Donnerstag, 04. August 2011 09:01

1. Internationale Meisterschaften Damen A / Herren A

geschrieben von  Mike Killadt

Am letzten Tag gab es fünf Mal Gold und drei weitere Weltrekorde für die deutsche Mannschaft.
Im Rahmen der ZDF Sendung "drehscheibe Deutschland" soll am 09.08.2011, um 12.15 Uhr eine Bericht über die Internationalen Meisterschaften in Trier ausgestrahlt werden.

Während des offiziellen Trainings gab es bereits die erste Hiobsbotschaft für die deutsche Mannschaft. Nach einem Sturz verletzte sich Sabine Unger, so dass ihr weitere Einsatz fraglich ist. Die Aufteilungen auf die Disziplinen sieht somit folgendermaßen aus:

Herren Mannschaft

Rainer Stoffels
Michael E. Schmidt
Theo Mülleneisen
Horst Mickisch
AWS: Alfred Mitscher

Herren Paarkampf

M. E. Schmidt / T. Mülleneisen
A. Mitscher / R. Stoffels

Herren Einzel

H. Mickisch
R. Stoffels

Damen Mannschaft

Beate Gsodam
Marion Henkel
Vera Schwan
Bettina Woltersdorf
AWS: Sabine Unger

Damen Paarkampf

B. Gsodam / V. Schwan
B. Woltersdorf / M. Henkel

Damen Einzel

V. Schwan
B. Woltersdorf

Mixed Paarkampf

B. Woltersdorf / H. Mickisch
B. Gsodam / A. Mitscher

   

Herren Mannschaft Vorlauf

Den Wettkampf um den Einzug ins Mannschaftsfinale der Herren eröffnete Luxemburgs Jean-Pierre Schnorbus mit einem Blitzstart. Mit 129 Holz war er von Beginn an hellwach. In die Räumgasse konnte dann Rainer Stoffels die deutsche Mannschaft in Führung bringen. Vier Neuner reichten ihm hierzu, da Schnorbus den Freiwurf nicht bekam.
In die zweite Vollgases baute Rainer Stoffels seinen Vorsprung mit 127 Holz weiter aus und in die Räumgasse wurde es dann deutlich. Vier Neuner vom Start weg, kurze Pause und dann fünf weitere.  Ohne Freiwurf 235 Holz konnten sich sehen lassen. In der Zwischenzeit hatten Paul Welzen nach missglückten Start seine Niederländer durch eine 215 Holz Gasse wieder an Luxemburg herangeführt und Belgien Josef Engel auf Rang vier verwiesen.
Nacht er ersten 130 Holz Volle sah alles nach einer ruhigen zweiten Hälfte für Rainer Stoffels aus, doch die Räumgassen bereitete ihm mehr Probleme als geplant. So konnte er den Vorsprung auf Jean-Pierre Schnorbus nicht weiter ausbauen, sondern musste sich bis zur letzten Kugel strecken, um dem zweiten Block ein ordentliches Polster zu übergeben. Mit jeweils einer Neun in den letzten beiden Würfen kam er auf 867 Holz. Jean-Pierre Schnorbus steuerte 845 Holz für die Luxemburger Mannschaft bei und Paul Welzen sammelte 825 niederländische Holz.

Michael E. Schmidt fand die Erfolgsspur, die Rainer Stoffels auf der letzten Gasse verloren hatte gleich wieder. Mit 130 Holz sorgte er schon mit den ersten 15 Würfe für einen guten Vorsprung. Sechs Neuner auf Bahn 3 (227 Holz) waren im Anschluss nötig um Marc Moca (FRA) auf Distanz zu halten. Mit 225 Holz war der Franzose für einen Einstand nach Maß der Equipe Tricolore verantwortlich. Die Buchmacher nahmen nach der ersten Bahn bereits keine Wetten mehr auf das Ausscheiden der Belgier an. Mit 167 Holz büßte Robert Knors fast 40 Holz auf die anderen Mannschaften ein.
In die zweite Volle gab dann erneut Michael E. Schmidt den Ton an. Mit 123 Holz warf er auch hier das Bestergebnis. Dicht gefolgt von Marc Moca (120 Holz), der weiterhin nicht locker ließ. Auf der zweiten Räumgasse wurde seine Hartnäckigkeit belohnt. Mit 117 Holz zog er an allen Gegenspielern vorbei. Seiner 462 Holz Halbzeit, konnten weder Michael E. Schmidt (438 Holz) noch Fernand Biver (LUX, 432 Holz) folgen.
Die dritten 30 Würfe schoben das Spitzentrio wieder zusammen. Michael E. Schmidt (658 Holz) konnte den Vorsprung von Marc Moca (658 Holz) vollständig aufholen und auch Ferdinand Biver (654 Holz) war mit seinen 222 Holz dafür verantwortlich, dass keine Langeweile aufkam.
Die letzte Vollegasse war wieder die Domäne der Deutschen. Michael E. Schmidt war mit 126 Holz ganz vorne und ging entsprechend als Führender in die abschließenden 15 Würfe. Wie Schmidt die Volle Gassen dominierte, so war Marc Moca in die Räumgassen kaum zu halten. Mit weiteren 99 Holz stellte er das Tagesbestergebnis (878 Holz). Michael E. Schmidt kam in seinem Nationalmannschaftsdebut auf sehr gute 865 Holz und lag damit bei seinem Mannschaftskollegen Rainer Stoffels aus dem ersten Block. Platz drei ging an Fernand Biver (LUX, 851 Holz). Seine 197 Holz auf der Abschlussbahn reichten nicht, um das Duo an der Spitze zu gefährden.

Theo Mülleneisen hatte sich seinen Einstand in die Weltmeisterschaften etwas anders vorgestellt. Er stand mit Bahn vier auf Kriegsfuß. Die Kugel wollte einfach nicht ans Vorderholz. Mit 178 Holz sah er nur noch zwei Kondensstreifen von Ilvano Pianini (LUX, 222 Holz) und Michel Pichon (FRA, 212 Holz). Lediglich Hein Braeken (NED, 175 Holz) spielte in seiner Region.
Das er auch anders kann, zeigte er direkt im Anschluss auf Bahn 1. Mit 123 Holz eine gute Volle vorgelegt, lief es auch im Räumen. Drei Neuner mit den ersten Würfen und der Bann schien gebrochen. 221 Holz bedeuteten eine kleine Aufholjagd. Ilvano Pianini kam auf Bahn 4 nicht über 205 Holz hinaus und auch Michel Pichon blieb bei 198 Holz hängen.
Auf der dritten setzte Theo Mülleneisen seinen Aufwärtstrend fort. 226 Holz (625 Holz) brachten ihn in die Nähe von Ilvano Pianini, der weiterhin die Spitze des Durchgangs besetzt hielt (638 Holz). Michel Pichot (611 Holz) hingegen wurde auf Platz drei verdrängt und das Bild sah wieder freundlicher aus.
Auf der letzten Bahn kam Michel Pichot (825 Holz) nochmal auf. 128 Holz in die Volle und er war wieder auf fünf Holz an Theo Mülleneisen dran. Nach einigen Achtern fand dieser jedoch mit den letzte Würfen den Weg in die Räumgasse auf Bahn drei und sicherte sich mit 830 Holz den zweiten Platz im Block. Vorne konnte niemand Ilvano Pianini gefährlich werden. Seine 846 Holz sicherten Luxemburgs zweiten Platz in der Gesamtwertung ab.

Der vierte Block lief ohne deutsche Beteiligung ab. Diesem Durchgang drückte Yves Seng seinen Stempel auf. Mit 217 Holz auf der ersten Bahn war er auf bestem Weg, Luxemburg wieder vom zweiten Platz der Gesamtwertung zu verdrängen, da Marc Hoffmann gar nicht ins Spiel fand. Seine letzte Bahn verhinderte jedoch eine weiteres Top Ergebnis für Frankreich. Mit nur 168 Holz reichte es trotzdem noch zu 800 Holz für Yves Seng. Der Abstand auf die zweitbeste Zahl, die Frans Feuler (761 Holz) für die Niederlande eroberte war beträchtlich.

