre 179 Holz konnte Camilla Buchmann-Immendorff mit 213 Holz nutzen, um sich ein vorentscheidendes Polster aufzubauen. Mit 623 Holz ging sie auf die letzte Bahn, während Patricia Bade mit 593 Holz noch einiges tun musste, um die 800 zu erreichen.
197 Holz auf der letzten Bahn brachten Cammilla Buchmann-Immendorff glatte 820 Holz ein. Patricia Bade musste mit 787 Holz hoffen, dass zwei Spielerinnen aus dem letzten Block unter ihr blieben.
Katja Ricken konnte mit 219 Holz auf der Startbahn die meisten Zweifel beseitigen, dass sie an der Vorgabe scheitern würde. Ebenso war Yvonne Ruch mit 214 Holz voll im Plan, um die sichere Qualifikation mit einer Zahl jenseits von 820 Holz zu schaffen.
Mandy Parracho (LUX) musste noch ein bisschen zulegen. 195 Holz brachte sie in diesem Feld schon leichte Schwierigkeiten. Ihre Mutter Doris Melo (LUX) konnte nämlich mit genau 200 Holz überzeugen.
Zur Halbzeit gab es einen Führungswechsel des deutschen Duos. Katja Ricken gönnte sich ein kleine Auszeit gegen Ende der zweiten Räumgasse und kam so auf 422 Holz. Yvonne Ruch konnte mit 423 Holz denkbar knapp in Führung gehen. Beide lagen voll auf Kurs Finale. Mandy Parracho konnte sich mit 207 Holz auch über die 400er Hürde kegeln, da Doris Melo ebenfalls 207 Holz verbuchen konnte war die Messlatte weiterhin 820 Holz von Camilla Buchmann-Immendorff. Für beide war der Weg noch weit.
Die beiden deutschen Damen zogen auch auf der dritten Bahn weiter ihre Kreise. Mit 216 Holz für Yvonne Ruch und 209 Holz für Katja Ricken war die letzte Bahn nur noch Formsache. Beide konnte sich mit 847 bzw. 837 Holz letztendlich sicher einen Startplatz im Finale sichern. Ähnlich wie im Damen Paarkampf schien den Luxemburgerinnen auf der zweiten Hälfte wieder die Luft auszugehen. Mit 790 Holz legte Doris Melo nahezu eine Punktlandung hin und schnappte sich das letzte Finalticket. Mandy Parrachos 786 Holz scheiterten hingegen knapp.

Finale Team Doppel Mixed (Bahnen 3-6)

Zu einem interessanten Duell kam es im Team Doppel Mixed Finale. Der Titelträger „kräftigster männlicher Spieler“ traf auf die Titelaspiranten „kleinste Spielerin“. Namentlich Christopher Zels (LUX) sah sich, wie schon im Halbfinale, mit Tanja Bock konfrontiert. Zeigte sich Tanja Bock nach dem Halbfinale noch etwas enttäuscht, dass sie das Duell knapp verloren hatte, wollte sie im Finale nicht erneut hinten anstehen.

Mit 117 Holz nach den ersten 15 Würfen war sie nicht zufrieden, doch hielt sich der Rückstand mit 2 Holz in engen Grenzen. In die Räumgasse schlug sie dann ihre Stunde. 88 Holz reichten ihr um mit 205 zu 197 Holz an Christopher Zels vorbeizuziehen. Das gleiche Bild wie im Halbfinale. Christopher Zels traf die Volle auf Bahn 3 ausserordentlich gut, doch reichten seine 129 Holz nicht um die Führung zurückzuerobern. Tanja Bock konnte mit 123 Holz gegenhalten. Das gleiche Bild wie im Halbfinale. Der Unterschied zum Halbfinale kam auf der letzten Gasse zum Tragen. Sie hatte etwas Glück. Bei der vorentscheidenden Neun profitierte sie von einem - nennen wir es einfach - unorthodoxen Fallbild. In der Endabrechnung hieß es in diesem Duell 427 zu 425 Holz.
Im anderen Duell tat sich Marcel Schneimann ähnlich schwer gegen Doris Melo, jedoch konnte er durch seine besseren Volle mit neun Holz die Oberhand behalten, so dass am Ende ein weitere Goldmedaille für Deutschland mit 839 zu 828 Holz gefeiert werden konnte.

1. Tanja Bock / Marcel Schneimann (D) 839 Holz
2. Christopher Zels / Doris Melo (LUX) 828 Holz
3. Christina Retterath / Daniel Schulz (D) 826 Holz
3. Christian Marx / Sandrine Simon (FRA) 791 Holz

Finale Team Doppel Damen (Bahnen 3-6)

Das Finale im Team Doppel der Damen war eine rein deutsche Veranstaltung. Mit Veronika Ulrich / Christina Retterath und Tanja Bock / Maike Bock hatten sich beide deutschen Teams für die Endrunde qualifiziert.

