Montag, 07. Juni 2010 19:46

Deutsche Jugendmeisterschaften 2010

geschrieben von  Mike Killadt

Vom 03. bis 06. Juni fanden im niedersächsischen Nordhorn die diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften statt. In 14 Disziplinen suchten die U14 und U18 ihre nationalen Meister.

Mannschaften U14 weiblich (Bahnen 3-6)

Im ersten Durchgang der Mannschaft U14 weiblich ließ Nina Petschel (26) (SKC Waldbrunn) es gleich richtig krachen. Mit 707 Holz stellte sie einen neuen deutschen Rekord auf. Die Abschlussbahn mit vier Blanken und Mit letzter Bahn 195 und fünf Blanken tobte die Halle bereits zum ersten Mal. Mit einem gewissen Abstand dahinter die JSG Rhein. Mit Jennifer Adams (647 Holz) konnte der erhoffte gute Start hingelegt werden. Aus dem ersten Block konnten sich der SKV Heiligenhaus auf den Bronzerang platzieren. 632 Holz für Maren Jasper sorgten für ordentlich Stimmung im WKV-Block.

Im zweiten Durchgang sollte sich an der Reihenfolge auf dem Treppchen nichts ändern. Waldbrunn baute mit Katharina Exner (658 Holz) ihren Vorsprung auf 96 Holz aus. Die JSG Rhein festigte mit Laura-Michelle Funks 623 Holz ihren zweiten Platz vor der SKV Heiligenhaus, die mit Corinna Heppner auf 609 Holz kam. Rang vier und auch auf Tuchfühlung zu den Medaillen rangierte die KV Saar 2 mit 45 Holz Rückstand. Auf den folgenden Plätzen wurden die Abstände schon größer und oftmals waren die Bauern das Zünglein an der Waage.

Im dritten Durchgang sorgten die SKV Heiligenhaus und Wanne Eickel für Aufsehen. Im Gegenzug zeigten der SKC Waldbrunn und die JSG Rhein die ersten Schwächen und zumindest die JSG Rhein verabschiedete sich von ihren Medaillenträumen.
Die anderen Drei werden konnten die Treppchenplätze unter sich ausmachen.  Die SKV Heiligenhaus legte mit Juliane Schöpp 663 Holz vor und der folgende Block sollte Nerven zeigen. Elisa Nöh (562 Holz) gab erstmals Holz ab und ließ den Vorsprung auf Heiligenhaus auf 23 Holz schrumpfen. Mit 671 Holz brachte Martina Gmelin Wanne-Eickel wieder ins Rennen. Leonie Görgens 518 Holz waren an diesem Tag zu wenig, um für die JSG Mosel im Konzert der großen Drei weiterhin mitzuspielen.

Der KSC Waldbrunn schafft den Start/Ziel-Sieg. Nach ein bisschen Zittern im dritten Durchgang konnte Christina Vogel (655 Holz) durch eine souveräne Leistung den Titel perfekt machen. Die KV Wanne-Eickel nahm den Schwung des vorangegangenen Durchgangs mit. 671 Holz für Melina Kaspar, bedeuteten dass der Rückstand auf die SKV Heiligenhaus mehr als wett gemacht wurde und somit den Vize-Rang. Auch der SKV Heiligenhaus beendete seine Serie mit sehr ordentlichen 631 Holz von Jennifer Richter.
Die restlichen Mannschaften hatte allesamt ihr Pulver verschossen. Keine 600 war mehr zu vermelden im Schlussspurt.

Mannschaften U14 männlich (Bahnen 7-10)

Im Gegensatz zu den Mädchen gingen es die Jungs ruhiger an. Die Ergebnisse lagen dafür enger beieinander. Führend bei den U14 männlich nach dem ersten Block war die JSG Mosel mit tollen 668 Holz von Patrick Bartz. Knapp dahinter die KV Saar 1 Mit Marco Schneiders 665 Holz. Und auch auf dem dritten Platz konnte Jan Gsodam für die KV Sieg mit guten 647 Holz aufwarten.
Geprägt waren die ersten 120 Würfe durch einige Bauernfehler, die die guten Vollegassen relativierten. Sauberes Spiel und wenig Fehler wurden auf den hinteren Bahnen belohnt.

Im zweiten Durchgang blieben die Ergebnisse dicht zusammen. Nur Marc König (KSV Gladbeck) ragte mit seinen 683 Holz weit heraus. Auf den Plätzen eins und zwei stritten sich weiterhin die KV Saar und die JSG Mosel. Allerdings mit umgedrehten Vorzeichen. Die JSG Mosel verspielte ihren drei Holz Vorsprung durch Marjan Leis (648 Holz) und musste die KV Saar, dank Carsten Thulls 654 Holz, mit drei Holz vorbeiziehen lassen. Dahinter ging es noch enger zu. KSV Gladbeck hatte mit 1287 Platz drei inne und der KV Sieg mit 1271 Holz Platz 6. Noch konnte sich keiner seiner Sache sicher sein.

