Donnerstag, 23. August 2012 06:42

WM U18 und U24 in Pétange (LUX)

geschrieben von  Mike Killadt

Auch am vierten Tag riss der Medaillenreigen nicht ab. Sogar in den Sprintdisziplinen konnten alle vier Titel nach Deutschland geholt werden. Der Einzeltitel bei den männlichen U24 ging jedoch nach Frankreich.

Im Gegensatz zu den letzten U18/U23 Weltmeisterschaften fanden die diesjährigen Wettkämpfe unter brasilianische Temperaturen statt. War damals in Brasilien noch Bibbern angesagt stieg das Thermometer am Eröffnungstag über 30 Grad. Die deutsche Nationalmannschaft kam mit den Witterungsbedingungen bedeutend besser zu recht als die Technik in der Halle. Internetanbindungen waren in der Halle nur sehr sporadisch verfügbar und auch die neu installierten Bahnen wollten nicht so recht die Ergebnisse anzeigen, geschweige denn beim Bahnwechsel übernehmen. Nach 15 Würfen im Paarkampf kamen teilweise die Räumbilder statt das Vollebild aufgestellt usw. usw.

Donnerstag, 23. August: 1. Tag

Vorlauf U24 Paarkampf weiblich

Wenigstens die deutsche Schiedsrichterin Cornelia Gebauer strahlte die notwendige Ruhe und Sachlichkeit aus. Ähnlich präsentierte sich das deutsche Paar. Deutschland startete mit Cathy Bertermann und Tanja Bock in den ersten Tag. Beide hatten schon WM Erfahrung gesammelt und steckten die Hektik gut weg. Auf allen Gassen standen wenigsten 70 Holz zu Buche und mit 640 distanzierten sie, die enttäuschten Brasilianerinnen (Rosiane Luiza Dias Jaeger und Barbara Letitcia Nitsche) mit fast 200 Holz.
Zumindest der deutschen Mannschaft schienen die beiden die Nervosität genommen zu haben und im weiteren Verlauf agierten die Spielerinnen und Spieler unbeeindruckt von den Tücken der Technik.
Ein weiteres 600er Ergebnis fiel noch im zweiten Block. Svenja Lambert und Kristina Krewer gewannen den Vorlauf mit 664 Holz und waren auch die einzige Paarung die auf acht Blanke in eine Räumgasse kamen. Dieses Kunststück gelang ihnen sowohl auf Bahn 1, als auch auf Bahn 3 jeweils in die linke Gasse.

Vorlauf U18 Paarkampf weiblich

Der Paarkampf Vorlauf der weiblichen U24 konnte als zusätzliche Trainingseinheit genutzt werden. Durch kurzfristige Absagen einiger Teams waren nur drei Paare am Start. Nichtsdestoweniger zeigten auch hier Hanna Siebert / Johanna Theiß und Katharina Junk / Jennifer Adams gute Leistungen. Ein paar vermeidbare Fehler im Räumen ließen bei beiden (wenn nicht sogar bei allen deutschen Paarungen) noch Spielraum nach oben. Mit 611 bzw. 593 Holz boten die Vier ein ansehnliches mannschaftsinternes Duell um den ersten Platz im Vorlauf. Hannah Siebert und Johanna Theiß setzten sich am Ende durch, doch das Finale dürfte noch spannend werden. Die brasilianische Kombination Paula Charlotte Grahl und Paloma Cristina Tasca konnten mit 454 Holz an diesem Tag nicht mithalten.

Vorlauf U18 Paarkampf männlich

Ein ähnliches Bild wie bei den weiblichen U18 zeichnete sich auch im männlichen U18 Paarkampf ab. Sowohl Björn Delles / Robin Schrecklinger, als auch Christian Prante / Robin Holler konnten auf allen Gassen wenigstens Schnitt aufweisen. Das reichte, um die Konkurrenten auf Distanz zu halten, die allesamt auf mindestens drei Gassen wenigstens einen Fehl nicht ausgleichen konnten. Entsprechend deutlich waren die Abstände. Mit 650 Holz entschieden Björn Delles und Robin Schrecklinger für sich, wenn auch durchaus knapp. 634 Holz von Christian Prante, der schwer in sein Spiel fand und einem sehr gut aufgelegten Robin Holler. Er räumte die anspruchsvollen Bilder souverän und legte schnell Blanke nach, um Christian Prante die Gelegenheit zu geben sich an die Bahnen zu gewöhnen. Das alles lässt auf einen spannenden Endlauf hoffen.
Zumal mit Frankreich (Pierre Grandgirard / Mathieu Godart) und Brasilien (Lucas Nitsche / Gabriel Avila da Silva) noch zwei unangenehme Konkurrenten warten.

Vorlauf U24 Paarkampf männlich

Bei der männlichen U24 konnte erstmals bei diesen Meisterschaften ein Konkurrent in die Phalanx der deutschen Kegler eindringen. Marcel Schneimann und Daniel Schulz konnten bereits im ersten Block mit einem erstklassigen Resultat aufwarten. 691 Holz sollten an diesem Tag im Paarkampf unangetastet bleiben. Sogar die 700 Holz waren im Bereich des möglichen. Bahn 3 links mit Schnitt geräumt und auf Bahn 2 rechts nur 61 Holz zusammengewürfelt - aber wie bereits erwähnt, bei allen deutschen Paaren war noch Luft nach oben.
Christian Junk und Mike Reihert taten sich mit den Bahnen ungleich schwerer. Entweder sie trafen eine Gasse und dann richtig oder es blieb bei Schnitt. Nur auf Bahn 4 links fanden sie ein Mittelmaß mit 85 Holz. Bahn 2 links, mit 103 Holz und Bahn 3 rechts mit 113 Holz reichten dennoch für Platz 3 mit 656 Holz. Auf allen anderen Gassen lagen zwischen 70 und 72 Holz.
Den zweiten Rang belegten Thibaut Gantet und Pascal Petry. Sie konnten sich 668 Holz anschreiben lassen, obwohl auch bei ihnen Bahn 2 rechts nicht wirklich Spaß machte. Mit 53 Holz boten sie dort das schwächste Ergebnis aller elf Paare. Umso interessanter könnte daher der Zwischenlauf werden. Mit 70 Holz wären sie schon auf Tuchfühlung zu Marcel Schneimann und Daniel Schulz gewesen.