Nach dem Gewinn der Goldmedaille im Team Doppel Mixed kam Tanja Bock nicht so gut aus den Startlöchern. Veronika Ulrich hingegen spielte ihre beste Bahn während den Meisterschaften. 225 Holz konnte Tanja Bock nur 201 Holz entgegensetzen. Auch im auf der anderen Seite lief es für das Geschwisterpaar nicht gut. Christina Retterath nahm Maike Bock weitere 9 Holz ab. 33 Holz bei Halbzeit war eigentlich eine kleine Vorentscheidung. In die Volle kamen weitere 11 Holz hinzu. 44 Holz Vorsprung bei nur noch einer ausstehenden Gasse, das wars. Eigentlich. Uneigentlich packte Maike Bock eine grandiose Räumgasse auf Bahn 5 aus. 117 Holz mit verpasstem Anwurf. Schwester Tanja fand dann auch ihre Lauflinie wieder und unterstützte sie mit 98 Holz. Je mehr es auf den Anzeigetafeln blinkte, desto weniger fand Christina Retterath die Gasse mit 71 Holz konnte sie nicht verhindern dass auf den letzten Kugeln der nicht mehr für möglich gehaltene Führungswechsel doch noch vollzogen wurde. Mit 854 zu 841 Holz konnte das Team „Doppel-Bock“ die Goldmedaille empfangen.

1. Tanja Bock / Maike Bock (D) 854 Holz
2. Veronika Ulrich / Christina Retterath 841 Holz
3. Mandy Parracho / Birgit Grethen 793 Holz
3. Marissol Cividini / Taiana Ramos (BRA) 672 Holz

Finale Team Doppel Herren (Bahnen 3-6)

Das Finale fand ohne deutsche Beteiligung statt. Die Favoritenrolle zwischen Luxemburg und Frankreich lag klar auf der Seite der Gastgeber.

Die erste Bahn sollte dies unterstreichen. Michael Pinot (FRA) konnte zwar Steve Blasen (LUX) auf der ersten Bahn halten, doch sein Team Kollege Pascal Petry (FRA) erwischte einen rabenschwarzen Lauf auf Bahn 6 und konnte nur 177 Holz beim Wechsel aufweisen. Das konnte Christopher Zels (LUX) mit 209 Holz ausnutzen, so dass Luxemburg mit 30 Holz vorne lag. In die Volle bauten sie den Vorsprung um weitere 7 Holz aus. Der gleiche Spielverlauf wie beim Team Damen Doppel. Das hatten sich wohl auch die Franzosen gedacht und starteten, wie zuvor Tanja und Maike Bock, ihre Aufholjagd.
Michael Pinot und Pascal Petry trommelten ihre Neuner auf die Bohlen und plötzlich lief bei den Luxemburgern nichts mehr. Kurz vor Schluss hatte Pascal Petry Pech bei einem Totschläger, so dass sich doch noch eine Chance für Luxemburg auftat. Steve Blasen benötigt im Vorletzten Wurf eine Neun und zum Schluss eine Sieben, um den Titel mit einem Holz nach Luxemburg zu holen. Der 59. Wurf wurde eine Acht. Michael Pinot und Pascal Petry freuen sich über ihre erste Goldmedaille im Herren Bereich und Luxemburg wartet weiter auf den ersten Weltmeistertitel bei ihren Heimspielen.

1. Michael Pinot / Pscal Petry (FRA) 822 Holz
2. Christopher Zels / Steve Blasen (LUX) 816 Holz
3. Joao Kleinkauf / Rogerio Arkie (BRA) 882 Holz
3. Stephan Stenger / Marcel Schneimann (D) 874 Holz

6. Tag: Freitag, 24. Mai 2013

Finale Damen Mannschaft (Bahnen 3-6)

Im Finale kam Brasilien am besten aus den Startlöchern. Patricia Bade war bis zum letzten Wurf auf 130er Kurs, ehe eine Vier im letzten Wurf dies verhinderte. Yvonne Ruch mit 113 Holz zählte wie so viele andere im deutschen Team heute zu den Spätstartern. Durch Doris Melos (LUX) 117 Holz und Gabrielle Gorias (FRA) 114 Holz fand sie sich als Schlusslicht wieder. Patricia Bade begann auch im Räumen mit drei Neunern und konnte die Linie halten. Mit 222 Holz hatte sie schon einen gehörigen Puffer zwischen sich und die anderen Keglerinnen gebracht. Yvonne Ruch kämpfte sich auf 200 Holz und konnte sich damit auf den zweiten Rang vorarbeiten. Hauchdünn vor Doris Melo, die mit 197 von der ersten Bahn kam, aber deutlich vor Gabrielle Goria (176 Holz).