Der dritte Block stand ganz im Zeichen des KV Saar. Nils Jakobs, mit 656 brachte die Saarländer „deutlich“ in Führung. Zumindest war der Vorsprung des Erstplatzierenden in diesem Wettbewerb noch nicht so groß. Dahinter wurde es dann noch spannender. Die JSG Mosel wies einen Rückstand von 21 Holz auf. Aber Günter Calvins 638 Holz reichten, um sich mit einem Holz vor den Mannschaften aus KV Sieg (Dominik Eling / 682 Holz) und der SKC Waldbrunn (Janis Schmitt / 670 Holz). Für Spannung war im letzten Durchgang gesorgt.

Und doch wieder alles auf den Kopf gestellt. Mit der einzigen 700 in der männlichen Konkurrenz, sorgte Sebastian Weiß (707 Holz) für den Durchmarsch der Siegener Jugend von Platz sechs mit Zwischenstopp auf Platz drei zum Deutschen Meistertitel. Nach den Erfolgen bei der weiblichen U14 Mannschaft. Hat der WKV damit seinen ersten Medaillensatz komplettiert. Knapp hinter den Siegener, die bis dato führende KV Saar. Dank eines Endspurts von Robin Schrecklinger (672 Holz) konnte der lange Zeit gefährdete Vizetitel am Ende doch noch dem Saarland gutgeschrieben werden. Auf Platz drei schließlich der SKC Waldbrunn, der durch Yannik Viertel (676 Holz) ebenfalls seine Bestzahl für den letzten Block aufgehoben hatte.

Paarkampf U14 weiblich (Bahnen 7-10)

Im ersten Block des Paarkampfs der weiblichen U14 kam der Eindruck auf alle waren noch von der Mannschaftsdisziplin in den Bann gezogen. Keines der Paare bekam einen richtigen Lauf. Jeder musste sich mindestens eine Bahn weit unter 100 Holz anschreiben lassen. Bis auf Jennifer Richter und Juliane Schöpp (SKV Heiligenhaus / 418 Holz) waren keine Ergebnisse jenseits der 400 zu vermelden.
Erst im zweiten Block zog das Niveau an. Beflügelt vom Titel in der Mannschaft und dem neuen Deutschen Rekord zogen Nina Petschel und Elisa Nöh (SKC Waldbrunn) der Konkurrenz mit 482 Holz davon. Das war die erste Hausnummer und eine echte Aufgabe für den Schlussblock. Zumal mit 445 Holz ein zweite Ergebnis auf der Tafel stand, dass erst überworfen werden musste. Für Sabrina Jaster und Jennifer Adams (JSG Rhein) bestand noch berechtigte Hoffnung am Edelmetall zu kratzen. Der erste Block hatte ja gezeigt, dass die Kegel zu diesem Zeitpunkt nicht mehr von selbst umfielen.
Diese Hoffnung erlosch jedoch recht schnell. Das zweite Paar des SKC Waldbrunn überzeugt durch konstantes Spiel und gewann mut 503 Holz überlegen den Titel des Deutschen Paarkampfmeisters der weiblichen u14. Platz drei und die erste Medaille für Niedersachsen erkegelte sich die Paarung Julia Wienholt und Anna Plümer vom VOK Osnabrück (481 Holz). Denkbar knapp geschlagen an der Vorgabe von 482 Holz, konnten sie sich trotzdem über die bronzene Medaille freuen.

Paarkampf U14 männlich (Bahnen 3-6)

Ganz anders legten die Jungs los. Bereits im ersten Block fiel die 500er-Grenze. Jannis Lermann und Nils Jakobs erzielten die KV Saar 523 Holz. Dabei spielten sie auf Bahn 3 sage und schreibe 148 Holz. Oder anders gesagt: Sie haben zwei Neuner durchgebracht. Die übrigen Ergebnisse verblassten neben dieser Leistung und die folgenden beiden Blocks hatte eine harte Nuss zu knacken, sollte der Titel nicht frühzeitig abgeschrieben werden.

