Sonntag, 27. Mai 2012 07:00

Deutsche Meisterschaften 2012 in Oberthal

geschrieben von  Mike Killadt

Der 8. Tag: Einfach nur Kegelsport zum Genießen!

 

Samstag, 26. Mai 2012: 1. Tag

Gleich am ersten Tag der diesjährigen Deutschen Meisterschaften standen die neuen/alten Mannschaftsdisziplinen der Damen und Herren an. Um den Wettkampf zu straffen, wurden die Mannschaftsstärken auf 4 Starter begrenzt. Ausserdem bestand das Starterfeld nur aus jeweils 5 Mannschaften, da die Leistungszuteilungen erst für das nächste Jahr zugewiesen werden können.

Damen Vereinsmannschaft

Bei den Damen war nach dem Erfolg der Damen des KV Mittelsaar über den KV Nordsaar die Favoritenrolle schnell vergeben. Die Vergabe der anderen beiden Medaillen waren jedoch offen.

Dank Elke Radau keimte kurzzeitig Hoffnung auf, die Medaillenvergabe doch noch durcheinander zu wirbeln. Den saarländischem Stotterstart beendete sie mit den letzten Würfen auf ihrer Startbahn 4. Mit 212 Holz schob sie sich letztendlich wieder an die Spitze. Danach gab es kein Halten mehr. 233 - 228 - 234 summierten sich auf 907 Holz auf. Über 40 Holz mehr als die zweitbeste Spielerin. Einzig Cornelia Gebauer konnte die Mittelhessinnen in diesem Block noch gut vertreten. 858 Holz gaben einen Fingerzeig in Richtung Podium. Ein paar individuelle Fehler verhinderten die 800 sowohl für Marion Boom (792 Holz), als auch für Kira Schmitt (777 Holz).
Etwas zeitversetzt, weil erst im folgenden Block startend konnten Isabella Steffes für Polch kein Vorteil daraus ziehen. Mit 782 Holz reihte sie sich im Kampf um Platz drei ein.

Mit den zweiten Starterinnen trennte sich die Spreu vom Weizen. Die Enttäuschung über die Nichtnominierung noch nicht richtig verdaute, zeigte Veronika Ulrich eine famose Leistung. Nach ihren 844 Holz hatte die Mittelsaar mindestens eine Hand am Meistertitel. Ramona Wilczek sicherte mit ihren 809 Holz den zweiten Platz für Mittelhessen ab, da Siegen mit Petra Fitz jedoch 817 Holz bieten konnte war plötzlich Siegen wieder auf Rang 3. Auch weil sich Polch und Nordhorn mit 765 bzw. 703 Holz aus der Medaillenvergabe nach dem zweiten Durchgang verabschiedeten.

Dass Siegen sich mit Bronze zufrieden geben würde hatte zumindest Jennifer Irle nicht gesagt. Nach ihren 828 Holz wurde es wieder richtig spannend im Kampf um Silber. Nicht auszudenken wenn sie das zweitbesten Räumergebnis nicht mit dem drittschlechtesten Volleergebnis gepaart hätte. Vielleicht wäre dann sogar noch Platz zwei herausgesprungen. So war es Carina Kreiling (761 Holz) möglich einen sieben Holz Vorsprung zu retten.
Trotz dieser tollen Aufholjagd wurde auch der dritte Durchgang von der KV Mittelsaar bestimmt. Susanne Bäsel machte den Titel mit 863 Holz, der zweitbesten Zahl des Wettbewerbs, so gut wie klar. Ihren 443 Holz zur Halbzeit konnte niemand mehr folgen. Mittelhessen und Siegen konnte sich auf den Kampf um Platz zwei konzentrieren.

Birgit Stauner-Bayer machte den Titel für die KV Mittelsaar mit 818 Holz perfekt.
Da Siegen vorlegen musste lag es an Petra Wörster eine möglichst hohe Hürde für Ilona Mann, die im letzten Block starten würde aufzulegen. Mit einer tollen kämpferischen Leistung in der zweiten Halbzeit legte sie 827 Holz vor. Nicht einfach zu überspielen wenn man muss, aber machbar.
Ilona Mann ließ dann auch nicht viel Zweifel aufkommen. Mit 222 Holz auf der Startbahn schien es ein Selbstläufer zu werden. Nach 211 Holz auf Bahn 3 waren dann auch die Farben der Medaillen geklärt. Am Ende kam Ilona Mann auf 849 Holz und sicherte die hessische Silbermedaille.

Herren Vereinsmannschaft

Die Verteilung der Favoritenrolle bei den Herren war noch um einiges eindeutiger als bei den Damen. Dass die KV Nordsaar sich den Titel in der eigenen Halle nehmen lassen würde, glaubte eigentlich niemand. Also ging es auch hier um den „Best of the Rest“. Mit dem KSV Riol und dem VBK Bergisch Gladbach standen zwei Teams im Finale, die auch schon in der Meisterrunde der Bundesliga mitgemischt hatten.

Wie schon bei den Damen fand auch bei den Herren der Höhepunkt des Wettbewerbs im ersten Block satt. Andre Laukmann (VBK Bergisch Gladbach) hielt die KV Nordsaar, namentlich Holger Mayer lange in Schach. Erst mit den letzten Würfen konnte sich Holger Mayer (955 Holz) doch noch durchsetzen. Andre Laukmanns 941 holz bedeuteten die Bestzahl der „Nicht-Oberthaler“. Detlef Karlstedt (891 Holz) für Salzgitter und Steffen Willig (KSG Mittelhessen / 890 Holz) gingen unberechtigterweise in den Neunerserien der beiden Erstgenannten unter. Etwas mehr Glück hatte Kai Knobel. Er warf seine 912 Holz im folgenden Block und war nicht den Neunerechos von links und rechts ausgesetzt.

Im zweiten Durchgang wurde dann der Meistertitel vergeben. Daniel Schulz übertraf mit 944 Holz ebenfalls das Resultat von Andre Laukmann. Mit über 50 Holz Vorsprung führten die Hausherren zur Halbzeit. Auf welchem Niveau gekegelt wurde zeigte die Tatsache, dass Carsten Schinke mit 854 Holz und Kai Bolte (871 Holz) die Hoffnungen auf Edelmetall begraben mussten. Marc Glöckner (893 Holz) hingegen knappste ein bisschen vom bergischen Vorsprung (Florian Grohmann / 889 Holz) ab und brachte die Rioler in eine gute Position, um in der zweiten Hälfte den Silberrang anzugreifen.

Im dritten Durchgang war erstmals ein Oberthaler unter 900. Michael Pinot tat sich anfangs schwer. 412 Holz nach 60 Würfen war entsprach nicht seinen Erwartungen. Erstklassig hingegen seine Antwort auf der zweiten Hälfte. Dank einer seiner 248 Holz Abschlussbahn kam er noch auf 885 Holz und konnte den dritten Durchgang ebenfalls zu Gunsten der Saarländer entscheiden.
Andreas Twardowski konnte mit 871 noch ein paar Akzente für Salzgitter setzen, doch sollte sich am fünften Platz der Niedersachsen nichts mehr ändern.
Die Streithähne um Platz zwei hingegen egalisierten sich. Frank Förster (VBK Bergisch Gladbach) erwerte sich mit 853 Holz den Versuchen von Riols Daniel Klilnk den Rückstand weiter zu verkürzen. Durch seine 854 Holz waren im letzten Durchgang immer noch 24 Holz aufzuholen.

Der Titel war im letzten Durchgang schnell vergeben. Daniel Schöneberger setzte mit 929 Holz dem KV Nordsaar die Krone auf. Thomas Steines machte sich für den KSV Riol an die Arbeit Holz um Holz vom Vorsprung der Bergisch Gladbacher abzuzwacken. Jörg Schröder versuchte selbiges zu verhindern. Nach zwei Bahnen war es dann passiert. Erstmals setzten sich die Rioler auf Rang zwei. Bis zum Ende blieb es spannend. Allerdings ohne dass Jörg Schröder, an Thomas Steines vorbeiziehen konnte. Zum Schluss hatten die Rheinland-Pfälzer mit sechs Holz die Nase vorne und stellte damit auch die Reihenfolge in der abgelaufenen Bundesligasaison wieder her.

Sonntag, 27. Mai 2012: 2. Tag

Damen A Vereinsmannschaft

Um 10:00 Uhr begann der Mannschaftswettbewerb, der Damen A. Nach dem gestrigen saarländischen Doppelerfolg wurde auch in dieser Entscheidung die Damen vom KV Mittelsaar hoch gehandelt.
Um von Beginn an Paroli bieten zu können schickte der Aachener SKV mit Mirjan Serrée gleich ihre Top Spielerin und amtierende internationale Deutsche Meisterin auf die Bahnen. Die Niederländerin fackelte auch nicht lange und legte von der ersten Bahn an los. Mit 424 Holz nach 60 Würfen war Herausforderung beim KV Mittelsaar angekommen. Ihr Endergebnis von 857 Holz bedeuteten die zweitbeste Zahl an diesem Tag.
Karin Breuer versuchte so gut wie möglich dagegen zu halten. Sporadisch auftretende Bauernprobleme verhinderten allerdings ein Duell auf Augenhöhe. Ihre 812 Holz reichten immer noch aus, um den KV Mittelsaar auf den dritten Platz zu stellen.
Mit Ulla Permesangs 801 Holz konnte der KSV Riol eine kleine Überraschung schaffen, als man sich nach den erster Startern auf Rang vier wieder fand.
Die zweite Hälfte des ersten Durchgangs wurde von Anja Brunnengräber (KSG Mittelhessen) bestimmt. Von Anfang an fand sie ihren Rhythmus und erkegelte beständig Ergebnisse zwischen 200 und 220 Holz. Ihre 836 Holz bedeuteten einen Start nach Maß für die Hessinnen. Für den Mitfavoriten aus Polch lief es hingegen nicht wie gewünscht. Während bei Anja Brunnengräber die Neuner ganz leicht zu fallen schienen, kam Claudia Holz in den meisten Versuchen über eine Acht nicht hinaus. Zwei Räumgassen mit 61 Holz waren zu wenig, um der Favoritenrolle gerecht zu werden. Entsprechend reichten 755 Holz auch nur für einen Platz im Pulk der Verfolger.
Ganz ähnlich erging es Sylvia Brill (Verein Herner Kegler). Ihren 774 Holz erarbeitete sie sich durch wenig Fehler in die Räumgassen, wenn auch die Neuner oftmals ausblieben.

Auch im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild zwischen dem Aachener SKV und dem KV Mittelsaar. Aachen und Mittelsaar beharkten sich mit leichten Vorteilen für Aachens Renate Schotes. Ingrid Wagner fehlte der letzte Tick an Entschlossenheit, vor allem bei den Freiwürfen. Auch hier fiel eine kleine Vorentscheidung auf der zweiten Bahn. Genau wie Mirjan Serrée konnte sich Renate Schotes durch eine 205er Bahn entscheidend absetzen. Mit 812 Holz baute erhöhte sie den Vorsprung auf den KV Mittelsaar um weitere 23 Holz.
Riol verabschiedete sich mit knappen 700 von jeglicher Medaillenspekulation und auch die KSG Mittelhessen mussten mit 720 Holz einen Dämpfer hinnehmen. Dafür kam der KSC Polch wieder in die Spur. Damen A Nationalspielerin Beate Gsodam leitet die Aufholjagd ein. Konstante Resultate zwischen 196 und 210 reichten für 818 Holz und einen Platz unter den besten Fünf in der Einzeltageswertung.
Herne hielt sich knapp dahinter. Margret Heyduk kam mit einem kleinen Durchhänger auf Bahn 1 auf 771 Holz. Die Favoriten hatten sich nach dem zweiten Block also etwas abgesetzt.

Dass an diesem Tag keine Mannschaft ungeschoren davon kommen sollte erfuhr auch die KV Mittelsaar. Maria Schröders 712 Holz kamen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, wenn es denn jemals hierfür einen günstigen Zeitpunkt gibt. Aachens Simone Billotin nutzte die Chance und machte mit 815 Holz den Titel für den WKV spruchreif. Die drittbeste Volleleistung waren der Grundstein für eine unaufgeregt erspielte Topzahl.
Im Folgeblock nutzte Rita Kasper-Kirst ebenfalls ihre Chance. Mit 868 Holz holte sie sich den Sieg in der Einzelwertung. DIe beiden Höhepunkte waren sicherlich ihre Startbahn 3 mit 231 Holz und die letzte Vollegasse mit 130 Holz. Über 100 Holz nahm sie ihren direkten Gegenspielerinnen im Block ab. Am „glimpflichsten“ kam Hernes Marion Werner mit 749 Holz davon.  Nach verhaltenem Mannschaftsstart lagen die Polcherinnen plötzlich auf Silberkurs.