Vorlauf U18 Team Doppel männlich

Wegen der technischen Stolpersteine und dem damit verbundenen Ausfall des Ergebnisdienstes gestalteten sich die Team Doppel zu einem Blindflug für Spieler und Betreuer. Sehr bemerkenswert, dass diese Disziplinen aus deutscher Sicht nahezu optimal liefen. Alle Teams konnten sich für die Halbfinale qualifizieren und es wird keine rein deutschen Begegnungen geben.
Ein Team Doppel besteht aus jeweils zwei Spielern die 60 Würfe auf unterschiedlichen Bahnpaare spielen. Beide Ergebnisse werden addiert und die vier besten Duos qualifizieren sich für das Halbfinale. Hier spielt Platz 1 des Vorlaufs gegen Platz 4 und Platz 2 entsprechend gegen Platz 3.
Die Sieger dieser Begegnungen werden um den Weltmeistertitel kegeln, die Verlieren treffen sich im kleinen Finale um den Bronzeträger zu ermitteln.

Bei der männlichen U18 hielten sich die deutschen Teams aus allem raus. Mit Platz 1 und 2 war ein Aufeinandertreffen in der Vorschlussrunde ausgeschlossen. Christian Prante und Dominik Werner erklügelten mit 840 Holz die Höchstleistung an diesem Tag. Selbst die U24 konnte hier nicht heranreichen.
Robin Schrecklinger und Björn Delles konnten nur an der 800 kratzen. 791 Holz, dank eines tollen Endspurts auf Bahn 3 von Björn Delles, reichten zu einem ungefährdeten zweiten Platz.

Vorlauf U24 Team Doppel männlich

Ganz so reibungslos lief es für die männliche U24 nicht. Erstmals konnten die luxemburgischen Gastgeber von ihrem Heimvorteil gebrauch machen. Mike und Christian Steffen boten Kegelsport par Excellence. Im direkten Duell verwiesen die deutsche Paarung Robert Heinichen / Daniel Hofmann auf den zweiten Platz. Mit zwei Neunern in den letzten beiden Würfen setzte sich Christian Steffen mit 815 zu 809 Holz vor die beiden Deutschen.
Bedeutend spannender wurde es für Marcel Schneimann und Christian Junk. Beide lagen vor dem letzten Block mit 783 Holz auf Rang drei. Frankreich benötigte dank Pascal Petrus 410 Holz noch 374 Holz von Thibaut Gantlet. Luxemburgs Chris Fuchs war mit 378 Holz in der Bringschuld.
Man merkte das die Nerven auch bei den Spielern angespannt waren. Beide lagen nach 30 Würfen auf Kurs Halbfinale, als sich auf den letzten beiden Gasse unerwartete Fehler einschlichen. Auf der letzten Räumgasse benötigte Thibaut Gantlet noch zwei Blanke, fing jedoch prompt mit einem Dreier an. Chris Fuchs war mit vier Blanken in Zugzwang und auch er patzte bei den ersten Anwürfen. Falls beide unter der Zahl von Junk/Schneimann bleiben sollten, käme es im Halbfinale zum deutsch-deutschen Duell. Glücklicherweise fand Thibaut Gantet bei den letzten Würfen wieder in die Spur und machte mit dem Vorletzten Wurf die erforderliche Neun, um Christian Junk und Marcel Schneimann auf den vierten Rang zu verdrängen.

Vorlauf U24 Team Doppel Mixed

Ein herausragende Leistung zeigten in dieser Disziplin Kira Schmitt und Mike Reinert.
Beide erkegelten bei ihren 60 Würfe jeweils über 400 Holz und setzten sich mit 828 unangefochten an die Spitze des Felds. Kira Schmidts 406 konnte lediglich von Daniel Neiertz (LUX), der mit Stacy Parracho den dritten Platz belegte, egalisiert werden. Abgesehen davon stellten die beiden Deutschen somit auch die beiden besten Einzelergebnisse.
Äusserst spannend ging es im Kampf um den zweiten Rang zu. Daniel Neiertz versuchte Robert Heinichen seinen 17 Holz Vorsprung abzujagen. Während der Deutsche in die Vollen beide Male die Nase vorne hatte konnte der Luxemburger sich auf seine Räumergebnisse verlassen und so musste der vorletzte Wurf die Entscheidung bringen. Mit einer Neun wäre Luxemburg auf den zweiten Platz gerutscht, doch es war nur eine Acht mit Bauer, sodass Robert Heinichen eine 7-2 reichte, um mit 758 zu 757 die Oberhand zu behalten.

U18 Paarkampf Mixed

Der Vorlauf im Paarkampf Mixed der U18 sah eine kleine Überraschung. Die französische Paarung Sarah Petry und Mathieu Godart düpierten die Konkurrenz und verbuchten der Sieg im Vorlauf für sich. An ihren 607 Holz scheiterten sowohl Johanna Theiß / Felix Janson (604 Holz), als auch Katharina Junk / Dominik Werner (594 Holz) relativ knapp. Auch das brasilianische Mixed Hellory Cindy Zwicker / Lucas Nitsche war mit 581 Holz in Reichweite. Weniger als dreißig Holz unterschied zwischen dem ersten und dem vierten Platz gab es bei diesen Meisterschaften noch nicht.