Im letzten Block ließ Horst Mickisch nichts mehr anbrennen. Von Beginn an lag er vor der Konkurrenz und baute den Vorsprung kontinuierlich weiter aus.
Zweimal den Freiwurf nicht gemacht und der Tagessieg wurde zur Halbzeit (438 Holz) fraglich.
Im dritten Versuch klappte es dann doch noch mit dem Freiwurf und 225 Holz, um dann auf Bahn 4 wieder im 29. zu scheitern. Zu allem Überfluss war es auch noch eine dicke Sieben, so dass er mit 877 Holz ein Holz unter Frankreichs Marc Moca blieb.

Damen Paarkampf Vorlauf

Der Vorlauf im Damen Paarkampf war nur mit zehn Paaren besetzt. Für die beiden deutschen Mannschaften gab es keine Probleme sich für den letzten Block im Halbfinale zu qualifizieren.
Im ersten Block durften die deutschen Damen den Konkurrentin zuschauen. Eine sehr gute Leistung boten Doris Melo und Birgit Grethen für Luxemburg. Ohne einen Aussetzer waren beide mit Ergebnissen zwischen 70 und 90 Holz gut im Spiel. Auf Bahn sieben waren es sogar 98 Holz und mit 647 Holz setzten sie ein erstes Ausrufezeichen für die Folgenden. Sehr durchwachsen spielten Anna Röhrig und Rosine Tather. Einem guten Start mit 149 Holz, folgten 175 Holz auf Bahn 7. Auf den beiden letzten Bahnen waren 140 Holz plötzlich nicht mehr zu meistern und so blieben beiden mit 596 Holz knapp unter der 600er Marke.

Der zweite Block sah ein an Konstanz kaum zu übertreffendes deutsches Paar. Vera Schwan und Beate Gsodam trafen zum Einstieg 151 Holz auf Bahn 7, um dann drei Mal 159 Holz nachzulegen. Für die luxemburgische Vorgabe reichte es nicht, dennoch bedeuteten 628 Holz einen guten dritten Platz.
Dass es für die anderen Paare einfach wurde, lag in der Verantwortung der belgischen Paare. Beide Teams verfehlten die 500 Holz deutlich und so findet der Zwischenlauf ohne belgische Beteiligung statt. So nahm der belgische schwarze Freitag (an einem Donnerstag), nach dem Ausscheiden der Herren Mannschaft hier seine Fortsetzung.

Ähnlich Ausgeglichen wie das erste deutsche Duo, aber mit etwas höherem Niveau agierten auch Marion Henkel und Bettina Woltersdorf. Mit mindesten zwei und maximal fünf Blanken auf jede Räumgasse waren sie lange Zeit in Reichweite des Weltrekords (688 Holz). Doch auf der letzten Bahn fehlten vier Neuner, um den ersten Rekord in Trier aufzustellen. 673 Holz bedeuteten natürlich den ersten Platz im Vorlauf.

Mixed Paarkampf Vorlauf

Im ersten Block durften Beate Gsodam und Alfred Mitscher die Bahnen betreten. Trotz eines etwas holprigen Starts lagen sie nach 30 Würfen mit 170 Holz an der Spitze. Direkt dahinter die erwartet harte Konkurrenz aus Luxemburg, namentlich Christiane Mores und Jean Everard (166 Holz). Anna Röhrig und Domenico Condello (ITA) konnten die ergiebige Bahn 3 nicht wie gewünscht nutzen, entsprechend lagen sie mit 157 Holz etwas im Hintertreffen. Bahn 4 lag den Beiden (317 Holz) dafür um so besser. Mit 160 Holz konnten sie das geringe Fallglück sowohl von Beate Gsodam und Ali Mitscher (312 Holz), als auch von Christiane Mores und Jean Everard (305 Holz) ausnutzen.
Das Blatt wendete sich allerdings wieder auf der folgenden Bahn. Die deutsche Paarung verstand Bahn 3 besser. Mit 178 Holz war die Führung wieder bei Beate Gsodam und Alfred Mitscher. Deutlich. Weder Christiane Mores / Jean Everard, noch Anna Röhrig / Domenico Condello kamen mit zwei Blanken von ihrer Bahn. Auf der letzten Bahn reihten sich Gsodam / Mitscher in den Reigen der anderen Paare ein. Mit 143 Holz waren sie erneut vor dem Feld, dem es nicht mehr vergönnt war die 140 Holz zu erreichen. Dadurch konnten sich Anna Röhrig und Domenico Condello (586 Holz) auf Rang zwei behaupten und Luxemburgs Mores / Everard (580 Holz) fanden die Neuner nicht, um die beiden Italiener zu attackieren.

Im zweiten Block taten sich die Damen und Herren schwer. Marcelline Della Modesta und Ilvano Pianini kamen am Besten mit den Bahnverhältnissen zu recht und trumpften mit 159 Holz auf. Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch strandeten durch einen Dreier-Anwurf kurz vor Schluss bei 141 Holz. Das gleiche Viertelergebnis brachte auch die französische Paarung Denis Luxemburg und Gérard Chenut auf die Anzeigetafel.
Bei Halbzeit wurde aus dem Dreikampf ein Duell. Frankreich fiel durch 110 Holz auf Bahn 3 weit zurück. Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch (309 Holz) erhöhten im Gegenzug den Druck und zogen dadurch erstmalig auf Position eins. Marcelline Della Modesta und Ilvano Pianini mussten ihre Vorsprung von den ersten 30 Würfen zwar aufgeben, lagen mit 303 Holz aber weiterhin gut im Rennen.
Je weiter der Durchgang fortschritt, desto sicherer wurden Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch. Mit zwei bis vier Blanken pro Gasse hatte sie die Konkurrenz sicher im Griff. Wie schon im ersten Block wurden die 140er Ergebnisse auf den zweiten 60 Würfen Mangelware. Entsprechend blieben Beate Gsodam und Alfred Mitscher vorne. Auf Platz zwei in der Gesamtwertung lag das zweite deutsche Team mit Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch (610 Holz). Einen weiteren Platz im Zwischenlauf beanspruchten Marcelline Della Modesta und Ilvano Pianini mit 582 Holz. Für die beiden anderen Paare dieses Durchgangs sollte es eng werden. 376 und 465 Holz belegten die hinteren Ränge.

Im letzten Block sorgten Rosina Tather und Vincenzo Condello für Furore. Mit 173 Holz auf Startbahn 1 brauchten sie sich keine Sorgen um das Weiterkommen und einen Startplatz im letzte Durchgang des Halbfinals zu machen. Auch die Niederlande und Frankreich absolvierten ihre ersten Würfe mit sehr ordentlichen 149 bzw. 140 Holz. Während Rosina Thater und Vincenzo Condello weiterhin auf gutem Niveau spielten, schlichen sich vor allem bei Annelies Vreuls und Paul Welzen in der zweiten Hälfte ein paar unnötige Fehler ein. Mit 121 Holz auf Bahn 4 verspielten sie ein weitaus höheres Endergebnis als ihre 563 Holz. Beständig mit 140 Holz buchten auch Gabrielle Goria und Michel Pichot das Ticket für den Zwischenlauf.

