Sonntag, 29. Mai 2011 07:24

Deutsche Meisterschaften 2011 in Kassel

geschrieben von  Mike Killadt

Der letzte Tag war den Einzel Zwischen- und Endläufen reserviert, kurz unterbrochen vom Finale im Mixed-Paarkampf. Die Damen zeigten einen Endlauf der an Spannung kaum zu überbieten war. Alle vier Spielerinnen lagen innerhalb von Neun Holz.

Herren A Mannschaft Endlauf

Bereits im ersten Block nahm der letztjährige Meister aus Münstermaifeld das Unternehmen Titelverteidigung in Angriff. Doch Gerd Köhl kam auf der ersten Bahn nicht recht in Schwung. Drei Neuner zum Abschluss der Räumgasse hielten ihn im Rennen, sonst wäre es nach der ersten Bahn schon knapp geworden, denn die Herausforderer waren in Lauerstellung. Allen voran der VBK Bielefeld mit Detlef Tönsmann, der sich mit 215 Holz an die Spitze setzte. Die zweite Bahn sorgte dann für Aufatmen bei den Rheinland-Pfälzern. Mit 223 Holz fand Gerd Köhl in die Erfolgsspur, danach folgte nichts mehr unter 220 Holz. Den krönenden Abschluss machte Bahn 7 mit 238 Holz. Summa summarum 882 Holz und zu diesem frühen Zeitpunkt der erste Hinweis auf die Ergiebigkeit der Bahnen. Detlef Tönsmann belegte mit seinen Bielefeldern Rang drei im ersten Durchgang mit 822 Holz.
Überboten wurde er lediglich von Engelbert Poth, der mit seinen 827 Holz den SKV Trier in die beste Verfolgerposition brachte. Ebenso blieb die KV Mittelsaar mit Uwe Altmeyer (820 Holz) im erlauchten Kreis der 800er.

Der zweite Durchgang beschränkte sich zwei überschaubare Ergebnisse jenseits der 800. Alfred Gasch von den SK Castrop-Rauxel legte mit 811 Holz wieder eine Hand an die Podestplätze und Rainer Stoffels ließ mit 879 Holz die SK Münstermaifeld auf vorentscheidende 161 Holz vor dem zweitplatzierten enteilen. 133 Holz auf Bahn 8 waren sehr bemerkenswert in Anbetracht der Tatsache, dass nur noch zwei weitere Ergebnisse über 120 Holz auf dieser Gasse gefallen sind.
Das Halbzeitergebnis war eine kleine Überraschung. Werner Damble (777 Holz) führte den SKV Trier auf den zwischenzeitlichen zweiten Platz. Einige Probleme in die Vollen sorgten beim VBK Bielefeld, KV Mittelsaar und den SK Castrop-Rauxel für Hoffnung zumindest den zweiten Platz noch erreichen zu können. Lagen die Verfolger doch nur in einem 20 Holz Abstand dahinter.

Das Saarland profitierte von den dritten Starter am meisten. Sowohl Michael Leinenbach (801 Holz) von der KV Mittelsaar, als auch Warndts Dietmar Klein (828 Holz) sorgten für Stimmung bei den mitgereisten Fans. Zumindest für die Mittelsaar reichte es zum vierten Platz. Drei Holz lag man auf Castrop-Rauxel zurück, die sich mit Rüdiger Mikolons 786 Holz knapp auf Bronze halten konnte.
Bielefeld musste durch Rainer Dahnerts 768 Holz einen Rückschlag im Kampf um die Medaillen hinnehmen. Man rutschte auf Platz fünf ab und sah sich 24 Holz im Rückstand auf die Bronzemedaille. Auf Silber rangierte weiterhin der SKV Trier. Andre Brink (796 Holz) polsterte den Vorsprung sogar noch um 10 Holz auf.
Münstermaifeld zog indes einsam seine Kreise. Alfred Mitscher (818 Holz) gab der Konkurrenz keine Blöße und sicherte die Titelverteidigung souverän ab. Bei 180 Holz Vorsprung war zumindest die Spannung um Platz 1 nicht mehr gegeben.
Den Schlussdurchgang eröffnete Dieter Schütz mit einem Paukenschlag. Seine 841 Holz brachten ihm den dritten Platz in der Einzelwertung und katapultierten die Bielefelder erneut auf Rang 2. Sehr starke Vollegassen und zwei 96er Räumgassen bildeten die Grundlage für die herausragende Leistung zu dieser späten Stunde. Trier, Castrop-Rauxel und Mittelsaar mussten sich sputen, um noch einen Platz auf dem Treppchen zu finden. Die beste Ausgangssituation hatte der SKV Trier. Neun Holz Vorsprung auf den schärfsten Verfolger aus Castrop-Rauxel und zwölf Pinne vor der KV Mittelsaar. Ulrich Eudenbach musste relativ früh die Segel streichen. 760 Holz waren im Endspurt zu wenig und auch Ingo Wagner (781 Holz) kam nicht in Tritt. Das Aus kam auf Bahn sieben mit einer 62er Räumgasse. Diese Chance ließ sich Manfred Göbel nicht entgehen. Am Ende bedeuteten seine 791 Holz den dritten Platz und Bronze.
Für Münstermaifeld beendete Matthias Schneider nach einem stetigen Auf und Ab den Titel-Hattrick mit 798 Holz.

Damen A Mannschaft Endlauf

Im ersten Block jedes Durchgangs kam es zum erneuten Aufeinandertreffen der zweit- und drittplatzierten Mannschaften aus dem Vorjahr, Salzgitter und Langenfeld. Heike Martini durfte die ersten Kugeln für die SK Langenfeld absolvieren. Nach 756 Holz fanden sich die Langenfelderinnen überraschen weit hinten – auf Platz sechs – wieder. Sabine Unger machte den Start für den letztjährigen Vize aus Salzgitter. Nicht immer zufrieden brachte sie ihre Mannschaft dennoch mit einem Startziel sieg im ersten Block auf Platz zwei. Einzig die Titelverteidigerinnen aus Polch machten es besser. Wie bei den Männern fiel auch hier bereits im ersten Block das Tagesbestergebnis. Beate Gsodam (801 Holz) war es vergönnt als einzige Dame, die 800er-Marke zu durchbrechen. Auf Platz drei fand sich die KSV Baunatal ein. Uta Böth sorgte mit 765, und einigen unnötigen Fehlwürfen auf die Eckkegel, für gute Stimmung bei der hessischen Vertretung.

Der zweite Durchgang brachte eine Inflation der 600er Ergebnisse. Deren drei verteilten sich auf die GSK Nordhorn, SKG Mülheim und die KSV Baunatal. Letztere verabschiedeten sich damit von den Medaillenrängen und deren Erreichbarkeit. Dafür sorgten die SK Gilzem für Aufsehen. Nach sehr guten 760 Holz von Petra Bartz im ersten Durchgang, konnte Birgit Grethen noch eins draufsetzen. 782 Holz und Platz drei brachten mehr als ein überraschtes Gesicht zu Tage. Der amtierende Meister und der Vize behielten weiterhin ihre Plätze. Claudia Holz (779 Holz) und Carolin Buerscharper (771 Holz) hielten ihre Teams schadlos. Langenfeld konnte durch Elke Scheibs 736 Holz einen Platz aufholen und näherte sich dem anvisierten Treppchen langsam.

Im dritten Durchgang wurde es dann richtig turbulent. Birgit Grohs setzte die KSV Salzgitter mit ihren 797 Holz an die Tabellenspitze. Das drittbeste Räumergebnis aller Starterinnen und solide Volle-Ergebnisse brachten ihr den zweiten Platz in der Einzelwertung ein. Profitieren konnte sie vom Malheur der Titelverteidigerinnen. Christa Mickisch versuchte sich verzweifelt über die 700 zu quälen. Scheiterte letztlich aber mit 692 Holz. Plötzlich war auch wieder Mittelsaar im Spiel. Ex-Nationalspielerin Karin Breuer legte 746 Holz aufs Plastik und legte die Saarländerinnen nur noch 9 Holz hinter den KSC Polch. Und auch Langenfeld machte dank Martina Schmidts 746 den nächsten Platz gut. Zumindest Bronze schimmerte wieder am Horizont.

Der letzte Durchgang bot dann Dramatik pur, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Den Anfang machte Salzgitter. Bisher ohne Fehl und Tadel, kam auf der letzten Position der Schwachpunkt. Mit 616 Holz, dabei neun Eckenfehlern in Folge auf der ersten Bahn rutschte den Niedersachsen die Medaille durch die Finger. Schwupps weg... Bettina Woltersdorf, dadurch zusätzlich angespornt legte zeitgleich Langenfelds Top-Resultat auf die Bahnen. 789 Holz waren eine sichere Medaille. Minimum Bronze, vielleicht auch mehr. Die bis dato führenden mussten Nachlegen. Polch benötigte 700, um Salzgitter zu übertreffen und 756 Holz für Langenfeld. Für Mittelsaar war die Hürde Salzgitter bei 709 Holz aufgelegt und 765 Holz bedeuteten den Sieg über Langenfeld. Außerdem trennten Polch und Mittelsaar auch nur winzige neun Holz.
Polch machte von beginn an ernst und es gab kein Zweifel, dass Rita Kasper-Kirst alles daransetzen würde Langenfeld zu überspielen. Bei 405 Holz zur Halbzeit waren die Fronten auch schnell geklärt. Am Ende standen die zweite Titelverteidigung an diesem Tag fest. 792 Holz bescherten dem KSC Polch die erneute Goldmedaille.
Schwerer tat sich da Klaudia Weirich für die KV Mittelsaar. Schon zur Halbzeit (372 Holz) wurde der Weg zu Silber weit und man freundete sich gedanklich mit Bronze an. Doch dann mehrten sich die kleinen Fehler, aus kleinen Fehlern wurden schwerer Fehler und aus schwereren Fehlern wurde der vierte Platz. Mit 706 Holz trudelte man zwei Kegel hinter Salzgitter ins Ziel. Was dem einen sein Entsetzen, war dem anderen seine Freude...

Herren B Mannschaft Endlauf

Großes Aufgebot im ersten Block. Rüdiger Bergmann, Joe Hennes und Manfred Radau gaben sich die Ehre. Der „Jüngste“ (Manfred Radau) gab auf der ersten Bahn den Takt vor. 199 Holz zu 196 Holz (Bergmann) und 193 Holz (Hennes).
Durch vier Bauernfehler brachten sich Rüdiger Bergmann selbst ins Hintertreffen und musste die beiden anderen ziehen lassen. Der ehemalige Mannschaftskollege Joe Hennes (204 Holz) nutzte dies prompt aus. Ebenso Manfred Radau mit 211 Holz. Letzterer blieb nach einer tollen Bahn 12 wieder vorne und der Einzige, der sich noch auf 800 Holz machen durfte (602). Für Joe Hennes, seinem ärgsten Verfolger wurde der Weg sehr weit (586 Holz). 218 Holz auf der letzten Bahn brachten Joe tatsächlich noch auf 804 Holz. Um Manfred Radau zu überrunden reichte es nicht. Mit 813 sicherte er der KV Mittelsaar erstmal die Führung.
Der nächste Block wartete mit weiteren Hochkarätern auf. Hans Werner Krumpe (TG Herford), Gerhard Schultz (VOK Osnabrück) und Karl Jostock (SKV Trier) waren die Anstarter für ihre Mannschaften. Die Show wurde ihnen anfänglich allerdings vom Kasseler Karl Heller gestohlen. Bis Gerhard Schulz auf Bahn 12 mit sieben Blanken in die Räumgasse anfing und die Bahn mit 227 Holz abschloss. Ein Bauernfehl im Vorletzten bei Karl Heller und Kassel wurde von der Realität eingeholt. In die Volle kam Gerhard Schulz dann gar nicht zurecht, erst im Abräumen konnte er sich wieder fangen und mit einer kleinen Führung vor Herford auf die Abschlussbahn gehen. Es sollte reichen. Mit 813 Holz egalisierte er Manfred Radaus Ergebnis vom Vorblock und auch Hans-Werner Krumpe sorgte mit 810 Holz für zufriedene Gesichter in Herford.