Im Finale konnten Sarah Petry / Mathieu Godart auf der ersten Bahn ihrer neu gewonnen Favoritenrolle gleich gerecht werden. Mit 157 Holz setzten sie sich sofort an die Spitze. Mit 148 (Katharina Junk / Dominik Werner) bzw. 149 Holz (Johanna Theiß / Felix Janson) war alles noch eng beieinander. Nach der dritten Gasse kam es zum Führungswechsel zwischen den Franzosen und Johanna Theiß / Felix Janson. Von da an verloren Sarah Petry / Mathieu Godart völlig ihre Linie. Es folgten vier Gassen mit maximal 54 Holz und sie wurden ans Ende des Felds durchgereicht. Parallel hierzu wurden Johanna Theiß und Felix Janson immer selbstbewusster. Holz um Holz setzten sie sich vom Feld ab erkegelten sich ungehindert ihren Weltmeistertitel.
Deutlich schwieriger wurde es für Katharina Junk und Dominik Werner. Vor der letzten Gasse lag das brasilianische Paar plötzlich nur noch ein Holz hinter den beiden. Es folgten zwei schnelle Neuner von Hellory Cindy Zwicker und Lucas Nitsche und sie waren vorbei. Die Blanke wollten bei Katharina Junk und Dominik Werner nicht fallen und so schien die Silbermedaille langsam zu entgleiten. Doch es geschah was kaum jemand für möglich hielt. Mit zwei Vierer und einem Dreier gaben die Brasilianer den zweiten Platz wieder aus den Händen und mussten sich mit Bronze trösten.
Der erste Doppelsieg für Deutschland war perfekt.

U24 Paarkampf Mixed

Nebenan kämpften die U24 ebenfalls um den Mixed Titel. Allerdings wurde die Begegnung hier etwas einseitiger geführt. Bereits im Vorlauf bildeten Luisa Wagner / Daniel Hofmann und Cathy Bertermann / Daniel Schulz die Doppelspitze. Ihre 673 Holz bzw. 649 Holz waren deutlich vor den beiden luxemburgischen Paaren Stacy Parracho / Daniel Neiertz (620 Holz) und Wendy Parracho / Chris Fuchs (618 Holz)

Das Finale folgte dann dem Vorlauf. Bereits bei Halbzeit lagen beide deutschen Teams auf eins und zwei, wenn auch mit wechselnder Reihenfolge. Die erste 60er Gasse von Cathy Bertermann / Daniel Schulz brachte Luisa Wagner / Daniel Hofmann die Führung, indem sie auf 72 Holz kamen. Ein erneuter Führungswechsel nach der dritten Bahn brachte wieder Cathy Bertermann und Daniel Schulz nach vorne, doch dann folgte die zweite 60er Gasse und die war nicht mehr zu kompensieren. Luisa Wagner und Daniel Hofmann nutzten ihre Chance. Mit 78 Holz, gefolgt von einer 87 Holz Abschlussgasse boten sie den beiden Mannschaftskollegen keine Möglichkeit den Patzer zu korrigieren. Und eine weitere Doppelsieg ging an die deutsche Mannschaft.
Im Rennen um Bronze behielt Wendy Parracho die Oberhand über ihre Schwester Stacy. Mit 558 Holz war es unerwartet deutlich. Allerdings hatten Stacy Parracho und Daniel Neiertz auch Bahn 8 mit lediglich 113 Holz zu verkraften.

Freitag, 24. August: 2. Tag

Am zweiten Tag werde ich nur von den Höhepunkten berichten, da die Wettkämpfe erst gegen 22:30 Uhr beendet waren.  

Vorlauf U18 Einzel

Eine von zwei Zitterpartien des Tages legte der frischgebackene Weltmeister Felix Janson hin. Die Vorgabe war klar. Von acht Startern würden sich die besten vier für das Finale qualifizieren. Im ersten Block kam er recht gut aus den Startlöchern. Mit 198 Holz erwischte er keinen Traumstart, war jedoch bei der Konkurrenz. Luxemburgs André Wolter und Mathieu Godart (FRA) lagen alle innerhalb von fünf Holz. Doch dann häuften sich die Unterbrechungen. Es konnten einige Würfe gemacht werden bevor wieder eine mehrminütige Pause eingelegt werden musste, weil keine Kegel oder die falschen Kegel aufgestellt wurden. Das ganze gipfelte im Zustand, dass das Spiel unterbrochen werden musste, damit die Techniker die Seilbremsen der Kegel von Hand lösen konnten und die entsprechenden Räumbilder aufgestellt wurden. Man stand kurz vor dem Einsatz von Kegeljungen… Freiwillige Schreiber waren zu diesem Zeitpunkt schon rekrutiert. Nach ca. 75 Minuten war der erste Block zu Ende gebracht worden, von Spielfluss konnte allerdings keine Rede sein. Während André Wolter (778 Holz) und Mathieu Godart (767 Holz) halbwegs ordentlich abschließen konnten, fand Felix Janson gar nicht mehr ins Spiel. 749 Holz stand auf seiner Anzeigetafel und Platz 3 bedeutete das fast sichere Ausscheiden.

Die gute Nachricht für den zweiten Block war, dass die Technik mitspielte. Christian Prante machte sich sofort daran, das rettende Ufer mit 779 Holz zu erreichen. Mit 217 Holz auf seiner Startbahn konnte er mit einer gewissen Ruhe der Dinge harren, die da noch kommen könnten. Seien es Konkurrenten oder Vollbremsungen der Technik. Aus seiner Sicht blieb alles ruhig. Mit 828 Holz beendete er seinen Durchgang als Bester und drückte Felix Janson auf den vierten Platz. Dann wurde es spannend. Yannick Scheer (LUX) benötigte vier Blanke auf seiner letzten Gasse. Die ersten drei Anwürfe waren jeweils Neuner. Einmal 7-2 und ein Dreier warfen ihn wieder zurück. Zum anderen holte Pierre Grandgirard (FRA) mächtig auf. Mit einer 161 Holz Startbahn war er eigentlich schon gestrichen, doch eine tolle Bahn 1 mit 203 Holz gab ihm die Chance mit sechs Blanken sowohl an Felix Janson, als auch an Yannick Scheer vorbeizuziehen. Und er lag immer eine Neun vor dem  
Luxemburger. Vier Würfe vor Schluss war es dann soweit. Die sechste Blanke fiel und Yannick Scheer konnte die jetzt benötigten vier Neuner nicht erkegeln mit 742 blieb er noch unter Felix Janson. Pierre Grandgirard warf im 28. Wurf seine siebte Neun und Frankreich jubelte mit einer sicheren 7-2 schob er sich an Felix Janson vorbei und stand mit 754 Holz auf dem letzten Qualifikationsplatz - dachten die Franzosen…
Wie bereits erwähnt musste im ersten Block von Hand geschrieben werden und nach dem ersten Wurf auf der letzten Räumgasse, der Techniker als Kegeljunge fungieren. Bei dieser Aktion "verschluckte" die Gesamtanzeige den ersten Wurf von Felix Janson, was dazu führte, dass zwar 749 Holz auf der Anzeige standen, aber der erste Wurf mit 7 Holz noch hinzuaddiert werden musste. Plötzlich wurden aus 749 Holz 756 Holz… gegen 754 Holz von Pierre Grandgirard - mit einer Sicherheitssieben im vorletzten Wurf… Die darauffolgenden Emotionen des jungen Franzosen erspare ich mir zu beschreiben.