Einzel Herren Vorlauf

Wie nach dem Vorlauf der Herren Mannschaft erwartet, prägte Marc Moca (FRA) den ersten Block im Einzel. Anfangs. Mit 210 Holz auf Bahn 6 war der Franzose wieder in Führung gegangen. Weitere 211 Holz distanzierten das restliche Feld bereits zur Halbzeit. Keine der restlichen drei Akteure konnte an den 400 Holz kratzen. Auch nicht Jean-Pierre Schnorbus (LUX, 390 Holz), der am Vortag als Startspieler der luxemburgischen Mannschaft eine klasse Partie abgeliefert hatte.
Wie es so läuft, wenn keine überragenden Zahlen gespielt werden erlebte Marc Mocca (831 Holz) auf der letzten Bahn. Oft reicht dann eine sehr gute Gasse aus, um das Ergebnis auf den Kopf zu stellen. So geschehen durch Jean-Pierre Schnorbus (832 Holz). Mit 231 Holz auf seiner letzten Bahn und einer Neun im letzten Wurf konnte er Marc Moca mit einem Holz den Sieg im Block doch noch entwenden.

Horst Mickisch hatte Problemen in die erste Volle (117 Holz), aber dank der Räumen setzte er sich mit 215 Holz knapp gegen knapp Domenico Condello durch. Dieser musste einen Bauernfehler wegstecken und kam dadurch nur auf 211 Holz. Auf Bahn 2 hatte Horst Mickisch dann arge Probleme mit der Räumgasse. Mehr als 200 Holz waren ihm nicht vergönnt. Domenico Condello hingegen zog das Tempo auf Bahn 7 gehörig an. Mit 233 Holz entledigte er sich jeglicher Bedenken für den Zwischenlauf und für den Block der besten vier.
Wie schnell es dann auch wieder in die andere Richtung umschlagen kann, bewiese Horst Mickisch auf Bahn 7. Jetzt nahm er seinerseits Domenico Condello die ganzen Guten wieder ab und setzte sich nach 224 Holz gleich auf mit dem Italiener an die Spitze. Dieser hatte mit Bahn 8 so seine lieben Probleme und blieb bei 195 Holz hängen. Horst Mickisch lag Bahn 8 besser. Er (847 Holz) konnte sich schließlich knapp vor Domenico Condello (844 Holz) platzieren. Marc Vanderoost (BEL, 821 Holz) konnte Belgiens schwarze Serie beenden und sich holzgleich gegen Yves Seng (FRA) den letzten Platz für das Halbfinale erobern.

Im letzte Durchgang kam es zum Aufeinandertreffen zweier Mitfavoriten auf den Titel. Vincenzo Condello (ITA) und Rainer Stoffels (D) durften im letzte Quartett versuchen sich für das Halbfinale am Samstag zu qualifizieren. Rainer Stoffels begann mit einer 130 Holz Volle und startete mit fünf Neunern in die Räumgasse und danach nichts mehr. Die sechste Blanke wollte nicht mehr fallen. Mit 219 Holz war er auf einem guten Weg, doch es sah 20 Würfe lang nach mehr aus. Vincenzo Condello hingegen konnte in die Volle nicht ganz mithalten. Dank seiner Räume zog er jedoch unwiderstehlich davon und beendete seine erste Bahn mit 229 Holz.
Das Muster zog sich durch den gesamten Durchgang. In die Vollen war Rainer Stoffels im Vorteil, im Abräumen spielte Vincenzo Condello sein Können aus. Sehr beeindruckend wie er sich die Räumgassen mit den ersten Würfen erarbeitet und dann die Neunerserien setzen konnte. Schlussendlich gab die einzige Räumgasse den Ausschlag auf der Rainer Stoffels Condello im Griff hatte. Auf der letzten Bahn (Bahn 6) erkegelte er sich mit 107 Holz einen 12 Holz Vorsprung, der sich 1:1 im Endresultat widerspiegelte. Mit 898 zu 886 Holz behielt der Deutsche die Oberhand. 

Damen Einzel Vorlauf

Parallel zu den Herren durften auch die Damen ihren Einzel Vorlauf bestreiten. Im ersten Durchgang beschränkten sich die deutschen Damen aufs Zuschauen. Die Bühne der ersten 120 Würfe gehörte Annelies Vreuls. Sie setzte sich setzte sich von der ersten Gasse an die Spitze und gab die Führung über die gesamte Distanz nicht mehr ab. Mit Ergebnisse zwischen 192 und 207 Holz bot sie auch das ausgeglichenste Spiel. Knappe 120 Holz in die Vollen und zwei bis vier Blanken ins Räumen summierten sich auf sehr respektable 795 Holz. Birgit Grethen (LUX) rettete mit einer beherzten letzten Räumgasse. Ihre 770 Holz waren zu viel für Anna Röhrig (ITA), die sich mit 758 Holz allerdings keine Sorgen ums Weiterkommen machen musste.

Vera Schwan war die erste deutsche Starterin in dieser Disziplin. Mit 8er-Schnitt in die Vollen konnte sie die Räumgassen ganz entspannt entgegen sehen. Nach dem gleichen Prinzip agierte auch Rosina Tather (ITA). Sie war sogar noch einen Tick besser in die Vollen, so dass sich ein spannendes Spiel zwischen diesen beiden entwickelte.
Vera Schwan lag nach 60 Würfen 418 zu 404 Holz mit in Front. Traf im Anschluss aber Bahn 3 mit einer 68 Holz Räume nicht und damit war Rosina Tather fast wieder gleich auf.
Auf der letzten Bahn fing sie sich wieder und alles sah nach der Spitzenposition nach Block zwei aus. Wurde es aber nicht. Denn im drittletzten Wurf verfehlte sie (806 Holz) den Eckkegel und eröffnete Rosina Tather (807 Holz) die Möglichkeit im letzten Wurf an ihr vorbeizuziehen, was diese mit einer Neun auch prompt ausnutzte.

Den ersten Höhepunkt dieser Meisterschaften setzte Bettina Woltersdorf im letzten Block. Ihr Anfang war mit 197 Holz auf Bahn 3 gut, wenn auch nicht überragend. Überragend war das, was danach folgte. Drei Vollegasse mit 125 Holz oder mehr waren auch dreimal Tagesbestergebnis auf diesen Gassen. Hinzu kamen 96 Holz auf Bahn 4 und 98 Holz auf Bahn 2 noch zwei weitere Tagesbestergebnisse in diese Gassen. Heraus kam mit 855 Holz ein neuer Weltrekord und der erste Weltrekord für die Meisterschaften in Trier.

Paarkampf Herren Vorlauf

Die Herren Paare fand nur schwer in den Wettkampf. Mehr als zwei Neuner waren keinem der Anstarter vergönnt. Auf der zweiten Bahn konnten Francis Marques und Michel Pichon als erste die Blockade lösen. Mit 168 Holz wechselten sie als Erste auf die zweite Bahn. 155 Holz von Theo Mülleneisen und Michael E. Schmidt bedeuteten den vorläufigen zweiten Rang vor den Luxemburgern Jean-Pierre Schnorbus / Marc Hoffmann (148 Holz).
Wie schon in der Mannschaft hielt sich Theo Mülleneisens Freundschaft zu Bahn 4 in sehr engen Grenzen. Nach 140 Holz wechselten sie mit 295 Holz zur Halbzeit. Frankreich zog mit einer erneuten 160 Holz davon. Aber wenigstens Luxemburg konnte mit 20 Holz unter Kontrolle gehalten werden.
Auf Bahn 1 fanden sie wieder in die Neuner-Spur. Mit 186 Holz waren sie wieder auf Kurs Halbfinale. Allerdings ließ sich Frankreich nicht beirren. Francis Marques und Michel Pichot hielten mit 180 Holz dagegen und waren auf dem besten Weg einen Achtungserfolg zu erringen.
Die letzten 30 Würfe verliefen zwischen den beiden Paaren ausgeglichen. Francis Marques und Michel Pichot (675 Holz) boten Theo Mülleneisen und Michael E. Schmidt (647 Holz) keine Möglichkeit den Rückstand aufzuholen. Mit diesen Ergebnissen sollte die Qualifikation für die nächste Runde nicht in Gefahr geraten. Die 591 Holz von Luxemburgs Jean-Pierre Schnorbus und Marc Hoffmann war der Gradmesser für den nächsten Block.