Der zweite Durchgang verflachte bei den ersten vier Mannschaften. Hubert Krumbe (769 Holz) setzte Rösrath nach vorne ab. Von den restlichen Teams kam nicht viel Gegenwehr, so dass sich Rösrath im weiteren Verlauf des Spiels auf die im nächsten Block folgenden Konkurrenten aus Herford, Kassel und Osnabrück konzentrieren konnte.
In eben diesem zweiten Block überschlugen sich die Ereignisse. Der Titelfavorit aus Herford kam mächtig ins Stolpern als Klaus Möhrke auf seiner zweiten Bahn acht Anwürfe benötigte und immer noch den verflixten rechten Bauern auf Bahn 11 stehen hatte. Auswechslung! Für Herford sprang Wolfgangs Tönsmann ins Trikot und konnte die Partie noch mit 713 Holz beenden. Der Titel konnte kaum noch mit dem Fernglas erspäht werden. Hierdurch angetrieben startete Hans Georg Lichte wie schon im letzten Jahr in Salzgitter eine Aufholjagd. Seine 786 Holz sorgten für Kasseler Freude über Platz 3. Martin Thiel für den VOK Osnabrück konnte nicht ganz so stark von der Herforder Misere profitieren, zog mit 756 Holz dennoch an den Ostwestfalen und den Gastgebern auf Platz zwei vorbei. Platz vier nur noch für Herford und drei Holz dahinter lauerte auch schon der SKV Trier.

Im dritten Durchgang kamen die Zuschauer auch keglerisch wieder auf ihre Kosten. Wie gehabt musste Rösrath vorlegen. Johannes Verhees trug solide 784 Holz zum Gesamtergebnis bei und war dann mit seiner Mannschaft wieder 120 Würfe lang zum Warten verdammt.
Wohlan, wer noch einen Ditmar Knörenschild in seiner Mannschaft hat. Eben dieser machte sich auf an die Verfolgung. Holz um Holz nahm er seinen Konkurrenten aus Osnabrück und Kassel ab und eliminierte auch große Teile des Rösrather Polsters. 830 Holz bedeuteten Platz zwei in der Einzelwertung. Kassel hingegen konnte ein „Ruhekissen“ von neun Holz an den letzten Starter übergeben. Getrieben vom Herforder Ansturm schaffte Axel Leithäuser es sogar Rösrath mit fünf Holz auf den zweiten Rang zu verdrängen und seinen Kasslern die Spitzenposition zu erobern.
Osnabrück war mit acht Holz abgefangen und auf Platz vier verwiesen, da Jürgen Logemann mit dem Herforder Tempo nur anfangs Schritt halten konnte. Damit das Ganze aber nicht zu übersichtlich wurde sorgte Klaus Schmitt mit seinen 815 Holz, dass auch der SKV Trier noch ein Wörtchen um die Medaillenvergabe mitreden konnte. Lagen zwischen Kassel und Trier doch gerade einmal 27 Holz.

Das Vorlegen klappte aus Rösrather Sicht bisher ganz gut. Mit Manni Selge im Schlussblock funktioniert es perfekt. Seine 839 Holz waren die beste Einzelleistung des Wettbewerbs und setzten die Rösrather an die Spitze. Dass die Goldmedaille an einen andere Mannschaft gehen würde, glaubte in der Halle niemand mehr. Spannender wurde der Wettstreit um die beiden verbleibenden Medaillenfarben. Otto Düsterhöft (TG Herford) sollte die Reise nach Kassel wenigstens versilbern. Kassels Conny Burg hingegen wollte als Gastgeber diese Platz für sich beanspruchen.  Wie sehr sich Otto Düsterhöft auch mühte es gab kein Beikommen. Jedesmal konterte der Hausherr überzeugend. Neun für Düsterhöft, Kranz für Burg, eine Fünf bei Düsterhöft folgte eine Sechs bei Burg. Es war zum Verzweifeln – auf beiden Seiten. Erst mit den letzten drei Kugeln war klar, dass Kassel das Silber nicht mehr zu nehmen war. Herford durfte sich trotz des Totalausfalls mit Bronze trösten.
Der Endspurt von Osnabrück kam zu spät. Zwar konnte Trier mit zwei Holz auf Distanz gehalten werden, aber erneut sprang nur der vierte Platz bei den Deutschen Meisterschaften heraus. Ein Déja Vu der letztjährigen Meisterschaften in Salzgitter.

Damen A Einzel Vorlauf

Für Sylvia Cornelius (773/7)war es definitiv zu früh am Tag. Eine verschlafene Startbahn ließ keine Ruhe im Spiel zu und sie musste sich von Gasse zu Gasse kämpfen. Ähnlich erging es Bettina Woltersdorf (784/5). Beide lagen über weite Strecken der 120 Wurf Kopf an Kopf. Charakteristisch für den Verlauf des ersten Blocks war die dritte Räumgasse. Als Sylvia Cornelius sich eine „Drei geradeaus“ im Räumen anwarf, parierte Bettina Woltersdorf mit einer „dicken Fünf“. Beide fabrizierten einen Dreier und machten der Konkurrenz Hoffnung einen der beiden Favoriten zu Fall zu bringen. Lange zu suchen brauchte man nicht. Susanne Broscheit (779/5) steigerte sich immer weiter in den Wettkampf hinein und stellte zumindest Sylvia Cornelius ein Bein.
Wie einfach Kegeln in Kassel sein kann zeigte im zweiten Block Rosina Tather. Mit einer 433er Halbzeit fragte man sich, was denn nun so schwer an den Bahnen war. Nach einer kleinen Schwäche auf Bahn 8 kamen schließlich 813/2 Holz zusammen. Ein ähnlichen Verlauf nahm das Ergebnis Profil von Beate Gsodam drei Bahnen gut gespielt und Bahn 8 überhaupt nicht verstanden. Trotzdem brauchte sie sich mit 792/4 Holz keine Sorgen um das Weiterkommen machen.
Um den dritten Block wurde es ruhig. Keine der Daten erbrachte die notwendige Leistung, die einen weiteren Auftritt nach sich gezogen hätten. Unter den Opfern waren u.a. Sylvia Brill und Rita Kasper-Kirst. Dafür entschädigte der folgende Durchgang. Mirjan Seree düpierte die deutsche Konkurrenz. Auf drei Gassen in folge setzte sie die Tagesbestmarke. Angefangen mit der Vollegasse Bahn 8 und 127 Holz, folgte die Räume mit 95 Holz und Bahn 5 mit 122 Holz erneut in die Volle. Der Lauf hielt bis zum Schluss und die Tagesbestmarke mit 823/1 Holz lag vor. Hiervon angespornt kam Vera Schwan als dritte Keglerin in den 800er Bereich. Ihre 97 Holz im Abräumen auf Bahn 7 hatte kaum ein Mann in nachfolgenden Herren A Vorlauf zu Fall gebracht.
Den letzten freien Platz im Zwischenlauf beanspruchte Marion Henkel (767/8) für sich. Erst auf der letzten Gasse konnte sie sich gegen Claudia Jaster durchsetzen und den Schlussspurt von Gabi Schierbaum abwehren.

Herren A Einzel Vorlauf

Der erste Block sah eine zwei Klassengesellschaft. Während Alfred Mitscher und Wolfgang Adams bis zur (vor)letzten Kugel um die Führung kämpften spielten Detlef Tönsmann und Alfred Niebergall höchstens um die Zuteilung ihres Landesfachverbands für das kommende Jahr.
Im Duell der Rheinland-Pfälzer setzte sich mit dem letzten Würfen Alfred Mitscher (833 Holz) durch, da Wolfgang Adams (824 Holz) im vorletzten Wurf den Bauern verpasste.
Im zweite Block konnten sich drei Kegler für den Zwischenlauf qualifizieren. Ganz souverän und ohne wirkliche Schwächen zog Andreas Will für den BKV Warndt ins Halbfinale ein. Mit 829 Holz war er lange auf Kurs Führung zu übernehmen verpasste jedoch die beiden benötigten Neuner auf der letzten Bahn.  Dank einer überragenden Bahn sechs (228 Holz) durfte sich Klaus Bähr (Verein Mindener Kegler) über einen weiteren Start freuen. Seine 820 Holz schienen lange Zeit, die Messlatte für das Weiterkommen zu sein. Dass selbst Michael E. Schmidts 803 Holz noch reichten, verdankte er den Blöcken drei und vier. Keiner der acht Kegler konnte sich für den Zwischenlauf empfehlen und das obwohl so illustre Namen wie Hilbert Wagner, Martin Hoffmann, Joachim Brügge und Ralf Puhl vertreten waren.

Der letzte Durchgang sortierte das Starterfeld des Halbfinals doch nochmals um. Rainer Stoffels profitierte von drei Tagesbestleistungen in die Vollegassen und holte sich Platz ein mit 849 Holz. Bodo Schwanke (823 Holz) war ihm lange dicht auf den Fersen und musste erst am Ende nachgeben. Ärgerlich, dass er die Neun im Vorletzten nicht machte und damit den angestrebten Schlussblock verpasste. „Zittern bis zum Schluss“ hieß es für den Hessenmeister Jörg Schnell (818 Holz). Erst zwei Kränze kurz vor Ultimo ließen den Knoten platzen und er konnte sich für die Zwischenrunde qualifizieren.

Vorlauf Damen B Einzel

Der erste Block sollte schon die Richtzahl für alle weiteren Spielerinnen aufstellen. Katica Schöngen von der Bensberger SKG legte die Messlatte auf 743 Holz. Zu diesem Zeitpunkt wusste es zwar noch niemand, doch am Ende belegte sie den undankbaren neunten Platz. Der Durchgang wurde von Maria Huchtkemper (KV Gütersloh-Rehda) mit 757/4 Holz gewonnen. Ihre Paradebahn war Bahn 11 auf der sie mit 217 Holz ihren Durchgang abschloss. Der kleine Durchhänger auf Bahn 9 (165 Holz) konnte sie damit mehr als ausgleichen. Ohne Fehl und Tadel Magdalene Gereck (752/6) ihren Durchgang. Alle Volle Gassen zwischen 111 und 113 und bis auf Bahn 10 wurden alle Räumgassen mit zwei bis drei Blanken beendet. Einen Tick besser machte es Christel Meiners (772/3), ebenfalls von der KV Gütersloh-Rehda. Ähnlich wie ihre Gegenspielerin spielte sie auf konstanten Niveau, konnte aber auf Bahn 10 mit 204 Holz einen Höhepunkt zeigen.
Im dritten Block war Renate Schwarz (KV Untere Saar) die Qualifikation geglückt. Mit mäßigen rechten Gassen, dafür umso besseren Linken ging es für sie ohne Zitterpartie ins Halbfinale. Noch überlegener entledigte sich Titelverteidigerin Renate Schotes von der Aachener KV des Vorlaufs. Mit Bestergebnis sowohl in die Volle, als auch im Räumen war ihr die Bestleistung nicht zu nehmen. Der Höhepunkt ihrer 816/1 war Bahn 11. Nach 123 Holz bei den ersten 15 Würfen ließ sie 108 Holz ins Abräumen folgen. 231 Holz waren der Höhepunkt dieser Disziplin. Zu einer Zitterpartie artete der letzte Block für Hessens Vizemeisterin Angelika Krause aus. Ihre 744/8 Holz im vierten Durchgang sorgten für Spannung in der Dillenburger Fangemeinde. Im letzten Block durfte nur noch eine Starterin über diese Zahl spielen. Da tat sich Maria Schmedt von der BSV Ostbevern leichter. Mit 778/2 Holz belegte sie Platz zwei hinter Renate Schotes. Bahn 10 mit einer 95 Holz Räumgasse und die 120 Holz Volle auf Bahn 9 suchten an diesem Tag ihres Gleichen.
Die Zitterpartie für Angelika Krause fand ein glückliches Ende. Im letzten Block schaffte nur noch Rita Sauerwald (SKC BW Haiger) mit 750/7 den Sprung in Finale. Auch hier zeigte sich das eine solide Leistung ohne Patzer zum Weiterkommen reichten.