Im zweiten Block machten sich die Mannschaftskollegen Robin Schrecklinger und Carsten Thull auf die Verfolgungsjagd. Nach einer vielversprechenden Halbzeit war dann plötzlich die Luft raus und die fünf Holz Vorsprung schnell verspielt. Am Ende reichte es zu 493 Holz und Platz zwei. Auf Platz drei schoben sich Timo Mandelik und Marvin Schwartz von der KKV Kassel. Ihre 468 Holz stellten die Hürde für den letzten Block, um an des begehrte Edelmetall zu gelangen.
Im dritten Durchgang war schnell zu erkennen, dass sich an den beiden Spitzenpositionen nichts mehr ändern wird. Zu groß waren die Abstände bereits nach der ersten, spätestens nach der zweiten Bahn. Aber um Platz drei wurde es spannend. Dank eines sehr ausgeglichenen Spiels mit vier Ergebnissen zwischen 119 und 125 Holz gewann auch in dieser Disziplin der Paar des VOK Osnabrück mit Malte Schierbaum und Patrick Rolf (486 Holz) die dritte Medaille.

Mannschaften U18 weiblich (Bahnen 3-6)

Bei der Mannschaft U18 weiblich wurden bereits im ersten Block die Weichen in Richtung Medaillen gestellt. Sarah Petry (KV Mittelsaar / 718 Holz), Lisa Neumann (SKV Rees / 720 Holz), Katharina Junk (SK Gilzem 2 / 727 Holz), Yvonne Riedel (KV Lahntal / 739 Holz) und Sandra Gsodam (ESV Siegen / 767) sorgten für einen ordentlich Start ihrer Mannschaften. Die weiteren Teams scheiterten deutlich an der 700er Marke und waren damit schon so gut wie aus dem Rennen.

Garant des Siegener Vorsprungs war Sandra Gsodams Tagesbestergebnis und hierbei das Räumergebnis (90 + 88 + 79 + 68), das an diesem Tag von keiner Spielerin überboten wurde.

Im zweiten Durchgang dann einige Positionswechsel. Durch die Mangelware an 700er Ergebnissen konnten sich die beiden WKV-Mannschaften aus Siegen und Rees vom restlichen Feld absetzen und die bereits zu diesem Zeitpunkt den Wettstreit um die Deutsche Meisterschaft zu einem Duell machen.
Durch Isabel Henkels 751 Holz schoben sich die leicht favorisierten Reeserinnen auf Platz zwei vor. Siegen hielt durch Carmen Ziemkes 728 Holz den ersten Platz, büßte aber die Hälfte des Vorsprungs ein. Kurzzeitig tauchte die erste Mannschaft des SK Eifelland Gilzem auf Platz 3 auf. Saksia Wintrichs 725 Holz nutzte die Schwäche der Konkurrenz aus Hessen und dem Saarland.

Im dritten Durchgang ließen die Ergebnisse nochmals etwas nach. Nutznießer waren erneut die Mädchen vom SKV Rees, die als Einzige auf konstantem Niveau ihre Leistungen abrufen konnten. Mit 729 Holz brachte Ivonne Henkel ihre Mannschaft folgerichtig erstmalig auf Platz eins. Der ESV Siegen musste den zweiten Dämpfer hinnehmen. Reichten Stefanie Müllers 701 Holz, um die anderen sechs Mannschaften zu kontrollieren, so musste man sich doch mit vier Holz hinter dem neuen Spitzenreiter aus Rees einreihen.
Auch Platz drei nahm langsam konkrete Formen für den KV Mittelsaar an. Lisa Rosport steuerte solide 712 Holz bei. 18 Holz Vorsprung auf Platz vier und die amtierende Deutsche Meisterin Svenja Lambert noch in der Hinterhand. Das sollte reichte. Der Abstand auf Silber war mit knapp 100 Holz zu weit. Vorausgesetzt alles sollte seinen normalen Lauf nehmen.

Das alles seinen normalen Lauf nahm, dafür sorgten die beiden Brasilienreisende Verena Kilp (ESV Siegen) und Stephanie Markett (SKV Rees). Beide boten den Zuschauern Spannung pur mit mehrmaligen Führungswechseln. Erst mit den letzten Würfen auf der Schlussbahn konnte Stephanie Markett (765 Holz) den Erfolg für die KSV Rees sichern. Verena Kilp kam mit 750 Holz versilbert ins Ziel. Platz drei ging wie erwartet an die KV Mittelsaar. Mit 761 Holz konnte Svenja Lambert die Erwartungen erfüllen und die Bronzemedaille sichern.
Bemerkenswert im letzten Block die Leistung von Sarah Urban für VES Lingen. Mit 753 Holz konnte sie sich in der Riege, der Kaderspielerinnen platzieren.