Wie bei den anderen Mannschaften, so erging es auch Polch nicht besser. Der Einbruch kam im letzten Block. Während der Einspielphase musste Christa Mickisch ihren Durchgang abbrechen und Biggi Adams wurde eingewechselt. Mit 618 Holz bot sie der KV Mittelsaar und VHK Herne ihre Position zu verbessern. Diana Dausig (KV Mittelsaar) sagte artig Danke und warf mit 816 Holz die Saarländerinnen zu Silber. Spannender machte es Silke Blum für die Herner Damen. Vor allem ihre dritte Bahn (Bahn 3) hatte es ihr angetan. Mit einer Drei durch die Mitte und einer Fehlgasse kam richtig Stimmung auf. Wenn auch hauptsächlich in den eigenen Reihen. Der Dramaturgie tat es gut.
Umso bemerkenswerter die letzte Bahn, die sie mit 214 Holz absolvierte als wäre gar nichts geschehen. Mit 790 Holz nahm der Wettkampf ein bronzenes Ende für den VHK.
Die einzige Mannschaft, die keinen Schwachpunkt zeigte war der Aachener Sportkegelverein. Im Gegenteil - Sabine Hennes zauberte zum Abschluss des Wettbewerbs 852 Holz aufs Plastik und brachte damit eine rundum gelungene Vorstellung zu einem goldigen Abschluss.

Herren B Vereinsmannschaft

Wie in den bisherigen Mannschaftswettbewerben galt die saarländische Vertretung auch hier als einer der großen Favoriten. Oder könnte Rösrath mit ihrer Herren C Truppe die „Jungs“ aufmischen?

Der erste Durchgang zeigte Kegelsport vom Feinsten. Gerhard Jost machte mit 847 Holz die Ambitionen der KV Mittelsaar deutlich. Mit dem besten Vollergebnis der gesamten Konkurrenz konnte er es in die Räumgassen etwas ruhiger angehen lassen. Im gleichen Block kam nur noch Hernes Siegfried Sauk mit 812 Holz über die 800er Marke. 237 Holz waren ein Traumstart, doch dann wurden die Ergebnisse von Bahn zu Bahn geringer.
Die KV Eschweiler und die zweite Mannschaft des Kasseler Kegel Vereins waren bereits nach dem ersten Block auf einen der hinteren Plätze gebucht.
Im zweiten Durchgang sorgte der Neu-Salzgitteraner Hans-Werner Krumpe für einen Paukenschlag. Gute Vollegassen gepaart mit 425(!) Holz im Abräumen gipfelten in 906 Holz und den vorläufig ersten Platz für die Niedersachsen. Es war wohl seiner Jugend geschuldet, dass er mit 480 Holz in die zweite Halbzeit ging und bereits über 50 Holz Vorsprung auf Johannes Verhees erkegelt hatte. Bahn 7 räumte er mit 13 Neunern. Was wohl das Maß aller Dinge für diese Meisterschaften darstellen dürfte.
Johannes Verhees (831 Holz) brachte Rösrath auf den dritten Platz und in Lauerstellung.
Zwischen den weiteren Verfolger ging es unglaublich knapp zu. Hans Georg Lichte (813 Holz) brachte Kassel 1 auf den vierten Rang. Ein Holz vor den Verein Herner Kegler. Ein Holz dahinter fand sich Karl Jostock (811 Holz) mit seinen Trierern wieder.

Um einiges ruhiger wurde der zweite Durchgang angegangen. Kein 200er auf der ersten Bahn. Nur Hermann Brandstetter hielt die Hoffnung auf eine weiter 800 aufrecht. Die Räumgassen wollten nicht so recht gelingen. Maximal fünf Blanke kamen zusammen. Aber es reichte zu 807 Holz.
Trotz einer 130er Vollegasse von Eschweilers Karl Meisenberger reichte es nicht um mit den Großen mitzuhalten. Das Gleiche galt für die KKV Kassel 2 und VHK Herne. Alle drei Mannschaften gerieten immer weiter in Rücktand. In die Medaillenvergabe sollten sie nicht mehr eingreifen können.
Der zweite Teil des zweiten Durchgang zog das Tempo wieder an. Hans-Peter Bär kam mit drei Räumgassen über 90 Holz auf sehr gute 849 Holz. Damit wuchsen die Hoffnungen der Moselstädter auf Edelmetall. In seinem Windschatten knabberte Joe Hennes (SKG Rösrath) Holz um Holz vom Salzgitteraner Vorsprung ab. Seine 815 Holz halbierten den Puffer der Niedersachsen. Aber Günther Papenburg hielt seine Mannschaft vorne. Mit 778 Holz legte er ein ordentliches Ergebnis hin.  

Im dritten Durchgang fiel die Vorentscheidung in Sachen Titelvergabe. Jeannot Peter brachte Mittelsaar mit 229 auf seiner Startbahn in Position um aus dem Bronzerang noch mehr zu machen. Und da ihm die rechten Räumgassen an diesem Tag lagen legte er auf Bahn 5 221 Holz nach. Linke Räumgassen waren nicht so sein Fall, trotzdem kamen sehr starke 864 Holz zusammen. Damit brachte er Salzgitter, Trier und Rösrath das Zittern bei. Die Aufgabe für den zweiten Block des dritten Durchgangs war gestellt.
Salzgitter und Trier hatte den Fehdehandschuh der KV Mittelsaar (zumindest kurzfristig) aufgenommen. Johann Marintschak legte mit 220 Holz auf der Startbahn los und auch Karl Daus (205 Holz) wollte sich und seine Trierer nicht wehrlos dem saarländischen Ansturm ergeben.
Am Ende war der Rückstand von Salzgitter mit 16 Holz überschaubar und Johann Marintschak war mit seinen 818 Holz sichtlich zufrieden. Trier hielt sich ebenfalls achtbar. Karl Daus konnte mit 792 Holz Platz 3 erobern. Rösrath wechselte nach 60 Würfen aus. Heinz Fischer kam für Gerd Kohlhoff eingewechselt und schraubt das gemeinsame Resultat noch auf 751 Holz. Damit war Rösrath dennoch erstmal aus den Medaillenrängen raus.

Das Finale war bereitet. Günther Heib musste vorlegen und tat wie ihm aufgetragen. Mit 854 Holz setzte er den Endspurt der KV Mittelsaar nahtlos fort. Damit war der Titel eigentlich schon vor dem letzten Block vergeben.
Für einen Herner Achtungserfolg sorgte Reinhold Hahn. Er eroberte mit 885 Holz den zweiten Platz in der Einzelwertung und brachte Herne noch vom siebten auf den sechsten Platz nach vorne mit lediglich fünf Holz Rückstand auf Kassel 1.
Im letzten Block ging es eigentlich nur noch um die Verteilung der Silber- und Bronzemedaille. Rösrath schickte mit Manfred Selge seinen besten Spieler ins Rennen. Holz um Holz holte er auf und profitierte von einem Trierer Wechsel. Nach 60 Würfen schied Hubert Schmitz aus und übergab an Peter Fritzen. Der hielt den Rösrather bis acht Würfe vor Schluss auf Distanz, doch dann kam es zum Gleichstand. Mit den letzten acht Würfen legte Manfred Selge sechs Neuner aufs Parkett und ließ das Rösrather Bronze nicht mehr los. Vorbei an enttäuschten Trierern. Um auch noch Salzgitter zu schnappen fehlten ihm 35 Holz, denn Harald Kochs 779 Holz reichten vollkommen aus, um Niedersachsen in Silber erstrahlen zu lassen.

Montag, 28. Mai 2012: 3. Tag

Herren A Vereinsmannschaft

Als letzte Mannschaftsdisziplin stand noch die Herren A Vereinsmannschaft auf dem Programm. Mit Münstermaifeld war der Meister der letzten drei Jahre wieder dabei und auch in der Favoritenrolle, neben der KV Nordsaar und dem KSV Riol.
Riols Martin Hoffmann unterstrich mit einem gelungenen Start und 869 Holz auch gleich die Ambitionen der Rioler. Nur Bahn 8 mit einer 79 Holz Räume stach nach unten heraus.
Nordhorn schickte mit Joachim Brügge ihren Besten ins Rennen. Er machte sein Sache sehr gut. Der Garant seiner 855 Holz waren vornehmlich die Räumleistung. Mit vier bis sechs Blanken pro Räumgasse konnte er den fehlenden 120er-Schnitt in die Vollen verschmerzen.
Engelbert Poth brachten den letztjährigen Dritten vom SKV Trier ebenfalls sehr gut in den Wettbewerb. Mit einer ähnlichen Taktik wie Joachim Brügge fielen 851 Holz zusammen. Die Vollegassen liefen noch bescheidener, dafür das Abräumen etwas besser.
Rösrath musste nach Adolf Puchers 802 Holz bereits im ersten Durchgang abreissen lassen.
Die Nachleger hatten also eine Aufgabe vorgelegt bekommen. Während die KSG Hinterland und der Verein Herner Kegler sich mit 786 Holz bzw. 747 Holz auf den hintersten Rängen wiederfanden, konnten die Gastgeber mit Klaus Benoist ordentlich Hölzer sammeln. Im Gegensatz zu Joachim Brügge und Engelbert Poth beherrschte er die Vollen wie kein zweiter im Teilnehmerfeld, aber das Räumen offenbarte ein paar Schwächen. Trotzdem erklomm er für die KV Nordsaar den dritten Platz.
Den ersten Rang besetzte der Titelverteidiger aus Münstermaifeld mit Gerd Köhls 872 Holz. Bahn 6 lief mit 202 Holz schleppend an, doch dann kam er immer besser ins Spiel und steigerte sich bis zur letzten Bahn auf 228 Holz.

Im zweiten Durchgang spaltete sich das Teilnehmerfeld in zwei Gruppen.
Die KV Nordsaar wollte mit Hilbert Wagner die Flucht nach vorne antreten. Mit einem tollen Durchgang, den er mit 236 Holz auf Bahn 5 startete kam er auf 909 Holz, den ersten und einzigen 900er in diesem Wettbewerb. Ihm wollte Horst Mickisch als ehemaliger Oberthaler nicht nachstehen. Durch ein paar verpasste Anwürfe scheiterte er (895 Holz) knapp an Hilbert Wagner Resultat brachte aber Riol auf Augenhöhe mit den Gastgebern. Etwas mehr ließen die SKV Trier und die SK Münstermaifeld Federn. Werner Damble spielte zwar sehr ordentlich 850 Holz, doch mehr als Platz vier war zur Halbzeit nicht drin. Zumal bei ihm ebenfalls einige Schwächen in die Vollen zu Tage traten, seine Räumgassen waren wie bei Engelbert Poth vom Feinsten.
Münstermaifeld rutschte vom ersten auf den dritten Platz. Rainer Stoffels büßte mit 203 Holz auf Bah 5 viel Boden ein. Trotz drei weiterer guten Bahnen war sein Durchgang bei 868 Holz beendet.
SKG Rösrath, GSK Nordhorn, Verein Herner Kegler und die KSG Hinterland mussten aufstecken. Keines der Teams konnte an die 800 heranreichen.

Im dritten Durchgang erwischte es dann auch die KSV Riol. Martin Schmitt kämpfte mit den Bahnen und konnte ein Abrutschen seiner Mannschaft auf Rang drei nicht verhindern. 748 Holz reichten nur, um den Lokalrivalen von der SKV Trier knapp in die Schranken zu weisen. Der schöne Vorsprung war jedoch hin. André Brink knöpfte ihm 51 Holz ab und Trier witterte Morgenluft. Nur noch 12 Holz Rückstand auf Bronze vor dem letzten Starter.
Im Duell um den Titel kam in der Halle Stimmung auf. Heinz-Josef Sens (KV Nordsaar) musste eine 24 Holz Vorsprung gegen Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) verteidigen. Wer glaubte es würde eine Vorentscheidung fallen, sah sich schwer getäuscht. Der Münstermaifelder hatte schon den Herren B Einzel Vorlauf in den Beinen und tat sich schwer ins Spiel zu finden. Heinz-Josef Sens machte es dem Verfolger schwer, um jedes Holz wurde erbittert gekämpf. Keiner von beiden kam in eine Neunerserie. Maximal konnte Alfred Mitscher zwei Blanke in die Räumgassen aufholen und auch in die Vollen wehrte sich Heinz-Josef, lautstark unterstützt durch die heimischen Fans, verbissen. Im 129 Wurf gelang Alfred Mitscher eine Neun, parallel dazu verursachte Sens einen Dreier und Münstermaifeld lag mit acht Holz vor dem abschließenden Durchgang in Front.   

Die letzten Starter wirbelten dann noch einiges durcheinander. Der SKV Trier setzte auf Manfred Göbel und das war eine ausgezeichnete Entscheidung. Bereits anch der ersten Bahn hatte er den Rückstand gegenüber den KSV Riol in einen Vorsprung gewandelt. Besonders die rechten Räumgassen schienen ihm zu liegen. Zwei Mal 105 Holz waren die Grundlage für seine 854 Holz. Rudy Toepp brachte 776 Holz ins Ziel. Enttäuschte Gesichter bei Riol - zunächst.
Für die Starter der zweiten Hälfte war die Zielvorgabe klar. Münstermaifelds Matthias Schneider musste acht Holz Vorsprung gegen die KV Nordsaar verteidigen und mindestens 772 Holz erkegeln, um die Trierer zu überspielen. Die KV Nordsaar benötigte 714 Holz, um die Bronzemedaille in der eigenen Halle zu behalten.
Acht Würfen dauerte es bis die KV Nordsaar geschockt wurde. Marko Grimm hatte in diesen acht Würfen bereits zwei Nullwürfe eingestreut, danach wurde gehandelt. Hans Werner Thull wurde eingewechselt und konnte Matthias Schneider nach kurzzeitigem Aufbäumen nicht halten. Zwei Räumgassen mit 60 Holz und die Bürde der beiden Fehlwürfe wogen zu schwer als dass die 714 Holz noch machbar waren. Mit 702 Holz fielen die Gastgeber auf den vierten Platz zurück.
Wer glaubte der Wettbewerb war entschieden wurde eines Besseren belehrt. Matthias Schneider kam nicht in den Wettkampf. Viele Siebener, wenige Blanke. So quälte er sich über die Bahnen. Mit den letzten drei Würfen benötigte er noch 15 Holz, um die dritte Titelverteidigung perfekt zu machen. Ein Raunen ging durch die Halle als er eine dünne Sechs anwarf. Kurze Pause. Bauer und Hinterdame fielen. Erneut eine kurze Pause und eine Sieben bescherten den Titel.