Vorlauf Herren B Einzel

Wie schon am Vortag zeigte es sich, dass eine frühe Startzeit auf der Anlage im Auepark kein Nachteil ist. Gleich drei Bewerber schockten die Konkurrenz mit ausgezeichneten Ergebnissen im ersten Durchgang. Roland Pierlings (859/1) war das Maß aller Dinge im Vorlauf. Auf der letzten Räumgasse fielen 113 Holz zusammen und egalisierten damit fast sein mäßiges Ergebnis in die Vollen. Eckhard Kopp (836/6) von der KV Lage konnte nicht ganz mithalten. Brauchte aber auch nicht lange um die Qualifikation zu fürchten. 198 Holz auf Bahn 5, ansonsten Teilergebnisse zwischen 210 und 220 Holz brachten ihm die Empfehlung fürs Halbfinale. Eine ziemlich ausgedehnte Zitterpartie gönnte sich Dieter Schütz (Verein Bielefelder Kegler). Nach einem kleinem Schwächeanfall kurz vor seinem Start kegelte er sich noch auf, für diese Ausgangssituation, unglaubliche 817 Holz. Erst 60 Würfe vor Schluss der gesamten Disziplin konnte er endlich aufatmen und seinen Verbleib im Wettbewerb realisieren. Wie bei den Damen wurde Platz 9 auch bei den Herren im ersten Block vergeben. Es traf den amtierenden Deutschen Meister Hans-Werner Kranz (KV Essen). 807 Holz wurden zum Prüfstein für alle Folgenden.
Kein Problem für Vincenzo Condello. Mit fantastischen 490 Holz in die Vollegassen legte er den Grundstein für solide bis sehr gute Räumergebnisse. Eines der sehr guten Räumergebnisse bescherte ihm auf Bahn 8 108 Holz und eine Halbzeit von 439 Holz. Damit konnte er beruhigt in die zweite Halbzeit gehen.
Wie bereits gestern gesehen boten die Blöcke drei und vier wieder nur Magerkost. Hermann Brandstetter (KV Sulzbachtal) konnte auf 113 Holz auf der Achter Abräumgasse zurückgreifen wodurch er zwei (unter)durchschnittliche Volle Gassen gut machen konnte und mit 843 Holz auf Platz fünf landete. Daneben war nur noch Klaus Jöntgen vom Verein Kölner Kegler in der Lage die heute notwendige Leistung abzurufen. Mit 108 Holz war er der bester Spieler im Abräumen auf der kniffligen Bahn 7 und hinter Roland Pierling, der Spieler mit dem zweitbesten Räumergebnis insgesamt.
Von den Landesmeistern blieben nur zwei Starter übrig. Klaus Schmitt (SKV Trier) blieb auf seinen ersten drei Bahnen zwischen 202 und 210 Holz. Auf der Letzten gab es ein das Höchstergebnis von Bahn 8 zu sehen. 120/111 Holz summierten sich zu 852 Holz und Platz zwei auf. Ebenso konnte sich Gerhard Gran von der KV Lahntal verlassen. Er lag konstant gut im Rennen, immer knapp über der Vorgabe von 807 liegend. Das höchste Ergebnis von 95 Holz auf der letzten Gasse (Bahn 6) sicherte ihm den siebten Startplatz im Zwischenlauf.

Vorlauf Damen C Einzel

Das Starterfeld der Damen C ist das Kleinste bei den deutschen Meisterschaften. Zwölf Keglerinnen bewarben sich um vier Plätze im Finale. Wie so häufig in den letzten Tagen kam ein Großteil der Finalteilnehmerinnen aus dem ersten Block. Ilka Flecken (ESV Krefeld-Oppum) legte mit 194 Holz auf ihrer ersten Bahn einen „Frühstart“ hin, dem keine der Konkurrentinnen mehr folgen konnte. 737 Holz reichten für Platz 2 und zwei sorgenfrei Blöcke als Zuschauerin. Weniger sorgenfrei gestaltete sich der Nachmittag für Christel Schiffer (KV Essen). Eine verpatzte Räumgasse auf Bahn 9 (52 Holz) ließen nur 679/4 Holz zu. Diese sollten zwar letztendlich reichen, das Warten und Bangen dauerte buchstäblich bis zum letzten Wurf des letzten Blocks an. Hier scheiterte nämlich die Hessenmeisterin Waltraud Tenne (SKC BW Haiger) mit der Winzigkeit von einem Holz.
Der zweite Durchgang sah in Christel Kaldenhoven (SKV Rees) die überragende Akteurin. Ihre 735 Holz waren 80 Holz mehr als die beste direkte Gegenspielerin. Ein kleiner Ausrutscher auf der letzten Räumgasse (63 Holz) verhinderte den zweiten Platz, gefährdete aber nie das Erreichen des Endlaufs.
Ganz souverän zeigte sich die Titelverteidigerin vom Verein Bielefelder Kegler. In die Vollen auf dem Niveau der beiden bis dato Erstplatzierten sicherte sie sich den ersten Startplatz durch ein herausragendes Abräumergebnis. Im Schnitt räumte sie acht Holz mehr pro Gasse und kam damit auf 768 Holz.

Vorlauf Herren C Einzel

Die Herren C machten es bis zum Ende spannend. Wie sollte es auch sein, wenn von 20 Startern nur vier ins Finale einziehen? Titelverteidiger Josef Hennes (SKG Rösrath) eröffnete den Reigen mit sehr starken 802/2 Holz. Zwei Bestmarken auf den beiden linken Räumgassen und die Höchstleistung in die Volle auf Bahn 6 reichten um die erhofften 800 Holz zu überbieten. Im zweite Block wurde de zweite Startplatz vergeben. Erneut an einen Vertreter des WKV. Manfred Pock (SKV Heiligenhaus) zeigte eine famose Vorstellung. Wäre das Ende nicht so abrupt abgefallen. Schnitt hätte auf der letzten Gasse gereicht und er hätte sich den Tagessieg geschnappt, aber 62 Holz waren zu wenig. Allerdings konnte die 800/3 gerettet werden. Hinter ihm kam der älteste Teilnehmer ins Ziel. Gustav Kufeld (SKV Salzgitter) kam mit seinen 80 Jahren auf 752/5 Holz und durfte bis zum letzten Block zittern, ob es denn für einen weiteren Auftritt reichen würde. Am Ende war es der undankbare fünfte Platz, denn bereits der dritte Block sah den dritten Qualifikanten. Karl Jostock (SKV Trier) startete sehr stark mit 204 Holz (114/90) auf Bahn 8, haderte dann aber immer mehr mit den Räumleistungen. Auf keiner der Räumgassen schaffte er den Anwurf im 30. Wurf.
Die Zuschauer mussten dann bis zum Schlussblock warten, um den letzten Finalteilnehmer zu sehen. Für die SKG Rösrath zog Johannes Verhees mit der Tagesbestleistung von 807/1 Holz in die Entscheidung um die Medaillen ein. Mit dem besten Gesamträumergebnis von 336 Holz schob er sich knapp vor seinen Mannschaftskameraden Joe Hennes. Einzig die erste Vollegasse (112 Holz) bot Anlass zur Kritik ansonsten waren Ergebnisse zwischen 80-90 Holz im Abräumen bzw. Achter-Schnitt in die Vollegassen zu bestaunen.

Damen C Einzel Endlauf

Die Damen C wurde geschont. Es stand heute nur noch der Endlauf an. Und dieser sah mit Monika Schultze (749/1) vom Verein Bielefelder Kegler eine hochüberlegene Titelverteidigerin, die ihre Aufgabe mit Bravour erledigte.  Auf der ersten Bahn gelang es Christel Kaldenhoven vom SKV Rees (717/2) die Bielefelderin noch ein bisschen zu ärgern. Ihr gelang ein Start nach Maß auf Bahn 7. Mit 117 Holz in die Volle und 79 Holz im Abräumen setzte sie sich 30 Würfe lang an die Spitze des Feldes. Keine Spielerin des Endlaufs sollte die Ergebnisse auf dieser Bahn übertreffen. Monika Schultze kam da etwas träger aus den Startlöchern. Bei 187 blieb ihr Zählwerk auf Bahn 5 stehen. Nach der zweiten Bahn waren die Platzierungen dann aber wieder gerade gerückt. Monika Schultze legte auf den nächsten 30 Würfen fast 200 Holz nach und der Titel war so gut wie vergeben. Christel Kaldehoven konnte von ihren Vorsprung auf Ilka Flecken (662/3) nach halten und am Ende sogar ausbauen, so dass die Silbermedaille nie gefährdet war. Letztgenannte geriet auf der letzten Gasse noch in Gefahr Bronze an Christel Schiffer (656/4) zu verlieren. Einige schwache Anwürfe ließen den Vorsprung schrumpfen und machten den Fans Hoffnung Edelmetall mit nach Essen zu nehmen. Am Ende reichte es nicht ganz. Die dringend benötigte Blanke wollte Christel Schiffer nicht gelingen und so ging Bronze an den ESV Krefeld-Oppum.

Herren C Einzel Endlauf

Was für die Damen galt, galt natürlich auch für die Herren. Nur der Endlauf stand auf dem Programm. Nach den Erfolgen in der Senioren B Mannschaft und im Vorlauf standen die Favoriten fest. Johannes Verhees und Joe Hennes von der SKG Rösrath wurden als die ersten Titelaspiranten genannt.
Nach der ersten Vollegasse sah es schon so aus als hätte sich Johannes Verhees aus dem Titelrennen verabschiedet. 103 Holz waren sehr dürftig. Joe Hennes waren mit seinen 109 auch nur leidlich zufrieden. Manfred Pock (SKV Heiligenhaus) mit seinen 116 Holz schon eher. Mit 123 Holz setzte aber Karl Jostock (SKV Trier), Viertplatzierte des Vorlaufs, ein erstes Glanzlicht des Endlaufs. Auf den nächsten 15 Würfen erlebte dieser, dass es nicht nur auf die Vollen ankommt, denn Johannes Verhees holte mit einer 99 Räumgasse fast den ganzen Rückstand wieder auf. Ein Holz blieb Karl Jostock noch übrig. Zumindest der Vorsprung auf die restliche Konkurrenz konnte gehalten werden. Zur Halbzeit war das Bild ähnlich Karl Jostock und Johannes Verhees bildeten die Spitze mit 412 bzw. 406 Holz. Joe Hennes mit kleinem Abstand und 392 Holz auf Platz 3. Manfred Pock verpatzte seine Räumgassen und konnte sich mit 377 Holz nur noch Hoffnung auf den dritten Platz machen. Diese Hoffnung zerstob nach dem dritten Räumdurchgang. 60 Holz waren nicht ausreichend, um in diesem Finale irgendetwas an den Platzierungen zu bewegen. Das Gleiche galt für Johannes Verhees. 60 Holz und auf Wiedersehen Silbermedaille, willkommen Bronze. Neben ihm startete nämlich Joe Hennes seine Aufholjagd. Der einzige Akteur der seine Bahn über Schnitt räumen konnte setzte sich mit 594 Holz knapp hinter den immer noch führenden Karl Jostock (598 Holz). In die letzte Volle tat sich gar nichts: 111 zu 111 Holz. Vier Holz blieben noch übrig. Joe fand gar nicht in die letzte Räumgasse. Karl konnte wenigstens ein Neun, aber auch einen dicke Sieben aufweisen. Joe setzte im 28. Wurf seine erste Neun. Noch drei Holz hinter Karl Jostock. 29. Wurf – zweite Neun. Nach Blanken vorbeigezogen an Karl, der noch vier Würfe zu absolvieren hatte. 30. Wurf – dritte Neun 785 Holz. Im 27. Wurf setzte Karl Jostock seine zweite Neun. Eine 7-2 und zum würdigen Abschluss erneut eine Neun. 788 Holz und neuer Deutscher Meister.

Damen B Einzel Zwischen- und Endlauf

Der erste Block des Zwischenlaufs sah eine in der herausragende Hessenmeisterin Rita Sauerwald vom SKC BW Haiger. Sowohl in die Volle als auch im Abräumen konnte ihr keine Konkurrentin das Wasser reichen. Ihre 767/1 Holz blieben auch im weiteren Verlauf unerreicht. Die hessischen Vizemeisterin Angelika Krause (PTSV Dillenburg) konnte mit ihr nicht Schritt halten. Mit 743/4 Holz reichte es dennoch relativ sicher fürs Finale. Im letzten Block konnte die Vertretungen von der KV Gütersloh-Reda (Christel Meiners und Maria Huchtkemper) über 723 und 721 Holz nicht hinaus kommen. Maria Schmedt (BSV Ostbevern) tat sich da schon einfacher mit ungefährdeten 751 Holz die Endrunde zu erreichen. Nach einem verunglückten Start tat sich Renate Schotes (Aachener KV) lange Zeit schwer, am Ende reichte es dennoch zu 746 Holz und dem dritten Platz im Halbfinale.