Die Aufholjagd begann. Yvonne Ruch legte mit 130 Holz in die Volle nach. Patricia Bade konnte mit 123 Holz den Druck der Deutschen einigermaßen parieren. In die Räumgasse drehte sich das Bild. Einen Bauernfehler von Bade konnte Yvonne Ruch nicht nutzen. Im direkten Anschluss setzte die Brasilianerin zwei Neuner wodurch sie ihren Vorsprung auf den ursprünglichen Abstand wieder ausbauten. 432 zu 410 Holz verursachten eher einen verkniffenen Gesichtsausdruck. Zumal Doris Melo Bahn 5 nutzen konnte, um auch an Yvonne Ruch vorbeizuziehen (414 Holz). Gabriele Goria war abgeschlagen auf Platz vier mir 361 Holz und hatte mit dem Ausgang des Blocks nichts mehr zu tun.
Eine schwache Volle (109 Holz) von Yvonne Ruch ließ Patricia Bade ungestraft, doch konnte Doris Melo mit 125 Holz das luxemburgische Polster auf Deutschland weiter aufbauen.
Doch dann kam auch für Yvonne Ruch Bahn 5 rechts. Mit sieben Neunern am Stück schwand der Rückstand schnell und mit einer Neun im Vorletzten konnte sie (635 Holz) sich erstmalig an die Spitze setzen. Patricia Bade (631 Holz) war noch knapp hinter ihr, doch Doris Melo verwachste auf Bahn 6 mit 187 Holz und war plötzlich weit abgeschlagen auf Rang 3.
Mit 124 Holz in die Volle konnte sich Yvonne Ruch gegen Patricia Bade (119 Holz) behaupten. Es ging mit Holz 10 Vorsprung auf die Zielgerade.
Während Yvonne Ruch (831 Holz) sich in die Räumgasse nicht wirklich wehren konnte setzte Patricia Bade (826 Holz) nötigen Neuner und hatte die Bestleistung im Block vor Augen, als sie diesen mit einem Dreier Bild im 118. Wurf doch noch aus der Hand gab. Doris Melo konnte 793 Holz für Luxemburg beisteuern und Frankreich verabschiedete sich mit 727 Holz schon frühzeitig aus dem Medaillenrennen.

Im zweiten Block machte Katja Ricken von Beginn an Ernst. 124 in die Volle waren 8 Holz mehr als der Rest. Und wie ernst sie machte. Mit 241 und 117 geräumt waren nach 30 Würfen 48 Holz zwischen ihr und Jussara Bissoni (BRA). Die Zweitbeste war Luxemburgs  Mandy Parracho mit 199 Holz, die sich anschickte Brasilien zu attackieren.
In die Volle wurde dann erstmal auf die Bremse getreten. Katja Ricken zog das Tempo in die Räumgasse als erste wieder an und kam auf 213 Holz. Eine 454 Holz Halbzeit sollte selbst bei der Männerentscheidung eine Rarität bleiben. Mandy Parracho (386) konnte erneut ein paar Hölzer auf Jussara Bisoni (367) gut machen und Luxemburg wieder näher an Silber bringen.
In die dritte Volle konnte Mandy Parracho mit der Deutschen mithalten. 125 zu 124 Holz bogen sie in die Räumgasse ein. Dort entschied ein Dreier Bild der Luxemburgerin erneut für Katja Ricken. Während Mandy Parracho drei Würfe brauchte, um den Anwurf zu räumen, legte Katja Ricken vier Neuner nach und war wieder enteilt. Die letzte Bahn erfreute die luxemburgischen Fans. 238 Holz waren ein toller Abschluss und Mandy Parracho schaffte damit ein gute Ausgangssituation für die zweite Hälfte des Spiels, indem sie Jussara Bisoni 88 Holz abnahm und Luxemburg mit 55 Holz Vorsprung auf den zweiten Platz brachte.

Martine Keller (LUX) begeisterte das Heimpublikum im dritten Block. Mit 125 Holz in die Volle erbrachte sie die Bestleistung auf der Vollegasse Bahn 6. Veronika Ulrich hatte zwar nur 118 Holz vorzuweisen, blieb aber von der Leistung der Luxemburgerin unbeeindruckt und legte erstmal mit 7 Neuner in die Räumgasse los. Mit 226 Holz lag sie fortan in Führung. Martine Keller, mit 220 Holz, hielt sich aber weiter in ihrem Windschatten. Ein bisschen aus den Augen verloren die Zuschauer Rosiane Jaeger, die mir 206 Holz noch nicht abgeschüttelt war und gerne mehr als „nur“ Bronze für Brasilien möglich machen wollte.
Auf der zweiten Räumgasse blieb Veronika Ulrich der Freiwurf versagt, trotzdem konnte sie mit 193 Holz ihre Führung ausbauen. Martine Keller spielte auf Bahn 5 188 Holz und konnte sich noch ein Stückchen weiter von Brasilien absetzen.
Eine 125 Holz Vollegasse brachte ihr die nötige Lockerheit für die letzten Würfe. Mit 841 Holz brachte sie ihre Mannschaft mit 125 Holz in Führung, vor den Gastgebern aus Luxemburg und 212 Holz vor Brasilien. Martine Kellers 802 Holz brachten die Luxemburgerinnen auf Silberkurs Silber, der nach dem ersten Block schon in weiter Ferne zu liegen schien.