Halbfinale U24 Team Doppel männlich

Die zweite Herzschlagentscheidung spielte sich erneut zwischen Frankreich und Deutschland ab. Während das erste deutsche Duo, Christian Junk und Marcel Schneimann ihr Halbfinal gegen die Luxemburger Lokalmatadore Mike und Christian Steffen mit Bravour lösten (807:738) tat sich die zweite deutsche Paarung erheblich schwerer.
Pascal Petry (FRA) zeigte erneut seine Händchen für die Bahnen in Pétange. Mit 128 Holz in die erste Vollegasse kompensierte er nicht nur Thibaut Gantlets 96 Holz, sondern sorgte auch noch für einen acht Holz Vorsprung. Werder Robert Heinichen, noch Daniel Hofmann waren in der Lage auf ihrer ersten Volle zwischen 115 und 120 Holz zu spielen. Stattdessen mussten sie sich mit 109 bzw. 110 Holz zufrieden geben. In die erste Räumgasse reichte es auch für beide nur zu Schnitt, so dass Pascal Petry mit vier Blanken nicht nur die 62 Holz seiner Partners ausglich, sondern auch noch den Vorsprung um weitere fünf Holz ausbaute. Der eigentliche K.O. kam dann in die nächste Volle. Thibaut Gantet (118 Holz) und Robert Heinichen (119 Holz) taten sich nicht weh. Aber Pascal Petry deklassierte Daniel Hofmann mit 125 zu 101! Holz.
Mit einem 36 Holz Rückstand gingen die beiden Deutschen in die letzten 15 Würfe. Pascal Petry legte mit den ersten Würfen eine Neun nach. Das schien der Wecker für Robert Heinichen und Daniel Hofmann gewesen zu sein plötzlich blinkten ihre Anzeigen. Links bei Daniel, rechts bei Robert, links, rechts, links, rechts, links rechts. Thibaut Gantlet wurde der Wurfarm schwer. Zwei Würfe durch die Mitte und nur eine Neun waren ein Schwachpunkt. Robert Heinichen hielt Pascal Petry in Schach und Daniel Hofmann trommelte seine Neuner weiter die Bahn runter. Zwei Würfe musste er noch machen. Alle anderen waren fertig. 11 Holz Rückstand. Eine Blanke musste her. Es fielen zwei… Mit 768 zu 761 Holz stieß auch das zweite deutsche Team ins Finale vor. Zurück blieben erneut arg gebeutelte Franzosen.

Finale U24 Paarkampf weiblich

Die erste Überraschung in der Tiitelvergabe passierte im Paarkampf der weiblichen U24. Auf die Frage wer den beiden deutschen Paaren Bertermann/Bock und Lambert/Krewer gefährlich werden könnte bekam man meistens die Antwort: Die Geschwister Parracho. Stacy und Wendy Parracho waren bei den einheimischen Fans als Medaillenkandidatinnen eingeplant. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Die erste Bahn war ganz nach dem Geschmack der luxemburgischen Fans Stacy und Wendy lagen mit 145 Holz vor Lambert/Krewer (142 Holz) und nur knapp hinter Bertermann Bock (159 Holz). Brasiliens Patricia Helena Cunha Bade und Beatriz Sorrentino Di Bernardi waren mit 137 Holz auf Platz vier. Auf der zweiten Bahn verpuffte der Traum von einer Luxemburgischen Medaille. Mit 131 Holz fielen die Parrachos auf den vierten Rang zurück und sollten von dort auch nicht mehr wegkommen. Gleichzeitig starteten die Brasilianerinnen ihre Aufholjagd. Bertermann/Bock konnten auf der zweiten Bahn noch dagegen halten doch auf der dritten Bahn Patzten sie. 121 Holz waren zu wenig, um nach einem Weltmeistertitel greifen zu können, denn auch auf der Abschlussbahn konnten sie die erspielten Blanken nicht ins Ziel bringen. Mit 585 Holz blieben ihnen die Silbermedaillen hinter dem neuen Weltmeister aus Brasilien. Interessant das gerade dieser Titel nach Brasilien geht. War es doch einer der beiden Titel die die Brasilianer bei ihrer Heim-WM nicht gewinnen konnten. Damals erkegelten Cathy Bertermann und Melanie Zimmer die Goldmedaille. Bronze ging an die zweite deutsche Paarung Svenja Lambert / Kristina Krewer. Bereits von der zweiten Bahn mussten sie mit 128 Holz wechseln und waren am Ende froh Bronze gegen Stacy und Wendy Parracho gesichert zu haben. Vor der letzten Räumgasse sah es noch nach Platz vier aus.

Finale U18 Paarkampf männlich

Das Paarkampf Finale der männlichen U18 war dann erneut in deutscher Hand. Christian Prante und Robin Holler legten mit 87 Holz eine tolle erste Gasse hin und setzten sich an die Spitze des Finalquartettes. Das zweite Paar tat sich da etwas schwerer. Mit zwei Dreiern zu Beginn ihres Durchgangs waren sie froh noch auf 68 Holz zu kommen.