Der Endlauf begann so, wie der Zwischenlauf aufgehört hatte. Die ersten 30 Würfe dominierte Rita Sauerwald. Mit ihren 200 Holz konnte nur Renate Schotes (193 Holz) noch mithalten, Maria Schmedt durfte sich nur 185 Holz anschreiben lassen und lag schon vier Blanke im Hintertreffen. Bahn 7 wurde zum Matchwinner für Maria (389 Holz). Mit 204 Holz legte sie die Bestmarke auf die Bahnen und nahm Rita (388 Holz), die auf der vermeintlich besseren Bahn 6 kegelte, den gesamten Vorsprung ab und setzte sich mit einem Holz an die Spitze des Feldes.
Zu diesem Zeitpunk musste Angelika Krause den Wettkampf verletzungsbedingt beenden. Edelmetall war den verbliebenen Keglerinnen also sicher. Renate Schotes (378 Holz) konnte sich nur in die Vollen wehren es wollte keine weitere Räumgasse mehr gelingen und das war zu wenig, um die beiden Führenden zu halten, geschweige denn einzuholen. Wie schwer Bahn 7 zu spielen war, zeigte sich nach dem Bahnwechsel. Rita Sauerwald durfte auf Bahn 7 ran und es gelangen 176 Holz. Dank 196 Holz von Maria Schmedt schien der Titel vergeben. 564 Holz zu 585 Holz sollten doch wohl reichen, zumal sich Renate Schotes dank einer 119 Holz Volle auch noch vor Rita Sauerwald setzen konnte. Dieser Platztausch wurde bereits nach der Vollen wieder rückgängig gemacht. Der Rückstand auf Maria Schmedt betrug trotzdem noch 20 Holz - sechs Neuner. Maria ließ sich im Verlauf der Räumgasse etwas zurückfallen und nachdem Rita „nur“ vier Blanke warf konnte sie sich mit Schnitt zufrieden geben und Renate Schotes als Titelträgerin ablösen.

Herren B Einzel Zwischen- und Endlauf

Im Zwischenlauf der Herren B setzte sich das bekannte Muster der letzten Tage fort. Der erste Block legte die Top-Resultate auf, und die Folgenden haben ihre liebe Mühe sich zu qualifizieren. In diesem Fall waren es Gerhard Gran vom KV Lahntal mit dem Bestergebnis von 838 Holz. Hermann Brandstetter (KV Sulzbachtal) brachte es auf 828 Holz. Dieter Schütz (Verein Bielefelder Kegler), nach seinem Schwächeanfall mit anschließendem Sturz durch einen Bruch des Steißbeins gehandicapt, kam auf 814 Holz.
Keine guten Nachrichten für den zweiten Block. Lange, lange sah es so aus, dass selbst Eckhard Kopp (KV Lage) mit seinen 808 Holz noch eine Chance auf das Finale haben sollte. Doch Vincenzo Condello (KV Gelsenkirchen) konnte auf den zweiten 60 Würfen 427 Holz abrufen und setzte sich mit 821 Holz an die dritte Position.

Das Finale kann man am besten unter Überschrift „Kaputter Arsch wird Deutscher Meister“* zusammenfassen.
Nach dem vierten Platz im Zwischenlauf legte Dieter Schütz los, als ob er nichts zu verlieren hat. Seine 104 Holz auf der ersten Räumgasse summierten sich mit der Vollen auf 220 Holz. Nur Gerhard Gran konnte mit 210 Holz Anschluss. Vincenzo Condello (197 Holz) und Dieter Brandstetter (184 Holz) blieben verdutzt zurück – Bruch des Steißbeins, soso. Komische Art der Vorbereitung... Aber wenn’s hilft...
Auf der zweiten Bahn tat sich herzlich wenig Ergebnisse zwischen 196 und 204 Holz stabilisierten die Abstände, wobei sich Dieter Schütz auch hier wieder mit der Bestmarke hervortat. Das gleiche Prozedere zwischen Wurf 61 und 90. Ergebnisse zwischen 206 und 211 sorgten für keine entscheidenden Bewegungen im Feld. Auf der letzten Bahn fasste sich dann Condello Vincenzo (603 Holz) ein Herz und versuchte die 28 Holz zu Dieter Schütz (631 Holz) und die 13 Holz zu Gerhard Gran (616 Holz) aufzuholen. Eine 124 Holz Volle brachte ihn auf vier Holz an Gerhard und auf 15 Holz an Dieter heran. Letzterer wehrte sich mit den allen verblieben Kräften und konnte schlussendlich noch einen drei Holz Vorsprung über die Ziellinie retten. 818 zu 815 Holz brachten dem Verein Bielefelder Kegler die Goldmedaille ein. Der Lohn der Aufholjagd für Condello war der Gewinn der silbernen Medaille. Gerhard Gran (809 Holz) konnte mit den letzten Würfen nicht mehr folgen und musste den Gelsenkirchener ziehen lassen.  

*Lieber Dieter, ich hoffe ich habe mein Versprechen hiermit eingelöst.

Damen A Einzel Zwischen- und Endlauf

Ganz anders lief der Zwischenlauf der Damen A. Vom ersten Block schaffte nur Bettina Woltersdorf von den SK Langenfeld (808 Holz) in die Entscheidungsrunde. Marion Henkels 790 Holz sollten sich als zu wenig herausstellen.
Der zweite Durchgang sah erneut eine Spitzenleistung der Niederländerin Mirjan Seree (847 Holz), die für den Aachener KV an den Start geht. Am besten konnte die Oberthalerin Vera Schwan (818 Holz) der Aachenerin Paroli bieten. An dem deutlichen Leistungsgefälle änderte das auch nichts. Für Beate Gsodam (KSC Polch) war der Start mau, die zweite Bahn dafür fantastisch. Mit 220 Holz legte sie den Grundstein für die späteren 798 Holz und die Qualifikation.

Der Endlauf war schnell entschieden. Bereits auf der ersten Bahn nahm Mijan Seree dem Rest des Felds mindestens 33 Holz ab. Von da an war es ein Selbstläufer, der aber Spaß beim Zuschauen machte. Wenigstens Bettina Woltersdorf (176 Holz) konnte für Spannung sorgen. Mit einer 60er Räumgasse fiel sie auf Platz vier zurück und musste sich ordentlich sputen. Vera Schwan (189 Holz) und Beate Gsodam waren schon enteilt. Auf der zweiten Bahn setzte sich Vera Schwan noch ein paar Holz weiter ab, während Beate Gsodam drei Holz von ihrem Polster einbüßte. Dass sich Bettina Woltersdorf nach der dritten Bahn plötzlich auf Platz zwei befand verdankte sie einer sehr starken Räumleistung auf Bahn 4 und dem gleichzeitigen verpatzen der Räumgasse von Vera und Beate mit jeweils 63 Holz. Mirjan Seree baute unterdessen mit zwei Bahnen von 201 und 205 Holz ihren Vorsprung auf über 50 Holz aus. Das Endresultat befand sich mit 830 Holz in einer anderen Liga.
Nach der letzten Bahn konnte Bettina konstatieren: Wie gewonnen, so zerronnen. Während Beate (759 Holz) und Vera (773 Holz) mit knapp 200 Holz beendeten. Hatte sie eine weitere 60er Räumgasse auf dem Zettel stehen. Während Beate Gsodam nicht mehr an ihr vorbeiziehen konnte sicherte sich Vera Schwan, trotz des zweiten Platzes, den Titel der Deutschen Meisterin. Mirjan Seree kann als Niederländerin nur den Titel einer Internationalen Deutschen Meisterin gewinnen.

Im Anschluss an diese Entscheidung wurden Sylvia Cornelius, Beate Gsodam, Vera Schwan und Bettina Woltersdorf für die Internationalen Meisterschaften in Trier nominiert.

Herren A Einzel Zwischen- und Endlauf

Bei den Herren A fand das Verhängnis der späteren Blöcke seine Fortsetzung. Erneut fielen die Bestleistungen im ersten Durchgang. Bodo Schwanke (Post SV Gütersloh) konnte die Tagesbestleistung mit 867 Holz erkegeln. Bahn 6 mit 132 Holz in die Vollen und ebenso beachtenswerte 107 Holz auf Bahn 7 Räumgasse waren zwei der Höhepunkte des Zwischenlaufs. Das Resultat war sicherlich auch ein wenig begünstigt durch ein tolles Duell mit Michael E. Schmidt. Der Mittelhesse lieferte sich über die gesamte Distanz ein Kopf an Kopf Rennen mit Bodo Schwanke und wurde mit 860 Holz belohnt. Jörg Schnells (KV Lahntal) 825 Holz gingen etwas unter bei dem spannenden Schlagabtausch der beiden Besten. Mehr Augenmerk bekam er von den Keglern des zweiten Blocks. Reihenweise scheiterten sie an dieser Hürde. Einzig Rainer Stoffels (SK Münstermaifeld) konnte sich mit 835 Holz noch eine Fahrkarte für das Finale lösen.

Es entwickelte sich das bisher packenste Finale der Deutschen Meisterschaften in Kassel. Alle Kontrahenten befanden sich auf Augenhöhe. Rainer Stoffels (205 Holz) übernahm mit 125 Holz die erste Führung nach der Vollen, nur um diese nach der Räumgasse an Michael E. Schmidt (210 Holz) abzugeben. Bodo Schwanke und Jörg Schnell pendelten sich bei 201 Holz ein.
Die nächste Volle dominierte Bodo Schwanke mit 126 Holz. Entscheidend war aber die Räumgasse Bahn 9, die Jörg Schnell mit 107 Holz abschließen konnte. Der Hessenmeister übernahm als dritter Spieler mit 425 Holz die Führung. Bodo Schwanke und Michael E. Schmidt waren jetzt Holzgleich mit 415 Holz und Rainer Stoffels verlor mit 407 Holz an Boden.
Die dritte Bahn bereitete die Bühne für das Finale. Rainer Stoffels fand mit 222 Holz wieder Anschluss an. Mit 629 Holz lag er immer noch im Hintertreffen, doch Bodo Schwanke als Primus war mit 635 Holz wieder in Reichweite. Nach der letzten Vollegassen wurde es noch enger. Drei Spieler waren nur ein Holz voneinander getrennt. Bodo Schwanke führte immer noch mit 758 Holz. Jörg Schnell und Rainer Stoffels hatte 757 Holz auf dem Konto und Michael E. Schmidt lag bei 750 Holz.
Bodo Schwanke legte mit vier Blanken los und sah schon wie der sichere Sieger aus. Jörg Schnell kam nicht in die Gasse und Rainer Stoffels machte sich seine Anfangsneun mit einem Dreier zu Nichte. Im selben Maß wie Bodo seinen faden verlor, kam Rainer immer stärker auf und legte vier Neuner in Folge nach. Bodo beendete seinen Durchgang mit 854 Holz Rainer hatte noch sechs Würfe und lag 45 Holz dahinter. Vier Neuner und ein sauberes Abräumbild würden zum Gleichstand reichen. Erster Wurf: Neun - zweiter Wurf: Kranz. Jetzt musste durchgeblankt werden. Dritter Wurf: Neun - vierter Wurf: Sieben. Aus. Bodo Schwanke ist neuer Deutscher Meister.
Jörg konnte Michael auf der letzten Räumgasse halten und sicherte sich die Bronzemedaille.

Wie bei den Damen A wurden auch hier im Anschluss an die Entscheidung Horst Mickisch, Michael E. Schmidt, Bodo Schwanke und Rainer Stoffels für die Internationalen Meisterschaften in Trier nominiert.

Damen Paarkampf Vor- und Zwischenlauf

Wir kennen die Situation ja schon von den letzten Tagen. Die meisten Kegler in den Zwischenläufen kommen häufig aus dem ersten Block. Der Damen Paarkampf stellte keine Ausnahme dar. Die Oberthal-Küken Svenja Lambert und Kristina Krewer schossen sich mit ihrer Abschlussbahn 11 und 203 Holz auf den ersten Platz des Vorlaufs. Knapp dahinter kamen Claudia Holz und Rita Kasper-Kirst auf 664 Holz. Eine Neun im Vorletzten Wurf von Claudia Holz half die Siegener Paarung Petra Fritz und Petra Wörster auf Distanz zu halten. Am Ende freuten sich die Polcher über 664/3 Holz. Für Siegen reichte es auch noch mit 655/5 Holz zum Weiterkommen. Allerdings war ein bisschen mehr Zittern angesagt.
Der komplette zweite Block ging leer. Erst in Durchgang drei konnte wieder für den Nachmittag geplant werden. Lünens Ines Misch und Claudia Schmitz schoben sich mit 658/4 knapp vor die Siegener, wenn der Start mit 146 Holz auf Bahn 9 auch etwas verhalten war. Die restlichen Bahnen liefen dafür viel besser und unter 160 Holz pro Bahn wurden sie nicht mehr gesehen.
Im vierten Block löste Polchs zweites Paar mit Yvonne Ruch und Katja Ricken den Zwischenlauf. 648 Holz bedeuteten am Ende Platz 6. Dieser war glücklich herausgespielt. Verpassten Christina Retterath und Vera Schwan (KV Nordsaar) doch im vorletzten Wurf einen Bauern und kamen damit nur auf 647/7 Holz. In der Endabrechnung machte es keinen Unterschied. Beide mussten sich nicht lange Gedanken machen, ob sie weiterkommen würden oder nicht. Da mussten Andere schon nervöser sein.
Simone Schnorpfeil und Verena Fuck (KSV Riol) belegten mit 641/8 Holz den letzten freien Startplatz. Die Tagesbestergebnisse auf Bahn 9 (175 Holz) und Bahn 12 (183 Holz) wurden durch die drittschlechtesten Ergebnisse auf Bahn 10 (146 Holz) und Bahn 11 (137 Holz) fast vollständig neutralisiert. Souveräner gestalteten die Geschwister Bock (RSV Remscheid) ihren Vorrundenauftritt. Super gleichmäßige Leistungen über alle Bahnen mit Resultaten zwischen 166 und 169 Holz bescherten ihnen in der Summe 672 Holz und den zweiten Rang des Vorlaufs.