Der zweite Block bestand für die deutsche Mannschaft aus abwarten. Die Hoffnung war, dass nach diesem Durchgang die Qualifikation für Theo Mülleneisen und Michael E. Schmidt feststand und man sich ganz auf das zweite Paar im letzten Block konzentrieren konnte.
Nach der ersten Bahn sah es gut aus. Ilvano Pianini und Fernand Biver lagen mit 169 Holz gut im Rennen. Ebenso die Condello Brüder mit 167 Holz. Belgien und die Niederlande hingegen liefen schon einen Rückstand hinterher. Mit jeweils 146 Holz konnten Hein Braeken / Frans Feuler (NED) bzw. Bob Knors / Michael Hennes (BEL) nicht an die geforderten 162 Holz pro Bahn heranreichen.
Nach der zweiten Bahn waren nur noch Ilvano Pianini und Fernand Biver auf bestem Weg die beiden Zahlen aus dem Vorblock zu übertreffen. Mit 674 Holz gelang es ihnen zwar die Zahl des deutschen Teams zu übertreffen. An Frankreich bissen sich die beiden jedoch die Zähne aus. Die Besten des Rests waren Domenico und Vincenzo Condello mit 619 Holz. Gleichbedeutend mit der Qualifikation von Theo Mülleneisen und Michael E. Schmidt für die Zwischenrunde.

Die ersten 15 Würfe brachte Alfred Mitscher und Rainer Stoffels nur Schnitt. Danach wachten sie auf und kamen im Folgenden immer besser ins Rollen. 90 und 107 Holz ergaben die nächsten beiden rechten Gassen. Die zweite linke Gasse brachte einen kleinen Rückschlag. Erneut nur Schnitt und dennoch ein Halbzeitergebnis von 338 Holz.
Die zweite Hälfte stellte dann die bisherigen Leistungen in den Schatten. 391 Holz waren nicht immer in den Einzeldurchgängen zu beklatschen. 729 Holz waren das einzige 700 Holz Resultat der Paarkämpfe.

Im Heckwasser dieser Leistung qualifizierten sich zur Freude der Belgier auch Josef Engel und Marc Vanderoost (649 Holz). Das positive Bild der französischen Equipe vervollständigten Yves Seng und Gérard Chenut mit 655 Holz und dem vierten Platz im Vorlauf.

Mixed Paarkampf Halbfinale

Der ersten 30 Würfe im Halbfinale des Mixed Paarkampfs waren ziemlich verhalten. Christiane Mores und Jean Everard reichten zwei Blanke, um sich mit 150 Holz an die Spitze zu setzen. Mehr als zwei weitere Neuner auf den nächsten 30 Würfen waren nicht gefordert, um diese Position auch zu verteidigen. Mit 297 gingen die beiden in die zweite Halbzeit. Im Schlepptau die Niederländer Annelies Vreus und Paul Welzen mit 291 und ihre Landsleute Marcelline Della Modesta / Ilvano Pianini (286 Holz).
Das ging solange gut, bis Annelies Vreus und Paul Welzen Bahn 7 mit 165 Holz bespielten. Danach hieß die führende Nation Niederlande und zwar mit 22 Holz Vorsprung. Eine weitere 96 Holz bot auch kaum Angriffsfläche für Luxemburg. Auf der letzten Gasse war dann der Ansturm auch abgewehrt. Mit 639 Holz durften sie gespannt auf den letzten Block warten. Christiane Mores und Jean Everard platzierten sich mit 602 Holz knapp vor den Mannschaftskollegen Marcelline Della Modesta und ilvano Pianini, die mit 596 ihre Ausscheiden bereits akzeptiert hatten.

Im letzte Durchgang schienen nur Anna Röhrig und Domenico Condello (ITA) von den Vorgaben des ersten Laufs beeindruckt zu sein (120 Holz). Rosina Tather und Vincenzo Condello (ITA) erwischten einen Traumstart mit 195 Holz und ließ zwei verdutzte deutsche Paare zurück. Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch (175 Holz) hatten deutlich das Nachsehen. Nicht besser erging es Beate Gsodam im Zusammenspiel mit Alfred Mitscher. 165 Holz waren klarer Finalkurs, aber mit so starken Italienern hatte niemand gerechnet.
Auf den nächsten Bahnen konnten Woltersdorf / Mickisch ihre Niveau weitestgehend halten. Rosina Tather und Vincenzo Condello warfen von Bahn zu Bahn weniger und auf der letzten Bahn war es dann soweit. Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch legten ihre besten 30 Würfe auf die Bahnen und holten gegen die beiden Italiener 30 Holz auf. In der Endabrechnung bedeuteten dies den Halbfinalsieg mit 676 Holz, knapp vor Tather/Condello (676 Holz).
Beate Gsodam und Alfred Mitscher spielten einen soliden Durchgang, ohne in eine Neunerserie zu kommen. Hier eine Neun, dort ein Kranz. Wenig Fehler, die auch sofort korrigiert werden konnten und es reichte mit 624 Holz zum ungefährdeten vierten Platz und die Teilnahme im Finale.

Damen Paarkampf Zwischenlauf

Es war wohl noch zu früh für die Damen. Bis auf Marcelline Della Modesta und Christiane Mores (LUX), die mit 72 Holz anstarteten, konnte sonst kein Paar Schnitt spielen.
Auch nach zwei Bahnen schienen 70 Holz in eine Gasse eine Schallmauer darzustellen. Einzig die Luxemburgerinnen schienen keine Probleme damit zu haben. Mit einem 310 Holz Halbzeitwechsel lagen sie über 50 Holz vor den übrigen drei Paaren. Auf den übrigen drei Bahnen ergab sich keine Änderung. Bis auf Luxemburg quälte sich alle mit Schnitt. Marcelline Della Modesta und Christiane Mores hingegen suchten die Flucht nach vorne. Ein Paar aus dem folgenden Block musste nur unter ihnen bleiben. Mit einer ganz ordentlichen 574 Holz Vorlage war sollte dies dennoch zu einer Zitterpartie werden.

Auch die deutsche Paarung Bettina Woltersdorf und Marion Henkel kam nicht aus den Startlöchern. Die zweite Räumgasse auf Bahn 1 wollte sie einfach nicht verstehen und so gingen sie mit einem Miesen aus den 15 Würfen. Obendrein fanden sie sich auch auf dem letzten Platz im Block wieder, was doch zu Erstaunen führte. Nein, dass war nicht der Auftakt, den sich die beiden erhofft hatten. Entsprechend gereizt mussten die nächsten beiden Bahnen büßen. 185 und 189 Holz brachten sie in die Nähe des aktuellen Weltrekords von 688 Holz. Doch Bahn 4 rechts offenbarte auch bei diesen Zwei ihre Tücken und mit 69 Holz wurden acht Blanke auf der letzten Gasse benötigt. Es wurden „nur“ sieben Neuner und der Rekord wurde mit 685 Holz denkbar knapp verfehlt. Aber im Finale wartet vielleicht die nächste Chance.
Gemütlicher gingen es Vera Schwan und Beate Gsodam an. Eher auf Fehlervermeidung bedacht konnten sie nicht die hohen Räumergebnisse präsentieren wie das erste deutsche Paar, aber sie fielen auch nie unter Schnitt. Durch Resultate zwischen 151 und 156 Holz kamen zu keinem Zeitpunkt Bedenken auf, das Finale nicht zu erreichen. Schwan / Gsodam waren sogar die Einzigen, die Bahn 1 verstanden hatten. 171 Holz waren vier Blanke mehr als das zweitbeste Paar aufweisen konnte. Die Plätze eins und zwei waren in deutscher Hand.
Anna Röhrig und Rosina Tather (ITA) waren das dritte Paar, das die 600 Holz überkegeln konnten und entsprechend sicher ins Finale einzogen. Weitaus spannender wurde es für Luxemburgs Doris Melo und Birgit Grethen. Erst mit den letzten Würfen quälten sie sich mit 576 Holz gerade so über die Hürde der zweiten luxemburgischen Paarung (574 Holz).