Herren B Einzel Vorlauf

Der erste Block in der Herren B Konkurrenz wartete gleich mit einem der Favoriten auf. Vincenzo Condello musste bereits um 9:00 Uhr auf die Bahnen und wurde scheinbar noch mitten in seines Tiefschlafphase erwischt. Wenn die Äuglein vor dem Start noch nicht richtig geöffnet waren, waren sie nach den 180 Holz auf seiner Startbahn (Bahn 2) vor Schrecken geweitet. Zur Halbzeit immerhin 400 Holz, bevor dann der dringend benötigte Endspurt einsetzte. Seine 225 Holz auf Bahn 4 und die die 223 Holz auf Bahn 1 mit Räumrekord (107 Holz) auf den letzten 15 Würfen brachten ihm 848 Holz und nach vier Stunden Zittern den achten Platz.
Dass Condello die Knackzahl vorgelegt hatte, war auch den folgenden Blöcken bewusst. Man hatte den Eindruck jeder wollte die 848 Holz überspielen und war sich damit sicher in den Zwischenlauf einziehen zu können.

Im zweiten Block schaffte diese Hürde Helmut Jaske vom VES Lingen. Eine 133 Holz Vollegasse zum Auftakt brachte noch nicht die notwendige Sicherheit. Dafür funktionierte auch bei ihm der Endspurt vorzüglich. Mit jeweils acht Blanken auf den letzten beiden Räumgasse kam er auf 861/6 Holz. Im gleichen Block konnte Reinhold Hahn (Verein Herner Kegler) seine tolle Leistung aus dem Mannschaftswettbewerb bestätigen. Ohne große Schwankungen kegelte er beständig zwischen 207 und 219 Holz. Die Neun im Vorletzten hievte ihn mit 852 Holz über die aufgelegte Norm.

Die Zwischenlaufteilnahmen im dritten und der vierten Block waren dünn gesät. Dafür aber um so eindrucksvoller. Werner Schmedt (Tecklenburger SK) mühte sich auf der ersten Hälfte redlich. Erst auf der dritten Räumgasse platzte der Knoten und erlegte 117 Holz auf Bahn 3 rechts. Von da an war Kegeln einfach. 229 Holz auf Bahn resultierten in 894/3 Holz und zwei folgende Blöcke, die er sich in aller Seelenruhe anschauen konnte.
Der zweite Qualifikant war Eckhard Kopp von der KV Lage. Ähnlich wie Reinhold Hahn bot er einen Durchgang auf beständig hohem Niveau. Seine 868/4 Holz waren der verdiente Lohn.
Der letzte Block bot Kegelsport vom Feinsten. Hans-Werner Kranz zelebrierte in gewohnter Weise seinen Durchgang und brachte begeisterte sogar die neutralen Zuschauer. Sehr gute Vollegassen mit drei Räumgassen mit sechs Plus reichten für 863/5 Holz und ein mit Spannung erwartetes Wiedersehen im Zwischenlauf.

Ein Duell der internationalen Spitzenklasse boten Jeannot Peter (KV Mittelsaar) und Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld). Jeannot legte mit 237 Holz auf Bahn 2 fantastisch los. Weder in die Volle noch ins Räumen wurden seine Gassenergebnisse an diesem Tag übertroffen. Doch er wurde von Bahn zu Bahn immer ein bisschen schwächer. Dies nutzte Ali Mitscher durch eine unglaubliche Konstanz aus. Drei Bahnen mit 220 bis 228 Holz und einen Überflieger mit 238 brachten im 911/1 Holz und den Tagessieg ein. Jeannot Peter kam auf nicht minder beeindruckende 899/2 Holz. Die Zuschauer dürfen sich auf ein weiteres direktes Duell im Zwischenlauf freuen.

Damen B Einzel Vorlauf

Im Vorlauf der Damen B ging es äußerst knapp zu. Ein Beleg dafür war Christel Meiners (KV Gütersloh-Rheda) Ergebnis von 752 Holz im ersten Block. Es reichte für Platz sechs. Im selben Block spielte auch ihre Vereinskameradin Renate Rickert. Ihre 748 Holz genügten nur noch für Platz 10.

Langezeit tat sich auch Rosina Thater (Bochumer KV) schwer, erst die letzte Bahn brachte die Erlösung. Mit 220 Holz krönte sie sich nicht nur mit dem ersten Platz im Vorlauf, sondern auch mit dem höchsten Ergebnis einer 30er-Serie. Im gleichen Block qualifizierte sich auch Brigitte Hollinger (779 Holz) von der BKV Warndt. Sie war neben Rosina eine der wenigen Teilnehmerinnen, die alle Räumgasse mit mindestens 70 Holz erkegelten. Beide werden sich im zweiten Block des Halbfinals wiedersehen.

Der dritte Block hielt ein Herzschlagfinale bereit. Den Italienern schien an diesem Tag der Endspurt zu liegen. Nach Vincenzo Condello, Rosina Thater schaffte auch Anna Röhrig den Sprung ins Finale mit der letzte Bahn. 123 Holz waren die beste Volle auf Bahn 1. Die war auch nötig, denn im Endresultat konnte sie sich 750/7 anschreiben lassen. Direkt neben ihr lag Freud und Leid im wahrsten Sinne des Wortes dicht beieinander. Sybille Scheuch (KSV Baunatal) konnte mit 749 Holz das letzte Ticket für die nächste Runde erspielen. Renate Schwarz (KV Untere Saar) hingegen platzierte sich mit 748 nur auf dem undankbaren neunten Platz.

Im vierten Block konnte sich nur die Titelverteidigerin Maria Schmedt (BSV Ostbevern) für den Zwischenlauf empfehlen. Auch sie machte es spannend. 59 Holz auf Bahn 1 rechts bauten einen Spannungsbogen auf, der zumindest die Zuschauer erfreute. Ihre 755/5 Holz geben ihre eine weitere Chance unter den besten Acht.

Im letzte Block konnten dann noch zwei hervorragende Ergebnisse bejubelt werden. Rita Sauerwald (SKC BW Haiger) kam nach zwei überragenden Räumgassen mit 89 bzw 95 Holz auf 779/3 Holz. Einzig ein kleine Schwäche auf Bahn 2 war zu bemängeln. Mit Platz zwei im Vorlauf qualifizierte sich Renate Schotes (Aachener SKV / 786 Holz) ebenfalls. 51 Holz auf Bahn 1 rechts waren verantwortlich, dass es in diesem Wettbewerb kein 800er Resultat gab.

Dienstag, 29. Mai 2012: 4. Tag

Damen A Einzel Vorlauf

Die Damen A durften den Anfang des Einzel Tags auf den Bahnen 1-4 machen. Es sollte sich ein an Dramatik kaum zu überbietender Vorlauf abspielen. Verantwortlich hierfür zeigte sich Sabine Hennes (Aachener SKV). Ihren Mannschaftsauftritt hatte sie noch mit Bravour bestritten. Im Einzel auf den gleichen Bahnen kam sie gar nicht in Tritt. Die Räumgasse auf Bahn hatte nur 59 Holz für sie übrig. Eine gehörige Energieleistung folgte in der zweiten Halbzeit, um noch auf 800 Holz zu kommen. Von der lockeren Vorstellung in der Mannschaft keine Spur mehr. Nach vier Stunden Nervenanspannung stand es fest, Platz 8. Wie die Orgelpfeifen reihten sich die Starterinnen im Abstand von einem Holz unter ihrer Zahl ein. Zwischen 801 und 792 Holz tümmelten sich acht(!) Spielerinnen.
Birgit Sowinski den Wuppertaler SK konnte sich die Nervenschlacht ganz entspannt anschauen. Ihre 832/3 Holz waren schon recht früh über jeden Zweifel erhaben. 119 Holz im Schnitt in die Vollen, auf Bahn 3 und 4 jeweils sechs Blanke durchgebracht und sich sonst keine Blöße gegeben. Fertig war ein souveräner Durchgang.

Mit dem frühen Start hatte auch Sylvia Cornelius (Wuppetrtaler SK) ihre Problem. Auf Bahn 3 gab es nur 187 Holz. Doch dann folgten drei Bahnen, die an Konstanz nicht zu überbieten war. 121-89-119-88-119-88 waren ausreichend, um mit 811/6 Holz schon vor dem letzten Block ins Halbfinale einzuziehen.

Mülheims Marion Henkel trieb im dritten Block die Spannung auf die Spitze. 378 Holz zum Halbzeitwechsel waren dünn, besser gesagt sehr dünn. Aber aufgeben gilt nicht und so schaffte sie die Wende auf Bahn 3 mit einer 104 Holz Räumgasse. 15 Würfe reichen normalerweise nicht aus, um eine verkorkste Halbzeit auszugleichen, daher kamen in den letzten drei Würfen noch drei Neuner hinzu. Mit 801/7 Holz musste sie zwar genauso lange zittern wie Sabine Hennes, aber am Ende zählte nur das Weiterkommen.
Rita Kasper-Kirst vom KSC Polch (840/2) machte es weniger spannend. Ein guter Start in den Wettkampf machte das Leben leichter. Sie konnte ihren Wettkampf mit 213 Holz auf Bahn 1 beginnen und sich damit locker in den Zwischenlauf kegeln. Ein kleines Hadern mit Bahn 3 (193 Holz), das war es aber auch schon.

Im letzten Block kam es dann zum Herzschlagfinale, um den letzten freien Platz im Zwischenlauf. Polchs zweite Starterin Beate Gsodam (830/4) tat sich nur auf Bahn 2 etwas schwer. 191 Holz waren jedoch schnell ausgebügelt, denn ss folgten drei Bahnen zwischen 209 und 219 Holz.
Noch beeindruckender bewältigte Mirjan Serrée (Aachener SKV) die gestellte Aufgabe. Bahn 1 mit 221 Holz und Bahn 2 mit 232 Holz waren das Beste was an diesem Tag bei den Damen A geboten wurde. Lange sah es sogar so aus, als ob die 900er Marke fallen könnte, doch auch ihre 879/1 Holz begeisterten die Zuschauer.

Herren C Einzel Vorlauf

Ganz unüblich für diesen Tag schieden alle Teilnehmer des ersten Blocks aus. 785 Holz von Otto Düsterhöft stellten keine Hürde für die späteren Finalteilnehmer dar.
Der Erster, der den Schritt ins Finale tätigte war Johannes Verhees (SKG Rösrath). Seine 490 Holz in die Vollen wurde von keinem Starter übertroffen. Dank vier bis fünf Blanken in jede Räumgasse war ihm auch dort kaum beizukommen.
Die Gegenteilige Taktik brachte Günter Papenburg die Teilnahme am Finale ein. Ein Räumschnitt von über 90 Holz war in dieser Altersklasse einsame spitze. Lange sah es so aus, dass er die Führung übernehmen könnte. Doch seine 649 Holz nach drei Bahnen konnte er (noch) nicht vergolden. Bahn 7 kam ihm mit 175 Holz dazwischen. Lange musste er mit seinen 824/4 Holz nicht zittern. Im letzten Block wurde schnell klar, dass nur zwei Spieler in übertreffen könnten.
Einer war der „Jungspund“ unter den Herren C. Manfred Selge folgte seinem Mannschaftskameraden Johannes Verhees ins Finalquartett. In der letzten Räumgasse auf Bahn 7 warf er sieben Blanke und sicherte sich 839/1 Holz.
Vervollständigt wird der Endlauf durch Altmeister Karl Jostock vom SKV Trier. Bahn 7 schien den beiden alten Herren gut zu liegen. Auch Karl Jostock konnte mit 107 Holz hier das beste Räumergebnis seines Durchgang erkegeln. Lediglich auf der letztzen Bahn schien ihm ein bischen die Luft auszugehen, war es doch die einzige Bahn, die er unter 200 Holz beendete.

Herren A Einzel Vorlauf

Mit Spannung wurde der Vorlauf der Herren A erwartet. Die Gastgeber freuten sich auf die Auftritte von den Oberthalern Hilbert Wagner und Klaus Benoist. Die Bühne wurde allerdings von zwei anderen Akteuren bereitet.
Wie bei den Damen A wurde auch bei den Herren A im ersten Block die Messlatte gelegt, wenn auch auf vermeintlich höherem Niveau. Ingo Mandelik vom KKV Kassel zeigte wohin  die Ergebnisse reichen, wenn man einen Lauf bekommt. Mit 901/3 Holz erkegelte er die erste 900 auf den Bahnen 1-4 auf diesen Meisterschaften. Seine letzte Bahn begeisterte die Zuschauer. 126 Holz in die Vollen folgten 125 Holz ins Abräumen. Mit 251 Holz lässt es sich leben.
Das dachte sich wohl auch Alfred Niebergall der KSV Weierbach. Nach drei Bahnen eigentlich schon so gut wie ausgeschieden. 618 Holz machten nicht viel Hoffnung auf ein Weiterkommen. Dann kam Bahn 2. An seine 128 Holz in die Vollegasse kamen noch einige weitere Spieler heran, an seine 126 Holz ins Abräumen niemand. Mit 872/8 Holz war er die Messlatte, die es zu überqueren galt.