Mannschaften U18 männlich (Bahnen 7-10)

Bereits im ersten Durchgang deutete sich an das der Deutsche Meister vom SKV Trier in nach zweijähriger Dominanz seinen Titel nicht erneut verteidigen wird. Florian Blaß brachte sein Team mit 757 Holz zwar auf Platz vier, doch war der Rückstand auf Daun-Weiersbach bereits zu diesem Zeitpunkt zu groß. Die Konkurrenz aus dem eigenen Landesfachverband legte mit Robert Heinrichen (836) gleich die Tagesbestzahl aufs Parkett. Platz zwei hatten die Jungs von der SKV Rees inne. Daniel Grohmann 8817 Holz) sorgte dafür, dass die Reeser vom Double träumen durften. Platz drei ging an den Lokalmatador vom VES Lingen, der mit Julian Geerdes (798 Holz) einen vielversprechenden Start hinlegte.

Während Dominik Werner (815 Holz) den Vorsprung des KSC Daun-Weiersbach auf fast 90 Holz ausbaute wurde es um Silber und Bronze spannend. Die KV Sulzbachtal verbesserte sich auf Platz drei. Nico Follmann (813 Holz) sorgte mit dem zweitbesten Ergebnis in diesem Durchgang für den saarländischen Aufschwung. 22 Holz betrug der Vorsprung auf die holzgleichen Dritten aus Trier und Rees. Die 784 Holz von Yannic Klink (SKV Trier) egalisierten die 60 Holz Differenz, da Rene van der Locht (SKV Rees) bereits bei 724 Holz die Bahnen verlassen musste.

Im dritten Durchgang ging es deutlich ruhiger zur Sache. Das beste Ergebnis der acht Mannschaften erzielte Marc Birkelbach von der KV Sulzbachtal mit 761 Holz. Dem Spitzenreiter aus Daun-Weiersbach konnte es nur recht sein, hatte Fabian Düx (738 Holz) doch auch mit den Bahnen zu kämpfen. Im Rennen um die Bronzemedaille schob sich die SKV Trier leicht nach vorne. Matthias Bender konnte mit seinen 746 Holz ein kleines Polster schaffen. Wohlgemerkt ein kleines Polster, denn Lukas Rippel (735 Holz) hielt die Reeser im Rennen.

Im letzten Durchgang sicherte Mike Reinert einen überlegenen Start/Ziel-Sieg des KSC Daun-Weiersbach mit seinen 807 Holz ab. Sulzbachtal hatte mit Sven Hägele (741 Holz) nicht mehr viel entgegenzusetzen. Niklas Sowinski (780 Holz) bescherte der SKV Rees die zweite Medaille an diesem Tag. Nach Gold bei den Mädchen folgte jetzt die Bronzemedaille. Der Titelverteidiger der letzten beiden Jahre hatte im Schlussspurt das Nachsehen. Rene Schumacher (730 Holz) konnten nur noch den vierten Platz absichern.

Paarkampf U18 weiblich (Bahnen 7-10)

Der Paarkampf der weiblichen U18 wartete gleich mit einem Spitzenpaar im ersten Block auf. Die beiden Garanten der Siegener Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb betraten als erste die Bahnen. Mit einem kleinen Durchhänger auf der zweiten Bahn kamen Sandra Gsodam und Verena Kilp auf 572 Holz. Eben dieses Ergebnis reichte im letzten Jahr zum Titelgewinn in Oberthal. Man durfte also optimistisch sein.

Im zweiten Block griff eben diese Titelverteidigerin, Svenja Lambert, ins Geschehen ein. Dieses Jahr mit neuer Partnerin, namentlich Sarah Petry. Die Paarung der KV Mittelsaar legte langsam los konnte sich aber beständig steigern. Am Ende standen 584 Holz zu Buche und die Titelverteidigung war möglich.

Allerdings standen im letzten Block Deutschen Mannschaftsmeisterinnen und Nationalspielerinnen Stephanie Markett und Lisa Neumann in den Startlöchern. Beflügelt vom vorherigen Erfolg legten sie den besten Start aller Paarungen hin. Auf Bahn 10 warfen sie mit 167 Holz 26 Holz mehr als das zweitbeste Paar und legten damit den Grundstein zum zweiten Titel innerhalb von drei Stunden.
Pling – Licht aus. Alles dunkel. Bis auf die Bahnen 3 und 4. Wie sich später herausstellte war wohl ein Transformator auf Bahn 5 durchgeschmort und hatte für eine unfreiwillige Zwangspause von einer Stunde gesorgt.
Das war der Leistung natürlich nicht förderlich. Umso besser, dass eine durchwachsene Abschlussgasse (130 Holz) reichte, um den zweiten Titel in die Vitrine der SKV Rees zu stellen.