Danach jedoch war Kegelsport vom Feinsten angesagt. Ohne einen weiteren Fehler sammelten sie ihre Blanken und lagen nach 30 Würfen fast gleichauf mit Christian Prante und Robin Holler. Auf der dritten Gasse ging der Führungswechsel von statten. Mit 99 Holz erzielten Björn Delles und Robin Schrecklinger das höchste Räumergebnisse einer 15er Serie in diesem Finale. Im Anschluss wurde das Polster kontinuierlich ausgebaut, bis acht Würfe vor Schluss die neuen Weltmeister feststanden. 664 Holz waren nicht zu toppen. Auch Christian Prante und Robin Holler knackten die 600er Marke. Bis zu den letzten Würfen mussten sie sich den attackierenden Brasilianern Lucas Nitsche und Gabriel Avila da Silva (583 Holz) erwehren, bis die Verteilung der Medaillenfarben fest stand. Zu allem Überfluss erwischte es Pierre Grandgirard, den Pechvogel des Einzelvorlaufs, auch im Paarkampf Finale. Mit 583 verpassten er mit seinem Partner Mathieu Godart Edelmetall, das ein wenig über die Einzelentscheidung hätte trösten können.

Samstag, 25. August: 3. Tag

Der Samstag war durch und durch golden. In allen Disziplinen wurden die Titel von deutschen Sportkeglerinnen und Sportkeglern gewonnen.

Finale Team Doppel weiblich U18

Die Favoritenrolle war in diesem Finale eigentlich klar verteilt. Katharina Junk und Annika Hilkmann kamen auf den Bahnen bisher besser zurecht als Hannah Siebert und Jennifer Adams. Die erste Hälfte jedoch zeigte ein sehr ausgeglichenes Bild. In die erste Volle gab zwar die amtierende Deutsche Meisterin Annika Hilkmann den Ton an, doch erst auf den letzten Würfen konnte sich das Duo ein 13 Holz Vorsprung aufbauen.

Die Räumgasse lief dann ganz anders als erwartet Jennifer Adams zeigte eine sichere Leistung ins Abräumen und Hannah Siebert sorgte mit 94 Holz dafür, dass die Führung wechselte und sie sich ein kleines Polster von drei Holz erarbeiten konnten. Die Kontrahentinnen kamen auf jeweils 80 bzw. 68 Holz auf. Damit hatte niemand gerechnet.
Auf der zweiten Hälfte drehte sich das Bild erneut. Jennifer Adams und Hannah Siebert konnte ihr Ergebnis der ersten Vollegasse zwar bestätigen aber Katharina Junk / Annika Hilkmann fanden besser in ihre Gasse. Mit 111 und 118 Holz kamen sie bis auf drei Holz heran und starteten auch in die Räumgassen gleich mit Blanken. Diesem Druck musste die jüngste im Team Tribut zollen. Egal wie Jennifer Adams sich mühte es wollte ihr nichts mehr gelingen. Annika Hilkmann nutzte die sich ihr bietende Chance und zo mit 89 Holz auf und davon und zu ihrem ersten Weltmeistertitel im Team Doppel mit Katharina Junk.

Finale Team Doppel männliche U18

Die Favoritenrolle war vor Wettkampfbeginn nicht abschließend geklärt. Waren die neuen Weltmeister im Paarkampf Robin Schrecklinger und Björn Delles auch im Team Doppel unschlagbar oder konnten sich Dominik Werner und Christian Prante mit ihrer individuellen Stärken durchsetzen?
Fakt war, dass beide Mannschaften einen Langschläfer in ihren Reihen hatten. Dominik Werner konnte sich mit den letzten Würfen auf 107 Holz retten. Für Robin Schrecklinger sah es mit 101 Holz düsterer aus. Dank Björn Delles konnte er sich dennoch über einen ein Holz Vorsprung freuen.

Auf der ersten Räumgasse tauschten dann beide die Rollen. Björn Delles blieb bei 71 Holz hängen während Robin Schrecklinger seinen 101 Holz 104 Holz folgen lassen konnte. Dominik Werner und Christian Prante hatte da leicht das Nachsehen. Mit 76 bzw. 87 Holz waren sie immer noch in Reichweite, auf der anderen Seite waren 13 Holz auf diesen Bahnen nicht ohne weiteres aufzuholen.
Die folgende Volle bot dafür dennoch eine gute Grundlage. Mit 240 Holz konnten sie den Rückstand auf 5 Holz dezimieren und die Zuschauer freuten sich auf eine spannende Abschlussgasse. Christian Prante hatte den Vorteil der ergiebigen Bahn 5 auf seiner Seite und nutzte in aus. Seinen 98 Holz konnte kein Spieler folgen. Dominik Werner steuerte solide 79 Holz bei, die auch keine Möglichkeit eröffneten viel Holz gutzumachen. Am Ende war es ein 14 Holz Vorsprung den Christian Prante und Dominik Werner ins Ziel brachten.

Finale Team Doppel weibliche U24

Cathy Bertermann und Svenja Lambert durften gegen die brasilianische Paarung Gabriela Garcez und Beatriz Sorrentino Di Bernardi antreten. Im Halbfinale setzten sich die Brasilianerinnen gegen das zweite deutsche Team mit Kira Schmitt und Luisa Wagner durch. Zudem hatte Beatriz in der letzten Saison beim KSV Wieseck die Aufstiegssaison in der Hessenliga bestritten, kennt also die europäischen Bahnverhältnisse wie keine zweite Brasilianerin.

Die beiden Deutschen waren entsprechend gewarnt.
Auf der ersten Volle gab es noch ein ausgeglichenes Bild. Brasilien lag mit 233 Holz zu 230 Holz leicht vorne. Auf der Räumgasse fiel dann die Entscheidung durch Svenja Lambert. Mit 87 Holz war sie die einzige, die über Schnitt warf und machte damit 34 Holz gut. In die Volle marschierte sie weiter. Mit 125 Holz buchte sie weitere acht Holz auf die Habenseite, während Cathy Bertermann den Durchgang absicherte indem sie Brasiliens Nr. 2 kontrollierte.
Auch auf der letzten Räumgasse ließ es sich Svenja Lambert nicht nehmen das Bestergebnis zu erkegeln. Erneute 87 Holz machten den ersten Weltmeistertitel für sie und Cathy Bertermann bei diesen Meisterschaften perfekt.