Im vierten Block Maike Bock keinen Zweifel aufkommen, wer der neue Weltmeister in der Disziplin Damen Mannschaft werden würde. Mit 124 Holz in die Volle hatte sie Marie-Josée Blasen (123 Holz) im Griff und bot keine Angriffsfläche für abschließende Attacken. Die Luxemburgerin kam zwar noch einmal in die Räumgasse auf, doch ihre 212 boten keinen Anlass zur Sorge. Camilla Buchmann-Immendorff (197 Holz) ergab sich auch in ihrer Rolle als Bronzemedaillengewinnerin in der Mannschaft.
Nach der nächsten Volle herrschte auch schon wieder Gleichstand zwischen Maike Bock und Marie-Josée Blasen. Doch ins Abräumen erwischte Marie-José einen Lauf und distanzierte Maike Bock erneut. 418 zu 401 Holz lautete der Halbzeitstand. Ein kleiner Achtungserfolg für die luxemburgischen Damen.
Am Ende sollte es dennoch nicht reichen. Mit vier Neunern auf der letzten Gasse setzte Maike Bock den Schlusspunkt und setzte auch im letzten Block die Bestleistung. Auch wenn sie mit dem Spielverlauf nicht 100% zufrieden war übertraf sie mit 802 auch als vierte deutsche Spielerin die 800er Grenze.

1. Deutschland 3346 Holz
2. Luxemburg 3205 Holz
3. Brasilien 3088 Holz
4. Frankreich 2969 Holz

Finale Herren Mannschaft (Bahnen 3-6)

Stephan Stenger (124 Holz) und der Brasilianer Bernardo Immendorff (125) führten das Feld an nach den ersten 15 Würfen an. Bernardo Immendorff durfte auf der ergiebigen Bahn 5 anfangen und nutzte dies zu einer in Führung mit 242 Holz, Der Abstand zu den Mitbewerbern war schon beträchtlich. Denn dahinter reihte sich Christian Marx (FRA) mit 216 Holz ein. Stephan Stenger (203) und Christopher Zels (LUX, 202 Holz) hatten schon einen gehörigen Rückstand. Bernardo Immendorff nutzte seinen Lauf und traf auch die nächste Volle mit 131 Holz. Stephan Stenger fiel trotz einer 122 Gasse auf den letzten Platz zurück, da Christopher Zels mit 125 Holz ein bisschen mehr Fallglück hatte.
Mit viel Kämpferherz schob sich Stephan Stenger (424 Holz) auf Bahn 5 wieder auf den zweiten Platz und konnte den Rückstand auf Bernardo Immendorff (451) sogar um 11 Holz verringern. Christopher Zels (424 Holz) war gleichauf mit Stenger. Christian Marx blieb durch seine Profi Neun im 29. Wurf (420) ebenfalls weiter im Rennen.
Es ging so weiter. Kämpferherz was willst du mehr? Stück für Stück kam Stephan Stenger an Bernardo Immendorff heran. Vor der letzten Gasse stand es 789 zu 763 Holz für den Brasilianer. Die Aufholjagd ging weiter. Am Ende konnte Bernardo Immendorff (879 Holz) noch 18 Holz ins Ziel retten. Stephan Stenger kam auf gute 861 Holz und setzte Deutschland auf eine aussichtsreiche Ausgangsposition. Christian Marx (FRA, 835) hielt Christopher Zels (LUX, 823), sodass sich die Gastgeber nach dem ersten Durchgang unerwartet auf dem letzten Rang wiederfanden, was zu einigen nervösen Äusserungen unter den luxemburgischen Fans führte.

Der zweite Block gönnte den Zuschauern eine kurze Verschnaufpause von der Neunerhatz der ersten 120 Würfen. Bis auf Joao Kleinkauf, waren die Leistungen in die Vollen recht bescheiden. Mit 125 Holz machte der Brasilianer 10 Holz gut auf die Konkurrenz. Bis zu den Räumgassen, dort wurden dann doch die Neuner ausgepackt. Ausser bei Joao Kleinkauf. Nach der guten Volle lief auf die Räumgasse nichts mehr. 60 Holz geräumt war nicht so viel. Neben ihm knallte Markus Gebauer nach 114 Holz in die Volle mal eben 116 Holz ins Räumen und war ganz vorne. Kevin Everard (216 Holz) sorgte dafür, dass auch Luxemburg zu Brasilien aufrückte. Frankreichs Pascal Petry hatte mit 186 Holz auch noch eine Menge Arbeit vor sich, wenn Frankreich nicht nach zwei Startern entscheidend in Rückstand geraten sollte.