Dann betrat Hilbert Wagner (KV Nordsaar) die Bahnen. Die Erwartungen waren hoch, doch auf der ersten Bahn sah es noch nicht nach einem einfachen Durchmarsch durch den Vorlauf aus. Mit 216 Holz blieb er hinter den Erwartungen zurück. Auf den nächsten 90 Würfen drehte er auf. Mit einem Schnitt von 128 Holz in die Vollen und 106 Holz ins Räumen kegelte er in einer eigenen Liga. 920 Holz waren in der Endabrechnung der zweite Platz.

Der ehemalige Oberthaler Horst Mickisch (KSV Riol) zeigte im dritten Block, dass er die Bahnen noch nicht verlernt hat. Mit 883 Holz schaffte auch er den Sprung unter die letzten Acht. Sehr stark seine Bahn 3, die er mit 248 Holz, davon 125 Holz ins Abräumen, absolvierte. Danach schien die Luft raus zu sein. Seine Abschlussbahn war mit 198 Holz noch ausbaufähig.

Im vierten Block folgten mit Klaus Benoist der zweite aktuelle Oberthaler Spieler. In der Mannschaft war er mit seiner Leistung nicht zufrieden. Auf seiner „echten“ Heimbahn waren die ersten 60 Würfe noch von ein paar Unsicherheiten geprägt. In der Saison hatte er schon paar höhere Halbzeiten als die heutige 433. In der zweiten Hälfte fand er dann endlich wieder auf die Ideallinien. 246 und 245 Holz war der höchste Endspurt und das ohne Anwurf auf der letzten Bahn, sonst hätte die 500 fallen können. Dennoch, seine 924/1 Holz sollten auch nicht mehr übertroffen werden.

Für den letzten Block war klar, mit 873 Holz war man auf jeden Fall für das Halbfinale qualifiziert. Keinen Zweifel an sein Weiterkommen ließ Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) aufkommen. Bahn 3 mit 238 Holz, Bahn 4 mit 240 Holz und die Vorrunde war überstanden. Die 900 verpasste er auf der letzte Räumgasse, als nur noch drei Neuner fallen wollten. 998 Holz reichten für Rang 4 und einen Platz im letzten Block des Zwischenlaufs.
Die Räumgassen mit fünf bis neun Blanken gespielt, in alle Vollen gute 120 Holz erkegelt, so einfach lautete das Rezept von Ingo Wagner (KV Mittelsaar). Seine 892/5 Holz zeigten, dass man keine Ausreißer nach oben benötigt, wenn man konstant auf gutem Niveau spielt.
Spannender machte es Michael E. Schmidt von der KSG Mittelhessen. Auf der letzten Bahn brauchte er 112 Holz, um die Vorgabe von 873 Holz zu erfüllen. Zum Glück war er auf Bahn 4 und fand vom ersten Wurf an die Spur. 11 Blanke brachte er ins Ziel, kam damit auf 876/7 Holz und vervollständigte das Oktett.

Damen C Einzel Vorlauf

Es war wohl der Tag der ersten Blocks. Wie in den vorherigen Disziplinen legten auch die Spielerinnen des ersten Block die Qualifikationszahl fest. Als Dauergast im Damen C Finale konnte Christel Schiffer (KV Essen) auch in diesem Jahr den Sprung unter die letzten Vier schaffen. Wie bei den anderen Endlaufteilnehmerinnen legte sie die Basis für das Weiterkommen mit ihren Vollengassen. Mit den Räumgassen haperte es bei ersten drei Versuch. Vier Neuner in der letzten Gasse machten die 705/3 Holz perfekt und kamen zum richtigen Zeitpunkt. Mit den letzten 15 Würfen überholte sie Ulrike Sahm (PTSV Dillenburg). Diese kam noch auf 689/4 Holz und holte sich den letzten Platz im Finale. Ihr fehlte der Ausreißer nach oben, dafür hatte sie die Konstanz auf ihrer Seite. Alle Bahnen beendete sie zwischen 167 und 178 Holz.
Im zweiten Blocktrauten die Zuschauer ihren Augen kaum. Maria Huchtkemper (KV Gütersloh-Rheda) spielte wie entfesselt. Jeweils vier Blanke auf die ersten beiden ersten Räumgassen, sieben Neuner auf Bahn 7 in die Räume und durchgängig gute Resultate in die Vollen. Nach drei Bahnen standen unglaubliche 606 Holz auf dem Totalisator. Leider hatte sie mit Bahn 8 ein paar Probleme, dennoch standen 774 Holz auf dem Ergebniszettel. Das Resultat hätte auch für die Qualifikation zum Damen B Finale gereicht.
Der zweite Dauergast im Damen C Finale, Monika Schultze (VBK Bielefeld), musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Auf den ersten drei Vollegassen war sie die Bestzahlen der Damen C Konkurrenz. Aber in die Räumgassen gab sie diesen Vorteil wieder aus der Hand. Wir dürfen uns auf ein spannendes Finale freuen.

Damen B Einzel Zwischenlauf

Der Zwischenlauf der Damen B machte Appetit auf das Finale. Maria Schmedt (BSV Ostbevern) machte die erste 800 der Disziplin perfekt. Verhalten startete sie auf Bahn 5. 182 Holz ließen noch nicht erahnen, wohin die Reise gehen sollte. Erst auf Bahn 6 startete sie durch. In die Vollen etwas über Achter Schnitt und 90 Holz im Schnitt ins Abräumen, daraus machte sie 814/2 Holz in der Gesamtabrechnung. Nur Anna Röhrig (Bochumer KV) konnte drei Bahnen mithalten. Auf der Letzten musste sie dann abreißen lassen. Es reichte aber immer noch zu 775/3 Holz. Hauptsächlich verlor sie Hölzer in die Vollen, im Räumen war sie nie weit hinter Maria Schmedt. Eine neue Chance wird sie im Endlauf bekommen. Während des zweiten Blocks war es schnell abzusehen, dass höchstens Renate Schotes (Aachener SKV) ihre Zahl überbieten könnte. Die Aachenerin war in die Vollen nicht so stark wie ihre WKV Kollegin, das konnte sie in die Räumgassen kompensieren. Am Ende waren beide holzgleich. Durch mehr geräumte 11 Holz hatte Renate Schotes das bessere Ende für sich. Man darf auf das Duell im Finale gespannt sein.
Auch die vierte Teilnehmerin des Endlaufs kommt aus dem WKV. Rosina Thater (Bochumer KV) hatte die besten Nerven im letzten Block. Brigitte Hollinger (BKV Warndt / 746) konnte sie auf der letzten Gasse abfangen und ihren Vorsprung auf Rita Seewald (SKC BW Haiger / 744) knapp verteidige, so dass 752 Holz reichten. Zweimal Italien gegen zweimal Deutschland. Wenn das keine Einstimmung auf die bevorstehende Fußball EM ist...

Mittwoch, 30. Mai 2012: 5. Tag

Damen A Einzel Zwischenlauf

Die Damen A machten den Anfang am 5. Tag der Deutschen Meisterschaften. Im ersten Block schenkten sich Sylvia Cornelius (Wuppertaler SK) und Marion Henkel (SKG Mülheim) nichts. Marion kam etwas besser aus den Startlöchern. 212 Holz zu 209 Holz versprachen ein Duell auf Augenhöhe. Die Differenz in den einzelnen Gassen lag bei maximal sechs Holz. In die Vollen hatte Marion Henkel ein paar Vorteile, in die Räumgassen war Sylvia Cornelius leicht vorne, wobei drei Gassen mit der gleichen Anzahl an Blanken gekegelt wurde. Marion war aggressiver in ihren Anwürfen und verpasste dadurch den ein oder anderen König. Ausschlaggebend für den Sylvias knappen Erfolg war die zweite Räumgasse als sie sich den Freiwurf sicherte und Marion auf nur zwei Neuner kam. Mit 818 Holz behielt sie die Oberhand gegenüber 811 Holz.
Die Keglerinnen des zweiten Blocks kannten also die Aufgabe. Rita Kasper-Kirst (KSC Polch) und Mirjan Serrée (Aachener SKV) spielten von beginn an frei auf und boten den Zuschauern tollen Kegelsport. Rita setzte sich von auf jeder Bahn etwas weiter von Mirjan ab. Diese konnte auf der letzten Räumgasse zwar noch eine Aufholjagd starten, doch Rita Kasper-Kirst setzte sich mit 867 Holz zu 861 Holz durch.
Keine Augen für den Kampf um die Spitzenposition im Zwischenlauf hatte Beate Gsodam. Für sie war die 811 Holz von Marion Henkel nicht so einfach zu überbieten. Bereits auf der zweiten Bahn konnte sie sich mit 213 Holz in eine gute Position, doch der vorletzte Wurf musste die Entscheidung bringen. Eine Neun fürs Finale war nötig, und sie fiel langsam, aber sie fiel. Mit 816 Holz hatte sie den letzten Platz des Finals inne.

Herren B Einzel Zwischenlauf

Der Herren B Zwischenlauf wird als einer der Besten in die Annalen eingehen. Im ersten Block fielen zwei Hammerzahlen von Reinhold Hahn (Verein Herner Kegler) und Vincenzo Condello (KV Gelsenkirchen). Die Vollen waren ausschlaggebend für den Erfolg des Italieners. Insgesamt verlor Reinhold Hahn 22 Holz auf die 60 Würfe in die Vollen, die man gegen Vincenzo Condello kaum aufholen kann. Spannend wurde es dann doch noch auf den letzten 15 Würfen. Reinhold Hahn warf auf Bahn 6 Neun um Neun und Vincenzo kam auf Bahn 7 nicht in Fahrt. Mit 79 Holz gab er 36 Holz ab und konnte sich mit 882 Holz ins Ziel retten. Bei Reinhold Hahn blinkten 875 Holz auf der Anzeigetafel. Eigentlich eine komfortable Position, um die letzten Vier Starter abzuwarten. In diesem Fall war es nur noch drei Bewerbe, da Eckhard Kopp seinen Start nicht wahrnehmen konnte.
Alle drei zeigten sensationellen Kegelsport. Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) zeigte mit einem Schnitt von über 125 Holz in die Vollen. Die ersten drei Räumgassen warf er im Schnitt mit 101 Holz. Erst auf der letzten Gasse nahm er sich eine kleine Auszeit mit 79 Holz. Die 884 Holz qualifizierte er sich als Zweiter für den Endlauf. Noch deutlicher erfüllte Jeannot Peter (KV Mittelsaar) die Aufgabe. Er konnte es sich sogar leisten seine letzte Bahn mit 181 Holz zu beenden und dennoch mit 897 Holz den Zwischenlauf zu gewinnen. Auf Bahn 7 und Bahn 8 stand die Klingel nicht mehr still. 495 Holz waren ein nettes 60 Wurf Ergebnis für Herren B.
Alles andere als leicht fühlte sich der Zwischenlauf für Werner Schmedt an. Zwei linke Gassen wurden ihm fast zum Verhängnis. Bahn 8 räumte er mit 87 Holz und direkt im Anschluss wollten ihm auf Bahn 5 nur 111 Holz gelingen. Eine Energie Leistung auf Bahn 6 war notwendig. 229 Holz waren aufgerufen, um die Zahl von Reinhold Hahn zu übertreffen. Nach der Volle war klar, dass mindestens 8 Neuner bzw. 106 Holz nötig sein würden. Innerhalb der ersten zehn Würfe war diese Aufgabe erledigt, inklusive eines Kranzes. Also noch mindestens eine weitere Neun oder eine Acht im letzten Wurf. Dünne 7, dünne 7 und im letzten Wurf dann die erlösende Neun und 877 Holz.
875 Holz von Reinhold Hahn waren zu wenig, um in das Herren B Finale einzuziehen!