Finale Team Doppel männliche U24

Das hochklassigste Finale bekamen die Zuschauer im Team Doppel der männlichen U24 geboten. Ähnlich wie bei der männlichen U18 war es ein rein deutsches Finale. In der Favoritenrolle wurden Christian Junk und Marcel Schneimann gesehen. Nach dem Last-Minute Erfolg gegen Frankreich durfte man auch auf die Paarung Daniel Hofmann und Robert Heinichen gespannt sein und wie sich die sensationelle Aufholjagd auf ihr Selbstbewusstsein ausgewirkt hatte.

Auf den ersten 15 Würfen schenkten sich beide Teams nichts. Kaum Fehler auf gutem Niveau sorgten für ein Unentschieden. Die zweite Hälfte der ersten Bahn brachte eine kleine Vorentscheidung. Daniel Hofmann bekam die sechste Blanke nicht. Zusammen mit Robert Heinichen lief er zwölf Holz hinterher. Die nächste Vollegasse war dann wieder ausgeglichen, lediglich ein Holz konnten die beiden U24 Neulinge den Bundesligaspielern abnehmen.
Die Hoffnungen auf der letzten Gasse vier Blanke gutzumachen platzten recht schnell. Christian Junk legte erneut sechs Blanke vor und auch die vier Blanke von Marcel Schneimann ließen nicht lange auf sich warten. Insofern verpuffte jegliche Gegenwehr recht schnell und der Weltmeistertitel ging aufgrund der hervorragenden Räumgasse verdient an Christian Junk und Marcel Schneimann.

Finale Tandem weiblich U18

Das Paarkampf-Finale der weiblichen U18 war ein Spiegelbild des Vorlaufs. Da Frankreich kurzfristig zurückgezogen hatte waren nur drei Paare bei diesen Weltmeisterschaften am Start. Verdiente Weltmeister wurden Hannah Siebert und Johanna Theiß mit 610 Holz. Bis auf zwei Ausrutscher hatten sie auf jeder Gasse mindestens zwei Neuner ins Ziel gebracht. Dass die beiden es so ruhig und locker angehen lassen konnten verdankte sie einem Fehlstart von Jennifer Adams und Katharina Junk. Mit 53 und 51 Holz auf ihrer Startbahn büßten sie 55 Holz im Vergleich zu den beiden Weltmeisterinnen ein. Es hätte richtig spannend werden können, denn die restlichen Gassen spielten sie auf Augenhöhe mit Hannah Siebert und Johanna Theiß und der Rückstand betrug am Ende nur 48 Holz. Schwamm drüber, der zweite Platz war ihnen nicht zu nehmen und ein weiterer Doppelerfolg konnte in den Medaillenspiegel aufgenommen werden. Die brasilianische Paarung Paula Charlotte Grahl und Paloma Cristina Tasca kamen auf keine Bahn an 70 Holz heran. Mit 424 Holz durften sie sich mit Bronze zufrieden geben.

Finale Tandem männlich U24

Das Paarkampffinale der U24 wurde mit Spannung erwartet, versprachen das Starterfeld mit den beiden deutschen Paaren Mike Reinert / Christian Junk, Marcel Schneimann / Daniel Schulz und dem französischen Team Pascal Petry / Thibaut Gantlet ein Duell auf Augenhöhe. Komplettiert wurde das Starterfeld durch Joe Loeven und Mike Steffen, einer luxemburgische Kombination, die aufgrund des Heimvorteils nicht zu unterschätzen war.

Die Franzosen kamen am besten aus den Startlöchern mit 97 Holz legten sie vier Neuner mehr aufs Parkett als alle anderen Paare. Das relativierte sich auf der zweiten Gasse, Christian Junk und Mike Reinert konnten ihrerseits sechs Neuner auflegen und schnappten sich die Führung nach der ersten Bahn mit 266 Holz. Auch Marcel Schneimann / Christian Jung nutzten einen kleinen Lauf, um sich ebenfalls an Pascal Petry / Thibaut Gantlet vorbeizuschieben. Mit 256 Holz. Auf der zweiten bahn hatten Joe Loeven und Mike Steffen Probleme den Anschluss zu halten und mussten auf der der vierten Gasse die anderen drei Paare ziehen lassen. Zwischen den drei Führenden änderte sich nicht viel. Alle lagen innerhalb von 14 Holz beisammen. Die dritte Bahn brachte ein bisschen Bewegung in das Trio. Während Marcel Schneimann und Daniel Schulz (500 Holz) sich weiterhin ein knappes Duell mit Pascal Petry / Thibaut Gantlet lieferten konnten sich Christan Junk und Mike Reinert mit 538 Holz absetzen. Mit den Würfe 90 bis 105 Würfen konnten sich Schneimann/Schulz erstmalig von den Franzosen befreien.
Der Rückstand vor der letzten Gasse auf die Führenden wurde nebenbei auf 28 Holz reduzieren. Was danach geschah hatte kaum noch jemand für möglich gehalten. Schneimann/Schulz legten Neun auf Neun in die Räumgasse. Die Anzeigentafle während der ersten sechs Würfe war durchgängig am Blinken. Plötzlich zeigten Junk/Reinert ein Nerven. Von einer Vier durch die Mitte erholten sie sich nicht mehr. Von hinten kam ein D-Zug an und es wollte ihnen keine Neun gelingen. Nach 115 Würfen herrschte Gleichstand. Die Neuner bei Schneimann/Schulz nahmen kein Ende. Mit der einzigen 700er Zahl (706 Holz) im Paarkampf gewannen sie mit einer 117 Holz Abschlussgasse den Weltmeistertitel. Christian Junk und Mike Reinert blieb mit 685 Holz Silber. Frankreich konnte auf der letzten Bahn nicht mehr mithalten, sicherte sich jedoch Bronze (630 Holz) vor den Gastgebern aus Luxemburg.