Herren Paarkampf Zwischenlauf

Im Herren Paarkampf war der erste Ausfall im deutschen Team zu verzeichnen. Bei Theo Mülleneisen und Michael E. Schmidt fiel nicht viel zusammen. Auf jeder Bahn wurde die erste Gasse unter 70 Holz gespielt. Der dadurch entstehende Druck konnte auf den jeweiligen zweiten 15 Würfen nur auf der ersten Bahn kompensiert werden. Danach konnte man viele Achter sammeln aber nur wenige Neuner. 633 Holz waren zu wenig bei der noch ausstehenden Konkurrenz im zweiten Block, zumal man auch nur den zweiten Rang im ersten Durchgang erkegeln konnte.
Wie man es besser macht zeigten Domenico und Vincenzo Condello auf der Nebenbahn. Interessanterweise konnten sie auf den ungeraden Bahnen 185 und 186 Holz erspielen und auf den geraden Bahnen jeweils 151 Holz. Beide Halbzeiten sehr Konstant, aber eine Berg- und Talfahrt zwischen den einzelnen Bahnen.

Aus dem zweiten Quartett taten sich wie schon im Vorlauf, die Franzosen Francis Marques und Michel Pichon hervor. Ein Glanzlicht auf Bahn 7 mit 203 Holz bescherte ihnen 687 Holz. Damit konnten sie den zweiten Platz des Vorlaufs erfolgreich verteidigen. Als dritte Nation brachte Luxemburg ein Paar ins Finale. Ilvano Pianini und Fernand Biver mühten sich in der ersten Halbzeit mit 307 Holz ab und kurzzeitig keimte Hoffnung bei Deutschland 2 auf. Nach 187 Holz auf Bahn 5 war der Funke schnell wieder erloschen. 660 Holz beanspruchten den vierten Rang und das letzte Finalticket.
Für den Höhepunkt des Tage sorgten Rainer Stoffels und Alfred Mitscher. Wenn man die erste Bahn mit 223 Holz abschießt kann man sich auf einen ruhigen Zwischenlauf freuen. Nach weiteren 98 Holz ging die Anspannung ein wenig Verlustigt und während der nächsten 30 Würfe legten beide eine Kunstpause mit jeweils drei Blanken ein. Danach nahm der Zug wieder Fahrt auf 89 - 98 - 117 pulverisierten den alten Weltrekord und legten die neue Messlatte auf 784 Holz.

Damen Einzel Zwischenlauf

Der erste Block war in luxemburgischen Händen. Doris Melo (206 Holz) und Birgit Grethen (205 Holz) nahmen ihren Gegenspielerinnen schon auf der ersten Bahn 30 Holz ab. Während Doris Melo auf Bahn 5 (168 Holz) alle Chancen auf das Finale verspielte konnte Birgit Grethen ihre Leistungsabfall in Grenzen halten. Mit 773 Holz konnte sie sich berechtigte Hoffnungen auf den Finaleinzug machen.

Das Opfer der luxemburgischen Vorlage sollte Annelies Vreus werden. Mit 176 und 178 Holz konnte sie nicht an ihre Leistung aus dem Vorlauf anknüpfen und beendete ihre 120 Würfe bei 759 Holz.
Nach zwei traumhaften Vollegassen (126 und 132 Holz) und einem 400er Wechsel hatte man hinter Rosina Thaters Finaleinzug bereits einen Haken gemacht. Doch der Schnitt in die Vollen fiel auf unter 110 Holz auf den restlichen Bahnen und sie brachte sich selbst in Bedrängnis. Dank drei Blanken auf Bahn 1 rettete sie sich auf 780 Holz und musste sehr wahrscheinlich mehr Kraft lassen als nötig.
Bettina Woltersdorf konnte sich hingegen auf ihre Vollen verlassen. Über 122 Holz im Schnitt machten die Sache in die Räumgassen leichter. Allerdings zu keinen Selbstläufern. Auf Bahn 7 waren geräumte 61 Holz weniger als Mittelmaß und verhinderten ein weiteres 800er Ergebnis. Für Platz 2 reichte es trotzdem.
den ersten Rang sicherte sich Vera Schwan. In die Vollen konnte sie nicht ganz an die Zahlen von Bettina Woltersdorf heranreichen, dafür machte sie auf Bahn 7 in die Räumgasse fast 30 Holz gut und das war dann auch der Abstand. Mit 820 Holz warf sie das einzige Resultat mit einer Acht davor.

Herren Einzel Zwischenlauf

Schiedlich, friedlich zeigten sich die Teilnehmer des ersten Blocks. Jean-Pierre Schnorbus (LUX) übernahm nach 30 Würfe den ersten Platz mit 201 Holz. Zwischen ihm und Marc Vanderoost (BEL) auf dem vierten Rang lagen gerade einmal fünf Hölzchen.
Eben dieser Marc Vanderoost fasste sich als erster ein Herz und spielte Bahn 1 groß auf. In die Volle standen 128 Holz auf der Anzeige und auch im Räumen blieb die ersten vier Würfe nichts stehen. Mit 411 Holz zur Hälfte tauschte er mit Jean-Pierre Schnorbus (398 Holz) die Plätze. Fernand Biver (LUX) und Marc Mocca (FRA) quetschten sich mit 409 bzw. 404 Holz noch zwischen die beiden Ergebnisse.
Auf Bahn drei waren Marc Moca und Jean-Pierre Schnorbus sichtlich um Ergebniskorrektur bemüht. Marc Moca übernahm mit 228 Holz auf Bahn 4 die Spitze und Jean-Pierre Schnorbus blieb ihm mit 223 Holz auf Bahn 3 auf den Fersen.
Während Marc Moca sein Leistung auf Bahn 1 erneut abrufen konnte und mit 861 schon verstärkt in Richtung Finale schielen. Jean-Pierre Schnorbus hingegen kam mit 200 Holz auf 819 Holz und die Nerven lagen die nächste Stunde noch blank, ob es reichen würde.

Für den letzten Block war die Marschroute klar. 819 Holz überspielen und einen direkten Konkurrenten aus dem Block hinter sich lassen. Der jenige welcher war schnell ausgemacht. Domenico Condello erwischte die zweite und dritte Bahn mit 352 Holz und konnte sich damit von jeglichen Finalträumen verabschieden. Was seinem Bruder die Möglichkeit eröffnete nach Erreichen der 819 Holz seinen Durchgang abzubrechen und seine gereizte Leiste zu schonen. Mit 822 Holz hatte er sich den vierten Platz gesichert.
Horst Mickisch (219 Holz) und Rainer Stoffels (235 Holz) legte sich von Anfang an richtig ins Zeug und waren schon früh in sicheren Gefilden. Rainer Stoffels hatte leichte Probleme auf der Räumgasse Bahn 2 und verspielte damit die erste 900 bei diesen Meisterschaften. Mit 893 Holz setzte er nach dem Mannschaftsvorlauf ein weiteres Ausrufezeichen. Horst Mickisch (859 Holz) hatte sowohl auf der Räumgasse Bahn 2, als auch auf der Räumgasse Bahn 4 kleiner Schwierigkeiten und musste sich, wie schon im Vorlauf, mit dem Platz hinter Marc Moca zufriedengeben.