Paarkampf U18 männlich (Bahnen 3-6)

Wie bei den Mädchen waren alle Zuschauer auf den Auftritt von Felix Janson und Michael Reith vom KSV Wetzlar gespannt. Nach anfänglichen Unsicherheiten (133 Holz) beherrschten sie die übrigen drei Paare und setzten sich durch eine sehr starke Schlussbahn (174 Holz) mit 613 Holz deutlich an die Spitze. Was bedeutete dieses Ergebnis. Bisher war zu beobachten, dass sich die U18 deutlich schwerer tat, als die U14 mit der kleinen Kugel.

Der zweite Block brachte dann etwas Klarheit. Keine der Paarungen konnte das hessische Paar von Platz ein verdrängen. Knapp scheiterten Eric Schiestel und Björn Delles vom KV Neunkirchen mit 611 Holz. Ausschlaggebend war wohl die Startbahn, die mit 134 Holz verpatzt wurde. Die weiteren 90 Würfe waren sehr gut. Reichten letztendlich nicht, um die 613 Holz zu überspielen.

Im dritten Block wurde es dann richtig spannend. Mit Sven Hägele / Marc Birkelbach (KV Sulzbachtal), Niklas Sowinski / Daniel Grohmann (SKV Rees) und Mike Reinert / Robert Heinichen (KSC Daun-Weiersbach) lagen drei Paarungen bei Halbzeit im Bereich des Titels. Mit 315 Holz, 302 Holz und 303 Holz war noch alles im Bereich des möglichen. Bis…, ja bis das Licht ausging.
Die Jungs traf es härter als die Mädchen. Nach dem der Strom wieder da war konnten die Mädchen ihren Durchgang fortsetzen, bei den Jungs blieb Bahn 5 tot. Nach zwei Stunden war die Bahn soweit wieder hergestellt, dass ohne Anzeige, dafür mit Schreiber weitergespielt werden konnte. Das ging natürlich nicht spurlos an den Spielern vorbei. Sven Hägele und Marc Birkelbach hatten ihre Nerven am Besten im Griff und ließen 310 Holz in der zweiten Halbzeit folgen. 625 Holz in der Endabrechnung bedeuteten den Meistertitel. Mit Ergebnissen zwischen 148 und 167 Holz waren sie das konstanteste Paar im Feld und durch die Zusatzbelastung des Stromausfalls auch die verdienten Sieger.

Mixed U14 (Bahnen 7-10)

Ähnlich wie beim Paarkampf der männlichen U14 verteilten sich die Medaillen über alle drei Blöcke. Auch hier herrschte ein gewisser Abstand zwischen den Podestplätzen und den restlichen Paaren. Im ersten Durchlauf hinterließen Michelle Zimmer und Jannis Lermann von der KV Saar den besten Eindruck. Mit 502 Holz brachten sie die nachfolgenden Paarungen gehörig unter Zugzwang. Dass die Bahnen nicht so einfach zu spielen waren zeigten die restlichen Ergebnisse dieses Durchgangs. Kein Paar konnte annähernd an die beiden heranreichen. Spätesten bei 434 Holz war Schluss.
Der zweite Block sorgte für den Höhepunkt dieser Disziplin. Mit 166(!) Holz begannen Sonja Schmelter und Marcel Panneck (Niederrheiner Kegler) ihren Durchgang und setzten sich natürlich sofort an die Spitze des Feldes. Doch in der zweiten Hälfte schienen die Kräfte ein wenig zu schwinden. Aber es reichte um mit 508 Holz knapp die Führung zu übernehmen. Noch ein Block zu spielen und bereits zwei 500er Ergebnis liegen.
Der dritte Block sah wieder eine Paarung des VOK Osnabrück. In den anderen beiden Paarkampfdisziplinen der U14 konnte immer der dritte Platz belegt werden. An diesem Tag sollte es anders kommen. Mit einer 151 Startbahn gingen sie in den Wettkampf und im Gegensatz zum Niederrheiner Paar konnte sie ihr Niveau halten. Drei weitere Bahnen mit 131 – 120 – 131 folgten und der erste Titel für den Gastgebenden Landesfachverband war unter Dach und Fach. Platz vier ging an das beste 400er Paar. Für die JSG Rhein konnten Jennifer Adams und Dennis Selka (480 Holz) diesen Platz für sich verbuchen.

Mixed U18 (Bahnen 3-6)

Im Mixed war ebenso wenig daran zu denken an die Ergebnisse von Oberthal heranzukommen wie im Paarkampf der männlichen U18. Im ersten Block lieferten sich die Paarungen Katharina Junk / Dominik Werner (KSC Daun-Weiersbach) und Isabell Tanz / Sebastian Klöpfe (KV Sontra) ein Kopf-an-Kopf Rennen. Durch einen starken Endspurt mit 168 Holz konnten sich die Daun-Weiersbach mit 591 Holz zu 589 Holz durchsetzen. Entscheidende zwei Hölzer, wie sich am Ende zeigen sollte.