Herren A Einzel Zwischenlauf

Noch dramatischer wurde der Zwischenlauf der Herren A. Auch hier legte der erste Block zwei bärenstarke Ergebnisse vor. Horst Mickisch (KSV Riol) fühlt sich immer noch wohl auf den Bahnen in Oberthal. Er steigerte sich im Verlauf seines Durchgangs von Räumgasse zu Räumgasse um jeweils zwei Blanke. Gestartet mit 87 Holz, dann 99, 108 und 116 Holz zum Abschluss sicherten ihm den Gewinn des Blocks. Kopf an Kopf mit ihm bewältigte Ingo Wagner den Durchgang. Immer mit ein paar Holz in Führung musste er sich dem Rioler erst in die letzte Räumgasse beugen. Er legte zwar 105 Holz auf Bahn 8 hin. Gegen der oben beschriebene Endspurt von Horst Mickisch reichte es nicht aus. Mit 888 Holz war auch bei ihm die Hoffnung, dass es für den Endlauf reichen könnte.
Der zweite Block war mit zwei Oberthalern, Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) und Ingo Mandelik (KKV Kassel) besetzt.
Ingo Mandelik verabschiedete sich auf seiner Startbahn mit 179 von seinen Finalträumen. Klaus Benoist (KV Oberthal / 921) und Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld / 926) hingegen lagen voll auf Finalkurs.
Die Qualifikation verdankten beide ihren überragenden Räumergebnissen. Rainer Stoffels sicherte sich den ersten Startplatz, weil er dreimal 10 Blanke räumte und Klaus Benoist einmal nur „neun“ Neuner bieten konnte.
Ingo Wagners Bruder Hilbert (KV Nordsaar) kam nicht so gut in den Wettkampf. 208 Holz auf Bahn 6 waren weit unter Durchschnitt. Auf seine Vollegassen konnte er sich im Anschluss verlassen. 128 bis 131 Holz waren eigentlich eine gute Voraussetzung die anstehende Aufholjagd erfolgreich zu absolvieren. Doch die Neuner in den Räumgassen wollte nicht wie gewohnt fallen. Auf Bahn 5 benötigte er acht Blanke. Doch bereits drei Würfe vor Schluss hatte er die Chance konnte er nur noch auf 99 Holz kommen, was einen Gleichstand zwischen den Brüdern bedeuten würde. Bei den letzten Würfe fielen die Neuner endlich wieder. Allerdings wurden ihm seine guten Vollegassen zum Verhängnis. Ingo Wagner hatte 22 Holz mehr geräumt und nimmt den vierten Startplatz im Finale ein.

Donnerstag, 31. Mai 2012: 6. Tag

Mixed Zwischenlauf

Der Mixed Zwischenlauf war der erste Durchgang in dem sich die ersten Vier des Vorlaufs auch für den Endlauf qualifizieren konnten. Im ersten Block fielen 693 Holz von Claudia Jaster und Christian Bach (SKV Trier) als Höchstzahl. Beide profitierten von einem Dreier der Mittelsaar Paarung Angela Ball / Thomas Benzkirch (691 Holz), der ihnen den Anwurf kostete.
Diese Hürde war zu niedrig für die besten Vier des Vorlaufs. Holger und Bianca Mayer schnappten sich mit 762/1 Holz den ersten Platz und stellten die Reihenfolge gegenüber Elke Radau-Lambert / Holger Philippi (729/2) aus ihrer Sicht wieder richtig. Mayer / Mayer waren auch das einzige Paar, das zwei 200er Bahnen erkegeln konnten.
Durch drei beständige Bahnen mit 186 Holz konnten Kristina Krewer und Daniel Schulz auch 151 Holz auf Bahn 5 verschmerzen. Mit viermal 186 Holz wäre es Platz 2 geworden, so war es der dritte Rang.
Veronika Ulrich und Kevin Everard mussten bis zu den letzten Kugeln zittern. Ein gerutschter Kranz brachte die Erlösung und zwei Sicherheitsneuner konnten beide noch drauflegen, so dass sie mit 703 Holz ebenfalls die 700 Holz Marke übertreffen konnte.

Herren C Einzel Endlauf

Auf der erster Bahn war Manfred Selge (SKG Rösrath) bereits vor der Konkurrenz, als er sich mit einem Dreier im 28 Wurf den Anwurf versemmelte. Dadurch stolperte er von der Führungsposition ans Ende des Felds. Drei sehr gute Gassen in Folge brachte ihn zwar wieder an die Spitze aber Johannes Verhees (SKG Rösrath) blieb ihm immer auf den Fersen.
Günter Papenburg (SKV Slzgitter) und Karl Jostock (SKV Trier) waren spätestens nach der dritte Vollegasse nur noch mit ihrem Duell um Platz drei beschäftigt. Bis zur letzten Räumgasse hatte Günter Papenburg immer eine knappe Führung, doch dann zeigte Karl Jostock (807/3) seine Konditionellen Fähigkeiten. Sechs Blanke konnte Günter Papenburg (799/4) nicht kontern und so blieb ihm nur die DSKB-Medaille.
Im Rennen um den titel ging es ähnlich spannend zu. Manfred Selge war nie mehr als 16 Holz vor Johannes Verhees. In die Vollen taten sich beide nicht viel. In die Räumgassen konnte Johannes Verhees in diesem Duchgang seine Vorteile Ausspielen und so kam es zum Gleichstand zwischen beiden vor der letzten Räumgasse. Wie Karl Jostock legte auch Johannes Verhees sechs Blanke zum Finale auf den Kunststoff und auch hier konnte der Konkurrent nicht folgen. Mit 843 Holz zu 831 Holz durfte sich Johannes Verhees zum Titel gratulieren lassen.

Damen C Einzel Endlauf

Der Endlauf der Damen C versprach einiges an Spannung. Maria Huchtkemper (KV Gütersloh-Rheda / 731 Holz) hatte im Vorlauf lange Zeit auf 800er Kurs gelegen, bevor sie von der letzten Räumgasse eingebremst wurde. Im Endlauf startete sie wieder mit 203 Holz, lag dieses Mal allerdings nur vier bzw. fünf Holz vor Monika Schultze (VBK Bielefeld) und Christel Schiffer (KV Essen). Mit der zweiten Bahn musste sie ihre Titelambitionen auf das nächste Jahr verschieben. Die 180 Holz Volle war in Ordnung, aber ihre 53 Holz Räumgasse nutzte beide Verfolgerinnen mit zwei Neunern in die Räumgasse aus und waren enteilt.
Ulrike Sahm (PTSV Dillenburg) lag zu diesem Zeitpunkt bereits über 40 Holz hinter dem Spitzenduo und hatte mit der Edelmetallvergabe nichts mehr zu tun.
Auf der zweiten Hälfte entbrannte zwischen Monika Schultze und Christel Schiffer ein spannendes Titelrennen. Danke einer 122er Volle konnte Monika Schultze auf der dritten Bahn die Führung erstmals übernehmen. In die Räumgasse baute sie ihren Vorsprung auf 12 Holz aus und auch auf der letzten Vollegassen packte sie mit 113 Holz zwei weitere Holz oben drauf. Die abschließende Räumgasse sollte turbulent werden.
Monika Schultze startete mit einer dicken Fünf und benötige zwei weitere Würfe zum Abräumen des Bilds. Christel Schiffer legte mit den ersten vier Anwürfen drei Neuner hin und lag nach fünf Würfen im Räumen vorne. Dann legte Monika Schultze drei Neuner in Serie hin. Christel Schiffer konterte mit zwei weiteren Blanken. Danach war die Luft raus. Monika Schultze warf noch eine Neun, aber die notwendige sechste Blanke fiel für Christel Schiffer nicht mehr. Mit 763 Holz nahm sie die Silbermedaille entgegen. Monika Schultze verteidigte ihren Titel aus Kassel mit 769 Holz.

Damen B Einzel Endlauf

Deutschland gegen Italien hieß es im Endlauf der Damen B.MIt Maria Schmedt (BSV Ostbevern) stand die Titelverteidigerin und mit Renate Schotes (Aachener SKV) ihre Vorgängerin im Endlauf. Dazu gesellten sich die italienischen Nationalspielerinnen Rosina Thater und Anna Röhrig (beide Bochumer KV). Italien ging frühzeitig in Führung. Anna Röhring und Rosina Thater starteten mit 205 bzw. 203 Holz. Renate Schotes blieb mit 201 Holz auf Tuchfühlung. Maria Schmedt hingegen verlor schon zehn Holz in die Vollen und musste die drei Konkurrentinnen mit zwei Neunern in Abräumen ziehen lassen.
In die nächste Vollegasse passierte nicht viel. Maria Schmedt stabilisierte ihre Würfe. Im Abräumen lief es erneut nicht wie erhofft und sie verlor weiter an Boden. Renate Schote machte sich auf in Richtung Deutsche Meisterschaft.103 Holz in die Räumgasse verschafften ihre einen komfortablen 23 Holz Vorsprung, den sie im weiteren Verlauf kontinuierlich ausbaute. Selbst schlechte Anwürfe räumte sie mit Bravour und gab den Konkurrentinnen so gut wie keine Möglichkeiten ihren Vorsprung entscheidend zu verringern.
Rosina Tather hielt sich mit zwwei bis vier Blanken pro Räumgasse schadlos. Sicherte ihren Platz nach unten ab, konnte aber nach obern nicht angreifen. Somit gehörte ihr die Silbermedaille.
Drei Gassen vor Schluss lag Anna Röhrig 33 Holz vor der Titelverteidigerin. 11 Holz gingen in die anstehende Räumgasse flöten, ein weiteres Holz folgte in die Vollen. 21 Holz waren zu verwalten. Anna Röhrig legte in die letzte Räumgasse zwei Blanke hin und musste mit ansehen wie Maria Schmedt zu einem fulminanten Endspurt mit acht Blanken ansetzte. Mit 782 zu 775 Holz ging damit der dritte Platz nach Ostbevern.

Damen A Einzel Endlauf

Nach dem Zwischenlauf konzentrierten sich alle auf das Duell Mirjan Serrée (Aachener SKV) gegen Rita Kasper-Kirst (KSC Polch). Niemand merkte, dass sich Beate Gsodam (KSC Polch) während der ersten 30 Würfe in Position brachte. Sylvia Cornelius (Wuppertaler SK) hingegen musste ihrer verhaltenen Volle (111 Holz) hinterherlaufen.
Aber auch Mirjan Serrée tat sich in die Vollen schwer, immer wieder gab sie ein paar Holz an die Konkurrentinnen ab. Im Abräumen jedoch gab es kein halten mehr. Im schnitt räumte sie 100 Holz. Auf Bahn 8 folgte auf 115 Holz in die Volle, 116 Holz im Abräumen. Nach dieser Bahn gab es kein Halten mehr. Mit 880 Holz heisst die alte und neue internationale Deutsche Meisterin Mirjan Serrée.
Die drei deutschen Spielerinnen waren im Wettstreit um den Titel des Deutschen Meisters weiterhin auf Tuchfühlung. Nach drei Bahnen hatte Sylvia Cornelius die erste Vollegasse kompensiert und sowohl Beate Gsodam als auch Rita Kasper-Kirst überholt. Auf der letzten Bahn konnte Sylvia Cornelius die besser Räumgasse auf Bahn 6 für sich nutzen und mit 836 Holz den Titel des Deutschen Meisters einfahren. Zwischen Beate Gsodam und Rita Kasper-Kirst spitze sich der Wettlauf um Bronze zu. Mit dem 128 Wurf waren beide holzgleich. Rita Kasper-Kirst legte eine Neun vor, Beate Gsodam eine Neun nach. Danach folgte jeweils eine Sieben. Nach der Auswertung der Räumergebnisse stand fest, dass Beate Gsodam die Bronzemedaille mit einem um 12 Holz besseren Räumergebnis gewonnen hatte.

Herren B Einzel Endlauf

Die Titelvergabe bei den Herren B war sehr eindeutig. Alfred Mitscher (SK Münstermaifeld) startete mit drei Bahnen über 230 Holz und lag vor der letzten Räumgasse mit über 40 Holz in Führung. Eine 80 Holz Räumgasse reichte ihm zum souveränen Titelgewinn mit 897 Holz.
Um die Plätze zwei und drei war es spannender. Vincenzo Condello (KV gelsenkirchen) und Werner Schmedt (Tecklenburger SK) lieferten sich in der ersten Hälfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei Vincenzo meistens knapp vorne lag. Jeannot Peter (KV Mittelsaar) war stets um Anschluss bemüht, hatte aber mit seinen schwächeren Räumgassen zu kämpfen. Das änderte sich auf der dritten Räumgasse Mit 117 Holz auf Bahn 3 zog er an Condello und Schmedt vorbei. Danach brachte er die Silbermedaille zur KV Mittelsaar.
Bronze war weiterhin noch zu vergeben. Bis zur letzten Gasse lag Vincenzo Condello vorne. Wie schon im Zwischenlauf konnte sich Werner Schmedt auf seine Nervenstärke verlassen. Condello warf nur zwei Blanke, Schmedt hingegen vier. Damit war der drei Holz Rückstand aufgeholt und nach Bronze für Ehefrau Maria wurde auch Werner Schmedt mit der Bronzemedaille geehrt.

Herren A Einzel Endlauf

Den bis dato besten Wettbewerb lieferten die Herrn A in ihrem Endlauf. Mit Klaus Benoist stand erneut ein Oberthaler im Finale. Im Zwischenlauf noch von Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) auf Platz zwei verwiesen, wollte er mit seinen Fans im Rücken einen Platz nach oben klettern. Von Beginn an machte er Druck und seine Konkurrenten hatten Mühe mit ihm mitzuhalten. Mit 229 Holz wechselte er auf die zweite Bahn. Horst Mickisch (KSV Riol) war gleichauf und Rainer Stoffels zwei Holz zurück. Ingo Wagner (KV Mittelsaar) kam auf 213 Holz und musste sich Sputen, um bei diesem Tempo noch Edelmetall für sich zu beanspruchen. Auf der zweiten Bahn setzte sich Klaus Benoist vorentscheidend ab. Seiner 117 Holz ins Abräumen konnte niemand mitgehen. Alle drei Konkurrenten mussten nach sieben Blanken passen. Horst Mickisch verlor auf der dritten Bahn seinen Lauf. 204 Holz waren bei der Qualität des Starterfelds der Abschied von Titel und Vize-Meisterschaft. Rainer Stoffels hingegen kam noch mal etwas auf und lag vor den letzten 15 Würfen acht Holz hinter Klaus Benoist. Doch er startete die letzte Räumgasse mit drei Siebenern, um anschließend 9 Blanke zu spielen und mit 918 Holz seinen Durchgang zu beenden. Zu wenig um Klaus Benoist (927 Holz) noch zu gefährden, der ebenfalls auf neun Blanke kam.
Auf der letzten Räumgasse warf Horst Mickisch (907 Holz) 13 Neuner und sicherte sich damit den Bronzerang vor Ingo Wagner (860 Holz).