Die beiden Blöcke des Zwischenlaufs verliefen ausgeglichener. Zwei Paare aus dem ersten und zwei Paare aus dem zweiten Durchgang zogen ins Finale ein. Vorneweg marschierte das Polcher Duo Yvonne Ruch und Katja Ricken. Durchgängig auf hohem Niveau beendeten sie ihren Durchgang mit 696/2 Holz. An diese Zahl war kein Herankommen für restlichen drei Teams in diesem Block. Am besten hielt sich Siegen mit Petra Fritz und Petra Wörster. Zu Beginn gleichauf mit den Polcherinnen mussten sie diesen auf den Bahnen sechs (148 Holz) und acht (155 Holz) nicht genügend Gegenwehr entgegensetzen. Es reichte trotzdem zu 653/4 Holz und die nächste Stunde wurde nicht langweilig.
Überragend agierten die Geschwister Bock im zweiten Durchgang. Auf drei Bahnen spielten sie die Bestleistung und konnten ihren Durchgang in aller Ruhe bei 709 Holz ausklingen lassen. Die erste und einzige 700 im Damen Paarkampf bis dato. Mit den Remscheiderinnen konnten Ines Misch und Claudia Schmitz nicht ganz mithalten. Immer fehlten ein paar Hölzer, um die Bocks zu ärgern. Durch ihre 674/3 Holz werden sie dazu eine weitere Gelegenheit im Endlauf erhalten.
Mit dem vorletzten Wurf entschied sich der letzte Finalplatz. Claudia Holz und Rita Kasper-Kirst benötigten eine Blanke, die Siegener Vorgabe zu übertreffen. Es wurde eine dünne Sieben und das Zählwerk blieb bei 651 Holz stehen und der Endlauf war komplettiert.

Herren Paarkampf Vor- und Zwischenlauf

Parallel zum Damen Paarkampf fand der Herren Paarkampf statt. Der erste Block legte sehr gute Ergebnisse vor. Wie in den letzten Tagen so häufig zogen drei Starter des ersten Blocks ins Halbfinale ein. Marc Klöckner und Daniel Klink von der KSV Riol hatten nur eine Rückschlag auf ihrer dritten Bahn zu überstehen. Mit 148 Holz lieferten sie das zweitschlechteste Ergebnis aller Paarungen ab. Die restlichen Drei entschädigten dafür aber mehr als genügend. Mit 721/4 Holz war von Anfang an klar, dass sie unter den letzten Acht vertreten sein werden. Knapper war es da schon Für Tecklenburgs Thomas Klein und Werner Schmedt. Mit 698/7 Holz durften sie bis zum Schluss bangen. Schuld war mal wieder Bahn 7. 158 Holz hielten auch Einzug in die schlechtesten drei Ergebnisse. Aber sie hatte noch Glück. Die Bielefelder Paarung Jörg Meyer/Alexander Mirus (698/8) war mit ihnen holzgleich, hatten aber eine Neun weniger gespielt. Mit Bahnresultaten zwischen 171 und 177 Holz waren sie das mit Abstand beständigste Paar und verdienten sich somit über die B-Note die Nominierung fürs Halbfinale.
Nach dem ersten Block wurde es ruhig. Der zweite Block konnte nur mit Daniel Schulz und Markus Maurer (KF Oberthal) für die nächste Runde aufwarten. 709/6 Holz hätten die Blockgegner auch gerne gutgeschrieben bekommen. An Spannung war das Finale kaum zu überbieten. Hätten Alexander Düber und Sebastian Flender im letzten Wurf eine Neun statt einer Sieben geworfen, wäre es noch dramatische gewesen. Wäre doch die dritte 698 Holz gefallen. So waren es 696 Holz und der erste Zuschauerrang.
Im dritten düpierten das Heiligenhauser Paradepaar die gesamte Konkurrenz. 794/1 Holz standen auf der Anzeigetafel von Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister. Die zweite Halbzeit schlug sogar mit 415 Holz zu Buche. Mehrmaliges Nachfragen des Hallensprechers, ob denn nicht 100 Holz zu viel beim Bahnwechsel eingetippt worden seien, wurden stets verneint.
Daniel Schöneberger und Holger Mayer bestätigten im vierten Durchgang, dass die Bahnen fallen, wenn man weiß wie. Die beiden Oberthaler kamen auf 751/2 Holz und warfen auf Bahn 7 215 Holz. In den kombinierten Durchgängen der letzten Tage konnte man sich an einer Hand abzählen wie häufig dieses Ergebnis geworfen wurde. Auch die Rioler Paarung Horst Mickisch und Steve Blasen konnten sich mit über 700 Holz empfehlen. Mit 714 Holz belegten sie den fünften Rang und stellten mit 193 Holz auf Bahn vier die Bestleistung des Herren Paarkampf Vorlaufs auf.
Im letzten Block wurde es dann wieder ruhig. Nur die Rioler Vater-Sohn Paarung Jürgen Reinert/Mike Reinert konnte den Sprung über die geforderten 698 Holz schaffen. Mit 743/3 Holz gelang ihnen sogar der Sprung in den letzten Block des Zwischenlaufs. Auch bei diesen beiden war die Konstanz mit Ergebnissen zwischen 181 und 195 Holz bemerkenswert.

Die Herren sahen einen – im Vergleich zum Vorlauf – schwachen ersten Block. Keine 700 wurde geworfen. Am dichtesten dran war die KV Nordsaar mit Daniel Schulz und Markus Maurer. Die beiden hinteren Bahnen lagen ihnen nicht so gut wie die Vorderen und so musste man hoffen, dass die 697/4 Holz für die Qualifikation für die letzten Vier reichen würde. Die zweitbeste Zahl des ersten Durchgangs verbuchten Horst Mickisch und Steve Blasen mit 662/6 Holz. Den meisten Zuschauern war klar, dass das für die kommenden vier Spieler keine Hürde darstellen würde.
Und so kam es auch. Alle Paare starteten gut in die 120 Würfe. Am besten, von allen Daniel Schöneberger und Holger Mayer.  400 Holz zur Halbzeit waren deutlich mehr wie die Zweitplatzierten Daniel Mittelstädt/Volker Baumeister, die mit 372 Holz die letzten beiden Bahnen in Angriff nahmen. Dahinter fast gleichauf die beiden Rioler Paare. Marc Glöckner und Daniel Klink wechselten mit 364 Holz, Vater und Sohn Reinert mit 363 Holz. 
Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister waren auf der zweiten Hälfte nicht mehr zu halten. Mit 205 und 206 Holz schlossen sie ihre Partie mit 783/1 Holz ab. Die dritte Bahn wehrten sich die Spieler der KV Nordsaar erfolgreich, aber die Abschlussbahn mit 159 Holz bedeutete den zweiten Rang mit 756/2 Holz. Egal. Finale.
Die dritte Bahn entschied auch die letzten beiden Finalplätze. Marc Glöckner und Daniel Klink konnten ihr Niveau auf Bahn 10 nicht halten und brachen auf 148 Holz ein. Am Ende waren ihre 687/5 Holz genau 10 Holz zu wenig. Reinert/Reinert machten es besser und ließen keine Bahn aus, ohne wirklichen Glanzpunkt zu setzen. Die Konstanz wurde mit 714/3 Holz und dem dritten Platz im Halbfinale versüßt.

Weiblich U23 Vorlauf

Entgegen den Gepflogenheiten der diesjährigen Deutschen Meisterschaften qualifizierte sich nur eine Spielerin des ersten Blocks für die nächste Runde. Vom SKV Rees erkegelte die U23-Debütantin Lisa Neumann 813/5 Holz. Von 421 Holz aus der ersten Halbzeit konnte sie im weiteren Verlauf zehren.
Der zweite Abschnitt brachte da schon höhere Leistungen. Mit Stephanie Markett nahm die zweite Keglerin des SKV Rees die Hürde zum Halbfinale. Im Gegensatz zu ihrer Vereinskollegin fand sie erst in der zweiten Hälfte ihren Rhythmus. Mit 411 Holz auf den Bahnen 7 und 8 erspielte sie 794 Holz und konnte sich dank des besseren Räumergebnisses gegen Jasmine Nöh (KV Lahntal) durchsetzten. Beachtenswert, dass alle drei erwähnten Spielerinnen dem letztjährigen u18-Nationalkader angehörten und an den Weltmeisterschaften in Brasilien teilnahmen.
Eine vierte Teilnehmerin der Brasilienreise war Kristina Krewer von der KV Nordsaar. Mit 815/4 Holz übernahm sie zwischenzeitlich die Führung und musste keine Bedenken haben, den Zwischenlauf nicht zu erreichen. Die einzige 130er Volle der Juniorinnen warf sie auf Bahn 5.
Im dritten Block schaffte Luisa Wagner (KSV Wieseck) als „Brasilianerin“ Nummer vier den Sprung ins Halbfinale. Dank des, mit Abstand, besten Räumergebnisses von 361 Holz gewann sie den Vorlauf knapp vor der Hernerin Sandra Kuhlmann. 837/1 zu 824/2 hieß es nach jeweils 120 Kugeln. Die Entscheidung fiel erst auf der letzten Räumgasse, als Luisa einen drei Holzrückstand in den Tagessieg verwandeln konnte.
Eine hervorragende Leistung auf Bahn 7 mit 224 Holz sorgte dafür, dass Veronika Ulrich (KV Mittelsaar) den Sprung in den nächsten Lauf ohne großen weitere Aufwand meistern konnte. 823 Holz bedeuteten den dritten Rang.
Die Nerven der beiden letzten Teilnehmerinnen des Halbfinales wurden bis zum Schluss auf die Probe gestellt. Melanie Zimmer, als Doppelweltmeisterin aus Brasilien zurückgekehrt, ruhte sich fast zu lange auf ihrer Startbahn (224 Holz) aus. Sie konnte sich mit 182 Holz (Bahn 6) auf 801/6 Holz retten. Auch die letzte Teilnehmerin der Runde der besten Acht ist eine „Brasilianerin“. Tanja Bock kämpfte sich durch viele Höhen und Tiefen, um schlussendlich auf 797 Holz/7 zu kommen. Auf der letzten Bahn waren 199 Holz gefordert. Mit 201 Holz rutschte sie mit dem letzten Wurf in die nächste Runde.

Männlich U23 Vorlauf

Ganz so erfolgreich wie in der weiblichen U23 waren die Brasilianer bei der männlichen U23 nicht.
Vom Verein Kölner Kegler überraschte Benjamin Schmitz mit 832/6 Holz die Konkurrenz. Alle Bahnen mit Ausnahme von Bahn 12 kegelte er über 200 Holz. Mit seiner Startbahn 11 (220 Holz) hatte er den notwendigen Rückenwind und das Selbstvertrauern eine konstante Leistung auf gutem Niveau abzurufen.
Durchgang zwei brachte eine spannendes zwischen Thomas Schornstein (Aachener KV) und Christian Junk (SK Eifelland Gilzem). Christian Junk und Thomas Schornstein profitierte maßgeblich von ihren starken Auftritten in die Vollen. Vor der letzten Bahn lag der Gilzemer noch ein Holz in Führung, doch einige dicke Anspiele und somit verpasste Könige brachten den Aachener in Vorteil, der sich das auch nicht nehmen ließ. In der Endabrechnung hieß es 838/4 zu 837/5.
Ganz ungewöhnlich für Kasseler Verhältnisse ist die Tatsache das drei Spieler aus dem dritten Block den weg in die Zwischenrunde fanden. Mit der Tagesbestleistung von 873 Holz (was auch bei den Herren gereicht hätte) sicherte sich Björn Baumeister (RSV Remscheid) den Tagessieg. Ergebnisse zwischen 210 und 229 Holz waren sonst bei keinem der Konkurrenten anzutreffen.
Etwas bescheidener ging es  bei Philipp Unger (SKV Salzgitter) und Andreas Renelt (AN Hönebach) zu. Philipp Unger spielte sehr konstant seine Bahnen runter. Keine Ausreißer nach oben oder unten. Alle Zahlen fanden sich im Bereich 200 bis 215 Holz. Mit 828/7 konnte er sich knapp gegen Andreas Renelt (825/8) durchsetzen. Bei Letzterem schwankte die Leistung doch erheblich. Einer 220er Bahn folgte eine 180er. Aber das positive überwog und daher sehen sich die beiden im Halbfinale wieder.
Abschnitt vier forderte den Sportler des Jahres auf. Daniel Schulz (KV Nordsaar) tat sich ungewohnt schwer auf der ersten Halbzeit. Es wollte einfach nicht ans Rollen kommen. Bezeichnend für ihn, dass er nicht die Nerven verlor, keine großen Fehler machte und sich mit den zweiten 60 Würfen auf 841/3 Holz hoch arbeitet.
Einer fehlte noch. Im letzten Block zeigte Mike Reinert (KSV Riol) eine sehr starke Leistung. Beflügelt von den beiden ersten Vollen mit jeweils 129 Holz, soliden Räumgassen mit vier bis sechs Blanken, zog er fast an der gesamten Konkurrenz vorbei und landete mit 852 Holz auf Platz 2.

