Sonntag, 15. Mai 2011 11:49

Freundschaftsspiel Frankreich-Deutschland in Metzervisse

geschrieben von  Mike Killadt

Seit dem denkwürdigen Spiel im Mannschaftsfinale der Weltmeisterschaften 2007 zwischen Deutschland und Frankreich in Oberthal, das mit einem ein Holz Vorsprung und dem Gewinn der WM endete und dem Re-Match 2008 in Polch, wurde diese Begegnung auf französischem Boden mit Spannung erwartet.

 

Beide Nationen nutzen dieses Spiel als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften der Damen und Herren in Kelmis. Entsprechend kamen hauptsächlich die Spieler zu Einsatz, die auch in Belgien zur Kugel greifen werden. Für Deutschland stellte lediglich Jörg Brandenburg eine Ausnahme dar. Für den Salgitterer wird Volker Baumeister als Abrufspieler im erweiterten Aufgebot stehen.

Der erste Block brachte gleich ein reizvolles Oberthaler Duell. Markus Gebauer für Deutschland und Pascal Petry für Frankreich standen sich als direkte Konkurrenten gegenüber.

Den besseren Start erwischte Markus Gebauer. Seinen 218 Holz setzte Pascal Petry 209 Holz auf der ersten Bahn entgegen.
Mannschaftskapitän Christian Marx legte mit 230 Holz auf Bahn 2 die Franzosen in die Erfolgsspur und zeigte welche Ambitionen seine Equipe an diesem Tag hatte. Andre Laukmann konnte mit 193 Holz nur staunen. Nach der Neun im ersten Wurf im Abräumen konnte er sich die Siebener in allen Konstellationen aussuchen.
Bei den folgenden 30 Würfen ging es nahtlos so weiter. Erst ein Dreier kurz vor Schluss stoppte Christian Marx und brachte Markus Gebauer wieder auf Tuchfühlung (437 zu 434 Holz). Andre Laukmann (401) fand auf der zweiten Bahn besser ins Spiel. Musste aber gegen Pascal Petry (422 Holz) weiter an Boden einbüßen.
Mit 226 (Pascal Petry) und 229 (Christian Marx) sorgten die Gastgeber auf der dritten Bahn für klare Verhältnisse. Beide Deutsche kamen über 210 nicht hinaus und der Rückstand wuchs auf stolze 68 Holz an. Wobei Markus Gebauers 207 Holz auf Bahn 3 aller Achtung wert war. Im weiteren Spielverlauf sollten sich hier einige Spieler schwer tun.
Nach der Vollen sah es nach einem 100 Holz Rückstand aus. Andre Laukmanns 109 Holz waren zu wenig. Doch auf der letzten Räumgasse konnte der deutsche Block den Franzosen erstmals Paroli bieten. Markus Gebauer überholte mit dem Vorletzten Wurf seinen Vereinskollegen (863 zu 856) und auch Andre Laukmann konnte noch mit 810 Holz aufwarten und zumindest einen halbwegs versöhnlichen Abschluss finden. Alles überragend war jedoch Christian Marx mit seinen 886 Holz.

Mit 69 Holz Rückstand ging es in den zweiten Durchgang. Der amtierende Deutsche Meister Daniel Mittelstädt und Stephan Stenger versuchten sich an der Aufholjagd.