Sonntag, 26. August: 4. Tag

Finale Team Doppel Mixed U18

Den Auftakt des letzten Tags machten die Mixed Finals im Team Doppel. Für einen spannungsreichen ersten Wettkampf sorgten Annika Hilkmann und Robin Holler. Gegen Frankreichs Sarah Petry / Mathieu Godart fiel die Entscheidung erst mit den letzten Kugeln.
Die erste Volle verlief ausgeglichen. Frankreich hatte ein Holz Vorsprung bevor es auf die Räumgasse ging. Hier legten insbesondere Annika Hilkmann einen Zwischenspurt hin. Mit 89 Holz zeichnete sie sich fast im Alleingang für den neun Holz Vorsprung verantwortlich, ehe Robin Holler in die zweite Volle mitzog und das Polster auf 19 Holz verdoppelte.
Auf den letzten 15 Würfen schien die Luft bei den beiden Deutschen dann ein wenig raus zu sein. Mehr als Schnitt war nicht mehr drin. Zum Glück konnte Sarah Petry ihre zweite Neun genauso wenig erspielen wie Mathieu Godart die Vierte und so retteten sich Annika Hilkmann und Robin Holler (767 Holz) mit fünf Holz Plus über die Ziellinie.

Finale Team Doppel Mixed U24

Ganz so spannend verlief das Team Doppel Mixed der U24 nicht. In einem rein deutschen Finale zeigte Tanja Bock den Herren der Schöpfung wo auf diesen Bahnen der Hammer hängt. Mit 131 Holz auf ihrer ersten Vollen erzielte sie das höchste Volleergebnis dieser Weltmeisterschaften. Ihr Team Partner Robert Heinichen konnte mit 123 Holz nur dicke Backe machen. Noch härter traf es ihre Konkurrenten Kira Schmitt und Mike Reinert. Mit 113 bzw. 123 Holz lagen sie nach 15 Würfen bereits mit 19 Holz hinten.
Auch in die Räumgasse ließen Tanja Bock und Robert Heinichen nicht locker. 88 und 97 Holz bedeuteten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt den Gesamtsieg, denn weder Kira Schmitt noch Mike Reinert war es vergönnt wenigstens zwei Neuner auf ihre Räumgasse durchzubringen. Niemand hatte einen Zweifel, dass der 73 Holz Vorsprung halten würde.
Auf der zweiten Vollegasse egalisierten sich die Ergebnisse ehe Kira Schmitt (106 Holz) und Mike Reinert (105 Holz) ordentlich Ergebniskosmetik betreiben konnten. Am Gesamtsieg von Tanja Bock und Robert Heinichen (846 Holz) änderte es nichts mehr.

Finale Einzel weiblich U18

Verena Kilp und Annika Hilkmann waren erneut zwei deutsche Starterinnen im Finale vertreten. Von Beginn an sahen sich die Finalistinnen mit einer gut aufgelegten Annika Hilkmann konfrontiert. Insbesondere in die Räumgassen konnte sie überzeugen. Auch die zweite deutsche Spielerin, Verena Kilp, hatte konnte sich in die Räumgassen entscheidende Vorteile erspielen, während sowohl Hellory Cindy Zwicker (BRA) als auch Sarah Petry (FRA) mindestens eine Räumgasse verpatzten.
Mit vier Bahnen zwischen 185 und 200 Holz kam Annika Hilkmann auf 772 Holz, holte sich ungefährdet ihren dritten Weltmeistertitel und avancierte damit zur erfolgreichsten Teilnehmerin dieser Meisterschaften.
Verena Kilp hatte mehr Mühe die starke Brasilianerin Cindy Hellory Zwicker auf Distanz zu halten. Die zweite Neun in ihre letzte Räumgasse brachte die Erlösung und die Silbermedaille. Über Bronze konnte sich Brasilien freuen. Sarah Petry hatte in ihre Räumgassen einen rabenschwarzen Tag erwischt. Drei Mal standen nur 60 Holz auf der Anzeigentafel was eindeutig zu wenig war für einen Podestplatz in einem Weltmeisterschaftsfinale.

 

 

 

 

Finale Einzel weiblich U24

Die U24 wollte es der U18 gleichtun. Auch in diesem Finale war Deutschland mit zwei Keglerinnen vertreten. Die Vorlaufsbeste Tanja Bock und die amtierende deutsche Meisterin Kristina Krewer traten mit Brasilien Patricia Helena Cunha Bade und der Lokalmatadorin Stacy Parracho (LUX) an, den Titel auszuspielen.

Tanja Bock gewann das Finale überlegen. Auf den ersten drei Bahnen spielte sie Bestzahl in alle sechs Gassen und war lange auf 800er Kurs bis Bahn 8 ihren Tribut forderte. Mit 773 Holz sicherte sie sich die zweite Goldmedaille an diesem Tag. Kristina Krewer (756 Holz) war in die Vollen weitestgehend gleichauf mit Tanja Bock, gab aber auf den Räumgassen immer wieder ein paar Holz ab. Vor der letzten Räumgasse hatte sich der Rückstand langsam aber sicher auf 22 Holz angesammelt. Sechs Blanke mehr auf die letzte Räumgasse waren dann letztendlich zu viel. Es wurden deren zwei und die waren auch nötig, denn von hinten machte Patricia Helena Cunha Bade Druck. Die letzten drei Anwürfe hätten drei Neuner sein müssen um wenigstens ein Unentschieden zu erreichen und durch die besseren Räumergebnisse hätten sie sich auf Silber geschoben. Doch bereits der erste Versuch scheiterte, so dass ihr mit 747 Holz die Bronzemedaille überreicht wurde.