Damen Einzel Vorlauf

Die Damen des ersten Blocks kamen recht gut mit den eingespielten Bahnen parat. Ausgesprochen wohl fühlte sich Susanne Bäsel von der KV Mittelsaar. Ihre Startbahn 6 eröffnete sie mit 130 Holz in die Vollegasse. Die anschließenden 96 Holz im Abräumen verschafften ihr ein gutes Polster für den weiteren Spielverlauf. Die zweite rechte Volle schloss sie erneut mit 130 Holz ab und legte dieses Mal 90 Holz drauf. Die anderen beiden Bahnen mit knappen 400 Holz wurden auch gut überstanden und 841/6 Holz waren der Lohn. Die Startbahn hatte es auch Ines Misch (SV Preußen Lünen) angetan. Bahn 7, bei den Damen heute sehr fallfreudig, eröffnete ihren Durchgang mit 231 Holz. In die Räumgassen war sie Susanne Bäsel ebenbürtig. Die Differenz zur Saarländerin handelte sie sich in die Räumgassen ein. 832 Holz bedeuteten trotzdem Platz 8 und mindestens einen weiteren Auftritt am Samstag.
Der zweite Block sah zwei WM-Teilnehmerinnen. Elke Radau vom KV Mittelsaar traf auf Elgin Justen (KSV Riol). Elgin Justen startete auf Bahn fünf und begann mit beruhigenden 130 Holz. Interessanterweise folgten auf der zweiten linken Volle 131 Holz. Sozusagen
spiegelverkehrt zu Susanne Bäsel. Zwei sehr ausgeglichene Hälften mit 431 bzw 430 Holz brachten ihr 861 Holz und den dritten Rang im Vorlauf. Alles andere als Ausgeglichen spielte Elke Radau. Wie auch, mit einer 475 Holz Halbzeit? Auf Bahn 6 wurde sich mit 128 Holz und 107 Holz das Selbstvertrauen geholt und Bahn 7 einer 124er Volle eine 116 Holz Räume folgen gelassen. Platz 1 mit 882 Holz.
Danach wurde es etwas ruhiger. Aber nur etwas. Kerstin Hens legte mit sehr soliden Vollen (122 bis 127 Holz) den Grundstein für ihr Weiterkommen. Gepaart mit sehr guten Räumergebnissen summierte es sich auf  853/4 Holz.
Der vierte Block sah dann wieder zwei Qualifikanten. Katja Ricken (KSC Polch, 837/7) und Ramona Wilczek (KSG Mittelhessen, 841/5) machten es im blockinternen Duell spannend. Beide Keglerinnen lagen gleich auf, mit leichten Vorteilen für die Polcherin, die ihre Startbahn etwas besser erwischte.  Dafür kam Roman Wilczek im 120 Wurf nochmal an den Anwurf, der Katja Ricken nicht vergönnt war.
Der letzte freie Platz wurde im letzten Block vergeben. Silke Thissen (Klever KSG) gelang nach einem 202 Holz Start auf Bahn 8 die Steigerung auf Ergebnisse zwischen 221 und 228 Holz. Letztere fielen erneut auf Bahn 7, mit der sich die Senioren in den letzten Tagen so schwer getan haben.

Herren Einzel Vorlauf

Der erstes Block legte auch hier die Messlatte. Wie so häufig in den letzten Tagen kamen drei Qualifikanten aus der Startriege. Relativ zügig beantwortete Markus Gebauer (KV Nordsaar) die Frage, ob denn 900 bei den Meisterschaften fallen würden. Zwei Räumgassen mit sechs Blanken und zwei Räumgassen mit acht Blanken, garniert mit Ergebnissen in die Volle zwischen 122 und 129 Holz. Fertig sind 911/2 Holz. Kai Knobel (KSV Riol) startete furios auf Bahn 10 mit 232 Holz und ließ auf den nächsten beiden Bahnen nach. Erst auf Bahn 9 fand er wieder einen Lauf und verpasste allerdings den Freiwurf, um seinen Zwischenlaufstart sorgenfrei zu erwarten. So musste er mit 865/8 Holz fast bis zum letzten Wurf des Vorlaufs bangen. Deutlich souverän ging Frank Kremer aus dem ersten Block hervor. Im Schnitt sechs Blanke in die Räumgassen und mit soliden 120er Vollegassen erkegelte er sich 885/4 Holz und einen stressfreien Nachmittag.
Auch Marc Glöckner (KSV Riol) musste sich strecken. 196 Holz auf Bahn 10 als Start wurden Schritt für Schritt auf den nächsten Bahnen abgearbeitet. Dreimal folgten 99er Räumgassen, nie reichte es zur achten Neun. Mit einem Kraftakt hievte er sich auf 866 Holz und machte erhöhte die Nervosität bei seinem Vereinskameraden.
Der dritte Rioler startete im dritten Block. Luxemburgs Vorzeigenationalspieler Steve Blasen. Nach einer 460 Halbzeit reduzierte er die Kegelausbeute deutlich. Nach Abschluss der 120 Würfe fügte er dem Rioler Mannschaftsergebnis 869/5 Holz hinzu. Im gleichen Block spielte Nordsaars Daniel Schöneberger. Er machte es sich einfach. 500 Holz in die Vollen und 400 Holz beim Abräumen ergeben zusammen 900/3 Holz.
Im vierten Durchgang kam nur ein Kegler weiter. Auch die KV Nordsaar hatte drei Teilnehmer aufgeboten. Holger Mayer begann vielversprechend. Eine gute Bahn 9 mit 232 Holz machte den Anfang. Im Nachhinein betrachtet sind die nächsten 30 Würfe als Erholungsphase zu betrachten. Das Aufwärmen passierte auf Bahn 11 mit 125 in die Vollen und 104 Holz auf die Räumgasse. Der Höhepunkt waren dann 135 Holz in die Volle und 117 Holz im Abräumen auf Bahn 12. 928 Holz bedeuteten gleichzeitig Platz eins im Vorlauf.
Mit dem Rioler „Mannschaftsergebnis“ mit 865-866-869 und dem Nordsaar Zahlen 900-911-928 vor Augen klären sich ein paar Fragen. Wer ist Meister der Bundesliga? Wer ist Vize? Und warum?
Dass die Bahnen im Auepark doch nicht so einfach sind zeigte Andre Laukmann. Am Vortag im Paarkampf gehörig gerupft, tat er sich auch im Einzel sehr schwer. Die erste Halbzeit mit 410 Holz ließ nichts Gutes erahnen. Umso bemerkenswerter die Steigerung, die darauf folgte. Es wurden noch mindestens 453 Holz benötigt. Auf Bahn 10 wurde der Anfang gemacht. 223 Holz waren aber nur knapp die Hälfte. Bahn 3 musste mindestens 230 ergeben. Nach der Volle war klar, im Räumen müssen mindestens acht Blanke fallen - es wurden neun. Mit 867 Holz kam Andre Laukmann auf Platz 6 des Vorlaufs und komplettiert das Halbfinale.

Paarkampf-Mixed Vor- & Zwischenlauf

Mit vier Paaren aus dem Saarland war der erste Block Fan-technisch eine einseitige Angelegenheit. Allerdings konnte sich nur die Nordsaar-Kombination Claudia und Daniel Schöneberger in Zwischenlauf kegeln. Einem durchwachsenen Start auf Bahn 12 folgte eine Steigerung um jeweils ca. 10 Holz auf jeder der folgenden Bahnen. 685/5 Holz waren damit als erste Duftmarke gesetzt.  
Auch in den nächsten beiden Durchgängen konnte sich immer nur ein Paar das Startrecht für den Nachmittag sichern. In Block 2 machten Elke Radau und Holger Philippi (KV Mittelsaar) den Anfang. Tolle 200 Holz auf Bahn 10 und drei weitere Ergebnisse um die 170 Holz reichten für den Tagessieg. Als einziges Team kamen sie mit 710/1 Holz in den 700er Bereich.
Im dritten Block gelang die Qualifikation den ehemaligen Deutschen Meistern im Mixed Ilona Mann und Alexander Lehnhausen (KSG Mittelhessen). Überzeugende Leistungen, jenseits von 175 Holz, auf den ersten drei Bahnen ließ sie auch ein 150er Abschlussbahn verkraften. Mit 689/4 Holz war der letzte Block im Zwischenlauf erreicht.
Der vierte Block brachte das Gros der Teilnehmer für das Halbfinale.  Ähnlich wie Familie Schöneberger hatten Steffanie Weiland und Steve Blasen (KSV Riol) Probleme auf der ersten Bahn. Von Bahn zu Bahn steigerte auch sie sich und nahmen den Vorlauf mit 672/7 Holz. Umgekehrte Vorzeichen bei Veronika Ulrich und Kevin Everad von der KV Mittelsaar. Nach einem guten Beginn wurden die Ergebnisse der beiden immer niedriger. Erst die letzte Bahn mit 187 Holz brachte ihnen 678/6 Holz und den Platz vor den Trierern ein.
Mit einem super Start warteten Sabine Unger und Detlef Karlstedt auf. 203 Holz auf Bahn 12 wurde nur einmal im Vorlauf überboten. Danach reichten durchschnittliche Leistungen auf den restlichen Bahnen und Platz zwei war ihnen mit 694/2 Holz nicht mehr zu nehmen.
Wie immer musste im letzten Block gekämpft werden. Erfolgreich taten dies die Geschwister Stefanie Hippert und Alexander Mirus vom Verein Bielefelder Kegler. Mit einem wahren Kraftakt auf Bahn 10, der vorletzten Kugel eine Neun, und 670 Holz/8 überboten sie die geforderte Mark von 665 Holz mit der buchstäblich letzten Kugel.
Bianca und Holger Mayer hatten mit 205 Holz auf Bahn 12 zwar den besten Start, mussten sich allerdings nach zwei 150er Bahnen auf den letzten 30 Würfen noch mächtig strecken. 183 Holz wurden es auf Bahn 11 und das Weiterkommen sah auf dem Papier lockerer aus, als es in der Realität war.

Der Zwischenlauf im Mixed fand am Nachmittag des gleichen Tages statt. Zwei 700er Ergebnisse aus dem ersten Durchgang und zwei tiefe 600er machten den Lauf extrem spannend, wenn auch die Stimmung nach den Paarkampf Finals der Damen und Herren merklich abflaute.
Ohne Probleme kegelten sich Steffie Weiland und Steve Blasen in die Endrund. Die konstanteste Leistung mit einem Ausreisser nach oben (auf Bahn 6 205 Holz) addierten sich auf tolle 744/2 Holz. Sorgenfrei konnten sich Beide den nächsten Block anschauen. Mehr Grund zur Sorge hatten die Schönebergers. Sie kamen in kaum in einen richtigen Lauf und hangelten sich immer an der 700er Grenze. Den letzte Ansturm von Stefanie Hippert und Alexander Mirus (684/5) konnten sie abwehren und sich auf den wichtigen zweiten Rang im Block platzieren. 684 Holz waren auch nicht von Pappe und der zweite Block wurde richtig gefordert.
Von diesem Druck war Elke Radau und Holger Philippi nichts anzumerken. Auf drei Bahnen erspielten sie das Bestresultat und landeten mit 755/1 Holz souverän auf dem ersten Platz.
Sehr konstanten kegelten Bianca und Holger Mayer, doch leider auf zu niedrigem Niveau. Drei Ergebnisse zwischen 165 und 168 Holz waren weit von den geforderten 685 Holz entfernt. Zum Glück gab es noch Bahn 6. Mit 195 Holz gelang das Weiterkommen doch noch. Drei Würfe vor Schluss konnte erstmals aufgeatmet werden.