Der zweite Block sah mit Svenja Lambert und Marc Birkelbach von der KV Sulzbachtal die saarländische Hoffnung auf den Titelgewinn. Diese Ambitionen wurden durch die ersten drei Bahnen eindrucksvoll unterstrichen 156 – 152 – 160 ließen bis dato keinen Zweifel aufkommen, wer sich an die Spitz setzen wird. Erst mit der letzten Bahn kam ein kleiner Rückschlag. Schließlich reichte es mit 599 Holz die Führung zu übernehmen. Der zweite Titel für Marc Birkelbach und der Erste für Svanja Lambert waren zum Greifen nah.

Im dritten Block war im Vorhinein kein direkter Konkurrent festgelegt worden. Viele konnten, Keiner musste die Zahl von Sven Lambert / Marc Birkelbach werfen. Am Ende war es die Paarung des SK Münstermaifeld, die die Entscheidung bis zum vorletzten Wurf herauszögerte. Mit Ergebnissen zwischen 149 und 159 Holz waren Sabina Göring und Robert Heinichen lange auf Titelkurs, ehe Bahn 3 ihren Tribut verlangte. Der Vorletzte musste eine Neun sein, war aber eine Sieben und so blieben beiden mit 597 Holz knapp geschlagen auf Platz zwei.

Einzel U14 weiblich (Bahnen 7-10)

Im Einzel der U14 weiblich ging es ganz gemächlich los. Michelle Alt (KV Saar) kam am frühen Morgen als Beste aus den Startlöchern. Bei 619 Holz war jedoch Schluss und damit fehlten am Ende einige Hölzer, um sich für den Endlauf zu qualifizieren.

Der zweite Block machte es da besser. Gleich drei Starterinnen sollten den Sprung unter die besten Acht schaffen. Vorne weg spielte Laura Möller vom ESV Fulda mit 661 Holz und dann wie an der Perlenkette aufgezogen Jennifer Richter (SKV Heiligenhaus) 658 Holz und Nadine Brack (KV Saar) 651 Holz. Beeindrucken die Schlussbahnen, der Drei. Im Endspurt fielen Ergebnisse zwischen 168 und 174 Holz.
Das dritte Quartett konnte sich ebenfalls mit drei Spielerinnen für das Finale empfehlen. Mit Christina Vogel (683 Holz) vom SKC Waldbrunn bestätigten die Hessen ihre erfolgreiche Jugendarbeit. Mit beeindruckenden 180 Holz auf der letzten Bahn schob sie sich auf Platz 2. Auf Platz drei kam Melina Kaspari von der KSV Gladbeck mit 671 Holz. Laura-Michelle Funk (JSG Rhein) schnappte sich mit 640 Holz den letzten freien Startplatz in der Endrunde.
Für den letzten Block lag die Hürde bei 651 Holz, um den Endlauf zu buchen. Nach 120 Würfen war es nur zwei Spielrinnen vergönnt. Jennifer Adams (JSG Rhein) absolvierte ihren Durchgang mit 671 Holz und den konstantesten Ergebnissen auf den einzelnen Bahnen. Mit Zahlen zwischen 158 Holz und 169 Holz zeigte sie keine Schwächen. Der erste Platz ging an den WKV. Martina Gmelin von der KV Wanne-Eickel egalisierte mit 707 Holz den Deutschen Rekord und warf dabei auf Bahn 8 208 Holz mit 97 (!) Holz im Abräumen.

Endlauf (Bahnen 3-6)

Der Endlauf wurde während der ersten 120 Wurf entschieden. Laura Möller (ESV Fulda) und Jennifer Richter (SKV Heiligenhaus) hatten den besten Start. Mit 345 Holz zu 348 Holz nach 60 Würfen und 512 Holz zu 526 Holz kam die Wende zu Gunsten der Fuldaerin mit den letzten 30 Würfen. Laura Möller 693 Holz, Jennifer Richter 675 Holz lautete der Zwischenstand.
Der letzte Block zeigte Respekt vor den Ergebnissen. Lediglich Melina Kaspari (KSv Gladbeck) konnte ihre Leistung vom Vortag erneut abrufen und schob sich mit 688 Holz zwischen die beiden Starterinnen des ersten Blocks. Die neue Mitinhaberin des Deutschen Rekords, Martina Gmelin (KV Wanne-Eickel) kam mit 650 Holz auf den vierten Rang.