Auch auf der zweiten Bahn lieferten sich Markus Gebauer (443 Holz) und Kevin Everard (449 Holz) ein Duell auf Top Niveau. Kevin profitierte auf der zweiten Bahn von der guten Räumgasse auf Bahn 5 und Gebauers verzögert einsetzender Neunerserie. Frankreich und Brasilien rangierten eher am unteren Ende der Skala bei 381 und 375 Holz.
Die dritte Bahn verlief ergebnislos in Sachen Meisterschaft. Markus Gebauer (656) und Kevin Everard (664 Holz) waren weiterhin durch zwei Blanke getrennt und auch Joao Kleinkauf (601 Holz) und Pascal Petry (593 Holz) waren dicht beieinander.
Die  letzte Volle Gasse endete schiedlich, friedlich mit 122 zu 123 Holz und auch in die Räumgasse ging es im Gleichschritte weiter. Neuner wurde nur im Duett geworfen, ebenso Achter und Siebener. Das Endresultat von 873 Holz zu 865 Holz für Luxemburg zeigte die Ausgeglichenheit der zweiten Hälfte zwischen den beiden Akteuren.


Im Duell Luxemburg gegen Deutschland läuteten Tom Hoffmann und Kai Knobel die dritte Runde ein. Auf die Volle war es eine Begegnung auf Augenhöhe 119 Holz für Tom Hoffmann und 120 Holz für Kai Knobel verlagerten den eigentlichen Schlagabtausch in die Räumgasse. Da Tom Hoffamnn (225 Holz) im Vorletzten die Neun machte zog er mit sieben Holz an Kai Knobel (218 Holz) vorbei.

Auf den anderen beiden Bahnen ging das Duell im Bronze zwischen Frankreich und Brasilien weiter. Nicolas Potier konnte mit 204 Holz lediglich ein paar Holz vom Eduardo Krauses (193 Holz) Vorsprung abzwacken.
Auf der zweiten Bahn verlor Kai Knobel weitere fünf Holz in die Volle, als er Tom Hoffmanns 130 auf Bahn 6 nicht ganz folgen konnte. Wiedergutmachung musste in die Räumgasse her. Wenn, ja wenn die 29. Würfe von Kai Knobel Neuner gewesen wären, dann hätte es auch geklappt, aber so wurde auch auf der zweiten Räumgasse eine gute Chance verpasst den Druck auf Luxemburg zu erhöhen. Kai Knobels 429 zu Tom Hoffmanns 435 ließen genügend Raum für jeden erdenklichen Spielausgang. In der Zwischenzeit halbierte Nicolas Potier den Vorsprung der Brasilianer und kam bis auf 30 Holz an den Bronzeplatz heran.
Die dritte Volle brachte dann doch noch die Führung für Kai Knobel (123 Holz). Trotz einer Fünf im letzten Wurf konnte er Tom Hoffman (110 Holz) 13 Holz abnehmen. Das Räumduell war von höchstem Niveau. Tom Hoffmann erkegelte 107 Holz gegen Kai Knobels 98 holz. Leider funktionierte der 29. Wurf erneut nicht und so blieb ein Rückstand von 2 Holz nach drei Bahnen bestehen.
Die Volle war erneut die Domäne von Kai Knobel mit 121 zu 112 Holz setzte er sich erneut an die Spitze. Dieses Mal hielt er sie auch. Beide erspielte 97 Holz auf der letzten Räumgasse. Deutschland baute damit seine Führung auf 37 Holz vor dem letzten Block aus.
Eduardo Krause holte den Rückstand auf Nicolas Potier dank einer zweite Halbzeit mit 427 Holz komplett auf und setzte sich sogar mit 808 Holz knapp vor den Franzosen, der seinen Durchgang bei 804 Holz beendete.

Einen Vorgeschmack auf das morgige Einzel Finale wurde im letzten Block der Herren Mannschaftsentscheidung geboten. Mit Steve Blasen (LUX), Michael Pinot (FRA) und André Laukmann standen drei Finalisten auf den Bahnen. Statt Bernardo Immendorff komplettierte Rogerio Arkie (BRA) das Quartett.
Deutschland lag vorne mit 37 Holz vor den Gastgebern aus Luxemburg. Diese führten mit 60 Holz vor Brasilien, diese wiederum 55 Holz vor Frankreich.