Damen Paarkampf Endlauf

Zwischen dem Vor- und dem Zwischenlauf der Mixed-Paare waren die Endläufe im Damen und Herren-Paarkämpfe terminiert.
Im Lünener Paar wurde zum Endlauf gewechselt. Cathy Bertermann nahm wieder ihren Platz von Claudia Schmitz ein.
Das änderte nichts daran das die Geschwister Bock da weitermachten, wo sie im Zwischenlauf aufgehört hatten. Mit 178 Holz übernahmen sie die Führung vor den Siegener Paar Petra Fritz und Petra Wörster mit 174 Holz. Bereits etwas abgeschlagen Cathy Bertermann und Ines Misch (156), sowie Polch mit Yvonne Ruch und Katja Ricken (149 Holz). Auf der zweiten Bahn rollten die Polcher Damen das Feld von hinten auf. Mit 185 Holz waren sie bis auf zwei Blanke wieder an Maike und Tanja Bock herangekommen. Siegen lag bereits mit einem Holz auf Platz drei. Für Lünen ging auf den ersten beiden Bahnen gar nichts. Nach 60 Würfen wiesen sie 36 Holz Rückstand auf Platz drei auf. Wenn nicht auf der nächsten Bahn eine deutliche Steigerung kommen sollte, würde Edelmetall ohne den Bundesliga Meister vergeben werden.
Eine entscheidende Steigerung von Bertermann/Misch blieb aus, dafür konnten Katja Ricken und Yvonne Ruch noch ein bisschen zulegen. 189 Holz auf der dritten Bahn und sie lagen erstmals mit 523 Holz in Führung. Die Bocks hatten 501 Holz für sich verbuchen können und die beiden Petras aus Siegen 497 Holz. In der vorletzten Gasse änderte sich nicht viel. Siegen fiel ein bisschen zurück und gab Maike und Tanja Bock Luft, um sich auf die Aufholjagd auf Polch zu konzentrieren. Vier Blanke lagen die beiden hinten. Beiden Paaren wurden die Arme schwer. Vier Würfe vor Schluss hatten beide erst eine Neun im Haben. Dann fiel die zweite Maike Bock, die dritte bei Tanja. Polch konnte sich nicht mehr wehren. Zweimal dicke Sieben und den Durchgang beendet. Im Vorletzten blieb dann auch eine Sieben bei Remscheid stehen. Damit schnappte sich die Kombination Yvonne Ruch / Katja Ricken (672/1) vor den Titelverteidigerinnen Maike Bock und Tanja Bock (669/2) die Meisterschaft. Den dritten Platz belegten Petra Fritz und Petra Wörster (638/3) vor Ines Misch und Cathy Bertermann (612/4).

Herren Paarkampf Endlauf

Mit Spannung wurde diese Entscheidung erwartet. Zwei Superzahlen von Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister machten Lust auf mehr. Dazu kamen die sehr guten Ergebnisse von Schöneberger/Mayer. Es lag ein spannendes Finale um die Goldmedaille in der Luft. Doch es sollte ganz anders kommen.
Daniel Schöneberger und Holger Mayer überrumpelten das ganze Feld. 224 Holz auf der Startbahn waren fast 50 Holz mehr als der Zweitbeste. Diesen Platz hatten Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister inne mit 179 Holz. Dicht gefolgt von Riols Mike und Jürgen Reinert (177 Holz) und dem zweiten Nordsaar-Paar Daniel Schulz und Markus Maurer (174 Holz).
Auf der zweiten Bahn ließen die beiden Führenden auch nicht locker. Mit 206 Holz leuchten 430 Holz als Zwischenstand an der Anzeigetafel. Heiligenhaus, wohl etwas geschockt von der Überlegenheit rutschte mit 167 Holz auf Platz vier ab. Zwei Blanke hinter Riol (354 Holz) und dem zweiten Paar aus der KV Nordsaar (352 Holz).
Die nächste Bahn verloren Schöneberger/Mayer. Trotz 203 Holz konnten Vater und Sohn Reinert dieses Ergebnis noch toppen. Mit 207 Holz schoben sie sich auf Rang zwei. 30 Holz vor Daniel Schulz/Markus Maurer und 40 Holz vor Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister.
Während Holger und Daniel auch die letzte Bahn mit über 200 abschlossen (215 Holz) entbrannte um die Medaillenränge ein spannender Kampf. Riol (710/4 Holz) verlor auf Bahn 6 völlig den Faden und beendete die letzte Gasse mit lediglich 149 Holz. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Heiligenhaus drehte auf und legte 208 Holz auf Bahn 8 hin. Mit 729 Holz sicherten sie sich Bronze. Zu mehr reichte es nicht, da Daniel Schulz und Markus Maurer (736/2) immer kontern konnten und ihre 10 Holz Vorsprung mit Zähnen und Klauen verteidigten. Mit 205 Holz auf Bahn 7 retteten sie eine sieben Holz Vorsprung über die letzten Würfe zur Silbermedaille.

Paarkampf-Mixed Endlauf

Elke Radau und Holger Philippi vom KV Mittelsaar legten einen Start nach Maß hin. Mit 211 Holz auf Bahn setzten sie ihre Leistung aus der Zwischenrunde fort. Überraschend stark war auch das einzige Nicht-Saarland Paar unterwegs. Stefanie Weiland und Steve Blasen (KSV Riol) blieben ihnen erstmal auf den Fersen. Über 199 Holz auf Bahn 2 konnte sich niemand beschweren. Mit dem Kraftakt aus dem Zwischenlauf hatte auch der Beginn von Bianca und Holger Mayer (KV Nordsaar) nichts zu tun. 194 Holz gaukelten den Zuschauern eine Leichtigkeit von Bahn 4 vor, die so von den meisten Spielern nicht bestätigt werden konnte. Das zweite Nordsaar-Paar mit Claudia und Daniel Schöneberger musste schon früh abreißen lassen. 168 auf Bahn 3 waren gut, konnten dem geforderten Leistungsniveau aber nicht standhalten.
Auf der zweiten Bahn dann eine leichter Einbruch von Mittelsaar. Elke und Holger kamen nur auf 160 Holz und eine Halbzeit von 371 Holz und mussten Familie Mayer (383 Holz) vorbeiziehen lassen. Riols Weiland/Blasen schafften das nicht ganz, konnten den Rückstand aber auf lediglich zwei Holz reduzieren. Einzig Nordsaar 2 konnte nicht profitieren. Durch 339 Holz zur Halbzeit erhöhte sich der Rückstand sogar auf 32 Holz zum Medaillenplatz.
Wie schnell dieser vermeintlich komfortable Vorsprung in Kassel verspielt werden kann zeigte die dritte Bahn. Mit 148 Holz warfen die Rioler das schlechteste Bahnergebnis des Finals und eröffneten den Schönebergers doch noch aufs Podest zu springen. Zum richtigen Zeitpunkt legten die Beiden 184 Holz nach und schoben sich mit drei Holz an den Konkurrenten vorbei. An der Spitze wechselten die Vorzeichen nicht mehr. Elke und Holger (548 Holz) versuchten sich mit 177 Holz zu revanchieren. Der Mayersche Konter mit 196 Holz folgte jedoch auf dem Fuße und de Vorsprung wuchs auf 31 Holz. Unwahrscheinlich, dass sich diese Beiden das Polster noch nehmen lassen würden.
Bronze und Blech entschied sich auf den letzten 30 Würfen zu Gunsten von Stefanie und Steve (699 Holz). Sie überstanden die kurze Schwächephase und sicherten sich mit einer guten letzten Bahn (182 Holz) Bronze. Claudia und Daniel Schöneberger konnten den Schwung der vorherigen Bahn nicht nutzen und fielen wieder in ihren 160er Trott. 684 Holz und Platz 4.
Vorne machte es die erste Nordsaarvertretung besser. Bianca und Holger Mayer fanden nach langem Suchen auch noch ihren Pause. Allerdings reichten auch 156 Holz zum ungefährdeten Meistertitel. Elke Radau und Holger Philippi (715 Holz) legten 167 Holz nach und konnten sich mit Silber trösten.

Weiblich U23 Zwischen- & Endlauf

Tanja Bock (RSV Remscheid) legte einen blitzsauberen Durchgang auf die Kasseler Bahnen. Keine Volle unter 120 Holz und Abräumergebnisse mit drei bis sechs Blanken summierten ihre Kegel auf 852/1 Holz. Auch Lisa Neumann SKV Rees) überzeugte in ihrem ersten u23-Jahr mit einer überzeugenden, konzentrierten Leistung. Keine Unmutsäusserungen bei Achtern, die nicht zur Neun fielen und wenig Fehler sorgten für 792/4 Holz. Der zweite Block tat sich sehr schwer mit den vorgelegten Resultaten. Tanja Bock war nicht einzuholen und 792 Holz mussten erst gespielt werden. Am leichtesten tat sich Kristina Krewer von der KV Nordsaar. Genauso ausgeglichen wie Tanja Bock agierte sie in die Räumgassen, konnte das vorgelegte Niveau der Remscheiderin in die Räumgassen nicht halten. Mit 837 Holz wurde die Finalteilnahme entsprechend locker gesichert. Um den letzten freien Platz wurde es richtig eng. Drei Räumgassen lang quälte siche Veronika Ulrich mit Zahlen zwischen 69 und 71 Holz herum. Nichts ging. Erst als es um Alles oder Nichts ging wurde das Kämpferherz belohnt und eine 98 Holz Abschluss schob sie auf 794/3 Holz und in den Endlauf. Das Nachsehen hatte dadurch Luisa Wagner. Ihre 790 Holz reichten nicht um die Lisa Neumanns Hürde zu nehmen.

Der Endlauf lief an Kristina Krewer (742 Holz) komplett vorbei. In die Volle um 112 Holz und in die Räumgassen maximal zwei Blanke waren für das Finale zu wenig. Davon profitierte Lisa Neumann. Ähnlich wie im Zwischenlauf, mit guten Leistungen in die Volle als Grundlage und soliden Räumgassen gewann sie in ihrem ersten U23-Auftritt den dritten Platz. Um die ersten beiden Plätze ging es bedeutend spannender zu. Tanja Bock legte auf Bahn mit 215 Holz eine klasse Zahl hin. Veronika Ulrich ließ sich nicht abschütteln. 205 Holz waren nur wenig schwächer. Auf der zweiten Bahn wendete sich das Blatt. Veronika steigerte sich auf 214 Holz wohingegen Tanja auf Bahn 2 gar nicht in die Räumgasse fand. Mit einer 407 Holz Halbzeit musste sie die Saarländerin (428 Holz) für den Moment ziehen lassen. Auf Bahn drei begann Tanja mit der Aufholjagd. 129 Holz in die Volle! 90 Holz drauf im Räumen. Summa summarum  626 Holz. Veronika büßte fast ihr ganzes Guthaben ein. Durch 202 Holz verblieben ihr noch vier Holz Vorsprung. In die nächste Volle knappste Tanja Bock (125 Holz) wieder ein Holz ab. Jetzt war es ein Duell auf Augenhöhe. Die letzte Räumgasse musste entscheiden. Was Tanja Bock auch versuchte, es funktionierte. Sobald eine Neun fiel, klingelte es auch auf der anderen Seite. Mit vier Blanken für Tanja Bock und deren fünf für Veronika Ulrich siegte die einzige Nicht-Brasilianerin im Endlauf.

Männlich U23 Zwischen- & Endlauf

Eine ganz feine Leistung lieferte Christian Junk (SK Eifelland Gilzem) im ersten Block ab. 130 – 106 – 131 waren ein Start nach Maß. Besser konnte er sich kaum wünschen. Es folgten zwei 119 Holz Volle und immer vier bis sechs Blanke in die Räumgassen. Seinen 890/1 Holz waren die absolute Topzahl der Junioren Disziplin.
Die 824/5 Holz von Benjamin Schmitz (Verein Kölner Kegel) stellten im Endeffekt keine Hürde für den letzte Block dar. Alle Aktiven kamen deutlich über die Norm. Trotzdem musste noch einer ausfindig gemachten werden, der das Finale nur als Zuschauer begleiten wird. Björn Baumeister vom RSV Remscheid (854/3) sah lange als der Blockprimus aus. Nach verhaltenem Start lieferte er drei Bahnen mit Resultaten zwischen 213 und 220 Holz ab. Als er im letzten Wurf eine dünne Sechs anwarf, wurde er doch noch von Daniel Schulz (855 Holz/2) abgefangen. Ein super Anfang mit 230 Holz folgten zwei durchschnittliche Räumgassen, um auf der letzten Bahn dann doch noch mit einer Neun im letzten Wurf den zweiten Platz zu sichern.
Die knappste Entscheidung lieferten sich Thomas Schornstein (Aachener KV) und Mike Reinert (KSV Riol).  Thomas benötigte eine Neun im letzten Wurf, um mit den Rioler gleichzuziehen. Diese gelang ihm. Beide hatten 845 Holz zu bieten. Der Aachener war der glücklichere, konnte er doch sechs Holz mehr im Abräumen nachweisen.