Herren-Paarkampf Zwischenlauf

Mit Spannung wurde der Herren Paarkampf Zwischenlauf auf den Bahnen 1-4 erwartet. Viele Zuschauer hofften auf hohe Ergebnisse auf den Heimbahnen der KF Oberthal.
Die Hoffnungen sollten nicht enttäuscht werden. Doch war es im ersten Block die Bergisch Gladbacher Paarung Andre Laukmann und Florian Grohmann, die mit großem Kegelsport die Halle am frühen Morgen in Schwung brachte. Auf der Startbahn 2 wurden 239 Holz auf die Anzeige gezaubert. Damit war der erste Block so gut wie gelaufen. Thomas Benzkirch und Holger Philippi (KV Mittelsaar / 758 Holz) waren als zweitbestes Paar fast 50 Holz im Hintertreffen. Grohmann und Laukmann konnten das Niveau nicht ganz halten. Es wurde trotzdem auf jeder Bahn über 200 Holz gespielt und ein neuer Deutscher Rekord mit 869 Holz.
Für den zweiten Block war also klar, dass das Ergebnis von Benzkirch / Philippi übertroffen werden musste, und das schlechteste Paar ausscheiden wird. Unfassbar locker gingen Holger Mayer und Daniel Schöneberger an die Aufgabe. Mit 233 starteten sie auf Bahn 1 und konnten die Leistungen auf den anderen Bahnen bestätigen. Bahn 4 war die einzige Gasse unter 220(!) Holz. Sie verpassten den Freiwurf und damit auch die magische 900 Holz Grenze. Mit 898 Holz und insgesamt 82 Blanken hatten sie nicht nur den Zwischenlauf gewonnen sonder auch der eben erspielte neue Deutschen Rekord weiter in die Höhe geschraubt.
Den dritten Platz belegten Christian Junk und Mike Reinert von den SK Eifelland Gilzem. Einzig Bahn 3 wollte mit 174 Holz nicht ganz nach Wunsch laufen, die restlichen Bahnen waren auch bei ihnen jenseits der 200er Grenze.
Das Finale komplettierte die zweite Paarung der KV Nordsaar. Markus Gebauer und Jürgen Wagner hatten etwas mehr Mühe als ihre Vereinskollegen. Ernsthaft in Gefahr auszuscheiden gerieten sie nie. Auf Bahn 1 und Bahn 3 kamen jeweils 180 Holz zusammen. Auf den Bahnen 2 und 4 reihten sie sich nahtlos in den 200er Reigen ein und zogen mit 774 Holz die Linien zwischen Weiterkommen und Ausscheiden.

Herren-Paarkampf Endlauf

Das Finale auf den bahnen 5-8 wurde zu einem Oberthaler Vereinsmeisterschaft. Holger Mayer und Daniel Schöneberger gaben sich tatsächlich eine Blöße auf Bahn 7. 198 Holz war das einzige Ergebnis der beiden an diesem Tag mit weniger als 200 Holz. Den Sieg vor Augen boten sie mit 230 Holz auf ihrer Abschlussgasse Kegelsport der Weltklasse. Mit 845 Holz krönten sie ihre erfolgreiche Titelverteidigung.
Markus Gebauer und Jürgen Wagner komplettierten den Erfolg der KV Nordsaar durch eine sehr gute zweite Halbzeit und 780 Holz. Auf den Mittelbahnen konnten sie dank 411 Holz die notwendigen Hölzer auf Florian Grohmann und Andre Laukmann (767 Holz) aufholen bzw. gut machen. Bahn 8 lag den beiden Bergisch Gladbachern am wenigsten. Ihre 179 Holz leiteten die Wende zu Gunsten von Gebauer / Wagner ein, die parallel mit 196 Holz kontern konnten.
Ebenfalls sehr beachtliche 744 Holz boten Christian Junk und Mike Reinert im Finale. Ihnen fehlte die 200er Bahn, die die anderen Paare hatten, dann wäre es im Rennen um Platz drei sicherlich um einiges spannender geworden.

Damen-Paarkampf Zwischenlauf

Der Zwischenlauf im Paarkampf der Damen verlief nach einem ähnlichen Muster, wie der der Herren, nur auf niedrigerem Niveau.
Im ersten Block konnten Petra Fritz und Petra Wörster (ESV Siegen) einen Überraschungscoup landen. Ihre 705/4 Holz waren der erste Platz und mit Bianca Mayer / Kerstin Hens (KV Nordsaar / 692/5 Holz) konnten zwei Favoritinnen auf den Titel bezwungen werden. Im Gegensatz zu Siegen, die mit Bahnergebnissen zwischen 171 und 182 Holz das konstanteste Paar im Zwischenlauf waren, mussten Bianca Mayer und Kerstin Hens auf Bahn 5 mit 157 Holz einen Rückschlag hinnehmen, der den Siegenerinnen den entscheidenden Vorteil verschaffte.
Veronika Ulrich und Elke Radau (KV Mittelsaar) konnten sich auf ihre ersten beiden Startbahnen verlassen. 383 Holz zur Halbzeit deuteten auf eine klare und sichere Qualifikation fürs Finale hin. Gegen Ende wurde der Puffer immer weniger und erst als die notwendige zweite Neun auf der letzten Gasse gefallen war kam die Lockerheit zurück und es ging mit 718/2 Holz in den Endlauf.
Durch einen Endspurt von 213 Holz auf Bahn 6 ergatterten sich ihre Mannschaftskolleginen Susanne Bäsel und Birgit Stauner-Bayer den besten Qualifikationsplatz. Eigentlich lagen sie die ganze Zeit unter dem notwendigen 700er Schnitt. Glücklich, wer sich auf seine Nerven und Bahn 6 in Oberthal verlassen kann.
Den verbleibenden Platz belegten Tanja Bock und Sarah Komoß (707/3) vom RSV Remscheid. Auch diese Beiden mussten sich bis zu den letzten Würfen strecken. Mindesten zwei Blanke waren notwendig damit die Vorgabe aus Block eins überspielt werden konnte. Es wurden vier Blanke und Platz drei für das Finale.

Damen-Paarkampf Endlauf

Nach der ersten Bahn roch es nach einer Überraschung. Beide Paarungen des KV Mittelsaar verpatzten ihren Start. Susanne Bäsel und Birgit Stauner Bayer legten mit 155 Holz los. Veronika Ulrich und Elke Radau-Lambert gar nur mit 154 Holz. Die beiden WKV Paare waren von Anfang an hellwach. Tanja Bock und Sarah Komoß waren mit 189 Holz auf Bahn 3 vorne weg. Petra Fritz und Petra Wörster folgten mit leichten Abstand und 175 Holz.
Auf der nächsten Bahn wurde der Abstand noch größer. Beide Mittelsaar Teams lagen wieder bei etwas über 150 Holz. Sowohl Bock / Komoß (168 Holz)  Fritz / Wörster punktete weiter. Es schien auf ein WKV Duell um den Titel hinauszulaufen.
Die dritte Bahn stellte dann den Wettbewerb auf den Kopf. Bäsel / Stauner-Bayer trafen Bahn 3 mit 210 Holz und Veronika Ulrich / Elke Radau-Lambert fanden mit 177 Holz ebenfalls aus ihrem Tief. Gleichzeit fanden sich die WKVler im 160er Bereich wieder. Plötzlich lagen Tanja Bock und Sarah Komoß (522 Holz) nur noch 2 Holz vor Susanne Bäsel / Birgit Stauner-Bayer (520 Holz) und sogar 15 Holz vor den Siegenerinnen. Während die Damen des RSV Remscheid (699 Holz) auf der letzten Bahn wieder zur ursprünglichen Leistung fanden Susanne Bäsel / Birgit Stauner-Bayer (694 Holz) auf Distanz hielten, kamen Petra Fritz und Petra Wörster (870 Holz) nicht mehr aus dem Tal heraus. Mit einer Neun im vorletzten Wurf schnappte Veronika Ulrich (676 Holz) den beiden die Bronzemedaille vor der Nase weg.

Freitag, 1. Juni 2012: 7. Tag

U23 weiblich Einzel Vorlauf

Die Juniorinnen starteten den Tag mit ihrem Einzel Vorlauf auf den Bahnen 1-4. Man war gespannt welche Leistungen die jungen Damen abrufen würden. Bei den bisherigen Damen Wettbewerben taten sich die Teilnehmerinnen schwer mit den vorderen Bahnen.
Der erste Block passte sich in dieses Bild ein. Kein 800er fiel und Stephanie Krischker (Bochumer KV) markierte unfreiwillig die Qualifikationszahl mit 796/9 Holz.
Im zweiten Block markierte Carmen Ziemke (RSV Remscheid) die erste 800. Drei Bahnen knapp um die 200 Holz und auf der letzten Bahn mit sechs Blanken in die Räumgasse zugeschlagen. Fertig sind 814/6 Holz, die einen lockeren Einzug in den Zwischenlauf bedeutete.
Veronika Ulrich vom KV Mittelsaar (858/2) zeigte, was für Ergebnisse auf den Oberthaler Bahnen 1-4 möglich sind. Alles überragende Volle Gassen, insgesamt 505 Holz, nahmen ihr den Druck in die Räumgassen. Die zweitbeste Spielerin in die Vollen, Svenja Lambert, lag 22 Holz zurück. Entsprechend leicht fielen die Neuner in die Räumgassen bei Veronika Ulrich. Eine kleine Verschnaufpause auf Bahn 3 mit Schnitt sonst waren vier bis sechs Blanke die Regel.

Im dritten Block war dann Alarm angesagt. Kristina Krewer konnte bei den Ergebnisse in die Vollen von Veronika Ulrich nicht mithalten. In die Räumgasse kegelte sie dagegen in einer anderen Liga. Mit 89 - 106 - 115 - 107 Holz machte sie über 40 Holz auf die Konkurrentinnen gut.
Luisa Wagner (KSV Wieseck) war die dritte Kaderspielerin im Bunde, die sich für den Sprung in den Zwischenlauf empfahl. Sie schwächelte leicht in die Vollen, ähnlich wie Kristina Krewer konnte sie sich auf ihre Räumgassen verlassen. Mit 108 Holz auf Bahn 2 stellte sie die Tagesbestleistung für diese Gasse auf. 839 Holz bedeuteten den dritten Rang des Vorlaufs.
Im gleichen Block nutzte auch Sandra Kuhlmann vom Verein Herner Kegler ihre Chance. Wie ihre beiden Vorgängerinnen waren die Räumgassen der Garant für das Weiterkommen. Die schwächeren Vollen konnten postwendend mit guten Räumgassen ausgeglichen werden. Die Resultate der Bahnen lagen konstant zwischen 197 und 211 Holz.

Die Zitterpartie des Vorlauf legte Cathy Bertermann (SV Preußen Lünen) hin. Drei Neuner mit den letzten fünf Würfen sei Dank, kam sie auf 805/8 Holz. Rang sechs nach vier Blöcken. Also durften maximal zwei Starterinnen aus dem vermeintlich stärksten Block ihr Ergebnis überspielen.
Durch eine tolle erste Halbzeit (431 Holz) tat ihre Kira Schmitt (ESV Siegen) den Gefallen nicht. Auf Bahn 3 begann sie mit einem Dreier, um dann neun Blanke nachzulegen. Auch wenn die zweite Hälfte keine 200er Bahn mehr brachte reichte das Polster aus, um sich mühelos 813/7 Holz zu erspielen.
Ganz so spektakulär war der Durchgang von Jana Petschel (KSV Riol) nicht. Im Gegenteil, sie setzte auf ihr konstantes Spiel. Alle Bahnen lagen zwischen 199 und 207 Holz. Keine Ausreisser, keine Fehler, einfach ein solider Durchgang und Platz 5 im Vorlauf.

U23 männlich Einzel Vorlauf

Die männlichen U23 hatten ihr erstes Kräftemessen auf den Bahnen 5-8. Hier sollte sich der Vorteil der Lehrgänge der Kaderathleten in den letzten Wochen positiv für die Spieler auswirken. Alle acht Qualifikanten gehören dem nationalen U23 Kader an.
Den Anfang machte Mike Reinert von den SK Eifelland Gilzem. Auf der letzten Räumgasse setzte er sich von den drei Mitstreitern ab. 108 Holz auf den letzten 15 Würfen summierten sich auf ein Endergebnis von 869/6 Holz. Die Zeit des Zitterns war auch für ihn angebrochen. Doch die Konkurrenz scheiterte denkbar knapp an dieser Vorgabe.