André Laukmann legte den obligatorischen fehlstart hin und begann mit 113 in die Volle. Er ließ nach 15 Würfen bereits 15 Holz auf Steve Blasen (128 Holz) liegen und sage und schreibe 19 Holz auf Rogerio Arkie (132). In der Räumgasse wurde es besser mit 210 Holz wechselte er und hatte sogar Steve Blasen (200 Holz) abgefangen, der sich auf Bahn 6 mit der Räumgasse sehr schwer tat. Von hinten drückten Rogerio Arkie (238 Holz) und Michael Pinot (225 Holz) gewaltig auf den zweiten Platz.
Luxemburg gegen Deutschland ging langsam in die entscheidende Phase. Mit 126 zu 125 Holz in die Vollen wurde sich in die Räumgasse vertagt. Steve Blasen begann vielversprechend mit zwei Neuner aber dann kamen nur noch drei Weitere. Im 29. Wurf war es eine Acht die ihn stoppte und so konnte er nur vier weitere Holz auf André Laukmann gutmachen.  Rogerio Arkie bot 218 Holz und war weiter mit der Aufholjagd (Brasilien lag 53 hinter Deutschland und 20 hinter Luxemburg zu diesem Zeitpunkt) bzw. der Verteidigung des dritten Platzes gegen Frankreich beschäftigt. Er hatte damit auch eine Menge Arbeit. Michael Pinot macht mächtig Dampf von hinten. Mit 232 Holz auf Bahn 6 und einer Halbzeit von 457 Holz wollte er sich nicht mit Blech begnügen.
Aber vorne ging es auch immer enger zu. Durch 122 Holz für André Laukmann in die dritte Volle verlor er weitere fünf Holz an Luxemburg. Nur noch 25 Holz Vorsprung.
Auf Bahn 5 konnte André Laukmann 229 Holz erkegeln, doch auch das reichte nicht, um Steve Blasen in die Schranken zu weisen. Mit 243 Holz auf Bahn 4 verkürzte er den Abstand auf 19 Holz. Der Countdown tickte...
Die Vorentscheidung fiel in die letzte Vollegasse. Steve Blasen zwei Sechser ein, sodass der Vorsprung vor den letzten 15 Würfen auf 26 Holz anwuchs. Sechs Blanke Vorsprung für André Laukmann. Nach 8-1 im ersten Anwurf setzte Steve Blasens Neuner Hagel ein und André Laukmann scheiterte anfänglich zwei Mal an dünnen 8ern. Dann setzte er die erste Neun und es folgten noch sechs Weitere. 863 standen auf dem Tota. Steve Blasen geriet entsprechend unter Druck durchblanken zu müssen. Eine 8 und eine 7 machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Er beendete seinen Durchgang mit 872 Holz und Deutschland konnten den Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen.
Ausschlaggebend hier für war unter anderem die geschlossenen Mannschaftsleistung mit Ergebnissen zwischen 861 und 868 Holz