Der Junioren Endlauf war eine der einseitigsten Angelegenheiten der letzten Jahren. Auf sieben von acht Gassen warf Daniel Schulz (KV Nordsaar) mehr als jeder andere U23-Spieler. Mit 887/1 Holz dominierte er den kompletten Endlauf nach belieben. Den Grundstein legten 228 Holz danach lief es zum ersten Mal richtig rund für den Oberthaler auf diesen Meisterschaften. Die restlichen drei Spieler durften die verbliebenen Plätze unter sich ausmachen.
Zwei Bahnen lang passierte fast nichts. Björn Baumeister kam nach seinen beiden sehr guten Vorstellungen in den Vorrunden nicht ins Spiel. Mit 396 Holz blieb er weit hinter seinen vorherigen Resultaten zurück. Christian Junk und Thomas Schornstein ging es nicht besser. Beide mussten sich mit 392 Holz begnügen. Eine zweite verpasste Räumgasse (71 Holz) brachte Thomas Schornstein entscheidend in Rückstand. Björn Baumeister (601 Holz) und Christian Junk (598 Holz) setzten sich mit vier Blanken ab. Silber und Bronze würde zwischen den Beiden vergeben werden. In die Volle gab es keine Entscheidung. Im Gegenteil Christian machte vier Holz gut und mit 721 Holz (Christian Junk) zu 720 Holz (Björn Baumeister) ging es in die letzten 15 Würfe. Sechs Blanke reichten Björn Baumeister (816 Holz) zum Gewinn der Vize-Meisterschaft. Er war nicht zufrieden mit seiner Leistung. Mehr war am heutigen Tag gegen einen überragend aufspielenden Daniel Schulz nicht möglich. Christian Junk hatte auf der letzten Gasse seine Nerven nicht zur Genüge unter Kontrolle. Trotzdem war Bronze nach zwei sehr guten Partien im Vorfeld verdient.

Damen Einzel Zwischen- & Endlauf

Die Damen-Konkurrenz war dieses Jahr eng zusammengerückt. Im ersten Block des Zwischenlaufs lagen zwischen Platz ein und vier lediglich 11 Holz. Mit sehr gleichmäßigen Räumleistungen konnte sich Ines Misch (SV Preußen Lünen) sich einen Startplatz im Finale erspielen. Sie konnte sich auf Räumergebnisse zwischen 86 und 89 Holz verlassen und die Volle auf ihrer Startbahn 12 konnte sich mit 130 Holz auch sehen lassen. Mit 841/4 Holz konnte sie eigentlich zufrieden sein, wenn da nicht Ramona Wilczek von der KSG Mittelhessen gewesen wäre. Immer auf die letzten drei bis vier Würfen in die Räumgassen fielen die Neuner in Serie. So auch auf den letzten drei Würfen. Neun – Neun – Neun. 842/3 Holz. Endlich konnte sich eine Keglerin aus Hessen auf das Finale freuen. Ines Misch, die 120 Würfe mit einer Sieben beendete, durfte sich in Geduld üben.
Allerdings nicht allzu lange. Im zweiten Block kristallisierte sich recht schnell eine Zweiklassengesellschaft heraus. Elgin Justen (814 Holz) und Kerstin Hens (812 Holz) hatten mit vielen Achtern zu kämpfen und kamen in keine Serie rein und schon bei Halbzeit war klar, dass der Endlauf in weiter Ferne lag. Elke Radau (KV Mittelsaar) hingegen nahm den Zwischenlauf mit Bravour. Obwohl sie in keine Gasse Bestzahl warf hatte sie am Ende sowohl das beste Volle-, als auch das beste Räumergebnis in der Gesamtschau. Entsprechend landete sie mit 863 Holz auf Platz 1. Bei Silke Thissen (Klever KSG) platzte der Knoten erst auf der letzten Gasse. Nie weit hinter den Vorgaben aus dem ersten Block zurück, entledigte sie sich des Zwischenlaufs mit einer 107 Holz Räumgasse auf ihrer letzten Bahn und stoppte erst bei 853/2 Holz.
Die Zuschauer sahen ein komplett verrücktes Damen Finale.

Man kann schon fast so weit gehen zu sagen, dass die Damen dem parallel stattfinden Herren Endlauf die Show stahlen.
 Alles fing wie erwartet an. Elke Radau setzte sich mit 214 Holz sofort an die Spitze, dicht gefolgt von Silke Thissen (210 Holz). Mit leichtem Abstand dann Ines Misch (190 Holz) und die Lokalmatadorin Ramona Wilczek (185 Holz). In die nächste Volle baute Elke Radau ihren Vorsprung dank 127 Holz weiter aus. Die anderen drei Damen gaben sich mit 116 bis 122 Holz nicht viel. Erst in die Räumgasse wurde es munter.  Die Ramona Wilczek (99 Holz) auf Platz 4 liegen legte die beste Räumgasse hin. Elke Radau (81 Holz) hingegen die Schlechteste. Bei Silke Thissen (85 Holz)und Ines Misch (97 Holz) verhielt es sich ähnlich und plötzlich lagen alle wieder innerhalb von 18 Holz. Auf der nächsten Bahn das gleiche Bild. Platz vier legte die Bestzahl vor und Platz eins kam nicht hinterher. Nach drei Bahnen lagen alle vier Spielerinnen innerhalb von vier Holz. Elke Radau (623 Holz), Ines Misch (621 Holz), Ramona Wilczek (620 Holz) und Silke Thissen (619 Holz). Nach einer  126 Holz Volle übernahm Ines Misch die Spitze (747 Holz) und Ramona Wilczek Holz (732 Holz) sah nach 112 Holz wie der sichere vierte Platz aus. Elke Radau (741 Holz) und Silke Thissen (740 Holz) gingen annähernd gleichauf in die letzte Gasse. Und dann drehte sich wieder alles.
Ines kam gar nicht an die Neun. Dünn, dick, dünne, dick und auch noch ein Dreier ließ sich nicht mit dem benötigten Endspurt vereinbaren. Ilona startet zwar mit einem Kranz aber die nächsten drei Anwürfe kam auch nicht mehr viel. Bei Elke Radau sah das besser aus. Zwei Neuner mit den beiden ersten Würfen und die Dritte und Vierte folgte nach kurzer Pause. Silke Thissen kam gut in die letzten Würfe und hatte auch bei den ersten zehn Würfen zwei Neuner liegen. Alles sah nach dem ersten Damentitel für Elke Radau aus. Allerdings hatten Ines und Ramona ihr Pulver noch nicht verschossen. Ines spielte mit den letzten Würfen noch drei Neuner und kam auf 825 Holz. Ramona Wilczek, die Frau der letzten Würfe, war ein paar Kugeln zurückgefallen. Würde sie weiterhin Schnitt spielen käme sie auf 809 Holz Im 26 Wurf fiel die insgesamt dritte Neun nach. 27 Wurf – die vierte Neun. Hochgerechnet: 818 Holz. Im 28. Wurf – fünfte Neun. 29. Wurf – Neun. 30. Wurf – noch ’ne Neun. 829 Holz aus dem Nichts. Hierdurch überholte sie noch Silke Thissen, war bis zum Vorletzten Wurf noch ein Holz vor Ramona, doch sie schaffte den Freiwurf nicht und wurde mit 821 Holz nach hinten durchgereicht.
Elke Radau hatte bereits vier Blanke liegen, warf die Fünfte, die Vorletzte blieb auch ihr verweht und es fiele eine dünne 7. Zweifel. 828 Holz. Noch ein Wurf. Wurde ihr der Meistertitel wie in Salzgitter wieder entrissen? König, Hinterdame geräumt. 830 Holz und endlich im Reigen der Deutschen Meister angekommen.

Herren Einzel Zwischen- & Endlauf

Der Anfangsblock stand ganz im Schatten von Steve Blasen (KSV Riol). Einer gemächlichen 119 Holz Volle folgte 133(!) im Abräumen. So kann man auch 250 Holz werfen. Kurze Verschnaufpause auf Bahn 6 und es kamen noch zwei 230er Bahnen hinten dran. Fertig waren 920/2 Holz und die Finalteilnahme. Die restlichen Spieler taten sich schwerer. Marc Glöckner stemmte sich auf der letzten Bahn mit 128/108 Holz gegen sein Ausscheiden im Zwischenlauf. 868/6 Holz waren letztlich zu wenig. Der komplette Schlussblock überspielte sein Resultat.
In diesem Schlussblock zelebrierte Daniel Schöneberger (KV Nordsaar) die Bestleistung dieser Meisterschaften. Mit der ausgeglichensten Leistung des Zwischenlaufs und höchstem Niveau fing er mit 2 Bahnen 228 und 229 Holz an, um sich für die letzten beiden Bahnen jeweils 237 Holz aufzubewahren. Auf jeder Räumgasse fielen acht bis neun Blanke und 931/1 Holz in Summe. Konnte die KV Nordsaar eigentlich auch unter 900 in Kassel spielen? Wenn es nach Markus Gebauer (KV Nordsaar) ging nicht. In die Räumgassen meistens zwei Neuner hinter Daniel Schöneberger beendete er seinen Lauf mit 902/3 Holz.
Und dann passierte es doch. Niemand geringeres als Holger Mayer (KV Nordsaar) scheiterte als erster Oberthaler an der 900-Marke. Alles sah gut aus bis zur letzten Räumgasse. Da kippten nur 89 Holz um und die erste 800er-Zahl der Nordsaar Herren war mit 898/4 Holz perfekt. Das Alles war natürlich jammern auf höchstem Niveau. Die Oberthaler 900er Inflation sollte nicht über die anspruchsvollen Bahnen hinweg täuschen. Außerdem waren noch fast 30 Holz mehr als für den Endlauf benötigt wurden. Den fünften Platz erkegelte sich nämlich Frank Krämer (SG Düsseldorfer Kegler) mit 868 Holz.
Der Endlauf bestand somit aus dreimal Nordsaar und einmal Ex-Nordsaar. Die Rioler frohlockten schon ein bisschen als Steve Blasen von der ungeliebten Bahn 10 mit 218 Holz als Führender wechselte. Daniel Schöneberger und Holger Mayer blieben auf Tuchfühlung mit jeweils 216 Holz. Mit 202 Holz hatte Markus Gebauer Probleme dem Spitzentrio zu folgen. Diese Drei schenkte sich auch auf der nächsten vollen nichts. Dreimal 125 Holz. Eine keine Vorentscheidung fiel ins Abräumen. Während Steve Blasen (432 Holz) und Daniel Schöneberger (431 Holz) sich um jedes Holz stritten verpasste Holger Mayer die Räumgasse auf Bahn 9 vollständig. 70 geräumt und einen Rückstand von 20 Holz zur Halbzeit eingefahren. Das sollte schwer werden zu kompensieren, zumal Markus Gebauer mit 406 Holz nur fünf Holz hinter ihm lag. Dank zweier sehr solider Räumgassen konnte er Markus (838 Holz) auf den folgenden 60 Würfen auf Distanz halten und sich nach zweimal Gold auch noch eine Bronzemedaille mit 856 Holz sichern.
Um Gold und Silber blieb es spannend. Die Volle wurde wieder im Gleichschritt (126 Holz) marschiert. Danach vollzog sich im Abräumen der Führungswechsel. Erneut nur vier Blanke für Steve nutze Daniel, um mit sechs Neuner vorbeizuziehen. Ein leichter Vorteil für Daniel in die Volle (129 zu 126 Holz) bescherte ihm ein Polster von vier Blanken. Beide fingen mit 7-2 an. Steve legte eine Neun vor. Daniel spielte wieder nur eine Sieben an. Dann viel die erste Neun und nichts anderes mehr. Bei 117 Holz war kein Passieren möglich und der Meistertitel ging mit 901 Holz an Daniel Schöneberger. Steve Blasen beendete deutlicher geschlagen, als es für den Spielverlauf gerechtfertigt gewesen wäre mit 870 Holz auf dem Silberrang und wird nächstes Jahr sicherlich erneut versuchen den letzten fehlenden Titel zu gewinnen.