Daniel Hofmann (KV Sontra) war einer der glücklichen Verlierer. Mit 867/7 Holz knapp gescheitert reichte es am Ende doch noch für Platz 7. Als Einziger der Zwischenlaufteilnehmer hatte er keine 100er Räumgasse in seinem Durchgang. Zwei Mal vier und zwei Mal sechs Blanke reichten ihm aus, um das Klassenziel zu erreichen.
Auch Thomas Schornstein von der SKG Rösrath scheiterte an Mike Reinerts Ergebnis. Seine 865/8 Holz war der achte Platz im Zwischenlauf. Nachdem er auf Bahn 7 bei drei Neunern hängenblieb war das Weiterkommen schon in weite Ferne gerückt. Bahn 8 mit 115 Holz verschafften ihm doch noch das Startrecht für den Samstag.

Ab dem dritten Block gingen die Ergebnisse rapide nach oben. Michael Reith (AN Bosserode) machte den Anfang. Beständig herausgespielte 911/3 Holz ohne einen Einbruch. Bahn 6 mit 220 Holz war das niedrigste Ergebnis einer 30er Serie. Seine bestes Ergebnis legte er Bahn 7 mit 236 Holz aufs Parkett.

Christian Junk (SK Eifelland Gilzem) und Daniel Schulz (KV Nordsaar) hebten das Ergebnis Niveau mit zwei weiteren 900er Resultaten. Christian Junk (914/2) verpasste eine noch bessere Zahl durch seine letzte Räumgasse. Mit 85 Holz blieb er unter dem Schnitt der Konkurrenz. Umso Beeindruckender die erste Halbzeit mit 469 Holz in der selbst Daniel Schulz mit 451 Holz „dicke Backen“ machte. Der Konter kam auf Bahn 8. Den Schwachpunkt von Christian Junk ausnutzend spielte er 125 Holz in die Räumgasse und gewann das direkte Duell ebenso wie den Vorlauf mit 940/1 Holz.

Im letzten Block herrschte ein gehöriger Druck auf die vier Starter. 867 Holz waren nötig um sicher in die nächste Runde einzuziehen. Nur zwei Starter meisterten die Hürde. Robert Heinichen (SK Münstermaifeld) steigerte sich von Bahn zu Bahn. Mit 218 begann er seinen Wettkampf und haderte mit der fehlenden sechsten Blanke in die Räumgasse. Über 222 Holz setzte er auf Bahn 8 den Höhepunkt seines Durchgangs mit 227 Holz. Am Ende standen 888 Holz auf dem Zettel und der letzte Startbahn im Schlussblock des Zwischenlaufs.
Ähnlich souverän bestritt Marcel Schneimann (SKV Holten-Duisburg, 878) seinen Wettkampf. Im Gegensatz zu Robert Heinichen verpasste er die Vollegasse auf Bahn 6 mit 118 Holz und handelte sich damit 10 Holz Rückstand auf den Münstermaifelder ein. Die restlichen Gassen liefern annähernd im Gleichschritt ab, so dass konsequenterweise 878/5 Holz für ihn angeschrieben wurden.

Samstag, 02. Juni 2012: 8. Tag

Mixed Endlauf

Im Mixed sahen die Zuschauer ein rein saarländisches Finale. Favorisiert wurden die Titelverteidiger Bianca und Holger Mayer (KV Nordsaar). Sie wollten sich diesen Titel zum insgesamt fünften Mal gewinnen.
An diesem Vorhaben ließen sie bereits auf der ersten Bahn keinen Zweifel aufkommen. Mit 224 Holz legten sie gleich am Anfang das höchste 30 Wurf Ergebnis des gesamten Wettkampfs vor. Spannend machten sie es nur auf Bahn 4, als sie mit 158 Holz ein eher mageres Ergebnis für diese Bahn boten. Danach ging der Mayer-Express mit 414 Holz in der zweiten Halbzeit direkt aufs oberste Podium (796 Holz).
Elke Radau-Lambert und Holger Philippi (KV Mittelsaar) verpassten den Start mit zwei 180er Bahnen. Was unter normalen Umständen gut ist, aber gegen Holger und Bianca einfach zu wenig. Trotz einer super zweiten Halbzeit konnten sie nur ein Holz aufholen und durften für 785 Holz die Silbermedaille empfangen.
Veronika Ulrich und Kevin Everard (KV Mittelsaar) konnten sich auf ihre guten Start verlassen. Mit 203 Holz auf Bahn 5 und 177 holz auf Bahn sechs waren sie nach 60 Würfen lediglich zwei Holz hinter den späteren Siegern, doch konnten sie diesen Leistungslevel auf der zweiten Hälfte nicht halten. Bronze war ihnen dennoch sicher, denn die zweite Nordsaar-Paarung mit Kristina Krewer und Daniel Schulz verloren nach einem Dreier durch den sie den Freiwurf auf Bahn 3 verpassten, völlig den Faden. Mit 146 Holz schlossen sie die letzte Bahn ab und kamen in der Endabrechung auf 683 Holz.

U23 weiblich Einzel Zwischenlauf

Bei den Juniorinnen gab es im Zwischenlauf ein paar kleinere Überraschungen. Die Frühstarterin dieses Wettbewerbs war wie auch vom Vorlauf Carmen Ziemke (RSV Remscheid) während in Villarriba noch nach der Lauflinie gesucht wird, werden in Villabajo schon die Neuner geworfen. Mit 231 Holz war sich nach 30 Würfen auf und davon. Einzig Kira Schmitt (ESV Siegen) konnte mit 211 Holz halbwegs Anschluss halten. Entsprechend verlief der Block auch auf den nächsten drei Bahnen. Carmen Ziemke und Kira Schmidt versuchten die beste Ausgangsposition zu erkegeln. Während in die Vollen immer wieder Hoffnung aufkam, dass Kira and Carmen herankommen würde, konnte Carmen Ziemke ihre Vorteile in die Räumgassen ausspielen. Konsequenterweise war Carmen Ziemkes Vorsprung nach drei Bahnen fast unverändert bei 19 Holz. Die letzte Offensive von Kira Schmitt auch nicht mehr von Erfolg gekrönt. Sie kam zwar bis auf sieben Holz heran aber es blieb der zweite Rang mit 831 Holz. Optimistischer konnte Carmen Ziemke auf den zweiten Durchgang schauen. Es musste nur eine Keglerin unter ihren 838 Holz bleiben.
 
Im zweiten Block taten sich die Favoritinnen schwer. Sowohl Kristina Krewer (KV Nordsaar) als auch Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) kämpften mit den 200. Besser machte es die Sandra Kuhlmann (Verein Herner Kegler). Ähnlich wie Carmen Ziemke legte sie einen Blitzstart it 234 Holz hin und war damit fast schon alle sorgen los, die 838 von Carmen Ziemke zu übertreffen. Auf ihrer zweiten Bahn folgten 219 Holz und sie war für den Endlauf gebucht. Dachten allen. Wie schnell es in Oberthal auch in die andere Richtung gehen kann musste sie auf Bahn 6 erfahren. Mit geräumten 70 Holz war ein guter Teil ihres Polsters aufgebraucht. Die nächste Volle auf Bahn 7 war mit 109 Holz nicht wirklich ergiebig und spannte die Fans gehörig auf die Folter. Sie hatte auf der letzten Gasse ihre Nerven im Griff. 89 Holz reichten ihr, um auf 839 Holz zu kommen und die Vorgabe zu erfüllen.
Nach und nach kamen auch Kristina Krewer ins Spiel. Sie konnte sich auf ihre ausgezeichneten Räumgassen verlassen. Mit jeweils sieben Neunern konnte sie auch den fehlenden 8er Schnitt in die Vollen verkraften. Mit 854 Holz war sie als Zweitplatzierte im Endlauf dabei.
Mit ihr im Gleichschritt marschierte Veronika Ulrich in den Endlauf. In die Räumgassen war sie nicht so konstant wie Kristina Krewer, dafür konnte sie besser in die Vollen punkten. Auf der letzten Räumgasse (Bahn 5) hatte sie dann ihre Lauflinie gefunden und kam Dank 117 Holz sogar noch auf den ersten Rang (874 Holz) im Zwischenlauf.

U23 weiblich Einzel Endlauf

Das Finale der weiblichen U23 bot ebenfalls Spannung pur. Traditionell legte Carmen Ziemke (RSV Remscheid) wieder einen ihrer Blitzstarts hin. Mit 226 Holz übernahm sie kurzfristig die Führung, denn wie im Vor- und Zwischenlauf konnte sie auch im Finale das Niveau nicht halten. Mit 818 Holz belegte sie in ihrem ersten U23 einen hervorragenden vierten Platz.
Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) kam mit 210 Holz von Bahn 1 und hatte sich einen kleinen Vorsprung auf die ärgste Konkurrentin vom KV Nordsaar, Kristina Krewer, erarbeitet.
Auf der zweiten Bahn kam der Rückschlag für die Titelverteidigerin. Veronika Ulrich räumte nur 69 Holz auf Bahn 2. Neben ihr setzte Kristina Krewer zu einem Zwischenspurt an. 106 Holz katapultierten sie mit 29 Holz Vorsprung auf Rang 1.
Sandra Kuhlmann konnte von der Schwächephase nicht profitieren und kam selbst nur auf 72 Holz.
In der zweiten Halbzeit konzentrierten sich die Zuschauer auf das saarländische Duell zwischen Kristina und Veronika. Bemerkenswert wie Veronika Ulrich mit dem Rückschlag umging. Statt sich mit dem zweiten Platz zufrieden zugeben, ging sie in die Offensive. 128 Holz in die Volle und 105 geräumte Hölzer brachten sie wieder an Kristina Krewer heran. Nach drei Bahnen lag sie bei 637 Holz und nur zwei Holz hinter der Führenden zurück. Diese wurden auf den nächsten 15 Würfen eliminiert. Beide Keglerinnen gingen mit 758 auf die letzte Gasse. Während der ersten vier bis fünf Anwürfen wechselten die Neuner mit  Siebenen ab. Keiner wollte mehr eine Neun gelingen. Erst kurz vor Schluss schaffte Kristina Krewer (845 Holz) die erlösende vierte Neun. Die Halle jubelte mit ihr über den Deutschen Meistertitel und mit Veronika Ulrich (837 Holz) über den die Silbermedaille.
Sandra Kuhlmann (Verein Herner Kegler) hatte noch sechs Kugeln zu spielen. Niemand hatte bemerkt, dass die Hernerin in der zweiten Halbzeit zu einer Aufholjagd angesetzt hatte. Nach neun Würfen in die Räumgasse auf Bahn 2 hatte sie bereits sieben Neuner und 800 Holz liegen. 45 Holz mit sechs Würfen und so einem Lauf war durchaus möglich. Zu früh gefreut? Als im 10 Würfe die nächste Neun fiel wurde es plötzlich still in der Halle. Wurf 11 war eine dünne Sieben. Nur noch ein Gleichstand war möglich. 12. Wurf: Kranz. Ein unsicherer Blick der Oberthalerin, dann die Freude über den Titel. Zwei weitere Blanken würden die Vizemeisterschaft bedeuten. 28 Wurf: Neun. Der verflixte 29. Wurf wurde eine Sieben. Mit 835 Holz durfte sie sich mit der Bronzemedaille erst trösten und in ein paar Tagen hoffentlich darüber freuen.

U23 männlich Einzel Zwischenlauf

Morgens, 9:00 Uhr in Oberthal. Achtin U23 Spieler traten an, um sich für das Finale zu empfehlen. Im ersten Block fokussierte sich das Zuschauerinteresse hauptsächlich auf zwei Protagonisten. Mike Reinert (SK Eifelland Gilzem) erwischte zur frühen Morgenstunde einen Traumstart. Mit 240 Holz setzte er sich direkt an die Spitze des Quartetts und gab sie auch nicht wieder ab. Alle Gassen wurden im dreistelligen Bereich gespielt. Seine niedrigste Ausbeute erkegelte er sich auf Bahn 3 (232 Holz) und sein „schlechtestes“ Räumergebnis auf Bahn 1 mit 106 Holz. Alles in allem ein rundum gelungener Durchgang ohne irgendwelche Schwächen und einem neuen Deutschen Rekord in dieser Altersklasse. Entsprechend war dies auch die Bestzahl des Zwischenlaufs.
Der einzige Spieler der ihn in diesem Durchgang hätte gefährlich werden können verschlief seine Startbahn. 125 Holz in die Volle waren noch gut, leider kamen auf Bahn 1 nicht mehr als 86 Holz ins Abräumen zusammen. Zu wenig, um Mike Reinert noch zu überbieten. Danach zeigte er was nach einem verhaltenen Start in Oberthal trotzdem möglich ist. Mit dem Selbstvertrauen aus den Bundesliga Playoffs ausgestattet, als er mit 979 Holz die KSF Holten Duisburg fast im Alleingang zur Bronzemedaille geworfen hatte, ging er die verbliebenen drei Bahnen an. Dreimal 10 Blanke in die Räumgassen und ein Schnitt von 128 Holz in die Vollen. Drei Bahnen mit 731 Holz machten die erste Bahn mehr als wett und schoben ihn mit 944 Holz auf den 2. Rang des Zwischenlaufs.