Damen Mannschaft Finale

Wie schon im Einzel Halbfinale konnte sich die Damen mit Triers Bahnen 1 bis 4 nicht richtig anfreunden. Beate Gsodam konnte sich mit 196 Holz ganz nach vorne setzen, dicht gefolgt von Birgit Grethen (LUX), die nur ein Holz hinter ihr lag. Annelies Vreuls (NED) mit 177 Holz und Ursula Reuters (BEL) 162 Holz waren ein klares Zeichen das Bronze zwischen diesen Nationen ausgespielt würde.
Im Prinzip war die Reihenfolge nach 30 Würfe festgelegt und die einzige Veränderung war, dass die Abstände sich vergrößerten.
Beate Gsodam war mit dem Verlauf ihres Spiels zwar etwas unzufrieden. Keine Vollegasse mit 8er-Schnitt, maximal drei Blanke in die jeweiligen Räumgassen, aber ihre 767 Holz nahmen der Mannschaft schon eine gehörige Portion Druck. Mit Birgit Grethen (721 Holz) lag Luxemburg über 40 Holz im Hintertreffen. Zu viel, dass unter normalen Umständen noch etwas passieren sollte.
An Marion Henkel war es, den Vorsprung weiter auszubauen. Mit drei sehr guten Volleresultaten (120 - 128 Holz) und solidem Räumen konnte sie den luxemburgischen Rückstand auf fast 90 Holz erhöhen.
Vera Schwan brachte im dritten Block einen weiteren Aspekt ins Spiel. Mit tollen linke Räumgassen und überragenden Vollegassen, mit 123 Holz im Schnitt, legte sie die Basis für ihre 819 Holz. Dadurch war auch der Weltrekord wieder in greifbare nähe gerückt. Um die 3155 Holz aus Langenfeld zu knacken benötigte Schlussspielerin Bettina Woltersdorf noch 781 Holz.
Sie ließ gar keine Zweifel am Gelingen aufkommen. Die ersten drei Vollen endeten jeweils bei 117 Holz. In die Räumgassen purzelten dafür zwei bis fünf Neuner und vor der letzten Bahn konnte der Sekt schon kaltgestellt werden. Bei 608 Holz sollte nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil. Mit 124 Holz in die Volle und 98 Holz im Abräumen war sie die einzige Spielerin, die an diesem Tag auf Bahn 1 die 200 Holz Marke passieren konnte.
3205 Holz waren 50 Holz mehr als der alte Rekord und mit 271 Holz Vorsprung auf Luxemburg und 349 Holz Vorsprung auf die Niederlande zog diese Entscheidung ihre Spannung eher aus der Frage, fällt der Weltrekord oder fällt er nicht. Die Überlegenheit der deutschen Damen wurde durch die Tatsache unterstrichen, dass sie die ersten vier Plätze in der Einzelwertung belegten.

Herren Mannschaft Finale

Ähnlich deutlich wie bei den Damen lief auch die Entscheidung in der Herren Mannschaft ab und auch standen die Medaillenfarben nach den ersten 30 Würfen fest.
Alfred Mitscher erwischte einen Start nach Maß. Mit 123 Holz in die Volle auf Bahn 7 und geräumten 98 Holz, lag er mit acht Holz vor den ärgsten Rivalen aus Luxemburg. Jean- Pierre Schnorbus kam auf Bahn 5 zwar besser in die Volle zurecht, musste Alfred Mitscher dann auf die Räumgasse den Vortritt lassen.
Auf der zweiten Räumgasse war dann der Schlaf der Gerechten angesagt. Mit 70 Holz kegelte Alfred Mitscher das zweitschlechteste Ergebnis aller Teilnehmer auf Bahn 8. Nach einer kurzen Phase der Verunsicherung ging es dann auf Bahn 5 an die Wiedergutmachung. 116 Holz im Räumen waren herausragend. Die zweitbeste Zahl lag über 20 Holz darunter. Danach lief es. Bahn 6 mit guten 213 beendet und 864 Holz bedeutete den zweiten Platz in der mannschaftsinternen Wertung bei seinem Abschiedsspiel.
Mit 30 Holz vor Luxemburg und über 50 Holz vor Frankreich konnte sich Rainer Stoffels gelassen seinem Durchgang widmen. Wie schon im Einzel Halbfinale legte er los wie die Feuerwehr. Bahn 8 mit 236 waren die Tagesbestzahl auf diesen beiden Gassen. Ein bisschen Verschnaufen auf Bahn 5 mit lediglich drei Blanken auf den letzten 15 Würfen, um dann gleich wieder das Tempo anzuziehen. Geräumte 107 Holz auf Bahn 6 teilte er sich die Höchstzahl mit Horst Mickisch auf diese Gasse. Nach einer guten Volle lag auch plötzlich der Einzelweltrekord (907 Holz) aus Langenfeld in Reichweite. Acht Blanke waren von gefragt. Nach elf Würfen waren derer sieben erledigt, doch in den nächsten beiden Versuchen wollte die verflixte Achte nicht gelingen. Trotzdem sprang mit 901 Holz die erste 900 dieser Meisterschaften heraus.
Der eine feierte seinen Abschied. Der andere gab in Trier sein Debüt in der Nationalmannschaft. Michael E. Schmidt startete verhalten, doch auf der zweiten Bahn war er vollständig im Spiel angekommen. Seine 131 Holz in die Vollen wurde nicht mehr erreicht und mit 98 Holz im Räumen reihte er sich nahtlos in die hervorragenden Ergebnisse der Deutschen auf Bahn 6 ein. Ein kleine Schlafmützigkeit in die nächste Volle wurde durch 99 Holz im Räumen ausgeglichen. An 210 Holz war für die drei direkten Konkurrenten nicht zu tasten und Bahn 8 lief mit 226 Holz wieder makellos. Nach seinen 862 Holz fing auch das Rechnen bei den Herren an. Horst Mickisch und Theo Mülleneisen, die sich den letzten Durchgang teilen wollten, mussten 828 Holz für einen neuen Weltrekord erkegeln.
Horst Mickisch machte den Anfang und toppte mit seinen 234 Holz auf Bahn 6 alle Mit- und Gegenspieler. Auf Bahn 7 schaffte er den Freiwurf nicht und übergab die Kugel mit einer 446 Holz Halbzeit an Theo Mülleneisen. Dieser begann mit einer soliden Volle, aber kam ähnlich wie Alfred Mitscher nicht in die Räumgasse. Mit 191 Holz ging die Rechnerei wieder los. Wie viel muss er für einen neuen Weltrekord spielen? Wohl dem, der die Ruhe des Alters erlangt hat. Eine 114er Volle erhöhte scheinbar nur die Spannung im Publikum. In aller Ruhe entledigte Theo Mülleneisen sich der Aufgabe mit 95 geräumten Hölzern. 846 Holz für das Duo und 3473 Holz für die Mannschaften bedeuteten den dritten Weltrekord an diesem Tag. Wie die bei den Damen war es auch bei den Herren niemandem vergönnt in die Phalanx des deutschen Quartetts einzudringen. Die Einzelwertung ging auch hier komplett an Deutschland.