Einzel U14 männlich (Bahnen 3-6)

Den Jungs schienen die frühen Startzeiten etwas besser zu bekommen. Zumindest Sebastian Weiß (KV Sieg). Er bestätigte seine gute Leistung aus dem Mannschaftswettbewerb und kam auf 697 Holz. In der Endabrechnung bedeutete dies den dritten Platz. Seine Mitspieler kamen nicht auf Touren und scheiterten teilweise deutlich an der Qualifikation.

Der zweite Block sah einen sehr gut aufgelegten Jan Gsodam (ebenfalls KV Sieg). Mit Ergebnissen von 171 Holz bis 186 Holz lag er über 40 Holz vor seinen Mitspielern und sicherte sich mit 719 Holz überlegen den Sieg im Vorlauf. Das zweite Ticket in diesem Block sicherte sich Yannik Viertel vom SKC Waldbrunn mit 678 Holz.
Der dritte Lauf bot dann wieder Magerkost in Sachen Qualifikation für den Endlauf. Nur Patrick Bartz von der JSG Mosel durfte sich mit 676 Holz über die, zu diesem Zeitpunkt bereits sichere, Endlaufteilnahme freuen.
Die letzten Starter behielten allesamt die Nerven. 666 Holz waren gefordert und alle nahmen die Hürde mit Bravour. Niedersachsen hatte mit Patrick Rolf (VOK Osnabrück / 670 Holz) seinen einzigen Vertreter in einen Einzel Endlauf gebracht. Für die JSG Mosel beendete Nico Klink seinen Durchgang mit 682 Holz und war ebenso im Finale vertreten wie Timo Mandelik mit 689 Holz vom KKV Kassel. Den zweiten Höhepunkt setzten Robin Schrecklinger von der KV Saar mit 705 Holz. Seine 190 Holz auf der Startbahn brachten die nötige Ruhe und es sollte keine Bahn unter 170 Holz folgen. Im Vergleich zur Mannschaftsdisziplin eine klare Steigerung.

Endlauf (Bahnen 7-10)

Äußerst eng ging es im Endlauf zu. Yannik Viertel (KSC Waldbrunn) hatte den besten Start mit 178 Holz ehe Nico Klink (JSG Mosel) auf der zweiten Räumgasse mit zwei Blanken und einer 357 Holz Halbzeit eine drei Holz Führung übernahm. Im Hintergrund lauerte auch noch Patrick Rolf mit 344 Holz. Nach drei Bahnen schoben sich die Ergebnisse noch enger zusammen. Nico Klink (538 Holz), Yannik Viertel (534 Holz) und Patrick Rolf (533 Holz) bereiteten den Zuschauern eine spannende Schlussbahn. Auf dieser hatte Yannik Viertel dann das Nachsehen. Eine verpatzte Vollegasse raubte ihm die Medaille. Die anderen beiden sorgten für ein Herzschlagfinale, indem sich Nico Klink mit 704 Holz um Haaresbreite gegen Patrick Rolf (703 Holz) durchsetzen konnte.

Wie schon bei den Mädchen war auch der Schlussblock der Jungs von Respekt geprägt. Nur Robin Schrecklinger (KV Saar) setzte seinen Aufwärtstrend fort und steigert sich in seinem dritten Durchgang erneut. 201 Holz auf seiner Startbahn waren ein Traum, und es folgte keine Bahn mehr unter 170 Holz. Mit 719 Holz stand der neue Deutsche Meister der U14 männlich fest.

Einzel U18 weiblich (Bahnen 7-10)

Der erste Block der weiblichen U18 war gleich hellwach. Das war auch nötig, starteten doch neun Kaderspielerinnen im Vorlauf. Den besten Eindruck hinterließ Ivonne Henkel von der SKG Mülheim. Mit 772 Holz enteilte sie ihren Konkurrentinnen um fast 50 Holz. Der Platz im Endlauf war damit sicher. Zittern bis zum Schluss hieß es hingegen für Jasmine Nöh (KV Lahntal) mit 726 Holz und Verena Kilp (SV Preußen-Lünen) mit 720 Holz. Am Ende sollte es dann reichen. Knapp, aber was solls.

Im zweiten Block folgten zwei weitere Kaderathletinnen. Lisa Neumann (SKV Rees) und Sabina Göring (SK Münstermaifeld) absolvierten eine souveräne Vorstellung. Mit 750 Holz bzw. 748 Holz gab es am Weiterkommen keinen Zweifel. Insbesondere Görings Schlussbahn mit einer 89 Räumgasse war verantwortlich für ihren entspannten Nachmittag.