Doch auch in diesem Block stahl Startbahn 2 allen die Show. Mit 247 Holz sorgte Christophe Cioni dafür, dass die schwachen 188 seines Partners Emmanuel Muratori nicht ins Gewicht fielen. Stephan Stenger kam nach verhaltenem Start auf besagter Bahn 3 am Ende besser zu recht und erkegelte 199 Holz. Daniel Mittelstädt sorgte auch erst im Endspurt auf Bahn 1 für 204 Holz.
Den missratenen Start machte Emmanuel Muratori wieder gut. 239 Holz auf Bahn 1 waren bis dato Tagesrekord und wurde mit der (abgesprochenen) Auswechslung gegen Thibaut Gantlet entlohnt.
Stephan Stenger hatte Bahn drei ganz gut verkraftet und legte 212 auf Bahn 4 nach. Daniel Mittelstädt machte es auf Bahn 2 mit 230 Holz noch besser. Da Christophe Cioni Bahn 3 213 Holz auch nicht patzte vergrößerte sich der französische Vorsprung auf 112 Holz.
Auch auf der dritten Bahn gab es für die deutschen Akteure kein Beikommen. Frankreich legte weitere sechs Holz vor. Trotz eines tollen Endspurts von Daniel Mittelstädt auf Bahn 3, der leider nicht mit der Blanken im vorletzten Wurf gekrönt wurde.
Stephan Stenger lieferte sich ein Kopf an Kopf Rennen mit dem eingewechselten Thibaut Gantlet. Nach der Volle hatte er sich wieder an ihm vorbeigeschoben. Im Räumen wurde die Luft dann dünn und der Franzose konnte die Bahn am Ende wieder ausgleichen.
Durch 101 Holz von Thibaut Gantlet konnte die beiden Deutschen wieder etwas Holz aufholen. Die magische 100 Holz Marke konnte nicht unterschritten werden.
Erneut sorgte die letzte Gasse für einen kleinen Schub nach vorne. Stephan Stenger (816 Holz) schob sich am Debütanten-Duo Muratori / Gantlet (812 Holz) mit vier Holz vorbei. Daniel Mittelstädt kam auf der letzten Räumgasse auch gut zurecht und setzte sich mit 858 Holz knapp hinter Markus Gebauer auf Rang zwei im deutschen Team.
Das beste Blockergebnis legte Christophe Cioni aufs Parkett. 896 Holz und es hätten leicht mehr werden können. Mit den letzten sieben Würfen war nur noch im Letzten eine Blanke zu bestaunen. Die 900 Holz waren in Greifweite.

Ein 103 Holz Bürde musste der letzte Block übernehmen. Beide deutsche Akteure spielte locker auf und legten jeweils einen Frühstart hin. Kai Knobel (131 Holz) und Jörg Brandenburg (124) sorgten für Respekt bei den französischen Schlachtenbummlern nach der Volle. Und sie ließen auch in die Räumgassen nicht locker. Kai Knobel 246 und Jörg Brandenburg 227 auf (Bahn 3!) versetzten das Publikum weiterhin in erstaunen. Zeitweise wurde es sehr ruhig im Lokalmatador Michael Pinot, der auf der guten Bahn 2 ebenfalls 227 Holz auf die Anzeige brachte. Seit langer Zeit reduzierte sich der Rückstand unter 100 Holz.
Auch auf der zweiten Bahn hielt Kai Knobel den Lauf. Hoch konzentriert kam er auf weitere 226 Holz, mit denen lediglich Michael Pinot gleichziehen konnte. Mit einer Halbzeit von 472 Holz war der Tagessieg in der Einzelwertung auch noch möglich. Allerdings wartet jetzt Bahn 3. Leider hatte Jörg Brandenburg auf Bahn 4 mehr Probleme als ihm lieb war. Mit 200 holz konnte er sich aber weiterhin knapp vor Nicolas Potier behaupten.
Bahn 1 lief dann wieder besser. Die letzten sechs Würfe sorgten für einen beruhigenden Vorsprung auf den Franzosen, der die ergiebige Bahn 2 gar nicht in den Griff bekam. Am Ende nahm Jörg Brandenburg ihm 35 Holz ab und Bahn 2 wartete ja noch. Kai Knobel musste, wie soviele, Bahn 3 Tribut zollen. 199 Holz waren eine Blanke weniger als erhofft. Allerdings konnte er Michael Pinot mit einem Holz weiterhin in die Schranken verweisen (671 zu 670 Holz). Der Franzose steigerte sich jedoch von Bahn zu Bahn und fand immer besser seinen Rhythmus. Am Ende reichte es für ihn in einem Herzschlagfinale mit 903 Holz. Kai Knobel zwang ihn mit 897 Holz zur Profiblanken. Dies erledigte er jedoch mit Bravour. Eine klasse Leistung des Deutschen bei seinem ersten offiziellen Auftritt auf nicht-deutschem Boden.
Jörg Brandenburg kam in seinem Länderspieldebüt auf sehr gute 852 Holz. Nicolas Potier schloss den Block mit 823 Holz.

Durch die höheren Spitzenresultate der französischen Nationalmannschaft und die zwei niedrigsten Tagesresultate, durch die, die deutsche Nationalmannschaft ihre „breite“ an Spitzenspielern an diesem Tag nicht unter Beweis stellte, geht der Gesamtsieg der Equipe Tricolore mit 80 Holz vollkommen in Ordnung. Mit Ergebnissen im Bereich des restlichen Teams wäre es um den Gesamtsieg deutlich spannender geworden.
Es wird ein spannendes Wiedersehen in Belgien geben, zumal Luxemburg und Belgien als Gastgeber sicherlich auch noch ein Wörtchen mitreden wollen.