Mixed Paarkampf Finale

Sowohl Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch, als auch Beate Gsodam im Zusammenspiel mit Alfred Mitscher hatten einen Auftakz nach Maß. Jeweils vier Blanke in die Räumgassen brachten beiden 177 Holz ein. Noch lange kein Grund sich in Sicherheit zu wiegen. Rosina Thater und Vincenzo Condello verpassten zwar den Freiwurf kamen aber dennoch auf 171 Holz. Hätten Annelies Vreuls und paul Welzen (NED) nicht einen Bauern ausgelassen wären ihre 168 Holz auch noch aufgestockt worden.
Auch auf der nächsten Bahn blieben die die Deutschen fast im Gleichschritt. Beate Gsodam und Alfred Mitscher erspielten sich mit ihren 183 Holz einen zwei Holz Vorteil vor Woltersdorf/Mickisch. Auch bei diesen 30 Würfen waren die Italien und die Niederlande mit ihren Gastgeschenken sehr großzügig. Vincenzo Condello reinigte die Pudelrinne beim Wurf auf das volle Bild und Annelies Vreuls /Paul Welzen wollten einer Hinterdame nicht zu nahe treten. Damit waren eine Lücke von ca. 30 Holz auf die führenden Paare entstanden.
Auf der zweiten Hälfte bekamen Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch einen fantastischen Lauf. Mit 97 Holz auf Bahn 3 links übernahmen sie erstmals die Führung und bauten diese mit 106 Holz auf der Gegengasse aus. 561 Holz vor der letzten Bahn. Der nächste Weltrekord lag in der Luft. Beate Gsodam und Alfred Mitscher konnte die erste Gasse der dritten Bahn mit 90 Holz noch gegenhalten. Doch danach war Schluss. Die folgenden 80 Holz reichten, um den Vorsprung auf Bronze zu halten, aber nicht, um an Woltersdorf / Mickisch dranzubleiben.
Der Titel war vergeben. Zumal Bettina Woltersdorf und Horst Mickisch weitere 205 Holz folgen ließen. Mit 766 Holz wurde die alte Weltrekordmarke (700 Holz) auch hier pulverisiert.
Beate Gsodam mussten sich nach der einzigen schwächeren Bahn noch sputen. Doch vier Eröffnungsneuner auf der letzten Gasse, nahmen Rosina Tather und Vincenzo Condello (683 Holz) die letzte Hoffnung auf die Silberne Medaille. Es blieb bei Bronze. Mit 699 Holz blieb selbst das zweite deutsche paar nur ein Holz unter dem alten Weltrekord.

Damen Paarkampf Finale

Auch im Damen Paarkampf standen zwei deutsche Paare im Finale. Im gegensatz zum Mixed trennten sich die Wege jedoch sehr schnell. Während Marion Henkel und Bettina Woltersdorf mit 168 Holz ihre erste Bahn knapp auf Platz 1 beenden konnten, ging bei Vera Schwan und Beate Gsodam nicht viel. Mit 139 Holz waren sie nach dreißig Würfen schon 27 Holz im Hintertreffen auf einen Medaillen Platz. Anna Röhrig und Rosina Thater (ITA) teilten sich den zweiten Platz mit Doris Melo und Birgit Grethen (LUX). Beide hatten ihre erste Bahn mit jeweils 166 Holz beendet.
Auch auf der dritten Gasse hielt die Flaute von Schwan / Gsodam an. Wenigsten konnte zum ersten Mal zwei Neuner durchgebracht werden. Doch der Rückstand wuchs weiter an. Die anderen drei Paare konnten warfen wenigsten 80 Holz und erhöhten den Druck damit. Erst die letzten 15 Würfe der ersten Halbzeit waren erfreulich. Mit 97 Holz kamen Vera Schwan und Beate Gsodam auf 314 Holz und hatten wieder Tuchfühlung mit Doris Melo und Birgit Grethen (317 Holz). Beide hatten mit Bahn 8 ihre Probleme und ihre 71 Holz eröffneten den Deutschen eine gute Chance die Hand noch an die Medaille zu legen. Vorne sah es 15 Würfe lang nach einem Durchmarsch von Marion Henkel und  Bettina Woltersdorf aus. Nach 106 Holz dachte man, dass Anna Röhrig und Rosina Thater nicht mehr folgen können. Ihre 88 Holz waren zwar gut, aber der Rückstand betrug zur Halbzeit über 25 Holz.
Was 25 Holz Rückstand bedeuten zeigten die beiden auf der nächsten Gasse. Nämlich nichts. Ein Konter mit 103 Holz auf Bahn 7 links gefolgt von 106 auf die rechte Gasse und ganz schnell waren sie an die erste Position gestürmt. Verkehrte Welt, denn Vera Schwan und Bettina Woltersdorf (523 Holz)fanden keine passende Antwort auf Bahn 6 und sie lagen danach selbst mit 20 Holz im Hintertreffen. Und auch Doris Melo / Birgit Grethen (465 Holz) machten es Vera Schwan / Beate Gsodam (459 Holz) das Leben schwer. Nach einer kurzzeitigen Führung warfen sich die beiden deutschen durch ein paar Bauernfehler  wieder selbst zurück.
Auf der letzten Bahn hatten sie letztendlich doch den besseren Endspurt und die größern Kraftreserven. Während Doris Melo und Birgit Grethen auf keiner Gasse Schnitt spielen konnten, warfen Vera Schwan und Beate Gsodam acht Blanke bei den letzten 30 Würfen.  Mit 637 zu 598 Holz wurde die Bronzemedaille deutlicher gewonnen, als es dem Spielverlauf angemessen gewesen wäre.
Auch der Titel wurde auf der vorletzten Gasse vergeben. Durch eine tolle Energieleistung erkegelten Bettina Woltersdorf und Marion Henkel  202 Holz auf Bahn 7. Mit 725 Holz gewannen sie nicht nur den Weltmeistertitel sondern sicherten sich auch den Weltrekord. Anna Röhrig und Rosina Thater konnten nicht mehr folgen. Durch zwei  70 Holz Gassen fielen sie weiter zurück, als es der bisherige Ablauf erwarten ließ. Die Silbermedaillen waren durch ihre 684 Holz allerdings nie gefährdet.

Herren Paarkampf Finale

Das schönste Finale stand im Herren Paarkampf auf dem Programm. Es war der einzige Endlauf in dem vier unterschiedliche Nationen vertreten waren. Mit Frankreich, Italien, Luxemburg und Deutschland war für (fast) jeden etwas dabei.
Als Weltrekordinhaber starteten Rainer Stoffels und Alfred Mitscher mit 204 Holz furios. Die ebenfalls hoch eingeschätzten Condello Brüder (ITA) verschlief  den Start fast gänzlich Zwei Mal zwei Blanke reichten nur für 157 Holz und die rote Laterne. Bis zum zehnten Wurf hielten die Francis Marques und Michael Pichot (FRA) am besten mit den beiden Deutschen mit. Bis sie sich im elften Wurf  eine drei anwarfen. Das Räumen dieses Anwurfs beschäftigte sie bis zum Ende der Gasse und die Lockerheit aus dem Vorlauf und dem Halbfinale war verschwunden. Ein weiteres Räumbild, dass erst im vierten Versuch gelöst werden konnte vergrößerte die Unsicherheit noch mehr und der Durchgang war für Frankreich gelaufen, obwohl noch 160 Holz zusammen kamen. Besser machten es die luxemburgischen Routiniers Ilvano Pianini und Fernand Biver. 164 Holz ohne Fehler auf der ersten Bahn waren der aktuelle zweite Platz.
Auf der zweiten Bahn hatten Vincenzo und Domenico Condello ihre Aufwärmphase abgeschlossen mit 116 Holz machten sie sich an die Verfolgung der Weltrekordler und übernahmen die zweite Position vo Ilvano Pianini / Fernand Biver. Ohne Freiwurf kamen diese auf 97 Holz und büßten fast 20 Holz ein. Die nächste Gasse lief auf ein 90 zu 90 Holz hinaus, so dass der deutsche Vorsprung zur Halbzeit noch bei 28 Holz lag.
Auf die nächste Gasse knappste Italien weitere neun Holz vom Vorsprung ab, ehe Rainer Stoffels und Alfred Mitscher wieder etwas für die Nerven der Fans tun konnten. Erneut kein Freiwurf aber die erkegelten 98 Holz reichten, um wieder etwas Abstand auf die Condellos zu erspielen. Eine italienische dicke Fünf und eine dicke Sechs waren das Startsignal für Rainer Stoffels die erste Neun vorzulegen und danach fanden beide wieder zu ihrem Spiel. Ilvano Pianini und Fernand Biver  sicherten sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Bronzemedaille, da für Francis Marques und Michel Pichot nichts mehr lief.
Vor der letzten Gasse war eigentlich alles entschieden. Rainer Stoffels und Alfred Mitscher hatten 44 Holz Vorsprung auf Vincenzo und Domenico Condello. Als diese dann mit sieben Neunern auf Bahn 1 anfingen wurde es plötzlich nochmal eng, da Stoffels / Mitscher bis zu diesem Zeitpunkt erst ein Kranz gelungen war. Gleichzeitig mit der ersten Sieben der Italiener setzte Alfred Mitscher die zweite Blanke. Mit dem zwölften Wurf fiel die zweite Sieben für Italien und auch dieser Titel ging nach Deutschland.