1. Deutschland 3457 Holz
2. Luxemburg 3429 Holz
3. Brasilien 3385 Holz
4. Frankreich 3325 Holz

7. Tag: Samstag, 25. Mai 2013

Finale Damen Einzel

Für eine Startzeit um 10:00 Uhr morgens war die Halle sehr gut gefüllt und die Damen legten auch gleich gut los. Doris Melo und Yvonne Ruch kamen auf der ersten Gasse zu 120 Holz, Katja Ricken sogar auf 122 Holz. Einzig Camilla Buchmann hatte einen Stotterstart. Durch die ein oder anderen Fünf bzw. Sechs kam sie nicht über 116 Holz hinaus.
Durch die tolle Zuschauerkulisse getragen nahm Doris Melo (LUX) den Schwung mit in die Räumgasse. Drei Blanken zum Start setzte die beiden deutschen Starterinnen direkt unter Druck. Katja Ricken konnte ihr folgen, aber bei Yvonne Ruch wollten die Kegel noch nicht so. Durch einen Bauernfehler kurz vor Schluss bremste die Luxemburgerin sich selbst aus und kam daher nur auf 200 Holz.
Yvonne Ruch und Katja Ricken zeigten bereits auf der ersten Bahn, dass dieses Finale eine enge Kiste werden würde. Was Katja Ricken am Anfang der Räumgasse auf die Teamkameradin gut machte, verlor sie mit den letzten Würfen wieder. 209 Holz zu 208 Holz waren gleichbedeutend mit der Doppelführung. Camilla Buchmann-Immendorff (BRA) gelangen zwar die notwendigen Neuner, jedoch warfen einige individuelle Fehler warfen sie wieder zurück. 193 Holz bedeuteten die roter Laterne.
Nach der Volle tauschten Yvonne Ruch (121 Holz) und Katja Ricken (114 Holz) die Plätze. Doris Melo und Camilla Buchmann hielten gut mit, doch die Entscheidung würde in die Räumgassen fallen.
Hier brillierte Doris Melo erneut mit 6 Neuner zu beginn der Räumgasse, wie auf der ersten Bahn hielt Katja Ricken direkt dagegen. Und wie auf der ersten Bahn kam Yvonne Ruch auf den letzten Würfen wieder heran. Und auch wie auf der ersten Bahn streute Doris Melo einen Dreier ein. Dadurch wuchs der Sicherheitsabstand des deutschen Duos zum Bronzerang wieder etwas an. Mit 210 Holz konnte Katja Ricken mit 420 Holz in die zweite Halbzeit gehen und Yvonne Ruch lag mit 417 Holz annähernd gleichauf. Doris Melos 404 Holz wurden durch eine sehr starke Bahn 6 von Camilla Buchmann-Immendorff  (399 Holz) brachte Doris Melo in Bedrängnis. Das Augenmerk ging jetzt nicht mehr nur nach vorne, sondern der Bronzeplatz sollte verteidigt werden.
Die knifflige Volle auf Bahn 5 machte Yvonne Ruch zu schaffen. Mit 117 Holz büßte sie fast ihren gesamten Vorsprung auf Doris Melo ein, die 128 Holz auf Bahn 4 spielte. Auch Katja Ricken nutzte diese Schwächephase und erkegelte ebenfalls 128 Holz um sich ein kleines Polster zu verschaffen, dass sie auf der nächsten Räumgasse benötigen würde. Denn jetzt war Yvonne Ruch auf Bahn 5 und damit auf der ergiebigsten Räumgasse. Dieses Mal gab es keinen verspätete Start, sondern Yvonne Ruch legte vom ersten Wurf an die Neuner hin. Nach vier erfolgreichen Würfen gönnte sie sich eine kurze Atempause, um dann durchzublanken. Mit 125 Holz zeigte sie eindrucksvoll was auf dieser Gasse möglich ist. Auch keiner der Männer im anschließenden Herrenfinale konnte diese Leistung nachmachen. Da Katja Ricken etwas Pech mit einigen Totschlägern auf Bahn 6 hatte war das Finale so gut wie entschieden. Nur noch 30 Würfe und Yvonne Ruch führte mit 659 zu 629 Holz. Doris Melos 615 Holz schienen den Bronzerang zu festigen, denn Camilla Buchmann-Immendorff verlor erneut 11 Holz.
Yvonne Ruch baute mit 122 Holz das Polster noch weiter aus. Katja Ricken tat sich schwer auf der letzten Vollen. Ihre 117 Holz ließen sie noch um die Silbermedaille zittern, denn Doris Melo hatte 123 Holz auf der Anzeigetafel stehen. Nur noch 8 Holz Vorsprung auf die Luxemburgerin und diese hatte die gute Bahn 5 als Schlussbahn. Nach einem Testwurf legte Katja Ricken trat Katja Ricken die Flucht nach vorne an. Während sie fünf Blanke in Folge setzte musste Doris Melo die Hoffnung auf Silber begraben. Doch auch Yvonne Ruch wollte auf die letzte Räumgasse nicht mehr viel gelingen. Viele dünne Anwürfe aber nur eine Neun. Bei 35 Holz Rückstand würden Katja Ricken sechs Neuner genügen. Fünf bereits im Sinn. Dann passierte was eigentlich in einem Finale nicht passieren sollte. Bauernfehler. Noch drei Würfe zu absolvieren. 27 Holz fehlen zum Weltmeistertitel. Der 118. Wurf war eine Neun. Der 119. Wurf, wie so oft, eine Acht.
Doppelsieg für die deutschen Damen mit dem Happy End für Yvonne Ruch.

1. Yvonne Ruch (D) 852 Holz
2. Katja Ricken (D) 844 Holz
3. Doris Melo (LUX) 827 Holz
4. Camilla Buchmann-Immendorff (BRA) 780 Holz