Die Spieler des zweiten Durchgangs mussten sich darauf konzentrieren einen der ersten beiden Plätze in ihrem Block zu belegen. Keinen Zweifel ließ Daniel Schulz (KV Nordssar) an seinem erneuten Auftreten im Endlauf aufkommen. Alle Bahnen spielte es zwischen 226 und 236 Holz. Dank seines guten Spiels in die Vollen reichten ihm sechs bis acht Blanke in die Räumgassen, um auf 922/3 Holz zu kommen.
Ein Platz war noch zu vergeben unter den letzten drei Bewerbern. Dieser Startplatz wurde durch die Räumgassen vergeben. Während Christian Junk (SK Eifelland Gilzem / 880 Holz) und Michael Reith (AN Bosserode / 889 Holz) die ersten 15 Würfe jeder Bahn im Griff hatten und Robert Heinichen (SK Münstermaifeld) immer einige Hölzer voraus waren, konnte der Münstermaifelder den Rückstand auf die zweiten 15 Würfen jedes Mal egalisieren. Auf Bahn 2 gelangen im 11 Neuner. Auf der letzten Gasse warf er erneut zwei Neuner mehr als die beiden Mitstreiter und das Finale war ihm nicht mehr zu nehmen.

U23 männlich Einzel Endlauf

Das hochklassige Halbfinale fand am Nachmittag seine nahtlose Fortsetzung im Endlauf.
Die beiden Hauptdarsteller waren hier Daniel Schulz (KV Nordsaar) als Lokalmatador und Heimspieler und Marcel Schneimann (KSF Holten-Duisburg).
Gewarnt durch den Zwischenlauf ging Marcel Schneimann hoch konzentriert auf seine erste Bahn und machte von Beginn an Druck. 131 Holz in die Volle folgten 105 Holz ins Abräumen. Parallel dazu tat sich Daniel Schulz auf Bahn 7 schwerer. Die Volle konnte er mit 129 Holz noch mithalten, doch in die Räumgasse ließ er Federn. Seine 88 Holz bedeutete die niedrigste Zahl auf dieser Gasse im Endlauf und eine schwierige Aufholjagd.
Zu dieser setzte er ohne Verzögerung an. 244 Holz auf Bahn 8 ließen das Halbzeitergebnis etwas erfreulicher aussehen. Mit 461 zu 468 Holz hatte er den Rückstand mehr als halbiert und lag nur noch 7 Holz Marcel Schneimann. Und weiter ging es. In die Volle knappste er weitere vier Holz vom Rückstand ab. In die Räumgasse schenkte sich beide dann wieder nichts. Jeweils 108 Holz sorgten für Dramatik auf der letzten Bahn.
Marcel Schneimann legte sehr gute 129 Holz auf Bahn 5, während Daniel Schulz sich mit eher bescheidenen 123 Holz zufrieden geben musste. Also zwei Neuner Vorsprung für den Holten-Duisburger vor der letzten Räumgasse. Es folgte Neun auf Neun von Daniel und Marcel. Zweilmal mussten beide Abräumen. Im Staccato blinkten die Anzeigetafeln. Dann der vorletzte Wurf von Marcel Schneimann. Eine Blanke und er war Deutscher Meister. Die Kugel lief etwas zu weit raus, etwas dünnere Einschlag als zu vor. Brave Sieben - doch nicht - schieb - drück... die Hinterdame wurde aus der Standplatte geschoben und fiel wie in Zeitlupe. Nach der standesgemäßen Neun im letzten Wurf gab es nur noch Jubel. Mit 942 Holz zu 934 Holz war dies eines der Besten U23 Finals.
Bronze ging an Mike Reinert (SK Eifelland Gilzem), der erneut einen hervorragenden Durchgang spielte und auf 891 Holz. Ähnlich wie Robert Heinichen (SK Münstermaifeld / 872 Holz) konnte er in die Vollen gut mithalten doch 10 Holz pro Gasse weniger ins Abräumen machte in diesem Durchgang den Unterschied aus.

Damen Einzel Zwischenlauf

Der erste Block des Zwischenlauf stand ganz im Zeichen von Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar). Drei Bahnen über 220 Holz machten den Zwischenlauf für sie zu einer eher entspannten Übung. Mit 887 Holz konnte sie für den Endlauf planen. Gefährlich wurde ihre keine der Mitstreiterinnen. Die einzige die drei Bahnen halbwegs mithalten konnte war Melanie Zimmer vom VSK Kamp-Lintfort. Nach 90 Würfen lag sie nur 19 Holz hinter der amtierenden Deutschen Meisterin, kam auf Bahn 7 dann nicht mehr in einen Lauf und musste Elke Radau-Lambert ziehen lassen. Mit 841 Holz sollte sie das letzte Ticket fürs Finale erhalten, weil Ines Misch (SV Preußen Lünen, 834 Holz) auf Bahn 6 vier Blanke brauchte aber „nur“ zwei schaffte.
Gänzlich unaufgeregt erledigte Bianca Mayer (KV Nordsaar) die gestellte Aufgabe. Auf ihren Heimbahnen wechselte sie mit 469 Holz in die zweite Halbzeit und ließ ihren Durchgang bei 896 Holz ausklingen. Die fehlenden vier Holz wären wohl am Leichtesten auf Bahn 7 in die Vollen zu holen gewesen, die sie mit 115 Holz beendete.
Ähnlich locker ging Yvonne Ruch (KSC Polch) über die Bahnen. Auch bei ihr war die erste Hälfte der Garant für den Finaleinzug. 455 Holz waren genug, um es im weiteren Verlauf ruhiger angehen zu lassen. Die letzten beiden Räumgassen waren mit jeweils zwei Neunern unterdurchschnittlich.

Damen Einzel Endlauf

Die Damen lieferten das eindeutigste Finale des Tages ab. 20 bis 30 Holz Unterschied zwischen den einzelnen Plätzen im Endresultat waren recht deutlich.
Melanie Zimmer (VSK Kamp-Lintfort) erwischte Bahn 4 mit 111 Holz einen rabenschwarzen Start. Mit dieser Bürde lag sie schon nach 15 Würfen zwei bis vier Blanke hinter den drei Konkurrentinnen. In die Räumgassen wollten die Freiwürfe auch nicht funktionieren und so wurde der Rückstand von Bahn zu Bahn immer ein bisschen größer. Sie kämpfte bis zu den letzten Würfen, doch mehr als 818 Holz und der vierte Platz war nicht mehr drin.
Wie bereits im Vorlauf legte Yvonne Ruch (KSC Polch) sehr gute 60 Würfe auf die Bahnen. Viel versprechende 450 Holz bedeuteten die knappe Führung vor Elke Radau-Lambert (KV Mittelsaar), die mit 441 Holz den Anschluss nicht verlor. Bianca Mayer (KV Nordsaar) konnte mit 424 Holz ihren Heimvorteil bis zu diesem Zeitpunkt nicht nutzen. Da war der Abstand zu den ersten beiden Plätzen unerwartet groß. Elke Radau-Lambert konnte breits in die Vollen den Rückstand auf Yvonne Ruch auf 2 Holz schrumpfen lassen und nutzte die ergiebige Räumgasse auf Bahn 4, um die Führung zu übernehmen. Mit 25 Holz war diese auch noch sehr komfortabel. Yvonne Ruch fiel wieder ihren schwachen Räumleistungen in der zweiten Hälfte zum Opfer. Aber ihre 77 Holz hielten sie zumindest auf dem zweiten Rang. Doch Bianca Mayer kam mit großen Schritten. Ihr Rückstand auf Silber betrug nur noch 11 Holz.
Auf der letzten Bahn zelebrierte Elke Radau-Lambert wieder Kegelsport der Spitzenklasse. 130 Holz in die Vollen und 96 Holz geräumt waren 899 Holz. Schade, dass der letzte Wurf nur eine Sieben war. Eine 9 vorne wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Zur Freude der Fans setzte Bianca Mayer ihre Aufholjagd fort. Selbst ein kleiner Rückschlag in die Vollen konnte sie nicht stoppen. Mit neun Neunern auf Bahn 4 nutzte sie ihre Chance, weil Yvonne Ruch über 72 Holz nicht hinaus kam. 867 Holz zu 846 Holz waren am Ende recht deutlich.

Herren Einzel Zwischenlauf

Der Zwischenlauf der Herren bot im ersten Block ebenfalls Kegelsport zum Zungeschnalzen. Uwe Hippert (SKV Holten-Duisburg) verpasst zwar den Anwurf auf Bahn drei kam aber trotzdem auf 239 Holz. Bahn 4 war auch nicht viel schlechter. Mit erneut neun Neunern kam er auf 234 Holz. Das Polster konnte er gut gebrauchen. Nach einem Dreier im ersten Anwurf der Räumgasse auf Bahn 1 fand er den richtigen Laufweg nicht mehr. Kai Knobel (KSV Riol) zog mit 231 Holz auf Bahn 2 an ihm vorbei. Ebenso Volker Baumeister (RSV Remscheid) mit 235 Holz auf Bahn 3. Die letzte Bahn war dann wieder ausgeglichen. Volker Baumeister sicherte sich den Sieg im Block mit 928 Holz. Knapp dahinter platzierte sich Kai Knobel mit 922 Holz. Uwe Hippert musste Bahn 1 Tribut zollen und verpasste eine bessere Ausgangsposition mit 918 Holz. Für ihn sollte es zu einer Zitterpartie werden. Von Holger Mayer wurde ein Ergebnis von 950 Holz oder mehr erwartet. Es dürfte also kein weitere Spieler über seine Zahl kommen. Auf der anderen Seite lassen sich 918 Holz auch nicht mal so eben spielen, wenn man muss.
Nach der zweiten Bahn entspannte er sich etwas. Holger Mayer war mit 484 Holz auf dem erwartet Kurs, doch die anderen drei Spieler hatten schon mindestens eine Räumgasse von unter 90 Holz auf ihrem Ergebniszettel stehen. Es fielen keine 900 Holz mehr und das Finale war komplett.

Herren Einzel Endlauf

Für Kai Knobel (KSV Riol) war der Endlauf eigentlich schon nach der ersten Bahn erledigt. Mit 193 Holz war kein Blumentopf zu gewinnen. Bahn 7 war nicht seine.
Volker Baumeister (RSV Remscheid) war mit 224 Holz zu diesem Zeitpunkt auf Rang drei. Uwe Hippert (SKV Holten-Duisburg) war Holger Mayer durch eine 104 Holz Räume mit 234 Holz dicht auf den Fersen. Der Oberthaler ging mit 240 Holz auf die zweite Bahn.
In die Volle sendete Kai Knobel ein erstes Lebenszeichen. Seine 129 Holz gaben ihm das Selbstvertrauen zurück. Mit 114 Holz gewann er auch die Räumgasse auf Bahn 8. Uwe Hippert hatte auf Bahn 5 seine Probleme und kam auf 88 Holz. Nur noch drei Holz Vorsprung auf Kai Knobel. Vorne versuchte Volker Baumeister dem Lokalmatador Paroli zu bieten. Immerhin konnte er mit 234 Holz zu 233 holz ein Holz auf Holger Mayer aufholen. Es sah nach einer Zweiklassengesellschaft aus. Holger Mayer (473 Holz) und Volker Baumeister (458 Holz) stritten sich um den ersten Platz. Entweder Uwe Hippert (439 Holz) und Kai Knobel (436 Holz) würden sich mit Bronze begnügen müssen.
Die nächste 15 Würfe in die Vollen waren sensationell. Volker Baumeister musste mit 127 Holz allen anderen den Vortritt lassen. Aber es schien, dass alle ihr Pulver in die Vollen verschossen hatten. Bis auf Kai Knobel. Während Holger Mayer mit 88 Holz auf Bahn 7, die er am Vortag noch mit 135 Holz durchgeblankt hatte, unzufrieden war, konnten sich Uwe Hippert und Volker Baumeister wenigsten sechs Neuner anschreiben lassen. Aber da war ja noch Kai Knobel. Mit 125 auf Bahn 5 nutzte er seine Chance und beendete die dritten 30 Wurf mit 256 Holz. Plötzlich war der Endlauf auf den Kopf gestellt. Urplötzlich führt Kai Knobel das Feld mit 692 Holz an. Dicht hinter ihm Holger Mayer (689 holz) und Volker Baumeister (684 Holz). Auf die Volle machte Holger Mayer gegenüber Kai Knobel ein Holz gut. Dann ging die Neuner Hatz los. Kai Knobel warf zu Beginn der Gasse zwei Kränze, was zu einem Gleichstand führte. Allerdings war er nur eine Sieben. Holger warfen im weiteren Verlauf zwei Siebener an, wobei eine dicke Sieben auf dem Zettel hatte, die wiederum Kai Knobel einen weiteren ein Holz Vorteil brachte. Beide blankten die restlichen Würfe durch. Man hatte ein Déja Vu mit dem männlichen U23 Finale. Erst im vorletzten Wurf gönnte sich der Rioler eine dünne Sieben, so dass er durch Holgers vorherige dicke Sieben einen uneinholbaren ein Holz Vorsprung über die Distanz rettet. Die Sieben in Holger Mayers letztem Wurf fiel nicht mehr ins Gewicht.
Volker Baumeister (922 Holz) schloss seinen Durchgang ebenfalls mit zehn Blanken ab und gab damit Uwe Hippert (892 Holz) keine Möglichkeit die Bronzemedaille im Endspurt doch noch Mal anzugreifen.
Allen Anwesenden wird dieses unglaubliche Comeback über drei Bahnen noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.

Damit fanden perfekt organisierte und reibungslos ablaufende Deutsche Meisterschaften 2012 ihr Ende. Die einmalige Kegelsporthalle bot erneut sportliche Leistungen vom Feinsten und eine Stimmung, die wohl nur auf Oberthals Tribüne möglich ist.