Damen Einzel Finale

Den Abschluss machten die Einzel Finals. Die Damen durften auf den Bahnen 1 – 4 kegeln. Ein Dreigestirn setzte sich bereits in die Volle ab. Vera Schwan (202 Holz) war mit 123 Holz nach der Volle nur kurz in Führung. Auf die Räumgasse zogen Rosina Thater (208 Holz) und Bettina Woltersdorf (206 Holz). Birgit Grethen (LUX) fand auf Bahn 4 weder in die Volle noch ins Abräumen den Weg in die Gasse. Es waren erst 30 Würfe gespielt, aber 180 Holz waren beim ersten Bahnwechsel so gut wie der vierte Platz.
Auch die zweite zeigte von den drei Führenden eine ausgezeichnete Volle (120 – 126 Holz). In die Räumgasse konnte Vera Schwan Schwan (417 Holz) wieder leicht aufholen. Sie lag nur noch ein Holz hinter Rosina Thater (418 Holz) und drei Holz hinter Bettina Woltersdorf (420 Holz). Für Birgit Grethen gab es kein herankommen. Mit 110 Holz in die Volle hatte sie sich erneut einen zu großen Rückstand vor der Räumgasse eingehandelt, als das sie ihren ohnehin schon beträchtlichen Rückstand verkürzen könnte.
Die Volle war auch auf der dritten Bahn sehr ausgeglichen. Keine Spielerin konnte sich absetzen. Also entschied wieder die Räumgasse. Zur Abwechslung hatte Rosina Thater die Nase vorne. Sechs Blanke reichten, um mit 632 Holz knapp in Führung zu gehen. Bettina Woltersdorf, mit nur fünf Blanken (629 Holz) wurde auf den zweiten Rang verdrängt und Vera Schwan (620 Holz), mit vier Blanken, blieb auf Bronze.
Mit 129 Holz in ihre letzte Volle sorgte Bettina Woltersdorf für die Voerentscheidung. Vera Schwan hielt mit 214 Holz sehr gut dagegen, trotzdem lag sie mit 15 Holz hinten. Rosina Thater verstand Bahn 4 überhaupt nicht. Durch 108 Holz hatte sie auf einmal nur noch Platz 3 inne. Bettina Woltersdorf konnte sich mit 79 Holz zufrieden geben. Keine ihrer Gegenspielerinnen konnte ihr folgen. Mit 837 gewann sie ihren vierten Weltmeistertitel und ist zusätzlich an allen vier Weltrekorde der Damen beteiligt.
Für Vera Schwan wurde es auf der letzten Bahn ganz bitter. Drei Fehlwürfe auf den rechten Bauern vermiesten ihr Ergebnis (796 Holz). Schnitt hätte gereicht und sie hätte Silber statt Bronze überreicht bekommen. So reichte eine Rosina Thater eine 71 Holz Räumgasse, um sich mit Silber zu schmücken.

Herren Einzel Finale

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Herren Einzel Finale. Mit Marc Moca, Vincenco Condello, Horst Mickisch und Rainer Stoffels standen die stärksten Spieler dieser Meisterschaften gleichzeitig auf den Bahnen. Marc Moca war der einzige Spieler, der sich ganz auf sein Einzel konzentrieren konnte. Alle anderen Akteure hatte schon mindestens eine Start absolviert.
Mit Ergebnissen von  123 und 127 Holz in die Vollen gingen Horst Micksich auf die 900 Würfe Marke in den letzten vier Tagen zu. Mit Marc Mocas (FRA) 127 Holz und Vincenzo Condellos (ITA) 126 Holz waren alle auf hohem Niveau zusammen.  In die Räumgasse fingen alle Spieler mit einer Neun an, Horst Mickisch sogar mit vier Neunern – nur Stoffels nicht. Dafür hörte dieser mit zehn Blanke auf und lag mit 242 Holz weit vorne. Horst Mickisch Startbahn wurde durch ein offenes Bild im 28. Wurf verhagelt. Durch den daraus resultierenden Dreier verlor er den Anwurf und kam nur auf 213 Holz. Marc Moca konnte die Situation mit zwei Neuner nutzen und sich mit 223 Holz auf dem zweiten Rang platzieren.
Auf der nächsten Vollegasse war Schonhaltung angesagt. Lediglich Marc Moca (435 Holz) konnte mit 8er Schnitt überzeugen. Den Vorsprung verspielte er anschließen auf der Räumgasse als Vincenzo Condello (422 Holz) und Rainer Stoffels (465 Holz) mit jeweils acht Blanken auftrumpfen konnten. Da bei Horst Mickisch (419 Holz) auch die Räumgasse mit fünf Blanken endete rutschte er zur Halbzeit auf Rang vier ab.
Auf der dritten Bahn entschied Rainer Stoffels mit 235 Holz das Titelrennen für sich. 700 Holz nach drei Bahnen ließen den letzten noch bestehenden Weltrekord aus Langenfeld ins Visier rücken.
Das Rennen um die beiden verbliebenen Medaillen machte Horst Mickisch mit 132 Holz in die Volle wieder spannend. Plötzlich lag er nur noch 1 Holz hinter Marc Moca, der seine Volle nicht traf (117 Holz). Auf die Räumgasse taten sich beiden nicht viel, so dass Marc Moca (641 Holz) vor den letzten 30 Würfen noch mit drei Holz auf Platz 2 lag. Vincenzo Condello (626 Holz) hatte liebe Mühe mit seiner Leiste und Bahn 8. Geräumte 81 Holz waren für den Rutsch auf Position vier verantwortlich mit 12 Holz Rückstand auf Bronze.
Die letzte Räumgasse musste entscheiden. Und die Entscheidung fiel zu Gunsten von Horst Mickisch. Vier Blanke reichten ihm aus. Zwar immer noch ohne Einzeltitel bei einer Weltmeisterschaft, konnte er sich dennoch über 846 Holz und die Silbermedaille freuen. Um Bronze wurde es dann dramatisch. Marc Moca hatte seinen Durchgang bei 843 Holz beendet. Vincenzo Condello hatte noch zwei Würfe und 827 Holz liegen. Der 129. Wurf war die ersehnte Neun. Der 130. Wurf eine dünne Sieben. Holzgleichheit. Das um neun Holz bessere Räumergebnis gab am Ende den Ausschlag für Vincenzo Condello.
Von alle dem losgelöst spielte sich Rainer Stoffels an seinen Weltrekord heran. Nach weiteren 129 Holz in die letzte Volle benötigte er noch zwei Neuner, um die 907 Holz zu verbessern. Es wurden deren acht. Mit 936 Holz fiel auch noch der letzte Weltrekord.

Die deutsche Nationalmannschaft bedankt sich bei den unzählige Großen und Kleinen, Jungen und Alten Helfer, deren sehr gute Organisation und Herzlichkeit diese Meisterschaften zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. In allen Disziplinen wurden neue Weltrekorde aufgestellt, was für sehr gut präparierte Bahnen spricht. Auf ein Neues in Luxemburg.