Finale Herren Einzel

Steve Blasen (LUX) musste auf seiner ungeliebten Bahn 6 anfangen, die Bahn, die auch gestern seine Startbahn war, und auf er gestern erhebliche Probleme mit der Räumgasse hatte.
André Laukmann hatte sich vorgenommen auf den obligatorisch Fehlstart seiner bisherigen Einsätze zu verzichten.
Wenn das nur immer so einfach wäre. Eine Fünf von André Laukmann wirkte wie eine Vollbremsung in der Formel 1, Verunsichert und nervös beendete er die Anfangsgasse mit 116 Holz. Michael Pinot (FRA) mit 125 Holz, Bernardo Immendorff (BRA) 124 Holz und Steve Blasen mit 123 Holz zeigten was denn so gefordert war, um bei den Großen mitzureden.
In die Räumgasse lief es von jetzt auf gleich viel besser. André Laukmann begann mit drei Neunern. Dann eine geräumte dünne Sechs und das Selbstvertrauen war da. Am Ende machte er den Freiwurf und kam mit acht Blanken auf 221 Holz. Nur Michael Pinot war mit 223 Holz besser von der ersten Bahn gekommen, allerdings war er auf der sehr ergiebigen Bahn 5. Der dort verpasste Anwurf ermöglichte es André Laukmann auf Tuchfühlung zu bleiben. Steve Blasen zeigte die gleichen Probleme wie Tags zuvor in der Mannschaftsentscheidung. Mit drei Neunern kam er nur auf 204 Holz und auch für Bernardo Immendorff war nach zwei Blanken Schluss. 203 Holz waren für ihn die bisher ungewohnte letzte Position. Dominierte er das Feld in den vorangegangenen Runde doch immer von vorne.
Die nächste Volle brachte keine gravierenden Änderungen. Ins Abräumen verpasste der Deutsche die ersten vier Anwürfe. Drei Kränze im weiteren Verlauf retteten ihn auch 77 Holz, jedoch verpasste er dieses Mal den Anwurf. Bei Michael Pinot war es mit der Zurückhaltung vorbei. Auf Bahn 6 startete er die Flucht nach vorn. Sieben Neuner in die Räumgasse verhalfen ihm zu einer 446 Holz Halbzeit. Bernardo Immendorff warf neun Neuner und trat die Verfolgung mit einer 433 Holz Halbzeit an. Dann kam erst André Laukmann mit 421 Holz und Steve Blasen, der auch Bahn 3 nicht traf mit 409 Holz. Wie in der Mannschaftsdisziplin korrigierte er von dünner Acht zur dicken Acht ohne die Neuner zu finden und halten zu können.
Michael Pinot machte auf der dritten vollen seiner Verfolgern ein kleines Gastgeschenk in Form einer angeworfenen Vier. André Laukmann konnte durch seine super 129 Holz auf Bahn davon profitieren und auch Bernardo Immendorff reduzierte durch seine 126 Holz den Rückstand um 5 Pinne. In die Räumgasse von Bahn 5 versuchte André Laukmann es Yvonne Ruch gleichzutun. Ebenfalls vier Neuner zum Start, dann eine Acht und noch weitere sieben Neuner schossen ihn in Schlagdistanz zu Michael Pinot, der mit 229 Holz auf Bahn 3 eine herausragende Leistung brachte. Vor der letzten Bahn führte Michael Pinot mit 675 Holz gegen André Laukmanns 667 Holz. Bernardo Immendorff und Steve Blasen hatten sich nach 90 Würfen aus dem Titelrennen verabschiedet.
Nach fünf Würfen in die Volle war eigentlich die Vorentscheidung bereits gefallen. André Laukmann hatte katastrophale 33 Holz liegen, während Michael Pinot 44 Holz dagegen setzte. Am Ende konnte André Laukmann die elf Holz auf neun Holz reduzieren. 17 Holz auf Bahn 6 aufzuholen war doch eher utopisch.
Entsprechend selbstbewusst legte Michael Pinot mit zwei Neuner los. Der Deutsche hatte mit einer dünnen Sieben angefangen. Kam dann zu einer Neun, um wieder eine Sieben folgen zu lassen. Michael Pinot legte noch eine Blanke nach und gut wars.
Das Ding war gelaufen. Entsprechend brauchte man sich auch keine Gedanken mehr über den ersten Weltmeistertitel im Herren Einzel zu machen. Und plötzlich kann Kegeln so einfach sein. Kein Druck, einfach noch ein paar Würfe Spaß haben bei den Weltmeisterschaften. Aus dem Spaß wurde ein super Endspurt mit sieben Blanke bei den letzten zehn Anwürfen.
Der Druck lag auf einmal bei Michael Pinot. Er benötigte zwei Blanke bei den letzten fünf Anwürfen. Er löste diese Aufgabe mit Bravour bereits mit den ersten beiden Anwürfen. 11 Holz mit drei Anwürfen und er war Weltmeister. Doch der 118. Wurf war eine dünne Sechs. Mit dem 119 Wurf spielte er die Hinterdame ab und „rien ne va plus“. Der König im letzten Wurf musste leiden...
Die Bronzemedaille sicherte sich Bernardo Immendorff mit 838 Holz vor dem Titelverteidiger Steve Blasen mit 831 Holz.

Wie im Damen Einzel Finale wurde der Titel auch bei den Herren durch einen individuelle Fehler kurz vor Schluss entschieden und Deutschland hat dadurch den ersten Einzel Weltmeister seit die Weltmeisterschaften in diesem Format durchgeführt werden.

1. André Laukmann (D) 888 Holz
2. Michael Pinot (FRA) 886 Holz
3. Bernardo Immendorff (BRA) 838 Holz
4. Steve Blasen (LUX) 831 Holz

Kurios und ein kleines Trostpflaster. Die beiden Silbermedaillengewinner der Einzelentscheidungen. Katja Ricken und Michael Pinot (FRA) gewann die im Anschluss ausgetragenen Sprint Wettbewerbe und konnte sich doch noch über eine Goldmedaille freuen. Katja Ricken stellte mit 178 Holz bei 20 Würfen ausserdem noch einen neuen Weltrekord auf.

Sprint Damen

 

Sprint Herren

 

Fazit

Waren die Weltmeisterschaften der U18/U24 im letzten Jahr noch durch diverse Pannen verpatzt, konnte die Mängel im abgelaufenem Jahr beseitigt und tolle Weltmeisterschaften ausgerichtet werden. Die deutschen Sportlerinnen und Sportler hatten viel Freude an den Wettkämpfen, der reibungslosen Organisation und der einmaligen Halle mit ihrer modernen Infrastruktur. Auch wenn Luxemburg bei ihren Heim-Weltmeisterschaften ohne Titelerfolg blieb, tat dies der Stimmung in der Halle kaum einen Abbruch. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Morbach.