Im dritten Abschnitt eine kleine Überraschung durch Marina Dichter (SK Eifelland Gilzem). Als einziges Nicht-Kadermitglied schaffte sie mit 731 Holz den Sprung in den Endlauf.
Den abschließenden Lauf dominierte Svenja Lambert von der KV Sulzbachtal. Ihre 803 Holz waren das Maß aller Dinge des Vorlaufs. Mit 419 Holz zur Halbzeit konnte sie es in der zweiten Hälfte ruhiger angehen lassen. Komplettiert wurde der Endlauf durch Sandra Gsodam vom ESV Siegen. Bereits in der Mannschaft als Tagesbeste, kam sie im Vorlauf auf solide 752 Holz und sicherte sich den dritten Platz.
Am Ende waren sieben der acht Finalplätze durch Kaderspielerinnen belegt.

Endlauf (Bahnen 3-6)

Wie in den anderen beiden Endläufen legte auch hier der erste Block die Messlatte hoch. Am Vortag mit einer Zitterpartie ins Finale gerutscht, hatten Jasmine Nöh (KV Lahntal) und Verena Kilp (SV Preußen Lünen) nichts zu verlieren. Mit sehr überzeugenden Räumgassen (88 – 88 – 69 – 95) legte Jasmine Nöh (797 Holz) die Basis für ihren Titelgewinn. Knapp geschlagen kam Verena Kilp (786 Holz) auf Platz zwei ins Ziel.
Und auch hier schien der zweite Block, ob der hohen Ergebnisse, etwas geschockt zu sein. In die Vollen konnte Svenja Lambert jederzeit mithalten. Ihr Rückstand resultierte eigentlich nur aus den Räumgassen und so kam die Titelverteidigerin schließlich mit 778 Holz auf den Bronzerang. Platz vier belegte mit Lisa Neumann (755 Holz) die vierte Brasilien Fahrerin. Auch bei ihr galt. In die Vollen gleichauf mit Jasmine Nöh, die Räumgassen gaben den Ausschlag für die Lahntalerin.

Einzel U18 männlich (Bahnen 3-6)

Auch bei der männliche U18 waren die meisten Augen auf die Kaderspieler und die Brasilienreisenden gerichtet. Daniel Hofmann (KV Sontra) und Dominik Werner (KSV Daun-Weiersbach) durften auch gleich im ersten Block ran. Während Daniel Hofmann (837 Holz) sich oben in der Rangliste platzieren konnte, bestätigte Dominik Werner sein Resultat aus der Mannschaftsdisziplin und konnte mit 801 Holz die folgenden Starter abwarten.
Im zweiten Durchgang gaben wieder zwei Kaderathleten ihre Visitenkarten ab. Robert Heinichen von den SK Münstermaifeld reichten 805 Holz aus, um sich der Qualifikationssorgen zu entledigen. Für Sven Hägele (KV Sulzbachtal) sollten die 789 Holz eine lange Wartezeit mit sich bringen. Am Ende reichte es dann doch noch, da im letzten Durchgang kein Spieler seine Zahl überspielen konnte. Als Einziger unter 800 Holz zog er ins Finale ein. Mit genau 800 Holz freute sich die KV Sontra über Sebastian Klöpfel der seinem Mannschaftskameraden Daniel Hofmann in die Endrunde begleiten durfte.
Die letzten drei freien Startplätze wurden vom dritten Block in Anspruch genommen. Mike Reinert (KSV Riol) startet mit einer 114 Räume und war damit bereits nach der ersten Bahn sorgenfrei. Die Schlussbahn ebenfalls mit sehr guten 217 absolvierte war der erste Platz des Vorlaufs mit 843 Holz an ihn vergeben. Titelverteidiger Michael Reith vom TSV Süß kam auf Platz drei. 818 Holz reichten, um im letzten Block zu starten. Ebenfalls in diesem Quartett konnte sich Valentin Olbricht (KV Wuppertal) mit 806 Holz den Start am Sonntag sichern.

Endlauf (Bahnen 7-10)

Auch hier, wie in allen anderen Endläufen, legte der Startblock gehörige Resultate vor. Allen voran Robert Heinichen (SK Münstermaifeld). Alle Bahnen wurden mit 200 Holz und mehr absolviert. Am Ende ein Feuerwerk auf Bahn 10 mit 224 Holz und es blinkten 847 Holz auf der Anzeigentafel. Dominik Werner (KSV Daun-Weiersbach) musste erst auf der letzten Bahn, durch einer 61 Räumgase abreißen lassen und kam auf 814 Holz.
Im Gegensatz zu den anderen Endläufen konnte der zweite Block das vorgelegte Ergebnis dieses Mal überbieten. Michael Reith (TSV Süß) lag drei Bahnen lang gleich auf mit Platz eins. Auf der letzten Räumgasse kam dann die Entscheidung. Mit 10 Blanken machte er seine Titelverteidigung perfekt. Mit 861 Holz blieb er nur 4 Holz unter seinem Ergebnis aus Oberthal.