Finale Einzel männlich U18

Schon nach der ersten Bahn war klar, dass dieses Finale eine Zweiklassengesellschaft wird. Felix Janson (168 Holz) und Mathieu Godart (FRA/179 Holz) waren nach nur 30 Würfen weit im Hintertreffen. Vorne duellierten sich André Wolter (LUX/206 Holz) und Christian Prante, der durch seine 213 Holz die Führung übernahm. Während sich in den anderen Einzelfinals die deutschen Teilnehmer auf ihre guten Räumergebnisse verlassen konnte Christian Prante durch seine konstanten Volleergebnisse überzeugen. Die entscheidenden Holz machte er mit Vollen zwischen 114 und 117 Holz gut und blieb im Räumen mit André Wolter auf einem Niveau.

Auch den letzten Angriff des Luxemburgers konterte er mit zwei Neunern und krönte sich mit 797 zu 790 Holz zum Weltmeister. Das genaue Gegenteil bot Felix Janson. Bis auf eine Volle war er froh, dass er auf 7er Schnitt kam und nach einem verkorksten Start war Kampfgeist gefragt. Gar nicht so einfach, wenn die Vollen nicht funktionieren wollen. Umso schöner, dass die Räumgassen ihm wieder besser gewogen waren. Die verlorenen Hölzer in die Vollen konnte er mit einigen Kraftakten immer wieder ausgleichen. Mit 732 Holz konnte er sich die wohl am härtesten erkämpfte Bronzemedaille umhängen lassen. Bei Mathieu Godart wollte die vierte Neun nicht fallen und so musste er sich mit 727 Holz knapp hinter Felix Janson einreihen.

Finale Einzel männlich U24

Der Höhepunkt kam zum Schluss. Mit Spannung wurde das Finale der männlichen U24 mit Marcel Schneimann (D), Pascal Petry (FRA) und Christian Junk (D) erwartet. Komplettiert wurde das Quartett durch den Belgier Damian Backes, der sich im Halbfinale mit 250 Holz auf seiner letzten Bahn vom fünften auf den zweiten Platz katapultierte.

Auf der ersten Bahn hielten sich die eigentlichen Favoriten Marcel Schneimann (200 Holz) und Pascal Petry (204 Holz) noch zurück und ließen Christian Junk (211 Holz) den Vortritt. Nach zwei Bahnen baute er seinen Vorsprung auf Marcel Schneimann sogar auf 22 Holz aus. Lediglich Pascal Petry hatte noch Tuchfühlung (421 Holz). Die nächste Vollegasse verlief zwischen Christian Junk und Pascal Petry relativ ausgeglichen, Marcel Schneimann hingegen verlor weiter an Boden und konnte sich schon fast von den ersten beiden Plätzen verabschieden. Zumindest hatte er den besten Blick auf Petrys dritte Räumgasse. Hier machte der Franzose sein Meisterstück. Während er Neun um Neun spielte verkrampfte der Rest des Feldes zusehends. Man war sich nicht sicher, ob das ständige Blinken auf einen Bahndefekt hinweisen wollte oder ob wirklich nur noch Neuner fielen. Das Ergebnis von 122 Holz bestätigte die zweite Annahme. 15 Würfe hatte es gedauert dann lagen 46 Holz zwischen ihm und Christian Junk. Der Titel war damit verdientermaßen an den sympathischen Franzosen (855 Holz) vergeben.
Christian Junk konnte auf der letzten Bahn der Rückstand noch ein wenig verkürzen und sich mit 825 Holz über Silber freuen.
Dramatischer wurde es für Marcel Schneimann. Eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zwang ihn zu einer Verletzungsbedingten Auszeit nach der es mit angezogener Handbremse weitergehen konnte. Da Damien Backes nur auf 742 Holz, konnte Marcel Schneimann die Bronzemedaille noch retten, bevor er sechs Würfe vor Schluss seinen Durchgang beendete.

Sprint weiblich U18

 

Sprint männlich U18

 

Sprint weiblich U24

 

 

Sprint männlich U24

 

Fazit

Die neue Anlage hatte einige ordentliche Aussetzer. Im Paarkampf wurde nach 15 Würfen teilweise das Räumbild, statt des Vollebilds aufgestellt. Ebenso bereitete das Aufstellen von Bildern, nachdem plötzlich im Räumen das Vollebild wiederaufgestellt Schwierigkeiten, Gesamtergebnisse wurden beim Bahnwechsel zeitweise nicht übertragen usw, usw. Ohne die Techniker vor Ort, die rund um die Uhr geschufftet haben, hätten die Meisterschaften schwerlich den zweiten Tag überstanden. Wieso sind diese Probleme nicht bei den Testläufen aufgefallen und wurden behoben?
Die Zeit bis zu den Weltmeisterschaften im nächsten Jahr könnte für den luxemburgischen Verband interessant werden.

Allem Negativen kann man bekanntlich auch etwas Positives abgewinnen. In diesem Fall waren es die Sportler und die Fans, die jede Unterbrechung gelassen wegsteckten bzw. mit ihren Trommeln, Tröten und Gesängen die Pause überbrückten wodurch diese Meisterschaften auch zu den stimmungsvollsten Titelkämpfen wurden.

Zur Eröffnungsfeier überraschte Alex Cheng Präsidenten der Ninepin Bowling Sports Association Taiwan die Delegationen mit seiner Anwesenheit und einem Willkommenspräsent.
Ein Höhepunkt aus deutscher Sicht war die Anwesenheit des DKB Präsidenten Dieter Prenzel während den gesamten Weltmeisterschaften.
Am letzten Tag gaben sich WNBA Präsiden Ludwig Kocsis und Vizepräsidentin Veronika David im Rahmen einer WNBA-Konferenz ebenfalls die Ehre, was den abschließenden Siegerehrung ein besonderes Flair verlieh.
Eine solche Ansammlung von Spitzenfuktionären gab es selbst bei den Weltmeisterschaften der Erwachsenen nur selten, wenn überhaupt.

Umso wertvoller, dass sich die deutschen Sportlerinnen und Sportler sehr erfolgreich präsentierten. Mit 18 Gold-, 14 Silber- und 7 Bronzemedaillen waren sie in der Nationenwertung mit großem Abstand vorne und machten die Titelkämpfe in Pétange zu den erfolgreichste U18/U24 Weltmeisterschaften des DSKB.